xethix-Diskurs: Schutz der Integrität von journalistisch-redaktionellen Telemedienangeboten

Markus Schaffrin, Geschäftsbereichsleiter Mitglieder Services, eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V.

Markus Schaffrin, Geschäftsbereichsleiter Mitglieder Services, eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V.

Zum Gesetzesvorschlag „Schutz der Integrität von journalistisch-redaktionellen Telemedienangeboten“ des Zeitungsverlegerverbandes NRW sagt Markus Schaffrin, Sicherheitsexperte und Leiter Mitglieder Services im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. :

„Adblocker erhitzen die Gemüter. Das Abwägen zwischen der Unabhängigkeit der Medienunternehmen, die auf werbefinanzierte Modelle angewiesen sind und der individuellen Selbstbestimmung der Leser ist herausfordernd. In dieser Diskussion darf die Politik aber nicht die Sicherheit der Internetnutzer vergessen, denn Kriminelle spielen über Werbeanzeigen Schadsoftware aus, das sogenannte Malvertising, und infizieren die Computer nichtsahnender Nutzer mit Schadcode. Malvertising ist nach der E-Mail der zweithäufigste Weg zur Verbreitung von Schadsoftware und verursacht jährlich hohe Schäden. Ein Verbot sollte daher sehr gründlich abgewogen werden.“

Weitere Informationen zu Adblockern und Hilfestellungen zum Thema IT-Sicherheit finden Sie unter: https://blog.botfrei.de/

Ein Gedanke zu „xethix-Diskurs: Schutz der Integrität von journalistisch-redaktionellen Telemedienangeboten

  1. Bernd Fuhlert, Geschäftsführer bei @-yet

    Muss das Wohl und der Schutz der Nutzer wirklich abgewogen werden? Es gibt ja, neben dem Einsatz von aktueller Virenschutzsoftware (die allerdings keinen hundertprozentigen Schutz vor Malvertising bietet) noch andere Ansätze.

    Nutzer, die zum Beispiel auf einen Werbeblocker wie Adblock-Plus setzen, sehen nicht nur keine unerwünschte Werbung in ihrem Browser, sondern grundsätzlich auch keine mit Malware-infizierten Werbebanner. Um diese Möglichkeit des Schutzes sollen die Nutzer tatsächlich beraubt werden? Denn im Prinzip haben sie gar keine Wahl – wenn ein Adblocker genutzt wird, stehen ihnen die Inhalte auf der Seite nicht zur Verfügung!

    Warum wird die Entscheidung auf den Nutzer abgewälzt? Warum fühlen sich die Webseitenbetreiber nicht in der Pflicht hier auch etwas zu tun? Denn die meiste Werbung wird ungeprüft von Drittanbietern auf die eigene Webseite eingebettet. Meines Erachtens haben die Webseitenbetreiber ebenfalls eine Verantwortung und müssen sich fragen (lassen), ob es sinnvoll ist, einer dritten Partei unkontrolliert Zugriff auf die Inhalte der eigenen Webseite zu gestatten.

    Abgesehen davon lässt sich darüber streiten, ob jene stark über Werbung finanzierten Plattformen tatsächlich und in jeder Situation unabhängig sein können!

    Bernd Fuhlert war als freier Dozent unter anderem an der Universität Duisburg/Essen, an der FOM Hochschule sowie an weiteren renommierten Institutionen tätig. Er verfügt über TÜV-Zertifizierungen als Datenschutzbeauftragter, Datenschutzauditor sowie als Chief Information Security Officer, der mit allen Fragen rund um § 11 BDSG-Audits (Bundesdatenschutzgesetz) vertraut ist. Seit 2016 ist er Geschäftsführer bei @-yet.

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