Vernetzter Unterricht: Smartphones und Tablets sinnvoll nutzen

Mobile Learning

Bildquelle: IZMF

Einer aktuellen Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom zufolge gehört das mobile Arbeiten mit Notebook, Smartphone und Tablet für rund ein Drittel der Berufstätigen zum Alltag. 32 Prozent aller Angestellten nutzen unterwegs IT-Geräte des Arbeitgebers und arbeiten damit auch außerhalb des Büros. In der Schule hingegen bildet der Einsatz von Smartphones und Tablets zum Lernen oft noch die Ausnahme. Jedoch wird der sinnvolle Gebrauch von Mobilgeräten im Unterricht bundesweit in didaktischen Konzepten entwickelt und in Pilotprojekten erprobt.

Das sogenannte Mobile Learning (M-Learning) bietet neue Möglichkeiten für den Unterricht und das außerschulische Lernen, denn es kann orts- und zeitunabhängig je nach individuellem Bedarf eingesetzt werden. Ziel ist es, die Instrumente des Mobile Learning in klassische Bildungsangebote zu integrieren und als unterstützende Lernformate zu nutzen.

Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Handynutzung an vielen Schulen verboten ist. Eine bundesweit einheitliche Regelung existiert nicht. In den meisten Bundesländern bleibt die konkrete Handhabung den Schulen selbst überlassen. Nur in Bayern ist ein Nutzungsverbot für Handys in der Schule landesweit festgeschrieben.

 Das Handy als Unterrichtswerkzeug

Die Einbindung interaktiver Anwendungen von Mobilgeräten im Unterricht sorgt für Abwechslung und steigert die Motivation der Schüler. So können Mobiltelefone beispielsweise zum Aufzeichnen von Interviews genutzt werden. Per Video können Schüler Unterrichtsthemen festhalten und nach der Schule bearbeiten. Im Bereich Gestaltung können mit Filmen Geschichten erzählt oder mit einem Hörspiel Themen aus dem Fachunterricht vertont werden. Öffentliche Bibliotheken, die über Apps zugänglich sind, vereinfachen zudem schulische Rechercheaufgaben.

 Lern-Apps bieten Anknüpfungspunkte für fast alle Fächer

Ob Biologie, Physik, Sprachen oder Geschichte – mittlerweile gibt es zahlreiche nützliche Programme zur Lernunterstützung. Die kostenlose App „P.M. Planetarium“ bringt zum Beispiel Astronomie auf das Smartphone. Mithilfe der Anwendung können Schüler Sterne, Planeten und Sternbilder am Himmel entdecken und benennen.

Mit der Gratis-App „Lustiges ABC Buchstaben lernen“ kann das Üben von Buchstaben trainiert werden. Sie eignet sich für Vorschüler und Schulanfänger und führt diese auf spielerische Weise in die Welt des Alphabets ein. Bei der gebührenfreien „Häfft“-App handelt es sich um ein mobiles Hausaufgabenheft. Es werden Aufgaben und Referate vermerkt, Stundenpläne hinterlegt und der Notenschnitt aus Klausuren berechnet.

M-Learning im Praxistest: Aktuelle Bildungsprojekte

In einigen Bundesländern und Städten gibt es Modellprojekte für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht, zum Beispiel in Niedersachsen. Dort wird das Projekt „Mobiles Lernen mit Tablet-Computern“ getestet. Darin wird die Eignung von Tablet-PCs für das Mobile Learning und deren Wirksamkeit zur Verbesserung der Unterrichtsqualität untersucht. Insgesamt 16 Schulen nehmen landesweit an dem dreijährigen Projekt teil, das noch bis Sommer 2015 läuft.

Ähnliche Initiativen gibt es auch in Frankfurt am Main und Hamburg. In Frankfurt führt die Stauffenberg-Berufsschule mit Unterstützung des Frankfurter Stadtschulamtes seit 2013 das Modellprojekt „Media meet School“ durch, bei dem Schüler mit Tablets unterrichtet werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Schüler selbstständig Problemlösestrategien entwickelten und auch außerhalb des Unterrichts lernten. Das Projekt wurde bis Sommer 2015 verlängert.

Ende Januar 2015 wurde in Hamburg das Pilotprojekt „Start in die nächste Generation“ an sechs Schulen mit über 750 Schülern gestartet. Ziel ist der sinnvolle Einsatz von Smartphones, Tablets und Laptops im Unterricht. Dabei werden die eigenen Geräte der Schüler genutzt und Tafel, Schulbuch und Schulheft nicht ersetzt, sondern ergänzt.

 Digitale Bildung ist Trendthema bei der didacta 2015

Das Thema digitale Bildung zählt auch zu den Kernthemen der Bildungsmesse didacta, die vom 24. bis 28. Februar 2015 in Hannover stattfindet. Das Informationszentrum Mobilfunk ist als Aussteller auf der didacta vertreten und erklärt an seinem Messestand (Halle 15, Stand E51/1), wie mobile Kommunikationstechniken im Unterricht thematisiert werden können.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>