Teilen statt kaufen: Der (nicht ganz) neue Trend

ShareconomyTeilen liegt voll im Trend: Carsharing, Couch-Surfing, Fahrräder, Werkzeug oder Kleidung teilen. Dinge aller Art nicht anzuschaffen, um sie dann die meiste Zeit ungenutzt in Schrank oder Garage zu verstauen – das war gestern. Heute wird geteilt und getauscht, was das Zeug hält. Besonders im Internet ist das Teilen zum echten Trend geworden. Güter zu teilen, um einen Beitrag gegen Umweltverschmutzung und für die optimale Nutzung knapper Ressourcen zu leisten, ist eigentlich ein schöner grüner Gedanke. Doch es geht schon längst auch um Profit. Shareconomy nennt sich das Geschäft hinter dem Trend. Experten der Versicherung Arag erklären das Für und Wider:

 Teilen statt kaufen: Eine neue Idee?

Nein! Schon im Mittelalter entwickelten sich sogenannte Einungen. Das waren Zusammenschlüsse, um beispielsweise einen Deich mit gemeinsamen Mitteln zu erhalten. Im Alpenraum schlossen sich die Siedler zu Alpgenossenschaften zusammen, welche die gemeinschaftliche Nutzung der Weiden regelten. Viele Jahrhunderte später machte die grün-alternative Bewegung der 1970er und 1980er-Jahre das Schonen von Ressourcen populär. Doch mit dem Internet eröffnen sich ganz neue Wege, denn das Tauschen und Teilen ist plötzlich weltweit möglich.

Was ist Shareconomy?

Mit diesem Kunstwort ist die „Wirtschaft des Teilens“ gemeint. Es geht nicht mehr darum etwas selbst zu besitzen, sondern um den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen. Man teilt oder mietet statt zu kaufen. Doch zu glauben, dass man den großen Konzernen so eine Nase drehen kann, ist sehr blauäugig. Die Global Player haben sich längst auf den neuen Trend eingestellt und verdienen auch am Teilen kräftig mit. Der Car-Sharing-Anbieter DriveNow gehört zu BMW und dem Autovermieter Sixt, der Wettbewerber Car2Go wird gemeinsam von Daimler und Europcar betrieben. Hinter dem Fahrradtausch von Call a Bike steckt die Deutsche Bahn und wenn Sie über Airbnb (Airbed and Breakfast – zu Deutsch: Luftmatratze und Frühstück) Ihr Gästezimmer vermieten, verdient der Chef von Amazon gleich mit. Er ist größter Investor bei Airbnb.

Es geht auch ohne Profit

Neben den großen Sharing-Unternehmen gibt es aber auch viele kleine Plattformen, auf denen Mode, Spielzeug, Gärten, Bücher und mehr geteilt wird – dabei auch solche, die ganz ohne Geld auskommen oder bei denen Leihpreis und Bedingungen ausschließlich zwischen den Beteiligten besprochen werden. Bei foodsharing.de stellen Nutzer übriggebliebene oder zu viel eingekaufte Nahrungsmittel auf die Internetseite, damit Interessierte sie abholen: Was sonst weggeworfen würde, wird hier verschenkt. Bei frents.com – abgekürzt für „friends rent things“ – leihen Nutzer Gegenstände aus der Nachbarschaft aus. Gleich auf der Startseite erscheint eine „Karte der nutzbaren Dinge einer Gesellschaft“, auf der virtuell angezeigt wird, dass drei Straßen weiter zum Beispiel ein Rasenmäher zur Verfügung steht. Ähnlich funktionieren auch die Plattformen wir.de oder leih-dir-was.com. Auch zahlreiche Portale im Bereich Mode oder Spielzeug funktionieren wie virtuelle Flohmärkte – immer häufiger gibt es sie auch als Smartphone-App. Der kluge Gedanke „Teilen statt kaufen“ funktioniert nämlich auch, ohne dass große Profite gemacht werden.

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