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„Digitales Arbeiten kommt ohne Mobilität nicht aus“

Der studierte Diplom-Mathematiker Matthias Kunisch ist Geschäftsführer der forcont business technology GmbH.

Der studierte Diplom-Mathematiker Matthias Kunisch ist Geschäftsführer der forcont business technology GmbH.

Aktuell gibt es wohl kaum ein Unternehmen in Deutschland, das sich nicht mit dem digitalen Wandel der Arbeitswelt auseinandersetzen muss. Traditionelle Geschäftsmodelle und die daraus abgeleiteten Geschäftsprozesse müssen überdacht und zum Teil ganz neu ausgerichtet werden.

Das ist aber nicht die einzige Änderung, die der digitale Umbruch mit sich bringt. Matthias Kunisch, Geschäftsführer von forcont business technology , gibt einen Ausblick darauf, wie die digitale Arbeitswelt im Jahr 2017 aussehen wird.

xethix: Herr Kunisch, die Digitalisierung ist inzwischen in vielen deutschen Unternehmen bestimmendes Thema. Ihre Prognose: Wie wird sich die digitale Arbeitswelt 2017 verändern? Welche Herausforderungen kommen auf Unternehmen zu?

Matthias Kunisch: Der digitale Umbruch in Unternehmen ist in vollem Gange und wird im kommenden Jahr definitiv ein neues Level erreichen. Täglich nutzen mehr und mehr Marktteilnehmer digitale Methoden zur Kommunikation und zur Abwicklung von Geschäftsprozessen.

Digitalisierte Arbeitswelt heißt nicht mehr nur, die berufliche und private Zeiteinteilung zu optimieren oder am Strand mit dem Tablet auf dem Schoß die letzten E-Mails zu beantworten. Vielmehr geht es zunehmend darum, neue Geschäftsprozesse zu etablieren und Arbeitsinhalte anzupassen, etwa indem automatische Prozesse für Routine-Aufgaben eingeführt werden. Gleichzeitig gewinnen Kreativität, Erfindungsreichtum und Gestaltungswille der Mitarbeiter immer mehr an Bedeutung.

Der Freiraum, der durch die digitalisierte Arbeitswelt geschaffen wird, ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite darf man nicht unterschätzen, dass ein hoher Management-Aufwand und gut durchdachte Einführungsprojekte für die digitale Abwicklung spezifischer Geschäftsprozesse nötig sind, um überhaupt die gewünschten Effekte zu erzielen. Im Übrigen erfordern die Segnungen der Digitalisierung auch eine gewisse Bereitschaft der Mitarbeiter, sich dieser mitsamt ihrer Herausforderungen zu stellen. Die Transformation in die digitale Welt ist – wie jede große Änderung – ein langwieriger Weg, auf dem es keine Zeit für große Experimente gibt.

xethix: Inwiefern ist das Dokumentenmanagement hierbei ein zentraler Ansatzpunkt?

Matthias Kunisch: Informationen steuern Geschäftsprozesse, ohne sie geht es nicht. Geschäftsbeziehungen der Marktteilnehmer untereinander werden maßgeblich von Angebot, Auftrag, Lieferung und Rechnung  bestimmt. Innerhalb des Unternehmens spielen Arbeitsanweisungen, Bestätigungen, Produktdokumentationen und Lieferpapiere eine große Rolle. Natürlich gibt es weitaus mehr Dokumentenarten.

Man denke nur an den Vertragsbestand im Personalwesen und die Kommunikation mit Behörden, Ämtern oder Versicherungen. Fakt ist: Die Menge der Papiere nimmt von Jahr zu Jahr stark zu. Viele Dokumente werden von Maschinen erzeugt und an Maschinen zur Bearbeitung weitergegeben. Dokumentketten bzw. elektronische Akten bilden Geschäftsprozesse vollständig ab –  zum Beispiel die Anstellung eines Mitarbeiters oder die Anmeldung eines Medikaments bei entsprechenden Ämtern.

Dokumentenmanagementsysteme (DMS) unterstützen Unternehmen dabei, die Vielzahl an Dokumenten zu verwalten und compliancegerecht zu archivieren. Aber auch für die Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit gespeicherter Informationen und Dokumente dienen DM-Systeme als wichtiges Hilfsmittel.

Die Herausforderung in diesem und in den kommenden Jahren wird sein, riesige Datenmengen mit einer großen Zahl an Nutzern performant, sicher und datenschutzgerecht vorzuhalten. Mithilfe von intelligenten Analysemethoden lassen sich die Daten und Dokumente, die im Geschäftsleben entstehen, nach vielerlei Gesichtspunkten auswerten – etwa um Rückschlüsse auf die Tendenzen der Marktnachfrage nach bestimmten Produkten zu ziehen. Insbesondere DM-Systeme aus der Cloud werden hierbei eine große Hilfe sein.

xethix: Welche Rolle spielt die Mobilität von Business-Anwendungen im kommenden Jahr?

Matthias Kunisch: Das verteilte Arbeiten losgelöst von räumlichen und zeitlichen Grenzen kommt ohne Mobilität nicht aus. Denn gerade der Faktor Zeit bestimmt das Geschäftsleben in einem bisher nicht gekannten Maße. Getrieben durch die Technologieentwicklung und die Erwartungshaltung der Menschen, dass Ihre Wünsche sofort erfüllt werden, müssen Geschäftsprozesse schnellstmöglich abgewickelt werden können.

Man denke nur an die Bestellung bei einem Online-Händler, dessen Lieferung wir spätestens am nächsten Tag erwarten, oder an die Reisebuchung, die just in time und verbindlich möglich sein soll. Mobilität hat eine technische und eine organisatorische Komponente. Technisch gesehen sind durch die heute verfügbaren Geräte – vom Laptop bis hin zum Smartphone – und durch das Zusammenspiel mit dem Internet beste Voraussetzungen für mobiles Arbeiten geschaffen. In Zukunft wird es noch schnelleres Internet und sicher noch interessantere Devices geben, die einen weiteren Qualitätssprung ermöglichen.

Organisatorisch sind jedoch noch Hürden zu überwinden. So müssen arbeitsrechtliche Aspekte in Bezug auf die freie Arbeitsgestaltung und -organisation beachtet und umgesetzt werden. Trotz aller Euphorie darf man zudem nicht vergessen, dass die Zusammenarbeit von Menschen über das Internet nicht immer erfolgreich sein wird. Die Kommunikation untereinander hat mehr Facetten als nur eine ausgetauschte E-Mail oder ein Webinar. Menschen kommunizieren am besten, wenn sie sich gegenüber sitzen. Das heißt, die Business-Prozesse, die sich mobil erledigen lassen, werden auch mobil ablaufen. Andere Prozesse wie etwa die Produktentwicklung werden hingegen unter physischer, gegenseitiger Anwesenheit erfolgen.

Hintergrund: Der studierte Diplom-Mathematiker Matthias Kunisch ist Geschäftsführer der forcont business technology GmbH , ein auf Enterprise Content Management (ECM) spezialisiertes Softwarehaus, und seit 1976 in der IT-Branche tätig.  Matthias Kunisch ist zudem Mitglied des Vorstandes des Cloud-EcoSystem e.V. forcont bietet standardisierte Anwendungsprodukte und individuelle Projektlösungen zur Steuerung dokumentenlastiger Geschäftsprozesse – alternativ auch als Software-as-a-Service (SaaS) aus der Cloud. Zudem leistet das Unternehmen den kompletten Service im ECM-Umfeld von SAP.

 

Jeder zweite Onliner setzt auf das Internet – als Einrichtungsberater, Eventplaner oder Automobil-Experten

Die immer stärkere Vernetzung unseres Lebens macht das Internet zum selbstverständlichen Lebensbegleiter. Ob für Nachrichten, den Wetterbericht, Kommunikation mit Freunden und Bekannten oder den Abruf des aktuellen Kontostands – immer mehr Deutsche möchten dafür nicht mehr auf das World Wide Web verzichten.

Und die „Digitalisierung“ geht noch weiter, wie die neuesten Ausgaben der AGOF facts & figures, die turnusmäßig die Potenziale und Perspektiven einzelner Branchen im Internet analysieren, aufzeigen. Im vierten Quartal 2016 standen dabei die Wirtschaftsbereiche „Möbel & Wohnen“, „Automobil: Kaufen & Mieten“ sowie „Entertainment: Games, Movies, Music & Equipment“ im Fokus.

Insbesondere wenn um die Gestaltung der Freizeit geht, ist das Internet für die meisten Deutschen nahezu unverzichtbar. 82 Prozent der digitalen Nutzer, das sind 44,49 Millionen Deutsche über 14 Jahren, suchen gezielt online nach Informationen über Computer- und Videogames, Eintrittskarten aller Art, zu Filmen, Serien und Musik auf DVD/Bluray oder per Download bis hin zur passenden  Unterhaltungselektronik, vom Flachbildfernseher bis zur Heimkinoanlage.

Und das besonders gerne über mobile Angebote: 87,4 Prozent der Suchenden sind Nutzer mobiler Webseiten oder Apps, 82,6 Prozent Nutzer stationärer Webseiten. Die User sind mit dem Medium so gut vertraut, dass sie oft auch den Kauf direkt anschließend im Internet erledigen, 66,5 Prozent kaufen nach ihrem Suchvorgang die entsprechenden Produkte ebenfalls im Netz, vor allem in der Altersklasse 20-59 Jahre.

Diese starke Bindung an das Internet könnte von Werbungtreibenden der Entertainment-Branche noch stärker werblich genutzt werden, bisher fließen 76 Prozent der Werbespendings in TV, nur fünf Prozent in Online und ein Prozent in Mobile. Und das, obwohl mehr als ein Drittel dieser Käufer (34,2%) angibt, in Gesprächsrunden der Wortführer zu sein – und damit ein wichtiger Ratgeber in ihrem Freundeskreis, wenn es um die passende Unterhaltung geht.

Auch wenn es um das stimmige Ambiente zuhause geht, ist das Internet zum wichtigen Berater geworden. 58 Prozent planen in den kommenden zwölf Monaten den Kauf von Möbeln oder Haushaltsgroßgeräten, wie z.B. Kühlschrank oder Waschmaschine, und mehr als jeder zweite Onliner (58,7%) holt sich dazu im Vorfeld Anregungen im Netz.

Dabei ist das Interesse kaum eine Frage des Alters, selbst 35,1 Prozent der User im Alter 70 Jahre und älter interessieren sich noch für Einrichtungsgegenstände. Jedoch bleiben Möbel und Wohnungs-Dekor anscheinend immer noch eher ein Frauenthema, 55 Prozent der an Einrichtung interessierten Onliner sind weiblich. Egal, ob der Einkauf letztendlich offline oder wie bei über einem Viertel (29,4%) der digitalen Nutzer online stattfindet: Digitale Möbelfans können preislich dabei aus dem Vollen schöpfen, verfügen immerhin 42,7 Prozent über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro oder mehr.

Nicht zu vergessen: Die Expertenmeinung aus dem Internet wird auch beim Thema Auto gerne zu Rate gezogen. Fast 27 Millionen Deutsche über 14 Jahren und damit 49 Prozent aller Onliner informieren sich regelmäßig zu Neu- oder Gebrauchtwagen, Mietwagen, Navigationssystemen oder der passenden Autofinanzierung. Insbesondere im Alter von 30-49 Jahren rücken diese Produkte in den Fokus der Onliner.

Auch beim Kauf im Internet hat diese Altersgruppe die Nase vorn: 43,5 Prozent der Onliner, die Autos und dazugehörige Produkte bereits im Internet beziehen, sind in dieser Altersklasse. Wichtiges Kennzeichen aller digitalen Autofans: Sie mögen überdurchschnittlich gerne Produkte, die als Statussymbol dienen und probieren besonders gerne neue Technologien aus. Diese Begeisterung machen sich Automobilhersteller auch bereits bei ihren Werbeinvestitionen zu Nutze: Online-Werbung rangiert bereits mit 15 Prozent hinter Werbung in TV (44%) und Zeitungen (19%) auf dem dritten Platz, auf Mobile Advertising entfallen zwei Prozent der Werbespendings – das entspricht fast 16,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016.

Basis für alle vier „facts & figures“-Ausgaben ist die Markt-Media-Studie digital facts der AGOF. Für die Analyse wurde die digital facts 2016-09 herangezogen, nach der 78,0 Prozent, d.h. 54,23 Millionen Menschen in Deutschland ab 14 Jahre aktuell im Netz sind. Innerhalb des Erhebungs­zeitraumes Juli bis September 2016 haben 52,29 Millionen Deutsche stationäre Angebote mindestens einmal genutzt, auf mobile Angebote zugegriffen haben insgesamt 43,37 Millionen deutsch­sprachige Personen ab 14 Jahre.

„2017 ist für die Blockchain ein entscheidendes Jahr“

Die Blockchain ist eine Querschnittstechnologie mit hohem disruptiven Potenzial für viele Wirtschaftsbereiche. Damit neue Geschäftsideen mittelfristig umgesetzt werden können, gilt es im Jahr 2017 die technischen und rechtlichen Grundlagen zu schaffen. „Wissenschaft und Privatwirtschaft stellen 2017 mehr Ressourcen denn je für die Erforschung der Blockchain zur Verfügung“, sagt Stephan Zimprich, Leiter der Kompetenzgruppe (KG) Blockchain im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Breite und intensive Beschäftigung mit der Blockchain-Theorie

„2017 ist für die Blockchain ein entscheidendes Jahr indem es gilt, Standards, Schnittstellen und Protokolle zu definieren.“ Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind laut Stephan Zimprich noch nicht geschaffen. „Für ein Geschäftskonzept auf der Basis eines dezentralisierten Registers (distributed ledger) fehlt aktuell in vielen Fällen noch die Rechtsgrundlage.“

Stephan Zimprich erwartet in den kommenden ein bis zwei Jahren erste Anwendungsszenarien, die im Livebetrieb getestet werden. „Großes Potenzial gibt es insbesondere in den Bereichen Internet of Things (IoT), in der Finanzwirtschaft, beim Digital Rights Management sowie in den Branchen E-Commerce und E-Government.“

Werteaustausch mit verteilten Systemen

Blockchain-basierte Systeme könnten zudem in vielen Bereichen zentrale Instanzen ablösen wie Banken, Notare oder Treuhänder. Das ist möglich, weil Validierungsalgorithmen ganz ohne solche Intermediäre die Vertrauenswürdigkeit der aufgezeichneten Transaktionsdaten garantieren. In weiterer Zukunft werden sogenannte Smart Contracts möglich, also eine vorprogrammierte, selbstausführende Vertragsabwicklung. So kann etwa eine Zahlung ausgelöst und durchgeführt werden, wenn der Smart Contract eine bestimmte Information über einen Sensor erhält.

Neue Geschäftskonzepte für viele Branchen

Beim Digital Rights Management könnte die Blockchain die Verwaltung von Rechten und Lizenzen vereinfachen. „Mit der Blockchain-Technologie beispielsweise lässt sich auch im Digitalbereich eindeutig nachweisen, wer als Erster eine schützenswerte Idee hatte“, sagt Stephan Zimprich. Diesen und weitere Mehrwerte der Technologie für unterschiedliche Aufgabenstellungen erarbeitet er zurzeit als Leiter der KG Blockchain im eco Verband.

Österreich, das Bitcoin-Land

Autor Friedemann Brenneis schreibt in „coincorrespondent“: Ich habe schon einige Male darauf hingewiesen, wie viel dynamischer die Österreicher mit dem Thema Bitcoin (und Blockchain) umgehen als wir. Neben Bitcoin-Automaten können Bitcoins dort nämlich auch schon lange flächendeckend in mehr als 600 Kiosken gekauft werden. … mehr

 

Telekom-Chef: „Digitalisierung darf niemanden zurücklassen“

Telekom-Chef Timotheus Höttges fordert ein rasches Handeln von Politik und Wirtschaft, um die sozialen Umbrüche durch die Digitalisierung abzufedern. Es gebe viele Menschen, die fürchten, ihre Jobs zu verlieren oder im Alter zu verarmen, berichtet die „Welt“. … mehr

 

Der Geist des Internets der Dinge der Zukunft

weihnachtsgeschenkDer jüngste Hype-Zyklus für neue Technologien zeigt uns, dass das Internet der Dinge bisher die überzogenen Erwartungen noch nicht erfüllt hat und erst in fünf bis zehn Jahren produktiv werden wird. Bereits jetzt produziert es jedoch einige abschreckende Storys. Dass jemand elf Stunden brauchte, um Wasser für seinen Tee zu kochen, ist noch mit Humor zu tragen.

Alarmierender sind Berichte über den rekordverdächtigen DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) auf die Website des Branchenexperten und Journalisten Brian Krebs und danach die ebenfalls rekordverdächtige Attacke auf Dyn (einen Anbieter von DNS-Infrastruktur, die für den Internetbetrieb von Bedeutung ist). Durch diesen Angriff brach das Internet an der Ostküste der USA zusammen, und erst kürzlich kam es zu einem Angriff auf DSL-Home-Router in Deutschland, durch den fast eine Million deutscher Internetnutzer offline blieben. Diese Angriffe haben alle eines gemeinsam: ungeschützte, mit dem Internet verbundene Geräte, die vom Mirai Botnet oder dessen Varianten befallen wurden.

An Weihnachten gibt’s Geräte mit Internetverbindung

Aus den Werbeanzeigen für das Weihnachtsfest lässt sich schlussfolgern, dass in den kommenden Wochen wohl viele Geräte mit Internetverbindung ausgepackt werden. Außerdem können wir davon ausgehen, dass die Software dieser neuen Geräte nicht weniger anfällig für Schadsoftware ist. So sieht das Gespenst des zukünftigen Internets der Dinge aus. Deshalb kann ich nachts nicht schlafen.

Kameras mit SQL-Schnittstelle, DVRs mit nicht änderbaren Standardpassworten, hackbare Sicherheitssysteme für das Zuhause, deren Firmwarekonfiguration nicht aktualisiert werden kann, und Router, deren Konfiguration sich nur über eine unverschlüsselte Verbindung authentifizieren lässt, fürchte ich mehr als jedes andere Gespenst. Die Frage lautet, was können wir tun?

Aufgrund der Gefahr immer größerer und schwerwiegenderer Angriffe könnten wir die Ideen der Maschinenstürmer wiederbeleben und auf Technologien verzichten bzw. diese aktiv vernichten. Dadurch wäre die Gefahr etwas gebannt, dennoch ist diese „Lösung“ so unpraktisch wie unrealistisch. Natürlich könnten wir auch von dem genauso unrealistischen Konzept ausgehen, dass wir ab jetzt sorgfältiger programmieren und all diese Schwachstellen auf magische Weise verschwinden.

Da zu Weihnachten viel geschenkt wird, biete ich Ihnen ebenfalls einige „Geschenke“ an, die Sie sich selbst machen können. Zugegeben, es sind eher kleine, praktische Aufmerksamkeiten, keine übertriebenen Gesten wie ein riesengroßer UHD OLED-Flachbildfernseher. Auch wenn etwas Vorbereitung notwendig ist, sind sie sehr robust und bieten langfristige Vorteile.

Sind Sie Produkt- oder Programmmanager?

Sind Sie Produkt- oder Programmmanager? Lassen Sie sich von Benjamin Franklin inspirieren: „Eine Zeile Programmcode als Prävention sind besser als 100 Zeilen Programmcode zur Reparatur.“ Dies ist zwar eine konservative Einschätzung, aber hier sollten wir anfangen. Sicherheit sowie der Sicherheitslebenszyklus müssen Teil Ihres Produktkonzeptes bzw. des MVP (der minimalen Produktanforderungen) sein. Klingt kompliziert?

Trotzdem ist es besser und vor allem billiger, als es sich anhört. Immer noch skeptisch? John Overbaugh hat unter InfoSecure.io einige nützliche und günstige Empfehlungen für SDLC. Was die Kosten angeht, vergessen Sie bitte Folgendes nicht: Eine mangelhafte Sicherheitsprüfung in der Verifizierungsphase eines Produktes, die zu späten Konstruktions- und technischen Änderungen führt, ist immer noch kostengünstiger als die Neukonstruktion und technische Änderung eines Produktes nach der Auslieferung.

Sind Sie Entwickler oder Softwareingenieur? Eine schlecht implementierte Verschlüsselung ist genauso schlimm wie gar keine Verschlüsselung. Sie müssen selbst zum Verschlüsselungsspezialisten werden. Mit den folgenden acht Übungen aktualisieren Sie Ihre Kenntnisse zur Softwareverschlüsselung und lernen, wie Sie Verschlüsselungsschwachstellen identifizieren, nutzen und schließlich vermeiden. Testen Sie, ob Ihr System geknackt werden kann, denn mit Sicherheit wird das „rote Team“ eines Dritten Ihre Software angreifen, daher können Sie Ihre Software auch gleich selbst testen.

Sind Sie Netzwerksspezialist oder Sicherheitsbeauftragter, Ingenieur oder Betreiber? Es wird höchste Zeit, dass Sie sich mit MANRS befassen. Sicher, während der Feiertage versucht jeder, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Aber die gegenseitig vereinbarten Normen der Internet Society für Routersicherheit sind ein einfaches Mittel, damit Sie das „I“ im Internet der Dinge das ganze Jahr über nur von seiner besten Seite kennen lernen. Die MANRS-Empfehlungen definieren für die Teilnehmer vier Aktionen. Jeder Netzwerkverantwortliche muss die zweite Aktion unbedingt berücksichtigen: Die Blockade von Traffic mit gefälschten Source-IP-Adressen. Die DDoS-Attacken im Jahre 2016 hätten leicht vermieden werden können, wenn der Traffic von gefälschten IP-Adressen schon an der Schnittstelle zum Internet abgefangen worden wäre.

Wenn Sie mehr tun wollen, sollten Sie bei Ihren guten Vorsätzen für das neue Jahr die Netzwerksegmentierung nicht vergessen. Schwachstellen für Geräte aus dem Internet der Dinge bieten eine Angriffsfläche und einen Einstiegspunkt für Angriffe auf andere Teile Ihrer Infrastruktur. Netzwerksegmentierung ist keine triviale Aufgabe, aber Ihr bestes Tool, um Ihr Netzwerk vor Geräten aus dem Internet der Dinge zu schützen, die gehackt werden können.

Letztendlich ist nur eines sicher: Wie schon Ebenezer Scrooge in der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens feststellte, „werfen unsere Schritte Schatten der Dinge voraus, die unvermeidlich eintreten werden, wenn wir daran festhalten.“ Wenn wir weitermachen wie bisher, wird das Internet der Dinge zu einer gewichtigen Kette, wie die seines Geschäftspartners Josep Marley und der anderen Geister: „Glied für Glied, und Elle auf Elle, aus unserem eigenen freien Willen geschmiedet und getragen“.

Natürlich sind das, wie Ebenezer Scrooge erkannte, „nicht die Schatten der Dinge, die sein werden, sondern nur die Schatten der Dinge, die sein können“. Vielleicht wird das Internet der Dinge in der Realität tatsächlich so gut und nützlich sein wie versprochen.

 „Versprich mir, dass wir noch die Chance haben, diese Schatten der Zukunft zu ändern, die Du mir gezeigt hast.“

Autor: James Plouffe ist Lead Architect bei MobileIron und Technical Consultant für die Hitserie Mr. Robot. Er nimmt hier ganz bewusst Bezug auf die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens sowie die Werke anderer Autoren. Er besitzt einen elektrischen Wasserkocher ohne WLAN. Er ist in der Twittersphere aktiv unter @MOBLAgentP

Smarte Maschinen werden ab 2021 Mainstream

Im Jahr 2021 werden 30 Prozent der großen Unternehmen smarte Maschinen einsetzen, die Technologie wird damit zum Mainstream, so das IT-Research und Beratungsunternehmen Gartner. Unter den Oberbegriff „smarte Maschinen“ fallen Technologien wie Cognitive Computing, Artificial Intelligence, intelligente Automation, Machine Learning und Deep Learning.

„Der Einsatz smarter Maschinen in Unternhmen hat transformative und disruptive Auswirkungen“, so Susan Tan, Research Vice President bei Gartner. „Smarte Maschinen verändern die Arbeit und die Wertschöpfung. Sie lassen sich in einer breiten Reihe von Anwendungen in allen Branchen einsetzen – von der Entwicklung dynamischer Preismodelle und der Betrugserkennung, bis zu Verbrechensprävention und Robotertechnik. Für Service-Provicer bedeutet das die Chance, Unternehmen bei der Bewertung, Auswahl und Implementierung der Technologien sowie beim Change-Management zu unterstützen.“

 

Was fehlt? Ein Heimat- und Brauchtumsverein für das Netz

Braucht das Netz einen Heimat- und Brauchtumsverein? Der Journalist Dirk von Gehlen sagt ja und sucht Mitstreiter, die ebenfalls das Netz als eine Art Heimat sehen und sich mit ihm dafür einsetzen wollen, dass netzkulturelle Praktiken in unserer Gesellschaft endlich den Stellenwert bekommen, den sie verdienen. „Netzpolitik.org“ hat ihn zu diesem Anliegen interviewt. … mehr

 

Digitaler Lebensstil im Usenet: Wie drastisch sich Datenübertragung in den letzten 30 Jahren verbilligt hat

Seit der Entwicklung des Usenets vor über 35 Jahren hat sich einiges getan: Weit mehr als 110.000 Newsgroups und über 25.000 Terabyte an Inhalten, die täglich noch weiter anwachsen, belegen die Beliebtheit des Usenets auch in der heutigen Zeit. Das Usenet hat unsere Kultur nachhaltig beeinflusst.

Ein Beispiel dafür ist, dass Smileys oder sogenannte „Emoticons“ ihren Ursprung im Usenet haben, und dass der heute viel verwendete Ausdruck „LOL“ bereits 1990 zum ersten Mal im Usenet auftauchte. Doch das Usenet war in den ersten Jahrzehnten ein weitestgehend Text-basiertes Netzwerk. Heute sind hingegen alle Arten von digitaler Kommunikation möglich, neben Text also auch multimediale Kommunikation. Die dafür heute nötige schnelle Datenübertragung wäre in den 80er Jahren jedoch unbezahlbar gewesen. Für Kunden des Providers UseNeXT gibt es hingegen heute zum Beispiel 30 Gigabyte Übertragungsvolumen für rund 8 Euro im Monat (1).

Geht man von 0,25 Cent pro Minute aus, dem Preis für ein Ferngespräch in den USA in den 80er Jahren, so hätte sich damals allein für die Übertragung von 1 Mbyte Daten, der knappe 37 Stunden gedauert hätte, ein stolzer Preis von knapp 507 Euro (entspricht 554 US-Dollar) ergeben. In Deutschland lag der Preis für eine Einheit bei 0,23 DM (2).

Entsprechend hätte die Übertragung eines Megabyte hierzulande immer noch 42,55 D-Mark verschlungen, das sind rund 22,10 Euro. Der unterschiedliche Preis zwischen den USA und Deutschland liegt daran, dass in den USA pro Minute abgerechnet wurde, in Deutschland eine Telefoneinheit jedoch zwischen sechs und 12 Minuten lang war. Der Preis für 30 Gigabyte im Monat hätte sich auch im vergleichsweise „preisgünstigeren“ Deutschland, ohne eine Rabattierung, auf 662.943 Euro im Monat summiert, das wären rund 1.276.497 D-Mark. Für diese Summe in D-Mark hätte man damals zum Beispiel eine Flotte von mehr als 100 fabrikneuen Sportcoupés des Typs Ford Capri anschaffen können (3) oder einem Familienhaushalt das damalige Durchschnitts-Bruttoeinkommen 36 ein halb Jahre lang auszahlen können – also genau von 1980 bis heute!

Unser heutiger digitaler Lebensstil wäre damals also praktisch unbezahlbar gewesen. 1979 von amerikanischen Studenten gegründet, ist das Usenet noch älter als das Internet. Doch erst in den letzten zwölf Jahren ist es in das Bewusstsein vieler Menschen gerückt. Es war in den ersten Jahren vor allem ein „Schwarzes Brett“, an dem sich Bekanntmachungen und öffentliche Diskussionen fanden. Ein Teil des Verdiensts, dass Breitband-Zugänge zum Usenet heute erschwinglich sind, gebührt großen Usenet-Providern wie UseNeXT.

2004 gegründet, verzeichnet UseNeXT seitdem ein stetiges Wachstum und hat sich mittlerweile zu einem der größten Usenet-Provider entwickelt. Ausgehend von Deutschland, hat UseNeXT in dieser Zeit Millionen von Menschen weltweit die Idee und Bedeutung des Usenet nahegebracht.

Ähnlich wie im Internet ist die Rolle des Providers auch im Usenet eine tragende: Erst durch seine Investitionen in die Infrastruktur und das Marketing kann das Netz als Ganzes wachsen, während den einzelnen Usern das Verdienst gebührt, das Netz durch spannende Inhalte erst richtig interessant zu machen. Wie das Internet ist auch das Usenet im Grunde hochkompliziert und daher für den Durchschnittsbürger schwer verständlich und noch schwerer bedienbar. UseNeXT ermöglicht Nutzern den Zugang mithilfe einfach bedienbarer Zugangsprogramme, die für jedermann leicht beherrschbar sind.

Wer das Usenet mit dem erprobten Dienst UseNeXT kennenlernen will, dem bietet UseNeXT seinen Usenet-Zugang 14 Tage gratis zum Testen an, inklusive satten 300 Gigabyte kostenlosem Traffic. Einen Monat Usenet können Interessierte danach bereits ab 7,95 Euro buchen. Der monatliche Pauschalpreis umfasst Usenet-Pakete ab 30 Gigabyte bei Geschwindigkeiten bis zu 800 Mbit/s für 7,95 Euro bis hin zu 250 Gigabyte bei Geschwindigkeiten bis zu 200 Mbit/s für 19,95 Euro. Der erfahrene, bewährte und mehrfach ausgezeichnete Support ist per Telefon und über ein Online-Formular erreichbar.

Neue digitale Technologien vor dem Durchbruch

In der deutschen Wirtschaft stehen digitale Technologien wie 3D-Druck, Virtual Reality oder Cognitive Computing vor dem Durchbruch. Das hat eine repräsentative Umfrage unter Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben.

Setzen bisher erst 5 Prozent der Unternehmen in Deutschland 3D-Druck-Verfahren ein, so planen oder diskutieren aber 20 Prozent den Einsatz. Im produzierenden Gewerbe liegt der Anteil der Nutzer von 3D-Druck sogar bei 16 Prozent und weitere 40 Prozent planen den Einsatz. Virtual -Reality nutzen bislang 2 Prozent der Befragten, jedes neunte Unternehmen (11 Prozent) prüft den Einsatz.

Bei Cognitive Computing bzw. Verfahren der künstlichen Intelligenz liegt die Anwenderquote bei 1 Prozent. 7 Prozent der Befragten stehen vor der Einführung. „Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagt dazu Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. „Die neuen Technologien sind zusätzliche Beschleuniger.“

So ermöglichen 3D-Druck-Verfahren eine flexiblere und kosten-günstigere Produktion. Mit Virtual Reality können neue Produkte, Bauvorhaben oder die Ergebnisse von Datenanalysen besser visualisiert werden. Cognitive Computing bildet die Grundlage für digitale Assistenten, die Berufstätige bei ihrer Arbeit unterstützen.

Laut Umfrage wollen 40 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in digitale Technologien im Jahr 2016 steigern, die Hälfte davon kräftig. Bei 48 Prozent bleiben die IT-Investitionen unverändert und nur bei 8 Prozent nehmen sie eher ab. „Wer zukunftsfähig sein will, muss seine Produkte und Dienste mit Blick auf eine zunehmend digitalisierte Welt anpassen“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. So will jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent), im Jahr 2016 gezielt in die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle investieren.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Digitalisierung enorme Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat. 41 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie als Folge der Digitalisierung neue Produkte bzw. Dienstleistungen anbieten. Umgekehrt haben 16 Prozent deshalb bereits Produkte vom Markt genommen.

Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen haben ihre Produkte bzw. Leistungen um digitale Zusatzdienste ergänzt. Beinahe jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) setzt dabei auf interaktive Online-Kommunikation, zum Beispiel über soziale Medien. Fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) hat digitale Transaktionsdienste eingeführt, zum Beispiel Online-Shops oder Buchungssysteme, und jedes fünfte (21 Prozent) bietet digitale Service-Angebote, zum Beispiel eine Fernwartung per Internet. Rohleder: „Eine direkte und schnelle Interaktion und Kommunikation kann den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen.“

Ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche digitale Transformation bestehender Geschäftsmodelle ist aus Sicht des Bitkom, dass dieses Thema fest in der Organisation verankert wird. Doch nur etwa jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) gibt an, dass es eine eigene organisatorische Einheit gegründet hat, die sich ausschließlich mit der Digitalisierung beschäftigt. Bei großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es dagegen 42 Prozent.

„Eigenständige Digitaleinheiten bieten die Möglichkeit, jenseits eingefahrener Strukturen mit neuen Technologien zu experimentieren“, sagte Bitkom-Präsident Dirks. „Wichtig ist, dass die Ergebnisse Eingang in die gesamte Organisation finden.“ Dafür sei vor allem der Rückhalt der Geschäftsführung und einer personelle Verankerung im Top-Management notwendig. Immerhin 8 Prozent aller Unternehmen haben einen Chief Digital Officer (CDO) bzw. Leiter Digitalisierung, der nicht mit dem IT-Leiter oder CIO zu verwechseln ist. Bei den Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es sogar 25 Prozent. Darüber hinaus sollte die digitale Transformation auch strategisch und konzeptionell angegangen werden. So verfügen drei von vier Unternehmen (77 Prozent) über eine Strategie für die Digitalisierung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 14 Prozentpunkte.

Aus Sicht des Bitkom muss die Digitalisierung in der Wirtschaft auf unterschiedlichen Wegen gefördert werden. Mit dem Start einer Digital Hubs Initiative beim Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken wird nun ein Vorschlag des Bitkom in die Praxis umgesetzt. „Ziel ist die Schaffung digitaler Ökosysteme rund um unsere Leitindustrien, und zwar an physischen Orten“, sagte Dirks.

In den Digital Hubs sollen Branchenriesen, Mittelständler und Start-ups eng zusammenarbeiten und von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kapitalgebern unterstützt werden. Vorgesehen sei eine thematische Fokussierung zum Beispiel in den Bereichen Mobilität, Logistik, Fintech und Internet of Things. „Kaum ein Unternehmen kann die Digitalisierung alleine stemmen“, betonte Dirks. „Management und Mitarbeiter müssen sich mit Menschen aus anderen Organisationen vernetzen, Erfahrungen und Lösungsansätze austauschen und so miteinander neues Know-how aufbauen.“

Dafür würden die Hubs beste Voraussetzungen bieten. Neben den Digital Hubs hat der Bitkom eine Mittelstands-Tour gestartet, um mehr Unternehmen in der Fläche zu erreichen. Im ersten Schritt sind Veranstaltungen in zehn Städten in Kooperation mit den örtlichen Industrie- und Handelskammern geplant. Ziel ist es, einen Überblick über die Herausforderungen der Digitalisierung zu geben, praktische Hinweise für die Umsetzung zu liefern und die lokalen Player zu vernetzen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden 503 Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Die Blockchain verändert die Finanzbranche

Eine digitale Währung wie Bitcoins, die unabhängig von Zentral- und Geschäftsbanken funktioniert. Ein detaillierter Überblick über die Lieferkette eines Produkts, das beim Verbraucher ankommt. Eine Möglichkeit, Verträge sicher ohne einen Notar zu hinterlegen. Möglich macht das die Blockchain, über die inzwischen längst nicht mehr nur in der IT-Szene oder in Start-ups diskutiert wird, sondern deren Anwendungsmöglichkeiten derzeit in allen Branchen erörtert werden.

Doch was sich dahinter genau verbirgt, welche Anwendungsmöglichkeiten es gibt und welche rechtlichen Fragen die neue Technologie aufwirft, dazu herrscht zum Teil noch große Verwirrung. Der Digitalverband Bitkom hat deshalb einen Leitfaden mit dem Titel „Blockchain #Banking“ veröffentlicht.

„Durch eine erste Anwendung im Bereich der Kryptowährungen gilt die Finanzbranche als Ursprung der Blockchain-Technologie“, sagt Marco Liesenjohann, Referent Banking, Financial Services & FinTechs beim Bitkom. „An der Finanzbranche lässt sich der radikale Konzeptwechsel, der durch Blockchain-Technologie eingeläutet wird, gut nachvollziehen: Transaktionen werden unmittelbar zwischen zwei Parteien möglich – unter Verzicht auf viele der heute noch notwendigen zwischengeschalteten Dienstleistungen und auf Basis eines technologischen Vertrauensmechanismus.“

Der rund 60 Seiten starke Leitfaden liefert zu Beginn zunächst eine Definition der Blockchain-Technologie und grenzt sie von anderen oft damit synonym verwendeten Begriffen wie Bitcoin oder Distributed Ledger ab. Zudem wird die Vielzahl von Beteiligten in der Finanzindustrie betrachtet, die Interesse an Blockchain-Technologien haben, sie nachfragen, weiterentwickeln oder für ihre Regulierung zuständig sind.

Im Detail wird dann in einzelnen Kapiteln auf die Themen Bitcoin, Ripple als alternativen Ansatz sowie Smart Contracts am Beispiel der Ethereum-Blockchain eingegangen. Im Anschluss werden konkrete Einsatzszenarien für Unternehmen entwickelt. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem breiten Spektrum an rechtlichen Fragen, die durch diese Gruppe disruptiver Technologien aufgeworfen werden.

Dabei wird zum Beispiel diskutiert, wie der Handel mit virtuellen Währungen aus Sicht des Bankenaufsichtsrechts zu bewerten ist, welche rechtlichen Voraussetzungen Anbieter von Crowdlending- oder –funding erfüllen müssen oder welche Auswirkungen das Geldwäscherecht auf Blockchain-Lösungen hat. Abschließend werden drei Szenarien entwickelt, wie sich eine Finanzaufsicht im Euroraum bei einem verbreiteten Einsatz von Blockchain-Technologien aufstellen könnte.

Google, Facebook, Amazon, IBM und Microsoft: Technologiekonzerne verbünden sich bei künstlicher Intelligenz

Die Technologiekonzerne Google, Facebook, Amazon, IBM und Microsoft bündeln ihre Kräfte für eine neue Partnerschaft bei der künstlichen Intelligenz (KI), berichtet der „Spiegel“. Die gemeinnützige Organisation soll ein breiteres öffentliches Verständnis für die KI-Technologie vorantreiben und Standards für die künftige Forschung setzen. … mehr

 

 

 

AVG: Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und Updates prägen das Online-Leben

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

Der IT-Security Anbieter AVG über Trends und Prognosen für 2016, die Online-Unternehmen zum Handeln zwingen und direkte Auswirkungen auf Verbraucher haben:

Trend 1: Mehr Online-Sicherheit dank künstlicher Intelligenz

Nicht nur auf den Straßen zeigt künstliche Intelligenz in Form von selbstfahrenden Autos, wie Software-Systeme für Sicherheit sorgen können. Auch beim Thema Online-Sicherheit wird künstliche Intelligenz 2016 großgeschrieben. So lernen etwa Antiviren-Programme mithilfe von ausgefeilten, neuronalen Lern- und Cloud-Techniken Malware früher und häufiger zu erkennen. Auch weitere Programme mit künstlicher Intelligenz werden 2016 für alle zugänglich – so wie es bereits kürzlich mit Googles Open Source Projekt Tensorflow geschehen ist. Die Hoffnung: Mithilfe dieser intelligenten Lösungen Cyber-Kriminelle schneller fassen und Gefahren effektiver eindämmen.

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Umfrage von Bilendi im Auftrag von Web.de (2015)

 Trend 2: Passwörter bleiben unersetzlich

Passwörter sind ein Konzept, dass uns noch viele Jahre privat und beruflich erhalten bleiben wird. Ihr großer Vorteil: sie sind kostenlos, während jede Alternative kostenpflichtig ist. Es gibt jedoch einige Alternativen, bei denen sich ein Blick lohnt. Zum Beispiel kündigte Yahoo 2015 eine Lösung an, die mobile Geräte statt Passwörter zur Zugangsberechtigung verwendet. Auch Google hat bereits ein sogenanntes Smart Lock System vorgestellt, dass die Gegenwart anderer Geräte nutzt um ein Smartphone zu entsperren. Passwörter werden allerdings auch 2016 ihre Schwächen behalten – wie wiederverwendete Kennwörter oder nicht sichere Verwahrung.

Die Hoffnung: Immer mehr Benutzer und Unternehmen werden sich der Schwachstellen bewusst und setzen beispielsweise auf Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Identifizierung über Fingerabdruck.

 Trend 3: Die dunkle Seite des Internet der Dinge

Den neusten mit dem Internet verbundenen Wasserkocher per Smartphone anzuschalten ohne vom Sofa aufzustehen mag amüsant sein, aber ist es auch nötig? Denn dieser Wasserkocher kann gleichzeitig auch eine potentielle Sicherheitsschwachstelle sein und zum Beispiel das geheime WLAN-Passwort preisgeben. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.

Jedes ungeschützte Gerät, –Smart TV und Smart Stereo, Lichtsysteme und Sicherheitssysteme, neue smarte Kühlschränke und selbst fahrende Autos – alles, was mit einem Netzwerk verbunden ist kann gehackt werden. Cyber-Kriminelle versuchen Passwörter und persönliche Daten abzugreifen, wo immer sie können.

Die Gefahren der Internet of Things (IoT)-Welt werden immer größer, je stärker diese Branche wächst. Die meisten Menschen, die Computer oder mobile Geräte benutzen, verwenden automatische Updates. Aber kaum einer denkt daran, smarte Haushaltgeräte sicherheitstechnisch auf den neusten Stand zu bringen und in einigen Fällen ist ein Update auch gar nicht möglich. Trotzdem müssen wir diese Geräte als „versteckte Computer“ betrachten, die genauso gesichert werden müssen, wie PCs oder Smartphones. Gerade viele Hersteller von smarten Geräten sind sich dieser Gefahr noch nicht bewusst.

Doch nicht nur für private Haushalte können IoT-Geräte zur Gefahr werden: Auch im Unternehmen kann es so zu Sicherheitslücken kommen. Denn kaum ein Arbeitnehmer denkt daran, den Kauf eines smarten Wasserkochers mit der IT-Abteilung abzusprechen. Die Forderung: Wir brauchen 2016 eine neue Denkweise im Umgang mit smarten Geräten.

 Trend 4: Update, Upgrade oder stirb

Das Update und der Upgrade von Software auf Endgeräten, Gadgets und elektronischer Ausrüstung waren noch nie so wichtig wie 2016 – es kann in Einzelfällen sogar lebensnotwendig werden. Zwar haben Hersteller von selbstfahrenden Fahrzeugen wie Google bereits den Ereignissen vorgegriffen und gesagt, dass sie für Verkehrsverstöße und mögliche Unfälle ihrer Fahrzeuge haften werden. Aber das ist nur ein schwacher Trost für Insassen, die zu Schaden kommen, weil sie oder der beteiligte Unfallpartner vergessen haben, das neuste Software-Update zu installieren.

In dem Maß wie intelligente Software unser Leben in vorher unvorstellbarer Weise beeinflusst, kann diese auch eine Entscheidung treffen, die unser Leben auch physisch beeinflusst. Gerade deswegen ist es wichtig, dass intelligente Software genauso wie andere Geräte regelmäßig aktualisiert wird. Das kann über Leben und Tod entscheiden – vielleicht noch nicht 2016 aber auf jeden Fall in den kommenden Jahren.  Das Fazit: Updates waren noch nie so wichtig wie 2016.

Wie funktioniert das Internet – kostenloser Online-Kurs

Es ist so alltäglich geworden wie das morgendliche Zähneputzen: das Surfen im Internet. Wer waren noch einmal die Gebrüder Wright? Wann wurde der erste PC verkauft? Wie wird das Wetter morgen? Antworten auf nahezu alle Fragen finden sich dort – im Internet.

Wir nutzen das World Wide Web, um an Informationen zu gelangen, wir tauschen uns über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter aus, wir schreiben E-Mails und greifen in Unternehmen über Intranets auf Internettechnologien zu. Aber verstehen wir es auch?

Wer mehr über die komplexe Welt der Internet-Technologien und die technologischen Grundlagen erfahren möchte: Auf openHPI, der Online-Bildungsplattform des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), startet am 5. September der Kurs „Wie funktioniert das Internet“, geleitet von Institutsdirektor Prof. Dr. Christoph Meinel. Der Kurs ist kostenlos, für jeden zugänglich und erfordert keine Vorkenntnisse. Eine Anmeldung ist möglich.

„In einer Welt, in der die Digitalisierung in großem Tempo voranschreitet und immer mehr Lebensbereiche durchdringt, gehört ein Grundverständnis über die Funktionsprinzipien des Internets zur Allgemeinbildung“ so HPI-Institutsdirektor Prof. Dr. Christoph Meinel, der sich mit dem Kurs an eine breite Öffentlichkeit wenden möchte.

Der Kurs „Wie funktioniert das Internet“ läuft vom 5. September – 31. Oktober 2016 auf openHPI. Er ist eine Neuauflage des Kurses „Internetworking mit TCP/IP“, der bereits 2012 auf Deutsch und 2014 auf Englisch mit großem Erfolg lief. Dabei werden zuerst die Funktionsprinzipien und Technologien der lokalen Netzwerke (LANs) und der Weitverkehrsnetzwerke (WANs) erläutert. Anschließend werden das dem Internet zugrunde liegende TCP/IP-Referenzmodell sowie dessen Protokolle und Anwendungen allgemeinverständlich dargestellt. Im Kurs werden außerdem einige typische Internetanwendungen wie der Versand von E-Mails oder die Übertragung von Daten im World Wide Web (WWW) über HTTP und HTTPS besprochen. Weitere Themen sind die Anforderungen an Internetprotokolle, IP-Adressen und Routing im globalen Internet.

Hintergrund zu open.HPI.de

Das Hasso-Plattner-Institut bietet unter openHPI seit 2012 seine kostenlosen, für alle frei zugänglichen Online-Kurse zu Themen der Informationstechnologie an. Derzeit gibt es bereits mehr als 300.000 Einschreibungen von gut 124.000 Nutzerinnen und Nutzern aus etwa 180 Ländern auf openHPI. Mehr als 35.000 Zertifikate konnten bereits für erfolgreiche Lernende ausgestellt werden. Sämtliche Onlinekurse, die bislang auf Deutsch, Englisch und Chinesisch auf der Plattform angeboten wurden, sind auch später noch jederzeit im Archivmodus nutzbar, allerdings ohne Prüfung und Zertifikat.

Die Internet-Bildungsplattform openHPI ist dadurch weltweit einzigartig, dass sich die Inhalte auf Informationstechnologie und Informatik konzentrieren und die Kurse sowohl in deutscher, englischer und chinesischer Sprache angeboten werden. Im Unterschied zu „traditionellen“ Vorlesungsportalen folgen die Kurse bei openHPI einem festen Zeitplan – mit definierten Angebotsimpulsen wie Lehr-Videos, Texten, Selbsttests, regelmäßigen Haus- und Prüfungsaufgaben. Kombiniert sind die Angebote mit einem Forum, in dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Teaching Team und anderen Lernenden austauschen, Fragen klären und weiterführende Themen diskutieren können.