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Jeder fünfte Deutsche hat schon eine Virtual-Reality-Brille benutzt

In dreidimensionale Fantasy-Welten eintauchen, bei einem Sportereignis in der ersten Reihe sitzen oder die Wohnungseinrichtung planen: Fast jeder fünfte Deutsche ab 14 Jahren hat schon eine Virtual Reality-Brille benutzt und damit virtuelle Welten erlebt (19 Prozent). Das entspricht 13,3 Millionen Bundesbürgern, von denen 6 Prozent eine eigene VR-Brille besitzen und 13 Prozent schon einmal die Technik ausprobiert haben.

Knapp zwei Drittel der Deutschen haben bereits von VR-Brillen gelesen oder gehört (65 Prozent).

Nur 12 Prozent sind noch nicht mit dem Trend in Berührung gekommen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.007 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Virtual Reality hat großes Potenzial und in der Industrie schon einige Arbeitsabläufe nachhaltig optimiert. Jetzt halten die VR-Brillen Einzug im Wohnzimmer und stehen damit kurz vor dem Durchbruch im Verbraucherbereich“, sagt Bitkom-Geschäftsführer Niklas Veltkamp. „Fast jeder Bereich lässt sich mit VR-Technologie sinnvoll erweitern. VR-Brillen machen nicht nur die virtuellen Welten von Spielen und Filmen für den Verbraucher intensiver erlebbar, sondern lassen sich auch für professionelle Zwecke wie die Planung der Wohnungseinrichtung nutzen.“

Sieben von zehn Befragte, die VR-Brillen schon genutzt haben, sind in die computergenerierten Umgebungen von Spielen eingetaucht (70 Prozent). Fast jeder Dritte hat mit der Technologie schon Filme angeschaut (32 Prozent). Etwa ebenso viele sind mit Virtual Reality-Brille und den damit möglich werdenden 360-Grad-Videos virtuell verreist und haben sich Sehenswürdigkeiten angesehen (31 Prozent).

Jeder fünfte Virtual Reality-Nutzer hat seine Wohnungs- und Häuserplanung visualisiert oder das Zuhause eingerichtet (20 Prozent). 14 Prozent haben mit einer VR-Brille Musikkonzerte erlebt und 11 Prozent Sportereignisse besucht. 10 Prozent haben Virtual Reality bei sportlichen Aktivitäten ausprobiert. Virtual-Reality-Erfahrungen mit Bildungs- und Lernprojekten haben bislang nur 6 Prozent gesammelt.

„Die Möglichkeiten der VR-Technologie sind noch lange nicht ausgeschöpft. Je größer das Interesse beim Verbraucher ist, umso mehr Raum bietet sich den Produzenten und Entwicklern für die inhaltliche Bandbreite der Anwendungen. Es wird dann zum Beispiel attraktiver werden, Virtual-Reality-Inhalte für Bildungs- und Lernprojekte oder das berufliche Umfeld zu entwickeln“, so Veltkamp.

Das Interesse potenzieller Nutzer an VR-Brillen wie der Oculus Rift oder der Samsung Gear ist geweckt. Ein Drittel gibt an, die Technologie zukünftig nutzen zu wollen (34 Prozent). 27 Prozent beobachten die Entwicklung noch und können sich vorerst nicht vorstellen, VR-Erfahrungen zu sammeln. 38 Prozent geben an, die Technologie nicht ausprobieren zu wollen – besonders die Deutschen über 65 Jahre bleiben zurückhaltend: Die Mehrheit in dieser Altersgruppe schließt die VR-Erfahrung für sich aus (60 Prozent).

Am 27. November findet die Virtual Reality Conference im Rahmen des Business-Festivals hub.berlin statt. Anbieter und Anwender diskutieren dabei gemeinsam über Use Cases, Content und neue Features von Virtual Reality sowie über die sich daraus ergebenden Chancen für Business und Gesellschaft. Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter: https://vr-conference.berlin/de

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.007 Personen ab 14 Jahren befragt. Die Fragestellungen lautete: „Haben Sie bereits von Virtual Reality-Brillen gehört oder gelesen?“, „Für welche Inhalte haben Sie eine Virtual Reality-Brille bereits genutzt?“ und „Können Sie sich vorstellen, eine solche Virtual Reality-Brille wie z.B. Oculus Rift oder Samsung Gear zu nutzen?“.

Datenschutzaufsichtsbehörden: Wearables und die Illusion vom Datenschutz

Bildquelle: fitbit.

Bildquelle: fitbit.

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) beteiligte sich an einer deutschlandweiten Prüfaktion und prüfte gemeinsam mit sechs weiteren Aufsichtsbehörden Wearables. Auf dem Prüfstand standen sowohl Fitness-Armbänder als auch Smart Watches mit Gesundheitsfunktionen. Außerdem wurden die Apps der Hersteller einer technischen Analyse unterzogen. Das Ergebnis war eindeutig: kein Gerät erfüllt vollständig die datenschutzrechtlichen Anforderungen.

Daten interessieren Versicherer und Unternehmen der Gesundheitsbranche

Wearables, auch bekannt unter dem Begriff Fitness-Armbänder oder Activity-Tracker, sollen den Nutzer zu einer gesunden Lebensweise motivieren und die Bewegung im Alltag fördern. Schon lange können die Geräte Schritte zählen, zurückgelegte Kilometer messen und verbrauchte Kalorien erfassen. Doch die aktuellsten Wearables bieten noch viel mehr. Die geprüften Geräte überwachen die Herzfrequenz, bestimmen die Körpertemperatur über Sensoren auf der Haut und geben Rückmeldung über den Schlafrhythmus. Diese Angaben interessieren immer mehr Versicherer und Unternehmen der Gesundheitsbranche, sodass es sich lohnt, die Geräte genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das BayLDA überprüfte zusammen mit den Datenschutzaufsichtsbehörden aus Schleswig-Holstein, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit insgesamt 16 Wearables von Herstellern, die ca. 70Prozent des Marktanteils in Deutschland abdecken.

Geprüft wurden zum einen rechtliche Fragestellungen, wie z. B. die ausreichende Aufklärung über den Datenumgang oder die Frage, ob tatsächlich Gesundheitsdaten verarbeitet werden. Auch die Technik stand im Fokus. In drei deutschen Prüfzentren wurden die Geräte sowie deren Hersteller-Apps für die Betriebssysteme iOS und Android im Labor getestet.

Es wurden die Datenflüsse analysiert, um festzustellen, wer auf welche Daten Zugriff bekommen kann. Außerdem war ein Blick auf die Apps notwendig. Ohne die dazugehörigen A pps sind die meisten Wearables in ihrer Funktion erheblich eingeschränkt oder sogar unbrauchbar. Diese getesteten Apps wurden durch die Nutzer zusammen mehr als 30 Mio. Mal heruntergeladen.

Die Ergebnisse der Prüfung zeigen zahlreiche Mängel auf

  • Transparenz? Nachvollziehbarkeit? Fehlanzeige! Wer Wearables nutzt, muss zur Kenntnis nehmen, dass oftmals zahlreichen Firmen die Daten erhalten. Hersteller und Betreiber geben sich keine Mühe, Licht in das Dickicht aus Hardware-Hersteller, App-Betreiber, App-Shop-Anbieter und zahlreichen Dienstleistern zu bringen. Für den Nutzer bedeutet das, dass er sich oftmals nur pauschalen Datenschutzerklärungen gegenüber sieht und keine Chance hat, zu erkennen, wer für was zuständig ist und was mit den eigenen Daten bei wem passiert. Tests, bei den Anbietern Auskunft über die gespeicherten Daten zu erhalten, wurden entweder mit pauschalen Verweisen auf Datenschutzerklärungen beantwortet oder wegen vermeintlicher Nicht-Zuständigkeit abgewiesen. Hinzu kommt, dass die Anbieter teilweise im Ausland sitzen und nur eine internationale E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit anbieten.
  • Besonders schützenswerte Daten: Die Aufgabe der Fitness-Tracker und Apps ist es, Gesundheitsdaten und damit besonders schützenswerte Daten der Nutzer zu verarbeiten. Zwar sind die Einzelinformationen wie z. B. Körpergewicht, zurückgelegte Schritte, Dauer des Schlafes oder Herzfrequenz für sich betrachtet oftmals wenig aussagekräftig. In der Regel werden diese Daten jedoch mit eindeutig zugewiesenen Personenkennungen verbunden. Bei einer dauerhaften Nutzung fallen derart viele Informationen an, dass sich daraus ein erstaunlich präzises Bild des Tagesablaufs und Gesundheitszustands des Nutzers ergibt (was der Nutzer des Gerätes auch bezweckt). Insbesondere bei Verknüpfung der Einzelinformationen mit Standortdaten ergibt das sehr persönliche Informationen:
  • Wann bin ich morgens aufgestanden?
  • Habe ich unruhig geschlafen, (da ich am Vorabend Alkohol konsumiert habe)?
  • Wo beginnt und endet mein Weg zur Arbeit?
  • Warum bin ich aufgeregt und wieso schlägt mein Herz höher, obwohl ich seit 30 min auf dem Bürostuhl sitze?

All diese Fragen lassen sich beantworten, wenn die Daten der Wearables ausgewertet werden. Kritisch wird dieses insbesondere dadurch, dass viele der Geräte die Daten extern durch Dritte verarbeiten lassen und durch die unklaren Regelungen der Nutzer keine Kontrolle mehr darüber hat, wer die Daten von ihm sonst noch hat.

  • Datenschutzbestimmungen: Datenschutzbestimmungen sollen den Nutzer in die Lage versetzen, zu erkennen, wer welche Daten von ihm zu welchen Zwecken erhebt, was er damit macht und insbesondere auch, an wen er welche Daten weitergibt bzw. wer sonst noch Zugriff darauf hat. Die meisten Datenschutzerklärungen erfüllten diese gesetzlichen Anforderungen nicht. Sie waren in der Regel viele Seiten lang, schwer verständlich, enthielten zu essentiellen Datenschutzfragen nur pauschale Hinweise und waren teilweise nicht einmal in deutscher Sprache vorhanden. So erfährt der Nutzer oftmals nicht im ausreichenden Maße, wer konkret Zugriff auf die Daten hat und wie lange sie gespeichert werden. Dabei wäre es ein Leichtes, dies in wenigen kurzen Sätzen zu beschreiben. Oftmals wurde auch nur auf die generelle Datenschutzerklärung des Unternehmens verwiesen, die kaum konkreten Bezug zu dem Wearable hat.

Erstaunlich ist auch, dass fast kein Gerätehersteller über die besonders schützenswerten Gesundheits- und Standortdaten aufklärt – ganz im Gegenteil: einige Hersteller waren sogar der Auffassung, dass es sich dabei um anonyme Daten handle.

  • Daten mit Freunden teilen: Viele Geräte und Apps bieten die Möglichkeit, die aufgezeichneten Fitness-Daten mit Freunden z. B. über soziale Netzwerke zu teilen. Die Funktion soll den Nutzer zu häufigem Training und Bestleistungen anspornen und das gemeinsame Training fördern. Da hierbei auch sehr sensible Informationen preisgegeben werden können, darf das jedoch nur dann geschehen, wenn der Nutzer es ausdrücklich wünscht.
  • Datenweitergabe an Dritte: Beunruhigend sind auch die Aussagen vieler Hersteller zur Datenweitergabe. Einige Hersteller stellen klar, dass sie die Fitness-Daten der Nutzer für eigene Forschungszwecke und Marketing verwenden und an verbundene Unternehmen weitergeben. Der Nutzer erfährt weder, um wen es sich dabei handelt, noch kann er widersprechen. Ein klarer Verstoß gegen deutsches Datenschutzrecht.
  • Reichweitenmessung: Die technische Analyse brachte mehr Licht ins Dunkel. Fast alle Hersteller setzen Tracking-Tools US-amerikanischer Unternehmen ein. Mithilfe dieser Tools können Hersteller erfassen, wie die Geräte oder Apps genutzt werden, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Die Daten können aber auch für Werbezwecke und zur Profilbildung verwendet werden. Zwar wird oft angegeben, dass hierzu nur anonyme Daten verwendet werden würden. Den Nachweis bleiben die Hersteller jedoch schuldig. Die Erfahrung zeigt, dass in der Regel in solchen Fällen weiterhin bei vielen Daten ein Personenbezug hergestellt werden kann.
  • Datenlöschung: Die Geräte sind schnell verloren oder technisch überholt, sodass zahlreiche Nutzer ihre gebrauchten Geräte weiterverkaufen wollen. Das birgt ein enormes Risiko. Nutzer glauben, dass mit dem Löschen der App alle Daten vernichtet sind. Das ist falsch! Bei vielen Geräten hat der Nutzer keine Möglichkeit, seine Daten selbstständig vollständig zu löschen. Weder im Gerät selbst noch im Nutzerkonto gibt es eine Löschfunktion. Einige Hersteller weisen sogar darauf hin, dass eine Löschung nicht möglich ist. Wie lange die Hersteller die Daten speichern, bleibt verborgen. Fakt ist, dass es sich hierbei um einen gravierenden Verstoß handelt.
 Thomas Kranig, der Präsident des BayLDA.

Thomas Kranig, der Präsident des BayLDA.

„Aufgrund unserer zahlreichen Prüfungen der letzten Jahre im Bereich Internet und smarte Geräte haben wir viel Erfahrung gesammelt. Auch diese Prüfung offenbarte Mängel im Datenschutz, die wir bereits bei anderen Testgeräten feststellten. Dass die Unternehmen ihren Aufklärungspflichten nicht immer vollständig nachkommen, ist bekannt. Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass gerade in sensiblen Bereichen wie Gesundheit und Bewegungsprofile die Daten häufig an Dritte übermittelt werden. Der Nutzer ist aufgrund der mangelnden Transparenz nicht mehr Herr seiner Daten und hat keine Chance zu verfolgen, in wessen Hände seine Gesundheitsdaten gelangen“, erklärte Thomas Kranig, der Präsident des BayLDA.

Einige Mängel ließen sich problemlos dadurch beheben, dass die Fitnessdaten der Wearables lediglich auf das Smartphone weitergeleitet und lokal verarbeitet werden. Eine permanente Übermittlung aller Daten vom Smartphone an Server diverser Firmen ist aus Sicht der Datenschützer in der Regel mit Risiken verbunden, denen sich die Nutzer bewusst sein sollten.

„Würden die Hersteller dieser Empfehlung nachkommen, würden in den wenigsten Fällen Gesundheitsdaten in die Hände Dritter gelangen. Die heutigen Smartphones sind so leistungsstark, dass sich dies ohne Funktionseinschränkung technisch ganz einfach umsetzen ließe. Indem die Hersteller jedoch alle Daten von der App weiterleiten, signalisieren sie ein eigenes Interesse an den

 

 

 

TÜV SÜD gibt Tipps zu Wearables

Asli Solmaz-Kaiser, Leiterin des Bereiches Elektronik bei der TÜV SÜD Product Service

Asli Solmaz-Kaiser, Leiterin des Bereiches Elektronik bei der TÜV SÜD Product Service

Sie sind im Trend: Wearables. Meist kommen sie in Form von Armbändern in Verbindung mit einer App und sollen den Träger durch Aufzeichnungen seines Bewegungsprofils und seiner Vitalwerte motivieren, aktiver zu werden. Wer das in diesem Jahr auf seiner To Do-Liste hat und mit dem Gedanken spielt, sich einen solchen intelligenten Helfer zuzulegen, sollte beim Kauf einiges beachten. Was, weiß TÜV SÜD-Expertin Asli Solmaz-Kaiser.

Ob aus dem Haus von Sportmarken oder Handyanbietern – die Auswahl an Fitnessbändern oder Smartwatches ist riesengroß. Bei dieser Vielfalt ist es schwer herauszufinden, welches Gerät das Richtige ist. „Wir empfehlen generell, ein Wearable im Fachhandel zu kaufen und sich dort ausführlich beraten zu lassen“, sagt Solmaz-Kaiser, Leiterin des Bereiches Elektronik bei der TÜV SÜD Product Service. „Anwender sollten sich aber generell darüber im Klaren sein, dass Fitnessarmbänder – bis auf einige Ausnahmen – nicht für den medizinischen oder therapeutischen Einsatz geeignet sind, sondern rein für den alltäglichen Freizeitgebrauch.“

Was kann das Wearable?

Der Schrittzähler sollte tatsächlich nur auf Schritte reagieren und nicht auf Handbewegungen – das würde das Ergebnis verfälschen. Um die zurückgelegte Strecke jeden Tag optimal auswerten zu können, ist eine möglichst genaue GPS-Angabe sinnvoll. Wer auch ohne Smartphone seine Daten lesen will, braucht ein Gerät mit eigenem Display. In diesem Fall sollte darauf geachtet werden, dass dieses kratzfest ist. Für eine angenehme Bedienung empfiehlt es sich außerdem, die schnelle Rückmeldung der betätigten Tasten sowie die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung zu überprüfen.

Lebensdauer und Handhabung – darauf kommt es an

Bei der Auswahl des Geräts sollte vor allem auf Batterie- bzw. Akkulebensdauer sowie auf deren Lauf- und Ladezeit geachtet werden. Denn was nützt ein Fitness-Tracker, wenn mitten im Training die Aufzeichnung abbricht? Hinsichtlich des Tragekomforts sollte das Armband oder die Smartwatch nicht zu eng sitzen, da sie sonst schnell stört und unangenehm ist. „Hinweise darauf, welches Material das Beste ist, gibt es beim Kauf nicht – wer jedoch während des Tragens ein Jucken oder Rötungen bemerkt, sollte das Produkt ablegen und nur dann benutzen, wenn und solange es keine Hautreaktionen gibt“, empfiehlt Solmaz-Kaiser.

Augen auf beim Thema Datenschutz

Generell funktionieren Wearables nur in Verbindung mit Apps und sind somit an das Smartphone oder Tablet gebunden. Dabei werden sensible Daten wie der Blutdruck, der Schlafrhythmus und das Bewegungsprofil erfasst und weitergegeben. Da bei der regulatorischen Prüfung von Wearables bei TÜV SÜD die Apps nicht mit inbegriffen sind, sollte hier ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz gelegt werden. Anwender sollten in den Datenschutzbestimmungen der verwendeten Applikation genau nachlesen, wofür die eigenen Daten verwendet werden.

Eine hilfreiche Orientierung, was die Qualität eines Wearables angeht, ist das blaue Oktagon von TÜV SÜD. Die Prüfkriterien wurden – angelehnt an internationale Normen – speziell für Fitness-Tracker (Armbänder/Schrittzähler) entwickelt. Dieses Siegel signalisiert, dass das Gerät geprüft wurde und so beispielsweise Grenzwerte bzgl. der Funkstrahlung und von Chemikalien in den Materialien eingehalten werden. Außerdem werden die Störempfindlichkeit gegenüber elektrischen Strahlungen, die Wasserdichtigkeit, Schlag- und Kratzfestigkeit geprüft.

Weitere Informationen gibt es unter www.tuev-sued.de/ps/wearables.

Studie: Jeder zweite Deutsche würde für Geld Fitnessdaten an Krankenversicherer weitergeben

Immer mehr Menschen zählen verbrauchte Kalorien mit Fitness-Armbändern oder erfassen ihren Finanzstatus per App. Versicherungen, Banken und Online-Dienstleister möchten die Daten nutzen, vor allem risikobereite Menschen würden sie für Geld auch offenlegen. Eine aktuelle Studie untersucht nun erstmals umfassend, wie groß das Potenzial für die kommerzielle Nutzung von Quantified Self-Daten ist und auf welche Faktoren es dabei ankommt.

Das Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. hat im Juni 2016 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.011 Verbraucher zwischen 15 und 69 Jahren zum Self Tracking und zur Weitergabebereitschaft persönlicher Daten online befragt. Insgesamt erheben demnach bereits 21 Prozent der Bevölkerung Daten zu ihrem eigenen Leben. Den deutlich größten Anteil haben dabei Fitness- und Gesundheitsdaten, die von 18 Prozent erfasst werden. Es folgen die Bereiche Ernährung (5 Prozent), Finanzen (3 Prozent) sowie Persönliches & Intimes und Energieverbrauch (jeweils 2 Prozent). Während Frauen häufiger Fitness und Ernährung dokumentieren, liegen die Männer beim Tracking von Finanzen und Energieverbrauch vorne.

Selbsterhobene Daten zum Bewegungsverhalten würden 54 Prozent der Bevölkerung an ihre Krankenkasse übermitteln, 21 Prozent bereits für einen Bonus von 50 Euro im Jahr. Für ein halbes Monatsgehalt mehr würden 44 Prozent der Weitergabe dieser Daten an den Arbeitgeber zustimmen. Daten zum Fahrverhalten (Telemetrie) würden ebenfalls 44 Prozent an ihre Kfz-Versicherung senden, durchschnittlich für einen Bonus von 160 Euro im Jahr. Deutlich skeptischer sind die Deutschen bei der Übermittlung von Gesundheitsdaten an Banken, um einen günstigeren Kredit zu bekommen; für zwei Drittel ist hier die Grenze erreicht. Allerdings wäre jeder Dritte für eine Ermäßigung von rund 550 Euro dazu bereit.

Besonders Personen mit hoher Risikoneigung, die etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, sind bereit, ihre Daten weiterzugeben. Dabei wird Selbstüberschätzung deutlich: Männer mit mindestens einem Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung auf der letzten Autofahrt haben die höchste Zustimmungsrate zur Übermittlung ihrer Telemetriedaten an Kfz-Versicherungen, obwohl gerade für sie die Versicherung wohl deutlich teurer werden dürfte. „Die Auswertung und der Vergleich von Self Tracking-Daten können vielen Menschen ein realistischeres Bild von sich selbst vermitteln“, erläutert Daniel Althaus von Dr. Grieger & Cie. Marktforschung.

Die überwältigende Mehrheit teilt das Datenschutzverständnis des Grundgesetzes: 96 Prozent sind der Ansicht, ohne explizite Zustimmung der Betroffenen sollten keine Daten übermittelt werden dürfen. Im Zweifelsfall müssen sich die Bürger aber an die eigene Nase fassen: Nur 43 Prozent lesen die Datenschutzerklärungen von Online Shops, die von Self Tracking-Anwendungen lesen nur 24 Prozent. Vier von fünf Deutschen ergreifen zwar selbst Maßnahmen zum Datenschutz, dies geht bei den meisten aber nicht über das Löschen der Browserhistorie hinaus. „Privater Datenschutz kann von weiten Teilen der Bevölkerung praktiziert werden, aber er muss dazu einfach und verständlich sein“, führt Althaus weiter aus.

Die vollständige Studie „Quantified Wealth Monitor 2016“ gibt es online.

Mit Hightech im Körper zu Superman

Die bionische Bewegung forciert die Verschmelzung von Mensch und Technik. Erste Anhänger lassen sich bereits Computerchips implantieren Als der südafrikanische Läufer Oscar Pistorius im Sommer 2012 beim olympischen 400-Meter-Lauf in London in Position ging, galt das für viele als Zeitenwende: Pistorius hat keine Beine, sie waren ihm als Kleinkind amputiert worden. Nach Erfolgen bei paralympischen Wettbewerben wollte er auch bei den „regulären“ Meisterschaften teilnehmen, in London schaffte er den 16. Platz, berichtet „derStandard“. … mehr

 

Datenschutzbeauftragte warnen vor Gesundheits-Apps und Wearables

„Heise“ berichtet: Die Datenschutzbehörden von Bund und Ländern haben die Hersteller von Fitnessarmbändern, Smart Watches und Mobilanwendungen aufgerufen, die Persönlichkeitsrechte der Nutzer zu achten. Sie setzen sich auch für die Privatsphäre von Arbeitnehmern ein. … mehr

 

Mark Zuckerberg steht auf Virtual-Reality-Brillen

Personalcomputer und Smartphones bedeuten für Mark Zuckerberg die Welt von gestern, ist auf „Netzökonom“ zu lesen. Der Facebook-Gründer hat lieber die Zukunft im Blick: „Virtual-Reality-Brillen sind die nächste große Computing-Plattform. In zehn Jahren werden eine Milliarde Menschen diese Brillen nutzen“, sagte Zuckerberg bei seinem Besuch in Berlin. Anders als bei den Smartphones, als er erst reagierte, als seine Erzrivalen Google und Apple die dominanten Positionen schon besetzt hatten, will Zuckerberg bei dieser Welle erstmals auch die Hardware beherrschen. Vor zwei Jahren hat er deshalb schon den Brillen-Hersteller Oculus gekauft – für zwei Milliarden Dollar. … mehr

 

Selbstoptimierung: Der Weg zum Glück?

Selbstoptimierung ist in aller Munde. Jeder Lebensbereich lässt sich perfektionieren. Selbstoptimierer beobachten, messen, disziplinieren – und verbessern sich? Führt uns das perfekte Ich wirklich zu einem glücklicheren Dasein? Die Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen hat den Megatrend untersucht. Für sie ist klar: Nur wer weiß, was für ihn persönlich gut ist, kann sich selbst optimieren, ist auf dem Blog „Treibstoff“ zu lesen. … mehr

 

 

 

Science Psychologin: „Die Gefühlslage kann das Wearable nicht erkennen“

Autorin Johanna Wendel schreibt in „Wired“: Ob es nun um Fitness, Gesundheit oder unseren Gefühlshaushalt geht, Wearables zeigen uns angeblich Dinge über uns selbst, die wir sonst nicht sehen würden. Medienpsychologin Astrid Carolus ist vor allem bei Emotions-Wearables skeptisch: „Welche Emotion wird erhöhter Temperatur zugeordnet?“ Stress? Freudige Aufregung – beide erwärmten den Körper, sagt sie im Interview. … mehr

TÜV SÜD stellt neues Prüfzeichen für Wearables vor

TÜV SÜD hat zusammen mit der Wearable Technologies Group AG (WT AG) ein Programm zur Prüfung von Smartwatches und Fitnessbändern geschaffen. Produkte mit diesem neuen TÜV SÜD-Prüfzeichen wurden auf relevante Qualitätskriterien hin geprüft. Neben der mechanischen, technischen und chemischen Sicherheit werden auch Aspekte der Gebrauchstauglichkeit nach vorgegebenen und festgelegten Kriterien getestet.

TÜV SÜD Product Service prüft die Armbänder beispielsweise auf die Empfindlichkeit des Schrittzählers, so dass Handbewegungen nicht als Schritte gezählt werden. Mit dem Kriterium „Störsicherheit“ wird sichergestellt, dass Hochspannungsleitungen, Weidenzäune, andere Pulsuhren und elektronische Geräte keinen Einfluss auf die Messungen haben. Außerdem sind bspw. die GPS-Genauigkeit, die Armbandbefestigung und der Verschluss sowie die Stoß-, Kratz- und Sturzbeständigkeit Bestandteil des Tests. Neben dem Produkt als solches werden auch die Fertigungsstätten überwacht.

Besondere Bedeutung der persönlichen Sicherheit

„Der Markt für Wearable Technologies boomt. Die Verbraucher tragen die Geräte rund um die Uhr, damit erhält die Frage der persönlichen Sicherheit eine besondere Bedeutung. Das neue TÜV SÜD-Prüfzeichen soll Kunden hier eine Orientierung bieten“, so Asli Solmaz-Kaiser, Leiterin Elektrik und Elektronik (ENE) International der TÜV SÜD Product Service. „Wir sorgen nicht nur auf Seiten der Verbraucher, sondern auch auf Seiten der Hersteller für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit”, so Solmaz-Kaiser weiter.

Prüfzeichen nur für Armbänder zur nicht-professionellen Nutzung

Besteht ein Armband die Prüfung anhand der vorgegebenen Kriterien, erhält es das TÜV SÜD-Prüfzeichen. Dies gilt allerdings nur für Wearables-Armbänder, die zur nicht-professionellen Nutzung gedacht sind. Produkte, für den medizinischen oder therapeutischen Einsatz werden – genau wie zugehörige Apps – bei dieser Prüfung nicht abgedeckt. Die Kriterien wurden anhand zahlreicher Prüfnormen entwickelt, bspw. EN 60950-1:/A2, Prüfmodul ID 55177, EN  60529 und EN 60065.

Weitere Dienstleistungen für den Wearables-Markt

TÜV SÜD bietet weitere Prüflösungen für Wearable Technologies und prüft u.a. die Lebensdauer von Batterien, Funkgeräte und die spezifische Absorptionsrate (SAR). Ferner führt der technische Dienstleister Biokompatibilitätstests durch und prüft mobile Anwendungen nach ISO 25051 und ISO 9241 sowie nach diversen nationalen und internationalen Prüf- und Zertifizierungsprogrammen. TÜV SÜD unterstützt Unternehmen bei nationalen und internationalen Zulassungsprozessen durch Produktprüfungen zur CE-Kennzeichnung sowie Konformitätsnachweise nach europäischen Richtlinien, wie z.B. der R&TTE- oder der EMV-Richtlinie und kann bei der Beschaffung von Fördermitteln von der Federal Communication Commission (FCC) für Funk- & Telekommunikationsgeräte behilflich sein.

#DigitaleGesellschaft: Produkte ohne Internetzugang kommen aus der Mode

Fernseher, die nur Bild und Ton ausstrahlen sind Auslaufmodelle. Dasselbe gilt für Uhren, die ausschließlich die Zeit anzeigen. Jeder sechste Deutsche plant in den kommenden drei Monaten den Kauf eines Smart TV. Zehn Prozent der Konsumenten möchten sich bis zum Jahreswechsel eine Smart Watch zulegen. Anbieter internetfähiger Technik können sich damit auf stabile Umsätze freuen.

Zu diesen Ergebnissen kommt der halbjährlich durchgeführte CreditPlus-Verbraucherindex, der im Vergleich zum Frühjahr 2,5 Punkte verloren hat und aktuell bei 97,5 Punkten steht.

Speziell die Männer wollen smarte Technik spätestens zum Jahreswechsel. Jeder fünfte Mann (22 Prozent), aber nur jede zehnte Frau (10 Prozent) plant bis Ende 2015 die Anschaffung eines webfähigen TV-Gerätes. Das Gleiche gilt für Smart-Uhren: Auch hier sind die männlichen Verbraucher die Vorreiter. 13 Prozent von ihnen wollen sich bis Weihnachten einen Chronographen mit Online-Anschluss kaufen. Bei den weiblichen Einkäufern sind es rund halb so viele (7 Prozent). Darüber hinaus sind es vorrangig junge Menschen zwischen 22 und 34 Jahren, die die Umsätze mit smarter Technik nach oben treiben.

Rund jeder vierte Konsument dieser Altersgruppe hat vor, sich in den kommenden drei Monaten mit einem neuen Smart-TV (29 Prozent) oder einer Smart Watch (23 Prozent) auszustatten.

 2016: Nur ein Drittel tritt auf die Konsumbremse

Die Absatzaussichten für Technikprodukte bleiben auch im kommenden Jahr positiv. Das Konsumklima 2016 bleibt in Deutschland stabil. Nur ein Drittel der Verbraucher möchte im kommenden Jahr den Gürtel enger schnallen und die Ausgaben für Konsumgüter insgesamt zurückschrauben.

 Bares bleibt Wahres

Beim Bezahlen sind die Deutschen allerdings weniger technikaffin. Die Mehrheit möchte Münzen und Scheine als optionales Zahlungsmittel behalten. 82 Prozent lehnen die Abschaffung von Bargeld ab. 42 Prozent befürchten bei einem rein digitalen Zahlungsverkehr eine Zunahme von Betrugsfällen aufgrund von Sicherheitslücken. Für jeden dritten Konsumenten stärkt Bargeld das Bewusstsein für Werte. Das ginge bei einer Abschaffung verloren, so die Sorge der Verbraucher.

Zur Studie „CreditPlus Verbraucherindex Herbst 2015″

Im August 2015 wurden 2.000 Personen ab 14 Jahren online durch das Marktforschungsinstitut Toluna befragt. Die Studie ist repräsentativ und bietet einen Einblick in das Verbraucherverhalten der Bevölkerung. Die Ergebnisse stellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verbrauchergruppen heraus.

Zielgruppe Smartwatch: karriereorientiert, gebildet, männlich

Männer interessieren sich eher für Smartwatches, Frauen für Fitness-Armbänder: Wearables, also am Körper zu tragende technische Geräte, zu denen neben FitnessArmbändern und Smartwatches auch Datenbrillen zählen, weisen hinsichtlich ihrer Nutzer und Interessenten deutliche Unterschiede auf. So sind 70 Prozent der Smartwatch-Besitzer männlich, sehr karrierebewusst und haben einen überdurchschnittlich hohen Bildungsstandard.

Besitzer von Fitness-Armbändern sind häufig einkommensstark und verfügen ebenfalls über ein gehobenes Bildungsniveau. Zu diesem Ergebnis kommt die von der Internet World Messe in Auftrag gegebene und vom Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß Consulting durchgeführte internetrepräsentative tudie mit dem Titel „Wearables – Nutzung und Nutzungspläne“ unter mehr als 6.500 deutschen Internet-Usern.

Das Interesse, Wearables zu kaufen und zu nutzen, ist in der Internetnutzerschaft sehr heterogen verteilt. So weist die Zielgruppe der Wearables-Interessenten und -Besitzer u. a. im Geschlechtervergleich Unterschiede auf: Während 41 Prozent der weiblichen Internetnutzer in Deutschland ein Interesse an Fitness-Armbändern bekunden, interessieren sich nur 34 Prozent der Männer für solche Produkte. Anders herum bei der Smartwatch: Dieses Produkt steht mit einem Verhältnis von 37 zu 31 Prozent vor allem bei Männern hoch im Kurs.

Wearables als Statussymbol für gehobene Bevölkerungsschichten?

Insgesamt ist das Thema Wearables im Moment vor allem in der gebildeten, karrierebewussten und besser verdienenden Bevölkerungsschicht Deutschlands angekommen. So weisen 58 Prozent der Besitzer von Fitness-Armbändern ein persönliches Netto-Einkommen von über 2.000 Euro auf und liegen damit über dem Durchschnitt der deutschen Internet-Nutzer gesamt. Besitzer von Smartwatches hingegen zeichnen sich durch ein erhöhtes Karrierebewusstsein aus, das mit 73 Prozent deutlich über dem Durchschnitt (61 Prozent) der deutschen Internetnutzer liegt. Mit Blick auf das Alter der Wearable-Zielgruppe zeigt sich hingegen ein homogenes Bild: Das größte Interesse an Wearables-Produkten ist in der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen zu finden.

Fitness-Tracking, Kommunikation und Information stehen im Vordergrund

Gefragt nach der Nutzung von Wearables überwiegt bei den Besitzern von Smartwatch und Co. das Fitness-Tracking: Mehr als die Hälfte der Befragten setzt sein Wearable ein, um Gesundheits-/Fitness-Daten zu messen und auszuwerten. Auch der Bereich Kommunikation und Information ist relevant: Gut 40 Prozent der Wearable-Besitzer empfangen und lesen über ihr Wearable Nachrichten in Form von E-Mails, SMS oder WhatsApp; weitere 26 Prozent sind daran interessiert. Jeder dritte nutzt sein Gerät, um Informationen über eingehende Anrufe zu erhalten, knapp gefolgt von der Nutzung von Informationsdiensten wie z. B. Wetterinfos, Verkehrsmeldungen oder Nachrichten mit 34 Prozent.

Wearables sind der neue Verkaufs-Boom

Erst sechs Prozent der deutschen Internetnutzer besitzen ein sog. Wearable, also ein am Körper zu tragendes technisches Gerät wie etwa ein Fitness-Armband, eine Smartwatch oder eine Datenbrille. Dennoch setzen Experten darauf, dass Wearables auch hierzulande einen neuen Verkaufs-Boom auslösen werden. Den Befragungsergebnissen zufolge planen immerhin 16 Prozent der Internet-Nutzer konkret die Anschaffung eines oder mehrerer Wearables. Auch erste Erfolgsmeldungen der Apple Watch etwa, die seit Juni diesen Jahres auch hierzulande ohne übermäßig lange Lieferzeiten erhältlich ist und sich gleich von Null auf Platz zwei im globalen Wearable-Markt katapultiert hat, scheinen diese Tendenz zu untermauern.

Über die Studie

Fittkau & Maaß Consulting befragte im Auftrag der Internet World Messe in einer internetrepräsentativen Online-Befragung im 2. Quartal 2015 über 6.500 deutsche Internet-Nutzer hinsichtlich ihres Nutzungsverhaltens und ihrer Nutzungspläne bezüglich Wearables.

 

Smart Glasses: Ein Drittel der Deutschen ist interessiert

Smart_GlassesDie Anwendungsszenarien für so genannte Smart Glasses sind vielfältig: Sie können im Blickfeld eingehende Kurznachrichten anzeigen, Informationen zu Sehenswürdigkeiten liefern oder beim Autofahren die richtige Ausfahrt einblenden. Selbst wenn die intelligenten Datenbrillen bislang kaum verbreitet sind, ihr Potenzial ist groß: 38 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren können sich vorstellen, Geräte wie Google Glass, Sony Smart Eyeglass oder Epson Moverio zu nutzen.

Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. 2013 waren es erst 19 Prozent. Jeder Siebte (17 Prozent) gibt sogar an, dass er die Daten-Brille in jedem Fall nutzen wird. „Durch das Einblenden von Zusatzinformationen in das Sichtfeld der Nutzer dienen Smart Glasses als Eingangstor in eine erweiterte Realität, eine Augmented Reality“, sagt Bitkom-Experte Timm Lutter.

Vor allem Jüngere wollen die intelligenten Brillen nutzen. Zwei von drei 14- bis 29-Jährigen (57 Prozent) geben dies an. Für 40 Prozent der 30- bis 49-Jährigen ist die Verwendung von Smart Glasses denkbar. Selbst bei den Älteren ist das Interesse daran hoch: Jeder dritte 50- bis 64-Jährige (35 Prozent) interessiert sich für die Geräte, bei Personen über 65 Jahren ist es immerhin noch knapp jeder Vierte (23 Prozent).

Die verschiedenen Anwendungsszenarien für Smart Glasses stoßen bei den potenziellen Nutzern ebenfalls auf großes Interesse. Zwei Drittel (63 Prozent) möchten die Brille gerne unterwegs verwenden, um Zusatzinformationen zu Sehenswürdigkeiten zu erhalten. Jeder Zweite (50 Prozent) interessiert sich für die intelligente Brille als Navigationsgerät.

Ohne einen Blick auf Karte oder Smartphone lassen sich so unbekannte Städte und Routen leicht erschließen. Informationen beim Autofahren angezeigt zu bekommen, können sich vier von zehn Interessenten (41 Prozent) vorstellen. Dazu gehören etwa die Anzeige der aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzung, der richtigen Streckenführung oder Hinweise zur Verkehrslage. Die Möglichkeit, eingehende Informationen wie E-Mails oder Kurznachrichten im Sichtfeld zu sehen, kann sich jeder Dritte (31 Prozent) vorstellen.

Beim Einkaufen Zusatzinformationen zum jeweiligen Produkt angezeigt zu bekommen, interessiert 25 Prozent der potenziellen Nutzer. Beide Hände frei zu haben, ohne Gebrauchsanweisungen oder Kochbücher zu wälzen, ist für jeden Sechsten (17 Prozent) denkbar. Dass die Brille die Gesichter von Personen erkennt und automatisch die entsprechenden Profile der sozialen Netzwerke anzeigt, interessiert jeden achten potenziellen Nutzer (12 Prozent).

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.014 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Für welche Funktionen bei Datenbrillen interessieren Sie sich besonders?“

Stehen wir vor dem Gesundheitsschub oder dem Healthcare-Horror?

Arzu Uyan, Leiterin der Kompetenzgruppe Smart Environment bei eco.

Arzu Uyan, Leiterin der Kompetenzgruppe Smart Environment bei eco.

Das Potenzial der Erfassung und Auswertung von Gesundheitsdaten im großen Stil wird völlig unterschätzt, erklärt eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. anlässlich der Internet Security Days. Der Verband begründet: Der Trend zu Fitnessarmbändern und Smartwatches führe zu einer stark steigenden lückenlosen und automatisierten Erfassung der Vitaldaten von Millionen von Menschen. Die Nutzung dieser persönlichen Daten werde den Nährboden für eine neue Ära der Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft in einem heute noch kaum vorstellbarem Ausmaß bilden, prognostiziert eco.

Der Verband spricht von „Smart Healthcare“ mit zahlreichen neuen Geschäftschancen für innovative Unternehmen mit Gespür für digitale Ökosysteme im Gesundheits¬wesen. Gleichzeitig fordert eco einen besonders verantwortungsbewussten Umgang mit diesen sensiblen Daten und weist darauf hin, dass Datensicherheit und Datenschutz keine rein technischen Abläufe sind. „Um einen sicheren Umgang mit Daten zu ermöglichen, brauchen Organisationen nicht nur sichere technische Systeme, sondern auch Guidelines, Prozesse und Trainings“, sagt Arzu Uyan, Leiterin der Kompetenzgruppe Smart Environment bei eco.

Uyan erläutert: „Smart Healthcare wird sich nur positiv entwickeln, wenn mehr Transparenz geschaffen wird. Der Verbraucher möchte einfach und schnell nachvollziehen können, wer seine Daten auf welche Weise nutzt. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die drastisch wachsende Anzahl von unterschiedlichen Produkten und Services, die uns im Alltag begleiten. Wir brauchen Lösungen, die es Verbrauchern ermöglichen, Kontrolle über ihre eigenen Daten auszuüben.“

Vielfältiges Interesse an Gesundheitsdaten

Maik Morgenstern, Chief Technology Officer des AV-Test Institut in Magdeburg, erläuterte auf den Internet Security Days: „Aktivitätenmesser, GPS-Position, Hauttemperatur, Herzschlag, Puls, Kalorienverbrauch, Laufgeschwindigkeit, Schlafphasenüberwachung, Schrittzähler, Stresslevel… viele Verbraucher sind sich nicht bewusst, welche persönlichen Daten sie über Fitnesstracker und Smartwatches sammeln und in der Regel an eine App weitergeben. Vor allem aber sind sich die Verbraucher nicht darüber im Klaren, welche Rückschlüsse auf sie persönlich durch die Auswertung dieses kontinuierlichen Datenflusses möglich sind“. Als „Interessenten“ für diese Daten nennt eco Ärzte, Krankenhäuser, Kranken¬kassen, Versicherungen, die Werbewirtschaft, eine neue Unternehmens¬generation und nicht zuletzt den Staat sowie „die ganze Schar der Cyber-Kriminellen“.

„Daten sind der Rohstoff der Zukunft“ sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Digitalisierungskongress. Millionen von Menschen sind derzeit dabei, diesen Rohstoff aus ihren ganz persönlichen medizinischen Daten herzustellen, ohne dass geklärt ist, ob und wie sie von diesem Rohstoff profitieren können, warnt eco.

Milliardenmarkt digitale Gesundheitswirtschaft

„Krankenkassen wie die AOK und die Techniker Krankenkasse haben über ihre Bonusprogramme die finanzielle Förderung von Fitnesstrackern und Smartwatches begonnen. Das wirft schon die Frage auf, ob die Aussage, dass die Krankenkassen an den Gesundheitsdaten ihrer Kunden nicht interessiert seien, auf Dauer zu halten sein wird“, sagt Morgenstern. eco verweist auf die jüngste Ankündigung von IBM, die mit der Apple Watch erhobenen Gesundheitsdaten mittels Künstlicher Intelligenz auswerten und Versicherungen zur Verfügung stellen zu wollen.

„Wenn die Vitaldaten derart relevant werden, muss sichergestellt sein, dass sie überhaupt stimmen, um einen medizinisch relevanten Nutzen zu schaffen. Bieten Fitnesstracker überhaupt ausreichenden Schutz vor Manipulation von unbefugten Dritten? Wie kann mehr Transparenz und Kontrolle für Nutzer geschaffen werden?“, wirft Uyan Fragen auf, die laut eco Gesellschaft, Wirtschaft und Gesetzgeber beantworten sollten, bevor die digitale Gesundheitswirtschaft zum Milliardenmarkt wird.

Autor: eco ist mit mehr als 800 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestaltet der eco Verband maßgeblich die Entwicklung des Internets in Deutschland, fördert neue Technologien, Infrastrukturen und Märkte, formt Rahmenbedingungen und vertritt die Interessen der Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien.

Wearables: Bekanntheit steigt, aber Nutzen häufig noch unklar

Ob in Form von Smartwatches, Aktivitätstrackern oder Datenbrillen, an Wearables kommt man seit einiger Zeit kaum noch vorbei. Die Bekanntheit solcher Geräte ist in den letzten Monaten (April 2015: 48 Prozent, Juli 2015: 52 Prozent) unter Smartphone-Nutzern in Deutschland sprunghaft um acht Prozent gestiegen. Die letztendliche Nutzung ist mit aktuell drei Prozent allerdings noch verhalten.

Dies ist das Ergebnis der Studie „Smartphone Mobile Internet eXperience (SMIX)“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov.

Ist der derzeitige Gebrauch von Smartwatches, Aktivitätstrackern & Co. zwar noch gering, so sieht es bezüglich der Nutzungsbereitschaft etwas anders aus: Jeder siebte Smartphone-User (15 Prozent) kann sich vorstellen, in den kommenden zwölf Monaten Wearables zu nutzen. Auf der anderen Seite zeigen 38 Prozent der Befragten generell kein Interesse an diesen Produkten. Die Gründe der Ablehner sind vielfältig. Vor allem spielt das Thema Datenschutz eine Rolle. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) wollen nicht, dass ihre Daten überwacht werden.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass Wearables zwar in der Bekanntheit zulegen können, allerdings selbst bei den Smartphone-Nutzern immer noch zahlreiche Barrieren überwunden werden müssen. Es muss deutlich werden, was der Nutzen des jeweiligen Geräts ist. Nur wenn das gelingt, werden die Ablehner zu Nutzern werden“, sagt YouGov-Vorstand Holger Geißler.

Die Wearables-Nutzer und Interessierten sehen dagegen vielfältige Einsatzmöglichkeiten: An vorderster Stelle stehen die Optimierung der sportlichen Leistung (55 Prozent) und das Aktivitätstracking (54 Prozent). Aber auch Navigation sowie die medizinische Überwachung (jeweils 50 Prozent) sind mit Wearables vorstellbar. Doch neben der reinen Überwachungsfunktion sollen Wearables für einige auch weit mehr erfüllen: Jeder Dritte möchte via Wearables Termine organisieren und jeder Vierte (24 Prozent) telefonieren können.

Geht es um konkrete Unternehmen, die von den Befragten als potenzielle Hersteller von Wearables gesehen werden, so hat Apple mit 45 Prozent die Nase vorn. 36 Prozent sehen bei Konkurrent Samsung die Expertise, gefolgt von Google (29 Prozent), Microsoft (20 Prozent) und Sony (18 Prozent). Aber auch Sportartikelanbieter kommen als Hersteller durchaus infrage (Adidas: 12 Prozent, Nike: 11 Prozent, Puma: 8 Prozent).