Schlagwort-Archiv: Sustainability

Drei Prozent der Deutschen fragen: „Was ist Nachhaltigkeit“?

Vor zehn Jahren, im Gründungsjahr der IfH Institut für Handelsforschung, war das Thema „Nachhaltigkeit“ den meisten Konsumenten noch kein Begriff. Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik haftete ein eher muffiges Image an und die Produkte fristeten ein Nischendasein in Fachgeschäften und Reformhäusern. Heute hingegen haben laut einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung des IFH Köln nur drei Prozent der Deutschen noch nie von dem Begriff „Nachhaltigkeit“ gehört. In den letzten 10 Jahren hat eine regelrechte Nachhaltigkeits-Revolution stattgefunden. Dass zertifizierte Lebensmittel ein rasantes Wachstum erfahren haben und Naturkosmetik zum Markttreiber der Kosmetikbranche wurde, sind nur zwei Beispiele für die Relevanz nachhaltiger Produkte im Herstellerportfolio. Auch der Umgang von Unternehmen mit den eigenen Mitarbeitern oder Zulieferunternehmen steht vermehrt im Interesse der Öffentlichkeit: Wer Lohndumping betreibt oder gar Kinderarbeit toleriert, wird von den Verbrauchern schnell abgestraft.

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Ethischer Konsum wird zur Vertrauensfrage

Immer mehr Konsumenten entscheiden sich bei ihrem Konsum für ethisch hergestellte Produkte und geben mehr Geld dafür aus. Zugleich ist aber auch die Unsicherheit der Verbraucher bei ihrer Kaufentscheidung gestiegen. Vertrauen wird zum Schlüsselfaktor für den Verkauf von Waren. Unternehmen, die transparent und offen kommunizieren, werden zu den Gewinnern gehören. Das sind Kernergebnisse der 3. Otto Group Trendstudie 2011 „Verbrauchervertrauen – auf dem Weg zu einer neuen Wertekultur“, die das Hamburger Trendbüro im Auftrag von Otto erstellt hat.

Immer mehr Konsumenten entscheiden sich bei ihrem Konsum für ethisch hergestellte Produkte und geben mehr Geld dafür aus. Zugleich ist aber auch die Unsicherheit der Verbraucher bei ihrer Kaufentscheidung gestiegen. Vertrauen wird zum Schlüsselfaktor für den Verkauf von Waren. Unternehmen, die transparent und offen kommunizieren, werden zu den Gewinnern gehören. Das sind Kernergebnisse der 3. Otto Group Trendstudie 2011 „Verbrauchervertrauen – auf dem Weg zu einer neuen Wertekultur“, die das Hamburger Trendbüro im Auftrag von Otto erstellt hat.

Die Konsumenten machen ihre Kaufentscheidung immer stärker davon abhängig, ob die Produkte auch sozial und ökologisch einwandfrei produziert wurden. Die repräsentative Otto Group Trendstudie 2011 zeigt gegenüber der letzten Erhebung von 2009 eine signifikante Zunahme des Interesses an ethischen Produkten. Sowohl die Ausgabebereitschaft als auch die Kaufhäufigkeit für diese Produkte sind deutlich gestiegen. Gaben 2009 nur 26 Prozent der befragten Verbraucher an, häufig zu ethisch korrekten Produkten zu greifen, sind es 2011 bereits 41 Prozent. Während 2009 nur 7 Prozent der Konsumenten bereit waren, mehr für ethischen Konsum auszugeben, stieg die Zahl im Jahre 2011 auf 44 Prozent. Spannend dabei: Das Kaufinteresse besteht nicht mehr nur bei einer kleinen Elite der Besserverdienenden oder Umweltbewegten („Lohas“), sondern stößt zunehmend in die Masse der Verbraucher vor.

 Die Unsicherheit der Konsumenten ist dabei jedoch groß. 61 Prozent der Bürger fühlen sich beim Versuch, ethisch zu konsumieren, überfordert. Die Verbraucher suchen nach klaren Werten und verlässlicher Orientierung. Siegel wie „Bio“ oder „fair“ geben ihnen das Gefühl, die richtige Wahl getroffen zu haben. Vertrauen wird damit zur neuen Währung.

 91 Prozent der Befragten vertrauen bei der Kaufentscheidung Freunden und Verwandten sowie unabhängigen Prüfinstituten, deren Vertrauenswürdigkeit in den letzten zwei Jahren zudem gestiegen ist. Nur ein knappes Drittel der Verbraucher vertraut den Aussagen der Wirtschaft – mit abnehmender Tendenz. Großer Vertrauensverlierer ist in dieser Hinsicht die Politik. Nur noch 15 Prozent der Befragten vertrauen ihr, obwohl knapp ein Drittel der Verbraucher gerade von der Politik Impulse erwartet, um das Thema ethischer Konsum für die Menschen attraktiver zu machen.

 Die Unternehmen sind aufgefordert, verloren gegangenes Vertrauen durch authentische Unternehmenspolitik und offene Kommunikation wieder zu gewinnen. 86 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass sie einem Unternehmen mehr Vertrauen schenken, das eine transparente Informationspolitik betreibt. Schon allein die Möglichkeit, auf Informationen zugreifen zu können, schafft bei Konsumenten Vertrauen. Wer Informationen verständlich aufbereitet und schnellen Zugriff auf sie ermöglicht, hilft überforderten Verbrauchern also, die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Unternehmen, die die gestiegene Ethik-Sensibilität der Verbraucher ernst nehmen, können hier langfristig profitieren.

 „Diejenigen Unternehmen, die sichtbar Verantwortung übernehmen, authentisch handeln sowie Transparenz und Offenheit in ihrer Kommunikation sicherstellen, werden die Gewinner um das Vertrauen der Verbraucher sein“, fasst Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, die Ergebnisse der Studie zusammen.

„Trust Design wird wichtiger als Emotional Design“, erläutert Professor Peter Wippermann, Gründer des Hamburger Trendbüros, das sich ändernde Verbraucherverhalten. „Heute haben wir es weniger mit uninformierten, sondern mit konfusen Verbrauchern zu tun. Für Unternehmen geht es daher darum, das Vertrauen zu Konsumenten wieder aufzubauen und aktiv zu gestalten. Das ist die Arbeit mit Werten. Ästhetik wird durch Werte ersetzt.“

Die 3. Otto Group Trendstudie 2011 zum ethischen Konsum knüpft an die Trendstudien 2007 und 2009 zum ethischen Konsum an. Das renommierte Hamburger Trendbüro – Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel GmbH befragte dazu 1.000 Personen zwischen 16 und 74 Jahren. Außerdem wurden Experten-Interviews, ein Expertenworkshop in Berlin und ein Livestream auf Utopia.de durchgeführt. Die Ergebnisse daraus flossen ebenfalls in die Studie ein.

Die Otto Group veröffentlicht heute darüber hinaus auch den aktuellen CR-Report 2011. Die 3. Otto Group Trendstudie 2011, der CR-Report 2011 sowie ergänzende Informationen zu unserem Nachhaltigkeitsengagement liegen im Internet unter www.ottogroup.com/studien sowie www.ottogroup.com/cr-report zum Download bereit.

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Nachhaltigkeit beeinflusst die Einkaufsstättenwahl

Das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich aktuell großer Beliebtheit in der Öffentlichkeit. Bei aller medialen Resonanz stellt sich jedoch die Frage, wie relevant das Thema tatsächlich im Kontext aller Kriterien zur Wahl einer Einkaufsstätte ist. Ist Nachhaltigkeit nettes Beiwerk oder hat es eine ernst zu nehmende Bedeutung?

Eine repräsentative Online-Befragung des IFH Köln von 1.000 Deutschen gibt darauf eine klare Antwort. Befragt nach den Kriterien, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Einkaufsstätte berücksichtigen, geben 24 Prozent aller Befragten nachhaltige Produktgestaltung und Unternehmensführung als Kriterium an. Zwar werden Preis-Leistungs-Verhältnis (87 Prozent) und Nähe zum Wohnort (76 Prozent) deutlich häufiger genannt, als Randkriterium lässt sich das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf dieses Ergebnis dennoch nicht bezeichnen.

„Nachhaltigkeit ist zwar nicht das Entscheidungskriterium Nummer eins für die Verbraucher. Dennoch wird ein gewisses Engagement im Sinne eines Hygienefaktors erwartet. Wer nur halbherzige Maßnahmen trifft oder sogar explizit gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstößt, muss mit schädigenden Effekten auf das Markenimage rechnen“, so Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln.

Für Frauen sowie Personen in höheren Einkommensklassen spielt die Corporate Social Responsibility eines Händlers eine stärkere Rolle als für den Durchschnitts-Verbraucher. Auch regional zeigen sich Auffälligkeiten: In den alten Bundesländern spielt das Thema übergreifend eine größere Rolle als im Osten des Landes. Besonders Nachhaltigkeits-affin zeigen sich die Baden-Württemberger. 30 Prozent der Süddeutschen schauen auf das Nachhaltigkeits-Engagement des Händlers ihrer Wahl.

Dass das Nachhaltigkeits-Engagement von Händlern sensibel wahrgenommen wird, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen CSR-Trackers des IFH Köln. Im Branchenvergleich zwischen Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, DIY und sonstigem Handel können sich die Lebensmitteleinzelhändler am stärksten voneinander differenzieren: Während Vollsortimenter einen Wert im CSR-Index von 56 Punkten erreichen, erzielen Discounter mit 49 Punkten ein signifikant schwächeres Ergebnis.

Die Wahrnehmung der Verbraucher spiegelt auch das tatsächliche CSR-Engagement der Lebensmittelhändler wieder. Während Vollsortimenter mit Nachhaltigkeits-Siegeln, regionalen Produkten und Arbeitgeberimage-Kampagnen am Markt auftreten, spüren die Discounter noch die Nachwirkungen negativer Presse in puncto Arbeitgeberverhalten. Zudem scheint es schwieriger, das Thema Nachhaltigkeit in Einklang mit dem beim Verbraucher verankerten Markenkern der Preisgünstigkeit zu bringen. Einzig Aldi schafft es, sich vom Feld der übrigen Discounter abzusetzen.

Nachhaltigkeit wird in Zukunft nicht mehr aus der Handelslandschaft wegzudenken sein. Herausforderung für die Zukunft ist, Maßnahmen zu treffen, die zum individuellen Markenkern passen und glaubwürdig mit Leben gefüllt werden. Eine derartige Unternehmensführung wird dann vom Verbraucher auch entsprechend wahrgenommen und goutiert.

Der CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) ist eine regelmäßige halbjährlich Messung der Wahrnehmung von Einzelhändlern aus Sicht von n=3.000 Verbrauchern. Dabei werden die Händler in sechs Dimensionen des CSR beurteilt: Aufrichtigkeit der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft & Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiter-Behandlung sowie soziale & ökologische Werte im Produktangebot. Neben dem Lebensmittelmitteleinzelhandel werden Drogerien, Baumärkte, Textil- und Versandhändler sowie sonstige Händler abgefragt. Die erste Erhebung des CSR-Trackers wurde im Mai 2011 durchgeführt, die nächste ist für Herbst 2011 geplant.

Mehr Infos unter   www.ifhkoeln.de

Das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich aktuell großer Beliebtheit in der Öffentlichkeit. Bei aller medialen Resonanz stellt sich jedoch die Frage, wie relevant das Thema tatsächlich im Kontext aller Kriterien zur Wahl einer Einkaufsstätte ist. Ist Nachhaltigkeit nettes Beiwerk oder hat es eine ernst zu nehmende Bedeutung?

Eine repräsentative Online-Befragung des IFH Köln von 1.000 Deutschen gibt darauf eine klare Antwort. Befragt nach den Kriterien, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Einkaufsstätte berücksichtigen, geben 24 Prozent aller Befragten nachhaltige Produktgestaltung und Unternehmensführung als Kriterium an. Zwar werden Preis-Leistungs-Verhältnis (87 Prozent) und Nähe zum Wohnort (76 Prozent) deutlich häufiger genannt, als Randkriterium lässt sich das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf dieses Ergebnis dennoch nicht bezeichnen.

„Nachhaltigkeit ist zwar nicht das Entscheidungskriterium Nummer eins für die Verbraucher. Dennoch wird ein gewisses Engagement im Sinne eines Hygienefaktors erwartet. Wer nur halbherzige Maßnahmen trifft oder sogar explizit gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstößt, muss mit schädigenden Effekten auf das Markenimage rechnen“, so Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln.

Für Frauen sowie Personen in höheren Einkommensklassen spielt die Corporate Social Responsibility eines Händlers eine stärkere Rolle als für den Durchschnitts-Verbraucher. Auch regional zeigen sich Auffälligkeiten: In den alten Bundesländern spielt das Thema übergreifend eine größere Rolle als im Osten des Landes. Besonders Nachhaltigkeits-affin zeigen sich die Baden-Württemberger. 30 Prozent der Süddeutschen schauen auf das Nachhaltigkeits-Engagement des Händlers ihrer Wahl.

Dass das Nachhaltigkeits-Engagement von Händlern sensibel wahrgenommen wird, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen CSR-Trackers des IFH Köln. Im Branchenvergleich zwischen Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, DIY und sonstigem Handel können sich die Lebensmitteleinzelhändler am stärksten voneinander differenzieren: Während Vollsortimenter einen Wert im CSR-Index von 56 Punkten erreichen, erzielen Discounter mit 49 Punkten ein signifikant schwächeres Ergebnis.

Die Wahrnehmung der Verbraucher spiegelt auch das tatsächliche CSR-Engagement der Lebensmittelhändler wieder. Während Vollsortimenter mit Nachhaltigkeits-Siegeln, regionalen Produkten und Arbeitgeberimage-Kampagnen am Markt auftreten, spüren die Discounter noch die Nachwirkungen negativer Presse in puncto Arbeitgeberverhalten. Zudem scheint es schwieriger, das Thema Nachhaltigkeit in Einklang mit dem beim Verbraucher verankerten Markenkern der Preisgünstigkeit zu bringen. Einzig Aldi schafft es, sich vom Feld der übrigen Discounter abzusetzen.

Nachhaltigkeit wird in Zukunft nicht mehr aus der Handelslandschaft wegzudenken sein. Herausforderung für die Zukunft ist, Maßnahmen zu treffen, die zum individuellen Markenkern passen und glaubwürdig mit Leben gefüllt werden. Eine derartige Unternehmensführung wird dann vom Verbraucher auch entsprechend wahrgenommen und goutiert.

Der CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) ist eine regelmäßige halbjährlich Messung der Wahrnehmung von Einzelhändlern aus Sicht von n=3.000 Verbrauchern. Dabei werden die Händler in sechs Dimensionen des CSR beurteilt: Aufrichtigkeit der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft & Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiter-Behandlung sowie soziale & ökologische Werte im Produktangebot. Neben dem Lebensmittelmitteleinzelhandel werden Drogerien, Baumärkte, Textil- und Versandhändler sowie sonstige Händler abgefragt. Die erste Erhebung des CSR-Trackers wurde im Mai 2011 durchgeführt, die nächste ist für Herbst 2011 geplant.

Info:     www.ifhkoeln.de