Schlagwort-Archiv: Smart City

„Die Analyse riesiger Datenströme verändert unser Leben in der Stadt“

Sie hätten sich den Preis für die dümmsten Einbrecher verdient: 2011 ließen Diebe im „Senseable City Lab“ Laptops und andere Geräte mitgehen. Was sie nicht wussten: Einer der Computer funkte automatisch seine GPS-Daten an die Forscher. Und Fotos des Benutzers gleich mit dazu. „Unsere Diebe haben es so zu Social-Media-Berühmtheiten geschafft. Ich glaube nicht, dass sie das beabsichtigt hatten“, sagt MIT-Professor Carlo Ratti im Gespräch mit dem „Kurier“. Der Italiener leitet die Forschungseinrichtung am Massachusetts Institute of Technology (MIT). … mehr

 

Terminhinweis: Smart Cities – Wie werden wir leben, wohnen und arbeiten? (26.-28.09.2017 / Berlin)

Die seit geraumer Zeit geführte Diskussion über Smart Cities oder auch digitale Städte gewinnt spürbar an Dynamik. Mittlerweile liegen vielfältige Erfahrungsberichte aus der Praxis und nachhaltige Forschungsergebnisse vor. Auf der diesjährigen Messe Intergo in Berlin (26.-28.9.) wird der wachsenden Bedeutung durch einen Themenschwerpunkt im Kongress und einem eigenen Angebotsbereich mit dem Titel Smart City Solutions innerhalb der Fachmesse Rechnung getragen.

Erstmals in diesem Jahr beteiligt sich die Morgenstadt-Initiative unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO an der Intergo. „Wir wollen die Initiative noch stärker ins Bewusstsein der städtischen Vertreter und Unternehmen bringen und uns mit der Geo-Branche in unserem Innovationsnetzwerk verbinden. Dafür bietet die Intergo national, wie auch im europäischen Kontext eine hervorragende Chance“, meint Projektdirektor Alanus von Radecki vom Fraunhofer IAO in Stuttgart, welches das Verbundprojekt bestehend aus 15 internationalen Städten, 24 internationalen Unternehmen und 11 verschiedenen Fraunhofer-Instituten, leitet.

Im Intergo-Kongress nimmt das Smart City Thema nach der großen Resonanz im vergangenen Jahr in Hamburg wieder einen breiten Raum ein. Hier werden insbesondere die Schwerpunkte ‚Energie’ und ‚Mobilität’ thematisiert. DVW-Präsident Prof. Dr. Hansjörg Kutterer betont, dass im Bereich der Mobilität insbesondere hochgenaue Umgebungsinformationen und deren Visualisierung einen wichtigen Entwicklungsschritt bedeuten. Im Themenbereich Energie gehe es, so Kutterer, vor allem um die Frage, wie der Energiefluss in einer Stadt gestaltet, Energie optimiert und der Verbrauch minimiert werden kann.

Die rund 550 Aussteller setzen in diesem Jahr nochmals stärker auf das Zukunftsfeld Smart City. „Dies wird sich in vielen Präsentationen sichtbar niederschlagen“, so Daniel Katzer, Projektleiter der Intergo. „Die Verbindung von Geodaten und dem Digitalisierungsprozess ist eines der Schlüsselthemen der Intergo. Daher passt die Beteiligung der Morgenstadt Initiative hervorragend mit der derzeitigen Projektphase zusammen.“

Im Innovationsnetzwerk Morgenstadt werden die Erfahrungen aus mehr als 30 Smart City Projekten gesammelt und ausgewertet. Eines davon ist das durch die EU-Kommission geförderte Projekt TRIANGULUM, das anhand konkreter Vorreiterkonzepte in Manchester, Eindhoven und Stavanger eine Blaupause für weitere Städte geschaffen hat. Praktische  Erfahrungen daraus werden präsentiert und weitergeben.

Die Intergo findet vom 26. bis 28. September 2017 in der Messe Berlin statt.

Sicherheitsrisiko Smart City: Experten warnen vor Angriffen auf smarte Städte

Kiew in der Ukraine, Städte im Baltikum – und vor kurzem Dallas: Die Einschläge in Form von Hacks auf IT-Infrastrukturen von Metropolen kommen näher. Experten fürchten in Zukunft vermehrt Angriffe auf vermeintlich smarte Systeme in unseren Metropolen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe („Sicherheitsproblem Smart City“). Kürzlich traf es das Sturmwarnsystem in Dallas, das in der Nacht unvermittelt losheulte, berichtet „Heise“. … mehr

 

So leben wir 2030 in der vernetzten Stadt

Das Leben in den Städten der Zukunft wird für die Bewohner angenehmer: Die Mobilität verbessert sich, ebenso die Lebensqualität im öffentlichen Raum sowie die Luft und Umweltqualität. Möglich macht das ein intelligentes Verkehrs-, Ressourcen- und Energiemanagement, das auch Lösungen zum autonomen und emissionsfreien Fahren einschließt.

„In den Bereichen Verkehr, Energie und Datenmanagement schafft die umfassende Vernetzung im Internet of Things (IoT) für Kommunen ein riesiges Optimierungs-Potenzial – und stellt die Verantwortlichen zugleich vor große Herausforderungen“, sagt Dr. Bettina Horster, Vorstand der VIVAI Software AG und Direktorin IoT im eco Verband.

Städte werden sauberer und ruhiger

Dr. Bettina Horster ist im Vorstand von VIVAI Software und Direktorin IoT im eco Verband´.

Dr. Bettina Horster ist im Vorstand von VIVAI Software und Direktorin IoT im eco Verband´.

In der Smart City 2030 sind zahlreiche Systeme und Sensoren mit den entsprechenden Technologien intelligent verbunden. „Eine Smart-Data-Plattform beobachtet Verkehrsflüsse und steuert diese intelligent“, sagt Dr. Jan Fritz Rettberg von der Technischen Universität Dortmund.

„So lässt sich Parkraum managen und Staus und Lärm für die Bewohner der Stadt vermeiden, Kommunen können flexibel auf Anforderungen reagieren. Die Systeme bieten auch die Grundlage für Investitionsentscheidungen in Infrastrukturprojekte. Zuvor gilt es jedoch die Schnittstellen zu definieren, auf die entsprechende Anwendungen zugreifen können. Voraussetzung für viele neue Services ist die Freigabe der städtischen (Sensor-)Daten. Viele Kommunen in NRW tun dies bereits im Portal Open.NRW.

Intelligente Energieversorgung vor Ort

Eine smarte Stadtentwicklung ist nachhaltig und setzt natürliche Ressourcen effizient ein. Es entstehen mehr und mehr energieeffiziente Gebäude und Quartiere, die Energieversorgung wird zudem immer stärker lokal und regional gelöst. Windräder und Solaranlagen, darunter private Photovoltaikanlagen, decken einen großen Teil des Bedarfs, alle Bestandteile sind miteinander vernetzt.

„In intelligenten Netzen können sich Strom-Verbraucher und -Erzeuger austauschen, dadurch können Elektroautos zu Zeiten geladen werden, wenn Strom günstig ist“, sagt Dr. Jan Fritz Rettberg. „Mit neuen Konzepten und Services für E-Mobilität brauchen ohnehin immer weniger Menschen ein eigenes Auto, zukünftig könnten private Stellplätze öffentlich als adebuchten für Elektroautos angeboten werden“, so Rettberg weiter.

Solides Fundament für Smart Cities

Um mit den Auswirkungen der wachsenden Bevölkerungszahlen Schritt zu halten, führen immer mehr Großstädte weltweit Smart-City-Infrastrukturen ein. Die Basis dafür bilden Daten, die gespeichert, verarbeitet und am richtigen Ort zur richtigen Zeit verfügbar sein müssen. Flash-Speicher erfüllen diese Anforderungen – und das, ohne den Data-Center-Fußabdruck zu vergrößern.

Etwa eine halbe Million Besucher strömten im Sommer nach Rio de Janeiro, um Olympia live zu erleben. Doch auch jenseits des sportlichen Großevents leben in der Metropolregion knapp 12 Millionen Menschen. Somit gehört Rio de Janeiro zu den Megastädten, die mit steigenden Einwohnerzahlen, urbaner Dichte sowie Umwelt- und Abgasproblemen kämpfen. Diese Entwicklung bringt hohe Anforderungen an Infrastruktur und Services mit sich – besonders im Hinblick auf Transport, Gesundheitswesen und Energie-Management. Darum setzen Städte wie Rio, San Jose, Barcelona und Singapur auf das Konzept Smart City und die Technologien des Internet of Things (IoT).

Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass bis Ende dieses Jahres bereits 1,6 Milliarden Dinge mit einer größeren Smart-City-Infrastruktur vernetzt sind. Immer mehr Städte implementieren bereits intelligente Transport-Netzwerke. Sie lassen zu, dass vernetzte Autos auf ihren Straßen fahren. Selbst Mülleimer mit Abfall-Beobachtungssensoren erscheinen inzwischen nicht mehr wie ein Konzept von einem anderen Stern.

 Die Intelligenz speichern

Das Herz einer Smart-City-Infrastruktur bildet das Rechenzentrum. Dort sind Unmengen an Daten gespeichert, um die täglichen und langfristigen Anforderungen einer intelligenten Stadt zu erfüllen. Dies erfordert einen gut durchdachten Ansatz. So ist beispielsweise zu klären, wo sich die Daten befinden und wo sie bearbeitet werden.

Horst Thieme, Manager Emerging Solutions and Innovation Group EMEA - Cloud & Solutions bei NetApp.

Horst Thieme, Manager Emerging Solutions and Innovation Group EMEA – Cloud & Solutions bei NetApp.

Hinzu kommt, dass ein großer Teil der produzierten Daten in Smart Cities nutzlos sind: etwa Videodaten, die nur dann benötigt werden, wenn ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist oder große Sensordatenmengen, die zwar analysiert (Beispiel Verkehrslage) aber nicht längerfristig gespeichert werden müssen. Eine Archivierungslösung muss daher einfach sein und auch die wirklich kritischen Datensätze sichern. Darüber hinaus ist es wichtig, schnell auf die Informationen zugreifen, sie weiterreichen und analysieren sowie in Massenspeicher ablegen zu können. Zudem sollten sich die Daten von Flash auf Disk- und Cloud-Anwendungen verschieben lassen. Nicht zuletzt spielt auch der ökologische Fußabdruck eine Rolle: Die Entscheider in den Städten wollen große Rechenzentren mit hohem Strom- und Platzverbrauch vermeiden.

All diese Anforderungen erfüllen All-Flash-Rechenzentren mit SSD (Solid State Drives). Sie liefern eine durchgängige, jederzeit verfügbare Leistung und sind den naturgemäß stark wechselnden Anforderungen gewachsen. Ein typisches Beispiel ist die Spitzenlast der Transport-Infrastruktur im Berufsverkehr.

Horst Thieme, Manager Emerging Solutions and Innovation Group EMEA – Cloud & Solutions bei NetApp bringt es auf den Punkt: „Echte Smart Citites brauchen eine intelligente, ausgereifte Infrastruktur. Nur so können die gespeicherten Daten aufschlussreiche Werte liefern. All-Flash-Rechenzentren und Zero-Touch-Lösungen wie zum Beispiel von NetApp SolidFire beantworten genau diese Fragen und liefern zusätzlich neben einfachster Administration auch garantierte SLAs, die besonders in geteilten Infrastrukturen enorme Vorteile bieten. Somit bieten sie eine Lösung, die der daten- und leistungsintensiven Natur einer Smart City entspricht und zudem die Ressourcen schont.“

Hintergrund: Was versteht man unter “Smart Cities“?

Smart-City-Konzepte sehen vor, große Städte mit Hilfe von technischen Innovationen effizienter und technologisch fortschrittlicher zu verwalten. Dabei kommen die Technologien des Internet of Things zum Einsatz, um Hardware und Software für die Datenerfassung in die städtische Infrastruktur zu integrieren. Ziel ist, Services und Transparenz der Behörden zu verbessern. Die Bewohner können mit den intelligenten Systemen via Smartphone, Tablets und anderen tragbaren Geräten (Wearables) interagieren.

Auch wirtschaftlich bietet das Konzept großes Potenzial: Das globale Beratungsunternehmen Frost & Sullivan geht davon aus, dass der potenzielle Wert des globalen Smart-City-Markts bis 2020 bei 1,57 Billionen US-Dollar liegt.