Schlagwort-Archiv: Politik

Politische Initiative: Künstliche Intelligenz braucht Normen und Standards

Künstliche IntelligenzWie können Normen und Standards dabei unterstützen, dass Künstliche Intelligenz in Zukunft sicher und verlässlich für uns arbeitet? Zur Auftaktveranstaltung der Normungsroadmap Künstliche Intelligenz diskutierten das Deutsche Institut für Normung (DIN) und VDE|DKE gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) diese Frage mit rund 300 Experten und Interessierten aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft.

Baustein der KI-Strategie der Bundesregierung

„Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, die enormes Potenzial für die deutsche Wirtschaft birgt. Wir brauchen aber verlässliche Normen und Standards, um „KI made in Germany“ weiter voranzubringen. Die Normungsroadmap wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Dies ist auch Anliegen der Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung.“ erklärt der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Dr. Ulrich Nussbaum anlässlich der Veranstaltung.

Christoph Winterhalter, Vorstandsvorsitzender von DIN: „Mit unserer Auftaktveranstaltung geben wir heute den offiziellen Startschuss für die Arbeiten an unserer Normungsroadmap. Unser Ziel ist es, einen sicheren und verlässlichen Handlungsrahmen zu schaffen, der deutschen Innovationen und Unternehmen, insbesondere aus dem Mittelstand, den Zugang zum globalen Markt öffnet und gleichzeitig die Umsetzung von europäischen Wertmaßstäben in der KI fördert.“

Dr. Sebastian Hallensleben, Manager Digitale Technologien im VDE, ergänzt: „Mit den Normungsroadmaps zu KI-Ethik und KI bündeln die beiden deutschen Normungsorganisationen ihre Kräfte, um über alle Branchen- und Disziplingrenzen hinweg die wichtigen Köpfe zusammenzuführen und die digitale Transformation entscheidend mitzugestalten.“

Weichenstellung für die weitere Arbeit

In den Impulsvorträgen und Diskussionsrunden der Auftaktveranstaltung standen die Notwendigkeit und Bedeutung von Normen und Standards für die weitere Entwicklung von KI im Mittelpunkt. In insgesamt sieben Workshops werden anschließend die Weichen für die weitere Arbeit an der Normungsroadmap gestellt. Die dort diskutierten Themen Grundlagen (Daten; Terminologie, Klassifikation, KI-Elemente), Ethik / Responsible AI, IT-Sicherheit bei KI-Systemen, Qualität und Zertifizierung, Mobilität und Logistik, industrielle Automation und KI in der Medizin werden im nächsten Schritt in Arbeitsgruppen weiter vertieft und bearbeitet.

Hochrangige Steuerungsgruppe koordiniert Roadmap

Gesteuert und begleitet wird die Normungsroadmap von einer Gruppe mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Vorsitzender der Steuerungsgruppe ist Prof. Wolfgang Wahlster, Mitglied des Lenkungskreises der Plattform Lernende Systeme und führender deutscher Wissenschaftler im Bereich KI: „Die Roadmap wird eine Übersicht über bestehende Normen und Standards zu KI-Aspekten umfassen und insbesondere Normungsbedarfe nach ihrer Dringlichkeit geordnet aufzeigen – insbesondere hinsichtlich Qualität, Nachvollziehbarkeit, Erklärbarkeit und Verlässlichkeit von KI,“ erklärt Prof. Wahlster.

Vorgestellt werden soll die Normungsroadmap anlässlich des Digital-Gipfels der Bundesregierung im Herbst 2020.

 

TikTok verbannt ab sofort politische Werbung

Das chinesische Videoportal TikTok verbannt sämtliche politische Werbung von seiner Plattform. Entwickler Bytedance Technology stand bereits aufgrund der Zensur von Inhalten über die Hongkong-Proteste und über LGBTQ-Themen in der Kritik. Jetzt distanziert sich die Social-Media-Plattform weiter von ihrem Hauptkonkurrenten YouTube, indem sie nur noch bestimmte Inhalte zulässt. Ein Beitrag in „Pressetext“. … mehr

 

Streitgespräch: Kann Deutschland überhaupt noch Zukunft?

Stockende Digitalisierung, überbordende Bürokratie, drohende Rezession: Hält die industriell geprägte Bundesrepublik international den Anschluss? Kann dieses Deutschland Zukunft? Ein Streitgespräch zwischen der Unternehmerin Sabine Herold, der Innovationsberaterin Valerie Mocker und Kanzleramtschef Helge Braun. Ein Beitrag in „WiWo“. .. mehr

 

Interview mit Harald Summa: „Oft sind es ganz frische Köpfe, die Geschichte schreiben“

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer.

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer.

xethix: Herr Summa, auf dem eco://kongress haben Sie gesagt, bei der Digitalisierung werde im Moment vor allem über Technik geredet, wichtig sei es aber, über die Folgen nachzudenken. Wer ist Ihrer Meinung nach dafür verantwortlich, den Prozess der Folgenabschätzung zu initiieren und zu moderieren?

Harald Summa: Digitalisierung ist kein isoliertes sondern ein globales Phänomen. Eigentlich bräuchten wir für globale Aufgaben auch globale Verantwortlichkeiten. Wie wir alle wissen, sind wir davon im Jahr 2019 aber noch ein Stück entfernt. Pessimisten könnten darum behaupten: Niemand ist verantwortlich. Ich hingegen sehe das genau andersrum. Meiner Meinung nach steht bei diesem Thema jeder von uns in der Verantwortung.

Bundespräsident Walter Steinmeier hat über den gesellschaftlichen Wandel gesagt: „Demokratie ist nicht, Demokratie wird ständig.“ Und Demokratie bedeutet, dass jeder Einzelne viele Möglichkeiten hat, sich in politische Prozesse und Entscheidungen einzubringen. Mitsprechen können über soziale Medien heute alle. Das heißt zwar noch lange nicht, dass auch jeder gehört wird, aber der Pool möglicher Moderatoren speist sich nicht nur aus Personen, die ein Amt verliehen bekommen haben oder einer Institution angehören. Das ist das Aufregende an Auf- und Umbruchszeiten: Oft sind es ganz frische Köpfe, die Geschichte schreiben.

xethix: Welche Rolle fällt hier der Politik zu?

Harald Summa:Politiker sein, ist heutzutage schwierig. Einerseits gilt noch immer die alte Klage, dass Politiker immer schon auf den nächsten Wahltermin schielen und weitreichende Entscheidungen darum besonders vorsichtig angehen. Andererseits ist die technische Entwicklung immer schneller getaktet.

Gesetze wirken oft schon beim Inkrafttreten gestrig. Damit wirkt Politik oft gleichzeitig kurzsichtig und langsam. Wie Politik dennoch eine wichtige Rolle spielen kann, hat Ministerpräsident Volker Bouffier in Hessens „Rat für Digitalethik“, dem ich angehöre, treffend formuliert: Es gehe darum, „die Leitplanken zwischen Freiheit auf der einen, und Verantwortung auf der anderen Seite zu definieren.“ Wenn der Politik das gelingt, ist schon viel geschafft.

xethix: Halten Sie die Vereinbarung weltweit einheitlicher Standards für realistisch?

Harald Summa: In dem Maße, wie ich auch die Vereinbarung weltweit einheitlicher Steckdosen für realistisch halte, also nein. Aber das sollte uns nicht abschrecken, denn Menschen haben überall ähnliche Bedürfnisse. Sie wollen ihre Geräte mit Strom versorgen. Sie wollen, dass die Technik ihnen dient, nicht umgekehrt. Niemand erwartet, dass ein in Deutschland gekaufter Stecker in jede Steckdose dieser Welt passt.

Aber es gibt Adapter. Ähnlich kann ich mir die Entwicklung von Ethik und Technik vorstellen: Ich werde nie erwarten, dass mein heimischer, ethischer Standard immer und überall gilt. Etwas Anpassung wird immer nötig sein. Aber auf das Grundprinzip „Technik dient Mensch“ sollten wir uns schon einigen wollen. Auch wenn wir, um im Bild zu bleiben, wahrscheinlich nicht immer und überall eine Steckdose finden werden und auch mit Stromausfällen zu rechnen ist.

xethix: Wie lassen sich ethische Standards mit den Interessen einzelner Unternehmen vereinbaren und wodurch werden sie für die Unternehmen relevant?

Harald Summa: Unternehmen haben zwei Interessen. Sie wollen, erstens, Geld verdienen und das, zweitens, legal. Wenn wir ethische Standards mit den Interessen von Unternehmen vereinbaren wollen, haben wir also zwei Stellschrauben. Da Regulierung durch Gesetze eher ein reaktives und noch dazu langsames und oft nicht effektives Werkzeug ist, bleibt die Selbstregulierung durch den Markt. Ich bin sehr optimistisch, dass sich ethisches Handeln durchsetzt, denn das wichtigste ethische Prinzip – „Technik dient Mensch“ – liegt ja im ureigensten Interesse der Internetwirtschaft und seiner Kunden. Damit ist das für Unternehmen höchst relevant.

Denn Kunden, die mit den ethischen Standards nicht zufrieden sind, können ihr Geld, ihre Aufmerksamkeit und ihre Daten im Netz sehr einfach an anderer Stelle investieren. Oder sich, siehe Ihre erste Frage, als souveräner Kopf darum verdient machen, dass unsere digitale Zukunft eine gute Zukunft wird.

Ich freue mich über jeden einzelnen, der dabei mitmacht. Denn wie ich schon auf unserem Kongress sagte: Im ersten Schritt benötigen wir einen gesellschaftlichen Diskurs darüber, welche Folgen die Digitalisierung hat. Das ist die Voraussetzung, damit wir die Digitalisierung gestalten und nicht die Digitalisierung uns. Hierzu hat der echo Verband ganz aktuell als Debattenbeitrag der Internetwirtschaft ein Ethik Kompendium der Digitalisierung veröffentlicht. Es steht auf unserer Website kostenlos zum Download bereit.

https://www.eco.de/wp-content/uploads/dlm_uploads/2019/01/eco_Kompendium_Digitale_Ethik_DinA5_FINAL.pdf

Neue Technologie: Der Finanzminister grübelt über die Blockchain

In Berlin tummeln sich schon einige Gründer, die auf Chancen der so genannten Blockchain setzen. In der Bundesregierung keimt daher nun die Hoffnung, sie könnte Deutschland dabei helfen, bei diesem Thema zum Marktführer zu avancieren. Jetzt ist aus dem Bundesfinanzministerium zu hören, dass das Kabinett noch im Sommer dieses Jahres eine „Blockchain-Strategie“ veröffentlichen will. Sie will in dieser Woche über die Webseite www.Blockchain-Strategie.de Rat von Unternehmen, Verbänden und anderen Institutionen einholen, um Chancen und Risiken der Technik auszuloten, berichtet die „FAZ“. … mehr …

 

Branche hat die DSGVO unterschätzt

Ein Beitrag in „Horizont“: Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) war aus Sicht der digitalen Wirtschaft 2018 das mit Abstand am stärksten unterschätzte Thema. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbandes digitale Wirtschaft (BVDW) unter 247 Mitgliedern. Davon gaben 43 Prozent an, die DSGVO unterschätzt zu haben. Mit Abstand folgen Künstliche Intelligenz (22 Prozent), Smart Assistants/Voice (17 Prozent), Digitale Ethik (15 Prozent) und Recruitment (14 Prozent). .. mehr

 

Dorothee Bär: „Wir haben kein Erkenntnisdefizit“

Seit Anfang März ist Dorothee Bär Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt und die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. 2017 wurde die Diplompolitologin als Direktkandidatin für die CSU in den Bundestag gewählt. Im Interview spricht sie über die Zusammenarbeit verschiedener digitalpolitischer Institutionen wie z.B. dem Digitalrat, ihre persönlichen Ziele für ein digitales Deutschland, aber auch über den „Digitalen Innovationsstau“ und die digitalen Herausforderungen in Deutschland. Ein Bericht in „NDR.de“. … mehr

 

Dorothee Bär: „Wir haben kein Erkenntnisdefizit“

Seit Anfang März ist Dorothee Bär Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt und die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. 2017 wurde die Diplompolitologin als Direktkandidatin für die CSU in den Bundestag gewählt. Im Interview mit „Politik Digital“  spricht sie über die Zusammenarbeit verschiedener digitalpolitischer Institutionen wie z.B. dem Digitalrat, ihre persönlichen Ziele für ein digitales Deutschland, aber auch über den „Digitalen Innovationsstau“ und die digitalen Herausforderungen in Deutschland. … mehr …

 

 

 

Neue Netzpolitische Gremien: Datenethikkommission besetzt, Digitalrat noch nicht

Ein Viertel der aktuellen Legislaturperiode ist bereits um und noch immer sind nicht alle netzpolitischen Gremien der Bundesregierung besetzt. Wer in den von der Union forcierten Digitalrat kommt, ist weiterhin unklar. Dafür nimmt die Ethikkommission in den nächsten Wochen ihre Arbeit auf. Sie soll eine Neuordnung des Datenrechts vorbereiten, berichtet „Netzpolitik.org“ . … mehr

 

Forderung der Internet-Verbände: Smart Home braucht smarte Gesetze

Online steuerbare Haushaltsgeräte, Heizkörperthermostate und Beleuchtungssysteme – Smart-Home-Lösungen werden zunehmend beliebter. Dabei entwickelt sich die Technik stetig weiter, die Rechtslage hingegen hinkt dieser Entwicklung hinterher, kritisiert die Fokusgruppe Smart Home im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. In einem nun veröffentlichten Leitfaden erläutern die Experten die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich Smart Home und fordern Gesetze, die dem Innovationspotenzial gerecht werden.

Die Digitale Wirtschaft hat Smart Home längst als wichtiges Wachstumsfeld identifiziert und investiert massiv in Techniken, die die vielen unterschiedlichen auf dem Markt befindlichen Lösungen miteinander kommunizieren lassen. „Leider steht den Bemühungen der Branche in vielen Fällen eine Rechtslage entgegen, die einer sich digitalisierenden Gesellschaft höchstens in Ansätzen gerecht wird.  Technisch spielen wir in der Champions League, während sich die rechtlichen Rahmenbedingungen eher auf Regionalliga-Niveau bewegen“, sagt Michael Schidlack, Vorsitzender der BVDW-Fokusgruppe Smart Home.

Dabei nennen die Experten im Leitfaden als konkretes Beispiel die Dash-Buttons von Amazon, mit deren Hilfe Konsumenten etwa Waschmittel auf Knopfdruck nachbestellen können. Wegen unzureichender Verbraucherinformation hält das Landgericht München in einem Urteil aus Januar (Az. 12 O 730/17) diese Dash-Buttons für rechtswidrig, da weder der aktuelle Preis noch Informationen zu Menge angezeigt würden.

Hier brauche es stattdessen innovationsfreundliche Lösungen, um Rechtssicherheit bei Wirtschaft und Verbrauchern zu gewährleisten und das vernetzte Zuhause weiter voranzubringen, fordert BVDW-Experte Schidlack. „Jetzt müssen wir uns aber erst mal mit der aktuellen Rechtslage arrangieren – einen Stillstand kann sich diese noch recht junge Branche sicher nicht leisten.“ Eben diese Rechtslage erläutern er und weitere Experten aus der Fokusgruppe Smart Home im neuen BVDW-Leitfaden und betrachten hier die gesamte Prozesskette: Von Vertragsschluss über Datenschutz und IT-Sicherheit bis hin zur Haftung. Die Publikation ist ab sofort kostenfrei als Download verfügbar.