Schlagwort-Archiv: Künstliche Intelligenz

Weltverbesserer: Er entwickelt Leitlinien für künstliche Intelligenz

Klug, klüger, Berlin: In der Hauptstadt arbeiten Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir eine oder einen von ihnen vor. Diesmal: Rechtswissenschaftler Christian Djeffal (34) vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin, ist in der „Berliner Zeitung“ zu lesen. .. mehr

 

 

Große Mehrheit für Künstliche Intelligenz in der Polizeiarbeit

Mit Künstlicher Intelligenz Verbrechen voraussagen und verhindern – in der Polizeiarbeit ist das keine Science-Fiction mehr. Und die Mehrheit der Deutschen befürwortet solch ein Szenario. Sechs von zehn Bundesbürgern (61 Prozent) finden es sinnvoll, per KI Straftaten zu prognostizieren und so eine bessere Polizeipräsenz an potenziellen Tatorten zu ermöglichen.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Künstliche Intelligenz kann der beste Freund und Helfer für Polizei und Ermittlungsbehörden werden“, sagt die Bitkom-Sicherheitsexpertin Teresa Ritter. „Mit KI lassen sich Straftaten wie Wohnungseinbrüche auf bestimmte Muster hin analysieren, wodurch Wahrscheinlichkeiten für mögliche Tatorte und Tatzeiten berechnet werden können.“

Noch besser fänden es die Bundesbürger, KI bei der Bekämpfung der Finanzkriminalität einzusetzen – also etwa Muster von verdächtigen Geldflüssen zu identifizieren und damit Geldwäsche zu verhindern.

Neun von Zehn (92 Prozent) finden dies sinnvoll. Knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) befürworten eine intelligente Gesichtserkennung, die bei der Fahndung nach Schwerkriminellen Videoaufnahmen zum Beispiel von Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen analysiert. Drei von zehn Bundesbürgern (31 Prozent) fänden es zweckmäßig, wenn intelligente Roboter in der Polizeiarbeit eingesetzt würden.

„Quer durch alle Altersklassen halten Menschen den Einsatz von KI in der Polizeiarbeit für sinnvoll. Wichtig ist, dass in einem so sensiblen Bereich strenge Auflagen gelten und ein Missbrauch der Technologie durch engmaschige Kontrollen ausgeschlossen wird“, so Ritter. „Ein KI-System kann Polizisten nicht ersetzen. Es kann den Behörden aber helfen, Menschen besser zu schützen.“

Wie künstliche Intelligenz bei der Beurteilung von Sicherheitslagen hilft und Finanzbetrug vorbeugen kann, ist auch Thema beim ersten AI Summit des Bitkom am 1. März in Hanau. Dort kommen Entscheider aus Großunternehmen, Mittelständlern und Start-ups mit KI-Experten, Wissenschaftlern und Politikern zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur konkrete Anwendungsfälle aus dem Bereich Sicherheit, sondern Praxisbeispiele aus allen bedeutenden Wirtschaftszweigen. Alle Informationen zum AI Summit online unter https://www.big-data.ai/de/ai-summit

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.008 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Frage lautete: „Bitte sagen Sie mir für die folgenden Anwendungsbereiche, ob Sie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz dort für sehr sinnvoll, eher sinnvoll, weniger sinnvoll oder überhaupt nicht sinnvoll halten.“

Blue Yonder: Reduzierung von Kunststoffabfällen – Künstliche Intelligenz macht’s möglich

Bis 2050 könnte der Plastikmüll im Meer mehr wiegen als alle Fischschwärme zusammen. Diese besorgniserregende Erkenntnis macht den akuten Handlungsbedarf beim Vermeiden von Plastikmüll und beim Recycling deutlich. Allerdings zeigen die aktuellen Zahlen aus Deutschland, dass noch kein Umdenken stattgefunden hat: Jeder Deutsche produziert durchschnittlich 37 Kilogramm Verpackungsmüll aus Plastik pro Jahr. Von 2005 bis 2015 liegt der Zuwachs bei 29 Prozent.

Uwe Weiss, CEO von Blue Yonder, Spezialist für künstliche Intelligenz und führender Anbieter von Machine-Learning-Lösungen für den Handel.

Uwe Weiss, CEO von Blue Yonder, Spezialist für künstliche Intelligenz und führender Anbieter von Machine-Learning-Lösungen für den Handel.

Mehrere deutsche Lebensmittelhändler haben nun vor kurzem der Plastikflut den Kampf angesagt. „Deutsche Einzelhändler könnten die großen Mengen an Plastikmüll mithilfe von Künstlicher Intelligenz stark reduzieren“, erklärt Uwe Weiss, CEO von Blue Yonder, Spezialist für künstliche Intelligenz und führender Anbieter von Machine-Learning-Lösungen für den Handel. „Und gleichzeitig auch ihre Gewinnmarge optimieren.“

 

Uwe Weiss zufolge haben Einzelhändler Mühe, manuell vorherzusagen, wie viele Waren sie tatsächlich benötigen, um die Kundennachfrage zu befriedigen. Deshalb bestellen sie oft mehr als nötig und werfen lieber Lebensmittel weg, bevor sie Regallücken riskieren. Machine-Learning-Lösungen hingegen können die Nachfrage der Verbraucher präzise vorhersagen und damit gleichzeitig Lebensmittelabfälle reduzieren. Nur so lässt sich Verpackungsmaterial, das oftmals nicht recycelbar ist, vermeiden.

Dem Handel stehen dafür riesige Datenmengen zur Verfügung, sei es über wiederkehrende Trends, vergangene Verkaufszahlen, Kundenfrequenz oder gar Wetterumschwünge. So lässt sich die Produktverfügbarkeit mithilfe von KI-Lösungen erheblich verbessern. Zusätzlich wird ein angemessener Lagerbestand sichergestellt, der den potenziellen Verkäufen entspricht.

„Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen mehr Plastikmüll produzieren als je zuvor“, warnt Uwe Weiss. „Die globale Kunststoffverschmutzungskrise hat bereits immense Umweltschäden verursacht. Mit den jüngsten Zahlen wird deutlich, dass das Ausmaß der Umweltprobleme in Bezug auf Plastik weiter drastisch zunehmen wird, wenn die großen Supermärkte nicht entschlossen handeln. Hier kann die künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielen und eine Lösung anbieten, die nicht nur die Abfallmenge und die Umweltauswirkungen des Einzelhandels verringert, sondern auch die Bestellprozesse überwachen, steuern und verbessern kann.“

Wie schlau ist die künstliche Intelligenz?

Ein Beitrag in der „Süddeutschen“: Es sollte das ultimative Experiment werden, nur deshalb hatte Nathan, der Chef eines Suchmaschinenkonzerns, seinen jungen Angestellten Caleb in seine Villa eingeladen. Nathan stellt Caleb die attraktive Ava vor, einen Roboter, die ihm im sogenannten Turing-Test spielend leicht menschliche Fähigkeiten nachweist. Aber das genügt Nathan nicht. Er möchte herausfinden, ob Caleb sich in Ava verlieben kann, wohl wissend, dass sie eine Maschine ist. Tatsächlich tut er das und hilft ihr sogar zu fliehen. Auf der Flucht aber tötet Ava Nathan und sperrt Coleb in einen Raum, aus dem es kein Entrinnen gibt. Beide hatten ihre kalte Intelligenz unterschätzt. … mehr

 

Alexa, kannst du auch Ethik?

Ein Beitrag im „Focus“: In der Ära von Bitcoins, Alexa, Internetapotheken und Drohnen kann man schon einmal ins Grübeln kommen. Innovationen und Veränderungen prägen den Alltag – aber so mancher trägt auch eine gehörige Portion Skepsis vor den vielen digitalen Einflüssen mit sich herum. Zurecht? Wie gehen wir Menschen also verantwortungsvoll mit unseren neuen Technologien um? Und wo darf das Ganze nicht hinführen? Antworten und Gedanken zu solchen ethischen Fragen präsentieren Masterstudierende des Fachbereichs Elektrotechnik und Informatik an der FH Münster bei einer öffentlichen Veranstaltungsreihe in Steinfurt. … mehr …

 

Ethische Fragen bei Künstlicher Intelligenz: Mit welchen Herausforderungen müssen wir umgehen?

Die französische nationale Datenschutzbehörde CNIL legt nach einer mehrmonatigen Diskussion einen Bericht über Software und maschinelle Entscheidungen vor, der sich mit ethischen Fragen auseinandersetzt. Was muss angesichts von uns umgebender Künstlicher Intelligenz neu verhandelt werden, wenn Entscheidungen an Computerprogramme delegiert werden? Das frägt sich „Netzpolitik.org“. …mehr

 

 

Watson, wir haben (k)ein Problem

Watson_IBMGroße Konzerne, Start-ups und Kooperationen investieren gerne in Künstliche Intelligenz (KI): 2016 flossen zwischen 26 und 39 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung kognitiver Systeme und Roboter, so eine Studie. In der jüngeren medialen Berichterstattung zur ‚KI‘ von IBM ist Watson aber ein wenig in Misskredit geraten.

Einige großen Projekte etwa mit Versicherungskonzernen erbrachten bisher nicht die gewünschten Ergebnisse. Ein oft geäußerter Vorwurf dabei lautet, dass durch die offensive Medienkampagne von IBM zu Watson Erwartungen geweckt wurden, die die Technologie nicht bzw. noch nicht erfüllen kann. „Dieser Vorwurf zeigt jedoch auch ein großes Missverständnis in der öffentlichen wie geschäftlichen Wahrnehmung, in der Watson immer wieder als die den Menschen verstehende ‚Maschine‘ personifiziert wird“, bemerkt Ursula Flade-Ruf, Geschäftsführerin von Management Informations Partner. Doch was ist denn ‚Watson‘ eigentlich genau?

 Reduktion auf Watson als einzelne Maschine

„Diese Reduktion auf Watson als einzelne Maschine hat in der Vergangenheit sicher für die ein oder andere Verwirrung gesorgt“, so Markus Ruf, Geschäftsführer und Big-Data-Experte bei mip GmbH. „Er ist aber weder ein einzelner Superrechner, noch eine irgendwie geartete individuelle KI. Vielmehr ist Watson eine Plattform verschiedenster Services und Verfahren, die auf derselben Technologie basieren. Es handelt sich bei Watson nicht um ein Produkt, sondern um viele Einzelprodukte. Auch sind diese meistens auf mehreren Rechnern installiert – von einer ‚Maschine‘ oder einem ‚Watson‘ kann also keine Rede sein.“

KIs im B2C und B2B – Vergleiche hinken

Zudem wird Watson gerne seinen KI-Brüdern und -Schwestern aus dem B2C-Bereich gegenübergestellt. „Ungerechterweise“, wie Flade-Ruf meint, „denn hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Die mit Watson verbundenen Services und Entwickler-Tools von IBM sind ausschließlich auf den B2B-Sektor ausgerichtet.“ Alexa, Siri, Cortana, Google Home und Co haben es hingegen mit den Endkunden im B2C erheblich einfacher, rasche Erfolge vorzuweisen, da sie jeden Tag von Millionen Menschen genutzt, mit Informationen gefüttert und dadurch stetig trainiert werden.

Dass diese Geräte schnell eine große Menge an Informationen zu Personen und ihren Vorlieben ansammeln und dann auch anwenden, ist leicht nachvollziehbar. Allerdings geschieht dies durch ein ständiges Mithören, was eigentlich jeden Nutzer aufhorchen und vorsichtiger werden lassen sollte. Wem die Daten am Ende gehören und wo sie genau gespeichert sind (was wichtig für die Datenschutzrichtlinien ist), ist meist nicht eindeutig geklärt oder steht gut versteckt im Kleingedruckten.

Daten bleiben Eigentum der Watson-Nutzer

„Solch ein Vorgehen unterscheidet sich erheblich vom projektbezogenen, individuellen Daten-Training mit Watson“, meint Flade-Ruf. „Hier hat IBM zudem eine Art Code of Conduct für Cloud Services in Verbindung mit KI-Daten verfasst, sodass die innerhalb eines Projektes gewonnenen Informationen immer Eigentum der jeweiligen Service-Nutzer bleiben – und bisher hält sich IBM auch daran.“

Damit lässt sich auch der Vorwurf einiger Unternehmen entkräften, dass man ja bei Watson nicht genau wisse, wem schließlich sowohl die eingespielten als auch die neu gewonnenen Daten gehören würden. Unterm Strich lassen sich die KIs durch die völlig verschiedenen Zielrichtungen der Hersteller und Einsatzgebiete nur schwer bis überhaupt nicht miteinander vergleichen.

Watson-Projekte benötigen einen längeren Atem – zeitlich und finanziell

Künstliche Intelligenz ist kein neues Phänomen. Schon seit Jahrzehnten taucht der Begriff in Verbindung mit Regressionsanalysen, Clustering oder Multivariable-Verfahren auf. Dem autonomen Lernen wird dabei eine besonders große gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Bedeutung zugemessen, was unter anderem das nahezu exponentielle Wachstum von Fundraising-Projekten rund um Start-ups im Bereich Deep oder Machine Learning erklärt.

Nach den jüngsten Kritiken zu urteilen haben aber scheinbar viele Unternehmen den Aufwand, der mit einem Watson-Projekt auf ein Unternehmen zukommt, unterschätzt. „So hat ein Beispiel eines Kunden aus der Bekleidungsbranche gezeigt, wie viel Arbeit etwa ein Training von Watsons Visual Recognition kosten kann“, wirft Ruf ein. „Für die visuelle Unterscheidung von Kleidungsstücken wurden rund 30.000 Bilder benötigt, bis der Service autonom funktionierte.“

Auch in der Medizin oder bei Versicherungsfällen muss eine riesige Menge an Daten herangezogen werden, um eine verlässliche statistische Auswertung zu ermöglichen. „Die Intelligenz der Programme und Services wird natürlich stetig weiterentwickelt“, ergänzt Markus Ruf. „Die Wissensdatenbanken, die sich dahinter verbergen, müssen allerdings den Watson-Systemen in den einzelnen Projekten immer wieder neu beigebracht werden.“

Kooperationen entscheidend für Weiterentwicklung von KI

Um solche Mengen an Daten bereitstellen und die zur Verfügung stehenden KI-Services voll ausnutzen zu können, seien Kooperationen unerlässlich, so Flade-Ruf. „Viele Unternehmen sind auf bestimmte Bereiche wie etwa visuelle Wahrnehmung und Verarbeitung, Robotik, Sprachverarbeitung und -analyse oder Datenauswertung spezialisiert und müssen deshalb auch in komplexe Watson-Projekte miteinbezogen werden.“ Unter anderem arbeiten IBM, Apple, Amazon, die Google-Tochter Deep Mind, Facebook und Microsoft an gemeinsamen Projekten rund um das Thema Künstliche Intelligenz.

„IBM hat zudem die Plattform PowerAI installiert, auf der von verschiedenen Herstellern Frameworks zu Deep Learning und unterstützende Datenbanken angeboten werden“, erklärt Flade-Ruf. „Das Unternehmen präsentiert sich in diesem Zusammenhang auch sehr offen: Es gibt einige Open-Source-Projekte oder freie Services aus der Bluemix Cloud.“ Am Ende möchte IBM möglichst viele Experten unter seinem technologischen Dach vereinen, um die Watson-Funktionalitäten künftig noch erheblich zu erweitern.

Konkrete erfolgreiche Anwendungsbeispiele selten

Eine Schwierigkeit im Zusammenhang mit Watson-Projekten ist das Fehlen von allgemeingültigen weltweiten Anwendungsfällen, wie sie im B2C-Bereich mit Alexa, Siri oder Cortana vorhanden sind. „Watson-Projekte sind dagegen äußerst industrie- und unternehmensspezifisch“, erklärt Flade-Ruf. „Vieles passiert hier hinter verschlossenen Türen, da sich niemand zu früh von Mitkonkurrenten in die KI-Karten schauen lassen möchte.“

Ein großer Teil stammt dabei aus dem Bereich Internet of Things (IoT) im industriellen Sektor. Big Data in Form von Sensor- und Maschinendaten soll dort im Predictive-Maintenance-Umfeld und zur Qualitätssicherung eingesetzt werden. IBM kooperiert beispielsweise mit Unternehmen wie Schaeffler, Bosch, BMW, Citroen, Renault etc.

Ein anderer Bereich, in dem ein großes Potenzial gesehen wird, ist die Unterstützung von Call-Centern und -Services etwa im Öffentlichen Dienst oder Versicherungs- und Banking-Umfeld, aber auch im technischen Support. Hier sollen KI-gestützte Systeme automatisch Kunden identifizieren und Empfehlungen zum Umgang mit diesen an die Sachbearbeiter vorschlagen.

Die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz steigt auch in der Ausbildung. „So haben Experten von IBM und der mip GmbH einen halbtägigen Workshop zum Thema ‚Künstliche Intelligenz – Watson Services für Chat-Bots nutzen‘ an der Technische Hochschule Nürnberg abgehalten“, bemerkt Ruf. Die Studenten konnten im Verlauf der Veranstaltung die verschiedenen Cloud-Services von Watson ausprobieren und beispielsweise die Spracherkennung des Bots trainieren.

KI-gestützte Chatbots voll im Trend

Einen Schritt weiter gehen intelligente Chatbots, die eigenständig komplette Chat-Sessions mit Kunden oder Mitarbeitern bewältigen können, um etwa FAQs zu beantworten oder Bestellungen abzuwickeln. „Auf dem Watson Summit wurde ein Chatbot vorgestellt, der Siemens für das eigene Personal basierend auf den IBM Conversation Services und anderen Watson-Tools entwickelt wurde“, so Flade-Ruf. Mitarbeiter können mit diesem interagieren und erhalten automatisiert Antworten auf ihre Fragen.

Auch im juristischen Umfeld könnten eine Vielzahl an einfacheren Rechtsfällen über einen Watson-Service abgebildet werden. DoNotPay ist ein Beispiel für einen intelligenten Chatbot, der Nutzer in kleinen Rechtsfragen wie etwa Falschparken unterstützt.

Ein weiteres Feld umfasst das Thema Enterprise Search, in dem Watson-basierte Tools wie das Natural Language Processing zur Verarbeitung menschlicher Sprache und das Watson Knowledge Studio, welches ein branchenspezifisches Training ohne Programmierungskenntnisse ermöglicht, eingesetzt werden.

„Mit Enterprise-Search-Systemen lassen sich schnell große Mengen an Informationen durchsuchen und personenbezogen aufbereiten“, erklärt Ruf. Die Lösung lernt dabei, welche Informationen für den jeweiligen Nutzer besonders relevant sind und zeigt diese dann übersichtlich in einem Dashboard an.

Ist Watson mittelstandstauglich?

Neben all dem Interesse an der Künstlichen Intelligenz offenbart die McKinsey-Studie aber auch, dass sich kleine und mittelgroße Unternehmen in diesem Bereich noch schwer mit der Umsetzung von Projekten tun: So setzen gerade einmal neun Prozent bereits maschinelles Lernen im größeren Maßstab ein. Nur zwölf Prozent gaben an, dass sie das Experimentierstadium bereits verlassen hätten.

„Unser Rat ist, dass Unternehmen mit der Umsetzung von Watson-Projekten erst einmal klein anfangen sollten“, bemerkt Flade-Ruf. „Watson ist kein fertiges Produkt und vor dem Training sozusagen noch ‚dumm‘. Deshalb müssen Ziele und Trennschärfen im Vorfeld klar formuliert werden.“ Umso eindeutiger sich Themen definieren und Grenzen ziehen lassen, desto einfacher und schneller lässt sich auch zum Beispiel ein Chatbot aus den verschiedenen Watson-Komponenten zusammenstellen und mit einer spezifischen Wissensdatenbank trainieren.

„Zudem ist ein großes Team erforderlich, dass sich aus unterschiedlichen Qualitäten zusammensetzt, die die von üblichen IT-Projekten übersteigen“, so Flade-Ruf: „Man benötigt unter anderem Business-User sowie -Analysten, KI-Experten, Programmierer, Prozess-Spezialisten für die Einbindung der KI in die Systemlandschaft.“ Ein weiterer Punkt, der bei Watson-Projekten bedacht werden muss, ist die Ausrichtung aller Watson-Services auf die Cloud. „Das ist auch sinnvoll, da es zum Beispiel gerade im Bereich Sensorik meist um Maschinendaten aus Anlagen auf der ganzen Welt geht“, bestätigt Ruf. „Hier müssen sich die Kunden also in ihrer Unternehmensstrategie entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen.“

Viele KI-Experimente, wenig Ertrag

Im Watson-Umfeld tut sich viel, doch fehlen vielerorts noch die Erträge. Flade-Ruf: „Leider erkennen wir gerade den Trend, dass Unternehmen Projekte in Eigenregie durchführen – und dabei oft scheitern, ohne die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen.“ Dabei bieten der Markt oder auch Watson selbst viele Open-Source-Möglichkeiten an, um Wettbewerbsvorteile zu generieren oder neue Geschäftsmodelle aufzubauen.

Experimentieren ist dadurch also nahezu ohne große eigene finanzielle Aufwände möglich. „Das Scheitern solcher Ansätze, wie etwa im Start-up-Umfeld, ist ein immanenter Bestandteil solcher Experimente“, bemerkt Flade-Ruf. „Jedoch hat sich in Deutschland bisher keine ‚Fast-Fail-Kultur‘, also der schnelle Übergang von einem Fehlschlag zu einem neuen optimierten Versuch, entwickeln können.“ Dieser Trend fordert IT-Dienstleister heraus, da es immer schwieriger wird, die eigene Expertise in solche Projekte einzubringen. Viele Firmen befürchten scheinbar, dass KI-Know-how über externe Berater zur Konkurrenz wandern könnte. Ruf: „Auf der anderen Seite können Unternehmen von den Erfahrungen von Spezialisten wie uns spürbar profitieren, um beispielsweise Projekte schneller erfolgreich abschließen zu können.“

„EU-Internetforum“: Viele Inhalte zu „Extremismus“ werden mit Künstlicher Intelligenz aufgespürt

Zum dritten Mal hat die EU-Kommission das „EU-Internetforum“ veranstaltet. Firmen wie Google, Facebook und Twitter sollen bei der Entfernung von Internetinhalten kooperieren. Obwohl bereits immer mehr Postings und Accounts vorauseilend gelöscht werden, droht der EU-Sicherheitskommissar mit einer gesetzlichen Regelung, berichtet „Netzpolitik“. …mehr ….

 

 

 

Umfrage: Bundesbürger stehen positiv zur Künstliche Intelligenz

robots-v4rSelbstfahrende Autos, genauere medizinische Diagnosen oder Unterstützung bei der Aufklärung von Verbrechen – Künstliche Intelligenz wird schon heute in vielen Lebensbereichen eingesetzt und gilt als Schlüsseltechnologie der kommenden Jahre. Zwei Drittel (69 Prozent) der Bundesbürger sind der Meinung, dass Künstliche Intelligenz (KI) entscheidend ist, damit deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind.

KI-Forschung sollte mehr gefördert werden

Jeder Zweite (49 Prozent) wünscht sich, dass die Politik die KI-Forschung hierzulande massiv fördert und rund jeder Dritte (30 Prozent) ist sogar der Meinung, die Politik müsse Künstliche Intelligenz zu einem Top-Thema machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 1.006 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Bereits in wenigen Jahren werden viele Produkte und Dienstleistungen mit Maschinenintelligenz ausgestattet oder sogar von ihr geprägt sein“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir müssen alles tun, um das Potenzial von KI für die digitale Gesellschaft bestmöglich zu nutzen.“

Bundesbürger sehen in allen Lebensbereichen große Chancen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Achim Berg, Vizepräsident Bitkom und Mitglied des Vorstandes bei Bertelsmann

Achim Berg, Vizepräsident Bitkom und Mitglied des Vorstandes bei Bertelsmann.

8 von 10 (83 Prozent) sind sicher, dass KI die Verkehrssteuerung verbessern und so Staus reduzieren kann. Fast ebenso viele (81 Prozent) glauben, dass dank KI in der Industrie körperlich belastende Tätigkeiten auf Maschinen übertragen werden können. Jeweils zwei Drittel sagen, dass Verwaltungstätigkeiten durch KI beschleunigt werden (68 Prozent), in der Forschung die Innovationskraft steigt (67 Prozent) und der Kundenservice Anfragen zuverlässiger bearbeiten kann (64 Prozent).

Ebenfalls eine Mehrheit geht davon aus, dass die Polizei durch den Einsatz von KI Verbrechen schneller aufklären kann (54 Prozent) und im Gesundheitswesen mit KI-Hilfe bessere Diagnosen gestellt werden (57 Prozent). „Es geht nicht darum, dass ein KI-System den Polizisten oder den Arzt ersetzt. Es geht darum, dass intelligente Systeme ihm zuarbeiten“, sagt Berg. „So kann die Software zum Beispiel eine Vielzahl von Daten über einen erkrankten Patienten verarbeiten und diese in kurzer Zeit mit einer Vielzahl zurückliegender Diagnosen und den jüngsten Forschungsergebnissen abgleichen. Auf dieser Basis kann sie dem behandelnden Arzt eine individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie vorschlagen.“

KI wird keine völlig neuen Dinge erschaffen

Nur an einer Stelle sind die Befragten mehrheitlich skeptisch. Gerade einmal jeder Fünfte (21 Prozent) glaubt, dass KI in Kunst und Kultur völlig neue Dinge schaffen kann. Berg: „Analytisch sieht man bei KI offenkundig keine Grenzen, echte Kreativität wird den Systemen aber nicht zugetraut.“

Darüber hinaus zeigt die Umfrage auch, dass viele Bundesbürger oft ohne es zu wissen Geräte oder Dienste nutzen, die auf KI basieren. 19 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sie entsprechende Anwendungen bereits verwendet haben, 31 Prozent glauben es zumindest. Tatsächlich aber gehören bereits 73 Prozent zu den Nutzern etwa von Online-Übersetzung, Sprachassistenten oder individuellen, nicht werblichen Empfehlungen von Online-Plattformen.

Bei aller Offenheit gegenüber Künstlicher Intelligenz gibt es auch zahlreiche Bedenken. So befürchten gut drei Viertel (78 Prozent), dass der Einsatz von KI Machtmissbrauch und Manipulation Tür und Tor öffnet. Jeweils rund zwei Drittel sorgen sich, dass KI die Vorurteile der Programmierer abbildet (67 Prozent) und faktenbasierte Entscheidungen nur vorgaukelt (64 Prozent).

Rund jeder Zweite hat Angst, dass KI den Menschen entmündigt (50 Prozent) oder sich die intelligenten Maschinen sogar irgendwann gegen den Menschen richten (54 Prozent). „Wir erleben immer bessere KI-Systeme, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe trainiert sind und diese zum Teil auch besser als wir Menschen erledigen. Eine Maschine, die besonders gut Krankheits-Diagnosen stellt, kann aber eben nur das und wird weder meine Reisen buchen noch meine Wohnung putzen“, sagt Berg. „Wir müssen besser und breiter darüber aufklären, was künstliche Intelligenz kann, und was sie aber auch nicht kann.“

Nur eine kleine Minderheit von gerade einmal 4 Prozent wünscht sich, dass die Politik den Einsatz von KI verbietet. Allerdings sind auch nur 3 Prozent dafür, dass sich die Politik gänzlich raushält. Die große Mehrheit von 88 Prozent wünscht sich, dass die Politik Regeln vorgibt. Knapp 6 von 10 Bundesbürgern (57 Prozent) sind zudem der Meinung, dass die Politik den Ängsten der Bevölkerung beim Thema KI entgegenwirken soll. „Was wir dringend brauchen ist eine bundesweite Strategie zu Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Wenn wir die nächsten Jahre darauf verwenden, alleine das Für und Wider der Technologie zu debattieren, werden wir international abgehängt“, so Berg.

Nach Ansicht des Bitkom muss die Bundesregierung die Ausgaben für KI-Forschung deutlich erhöhen und in der laufenden Legislaturperiode mindestens 4 Milliarden Euro bereitstellen. Zusätzlich sollten im Minimum zehn Masterstudiengänge und 40 Professuren für KI eingerichtet werden, um dem drohenden Fachkräftemangel bei dieser Zukunftstechnologie entgegenzutreten.

„Für KI sollte ein strategischer Prozess der Potenzial- und Risikobeurteilung aufgesetzt werden, um wirtschafts-und standortpolitische Chancen und notwendige politische Weichenstellungen zu untersuchen und Handlungsoptionen zu bewerten“, sagt Berg.

Bitkom empfiehlt zudem, dass Deutschland sich auf europäischer Ebene engagiert, um den Datenschutz mit Blick auf KI weiterzuentwickeln. Dabei bietet sich eine „regulierte Ko-Regulierung“ an, um Datenschutzvorgaben bei KI-Anwendungen umzusetzen. Unternehmen entwickeln anhand von Best Practices Verhaltensregeln, die die EU-Kommission oder Aufsichtsbehörden prüfen und als rechtskonform anerkennen. Berg: „KI hat eine sehr grundsätzliche Bedeutung für die Entwicklung der digitalen Gesellschaft. Wir brauchen Eckpunkte einer digitalen Ethik, die wir in einer Partnerschaft von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik entwickeln sollten.“

Bitkom hat zusammen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) einen umfangreichen Reader zur wirtschaftlichen Bedeutung und gesellschaftlichen Herausforderungen von KI veröffentlicht. Auf mehr als 200 Seiten wird gezeigt, in welchen Unternehmensbereichen heute schon KI-Anwendungen eingesetzt werden und welche Rolle der Mensch auch beim automatisierten Entscheiden noch spielt. Dabei widmet sich ein eigenes Kapitel ethischen Fragen, aber auch rechtliche und regulatorische Fragen sowie die Diskussion über Algorithmen als Wirtschaftsgut werden behandelt.

Der Reader steht zum kostenlosen Download bereit unter: www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Entscheidungsunterstuetzung-mit-Kuenstlicher-Intelligenz.html.

 

Künstliche Intelligenz : Die Zukunft wird schlauer

Autor Alexander Armbruster  schreibt in der „FAZ“:  Künstliche Intelligenz ist heute schon ein Riesenthema. In Zukunft trägt sie dazu bei, dass jeder für wenig Geld studieren kann, die medizinische Versorgung exzellent wird – und irgendwann Mensch und Computer verschmelzen. …mehr

 

Vier Milliarden Euro für die Forschung zur Künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, die sich maßgeblich auf die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft, die öffentliche Hand und das tägliche Leben auswirken wird.

Vor diesem Hintergrund fordert der Digitalverband Bitkom eine Strategie zu Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf Bundesebene. Ziel sollte aus Bitkom-Sicht sein, Deutschland nicht nur bei der KI-Forschung weiterhin international wettbewerbsfähig zu halten, sondern die Überführung der Forschungsergebnisse in marktgängige Produkte zu fördern.

So sollten unter anderem mindestens vier Milliarden Euro an staatlicher Förderung für die Forschung bereitgestellt und 40 zusätzliche Professuren an den Hochschulen geschaffen werden, um dem künftigen Bedarf an Fachkräften Rechnung zu tragen.

Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie

Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, deren Bedeutung man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Es ist eine Basisinnovation, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft tiefgreifend verändern wird“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Deutschland hat sich hier in den vergangenen Jahren eine sehr gute Position erarbeitet, insbesondere in Forschung und Lehre. Für die kommende Legislaturperiode brauchen wir eine Strategie, um die Stärke in der Forschung in eine Stärke in der Wirtschaft zu übersetzen.“

Entscheidungsunterstützung mit Künstlicher Intelligenz

Gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat Bitkom die Publikation „Entscheidungsunterstützung mit Künstlicher Intelligenz – Wirtschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Herausforderung, menschliche Verantwortung“ veröffentlicht. Auf mehr als 200 Seiten wird gezeigt, in welchen Unternehmensbereichen heute schon KI-Anwendungen eingesetzt werden und welche Rolle der Mensch auch beim automatisierten Entscheiden noch spielt.

Dabei widmet sich ein eigenes Kapitel ethischen Fragen des automatisierten Entscheidens, aber auch rechtliche und regulatorische Fragen sowie die Diskussion über Algorithmen als Wirtschaftsgut werden in eigenen Kapiteln behandelt. Eine ausführliche Darstellung von konkreten Innovationen des Geschäftsmodells anhand von Beispielen aus Unternehmen schließt das Papier ab. „Mit den ethischen und rechtlichen Fragen rund um KI müssen wir uns intensiv auseinandersetzen“, so Berg. „Wenn es uns gelingt, hier einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen, können wir intelligente Systeme schaffen, die die Lebenssituation der Menschen verbessern, ihre Autonomie stärken und ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern. Gleichzeitig kommt der Einsatz von KI einer Gratwanderung gleich. Diese neuen Systeme müssen den Menschen dienen, sie dürfen sie nicht entmündigen.“

Die Publikation „Entscheidungsunterstützung mit Künstlicher Intelligenz – Wirtschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Herausforderung, menschliche Verantwortung“ steht zum kostenlosen Download bereit.

Künstliche Intelligenz für alle – aber bitte mit Gerechtigkeitsgefühl

Wie lässt sich sicherstellen, dass künstliche Intelligenz den größtmöglichen Nutzen für die gesamte Menschheit bringt? Dabei geht es nicht unbedingt darum, Technik mit einem Gerechtigkeitsgefühl auszustatten. Natürlich ist auch das wichtig – aber den ethischen Zwickmühlen von künstlicher Intelligenz wird bereits viel Aufmerksamkeit gewidmet, schreibt „Technology Review“. … mehr