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#DigitaleGesellschaft: Wie das Internet der Dinge dem Alltag IQ verschaffen kann

Vom mitdenkenden Gebäude bis zum selbstreisenden Koffer: Das Internet der Dinge kann unseren Alltag einfacher und effizienter gestalten – und in vielen Bereichen tut es dies bereits. Braun_Steffen„Die Gegenstände, die uns umgeben, werden zunehmend intelligenter. Sie studieren durch präzise Datenerfassung unser Verhalten und passen sich immer besser daran an“, sagt Steffen Braun vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Er ist einer der Verfasser des „Trendreports Netz“, der im Auftrag der Deutschen Bank begleitend zum Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ erstellt wurde.

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie: Viele Verbraucher haben die Vorteile, die ihnen das Internet der Dinge bietet, noch nicht erkannt. Experten schätzen, dass im Jahr 2020 weltweit schon 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein werden – mehr als sechs Stück pro Person. Schon heute sind es mehr als drei vernetzte Gegenstände pro Person. Trotzdem wissen nur wenige, was sich hinter dem „Internet der Dinge“ überhaupt verbirgt: In einer repräsentativen Umfrage gaben 88 Prozent der Befragten an, den Begriff noch nie gehört zu haben – und von den wenigen, die ihn kannten, wusste nur jeder Fünfte (22 Prozent), dass das „Internet der Dinge“ auch den privaten Alltag beeinflusst. Wie Verbraucher von vernetzten Gegenständen profitieren können, zeigen die Siegerprojekte, die 2015 von der Deutschen Bank und der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet wurden.

Smarter Home

Jeder siebte Deutsche nutzt bereits einzelne Anwendungen intelligenter Haustechnik. „Damit Verbraucher das volle Potenzial von Smart Home erschließen können, müssen die einzelnen Lösungen untereinander vernetzt und einfach zu bedienen sein“, so Steffen Braun. Wie das aussehen kann, wird im Siegerprojekt KogniHome getestet. Eine mitdenkende, lernende

Intelligenten Schläuchen von Kott Smart.

Intelligenten Schläuchen von Kott Smart.

Wohnung soll ihre Bewohner im täglichen Leben unterstützen und begleiten – vom Herd bis zur Haustür. Wer schon morgens im Bad smart in den Tag starten will, kann mit den intelligenten Schläuchen von Kott Smart seinen Warmwasserverbrauch im Blick behalten. Damit vernetzte Geräte möglichst intuitiv gesteuert werden können, arbeitet das ebenfalls prämierte Start-up gestigon an einer Software, die Bewegungen in Befehle umsetzt. So könnte etwa der Fernseher durch eine einfache Geste leiser geschaltet werden.

Kluge Koffer und Aufzüge mit Cloud-Zugang

Gerade in urbanen Räumen machen intelligente Gegenstände vieles einfacher. „In den schnell wachsenden Großstädten braucht es Technologien, die trotz steigender Bevölkerungsdichte für mehr Effizienz sorgen“, sagt Steffen Braun, der am Fraunhofer IAO das Team „Urban Systems Engineering“ leitet. Als Beispiel nennt der Experte ein im Wettbewerb ausgezeichnetes Monitoring-System von ThyssenKrupp: Aufzüge senden ihre Funktionsdaten in Echtzeit in die Cloud – und beugen so frühzeitig Störungen vor. Ein weiteres Siegerprojekt ist BAG2GO. Gemeinsam mit Airbus experimentiert die Firma T-Systems mit selbstständig reisenden Koffern. Diese sollen Warteschlangen in Flughäfen verkürzen und für mehr Platz in Passagierfliegern sorgen.

„Ausgezeichnete Orte“ machen den Alltag intelligenter

  1. KogniHome – die mitdenkende Wohnung: Der Herd schaltet sich automatisch aus, die Tür begrüßt Besucher und der Garderobenspiegel erinnert an den Schlüssel: nur einige Fähigkeiten der mitdenkenden Wohnung, die 14 Partner aus Wissenschaft, Industrie sowie Sozial- und Gesundheitswesen im Projekt KogniHome entwickeln. Das Ziel: Eine Wohnung, die Menschen in ihrem Alltag unterstützt – ausgestattet mit intelligenter, lernender Technik, welche einfach durch Sprache oder Gestik bedient werden kann.
  2. gestigon – Software für berührungslose Computersteuerung: Der Autositz stellt sich von selbst ein, sobald der Fahrer Platz nimmt. Der PC geht automatisch in den Ruhemodus, wenn sich sein Nutzer abwendet. Und der Fernseher stellt sich leiser, weil es ihm per Fingerzeig befohlen wird. Die Gründer des Start-ups gestigon haben eine Software entwickelt, die Bewegungen in Computerbefehle übersetzt. Mittels 3- D-Kamera ordnet sie unterschiedlichen Gesten bestimmte Befehle zu.
  3. ambiact – Stromsensor für den Hausnotruf: Damit sich Angehörige von alleinwohnenden Senioren keine Sorgen machen, lösen Hausnotrufsysteme Alarm aus, wenn die Bewohner sich nicht regelmäßig per Tastendruck melden. Ein praktischeres Modell hat die Firma oldntec mit dem Verein Johanniter-Unfall- Hilfe und dem Informatikinstitut Offis entwickelt. Benutzen die Senioren ein bestimmtes Haushaltsgerät, meldet der angeschlossene Sensor ambiact automatisch: Alles in Ordnung! Das reduziert Fehlalarme und erhöht die Akzeptanz des Systems.
  4. Kott Smart – intelligente Sanitärtechnik: Die intelligente Sanitärtechnik Kott Smart misst Wasserverbrauch, Temperatur sowie Druck, steuert den Wasserfluss und ist im Haus vielfältig einsetzbar: Wer unter der Dusche steht, prüft via Display am Brauseschlauch den Warmwasserverbrauch. Und per Smartphone oder Tablet können Nutzer beim Verlassen des Hauses die Wasserzufuhr einzelner Geräte unterbrechen. Tritt ein Leck auf, trennt sich der intelligente Schlauch selbst vom Wassernetz.
  5. Intelligente Aufzüge: Die wachsende Zahl von Megacities kommt ohne Hochhäuser nicht aus. Dadurch werden Aufzüge immer wichtiger – sie müssen zuverlässig arbeiten. Aufzüge von ThyssenKrupp sollen daher ihre Funktionsdaten in Echtzeit zur Analyse in die Cloud senden. Damit lassen sich Ausfälle frühzeitig vermeiden und Ressourcen effizienter einsetzen. Das Monitoring- System entstand in Zusammenarbeit mit Microsoft und dem IT-Dienstleister CGI.
  6. BAG2GO – Der intelligente Koffer: Sperrige Trolleys, lange Warteschlangen, Gerangel am Gepäckband – Reisen wäre viel schöner ohne Koffer. Diese Vision will das Unternehmen T-Systems zusammen mit Airbus und dem Gepäckhersteller Rimowa verwirklichen: BAG2GO ist ein intelligenter Koffer, der sich nicht nur selbst wiegen, sondern von der Haustür bis zum Hotel allein reisen kann. Das smarte Gepäckstück ist mit Software-Modul und Display ausgestattet. So kann es jederzeit per Smartphone geortet und sogar umgebucht werden.

When a robot car makes a mistake, a human always gets the ticket

Article in „TheGuardian“ by Mark Harris: When a California cop pulled over a Google self-driving car for holding up traffic this week, he knew he couldn’t send its robot driver to jail. But exactly where the responsibility lies for traffic problems caused by autonomous vehicles is not always so clear. Self-driving cars are the future, but there’s a tech traffic jam in their path. … read more

Siri, ficken?“ oder: Warum die künstliche Intelligenz unser Benehmen auf die Probe stellt

Immer häufiger nutzen wir künstliche Intelligenz im Alltag, und auch Roboter sind längst keine Zukunftsvision mehr. Doch der Umgang mit neuer Technik fällt uns schwer, und das ist ein ernsthaftes Problem. Die Doppelklick-Kolumne von Florian Blaschke in „t3n“. … mehr...

Sicherheitslücke im „smart car“: Wie Hacker Audis den Airbag abdrehen können

Die Autobranche hat derzeit einen Negativlauf. Das betrifft nicht nur VWs Abgas-Skandal, sondern auch den Bereich der IT-Sicherheit. In den vergangenen Monaten konnten Sicherheitsforscher mehrfach teils sehr problematische Sicherheitslücken bei vernetzten Autos aufzeigen. Doch diese sind nicht die einzigen Fahrzeuge, die sich manipulieren lassen, berichtet „derStandard“. … mehr

We can’t allow the tech giants to rule smart cities

Article in „TheGuardian“ by Paul Mason: There’s the tank factory in Beijing that they have turned into an arts complex. There are the coffee joints around Tahrir Square, Cairo, where hijab-wearing women hunch over their laptops. There’s the pubs in Pittsburgh, heaving on the days the Steelers play, carved out of the factories and workshops that once made the city great. … read more...

Trend Micro: Datensicherheit ist eine gesellschaftliche Aufgabe

img_1345757923DSC_7020Das Internet der Dinge ist keine Phantasie mehr, sondern Wirklichkeit. Intelligente Armbänder, Uhren und Thermostate – immer mehr Menschen nutzen sie. Doch was passiert zum Beispiel mit meinen Fitnessdaten? Muss ich in Zukunft mehr für meine Krankenversicherung bezahlen als mein Nachbar, der fitter ist als ich? Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre sind kein rein technisches Problem mehr, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Drei einfache Prinzipien könnten dabei helfen, dass wir sie bewältigen können.

Wer glaubt, das Beispiel mit der Krankenversicherung sei konstruiert, sollte zwei Dinge bedenken: Zum einen gab es solche Prämienoptimierungen aus der Sicht einer Versicherung schon vor dem Internet der Dinge – Familienväter bekommen gegenüber Singles schon seit Jahren einen Nachlass bei der Kfz-Versicherung. Zum anderen belegen aktuelle Beispiele, dass selbst auf Zusicherungen in den Vertragsbedingungen, die gesammelten Informationen würden nicht verkauft, nicht immer Verlass ist. Als der US-Einzelhändler Radioshack Insolvenz anmelden musste, wurden die existierenden Kundendaten nicht einfach gelöscht. Vielmehr versucht das Unternehmen, die Daten, eben weil sie wertvoll sind, als Teil der Konkursmasse zu verkaufen. Zwar ist noch nicht ausgemacht, dass dieser Versuch gelingen wird, aber welches Unternehmen kann dieser Versuchung schon widerstehen?

Bereits in seinem 1979 erschienen Buch „Das Prinzip Verantwortung“ hat Hans Jonas aufgrund der Zeit und Raum sprengenden Eigenschaften heutiger Technik die Empfehlung ausgesprochen, stets die negative Prognose der positiven zur Begründung des eigenen Handelns vorzuziehen. Schließlich sei die Folgenabschätzung der Nutzung heutiger Technik wegen deren Komplexität viel zu fehleranfällig. Wem also ein Szenario, sich schon bald keine Krankenversicherung mehr leisten zu können, weil die eigene Fitness aus welchen Gründen auch immer als zu riskant für den Versicherer eingestuft wird, als Panikmache vorkommt, sollte vielleicht noch einmal darüber nachdenken, ob es nicht doch rational ist, Sorge dafür zu tragen, dass solche Szenarien niemals Realität werden.

Drei Prinzipien

Angesichts der offenen gesellschaftlichen Fragen des Internets der Dinge hat der CTO unseres Unternehmens, Raimund Genes, drei Grundprinzipien vorgeschlagen, die Hersteller und Serviceanbieter von sich aus befolgen sollten. Schließlich gilt es zu verhindern, dass Fakten geschaffen werden, die dann im Verlauf des gesellschaftlichen Diskurses nicht mehr revidiert werden können:

  • Eingebaute Sicherheit: Sicherheit muss bereits Teil des Designs smarter Geräte sein. Hat ein solches Gerät eine sichere Basis, ist es auch später leichter, den Schutz noch weiter zu erhöhen, als wenn beim Entwurf überhaupt nicht an die Absicherung gedacht wurde.
  • Schutz der Anwenderdaten: Alle Daten, die über smarte Geräte gesammelt werden, sind wertvoll. Sie müssen deshalb verschlüsselt werden. Außerdem muss mittels geeigneter Authentifizierungsmethoden ein sicherer Zugriff darauf gewährleistet sein.
  • Transparenz und Klarheit: Unternehmen müssen in jedem Fall transparent und klar verständlich offenlegen, was mit den gesammelten Daten passiert: Zu welchem Zweck werden sie erhoben, wer hat darauf Zugriff, wie und wo werden sie gespeichert etc.? Nur so lässt sich die Voraussetzung dafür schaffen, dass der Anwender die Kontrolle über die Daten erhält, die im Grunde ja seine Daten sind.

Wenn diese überschaubaren Prinzipien missachtet werden, nehmen unsere über Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelten Vorstellungen von Privatsphäre und Vertraulichkeit Schaden. Irgendwann aber werden sich Gesellschaften und die Politik mit neuen Regelungen dagegen wehren. Herrscht dann ein eher feindseliges Klima zwischen Anbietern und Regierungen, könnte das der Beginn eines Prozesses sein, der selbst sinnvolle Innovationen und Möglichkeiten der neuen Technologien verhindert.

Autor: Udo Schneider kennt sich aus mit den Gefahren, die im Internet lauern, und weiß, wie man sich vor ihnen schützen kann. Bevor er beim IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro seine jetzige Position als Pressesprecher antrat, beschäftigte er sich als Solution Architect EMEA mehrere Jahre lang mit der Entwicklung geeigneter Maßnahmen gegen diese Gefahren – mit Fokus auf Cloud-Computing, Virtualisierung, Verschlüsselung und Netzwerksicherheit. Schneider kommt dabei seine langjährige Erfahrung zugute, die er als Berater, Trainer und Security-Analyst bei verschiedenen Anbietern des IT-Sicherheitsmarktes erworben hat.

 

Is the Internet of Things Causing the Total Breakdown of Society?

Article in „re-work.co“ by Rob van Kranenburg: Is the Internet and Internet of Things causing the total breakdown of society? I want to argue yes. I am not a pessimist though and even very optimistic, as you will find, but for now just clear your mind and hear me out. I basically have three main arguments. They all concern data. … read more ….

 

Selbstfahrende Autos: Rechtliche Klarheit gefordert

Verbraucherschützer wollen, noch bevor die ersten selbstfahrenden Autos unterwegs sind, Datenschutz und Haftung bei Unfällen klären, berichtet „futurezone“. „Der Verbraucher muss sich darauf verlassen können, dass sich das System an die Verkehrsregeln hält – und wenn doch etwas schiefläuft, er nicht zur Verantwortung gezogen wird“, sagte Verkehrsexpertin Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der Deutschen Presse-Agentur. … mehr

 

Trend Heimvernetzung : Skepsis bei Frauen, Sorglosigkeit bei Männern

Smart Home ist einer der großen Trends auf der diesjährigen IFA. Doch wie wichtig ist den Nutzern dabei die Sicherheit des heimischen Netzwerkes? Frauen sind bei vernetzter Haustechnik und Unterhaltungselektronik skeptischer als Männer – dies zeigt der aktuelle DsiN-Sicherheitsindex 2015 von Deutschland sicher im Netz gemeinsam mit TNS Infratest.

Knapp die Hälfte der befragten Männer (47,2 Prozent) empfinden eine Vernetzung der Haustechnik als nicht bzw. wenig riskant – rund drei Prozentpunkte mehr als Frauen. Ein Viertel der weiblichen Befragten (25,8 Prozent) dagegen zeigen Vorbehalte im Hinblick auf die Sicherheit von Heimvernetzung: Sie stufen sie als gefährlich bis sehr gefährlich ein, während dies nur 22,9 Prozent der Männer tun.

Ähnlich verhält es sich bei der Unterhaltungselektronik: 43,1 Prozent der Frauen betrachten das mögliche Risiko von Connected Comsumer Electronics als gering. Bei Männern steht der vernetzen Unterhaltung mit 48,4 Prozent fast jeder Zweite sorglos gegenüber. Nur 18,5 Prozent der Männer sehen gewisses Gefahrenpotential bei diesen Diensten – bei Frauen sind es mit 22,2 Prozent knapp vier Prozent mehr.

Während Männer einer Nutzung vernetzter Haus- und Heimgeräte weniger skeptisch gegenüberstehen, verfügen sie gleichzeitig über mehr Kenntnisse zu Schutzvorkehrungen gegen Angriffe auf ihr Netzwerk. Ein Einfallstor für IT-Attacken auf vernetzte Heimgeräte ist oftmals die WLAN-Verbindung. Für die Sicherheit von Connected Home ist eine abgesicherte Netzwerkverbindung daher unerlässlich. 93,9 Prozent der Männer haben hierzu Wissen zur Sicherheit von WLAN, bei Frauen sind dies immerhin 91,1 Prozent.

Allerdings werden Maßnahmen zur Gerätesicherung von Smart Home-Nutzern in der Praxis bislang kaum ergriffen: Nur 68,1 Prozent der Frauen und 71,7Prozent der Männer geben laut DsiN-Sicherheitsindex an, ihr WLAN auch wirklich abzusichern.

Der Verein DsiN hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Sicherheitsgefälle in Deutschland zwischen Verbrauchertypen durch digitale Aufklärung abzubauen.

DsiN-Tipps für vernetzte Geräte

  • Datenschutz und Datensicherheit spielen bei der Heimvernetzung eine wichtige Rolle. DsiN empfiehlt einen reflektierten Umgang und die Umsetzung von Schutzmaßnahmen:
  • Bei der Auswahl des Anbieters ist darauf zu achten, dass sichere Regelungen zur Erhebung und Nutzung personenbezogenen Daten vorhanden sind. Dafür lohnt ein Blick in die AGBs über die Verwendung der Daten.
  • Achten Sie bei drahtlosen Verbindungen auf sichere Verschlüsselungsmethoden wie WAP oder WAP2.
  • Vermeiden Sie, dass sich Ihre drahtlosen Kanäle mit denen Ihres Nachbarn überschneiden. Ob das der Fall ist mit allgemein zugänglicher Software für Smartphones oder PCs prüfen.
  • Router und WLAN-Access-Points basieren auf kompletten Betriebssystemen. Updates, die nicht nur neue Funktionen beinhalten, sondern auch gefundene Sicherheitslücken beheben, sind unerlässlich.

DsiN-Sicherheitsindex 2015

Die Ergebnisse: Trotz leicht verbesserter digitaler Sicherheitslage steigt die allgemeine Verunsicherung deutscher Onliner. Knapp 60 Prozent bedürfen zusätzlicher Unterstützung. Die Kenntnisse bei Schutzmaßnahmen stagnieren und auch die Bereitschaft, vorhandenes Sicherheitswissen anzuwenden.

Experten warnen: Sicherheitsängste bremsen Internet der Dinge aus

Wenn die Glühbirne intelligent wird, das Kraftwerk sich vernetzt und das Auto „connected“ wird, dann scheint der Siegeszug des „Internet der Dinge“ (Internet of Things, IoT) mit mehr als 50 Milliarden Smartphones, PCs, Sensoren und anderen vernetzten Geräten bis 2020 unaufhaltsam.

„Doch das IoT wird unweigerlich ins Stocken geraten, wenn die Sicherheitsängste von Verbrauchern und Anwenderunternehmen nicht ernst genommen werden.“ Zu dieser Aussage kommt Oliver Dehning, Leiter der Kompetenzgruppe Sicherheit im eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. anlässlich der diesjährigen Internet Security Days am 16. und 17. September. Laut Dehning muss die Branche mehr Aufklärungsarbeit leisten, um den Anwendern ihre Ängste zu nehmen. Parallel dazu müsse deutlich mehr in Sicherheitstechnologien investiert werden.

IoT dringt in immer mehr hochsensible Bereiche vor

„Beim IoT spielt das Thema Sicherheit eine zunehmend herausragende Rolle, da ‚Smart Things‘ immer mehr auch in hochsensible Lebensbereiche vordringen“, betont Arzu Uyan, Leiterin der eco Kompetenzgruppe Smart Environment. Als wichtige Beispiele nennt sie Privathaushalte, Automobile, Stromversorgung, Nahverkehr und den medizinischen Bereich. Mit der zunehmenden Vernetzung steigen die Sicherheitsrisiken, zumal die meisten bisherigen Geräte nur über mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen verfügen.

Diese Risiken erhöhen die Bedenken der Anwender in erheblichem Maße. So haben laut einer gemeinsamen Studie von eco und YouGov ein Drittel der deutschen Verbraucher (33 Prozent) Sorgen vor einem möglichen Kontrollverlust beim Nutzen des Internet der Dinge. Eine Studie des Ponemon Instituts hat zudem herausgefunden, dass zwei Drittel der europäischen Anwender (62 Prozent) dem Internet der Dinge in puncto Datenschutz skeptisch gegenüberstehen. Aber auch viele Unternehmen bleiben beim Internet der Dinge weiterhin zurückhaltend, da der Einsatz teilweise erhebliche Risiken, wie beispielsweise Datendiebstahl, Betriebsstörungen, DoS-Angriffe oder Wirtschaftsspionage, birgt.

Internet der Dinge ist Schwerpunktthema auf den Internet Security Days

Die Sicherheitsproblematiken im Zuge des Internet der Dinge werden auch auf den diesjährigen Internet Security Days als Schwerpunkt in zahlreichen Vorträgen thematisiert. Bereits zum fünften Mal bilden sie die Plattform für internationale Online-Security-Experten. „Aufgrund seiner wachsenden Bedeutung gilt es die neuen Entwicklungen beim IoT genau zu verfolgen. Im Zuge dessen müssen auch die Risiken und Gefahren sowie Lösungsansätze detailliert erarbeitet und aufgezeigt werden“, so Uyan. Hierzu eignen sich die Internet Security Days besonders gut.

Laut Dehning gibt es hier gleich in drei Bereichen noch viel zu tun. Zum einen geht es um mangelnde Sicherheit bei den internetfähigen Geräten selbst, wodurch Cyberkriminelle leichtes Spiel haben, da diese Geräte über das Internet ferngesteuert oder ausgelesen werden können. Zum anderen sammeln die Geräte auch zahlreiche geschäftskritische bzw. personenbezogene Daten über ihre Nutzer, ohne dass klar ist, wozu diese Informationen genutzt werden. Ein dritter Punkt ist die häufig mangelhafte Verschlüsselung der Daten, die zwischen intelligenten Geräten übertragen werden. „Sicherheit und Datenschutz wurden bei der Hard- und Softwareentwicklung bisher zu wenig berücksichtigt. Dementsprechend können Smart-TVs, Spielekonsolen, Smartphones oder Autos vom Nutzer unbemerkt Einstellungen verändern oder Daten sammeln“, fügt Dehning hinzu.

Das Internet der Dinge verändert die Unterhaltungselektronik

Das Internet der Dinge ist der derzeit wichtigste Trend in der Unterhaltungselektronik. Das zeigt die Trendstudie „Consumer Electronics 2015“ die der Digitalverband Bitkom und das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte vorgestellt haben.

Der Begriff „Internet der Dinge“ bezeichnet die intelligente Vernetzung von Gegenständen, die per Internet kommunizieren und so verschiedene Aufgaben für ihren Besitzer erledigen. Dazu gehören zum Beispiel Smart-TVs, die Video-on-Demand-Angebote aus dem Internet ermöglichen, oder sogenannte Multiroom-Systeme, mit denen sich per Smartphone Musik in allen Räumen der Wohnung abspielen lässt.

„Die Vernetzung macht aus herkömmlichen Geräten intelligente Geräte, die zahlreiche neue und kreative Nutzungsmöglichkeiten eröffnen“, sagt Bitkom-Experte Timm Lutter. „Der Verbraucher kann sein Unterhaltungsangebot damit nicht nur komfortabler, sondern auch flexibler und individueller gestalten als bisher. Nicht vernetzte Geräte haben es dagegen immer schwerer, sich beim Verbraucher durchzusetzen.“ Zentrale Treiber der Vernetzung sind Mobilgeräte wie Smartphone und Tablet Computer. Die Geräte sind weit verbreitet: Derzeit nutzen zwei von drei Deutschen (65 Prozent) ein Smartphone und vier von zehn (40 Prozent) einen Tablet Computer.

Neben der Unterhaltungselektronik stehen weitere Segmente im Zeichen der Vernetzung. Ein Beispiel hierfür ist das Smart Home. So sendet etwa die Waschmaschine Nachrichten an das Smartphone, wenn sie fertig ist, und mit dem Tablet Computer lässt sich die Heizung steuern. „Das Internet der Dinge kann helfen, unseren Alltag bequemer, sicherer und effizienter zu gestalten“, so Lutter.

Großes Potenzial haben außerdem Wearables – IT-Geräte, die direkt am Körper getragen werden. Hierzu zählen zum Beispiel Smartwatches, Fitness-Tracker und Smart Glasses. Diese sind bei Verbrauchern beliebt. 2015 werden in Deutschland voraussichtlich etwa 645.000 Smartwatches verkauft. Bei Fitness-Trackern wird für das laufende Jahr mit 1,07 Millionen verkauften Geräten gerechnet. Auch Smart Glasses haben ein großes Marktpotenzial. Die intelligenten Brillen integrieren Informationen aus dem Internet in den Alltag, indem sie diese in das Sichtfeld der Nutzer einblenden. 38 Prozent aller Deutschen können sich derzeit vorstellen, solche Brillen zu nutzen. „Wearables sind die logische Weiterentwicklung von Smartphone und Tablet“, so Lutter. „Sie bringen das Internet der Dinge an den Körper und machen es somit im Alltag noch praktikabler.“

Vernetzte Geräte werden sich in den nächsten Jahren in der Unterhaltungselektronik klar durchsetzen. „Bis 2020 werden die Deutschen rund 100 Millionen vernetzte Endgeräte nutzen – Smartphone und Tablet Computer nicht mitgerechnet“, sagt Klaus Böhm, Media Director bei Deloitte. Schnelle mobile Datennetze treiben diese Entwicklung voran. Nach Schätzungen von Deloitte werden im laufenden Jahr weltweit eine Milliarde vernetzte Gegenstände verkauft. Am meisten profitieren davon die Marktbereiche Smart Home, Connected Car und Wearables. Wie erfolgreich die vernetzten Systeme sind, zeigen vernetzte Audio- und Video-Geräte bereits heute.

Für die Anbieter von Unterhaltungselektronik wirkt sich die Vernetzung auch auf die Vermarktungsstrategien aus. „Das Internet der Dinge revolutioniert klassische Geschäftsmodelle“, so Böhm. Neben den Produkten selbst rücken die damit verbunden Dienste in den Vordergrund. Dies reicht von Inhalteangeboten für vernetzte Unterhaltungselektronik über Navigationslösungen für das Auto bis hin zu Sicherheitssystemen für das Smart Home. „Für die Zukunft der Consumer Electronics gewinnen Kooperationen an Bedeutung. Sie ebnen den Weg für neue Geschäftsmodelle“, so Böhm. Beispiele hierfür sind Connectivity-Lösungen, die Gerätehersteller mit Netzbetreibern entwickeln oder vernetzte Wachsysteme, die in Zusammenarbeit mit Sicherheitsfirmen entstehen. Gleichzeitig verändern Angebote wie Streaming-Dienste die Anforderungen der Nutzer.

Hinweis zur Methodik: Den Marktprognosen zu Wearables liegen Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) und des Marktforschungsinstituts GfK zugrunde. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK. Basis der Daten zur Nutzung von Smartphones und Tablet Computern sind repräsentative Umfragen, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden jeweils über 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt.

Eco: Internet der Dinge – Überforderung für den Verbraucher?

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer.

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer.

Kaffeemaschine, Glühlampe und Heizung – immer mehr Geräte werden „smart“ und Teil des „Internet der Dinge“. In einer gemeinsamen Studie von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. und YouGov wurde jetzt die Verbrauchersicht auf die rasante technische Entwicklung untersucht. Demnach hat ein Drittel der Deutschen Sorgen vor einem möglichen Kontrollverlust, auch wenn Vorteile wie eine mögliche Kostenersparnis erkannt werden und grundsätzliches Interesse und Neugier besteht. Es mangelt oft noch am grundlegenden Verständnis für das Internet der Dinge. eco Geschäftsführer Harald A. Summa mahnt daher: „Die Branche muss mehr in die Aufklärung investieren, denn eines ist klar: Kein Ding wird künftig mehr sein, wie es war. Denn Internet ist bald überall.“

Das „Internet der Dinge“ mit der „Smartisierung“ von Alltagsgegenständen bietet enorme Potenziale. Schon heute sind viele Geräte erhältlich, die Informationen über das Internet austauschen können. Wie reagiert der Verbraucher darauf? Können die Kunden der rasanten Entwicklung folgen? Was sind mögliche Vorbehalte? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die gemeinsame repräsentative Studie von eco und dem Marktforschungsinstitut YouGov, für die insgesamt mehr als 2.000 Personen befragt wurden. Kostenersparnis, Sicherheit und Bequemlichkeit sind demnach die wichtigsten Anforderungen der Verbraucher an das Internet der Dinge.

Vorbehalte trotz erkannter Vorteile

Interesse und Neugier überwiegen: 52 Prozent haben grundsätzlich Interesse an Produkten, die untereinander vernetzt sind. Größte Bedenken bestehen bei 33 Prozent der Deutschen vor allem bei einem möglichen Kontrollverlust; beispielsweise bei der automatische Öffnung von Wohnungstüren nach Gesichtserkennung. Eine Kostenersparnis, etwa durch die automatische Wärme-Regelung mit einer Smart-Home-Heizung, wird von 71 Prozent der Befragten als positiv empfunden. Genauso wie ein autonom bremsendes Fahrzeug bei Gefahr etwa von 80 Prozent der Teilnehmer begrüßt wird oder 79 Prozent der Befragten es gut finden würden, wenn Fahrzeuge andere Verkehrsteilnehmer vor Gefahren warnen.

Aber nur 36 Prozent sind bereit das Lenkrad ihres Autos aus der Hand zu geben. „Nicht nur an dieser Stelle wird die Zerrissenheit der Verbraucher deutlich. Die Vorteile von vernetzten Produkten faszinieren, aber man hat im wortwörtlichen Sinne noch Angst das Steuer aus der Hand zu geben“, so Holger Geißler, Vorstand von YouGov. Die Entwicklung von vernetzten Kaffeemaschinen, Autos und Co. ist noch nicht mehrheitsfähig: Es fehlt den Menschen oft noch am grundlegenden Verständnis, trotz aller Faszination.

Aufklärung und Perspektivenwechsel tun Not

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer, wirbt dafür, mehr in die Aufklärung der Verbraucher zu investieren. Darüber hinaus schlägt er einen Perspektivenwechsel vor. „Der Begriff ‚Internet der Dinge‘ ist nicht besonders glücklich gewählt. Es sind ja nicht die Dinge, denen das Internet künftig gehört, sondern nach wie vor wir Menschen. Und wenn Dinge online gehen, ist das kein Selbstzweck,“ erläutert Summa. Das suggeriere der Begriff aber. „Vielleicht sollten wir uns daher angewöhnen, vom ‚Internet unserer Dinge‘ zu sprechen.“ Dass sich die smarten Geräte durchsetzen und für tiefgreifende Änderungen sorgen werden, ist für Summa klar: „Kein Ding wird künftig mehr sein, wie es war. Denn Internet ist bald überall.“

 

Kommentar: Hilfe, mein Auto sendet!

Rainer Link ist „Senior Threat Researcher“ beim Sicherheitsanbieter Trend Micro.

Rainer Link ist „Senior Threat Researcher“ beim Sicherheitsanbieter Trend Micro.

Die Diskussion rund um carIT schwankt im Augenblick zwischen der Angst vor lebensbedrohlichen Katastrophen – jüngstes Beispiel ist die Angreifbarkeit der Software von Chrysler-Jeeps – und den Verheißungen immer besseren Bedienkomforts. Doch das Problem ist grundsätzlicher: Weniger die Software als die Vernetzung erzeugt das Bedrohungspotenzial – und hier besteht die Gefahr, dass nicht genügend an die Sicherheit gedacht wird. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis Cyberkriminelle passende Untergrundgeschäftsmodelle im Bereich carIT entwickeln.

Natürlich ist es spektakulär und auch äußerst gefährlich, wenn Hacker die komplette Kontrolle über ein Fahrzeug erlangen und damit Leben gefährden können. Doch darin wird nicht das Massengeschäft der Cyberkriminellen bestehen, was carIT anbelangt. Auch bei Angriffen auf den heimischen PC oder auf Smartphones und Tablets geht es schon längst nicht mehr darum, diese zum Absturz zu bringen. Vielmehr sind die darauf befindlichen Daten von Wert, entweder zum Weiterverkauf oder um damit Betrügereien aller Art anzustellen.

 Geschäftsmodelle, nicht Personenschäden

Es ist davon auszugehen, dass Cyberkriminelle in den kommenden Monaten und Jahren die Software der Automobilhersteller intensiv unter die Lupe nehmen werden – nicht nur um Sicherheitslücken zu finden, sondern auch um zu verstehen, wie sehr die Entwickler das Thema IT-Sicherheit ernst nehmen, ob sie es auf einer Stufe mit der traditionellen Straßen- und Fahrzeugsicherheit sehen oder eben nicht. Spätestens wenn die Vernetzung so weit gediehen ist, dass Fahrzeuge über Wi-Fi-Verbindungen untereinander oder mit anderen Geräten des Internets der Dinge – wie zum Beispiel möglicherweise in der Zukunft mit Mautstationen – kommunizieren, werden die Cyberkriminellen Mittel und Wege finden, mit den Besitzern smarter Autos in Zukunft Geld zu verdienen.

 Belauschen, nicht beschädigen

Um Geld zu verdienen, reicht es Cyberkriminellen oftmals aus, mitzulesen. Und der dafür nötige Aufwand kann sehr gering sein. So haben wir jüngst das „SmartGate-System“ getestet, das Škoda Auto zuerst in Fabia-III-Modellen vergangenen Herbst als aufpreispflichtiges Extra eingeführt hat. Das System erlaubt es dem Besitzer, ein Smartphone mit dem Auto zu verbinden, um Daten wie Geschwindigkeit, durchschnittlicher Spritverbrauch, Termin für Ölwechsel oder Wartung anzuzeigen.

Wahrscheinlich ist mit diesen Daten noch kein Geld zu verdienen. Doch das Auto der Zukunft wird immer mehr Daten senden. Zumindest einige davon werden eine finanziell interessante Beute darstellen. Wir brauchen deshalb ein Umdenken. IT-Sicherheit darf beim Thema carIT keine lästige Pflicht sein. Sie muss vielmehr die gleiche Bedeutung in der Entwicklung genießen wie die klassische Fahrzeugsicherheit. Nur dadurch lässt sich genügend Vertrauen in das vernetzte Auto aufbauen, um auch die damit verbundenen Vorteile wahr werden zu lassen.

 Autor: Rainer Link ist „Senior Threat Researcher“ beim japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro. Als Teil eines Teams aus weltweit tätigen Sicherheitsforschern beobachtet er täglich die Aktivitäten der Cyber-Kriminellen und analysiert die Bedrohungslage im Internet. Dabei geht es zum einen darum, Angriffe zu verhindern und neue Abwehrmethoden zu erarbeiten, zum anderen darum, den sicheren Austausch digitaler Daten zu ermöglichen und die Öffentlichkeit über neue Bedrohungen aufzuklären. Link verfügt über langjährige Erfahrung in der IT-Branche, vor seinem Einstieg bei Trend Micro im Jahr 2003 arbeitete er unter anderem als Software-Entwickler sowie als Dozent.

Internet der Dinge: Benutzung auf eigene Gefahr

Das Internet der Dinge umfasst eine Vielzahl an Geräten und Plattformen. Damit entstehen neue Angriffsflächen: Anwender stehen nun nicht mehr nur bei Rechnern und Smartphones, sondern auch bei „intelligenten Geräten“ – von Kühlschränken über Uhren bis hin zu medizinischen Geräten und Automobilen – vor der Frage: Sind die eingesetzten Technologien sicher?

Doch wie wichtig sind den Verbrauchern Sicherheit und Privatsphäre beim Einsatz von Technologien, die ihre persönlichen Informationen speichern? Überwiegen die Bedenken, oder doch die Vorteile wie der Benutzerkomfort? Wie viel sind den Anwendern ihre persönlichen Daten wert, und zu welchem Preis würden sie diese verkaufen? Diesen Fragen ist das Ponemon Institute im Auftrag des japanischen IT-Sicherheitsanbieters Trend Micro nachgegangen und hat eine Umfrage unter Anwendern in Europa, Japan und den USA durchgeführt.

Die Studie untermauert, dass sich europäische Anwender mehr als andere Sorgen um Datenschutz und Sicherheit machen. Rund zwei Drittel der Befragten aus Europa (62 Prozent) haben beim Datenschutz im Internet der Dinge Bedenken, in Japan sind es 49 und in den USA 44 Prozent. Bei sozialen Medien liegt der Anteil sogar bei 68 Prozent, in Japan sind es hier 50 und in den USA 46 Prozent. Noch eindeutiger ist die Situation bei Sicherheitsfragen, sowohl im Internet der Dinge als auch in sozialen Medien: 81 Prozent der Europäer äußerten hier Bedenken, in Japan waren es 71 und in den USA 68 Prozent.

Dabei gab etwa die Hälfte der europäischen Anwender an, dass sie in Bezug auf den Datenschutz besorgter sind als noch vor fünf Jahren. Die Teilnehmer wurden gebeten, ein „Vertraulichkeitsprofil“ auszuwählen, mit dem sie sich damals und heute am besten identifizieren können. Das erste Profil entspricht Anwendern, die ihr Verhalten ändern, wenn ihnen etwas widerfährt, was sie um die Vertraulichkeit und Sicherheit ihrer persönlichen Informationen bangen lässt. Hier ist ein Rückgang von 31 auf 26 Prozent zu verzeichnen.

Dies lässt sich unter Umständen darauf zurückführen, dass die Menschen glauben, ihre persönlichen Informationen nicht mehr sicher vorhalten zu können. Die Mehrheit der Befragten fühlt sich dem zweiten Profil zugehörig: 59 Prozent halten Vertraulichkeit für wichtig, ändern aber nur selten ihr Verhalten – auch wenn sie schlechte Erfahrungen machen. Vor fünf Jahren lag der Wert bei 56 Prozent. Immerhin noch 15 Prozent ist es gleichgültig, ob ihre Informationen öffentlich oder verkauft werden. Hier ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Wie sich zeigt, wiegen die Vorteile, die das Internet der Dinge mit sich bringt, die Sorge um Privatsphäre und Sicherheit nicht auf. So glauben zwar 42 Prozent, dass die Vorteile größer sind als die Nachteile, aber genauso viele sehen das anders, und 16 Prozent sind sich nicht sicher.

Welchen Stellenwert haben Datenschutz und Sicherheit?

Wie die Umfrage auch gezeigt hat, haben Europäer viel stärker das Gefühl, die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu haben, die sie Unternehmen mitgeteilt haben; 43 Prozent stehen hier 30 Prozent in Japan und 22 Prozent in den Vereinigten Staaten gegenüber. Dies könnte an den unterschiedlichen rechtlichen und behördlichen Regelungen liegen.

„Das ‚Internet der Dinge‘ hat das Potenzial, die Art, wie wir leben und arbeiten, zu verändern. Doch dieses Potenzial wird nie realisiert werden, wenn die Hersteller nicht auf die Bedenken der Verbraucher im Hinblick auf Datenschutz und Sicherheit reagieren“, kommentiert Raimund Genes, CTO von Trend Micro. „Bis 2020 wird der Markt etwa 7,1 Billionen Euro schwer sein, so die Analysten von IDC – dass jeder Hersteller daran partizipieren und seinen Mitbewerbern zuvorkommen möchte, liegt auf der Hand. Doch das darf nicht auf Kosten des Datenschutzes und der Sicherheit gehen.“

Was können Unternehmen tun?

•Unternehmen sollten Anwender darüber informieren, welche persönlichen Daten gesammelt werden, wie sie verwendet werden, und ihnen die Möglichkeit zum „Opt-out“ geben.

•Unternehmen sollten Anwendern zeigen, wie sie Informationen löschen oder ein Gerät im Falle eines Diebstahls oder Verlusts deaktivieren können.

•Unternehmen sollten Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien erstellen und dafür sorgen, dass sie umgesetzt werden – und die Mitarbeiter auf die Wichtigkeit aufmerksam machen.

•Unternehmen sollten die kommende europäische Datenschutzverordnung und ihre Auswirkungen im Auge behalten und sicherstellen, dass alle neuen Produkte im Einklang damit stehen.

Wie viel sind den Anwendern ihre persönlichen Daten wert?

Neben Fragen zur Vertraulichkeit und Sicherheit im Internet der Dinge ging es in der Umfrage auch um die Wertschätzung der Teilnehmer für persönliche Informationen wie solche zur Gesundheit, zum Online-Banking oder ihren Einkaufsgewohnheiten im Internet – und darum, ob sie diese Informationen verkaufen würden. 51 Prozent der Befragten (26 Prozent „stimmen sehr zu“ und 25 Prozent „stimmen zu“) halten ihre persönlichen Daten für wertvoll, weil sie Unternehmen dabei helfen, Produkte zu vermarkten und zu verkaufen. Und sogar 64 Prozent (31 Prozent „stimmen sehr zu“ und 33 Prozent „stimmen zu“) glauben, dass persönliche Daten einen finanziellen Wert darstellen, ähnlich einer Währung.

Am preiswertesten sind für die Teilnehmer folgende Daten:

•Geschlecht: 1,25 Euro

•Name: 3,15 Euro

•Telefonnummer: 4,85 Euro

Am teuersten sind:

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Umfrage: Gut jeder zweite Arbeitnehmer tappt beim Thema Digitalisierung noch im Dunkeln

56 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland wissen kaum, was sich hinter den Bezeichnungen Digitalisierung und „Industrie 4.0“ versteckt. Jeder dritte Arbeitnehmer räumt sogar ein, noch nie von den Begriffen gehört zu haben. Ein wichtiger Grund: Auch in den Chefetagen der Unternehmen herrscht auf diesem Feld noch viel Unsicherheit. Das sind Ergebnisse der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ der Personalberatung Rochus Mummert. Dazu wurden HR-Führungskräfte sowie 1.000 Arbeitnehmer befragt.

Nicht nur für viele Arbeitnehmer sind die anstehenden Umbrüche in der Arbeitswelt bisher ein unbekanntes Thema. „Auch die Antworten der im Rahmen der Studie befragten Führungskräfte zeigen, dass derzeit nur jedes zweite Unternehmen die Digitalisierung wirklich auf der Agenda hat“, sagt Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus Mummert-Gruppe.

Entsprechend wenig wird das Thema Digitalisierung in Deutschlands Unternehmen auch gegenüber den Mitarbeitern kommuniziert. Selbst Firmen, die sich bereits auf der Reise in die digitale Zukunft befinden, haben offenbar noch Nachholbedarf. So sagen nur 14 Prozent der befragten Arbeitnehmer, dass ihr Arbeitgeber schon damit begonnen hat, Digitalisierungs- beziehungsweise Industrie 4.0-Projekte zumindest teilweise umzusetzen. Dabei genießt bei immerhin knapp einem Drittel der Unternehmen der Aufbau eines intelligenten Wertschöpfungsprozesses in der Geschäftsleitung bereits oberste Priorität.

Die mögliche Annahme, die zu bewältigenden Veränderungen in der Arbeitswelt wären nur für ältere Mitarbeiter ein Problem und würden sich damit quasi in ein paar Jahren in Luft auflösen, könnte sich übrigens als gefährlicher Irrtum herausstellen. Wie die Rochus-Mummert-Studie belegt, ist der Wissensstand zum Thema Digitalisierung nahezu unabhängig vom Alter. „Drei Viertel der von uns befragten Unternehmen sehen in der Digitalisierung Chancen für ihr Unternehmen“, so Rochus-Mummert-Partner Schlipat. „Wer allerdings glaubt, gerade beim Personal auf Zeit spielen zu können, läuft Gefahr, genau diese Chancen zu verpassen.“

  Die Studie und das PIPS-Modell

Analog zum PIMS-Ansatz der Harvard Business School werden im PIPS-Modell (Profit Impact of Personnel Strategies) von Rochus Mummert die Einflüsse des HR-Managements auf die personalwirtschaftlichen Vorsteuergrößen systematisch wie nie zuvor betrachtet. Das zusammen mit Prof. Dr. Michael Martin von der Hochschule Rhein Main entwickelte PIPS-Modell umfasst dabei reine  Performance-Werte genauso wie Analysen zur Führungs- und Leistungskultur.

Die Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ basiert auf den Ergebnissen des ständig wachsenden HR-Panels von Rochus Mummert, das eigens für das PIPS-Projekt aufgebaut wurde.