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Warum Wikipedia nach 15 Jahren in der Krise steckt

Wikipedia, die Online-Enzyklopädie, an der jeder mitschreiben darf, wird 15 Jahre alt. Geburtstag. Von außen betrachtet gibt es allen Grund zu feiern. Die Zahl der Artikel in verschiedenen Sprachen wächst seit der Gründung 2001 kontinuierlich, die englische Wikipedia hält mittlerweile bei über fünf Millionen Artikeln den Spitzenwert. Wikipedia ist das einzige Non-Profit-Angebot unter den 30 meistbesuchten Webseiten. Die Spendenbereitschaft der Nutzer nimmt kontinuierlich zu. Die Wikimedia Foundation sitzt mittlerweile auf Barreserven von rund 80 Millionen Dollar, berichtet die „Süddeutsche“. … mehr

 

 

Verschlüsselung: Warum manche Politiker schlecht beraten sind

Bildquelle: Trend Micro

Bildquelle: Trend Micro

International blasen Politiker mit Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten im Rücken wegen der gestiegenen Terrorgefahr zum Angriff auf starke Verschlüsselungstechnologien. Doch wer es wirklich ernst meint mit dem Schutz der Privatsphäre, muss eine starke Verschlüsselung unterstützen. Hintertüren, die nur den Bösen schaden, gibt es nur im Reich der Phantasie, ebenso wie Behauptungen, Terroristen und Cyberverbrecher seien ohne sie nicht zu identifizieren und zu fangen. Da stellt sich die Frage, wer solche Politiker berät? Ein Schelm, wer Übles dabei denkt …

Sicher, Verschlüsselung erschwert Ermittlungsbehörden ihre Aufgabe. Doch es gibt andere Möglichkeiten, Übeltäter online zu identifizieren. Sicherheitshersteller, die mit Ermittlungsbehörden bei der Aufdeckung von Straftaten zusammenarbeiten, beweisen das Tag für Tag. Schließlich nutzen nicht nur Terroristen, sondern verwendet auch ein beträchtlicher Teil moderner Schadsoftware Verschlüsselung, um sich selbst und die zugrundeliegende Infrastruktur inklusive der Hintermänner unsichtbar zu machen. Und doch gelingt immer wieder die Enttarnung, werden Cyberkriminelle festgenommen. Das ist in der Tat harte Arbeit und bedarf spezieller Kenntnisse, die wir kontinuierlich an Polizeibehörden weitergeben.

Terroristen, Spione und Kriminelle haben bereits in der Vergangenheit verschlüsselt

Terroristen, Spione und Kriminelle haben bereits in der Vergangenheit verschlüsselt kommuniziert. Verschlüsselungsalgorithmen sind in der Regel quelloffen. Sie sind ein Stück Mathematik, das jeder, der dazu fähig ist, anwenden kann. Und genau das geschieht seit Jahren und wird auch weiter so sein. Es gibt also überhaupt keinen Grund, vor einer massiven Minderung unserer Sicherheit zu sprechen, sollten mehr kommerzielle Produkte und Dienste mit starker Verschlüsselung auf den Markt kommen. Vor diesem Hintergrund mutet es geradezu befremdlich an, dass kommerzielle Anbieter, die das Thema Datenschutz ernst nehmen, im Fadenkreuz der Kritik stehen.

Raimund Genes, CTO beim IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro

Raimund Genes, CTO beim IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro

Offenbar haben manche Behörden und Geheimdienste den gläsernen Bürger vor Augen, ähnlich dem gläsernen Konsumenten, von dem viele Unternehmen dank Big Data gerade träumen. Doch totale Sichtbarkeit bedeutet Unfreiheit und Schutzlosigkeit. Wer wird uns dann vor den möglichen Schäden durch Datenlecks bewahren? Werden wir anfangen, vorsorglich unser Verhalten zu ändern, von der Norm abweichende persönliche Meinungen nicht mehr zu äußern und durch Grundrechte geschützte, aber dem eigenen Ruf oder Fortkommen potenziell schädliche Aktionen zu unterlassen? Und wie sieht es mit Deutschland als Volkswirtschaft aus, die nicht von Rohstoffen, sondern vom geistigen Eigentum seiner Unternehmen lebt? Sollen diese ihre Firmengeheimnisse nicht vor privater oder staatlich unterstützter Wirtschaftsspionage schützen können?

Mir persönlich drängt sich der Verdacht auf, dass manche Politiker und deren Berater von Allmachtsphantasien heimgesucht werden – eine verständliche, aber für die Freiheit gefährliche Reaktion auf die Ohnmacht, die jeder nicht vereitelte Terroranschlag offenzulegen scheint. Aber das ist nicht wahr, wir sind nicht völlig ohnmächtig, aber eben auch nicht allmächtig. Dass es totale Sicherheit und Freiheit gleichzeitig gibt, ist nur eine Phantasie. Wir müssen jedoch mit der Realität leben.

Autor: Raimund Genes, CTO des japanischen IT-Sicherheitsanbieters Trend Micro

 

 

Wikipedia lebt von seinem guten Ruf

Bitkom_Internetrecherche_2016_01Wer im Internet recherchiert, landet in vielen Fällen zwangsläufig bei www.wikipedia.org. Vier von fünf Internetnutzern ab 14 Jahren (79 Prozent) nutzen hierzulande die Online-Enzyklopädie, wie eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben hat. „Das Online-Lexikon Wikipedia ist für viele Internetnutzer der erste Anlaufpunkt bei Recherchen zu einem Thema“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Laut Umfrage haben nur die wenigsten Nutzer der Enzyklopädie Zweifel an der Verlässlichkeit der dort verfügbaren Inhalte: Vier von fünf Wikipedia-Nutzern (80 Prozent) halten die Inhalte der Lexikon-Artikel auf der Plattform größtenteils für verlässlich. Jeder Achte (12 Prozent) ist sogar der Ansicht, dass die Inhalte „immer verlässlich“ sind und 67 Prozent meinen, dass die Informationen zumindest „meistens verlässlich“ sind. Etwa jeder sechste (18 Prozent) Wikipedia-Nutzer hingegen findet die Inhalte der Artikel „selten verlässlich“. Der Anteil der Wikipedia-Nutzer, die die dortigen Inhalte für „nie verlässlich“ halten, ist mit zwei Prozent verschwindend gering.

Wikipedia ist ein frei und kostenlos zugängliches Online-Lexikon, an dem jeder Internetnutzer auch aktiv mitarbeiten kann, indem er Inhalte verändert oder neu verfasst. Andere Nutzer bearbeiten die Einträge anschließend. Besonders hoch ist der Anteil der Wikipedia-Nutzer bei den Jüngeren: 92 Prozent der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer verwenden Wikipedia. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 84 Prozent und auch drei Viertel (74 Prozent) der Internetnutzer zwischen 50 und 64 Jahren nutzen die Plattform. Selbst bei den über 65-jährigen Internetnutzern liegt der Anteil der Wikipedia-Nutzer noch bei 43 Prozent.

Am kommenden Freitag feiert das Online-Lexikon Wikipedia seinen 15. Geburtstag. Am 15. Januar 2001 ging das Projekt des US-Amerikaners Jimmy Wales noch unter der Domain www.wikipedia.com online.

Seit 2003 betreibt die Non-Profit-Organisation Wikimedia Foundation die Plattform, deren Webadresse mittlerweile auf „.org“ endet. Heute gibt es im Web 291 Sprachversionen der virtuellen Enzyklopädie mit insgesamt 36,9 Millionen Artikeln. Die deutschsprachige Version der Web-Enzyklopädie beinhaltet alleine 1,9 Millionen Artikel. Damit belegt das deutschsprachige Wikipedia im weltweiten Vergleich der Sprachversionen mit den meisten Artikeln bereits den dritten Platz, hinter der englischsprachigen (5 Mio. Artikel) und der schwedischen (2,4 Mio. Artikel) Ausgabe.

Die hohe Zahl schwedischer Artikel ist übrigens darauf zurückzuführen, dass auf sv.wikipedia.org größtenteils bestehende Offline-Inhalte von einem automatisierten Computerprogramm, auch Bot genannt, eingepflegt werden. Doch selbst die manuell eingepflegte deutschsprachige Artikel-Sammlung der Enzyklopädie wächst rasant: Dort werden jeden Tag im Schnitt 317 neue Artikel angelegt. Es gibt sogar Wikipedia-Versionen, die in deutschen Dialekten geschrieben sind. Die westfriesische Wikipedia-Version (fy.wikipedia.org) beinhaltet immerhin bereits über 33.000 Artikel, die plattdeutsche (nds.wikipedia.org) 24.000 und selbst die bairische Version (bar.wikipedia.org) kommt auf gut 17.000 Artikel.

Hinweis zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung durchgeführt hat. Dabei wurden 1.007 Personen ab 14 Jahren befragt, darunter 808 Internetnutzer und 637 Wikipedia-Nutzer. Die Fragestellungen lauteten: „Nutzen Sie das Online-Lexikon Wikipedia?“ und „Wie beurteilen Sie die Verlässlichkeit der Inhalte von Artikeln bei Wikipedia?“. Quelle der Zahlen zu Wikipedia ist de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Statistik.

Neuer Apotheken-Infokanal auf Facebook: „Fakes don’t care. But we do.“

„Fakes don’t care“, die Facebookseite zu gefälschten Medikamenten, will Österreichs größter Apotheken-Infokanal im Social Media-Bereich werden, berichtet „Pressetext“. Die Facebookseite „Fakes don’t care“, eine Initiative des Österreichischen Apothekerverbandes und der Online-Plattform APOdirekt, klärte acht Monate lang über die kriminellen Machenschaften von Arzneimittelfälschern auf und darüber, wie gefährlich Fake-Medikamente für die Gesundheit sein können. … mehr

Facebook hassen und bleiben – Warum Alternativen wie Ello und Sociax keine Chance haben

Autorin Sandra Staub schreibt auf „BasicThinkg“: Alle schimpfen auf Facebook und trotzdem sind 936 Millionen Menschen weltweit dort täglich aktiv. Alternativen wie Google+, Ello und Sociax können sich nach einem kurzen Hype dann leider doch nicht durchsetzen. Woran das liegen könnte und wann der digitale Exodus wirklich kommt. … mehr

Zu Besuch bei Facebooks Löschkommando

Autor Simon Hurtz, hat für die „Süddeutsche“ die Europazentrale von Facebook in Dublin besucht: Viele erfolgreiche Firmen gründen auf einer einzigen, milliardenschweren Idee, die sie hüten wie ihre Kronjuwelen. So redet Coca-Cola zwar ständig über das vermutlich berühmteste Rezept der Welt, verrät es aber nicht. So wird Google seinen Suchalgorithmus wohl auch in Zukunft nicht offenlegen, obwohl es deutsche Politiker in schöner Regelmäßigkeit fordern. Und genauso wenig dürfte Facebook die Tausenden Kriterien verraten, die Einfluss auf den Newsfeed der Nutzer haben. … mehr

Überwachung auf Facebook & Co –wissen Sie Bescheid?

facebook_iconEin Projekt des Wissenschaftsfonds FWF hat untersucht, welche Rolle Überwachung und Privatsphäre bei den Nutzerinnen und Nutzern sozialer Medien spielen. 90 Prozent der Befragten sind besorgt um ihre Privatsphäre, haben aber wenig Wissen über Datenüberwachung.

Facebook ist nach wie vor eines der beliebtesten sozialen Netzwerke. Auf Platz zwei und drei der beliebtesten Online-Netzwerke folgen, laut einer Umfrage der Online-Agentur Liechtenecker aus 2014, WhatsApp und Google+.

Weltweit, so verkündete Facebook erst kürzlich, wurde die Marke von einer Milliarde Nutzerinnen und Nutzer innerhalb eines Tages geknackt. In dem mehrjährigen Projekt des Wissenschaftsfonds FWF „Social Networking Seiten in der Überwachungsgesellschaft“ hat ein Team der Forschungsgruppe „Unified Theory of Information“, unter der Leitung von Christian Fuchs, erstmals für den deutschsprachigen Raum das Wissen und die Meinung der Nutzerinnen und Nutzer von sozialen Medien zu den Themen Überwachung und Privatsphäre analysiert. Dabei haben die Medienexperten auch erforscht, wie diese Aspekte mit ihrem Verhalten im Internet korrelieren. In 30 Interviews und einer Onlineumfrage mit 3558 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden Studierende in Österreich im Durchschnittsalter von 25 Jahren befragt.

Wissenslücken und Skepsis

Die Ergebnisse zeigen, dass das Wissen über Datenschutz und Überwachung bei 70 Prozent der Befragten gering ist. Gleichzeitig zeigen sich fast alle Befragten (90 Prozent) sehr oder eher besorgt um ihre Privatsphäre. Das entspricht aktuellen europaweiten Umfragen. 84 Prozent sind weiters sehr kritisch bis kritisch gegenüber Überwachung. „Wir sind hier mit einem Paradoxon konfrontiert: Nutzerinnen und Nutzer sind kritisch und besorgt, wenn es um die Verletzung der Privatsphäre geht, haben aber kaum Wissen darüber, was mit ihren Daten passiert“, sagt Fuchs, der Professor für Internetforschung an der Universität Westminster ist.

Das Problem ist, dass Überwachung weitgehend unsichtbar und versteckt erfolgt. Dies sei auch anhand der Aufdeckungen Edward Snowdens deutlich geworden, erklärt Fuchs. „Die Öffentlichkeit hatte keine Ahnung, dass Geheimdienste in Kooperation mit Kommunikationsunternehmen wie Facebook, Google, Microsoft oder Apple und privaten Sicherheitsunternehmen eine Massenüberwachung des Internets durchgeführt haben.“ Das Argument, dass Massenüberwachung Terrorismus und Kriminalität verhindern würde, führe jedoch zur Aushöhlung der Bürgerrechte, warnt der Forscher.

Kaum Alternativen

Auch die Datenschutzbestimmungen lassen den Nutzerinnen und Nutzern der sozialen Medien nur wenig Spielraum. Und Alternativen, wie etwa nicht kommerzielle Plattformen, sind nach wie vor rar. Dabei sprechen sich die Userinnen und User klar für institutionelle und materielle Unterstützung zur Entwicklung alternativer Formen aus. Zudem wünschen sie sich mehr zwingende Rechtsvorschriften, so dass etwa personalisierte Werbung erst nach Zustimmung der Nutzerin/des Nutzers möglich ist, durch ein sogenanntes Opt-in. Hier tun sich komplexe Probleme auf: Die internationalen Unternehmen wie Facebook und Google profitieren enorm von den Werbeeinnahmen, zahlen in Europa aber keine Steuern, wodurch sie in den vergangenen Jahren auch unter Kritik geraten sind.

 Mehr Regulierung und Diskurs

Fuchs schlägt eine Besteuerung entsprechend dem Anteil der Nutzerinnen und Nutzer in den einzelnen Ländern vor. „Dazu bedarf es aber einem koordinierten steuerlichen Vorgehen der EU“, betont Fuchs. Generell könnte Werbung, und dabei auch personalisierte Onlinewerbung, seiner Meinung nach mehr besteuert werden. Mit den Einnahmen dieser gleichsam „partizipativen Mediengebühr“ könnte wiederum in nicht kommerzielle Projekte investiert werden. Großbritannien beispielsweise hat einen ersten Schritt gesetzt und 2014 eine sogenannte „Google-Steuer“ eingeführt. Sollen gesetzliche Regelungen und Alternativen zu kommerziellen Plattformen Realität werden, braucht es eine breite öffentliche Diskussion, sind die Expertinnen und Experten überzeugt. Zivilgesellschaftliche und öffentlich-rechtliche Internetplattformen müssten generell gestärkt werden. Der Ruf nach Alternativen ist jedenfalls da, wie die Studie belegt.

Zur Person

Christian Fuchs  leitet das Institut für Kommunikation und Medienforschung  an der Universität Westminster in Großbritannien. Er ist Herausgeber des Open-Access-Fachmagazins tripleC: Communication, Capitalism & Critique  und Vorstandsmitglied der European Sociological Association ESA . Seine Forschungsinteressen sind soziale und kritische Theorie, politische Medienökonomie, Kommunikation, Information, Technologie sowie Internet und Gesellschaft.

Publikationen

Aus dem FWF-Projekt „Soziale Netzwerkseiten in der Überwachungsgesellschaft“, das von 2010 bis 2014 durchgeführt wurde, ist eine Reihe von Publikationen hervorgegangen. Eine Übersicht und frei zugängliche Publikationen finden sich auf der Projektwebsite.

Google: „Wir haben viel von Europa gelernt“

Der Österreicher Gerhard Eschelbeck ist oberster Sicherheitschef von Google und beschützt die Kundendaten vor kriminellen Angreifern und Geheimdiensten. Im Interview mit „Futurezone“ spricht er: „Unsere primäre Aufgabe ist der Schutz der Kundendaten, die Hälfte meiner 500 Mitarbeiter beschäftigt sich damit, Tools zu bauen, mit denen die Daten geschützt werden. Das ganze Internet ist eine Gefahrenquelle, das ist ein Faktum der Zeit. Wo es für uns interessant wird, sind die gezielten Angriffe. Da sehen wir uns die Verhaltensmuster an.“ … mehr

 

„Strategische Kommunikation“ mit LeFloid und MrWissen2go: EU-Regierungen füllen Internet mit „Gegenerzählungen“

„Netzpolitik.org“-Autor Matthias Monroy berichtet, dass die Organe der Europäischen Union dem „gewaltbereiten Extremismus“ und „Terrorismus“ zukünftig mit „strategischer Kommunikation“ begegnen wollen. Vor allem im Internet, aber auch im Fernsehen sollen „Gegenerzählungen“ („counter narratives“) präsentiert werden. Ein ähnliches Projekt „Think Again. Turn Away“ war vor zwei Jahren in den USA gestartet worden, mittlerweile gelten dessen Erfolge aber als dürftig. Unter dem Namen „Handeln gegen die terroristische Bedrohung“ hat auch die französische Regierung eine entsprechende Präsenz im Internet gestartet. … mehr

Twitter in Malaysia: Nutzer glaubhafter als Regierung

Anonyme Twitter-User genießen während der anhaltenden politischen Krise in Malaysia mehr Glaubwürdigkeit als offizielle Regierungs-Accounts, berichtet „Pressetext“. Dass Korrekturen und klärende Stellungnahmen gegen populäre Nutzer keine Chancen haben, ignorieren die Massen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Politweet . … mehr

Umstrukturierung: Darum wird aus „Google“ „Alphabet“

Die Autoren Johannes Boie und Matthias Huber schreiben in der „Süddeutschen“: Bis heute wird Google häufig als „Suchmaschinenkonzern“ bezeichnet. Die gängige Fehleinschätzung rührt daher, dass die Suchmaschine das bekannteste Produkt der Kalifornier ist. Außerdem ist es schwierig, über die vielen andere Projekte, Produkte, Start-ups und Ideen, die aus Google hervorgehen, den Überblick zu behalten. Künftig wird das einfacher. Denn all diese Nebenprojekte, von denen manche längst Milliarden Dollar wert sind, werden in eigene Firmen überführt und unter dem Dach einer neuen Holding gesammelt. Diese Holding heißt Alphabet. … mehr

Polizeien von Bund und Ländern erörtern Nutzung Sozialer Netzwerke

„Netzplitik.org“-Autor Matthias Monroy berichtet: Mit Twitter gegen die polizeiliche Informationshoheit – Die Polizei schlägt nun zurück. Beinahe alle Polizeibehörden der Bundesländer und des Bundesinnenministerium hatten sich im Frühjahr 2012 an einer „gremienübergreifenden Bund-Länder-Projektgruppe“ mit dem Titel „Soziale Netzwerke“ beteiligt. … mehr

Dalai Lama: Warum ihm Ethik lieber ist als Religion

Am 6. Juli feiert der Dalai Lama seinen 80. Geburtstag. „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten“, sagt er laut einem Bericht der „Welt“ in seinem neuen Buch. … mehr

Das Buch: Der Appell des Dalai Lama. Ethik ist wichtiger als Religion. Hg. von Franz Alt. Benevento, Salzburg. 56 Seiten, 4,95 Euro

Prahlen geht oft nach hinten los: „Humblebragging“ führt in sozialen Netzwerken nicht zum gewünschten Ziel

Ein in Psychological Science veröffentlichter Forschungsbericht untersucht, warum bei so vielen Menschen beim Jonglieren zwischen Eigenwerbung und Bescheidenheit etwas falsch läuft.

Die Studie findet heraus, dass Menschen, die Eigenwerbung betreiben, von anderen in einem günstigen Licht gesehen werden wollen. „Allerdings überschätzen Eigenwerber häufig das Ausmaß, in dem die Rezipienten ihrer Eigenwerbung Stolz und Freude für sie empfinden“, erklärt Irene Scopelliti, Studienleiterin und Marketing-Dozentin an der Cass Business School. „Sie projizieren ihre eigenen positiven Gefühle auf die Anderen. Diese führt dazu, dass sie das Ausmaß der Verärgerung der Empfänger unterschätzen.“

Zudem neigen Selbstpromoter nach Scopelliti dazu, „sich in ihrem Wunsch, einen guten Eindruck auf andere zu machen, oftmals übertrieben zu bewerben. Häufig gehen diese Bemühungen nach hinten los, weil die Zielgruppe die Eigenwerber dadurch als weniger sympathisch und  eher aufschneiderisch versteht.“

Im Zeitalter der sozialen Medien sind diese Ergebnisse von großer Bedeutung. Scopelliti kommentiert: „Die Gelegenheiten zur Eigenwerbung haben sich mit dem Social Networking vermehrt. Die negativen Auswirkungen können verstärkt werden durch die zusätzliche Distanz zwischen Sendern und Empfängern, die sowohl die Empathie der Selbstdarsteller reduziert als auch die geteilte Freude vonseiten des Empfängers verringert.“