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Umfrage: Sieben von zehn Deutschen beklagen Intransparenz von Google, WhatsApp oder Apple

Google, WhatsApp oder Apple – digitale Marken und Dienste sind aus dem Leben vieler Menschen kaum wegzudenken – allerdings machen sich immer mehr Nutzer Sorgen um den Schutz ihrer Privatsphäre und die Intransparenz der Anbieter. So haben sieben von zehn Deutschen die Befürchtung, dass die genannten Internetkonzerne nicht sorgsam genug mit ihren Daten umgingen.

googleUnd 69 Prozent der Bundesbürger wollen zwar die Dienste weiter nutzen, beklagen aber, dass ihnen die Anbieter intransparent und unberechenbar erschienen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Online-Umfrage der weltweit tätigen Markenberatung Prophet zum Thema „Mehr Nutzen oder mehr Angst: Wie wichtig sind Ihnen die digitalen Angebote von Google, WhatsApp oder Apple?“, zu der im Januar dieses Jahres 1.000 Erwachsene in Deutschland repräsentativ befragt wurden.

Apple LogoAuch die weltweite Marktdominanz der drei US-Konzerne bereitet etlichen Bundesbürgern Sorge. So äußern 62 Prozent der Befragten ihre Furcht vor einem globalen Netzmonopol der amerikanischen Marktführer, das Konkurrenten und damit den Wettbewerb ersticken könnte. Immerhin 37 Prozent der befragten Bundesbürger versuchen wegen ihrer Bedenken häufiger ohne die Dienste von Google, WhatsApp oder Apple auszukommen.

„Will eine Marke oder ein Internetdienst wie WhatsApp, Google oder Apple dauerhaft erfolgreich und nachhaltig bleiben, muss sie den Wunsch ihrer Nutzer nach Transparenz und Berechenbarkeit ernst nehmen“, bewertet der Berliner Prophet-Partner Jan Döring die Ergebnisse der Umfrage. Die Markenstrategen der Konzerne dürften sich nicht darauf verlassen, dass ihre Marke ständig so relevant bliebe, dass die Menschen ohne sie nicht leben wollten. Sowie die Relevanz der Marke für die Nutzer geringer werde, träten die Ängste vor der Intransparenz der Anbieter wieder mehr in den Vordergrund und die Nutzer empfänden, dass diese Marke für sie noch unberechenbarer und weniger vertrauensvoll werde, meint Döring. Dann suchten sie nach Alternativen und wechselten womöglich den Dienst.

WhatsappDie weltweit tätige Unternehmensberatung Prophet hat kürzlich die Ergebnisse des „Prophet Brand Relevance Index“  veröffentlicht, dem ersten Markenranking, das die Markenrelevanz aus Konsumentensicht beurteilt. Dazu wurden in Deutschland, den USA, Großbritannien und China etwa 45.000 Verbraucher zu über 250 Marken befragt.

Digitale Arbeitswelten: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Martin Beims ist geschäftsführender Gesellschafter von aretas, einer servicebetonten Unternehmensberatung mit Sitz in Aschaffenburg.

Martin Beims ist geschäftsführender Gesellschafter von aretas, einer servicebetonten Unternehmensberatung mit Sitz in Aschaffenburg.

Vertrauen als Schmiermittel der Wirtschaft: Verschenktes Potenzial? Ob in der Führungsetage, im Projektteam oder in der Kaffeeküche: Vertrauen ist ein brisantes Thema. Denn wenn es mal richtig schwierig wird, vertraut doch jeder nur sich selbst. Getreu dem Motto: „Nur wenn ich es selbst mache, wird es richtig gemacht.“

Nach einer repräsentativen Studie von Ernst & Young setzen die Beschäftigten weltweit kein großes Vertrauen in die eigene Firma oder den direkten Vorgesetzten: 44 Prozent vertrauen hierzulande ihrem Unternehmen und 47 Prozent ihren Vorgesetzten. Im Umkehrschluss heißt das: Die Mehrheit aller Arbeitnehmer ist gegenüber ihrem Arbeitgeber skeptisch oder sogar misstrauisch eingestellt. „Das kann fatale Folgen haben. Vertrauen ist eine zu wenig genutzte Ressource. Letztlich verschenktes Potenzial“, weiß Martin Beims, geschäftsführender Gesellschafter von aretas, einer servicebetonten Unternehmensberatung mit Sitz in Aschaffenburg. „Vertrauen ist das vielleicht wichtigste Schmiermittel der Wirtschaft. Ohne Vertrauen kann sich kein Unternehmenserfolg einstellen.

Wenn jeder nur vor sich hin arbeitet und keinem vertraut, entsteht keine echte Zusammenarbeit.

Führungskräfte und Mitarbeiter müssen den enormen Wert ‚Vertrauen‘ erkennen und endlich wertschätzen.“ Nur so lässt sich ein gutes Betriebsklima schaffen.

Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte sich gegenseitig vertrauen, ist die gemeinsame Zusammenarbeit von einer erhöhten Produktivität geprägt. Untersuchungen zeigen: Wer vertraut, ist motiviert und auch bereit, mehr zu leisten.1 Ein Mangel an Vertrauen bildet dagegen den idealen Nährboden für Angst.

Warum fehlt das Vertrauen?

Als Hauptgrund für das Misstrauen nennen die Befragten der Studie vor allem das Gefühl der Ungerechtigkeit. Über die Hälfte stört die als unfair empfundene Bezahlung, 48 Prozent bemängeln fehlende Chancengleichheit. Von den Befragten, die das Vertrauen in ihren Arbeitgeber verloren haben, arbeiten 30 Prozent nicht mehr, als von ihnen explizit verlangt wird.

Mit Folgen für das Unternehmen: 28 Prozent sagen, die Enttäuschung führe generell dazu, dass sie weniger engagiert und produktiv seien. Für ein Viertel der Beschäftigten wird Qualität zur Nebensache und knapp ein Viertel spricht negativ über das Unternehmen gegenüber Kollegen oder Bewerbern. „Diese Erkenntnisse sollten jeden Arbeitgeber aufrütteln. Fehlt das Vertrauen auf beiden Seiten, halten Mitarbeiter und auch Führungskräfte im schlimmsten Fall Leistungen zurück“, warnt Beims. „Die Beschäftigten ziehen sich zurück – sie machen Dienst nach Vorschrift und hören auf, sich mit Ideen und besonderer Leistungsbereitschaft in das Unternehmen einzubringen.“ Das ist aber gerade im Digitalen Wandel problematisch für Unternehmen. Denn in einer sich wandelnden Arbeitswelt mit globalem Wettbewerb und wachsender Dynamik brauchen Unternehmen leistungsbereite und loyale Belegschaften, die ihre Kreativität und ihre Ideen einbringen.

Vertraust du schon oder kontrollierst du noch?

Vertrauen kann sich nur in der Zusammenarbeit und der damit verbundenen Kommunikation entwickeln. Drei wesentliche Grundlagen fördern den Aufbau von Vertrauen: selbst Vertrauen schenken, eine klare Ausdruckweise und Authentizität.2 „Voraussetzung für den Aufbau ist die Glaubwürdigkeit. Diese kann am ehesten erlangt werden, wenn Denken, Sprechen und Handeln aller Beteiligten übereinstimmen, also kongruent sind“, so Beims.

Es ist die Klarheit im Handeln insbesondere der Führungskraft, die absolut von Nöten ist, damit sich alle beteiligten Akteure sicher orientieren können. Für die Beschäftigten ist es von äußerster Wichtigkeit, dass Führungskräfte Versprechen einhalten und der Job als sicher wahrgenommen wird. Nur so ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich. Außerdem wichtig: gegenseitigen Respekt nicht nur einzufordern, sondern auch jeden Tag zu leben.

Das perfekte Paar: Vertrauen und Verantwortung

Vertrauen ist besonders dann gefordert, wenn Veränderungen im Unternehmen anstehen: Es bildet die Grundlage für die erfolgreiche Durchführung von Veränderungsprozessen, denn Umgestaltungen rufen immer auch Ängste bei den Beteiligten hervor. „Nur wenn das Team den Führungskräften vertraut und diese auf der anderen Seite den Mitarbeitern das notwendige Vertrauen entgegenbringen, können Veränderungsprozesse weitgehend frei von Störungen gestaltet werden“, erklärt Beims.

Als Führungskraft ist es wichtig, gerade in diesen Phasen Orientierung und Sicherheit zu geben. Unerlässlich dafür: ein wertschätzender Umgang mit allen Beteiligten, klar formulierte Erwartungen und ausreichend Freiräume, Neues umzusetzen und einzuüben. Zu Vertrauen gehört auch immer Verantwortung. Damit Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, sollten Vorgesetzte – wo immer möglich – mit klar formulierten Zielen und Vereinbarungen statt mit Arbeitsanweisungen führen.

Voraussetzung hierfür: Die an der Veränderung Beteiligten für die neuen Aufgaben und Verantwortungen ausreichend zu befähigen. Vertrauen beinhaltet immer eine zweite Seite der Medaille: Erst der verantwortungsvolle Umgang mit dem entgegengebrachten Vertrauen ermöglicht, die vereinbarten Ziele zuverlässig und wirtschaftlich zu erreichen. Vertrauen und Verantwortung sind also ein untrennbar verbundenes Paar.

Neue Formen der Zusammenarbeit brauchen Vertrauen

Vor dem Hintergrund der rasanten Veränderungen der digitalen Transformation der Unternehmensprozesse spielen neue Arten der Zusammenarbeit eine zentrale Rolle. Starre Strukturen werden ersetzt durch Teams, die ihr Produkt durch den gesamten Lebenszyklus – Ende zu Ende – verantworten. Agile Formen der Projektplanung und flexible Formen der disziplinübergreifenden, horizontalen Zusammenarbeit spielen eine wachsende Rolle. Nur so ist es möglich, den Forderungen nach immer kürzeren Innovationszyklen gerecht zu werden.

Die Konsequenz: Entscheidungen werden nicht mehr an der Spitze einer starren Hierarchie sondern direkt in den Teams getroffen. Dafür müssen die Teammtglieder die Verantwortung für Ihre Entscheidungen und Ergebnisse übernehmen. Gleichzeitig müssen Führungskräfte innerhalb des vereinbarten Werte- und Zielerahmens diese Entscheidungen akzeptieren.

Ohne Vertrauen ist das nicht möglich. Werden Entscheidungen der Mitarbeiter permanent in Frage gestellt und revidiert, wandern sie schnell wieder in der Hierarchie nach oben. Das Ergebnis ist derzeit in vielen Unternehmen zu beobachten: Pseudo-agile Herangehensweisen und scheinbar hierarchieübergreifende Teams, in denen schlussendlich der Abteilungsleiter jede Entscheidung bestätigen und jede Investition freigeben muss. Der Grund: Bürokratische Strukturen und Abläufe haben sich seit Jahren etabliert und lassen sich nur zögerlich aufbrechen.

Muss Vertrauen verdient werden?

„Vertrauen muss man sich verdienen.“ Wer kennt diese Redensart nicht? Vertrauen ist jedoch eine positive Grundhaltung, die zunächst nicht an Vorbedingungen geknüpft sein sollte. „Bei Vertrauen handelt es sich zunächst immer um einen Vorschuss. In der Unternehmensführung heißt das, den Menschen im Unternehmen vom ersten Tag an Vertrauen entgegenzubringen“, erläutert Beims. „Das bedeutet zum Beispiel auch, statt immer neue Belohnungen in Aussicht zu stellen, einfach davon auszugehen, dass die Beschäftigten den bestmöglichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten wollen.“

Aber Vertrauen kann natürlich verloren gehen, wenn es nicht gerechtfertigt wird. Damit Vertrauen dauerhaft bestehen bleibt, sollte ein gemeinsames Verständnis über zu erreichende Ziele und die notwendigen Schritte auf dem Weg dorthin vorhanden sein. Noch wichtiger ist es, dass alle Beteiligten über längere Zeit ein für das jeweilige Gegenüber einschätzbares Verhalten zeigen. Entscheidungen müssen nachvollziehbar und plausibel sein und in ihrer Grundrichtung mit dem gemeinsam vereinbarten Weg übereinstimmen, um bestehendes Vertrauen weiter zu festigen.

Beschäftigte in einem von Vertrauen und Verantwortung geprägten Umfeld bilden Vertrauen bei Kunden und Kollegen durch Zuverlässigkeit – was sie versprechen, halten sie auch. Außerdem ist ihr Handeln in der von Fairness geprägt: Der Nutzen für das Unternehmen und seine Kunden ist ihnen genauso wichtig wie persönliche Vorteile. Darüber hinaus gehen sie verantwortungsvoll mit den Ressourcen des Unternehmens um und halten sich an vereinbarte Regeln.

 

 

Wie Facebook seine Nutzer trackt

Die „Datenschutz Notizen“ haben in einem früheren Beitrag bereits darüber berichtet, welche Daten Facebook unter anderem für die Zielgruppendefinition verwendet. Die Washington Post berichtete nun, dass 98 Daten zur Kategorisierung genutzt werden. Bereits in dem damaligen Bericht wurde auf auf die verschiedenen genutzten Datenquellen (vor allem Drittanbieter) verwiesen. Zu diesen Drittanbietern schreibt Facebook:… mehr

 

Galaxy Note 7: Nicht zu Ende entwickelt?

Autorin Heidemarie Schuster schreibt in „It & business“: Aktuell mach das Galaxy Note 7 mehr Schlagzeilen, als es Samsung vermutlich lieb ist. Und die Probleme mit dem Smartphone bleiben brandheiß, denn auch die Austauschgeräte gehen weiterhin in Flammen auf – nun wurde die Produktion sogar eingestellt. Wurde das Produkt hier nicht zu Ende entwickelt und getestet und vielleicht noch an den Komponenten gespart? … mehr ….

 

Forschungsallianz: Digitale Transformation im Fokus

Industrie 4.0, Cloud Computing und Soziale Medien zeigen: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) entwickeln sich rasend schnell. Wie sich das auf Wirtschaft, Gesellschaft und den Einzelnen auswirkt, ist Gegenstand der Forschungsallianz „Digitalisierung: Transformation sozio-ökonomischer Prozesse“, kurz ForDigital, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Mannheim.

Ziel ist es, die Mechanismen der digitalen Transformation besser zu verstehen und innovative IKT-Lösungen zu gestalten. Die vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) des Landes Baden-Württemberg geförderte Initiative vernetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Einrichtungen sowie weiterer Partner.

„Die Digitalisierung eröffnet vielfältige neue Möglichkeiten für Wirtschaft und Gesellschaft, für unser Arbeitsleben genauso wie für unser privates Umfeld. Um ihre Potenziale voll entfalten zu können, müssen wir die Digitalisierung aus unterschiedlichen Perspektiven erforschen und gestalten. In ForDigital verbinden die Partner soziale, ökonomische und technologische Forschungsfragen geradezu ideal“, sagt Professor Oliver Kraft, Vizepräsident des KIT für Forschung. Professorin Rosemarie Tracy, Prorektorin für Forschung, Chancengleichheit und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Mannheim, erklärt: „Durch die gemeinsame Forschungsarbeit sollen hochwertige Publikationen entstehen, an beiden Standorten die Kompetenzbereiche gestärkt und der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden.“

Dabei nimmt die Allianz Chancen wie Risiken in den Blick: „Ein unbegrenztes Angebot von Information in Echtzeit und zunehmende Flexibilität durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien zählen zu den großen Vorteilen der Digitalisierung. Gleichzeitig gilt es, Herausforderungen zu erkennen und mögliche Gefahren zu verstehen“, sagt Wirtschaftsinformatikprofessor Alexander Mädche, Sprecher der Allianz von Seiten des KIT. Professor Armin Heinzl, Sprecher von Seiten der Universität Mannheim, ergänzt: „Wir möchten in der Allianz einen Beitrag leisten, den Übergang von der analogen in die digitale Welt für Wirtschaft und Gesellschaft zu unterstützen, ohne grundlegende Phänomene wie Privatheit, Datensicherheit oder Technostress außer Acht zu lassen.“ Weitere Sprecher der Allianz sind Professor Christof Weinhardt vom KIT und Professor Florian Stahl von der Universität Mannheim.

Ein zentrales Thema von ForDigital ist die digitale Transformation der Wirtschaft. Dabei geht es unter anderem um digitale Infrastrukturen sowie um die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, Produkten und Dienstleistungen. Ebenfalls im Fokus stehen Individuum und Gesellschaft, beispielsweise mit den Potenzialen und Veränderungen hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden, der Gestaltung positiver Nutzungserlebnisse (User Experience), rechtlichen Aspekten sowie volkswirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen.

Mit dem einrichtungsübergreifenden wissenschaftlichen Austausch will ForDigital den Grundstein für die längerfristige Zusammenarbeit und einen leistungsstarken Forschungsschwerpunkt in der Region legen. Ziel der Forschungsallianz ist es auch, standortübergreifende Drittmittel zu akquirieren. Assoziierte Partner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Mannheim sind das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS), das Zentrum für Seelische Gesundheit (ZI), das FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, das FZI Forschungszentrum Informatik am KIT und das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB).

ForDigital ist eine offene Forschungsplattform. Neben den in der Antragsstellung Beteiligten ist es grundsätzlich allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am KIT und der Universität Mannheim sowie der assoziierten Forschungseinrichtungen möglich, standortübergreifende Kooperationsvorschläge einzureichen.

Das MWK unterstützt ForDigital mit einer Förderung von 300.000 Euro im Jahr mit einer Laufzeit von drei Jahren. Die Partner tragen finanziell jährlich insgesamt 200.000 Euro bei und bringen Infrastrukturen ein.

Kommentar Hornetsecurity: Verschlüsselungsverbote sind unsinnig

Kommunikation_verschlüsseltDa sind wir wieder soweit: Trotz aller Beteuerungen aus dem Innenministerium, man wolle Verschlüsselung stärken, wird einmal mehr der Versuch unternommen, genau das Gegenteil zu tun. Der Grund laut Bundesinnenminister De Maizière: „Terroristen sind manchmal technologisch weiter als die Sicherheitsbehörden“.

Ein Scherz? Nein, das ist durchaus ernst gemeint. Terroristen bedienen sich zur Kommunikation offenbar moderner Messenger-Dienste und diese sind zunehmend so verschlüsselt, dass den Sicherheitsbehörden Zugriffe auf die Inhalte unmöglich sind. Die Betreiber der Dienste sehen sich angesichts der genutzten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung außerstande, Behörden den Zugriff auf die übertragenen Daten zu ermöglichen. Ein Glück, möchte man sagen, denn der Sinn starker Ende-zu-Ende-Verschlüsselung liegt ja genau darin, dass Kommunikation und Daten von Benutzern so geschützt wird, dass selbst Betreiber der Dienste auf die Daten nicht zugreifen können.

Die Innenminister von Deutschland und Frankreich allerdings wollen das ändern: Kurznachrichtendienste sollen die Sicherheitsbehörden zukünftig bei ihren Ermittlungen unterstützen. Sie sollen  zukünftig gezwungen werden können, Nachrichten ggf. auch zu entschlüsseln. Ohne die Verschlüsselung zu schwächen, wird das nicht gehen.

Würde die Verschlüsselung aber z.B. durch den Einbau von Hintertüren oder die Hinterlegung von Nachschlüsseln so geschwächt, dass Behörden der Zugriff auf Daten möglich würde, hätte das ungewollte Konsequenzen:

  1. Technisch ja erklärtermaßen bewanderte Terroristen nutzen andere Wege, um gesichert zu kommunizieren. Die Schwächung der Verschlüsselung würde also ihr eigentliches Ziel verfehlen, nämlich die Verfolgung von Terroristen und die Abwehr von Terrorakten durch Ausspähen von Kommunikation.
  2. Der Rest der Bevölkerung kann leichter abgehört werden – nicht nur von Sicherheitsbehörden, sondern insbesondere auch von den Betreibern der Dienste und allen, die – berechtigt oder unberechtigt – Zugriff auf deren Systeme haben. Bei allen Verfahren, die Verschlüsselung schwächen, stellt sich nämlich die Frage, wie denn verhindert werden soll, dass Unberechtigte die Schwächung für ihre Zwecke nutzen. Ein Nachschlüssel müsste z.B. bei Behörden nicht nur eines Landes hinterlegt sein, sondern bei Behörden aller potentiell beteiligten Länder. Schon in Bezug auf Terrorabwehr wäre das problematisch – was ist z.B. mit den Ländern, die in Verdacht stehen, Terroristen zu unterstützen? Die Liste dieser Länder ist ziemlich lang – und von Land zu Land durchaus nicht einheitlich.

Diese und weitere Fragen sind unlösbar und das weiß man auch schon seit mindestens zwanzig Jahren. In den Neunziger Jahren wurde der Versuch, starke Verschlüsselung zu verbieten und nur schwache Verschlüsselung zuzulassen, aus diesem Grund letztlich aufgegeben.

Warum dieser Unsinn auch nach Jahrzehnten immer wieder auch nur diskutiert wird, ist deshalb vollkommen unverständlich. Vielleicht liegt es ja an mangelndem Verständnis der technischen Hintergründe. Es ist deshalb eine gute Nachricht, dass unsere Sicherheitsbehörden verstärkt Mitarbeiter mit Kompetenzen im Bereich Cybersecurity anwerben. Der Bedarf ist offensichtlich.

Autor: Cloud-Security-Provider Hornetsecurity schützt die IT-Infrastruktur, Kommunikation und Daten von Unternehmen und Organisationen jeglicher Größenordnung. Seine Dienste erbringt der Sicherheits-Spezialist aus Hannover nach deutschem Datenschutzrecht über redundante, gesicherte Rechenzentren, für deutsche Kunden in Deutschland.

 

Was tun bei Fake-Profilen in Sozialen Netzen?

Immer wieder gibt es Berichte von Betrügern, die auf Facebook Profile fälschen, um damit von deren Freunden persönliche Daten zu klauen. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, der Medienratgeber für Familien, bietet Eltern fünf Tipps, um Kinder davor zu schützen.

Wie Verbraucherzentralen immer wieder berichten, erhalten Nutzer auf Facebook oft Freundschaftsanfragen von Kontakten, mit denen sie eigentlich schon befreundet sind. Das Profil des Freundes wurde samt öffentlichem Profilbild kopiert.

Nach der Bestätigung wird man um persönliche Daten wie die Handynummer gebeten, etwa weil der ursprüngliche Account angeblich gesperrt wurde und man die Nummer zur Authentifizierung braucht. Sollte man tatsächlich seine Handynummer verraten haben, bekommt man kurze Zeit später eine SMS. Die SMS enthält einen Zahlencode, den man dem vermeintlichen “Freund“ mitteilen soll. Dieser dient dazu, eine Bezahlung zu veranlassen, die von der Handyrechnung abgebucht wird.

5 Tipps zum Schutz vor Fake-Profilen

Misstrauisch sein

Immer noch einmal das Profil und die Nachrichten bei Freundschaftsanfragen genau prüfen. Ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt, kann auch ein untypischer Schreibstil sein. Dem Absender der Nachricht eine konkrete Frage stellen, die eigentlich nur der echte Freund beantworten kann oder den echten Freund auf anderem Wege kontaktieren, zum Beispiel über Handy.

Fake-Freund löschen, blockieren und melden

Den Nutzer von der Freundesliste entfernen und blockieren, damit man nicht mehr kontaktiert werden kann. Im Anschluss das Profil melden und dabei die Option „Jemand hat ein Konto erstellt, das mich oder einen meiner Freunde nachahmt“ auswählen. In der Facebook-Suche auch den eigenen Profil-Namen eingeben und prüfen, ob ein Fake-Profil erstellt wurde. Auch Freunde dazu animieren, wenn ein Verdacht besteht. Kopien sofort melden.

Profil sicher einstellen

Am besten gehen Eltern regelmäßig mit ihrem Kind die Einstellungen zu Privatsphäre sowie Chronik und Markierungen durch, um das Profil zu sichern:

  • Freundesliste verbergen: Sobald ein Konto die Freundesliste auf “Nur ich” gestellt hat, ist es für die Internetbetrüger bereits weniger interessant. Dazu im Profil auf “Freunde” (unter dem Titelbild) klicken, dann auf den Stift und auf „Privatsphäre bearbeiten“. Dort bei der Frage „Wer kann deine Freundesliste sehen?“ auf “Nur ich„ klicken.
  • Nicht öffentlich posten: Für Minderjährige ist voreingestellt, dass nur Freunde Posts sehen. Dies sollte auch unbedingt so bleiben. Sonst kann man im Post einstellen, wer diesen sehen kann.
  • Sicherheitseinstellungen aktivieren:

o Wer kann deine zukünftigen Beiträge sehen: “Freunde”

o Wer kann dir Freundschaftsanfragen senden: “Freunde von Freunden”

o Wer kann in deiner Chronik posten: “Freunde”

o Möchtest du die Beiträge überprüfen, in denen du von Freunden markiert wurdest, bevor sie in deiner Chronik erscheinen: “Ein”

o Wer kann Beiträge, in denen du markiert wurdest, sehen: “Freunde”

o Wer kann sehen, was andere in deiner Chronik posten: “Freunde”

Drittanbietersperre einrichten

Um künftig besser geschützt zu sein, ist es ratsam, eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einzurichten, um kostenpflichtige Bestellungen per Nachricht oder Anruf zu unterbinden. Die Einrichtung der Sperre ist kostenlos und die Anbieter sind dazu gesetzlich verpflichtet. Bei der Telekom nutzen Eltern dazu die Servicenummer 2202, bei Vodafone 1212, bei 02 55222.

Betrug melden

In Betrugsfällen kann man sich an die Verbraucherzentrale wenden oder Anzeige erstatten.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Chatbots: Wie computergesteuerte Propaganda Meinungen manipuliert

Nicht nur autoritäre Regime nutzen künstliche Intelligenz, auch das Brexit-Votum wurde durch selbstständig twitternde Roboter beeinflusst. Noch fehlt ein wirksames Gegenmittel, so Autorin Annika Domainko in der „Süddeutschen“. Es klingt nach Science-Fiction: Wir bilden Meinungen zu politischen Themen durch den Blick in die Zeitung, durch Diskussionen und indem wir die uns verfügbaren Informationen auswerten. Doch währenddessen formiert sich in der virtuellen Welt eine Armee von künstlichen … mehr

Berufs-Aus für Journalisten? Algorithmus schreibt Wunsch-Artikel in einer Minute

Das US-Start-up Articoolo arbeitet daran, die Vision eines „Roboter-Journalisten“ Realität werden zu lassen, berichtet „Pressetext“. So testen die Entwickler einen Algorithmus, der auf Knopfdruck nach einer Minute zu beinahe jedem beliebigen Thema einen fertigen Artikel ausspuckt. Der automatisch generierte Text, der im Moment noch maximal 500 Zeichen umfassen kann, soll sogar noch „gut leserlich“ und „originell“ sein, wie der Hersteller verspricht. … mehr

 

Facebook darf Klarnamen fordern, sagt ein deutsches Gericht

images-2Keine Chance für „Phil Lip“, „Jose Phine“ und „Michi R-Punkt“. Das Verwaltungsgericht in Hamburg hält die Klarnamenpflicht auf Facebook für zulässig, berichten die „e-commerce-news“. Facebook trägt einen Sieg vor einem deutschen Gericht davon: Das soziale Netzwerk darf von Nutzern in Deutschland vorerst weiterhin verlangen, sich mit Klarnamen anzumelden. Das hat das Verwaltungsgericht Hamburg entschieden und sich dabei gegen die Anordnung des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar gerichtet. … mehr

 

Warum Wikipedia nach 15 Jahren in der Krise steckt

Wikipedia, die Online-Enzyklopädie, an der jeder mitschreiben darf, wird 15 Jahre alt. Geburtstag. Von außen betrachtet gibt es allen Grund zu feiern. Die Zahl der Artikel in verschiedenen Sprachen wächst seit der Gründung 2001 kontinuierlich, die englische Wikipedia hält mittlerweile bei über fünf Millionen Artikeln den Spitzenwert. Wikipedia ist das einzige Non-Profit-Angebot unter den 30 meistbesuchten Webseiten. Die Spendenbereitschaft der Nutzer nimmt kontinuierlich zu. Die Wikimedia Foundation sitzt mittlerweile auf Barreserven von rund 80 Millionen Dollar, berichtet die „Süddeutsche“. … mehr