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Social-Media-Nutzer räumen Freundesliste auf: Fast jeder Zweite entfolgt und entfreundet regelmäßig

Entfernte Bekannte, Freunde, mit denen man sich auseinander gelebt hat, oder Influencer, deren Themen nicht mehr zu den eigenen Interessen passen: Fast jeder zweite Social-Media-Nutzer (46 Prozent) prüft regelmäßig seine Kontakte in sozialen Netzwerken und entfreundet oder entfolgt einigen davon wieder.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Für den Trend, die eigenen Geräte aufzuräumen und online in den sozialen Netzwerken auszumisten, gibt es bereits einen eigenen Namen: Digital Declutter. Das Alter spielt dabei keine Rolle. So geben 47 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, 46 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 45 Prozent der 50- bis 65 Jährigen an, regelmäßig online aufzuräumen.

„Wir vernetzen uns online miteinander, aber nicht zwingend für ein Leben lang. Das digitale Aufräumen kann den normalen Frühjahrsputz ergänzen“, sagt Linda van Rennings, Social-Media-Expertin beim Bitkom. „Es gibt Menschen, denen es vor allem darum geht, online viele Kontakte vorweisen zu können und andere, die sich – so wie im echten Leben auch – digital trennen, wenn man sich auseinander entwickelt hat.“

Über die Kontakte in sozialen Netzwerken hinaus gibt Bitkom fünf Tipps für den digitalen Frühjahrsputz

 Desktop

Wer einfach starten möchte und den Bildschirmhintergrund vor lauter Icons nicht mehr sieht, nimmt sich zuerst den eigenen Desktop vor. Keine Ahnung wohin mit den Dateien? Dann ist es vielleicht an der Zeit, sich ein Ablagesystem zu überlegen und Dateien und Verknüpfungen zu löschen, die ausgedient haben. Cloud-Lösungen können ebenfalls eine Möglichkeit sein, für Ordnung zu sorgen. Ausgeklügelte Suchfunktionen helfen nicht nur beim Suchen, sondern auch beim Sortieren.

E-Mails

Mit wenigen Schritten lässt sich Ordnung in den Posteingang bringen. Dazu gehört, den Gelöscht- und Spam-Ordner zu bereinigen, sich mit wenigen Klicks von allen Newslettern abzumelden, die einen nicht mehr interessieren, und Mails direkt nach dem Lesen und Bearbeiten zu löschen, wegzusortieren oder zu archivieren. Wer am Ende des Tages einen leeren Posteingang hat, kann befreit in den nächsten Tag starten.

Kontakte

Zum digitalen Frühjahrsputz gehört auch, einmal alle Kontakte aus der Vergangenheit durchzugehen. Mitunter hat man mit dem Schulfreund zuletzt in der Schule geredet und kein Interesse mehr an einem Kontakt, regt sich über die Beiträge der Bekannten eines Bekannten ohnehin nur auf oder verfolgt den YouTuber gar nicht mehr, von dem man vor Jahren noch jedes Video angeschaut hat. Auch Fake-Follower lassen sich mit Online-Tools identifizieren und ausmisten.

Apps

Smartphone- und Tablet-Nutzer können beim digitalen Frühjahrsputz auch die Apps durchgehen, die sie nicht mehr benutzen und diese deinstallieren. Nicht nur, dass man dann wieder etwas mehr Speicher auf dem Gerät hat, manche Apps verbrauchen je nach Betriebssystem im Hintergrund, auch wenn sie nicht aktiv benutzt werden, Energie oder verbinden sich mit dem Internet.

Fotos

4000 Bilder und mehr sind auf dem Smartphone heute keine Seltenheit mehr. Darunter tummeln sich häufig Messenger-Bilder, die automatisch in der Galerie landen, und Screenshots, die die wenigsten regelmäßig durchgehen, etwa eine alte Bahnverbindung. Wer nach all dem Digital Declutter noch Lust hat, kann die Fotos in der Galerie sichten und löschen. Für besonders schöne Schnappschüsse lohnt es sich eventuell, ein Fotoalbum anzulegen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Online-Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.212 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt, darunter 1.011 Social-Media-Nutzer (83 Prozent). Die Fragestellung lautete: „Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontakte in sozialen Netzwerken und entfreunden bzw. entfolgen Kontakten wieder?“

Was haben Blockchain mit Humanismus zu tun?

Kann Datenschutz und Anonymität ein Menschenrecht sein? Und wie gefährlich ist das Maas’sche Netzwerkdurchsuchungsgesetz? Diese und viele andere Fragen wurden am vergangenen Wochenende bei einem Workshop diskutiert, zu dem der hpd und die Giordano Bruno Stiftung (gbs) eingeladen hatten. … mehr

 

 

Gesichtserkennung bei der Bundespolizei: Jede achte Abfrage ein Treffer

Seit 2008 nutzen deutsche Polizeien ein System zur Gesichtserkennung, um damit Personen zu identifizieren. Die jährlichen Abfragen steigen stetig, jetzt soll die Software verbessert werden. Nach Forschungsprojekten wie am Berliner Bahnhof Südkreuz könnten die biometrischen Fotos automatisiert in Echtzeit durchsucht werden, berichtet „Netzpolitik.org“…. mehr

 

Die Ideologie der Digitalisierung ist der Informationskapitalismus

3-affenBeitrag auf dem Blog der Telekom: Auf die Frage, was denn »Digitalisierung« sei, können im Sommer 2015 mehr als die Hälfte der deutschen Beschäftigten (56 Prozent) keine Antwort geben. Ein Drittel hat noch nie von dem Begriff gehört. Auch das »Internet der Dinge«, das gaben 88 Prozent der Befragten an, sei ihnen kein Begriff. Bei »Big Data« waren es sogar 92 Prozent.

Die Digitalisierung baut unsere Welt in einen Mega-Computer um.

Dabei sind die Zusammenhänge schnell erklärt: Die Digitalisierung baut unsere Welt in einen Mega-Computer um. Alles wird vernetzt. Alles wird gemessen, gespeichert, analysiert und prognostiziert, um optimiert und – möglichst vollautomatisch – gesteuert zu werden. Davon ist der Mensch nicht ausgenommen. »Globale Konsumentensteuerung« nennen das die Technologiegiganten.

Inzwischen sind die Probleme der Digitalisierung nicht mehr zu übersehen und werden auf breiter Basis debattiert. Die computerisierte Massendatenanalyse und die algorithmische Steuerung der Gesellschaft führten in eine Blackbox-Gesellschaft. Die vollständige elektronische Überwachung der Konsumenten – eigentlich Eigenschaft totalitärer Staaten – durch private Unternehmen sei illegitim und verletze Grundrechte.

Immer mehr Berufsbilder würden verschwinden und durch (intelligente) Rechner ersetzt. Was, fragen sich viele, geht hier eigentlich vor? Ist die Digitalisierung nur süße Medizin mit schwerwiegenden Nebenwirkungen? Es ist der Blick in die Geschichte, der hilft, die Gegenwart besser zu verstehen.

 »Sich die Erde untertan machen«, ist uraltes theologisches Motiv und gleichzeitig europäische Leitkategorie.

»Sich die Erde untertan machen«, ist uraltes theologisches Motiv und gleichzeitig europäische Leitkategorie. Der Mensch hat den Auftrag, die schroffe, oft lebensfeindliche Natur zu beugen und sie zu überwinden, um für sich selbst ein menschenfreundliches, ein besseres Leben zu gestalten. Genau das ist es, was wir als »Kulturleistung« bezeichnen.

Der Auftrag zur Gestaltung rechtfertigt jeden technologischen Fortschritt, von der Entdeckung des Feuers über die Erfindung des Rades bis hin zur massenhaften Einführung der Universaltechnologien des 19. und 20. Jahrhunderts – darunter Elektrizität, Funk, Wasserdampf und Computer. Je weiter die Menschheitsgeschichte voranschreitet und je mehr Kultur wir schaffen, desto weiter entfernen wir uns von der Natur.

Dass die Kultur der Digitalisierung tatsächlich schon sehr »un-«natürlich ist, wird schon sprachlich deutlich: an Begriffen wie »Künstliche Intelligenz«, »virtuelle Realität« oder »synthetische Biologie«. Die Digitalisierung setzt nur den Weg fort, auf dem jeder Fortschritt die Menschen ein Stück mehr von der Natur abtrennt.

Die Frage, ob wir Digitalisierung wollen oder nicht, stellt sich daher nicht. Die digitale Transformation wird sich vollziehen, und sie ist philosophisch begründbar. Der Mensch vollzieht kulturelle Leistungen, weil er zur Vernunft begabt ist, im Falle der Digitalisierung zur wissenschaftlichen Vernunft. Deshalb ist die Digitalisierung, wie sie sich gerade entwickelt, nicht gottgegeben. Sie fällt nicht vom Himmel. Wir selbst gestalten sie. Wir wollen das so. Aber warum nur?

Die Antwort ist für manchen nicht ganz naheliegend: Wir brauchen Wirtschaftswachstum. Lässt das Wirtschaftswachstum nach, büßen wir Lebensstandard ein. Wirtschaftswachstum heißt: »Geld verdienen«. Ein anderer Begriff für diese zugegebenermaßen sehr verkürzte Erklärung ist Kapitalismus.

Schon im 20. Jahrhundert hat der österreichisch-ungarische Ökonom Karl Polanyi die drei fiktiven Güter des Kapitalismus definiert, von denen jedes Kind schon in der Schule hört: Arbeit, Boden (Natur) und Kapital. Doch schon in den Zehnerjahren unsrer Zeit galten sie als aufgezehrt. Ein neues fiktives Gut des Kapitalismus muss her – unverbraucht und so innovativ, dass es viele Investitionen auf sich ziehen kann: die Information.

Innovation, das stellte schon ein Zeitgenosse Karl Polanyis, der österreichische Wirtschaftswissenschaftler und kurzzeitige Finanzminister des Jahres 1919, Joseph Schumpeter, fest, ist der Treiber des Kapitalismus. Und die Digitalisierung hat zweifellos zu einem Innovationsschub geführt. Finanzinvestoren haben digitale Technologiegiganten zu den teuersten Firmen der Welt gemacht. Apple, Google und Microsoft belegen die Plätze eins bis drei. Sie bilden ein Oligopol vergleichbar den frühen Wirtschaftsmagnaten der Industriellen Revolution: J.P. Morgan (Strom), Carnegie (Stahl) und Rockefeller (Öl).

Die wirtschaftliche Ausdehnung auf das neue fiktive Gut der Information

Die wirtschaftliche Ausdehnung auf das neue fiktive Gut der Information, mit dem sich seit dem 21. Jahrhundert wieder Geld verdienen lässt, hat keine politische Quelle. Ganz ähnlich den Entwicklungen der Ersten Industrialisierung entstammt auch sie dem Reich der Spekulation, wo rational handelnde Wirtschaftsakteure und ihre Finanzinvestoren investieren, um zu wachsen und zu expandieren.

Das erklärt auch, warum sich die Digitalisierung ohne gesellschaftliche Debatte und ohne politische A-priori-Mitgestaltung vollzieht. Wirtschaftswachstum und Expansion sind keine politischen Aufgaben. Sie beruhen nur auf den Gesetzen der Ökonomie und des Marktes – weder sind sie politisch motiviert noch haben sie einen politischen Ursprung. Wirtschaftsakteure preschen vor, die Politik sieht dem »Neuland« staunend zu.

Deshalb ist richtig, was Ranga Yogeshwar in einem anderen Beitrag zu dieser Reihe ausspricht: »Die Politik ist zu träge, die Strukturen sind zu langsam… Was wir im Moment erleben, ist, dass oft Dinge gemacht werden…, bevor wir eigentlich den Dialog geführt haben.« Die Politik ist dem Markt noch lange nicht in denselben Raum – den digitalen, den virtuellen, den nicht-stofflichen Raum von Daten und Information – gefolgt, wohin sich die Wirtschaft längst ausgedehnt hat. Doch inzwischen zwingt uns die Informationsökonomie, auch in digitalen Zeiten politisch zu werden.

Die Digitalisierung hat einen neuen, ungeregelten Markt geschaffen. Libertäre Märkte, auch das ist gängige Währung unter großen deutschen Philosophen, tendieren dazu, inhuman zu sein und den Menschen nichts als den Weg ins Prekariat zu weisen. Glaubt man dem erwähnten McKinsey-Bericht, scheint sich dies heute so zu bewahrheiten wie in den ungeregelten Anfängen der Industriellen Revolution, in der Kinderarbeit, 60-Stunden-Woche und unhygienische Arbeitsverhältnisse allgemein üblich waren.

In den Nachkriegsjahren des 20. Jahrhunderts hatte der Kapitalismus nur deshalb große Akzeptanz erfahren, weil er sich sozial bändigen ließ, sich unter Ludwig Erhard als sozial-liberal erwies. An der libertären Version von Reaganomics und Thatcherism, den deregulierten (Finanz-)Märkten, die nicht nur Wachstum, sondern auch nie dagewesene Crashs produzierten, leiden wir Europäer noch heute ausnahmslos.

Erst in jüngster Zeit stehen der Informationsökonomie die Ambitionen der Politik auf gesellschaftliche Gestaltung und Marktregulierung gegenüber.

Erst in jüngster Zeit stehen der Informationsökonomie die Ambitionen der Politik auf gesellschaftliche Gestaltung und Marktregulierung gegenüber. Doch die Politik ist im Konflikt mit sich selbst: Soll sie die Informationsökonomie möglichst unangetastet lassen und womöglich große gesellschaftliche Kollateralschäden in Kauf nehmen? Oder soll sie regulieren und sich so zum Bremser des so hochnotwendigen Wirtschaftswachstums machen?

Die Antwort lautet: Regulierung schließt Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsvorteile nicht aus. Mit der Regulierung der Informationsökonomie stehen wir heute dort, wo wir in den Achtzigerjahren beim Umweltschutz standen – ganz am Anfang. Auch damals übertönten die Stimmen der Wirtschaft die ersten grünen Ökos: Umweltschutz schade der Wirtschaft. Heute steht das Gegenteil fest. Hohe europäische Umweltstandards haben sich zum Wettbewerbsvorteil entwickelt und gleichzeitig Mensch und Natur genützt. Vor dem Auftrag, die digitale Ära ähnlich erfolgreich zu humanisieren, stehen wir heute. Es gilt, eine sozial-liberale Informationsökonomie zu schaffen, die jungen Generationen ein gutes Leben mit glanzvollen Technologien ermöglicht.

 Wenn Sie die vollständige Fassung des Statements lesen möchten, klicken Sie bitte hier.

 

Bündnis zwischen Internetwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen gegen europäische Upload-Filter-Regelung

In einem Offenen Brief an die geschäftsführende Bundesregierung sowie an Europaabgeordnete aus Deutschland fordern Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Internetkultur ein klares Bekenntnis zum Einsatz gegen die von der EU-Kommission geforderten automatisierten Filtersysteme für Online-Plattformen, die mit nutzergenerierten Inhalten arbeiten.

 

Ein breites Bündnis vom Digitalverband Bitkom, Verbraucherzentrale Bundesverband, Wikimedia Deutschland, der Bundesverband Deutsche Startups, der Bundesverband Digitale Wirtschaft, der Bundesverband IT-Mittelstand, Bundesverband mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschland, der Chaos Computer Club, D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt, der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur, der Deutsche Gründerverband, die Digitale Gesellschaft, eco – Verband der Internetwirtschaft, Jugendpresse Deutschland und Open Knowledge Foundation Deutschland sieht in der von der Kommission vorgeschlagenen Regelung eine akute Bedrohung der Vielfalt und Freiheit des Internets.

Egal ob Text, Bild oder Videobeitrag, sämtliche Inhalte einzelner Internetnutzenden sollen dem EU-Reformvorschlag nach bereits vor dem Hochladen (Upload) auf vermeintliche Urheberrechtsverletzungen geprüft und solche, die als potenziell rechtsverletzend maschinell erkannt werden, blockiert werden.

Die Upload-Filter bilden das zentrale Element des EU-Reformvorstoßes zur Erneuerung des Urheberrechts im digitalen Binnenmarkt. Von der Maßnahme betroffen wären alle Plattformen, die Inhalte Dritter speichern. Dies bedeutet eine radikale Abkehr von den bestehenden Regelungen zum Umgang mit Urheberrechtsverletzungen im digitalen Raum. Konkret werden den aktuellen Maßnahmen zur differenzierten Rechtsprüfung maschinelle Systeme entgegengesetzt. Dazu der Offene Brief: „Komplizierte Abwägungen, was erlaubt ist und was nicht, sei es Kritik, Satire oder Kunst, können automatisierte Filter nicht vornehmen.“

 Upload-Filter bedroht Meinungsfreiheit und Vielfalt

Aus Sicht der Unterzeichner ist die Folge ein erhöhtes Risiko fälschlicher Upload-Verbote, die langfristig eine unverhältnismäßige Einschränkung von Verbraucherrechten und eine Bedrohung der Vielfalt und Innovation im Internet darstellen. So erinnert der Offene Brief sowohl an das Bekenntnis der EU-Kommission zur Startup-Förderung wie auch an die dementsprechenden Verlautbarungen der Bundesregierung.

„Netzweite automatisierte Vorfilterung von Uploads würde nicht nur die Entstehung und Verbreitung Freien Wissens massiv behindern, sondern könnte gerade für kleinere Projekte auch finanziell existenzgefährdend werden und würde allgemein die Meinungsfreiheit im Netz gefährden”, führt Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland aus.

„Bei einer Einführung von Mechanismen wie Upload-Filtern wäre die Vielfalt von Plattformen und Inhalten im Internet bedroht. Damit sinkt die Wahlfreiheit für Verbraucher. Das darf nicht passieren“, ergänzt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Was so harmlos als Upload-Filter daherkommt, ist faktisch eine maschinelle Zensur im Internet. Die Kommission hat bei ihrem Vorschlag jegliches Augenmaß verloren und versagt bei dem Versuch, das Recht auf freie Meinungsäußerung einerseits und das Recht der Urheber andererseits gegeneinander abzuwägen”, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Diese Bedenken teilen nicht allein die Unterzeichnenden des Offenen Briefes. Auch die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben sich im Entwurf zum Koalitionsvertrag klar gegen Upload-Filter ausgesprochen. So heißt es in dem Dokument: „Eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Upload-Filtern, um von Nutzern hochgeladene Inhalte nach urheberrechtsverletzenden Inhalten zu ‘filtern’, lehnen wir als unverhältnismäßig ab.” In diesem Sinne fordert das Bündnis verbindliche Zusagen für eine zukunftsgerichtete Digital- und Urheberrechtspolitik auf nationaler und europäischer Ebene und somit einen klaren Einsatz gegen Upload-Filter.

Ungewisse Zukunft: Wie verändern Roboter unser Leben?

Sie sprechen viele verschiedene Sprachen, können Daten auswerten, stabile Prognosen aufstellen, Emotionen simulieren und diese auch in Menschen erwecken – humanoide Roboter. Ob als Assistenten bei der Kindererziehung, der Altenpflege, dem Hotelempfang oder einfach als Alltag-Simplifizierer, sie scheinen allmählich Einzug in unser Leben zu nehmen. Werden humanoide Roboter in Zukunft nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken sein? Ein Beitrag in „Politik Digital“ . … mehr

 

 

Ethik und künstliche Intelligenz: Was ist der Mensch uns wert?

Verständnis-Ethik-260x300Menschliche Intelligenz ist das mächtigste Phänomen im uns bekannten Universum. Ohne Intelligenz würden die Dinge einfach nur ohne Zweck ablaufen. Doch mit Intelligenz werden Dinge kreativ und bewusst geschaffen. Kein anderes Phänomen besitzt diese immense Kraft. Neue Ideen in die Welt bringen, Dinge planen, konstruieren und ihnen Bedeutung verleihen. Systeme und Zivilisationen erschaffen. Die Welt nach eigenen Vorstellungen gestalten. Ohne Intelligenz wäre das alles unmöglich.

 Künstliche Intelligenz übernimmt menschliche Kompetenzbereiche

Lange Zeit galt dieses mächtige Werkzeug als einzigartig, die Prozesse unseres Gehirns als nicht kopierbar. Doch dieses Bild gerät zunehmend ins Wanken. Waren frühere künstliche Intelligenzen lediglich in der Lage, exakte Befehle auszuführen, gehen neue Machine- und Deep Learning-Algorithmen an die Substanz unseres Menschseins: Sie sind kreativ, lernen von alleine, führen zu neuen Erkenntnissen und übernehmen zunehmend komplexere kognitive Tätigkeiten.

Jan Pechmann  studierte Medienwissenschaften, Kommunikationsforschung und Sozialpsychologie in Hannover. Dort gründete er, noch aus dem Studium heraus, die Strategieagentur diffferent.

Jan Pechmann studierte Medienwissenschaften, Kommunikationsforschung und Sozialpsychologie in Hannover. Dort gründete er, noch aus dem Studium heraus, die Strategieagentur diffferent.

Dieser extreme Kompetenz-Gewinn von künstlicher Intelligenz (KI) wird Unternehmen jeder Größe substantiell verändern, denn KI stößt mit enormer Geschwindigkeit in Bereiche vor, die bisher exklusiv dem Menschen vorbehalten waren. Und es sind nicht mehr nur noch die monotonen physischen Routine-Arbeiten, die schleichend von Maschinen übernommen werden.

 Automatisiert wird, was automatisiert werden kann

Die Jobs, die durch die KI-Evolution zunehmend in Gefahr geraten, sind die soliden, gut bezahlten „White Collar“-Jobs in den Büros dieser Welt: Accounting, Daten-Auswertung, Wissens-Management, Finanz-Kalkulationen. Obwohl diese neue Stufe der KI-Evolution noch frisch und jung ist, ist der Pool an Exklusiv-Fähigkeiten des Menschen bereits bemerkenswert geschrumpft.

Aus Wettbewerbs-Perspektive mag das verlockend sein: Personalkosten werden gespart, Prozesse gestreamlined, Firmen schlanker und agiler. Künstliche Intelligenz verspricht zu Recht eine Fülle ungeahnter Möglichkeiten. Dieser Transformationsprozess ist spannend und kann Marken in völlig neue Sphären katapultieren. Die Marschrichtung ist eindeutig: Alles, was automatisiert werden kann, wird automatisiert.

Unternehmen in der ethischen Verantwortung

Aus menschlicher und sozialer Perspektive wird die Notwendigkeit mit jedem KI-bedingt wegrationalisiertem Mitarbeiter aber größer, eine Position zu finden, die kluge und weitsichtige Antworten auf die Schattenseite künstlicher Intelligenz findet. Denn der Bereich, in dem sich Mitarbeiter in ihren Kompetenzen noch sicher wähnen können, wird immer kleiner. Das ist die kalte Logik künstlicher Intelligenz.

Die Herausforderung ist am Ende systemischer Natur. Doch jedes Unternehmen ist ein Teil des Systems und muss daher Teil der Antwort sein. KI-Strategien müssen frühzeitig und vollkommen organisch diese Dimension mitdenken und an Antworten arbeiten. Es geht darum, die Menschen für die Prozesse einzusetzen, die noch lange nicht von Maschinen übernommen werden können. Das sind genau die Bereiche, die ein hohes Maß an kreativer Intelligenz benötigen. Das eigene Personal jetzt schon auf diese Tätigkeiten zu schulen, ist eine schwierige, teure und zeitaufwendige Aufgabe.

Bei aller Tech-Euphorie dürfen Unternehmen aber nicht die Augen vor der Frage verschließen, die sich früher oder später jedem stellen wird, die KI zu einem natürlichen Teil ihres Geschäftsmodells macht:

Was ist der Mensch uns wert?

Autor: Jan Pechmann, Jahrgang 1974, studierte Medienwissenschaften, Kommunikationsforschung und Sozialpsychologie in Hannover. Dort gründete er, noch aus dem Studium heraus, die Strategieagentur diffferent. Er leitet die Agentur mit ca. 80 Mitarbeitern an den Standorten Berlin und München zusammen mit seinen Geschäftspartnern Alexander Kiock und Dirk Jehmlich. Mit seiner Strategieberatung ist Pechmann darauf spezialisiert, für seine Kunden überraschende  Lösungen im Spannungsfeld zwischen Marken-, Kommunikations- und Innovationsstrategie zu entwickeln.

Cyberkriminalität: Jeder Vierte fürchtet Kamera-Spione

 Versteckte Beobachter in den eigenen vier Wänden zu haben – eine Horrorvorstellung für die meisten Menschen. Für Cyberkriminelle bieten Kameras in Computern und Handy genau das: ein mögliches Einfallstor, um Personen auszuspionieren. Viele Menschen wollen sich gezielt dagegen schützen. So deckt jeder vierte Nutzer (27 Prozent) von Laptops, Tablet-Computern und Smartphones die Kamera seines Geräts bewusst ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Der unerwünschte Blick ins Wohnzimmer

„Wenn Hightech-Geräte mit Schadprogrammen infiziert sind, können Cyberkriminelle die integrierten Kameras zur ungewollten Überwachung einsetzen“, sagt Dr. Nabil Alsabah, Referent für IT-Sicherheit beim Bitkom. „Wer ganz sicher gehen will und die Gerätekamera kaum nutzt, kann die Linse der Kamera auch abkleben.“ Der Komfort bei der Gerätenutzung werde dadurch aber eingeschränkt.

Doch die große Mehrheit der Gerätenutzer entscheidet sich dagegen. Zwei von Drei (69 Prozent) lassen ihre Kameralinsen unbedeckt. Vor heimlichen Kameraaufnahmen fürchten sich vor allem jüngere Nutzer. Mit 38 Prozent verdeckt mehr als jeder Dritte der 14- bis 29-Jährigen die Linse seines Laptops, Tablet-Computers oder Smartphones. Mit steigendem Alter nehmen diese Bedenken immer mehr ab. Verdecken bei den 50- bis 64-Jährigen noch 23 Prozent der Gerätenutzer ihre Linsen, so sind es bei den über-65-Jährigen nur noch 13 Prozent.

„Nutzer sollten die Software ihrer Geräte immer auf dem aktuellsten Stand halten, um möglichen Sicherheitslücken vorzubeugen“, so Alsabah. Bei verdächtigen Aktivitäten sollte ein Gerät mit Viren-Scannern auf Schadprogramme überprüft werden. „Die letzte Option ist immer, ein infiziertes Gerät zu formatieren, was alle Daten auf den internen Speichern löscht und Schadprogramme entfernt.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.166 Personen ab 14 Jahren befragt, die privat einen Computer oder ein Smartphone nutzen. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lautete: „Decken Sie Ihre Kameras an Laptops, Tablets oder Smartphones gezielt ab, um sich vor Angriffen von Hackern und Internetkriminellen zu schützen?“ 

 

 

Digitalisierung: Sechs Todsünden und ein Paradoxon

Auf dem G20 Jungunternehmergipfel in Berlin hielt Matthias Horx einen Vortrag über digitale Trends und die Zukunft der Unternehmen. Dabei ging der Zukunftsforscher auch auf die Rolle der Digitalisierung ein. Im Mittelpunkt: Sechs digitale Todsünden und ein Paradoxon, berichtet „BasicThinking“. … mehr ….