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Herausforderung für Personaler: Die veränderten Ansprüche der Generation Y

Serie People- und Portraitaufnahmen

Michael Kolb ist Vorstand der QRC Group AG.

Nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels und des viel diskutierten Fachkräftemangels haben schon heute viele Unternehmen Schwierigkeiten, geeigneten Nachwuchs zu finden. Je spezialisierter die Branche, desto komplizierter gestaltet sich der Prozess der Neubesetzung vakanter Stellen. Die gute Nachricht jedoch: Mit neuen Konzepten, die sich an der Lebenswelt der begehrten “Generation Y” orientieren, kann Abhilfe geschaffen werden.

Personaler müssen um- und überdenken

Warum das nötig ist? Die Ansprüche junger Talente an ihren Arbeitgeber und die Stelle an sich haben sich gewandelt. Um die hellsten Köpfe der “Generation Y” zu gewinnen, müssen die Personalverantwortlichen in den Unternehmen und flankierende Abteilungen umdenken.

Während früher oft ein gutes Gehalt ausreichte um junge Talente für die Firma zu begeistern, stehen Statussymbole bei der Generation Y nicht mehr an erster Stelle. Viel wichtiger, das zeigen auch diverse Studien, sind den jungen Menschen die soften Faktoren wie zum Beispiel eine ausgewogene Work-Life-Balance. Eine Möglichkeit diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen ist etwa die Einführung flexibler Arbeitszeit- und auch Anwesenheitsmodelle. Das klassische “9 to 5”-Modell gilt in der Generation Y als eher unattraktiv.

Weg mit starren Programmen – Flexibilität ist gefragt

Flexibilität ist auch was finanzielle Zusatzangebote angeht ein gutes Stichwort. Denn auf Langfristigkeit angelegte Modelle wie etwa die betriebliche Altersvorsorge oder auch Aktienprogramme erscheinen der Generation Y heute nicht mehr attraktiv. Individuelle Bonussysteme schaffen größere Anreize.

Damit die “Generation Y” überhaupt erst auf ein Unternehmen aufmerksam wird und es als attraktiven Arbeitgeber erachtet, muss auch das Employer Branding an Bedeutung gewinnen. Also die Gestaltung und Kommunikation einer überzeugenden Arbeitgebermarke. Und zwar nicht nur nach außen, auch nach innen. Das Instrument der Mitarbeiter-Empfehlung sollte nicht unterschätzt werden.

Nach außen dürfen Unternehmen die Strahlkraft sozialer Netzwerke nicht länger unterschätzen. Die Generation Y ist online. Und vor der Entscheidung für die Bewerbung bei einem Arbeitgeber steht oft die ausführliche Recherche. Wer auf Arbeitgeber-Bewertungen wie etwa kununu.de schlecht da steht oder gar kritische Anmerkungen unkommentiert lässt, hat seine Chancen oftmals bereits verspielt.

Nur wer Perspektiven bietet, kann die Talente auch halten

Die Generation Y – sie steckt voller Tatendrang. Dies äußert sich etwa in der gestiegenen Lust auf Veränderung und der weitaus höheren Wechselbereitschaft. Sind die Talente also gewonnen, gilt es sie zu binden. Nur wer seinen Mitarbeitern eine langfristige Perspektive, Aufstiegschancen oder auch Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung bietet wird sie auch dann halten können, wenn das Unternehmen mal eine schwierige Phase durchmacht.

Kurz gesagt: Personalarbeit wird künftig intensiver und anspruchsvoller werden. Wer im Kampf um die besten Köpfe gewinnen will, der muss sich dieser Herausforderung stellen.

Michael Kolb, Vorstand der QRC Group AG. Die QRC Group zählt mit 24 Partnern und rund 70 Consultants zu Deutschlands großenPersonalberatungen. Alle Partner sind erfahrene Berater und Praktiker mit eigener langer Berufs- und Managementerfahrung.

Die Zukunft der Geschlechterrollen in Wirtschaft und Gesellschaft

Cover_Studie_Gendershift_gedrehtDas Geschlecht verliert an gesellschaftlicher Verbindlichkeit. Ob ein Kind als Junge oder als Mädchen geboren wird, legt nicht mehr fest, wie seine Biografie verlaufen wird und was seine Ziele im Leben sind. Dieser Trend hat weitreichende Folgen in Wirtschaft und Gesellschaft – und ermöglicht es immer mehr Individuen, auf ihre eigene Art und Weise glücklich zu werden.

Der globale Megatrend

Der Gender Shift findet auf der ganzen Welt statt. Er ist ein „Global Shift“, der nicht auf die westliche Welt beschränkt ist: Bloggerinnen aus Saudi-Arabien posten gesellschaftskritische Sketche auf Instagram; Shinzo Abe kämpft – schon aus ökonomischen Gründen – mit dem retraditionalisierten Selbstbild der japanischen Frauen; und afrikanische Unternehmerinnen halten ihre Familien und Dorfgemeinschaften wirtschaftlich über Wasser. In der Türkei gehen Männer in Röcken auf die Straße, um für Frauenrechte zu demonstrieren; die Äußerung eines kanadischen Polizisten löste die weltweit stattfindenden „Slutwalks“ aus; während in russischen Medien gegen Schwule und Lesben gehetzt wird. Und in Deutschland beginnt eine Diskussion darüber, was eigentlich einen guten Vater ausmacht, und wie Männer Kind und Karriere miteinander vereinbaren können. Lebenswelten und Arbeitswelten transformieren sich, neue Chancen für das Individuum tun sich auf, neue Märkte für die Wirtschaft. Überall auf der Welt.

Der Megatrend Gender Shift schafft neue Märkte – und erschüttert die Gesellschaft. Es ist eine Entwicklung, die keineswegs nur Frauen betrifft, sondern mindestens ebenso stark die Männer – und andere Menschen, die aus dem Männchen-Weibchen-Schema ganz herausfallen. Deswegen hat das Zukunftsinstitut in seiner neuesten Analyse den Megatrend, der bisher unter dem Namen Female Shift beschrieben wurde, in „Gender Shift“ umbenannt. Denn der Modetrend zum Vollbart oder gesellschaftliche Entwicklungen wie der Trend zur Regenbogenfamilie gehören eindeutig zu diesem Themenkomplex – aber sie sind keine „Frauenthemen“.

Die sechs Themenschwerpunkte zum Megatrend Gender Shift

1) Sex-Design: In Zukunft ist das Geschlecht nicht angeboren, sondern eine individuelle Entscheidung

2) Emannzipation: Wie Männer in Zukunft aus ihrer stereotypen Geschlechterrolle ausbrechen werden

3) Ungendering Work: Wie der Wandel der Geschlechterrollen das Arbeitsleben revolutioniert

4) Die Sexualität der Dinge: Die Zukunft des Marketings jenseits von Geschlechterklischees

5) Netzfeminismus:Von der Hackerin zum Cyborg: Wie das Internet Geschlechterrollen verändert

6) Global Shift: Ein Megatrend geht durch alle Kulturräume

Gerade von jungen und gebildeten Menschen wird ihre Geschlechtsidentität zunehmend als Spielfeld wahrgenommen, auf dem man sich ausprobieren kann und soll, um seinen eigenen Weg zu finden. Die Angst, als „schwul“ zu gelten, schwindet. In einer Befragung des Neon Magazins im Jahr 2008 unter 20- bis 35Jährigen nach ihrer sexuellen Orientierung gaben zwei Prozent an, homosexuell zu sein, aber heterosexuelle Erfahrungen gesammelt zu haben. Umgekehrt bezeichnet bezeichneten sich sieben Prozent als heterosexuell mit homosexuellen Erfahrungen, und drei Prozent gaben an, bisexuell zu sein. Ingesamt ließen sich 14 Prozent nicht klar dem hetero- oder homosexuellen Spektrum zuordnen.

Die Lust am Spiel mit der Geschlechtsidentität wird in Zukunft zunehmen. Besonders junge, hoch gebildete Menschen verstehen Gender schon jetzt als Spielfeld, auf dem man frei experimentieren kann. Geschlecht wird in Zukunft kein Schicksal mehr sein, das bei Geburt schon festgelegt ist, sondern ein weites Feld für individuelle Vorlieben und unterschiedliche Lebensphasen.

Ethik & Internet: Social Web verstört Psyche von jungen Mädchen

Binnen fünf Jahren haben emotionale Probleme unter jungen Teenagern mit 55 Prozent einen deutlichen Anstieg erlebt. Schuld daran trägt vor allem das allgegenwärtige Social Web. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des University College London (UCL)  und des Anna Freud Centre , berichtet das Newsportal „Pressetext“. … mehr

 

Trendy Instagram: Reiche Kids belächeln Facebook

Wohlhabende Jugendliche finden Instagram und Snapchat attraktiver als Facebook, denn sie können sich dort besser präsentieren, wie der „Teens, Social Media and Technology Overview 2015″ des PewResearchCenter laut einem Bericht von „Pressetext“ ermittelt hat. … mehr

Kienbaum: Generation Y, Generation X und Baby Boomer sind sich viel ähnlicher, als Arbeitgeber denken

Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications.

Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications.

Die unterschiedlichen Generationen von Mitarbeitern, die in deutschen Unternehmen tätig sind, werden in ihren Ansprüchen und ihrer Identität von Arbeitgebern oft falsch eingeschätzt: Unternehmensvertreter unterscheiden die Generationen Y, X und Baby Boomer eindeutig in unterschiedliche Mitarbeiter-Typen. Die Generationen selbst verstehen ihre Rollen als Mitarbeiter aber sehr ähnlich. Das ist das Ergebnis einer Studie von Kienbaum Communications, der Agentur für Arbeitgeberkommunikation der Beratungsgesellschaft Kienbaum.

Für die Studie hat Kienbaum mehr als 1.500 Vertreter der drei aktuellen Mitarbeiter-Generationen und 423 Unternehmen befragt, welche Wünsche und Erwartungen die Mitarbeiter im Job haben und wie sie ihre Rollen und Fähigkeiten einschätzen.

„Es ist erstaunlich, wie ähnlich die drei Generationen ihre Fähigkeiten und Eigenschaften einschätzen. In allen drei Generationen gibt es bestimmte Persönlichkeitstypen – und das gleichmäßig verteilt. Dagegen nehmen Arbeitgeber die Generationen fast schon stereotyp wahr und gehen von homogenen Rollenbildern als Basis für ihre Personalarbeit aus“, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications.

Arbeitgeber haben klare Rollenbilder der Mitarbeiter-Generationen

Aus Arbeitgebersicht sind Mitarbeiter der Generation Y Teamarbeiter, Weichensteller und Erfinder. Die Generation X setzt sich laut der befragten Unternehmen größtenteils aus Spezialisten und Machern zusammen. Vertreter der Baby-Boomer-Generation stehen hingegen für Perfektionismus, Umsetzungsstärke und Spezialistentum.

Generationen unterscheiden sich darin, wie ihr Wunsch-Job aussieht

Die Generationen haben teilweise unterschiedliche Ansprüche an ihren Arbeitgeber und ihren Job, die von den Unternehmen ebenfalls häufig falsch eingeschätzt werden: Für die Generation Y sind die drei wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl erstens eine gute Arbeitsatmosphäre, zweitens Wertschätzung von Leistung und drittens eine abwechslungsreiche und herausfordernde Tätigkeit. Diese drei Top-Kriterien ihrer Mitarbeiter schätzen die meisten Unternehmen richtig ein. In Sachen Internationalität überschätzen die Arbeitgeber allerdings ihre Mitarbeiter: Die Möglichkeit, in internationalen Teams zu arbeiten oder eine Zeit lang im Ausland tätig zu sein, sind den Befragten der Generation Y viel weniger wichtig, als Unternehmensvertreter denken.

Deutlich schwerer tun sich die Arbeitgeber dabei, die Generation X in ihren Wünschen an einen Top-Job einzuschätzen: Die Generation der heute zwischen 35- und 51-Jährigen findet es am wichtigsten, eigene Ideen im Job einbringen zu können, abwechslungsreichen Aufgaben nachzugehen und Entscheidungsbefugnisse zu haben. Die Arbeitgeber hingegen gehen davon aus, dass ein sicherer Arbeitsplatz und Wertschätzung ihrer Arbeit der Generation X am wichtigsten sind.

Job-Ansprüche der Baby Boomer sind für Arbeitgeber oft unklar

Die Baby-Boomer-Generation hält es für das wichtigste Arbeitgebermerkmal, dass eigene Ideen beachtet werden. Die befragten Arbeitgeber schätzen dieses Kriterium als deutlich weniger relevant ein. Was die Bekanntheit des Unternehmens als Arbeitgeberkriterium betrifft, unterscheiden sich die Ansichten von Mitarbeitern und Arbeitgeber ebenfalls stark: Während die Baby Boomer dieses Kriterium auf den drittletzten Platz von insgesamt 17 Wunschkriterien setzen, schätzen die Unternehmen ihre Bekanntheit als eines der wichtigsten Argumente für sich als Arbeitgeber ein.

„Möchte man als Arbeitgeber den Ansprüchen seiner Mitarbeiter gerecht werden, macht es Sinn auf die Generationen-Zugehörigkeit zu schauen. Die Wünsche der Mitarbeiter sind oft ähnlich, in Teilen aber auch sehr differenziert. Häufig fehlt dafür noch das Bewusstsein“, sagt Kommunikationsexperte Erik Bethkenhagen.

Bitkom begrüßt Strategie für Digitale Bildung

Der Digitalverband Bitkom begrüßt den kürzlich von der Großen Koalition in den Bundestag eingebrachten Antrag zur Stärkung der Digitalen Bildung. Demnach sollen die Kompetenzen von Schülern im Umgang mit digitalen Medien sowie ihre IT-Kenntnisse verbessert werden.

„Das ist ein enorm wichtiger Schritt für die deutsche Bildungspolitik“, sagte Bitkom -Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Umgang mit digitalen Medien und IT ist heute so wichtig wie Rechnen und Schreiben. Wir müssen unseren Schülern das Rüstzeug für das Leben und Arbeiten in der digitalisierten Gesellschaft mitgeben. Zugleich braucht die Wirtschaft quer durch alle Branchen dringend Fachkräfte, die fundierte digitale Kompetenzen mitbringen. Eine Strategie zur Stärkung der digitalen Bildung war deshalb lange überfällig.“

Der Antrag der Koalitionsparteien greift zahlreiche Vorschläge auf, die der Bitkom vor einem Jahr formuliert hat. Unter anderem sollen die fächerübergreifende Vermittlung von Medienkompetenz gestärkt, der Informatikunterricht ab der Grundschule gefördert sowie leistungsfähige Infrastrukturen für das digitale Lernen an Schulen ausgebaut werden.

Wichtig ist aus Sicht des Bitkom, dass die Lehrkräfte optimal auf die didaktischen Neuerungen, die mit einer Stärkung digitaler Bildung einhergehen, vorbereitet werden. Zudem muss klar sein, dass bei der Vermittlung von IT- und Medienbildung jeweils unterschiedliche Ansätze sinnvoll sind.

Der Bitkom befürwortet die fächerübergreifende Vermittlung von Medienkompetenz, wie sie bereits in zahlreichen Ländern praktiziert wird. Für die Vermittlung von IT-Kompetenzen sind indes Fachlehrkräfte und ein eigenes Stundenkontingent erforderlich. „Voraussetzung für eine konsequente digitale Bildungspolitik ist zudem, dass die Schulen ausreichend mit zeitgemäßen Endgeräten wie Tablets ausgestattet werden“, so Rohleder.

Der Bitkom setzt sich zudem für den Aufbau Intelligenter Bildungsnetze ein. Innerhalb dieser Netze könnten zum Beispiel die gemeinsame Nutzung von Lernressourcen sowie Fragen von Datenschutz und Datensicherheit effektiver angegangen werden als in einem fragmentierten System nach heutigem Muster.

Da die Bundesländer in Bildungsfragen eigenständig sind, muss der Bund einen Weg finden, um die flächendeckende Umsetzung der Strategie zu gewährleisten. Hierzu schlägt die Große Koalition einen Länderstaatsvertrag vor, der die Zustimmung der 16 Landesparlamente erfordert. „Ein solcher Staatsvertrag könnte die Grundlage für eine effektive Steuerung der bundesweiten Umsetzung sein“, sagte Rohleder. Der Bitkom werde den Prozess auf Bundes- und Länderebene unterstützen.

Inspiriert von Generation Y: Führungskräfte wollen weniger arbeiten

Autorin Christiane Pütter schreibt in „CIO“: Vielen Managern ist inzwischen Selbstverwirklichung wichtiger als Führung. Der Personalberater Odgers Berndtson spricht bereits von einer „Ypsilonisierung“. Früher hätten die Alten den Jungen etwas beigebracht, heute sei das „verkehrt rum“ – diese These vertritt Peer Steinbrück. Der Politiker (SPD) belegte das auf den Hamburger IT-Strategietagen 2010 damit, dass sein damals 25-jähriger Sohn wusste, wie man beim virtuellen Schachspiel einen „verschwundenen“ Turm rettet. … mehr

Internet ist wichtige Informationsquelle für Schüler

Hausaufgaben oder Referatsvorbereitung sind für die allermeisten Schüler ohne Online-Recherche nicht mehr vorstellbar. Neun von zehn Jugendlichen (91 Prozent) im Alter von 14 bis 19 nutzen zu Hause zur Unterrichtsvorbereitung Informationen aus dem Netz. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben.

Zwischen den Schulformen gibt es dabei leichte Unterschiede: Während 93 Prozent der Gymnasiasten für die Schule im Internet recherchiert, sind es bei den Hauptschülern mit 84 Prozent etwas weniger. „Das Internet bietet eine fast unbegrenzte Menge an aktuellen Informationen über nahezu jedes Thema. Von dieser Informationsvielfalt können Schüler vor allem dann profitieren, wenn es darum geht, sich eigenständig in neue Themengebiete einzuarbeiten“, sagt Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. „Wichtig ist, dass die Schule die notwendigen Kompetenzen vermittelt, um Rechercheergebnisse zu bewerten und zu hinterfragen.“

Die meisten Jugendlichen gehen mit den Informationen aus dem Netz kritisch um. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) sucht gezielt nach einer zweiten Quelle zum selben Thema. Fast genauso viele (51 Prozent) recherchieren weitergehende Angaben über die Autoren der Texte. Und Online-Recherchen werden auch häufig in der analogen Welt reflektiert: Jeder Dritte (36 Prozent) fragt Eltern, Geschwister oder Schulfreunde nach ihrer Meinung zu den Rechercheergebnissen. Immerhin jeder neunte Schüler (12 Prozent) prüft allerdings seine Quellen gar nicht, unter den Hauptschülern ist es sogar jeder Vierte (25 Prozent).

Und auch das Abschreiben aus Internet-Quellen ist bei Schülern verbreitet. Fast jeder fünfte Schüler (18 Prozent) hat schon einmal fremde Texte als eigene Schularbeit ausgegeben. 8 Prozent kopieren dabei komplette fremde Texte, 10 Prozent nutzten nur längere Passagen aus Internet-Quellen in eigenen Arbeiten. 16 Prozent der Schüler wollen zu der Frage lieber keine Angabe machen.  „Die Versuchung, fremdes Wissen als das eigene auszugeben, ist zwar groß. Die deutliche Mehrheit der Schüler nutzt Online-Quellen allerdings verantwortungsvoll und geht kritisch mit den gefundenen Informationen um“, so Berg.

Hinweis zur Methodik: Bitkom Research hat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Aris im Auftrag des Bitkom in einer repräsentativen Studie bundesweit 512 Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren an weiterführenden Schulen befragt.

Startup bietet Versicherung à la Facebook und Co.

CL-Infografik-Erreichbarkeit_Small-285x300Einkaufen mit wenigen Klicks, Daten selbst verwalten und Produkte bewerten: Was Verbraucher seit Jahren von großen Online-Anbietern kennen, erwarten sie zunehmend auch in traditionellen Branchen, zum Beispiel von Versicherern.

Von den jungen Deutschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren möchten 40 Prozent am liebsten eine Versicherung, die so ist wie Facebook, Apple oder Amazon. Die Generation über 60 Jahre empfiehlt den Versicherungsunternehmen dagegen vor allem Aldi als Vorbild. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen TNS-Infratest-Befragung im Auftrag des Startups Community Life. Auf https://www.communitylife.de können sich Verbraucher über Versicherungen informieren und diese direkt online abschließen. Außerdem können sie ihre Verträge dort jederzeit einsehen sowie verwalten.

Versicherer sind also gefordert, sich an digitalen Anbietern wie Amazon und Facebook zu orientieren. Wenn sie die jungen und internetaffinen Verbraucher noch erreichen wollen, müssen sie ihr komplettes Geschäft ins Internet verlagern. 60 Prozent der Bundesbürger wünschen sich von ihrem Versicherer einen Online-Auftritt, über den sie sämtliche Angelegenheiten schnell und direkt erledigen können. „Google, Facebook, Amazon und Co. haben die Ansprüche der Menschen verändert“, sagt Dr. Claudia Lang, Mitgründerin des Online-Startups Community Life. „Gerade die Jüngeren wollen sich zunehmend selber informieren und die Möglichkeiten des Netzes voll ausschöpfen – auch wenn es um das Thema Versicherung geht.“

So einfach wie bei Amazon

Dabei reicht es nicht, Produktinformationen, Beitragsrechner und Formulare sowie Kontaktadressen ins Netz zu stellen. Die Mehrheit erwartet vollfunktionsfähige Internetfilialen. „Eine Änderung meiner Daten bei einer Versicherung muss so einfach sein, wie eine Änderung meiner Daten bei Amazon“, sagen 63 Prozent der Befragten. Mehr als zwei Drittel fordern, dass Fragen an Versicherer mit wenigen Klicks im Netz beantwortet sind. Mehr als die Hälfte aller Verbraucher möchte zudem mit einem persönlichen Ansprechpartner skypen oder chatten. Und 60 Prozent möchten den Versicherer jederzeit per Computer, Smartphone und Tablet erreichen können. „Vom ersten Werbekontakt über die Risikoprüfung und den Vertragsabschluss bis zum schnellen Austausch mit einem Mitarbeiter und anderen Kunden muss heute alles online möglich sein“, verdeutlicht Lang.

Verständlichkeit ist Trumpf

Noch ist der durchgängige Kaufprozess allerdings eine Seltenheit in der Branche. Gleichzeitig hapert es an Transparenz. Für 88 Prozent der Deutschen müssen sich Versicherer deutlich mehr anstrengen, um ihre Kunden einfach und verständlich über Versicherungen zu informieren. Die 14- bis 35-Jährigen sind die kritischste Gruppe: 95 Prozent erwarten Auskünfte, die sie schnell verstehen. Knapp drei Viertel der Jüngeren schließen Versicherungen im Internet nur ab, wenn sie sich ausreichend informiert fühlen. „Menschen wollen genau nachvollziehen, was sie für ihr Geld bekommen. An dieser Forderung kommt die Versicherungsbranche nicht mehr vorbei“, sagt Claudia Lang von Community Life.

Informationen zur Studie

TNS-Infratest befragte im Auftrag von Community Life in einer repräsentativen Umfrage 1.000 Menschen ab 14 Jahre zu ihren Erwartungen in puncto Versicherung und Internet. TNS Infratest führte die bundesweite Befragung in Telefoninterviews nach der Methode des Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) durch.

Safer Internet Day am 10.02.2015: EU-Initiative klicksafe will alle Schulen informieren

Der weltweite Safer Internet Day am 10. Februar steht dieses Jahr unter dem Motto „Meine Grenzen im Internet“. Die EU-Initiative klicksafe ruft daher alle Schulen auf, Grenzen des Online-Verhaltens im Unterricht zu thematisieren. Unter allen Teilnehmern verlost klicksafe einen Rap-Workshop für Schüler sowie weitere Sachpreise. Anregungen für die Teilnahme finden interessierte Schulen in dem neuen klicksafe-Unterrichtmodul „Ethik macht klick – Wertenavi fürs digitale Leben“. Hieraus stellt klicksafe bereits vor dem Safer Internet Day Auszüge auf www.klicksafe.de bereit.

Vernetzter Unterricht: Smartphones und Tablets sinnvoll nutzen

Mobile Learning

Bildquelle: IZMF

Einer aktuellen Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom zufolge gehört das mobile Arbeiten mit Notebook, Smartphone und Tablet für rund ein Drittel der Berufstätigen zum Alltag. 32 Prozent aller Angestellten nutzen unterwegs IT-Geräte des Arbeitgebers und arbeiten damit auch außerhalb des Büros. In der Schule hingegen bildet der Einsatz von Smartphones und Tablets zum Lernen oft noch die Ausnahme. Jedoch wird der sinnvolle Gebrauch von Mobilgeräten im Unterricht bundesweit in didaktischen Konzepten entwickelt und in Pilotprojekten erprobt.

Das sogenannte Mobile Learning (M-Learning) bietet neue Möglichkeiten für den Unterricht und das außerschulische Lernen, denn es kann orts- und zeitunabhängig je nach individuellem Bedarf eingesetzt werden. Ziel ist es, die Instrumente des Mobile Learning in klassische Bildungsangebote zu integrieren und als unterstützende Lernformate zu nutzen.

Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Handynutzung an vielen Schulen verboten ist. Eine bundesweit einheitliche Regelung existiert nicht. In den meisten Bundesländern bleibt die konkrete Handhabung den Schulen selbst überlassen. Nur in Bayern ist ein Nutzungsverbot für Handys in der Schule landesweit festgeschrieben.

 Das Handy als Unterrichtswerkzeug

Die Einbindung interaktiver Anwendungen von Mobilgeräten im Unterricht sorgt für Abwechslung und steigert die Motivation der Schüler. So können Mobiltelefone beispielsweise zum Aufzeichnen von Interviews genutzt werden. Per Video können Schüler Unterrichtsthemen festhalten und nach der Schule bearbeiten. Im Bereich Gestaltung können mit Filmen Geschichten erzählt oder mit einem Hörspiel Themen aus dem Fachunterricht vertont werden. Öffentliche Bibliotheken, die über Apps zugänglich sind, vereinfachen zudem schulische Rechercheaufgaben.

 Lern-Apps bieten Anknüpfungspunkte für fast alle Fächer

Ob Biologie, Physik, Sprachen oder Geschichte – mittlerweile gibt es zahlreiche nützliche Programme zur Lernunterstützung. Die kostenlose App „P.M. Planetarium“ bringt zum Beispiel Astronomie auf das Smartphone. Mithilfe der Anwendung können Schüler Sterne, Planeten und Sternbilder am Himmel entdecken und benennen.

Mit der Gratis-App „Lustiges ABC Buchstaben lernen“ kann das Üben von Buchstaben trainiert werden. Sie eignet sich für Vorschüler und Schulanfänger und führt diese auf spielerische Weise in die Welt des Alphabets ein. Bei der gebührenfreien „Häfft“-App handelt es sich um ein mobiles Hausaufgabenheft. Es werden Aufgaben und Referate vermerkt, Stundenpläne hinterlegt und der Notenschnitt aus Klausuren berechnet.

M-Learning im Praxistest: Aktuelle Bildungsprojekte

In einigen Bundesländern und Städten gibt es Modellprojekte für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht, zum Beispiel in Niedersachsen. Dort wird das Projekt „Mobiles Lernen mit Tablet-Computern“ getestet. Darin wird die Eignung von Tablet-PCs für das Mobile Learning und deren Wirksamkeit zur Verbesserung der Unterrichtsqualität untersucht. Insgesamt 16 Schulen nehmen landesweit an dem dreijährigen Projekt teil, das noch bis Sommer 2015 läuft.

Ähnliche Initiativen gibt es auch in Frankfurt am Main und Hamburg. In Frankfurt führt die Stauffenberg-Berufsschule mit Unterstützung des Frankfurter Stadtschulamtes seit 2013 das Modellprojekt „Media meet School“ durch, bei dem Schüler mit Tablets unterrichtet werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Schüler selbstständig Problemlösestrategien entwickelten und auch außerhalb des Unterrichts lernten. Das Projekt wurde bis Sommer 2015 verlängert.

Ende Januar 2015 wurde in Hamburg das Pilotprojekt „Start in die nächste Generation“ an sechs Schulen mit über 750 Schülern gestartet. Ziel ist der sinnvolle Einsatz von Smartphones, Tablets und Laptops im Unterricht. Dabei werden die eigenen Geräte der Schüler genutzt und Tafel, Schulbuch und Schulheft nicht ersetzt, sondern ergänzt.

 Digitale Bildung ist Trendthema bei der didacta 2015

Das Thema digitale Bildung zählt auch zu den Kernthemen der Bildungsmesse didacta, die vom 24. bis 28. Februar 2015 in Hannover stattfindet. Das Informationszentrum Mobilfunk ist als Aussteller auf der didacta vertreten und erklärt an seinem Messestand (Halle 15, Stand E51/1), wie mobile Kommunikationstechniken im Unterricht thematisiert werden können.

Unterrichtsfach Facebook: Die Angst der Lehrer vor den Neuen Medien

Kinder heute wachsen mit Smartphones, Tablets und dem Internet auf. Und sicher lag auch bei dem ein oder anderen ein neues Smartphone unter dem Weihnachtsbaum. Doch obwohl Kinder heutzutage mit den neuen Medien groß werden, hinken sie laut aktuellen Studien im Vergleich zu Gleichaltrigen in anderen Ländern hinterher und schnitten nur mittelmäßig ab, berichtet Madeleine Gullert in der „Aachener Zeitung“. … mehr

 

 

Studie „Datenland Deutschland – Die Generationenlücke“

Laut der Deloitte-Studie „Datenland Deutschland – Die Generationenlücke“ geben Jüngere ihre persönlichen Daten bereitwilliger preis als die ältere Generation. Das zeigt die zweite Studie der Datenland-Reihe unter Mitwirkung des neu gegründeten Deloitte Analytics Institutes, das zusammen mit akademischen Institutionen wie dem Fraunhofer und dem Hasso Plattner Institut an Fragestellungen zum sinnvollen Umgang mit Konsumentendaten in Deutschland arbeitet.

So variiert laut des Reports „Datenland Deutschland – Die Generationenlücke“ die Internetnutzung stark nach Altersgruppe: Die Generation Y nutzt das Medium intensiv und vertraut auf dessen Sicherheit. Sie lässt sich durch persönliche oder finanzielle Anreize relativ leicht zur Preisgabe privater Daten motivieren.

„Die zwischen 1985 und 2000 Geborenen sind mit der Digitalisierung aufgewachsen und bewegen sich intuitiv und sicher im Netz – damit steigen auch die Ansprüche an die Leistungen von Unternehmen. Gewinnen werden beim E-Commerce Firmen, die maßgeschneiderte, innovative Angebote bieten und die Unterschiede des Online Verhaltens zwischen den Generationen beachten“, erklärt Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte.

Shared Economy

Die Bereitschaft, Daten zu teilen, ist bei jungen Nutzern hoch, wenn ein monetärer oder persönlicher Vorteil erkennbar ist. Die Belohnung für geteilte Informationen steht für diese Altersgruppe im Vordergrund. So wird die Entwicklung innovativer Produkte als langfristiger Vorteil beim Teilen von Daten gesehen. Für die älteren Generationen steht hingegen Vertrauen bei der Datenteilung im Vordergrund, Rabatte oder andere Leistungen motivieren sie sehr viel weniger.

Sicherheitsbewusstsein der Generation Y niedriger

38 Prozent der „Gen Y“-Vertreter lesen Sicherheits- und Datenschutzbedingungen bei Onlineaktivitäten nur selten oder nie. Unter Baby Boomern (46?60 Jahre) und der Silent Generation (ab 61 Jahren) sind es lediglich 18 bzw. 15 Prozent, die dem Datenschutz keine Aufmerksamkeit schenken. Generell geht die Gen Y lockerer mit Sicherheit, Datenschutz und Online-Transaktionen um.

Die Einwilligung zu Datenschutzhinweisen wird als lästige Pflicht gesehen. Dennoch wäre die Aussage falsch, die Generation Y wäre naiv: Sie weiß, welche Informationen für sie selbst kritisch sind. Die Sicherheit von Finanzdaten ist 87 Prozent dieser Befragten wichtig, was der höchste Wert verglichen mit anderen Altersgruppen ist. Daneben hat die Generation Y ein größeres Vertrauen in europäische Unternehmen und Institutionen als die anderen Generationen, die primär deutschen Institutionen vertrauen.

Gen Y gestaltet das Internet aktiv

Mit den sozialen Netzwerken ist die persönliche Vernetzung in den Vordergrund getreten. Das hat die Generation Y von Anfang an miterlebt und gestaltet, da sie das Internet nicht nur passiv erlebt, sondern mit Informationen gefüllt hat. 75 Prozent sind täglich oder wöchentlich in sozialen Medien aktiv, die Hälfte postet ebenso regelmäßig.

Das Netz bietet ihnen Informationen für Studium, Beruf und Freizeit und deckt größtenteils Unterhaltung und Nachrichten ab. Der natürliche Umgang mit der digitalen Welt macht die ?Gen Y? unbedarfter. Andere Generationen hingegen sind ?analog? aufgewachsen und nutzen das Internet zurückhaltender.

„Kosten-Nutzen-Anreize helfen Unternehmen, die jüngeren Internetnutzer zur Veröffentlichung ihrer persönlichen Informationen zu motivieren und ihren Zugang zu Daten und die Angebote für die Kunden zu verbessern. Für ältere Nutzer müssen Transparenz und Kommunikation verbessert und hervorgehoben werden, um ein Vertrauensverhältnis zu erreichen“, resümiert Dr. Alexander Börsch, Leiter Research bei Deloitte Deutschland.

Deloitte Analytics Institute

Das Deloitte Analytics Institute ist ein Expertenzentrum aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, das sich mit Fragestellungen zum sinnvollen Umgang mit Konsumentendaten in Deutschland beschäftigt. Gemeinsam mit akademischen Institutionen und verschiedenen deutschen Unternehmen arbeitet das Analytics Institute an wettbewerbsfähigen Geschäftsmodellen und Lösungen im Bereich Data Analytics vor dem Hintergrund technischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

„Das Analytics Institute ermöglicht es uns, ganzheitliche Ansätze zur Datennutzung in Deutschland zu entwickeln, da wir mit Vertretern verschiedenster Institutionen aus Wirtschaft und Forschung unterschiedliche Sichtweisen kombinieren. So können wir sinnvolle Ansätze entwickeln, gleichzeitig den Datenschutz zu gewährleisten, Kundenvertrauen zu schaffen und dennoch in ausreichendem Maße Daten für die Produktoptimierung und Innovation zu nutzen“, so Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte.

Die komplette Studie finden Sie online.