Schlagwort-Archiv: Facebook

Sind Amazon, Google & Co. systemrelevant?

Kürzlich ist mir eine ebenso ketzerische wie beunruhigende Frage in den Sinn gekommen: Sind Firmen wie Amazon oder Google mittlerweile systemrelevant in dem Sinne, dass ein Crash negative Konsequenzen auf globale Infrastruktur, Logistik und Versorgung hätte? Während bei Banken „nur“ der „Domino-Effekt“ befürchtet wird, könnten es Amazon oder Google aus ihrer eigenen Schwergewichtigkeit heraus sein, ist in „IT-Business“ zu lesen. … mehr

 

Wie Facebook seine Nutzer trackt

Die „Datenschutz Notizen“ haben in einem früheren Beitrag bereits darüber berichtet, welche Daten Facebook unter anderem für die Zielgruppendefinition verwendet. Die Washington Post berichtete nun, dass 98 Daten zur Kategorisierung genutzt werden. Bereits in dem damaligen Bericht wurde auf auf die verschiedenen genutzten Datenquellen (vor allem Drittanbieter) verwiesen. Zu diesen Drittanbietern schreibt Facebook:… mehr

 

Fans von Marken bei Facebook suchen nach „Sinn und Wertegemeinschaft“

Ach wäre das schön, wenn Marken, Unternehmen und Organisationen verstehen könnten, wonach sich Fans sehnen, die „freiwillig“ einer Marke bei Facebook folgen: Die Menschen sehnen sich nach Sinn und einer Wertegemeinschaft. Die Wirtschaft wird zum Popstar, zum emotionalen Vorbild, zum ethischen Leitbild, zum virtuellen Verein, in dem man mit Gleichgesinnten eine Community bildet. Dieses erstaunliche Ergebnis einer Studie sollte uns nachdenklich machen: Nun reicht den Unternehmen nicht mehr der USP (das Alleinstellungsmerkmal), nun brauchen sie eine Persönlichkeit, mit der sich die Kunden identifizieren können! Das schreiben die „Steady News“. … mehr

 

Studien zur Meinungsbildung: Instant-Messenger wichtiger als Facebook

Zwei neue Studien der Medienanstalten untersuchen den Einfluss von Plattformen im Internet auf das Informationsverhalten und die Meinungsbildung. Und die wird vor allem im direkten Kontakt mit Freunden gebildet – auf Instant-Messengern, berichtet „Netzpolitik.org“. … mehr ….

 

So findet Facebook neue „Freunde“

facebook_iconFacebook schlägt seinen Usern Freunde vor. Dabei handelt es sich um Menschen, mit denen Gemeinsamkeiten bestehen. Nun entdeckten Journalisten in den USA, dass Facebook für diese Empfehlungen offenbar auch Lokalisierungsdienste nutzt. Das mag bei der Pizzeria um die Ecke noch harmlos sein, anders sieht es allerdings bei Arztbesuchen, sensiblen Selbsthilfegruppen oder dem örtlichen Bordell aus.

 Was genau ist eigentlich ein Freund?

Eine schwierige Frage für viele Menschen und auch für die Rechenpower von Facebook ist sie zu verzwickt.

Paul Ducklin, Sicherheitsexperte bei Sophos, erklärt: „Die Menlo-Park-Experten, die uns hier ganz sozial unter die Arme greifen möchten, suchen in unseren virtuellen Profilen nach potentiellen Hinweisen, um uns bislang unentdeckte „Personen, die du vielleicht kennst“ vorzustellen. Leider bleibt es in Teilen völlig unklar, woher sie ihr Wissen genau beziehen.“

Facebook selbst definiert sein Vorgehen recht vage: „‘Personen, die du vielleicht kennst‘ sind Facebook-Nutzer, die du möglicherweise kennst. Wir zeigen dir anhand gemeinsamer Freunde, Ausbildungs- und Berufsinformationen, Netzwerken, denen du angehörst, Kontakten, die du importiert hast und vielen anderen Faktoren, Personen an.“

Wie diese „anderen Faktoren“ scheinbar miteinander interagieren, hat vor kurzem auch die Aufmerksamkeit einer Journalistin des US-Magazins Fusion erregt.

 Weiß Facebook, wo ich gestern war?

Kashmir Hill hat dort vor einigen Wochen ein Interview mit einem Vater veröffentlicht, der eine Versammlung zum Thema „Suizidgefährdete Jugendliche“ besucht hat. Überrascht stellte er nach dem Treffen fest, dass einer der Teilnehmer in seiner Facebook-Rubrik „Personen, die du vielleicht kennst“ auftauchte.

Denn das einzige, was die beiden Personen scheinbar verband, war die Teilnahme an dem gleichen Treffen. Eine Möglichkeit, um Freunde vorzuschlagen, ist der Abgleich von Telefonkontakten. Diese wurden laut Hill aber gar nicht ausgetauscht. Die einzige Verbindung, die scheinbar bestand, war die Tatsache, dass sie beide zur gleichen Zeit am gleichen Ort gewesen sind – also auch deren Smartphones.

Auf Anfrage vermutete Facebook zunächst, dass die Ortsbestimmung nicht die einzige Gemeinsamkeit war. Später behauptete das Unternehmen, diese Information gar nicht genutzt zu haben und räumte dann aber ein, dass die Technik vor einiger Zeit zu Testzwecken verwendet, aber nicht ausgerollt wurde. Hill liege also falsch mit ihrer Aussage, dass Facebook die Lokalisierungsfunktion von Smartphones nutze, um neue Freunde vorzuschlagen.

 

Kein Beweis für die Nutzung von Ortungsdiensten

Letztendlich lässt sich aufgrund der vorliegenden Fakten nicht feststellen, welche Vernetzung von Informationen zu dem überraschenden Vorschlag führte. Allerdings ist dies nicht der einzige Fall.

 

Eine weitere Interviewpartnerin von Hill, genannt Lisa, gab an, dass ihre Patienten einander unter dieser Funktion als Freunde vorgeschlagen wurden. Lisa betreibt eine Psychologische Praxis in einer amerikanischen Kleinstadt, zu ihren Patienten gehören HIV-Infizierte, Frauen in gewalttätigen Beziehungen und suizidgefährdete Personen. Anders als in einer Metropole, kamen die Facebook-Vorschläge hier fast einem Outing gleich. Auch Lisa vermutete die Ortungsdienste als Auslöser, allerdings könnte es in ihrem Fall auch die Telefonnummer gewesen sein. Offenbar war diese bei Facebook hinterlegt und wurde nun in den Kontakten anderer Nutzer gefunden.

Die Funktion „Personen, die du vielleicht kennst“ ist sicherlich nicht dazu gedacht, Menschen zu outen oder sie einem Risiko auszusetzen, aber wenn die Algorithmen dahinter geheim sind und sich ständig ändern, können bei 1,7 Milliarden aktiven Nutzern schon Einzelfälle eine große Welle auslösen.

„Höchstwahrscheinlich werden die meisten Nutzer keine negativen Auswirkungen aus Fehlern des Facebook-Algorithmus spüren,“ erläutert Ducklin. „Aber das Sammeln von Daten und das Herstellen von Verbindungen findet statt. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein. Und es lässt sich leider auch nicht abschalten, es sei denn, man löscht seinen Facebook-Account oder lässt das Handy einfach mal zuhause.“

 

 

 

Was tun bei Fake-Profilen in Sozialen Netzen?

Immer wieder gibt es Berichte von Betrügern, die auf Facebook Profile fälschen, um damit von deren Freunden persönliche Daten zu klauen. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, der Medienratgeber für Familien, bietet Eltern fünf Tipps, um Kinder davor zu schützen.

Wie Verbraucherzentralen immer wieder berichten, erhalten Nutzer auf Facebook oft Freundschaftsanfragen von Kontakten, mit denen sie eigentlich schon befreundet sind. Das Profil des Freundes wurde samt öffentlichem Profilbild kopiert.

Nach der Bestätigung wird man um persönliche Daten wie die Handynummer gebeten, etwa weil der ursprüngliche Account angeblich gesperrt wurde und man die Nummer zur Authentifizierung braucht. Sollte man tatsächlich seine Handynummer verraten haben, bekommt man kurze Zeit später eine SMS. Die SMS enthält einen Zahlencode, den man dem vermeintlichen “Freund“ mitteilen soll. Dieser dient dazu, eine Bezahlung zu veranlassen, die von der Handyrechnung abgebucht wird.

5 Tipps zum Schutz vor Fake-Profilen

Misstrauisch sein

Immer noch einmal das Profil und die Nachrichten bei Freundschaftsanfragen genau prüfen. Ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt, kann auch ein untypischer Schreibstil sein. Dem Absender der Nachricht eine konkrete Frage stellen, die eigentlich nur der echte Freund beantworten kann oder den echten Freund auf anderem Wege kontaktieren, zum Beispiel über Handy.

Fake-Freund löschen, blockieren und melden

Den Nutzer von der Freundesliste entfernen und blockieren, damit man nicht mehr kontaktiert werden kann. Im Anschluss das Profil melden und dabei die Option „Jemand hat ein Konto erstellt, das mich oder einen meiner Freunde nachahmt“ auswählen. In der Facebook-Suche auch den eigenen Profil-Namen eingeben und prüfen, ob ein Fake-Profil erstellt wurde. Auch Freunde dazu animieren, wenn ein Verdacht besteht. Kopien sofort melden.

Profil sicher einstellen

Am besten gehen Eltern regelmäßig mit ihrem Kind die Einstellungen zu Privatsphäre sowie Chronik und Markierungen durch, um das Profil zu sichern:

  • Freundesliste verbergen: Sobald ein Konto die Freundesliste auf “Nur ich” gestellt hat, ist es für die Internetbetrüger bereits weniger interessant. Dazu im Profil auf “Freunde” (unter dem Titelbild) klicken, dann auf den Stift und auf „Privatsphäre bearbeiten“. Dort bei der Frage „Wer kann deine Freundesliste sehen?“ auf “Nur ich„ klicken.
  • Nicht öffentlich posten: Für Minderjährige ist voreingestellt, dass nur Freunde Posts sehen. Dies sollte auch unbedingt so bleiben. Sonst kann man im Post einstellen, wer diesen sehen kann.
  • Sicherheitseinstellungen aktivieren:

o Wer kann deine zukünftigen Beiträge sehen: “Freunde”

o Wer kann dir Freundschaftsanfragen senden: “Freunde von Freunden”

o Wer kann in deiner Chronik posten: “Freunde”

o Möchtest du die Beiträge überprüfen, in denen du von Freunden markiert wurdest, bevor sie in deiner Chronik erscheinen: “Ein”

o Wer kann Beiträge, in denen du markiert wurdest, sehen: “Freunde”

o Wer kann sehen, was andere in deiner Chronik posten: “Freunde”

Drittanbietersperre einrichten

Um künftig besser geschützt zu sein, ist es ratsam, eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einzurichten, um kostenpflichtige Bestellungen per Nachricht oder Anruf zu unterbinden. Die Einrichtung der Sperre ist kostenlos und die Anbieter sind dazu gesetzlich verpflichtet. Bei der Telekom nutzen Eltern dazu die Servicenummer 2202, bei Vodafone 1212, bei 02 55222.

Betrug melden

In Betrugsfällen kann man sich an die Verbraucherzentrale wenden oder Anzeige erstatten.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Facebook ist das neue Fernsehen – und macht uns zu Analphabeten

Das geschriebene Wort verliert an Bedeutung, im Internet dominieren Videos. Ein Geschenk für Demagogen – und eine Gefahr für unsere Zivilisation, meint Autor Hossein Derakhshan in der „Süddeutschen“: Demagogen, ob links oder rechts, müssen das Fernsehen einfach lieben. Das Medium ist linear, von Gefühlen getrieben, passiv, dreht sich um Bilder und hat Politik zur Reality-Show degradiert. „Wir amüsieren uns zu Tode“ – schon der Medienwissenschaftler Neil Postman hat … mehr …

Google und Facebook: Vereint gegen das FBI

Auf Telefondaten hat das FBI längst Zugriff – das weiß jeder, der einmal CSI gesehen hat. Doch erlaubt das Gesetz zu den Telefondaten auch den Zugriff auf Internet-Daten wie etwa den Verlauf des Webbrowsers? Gegen diese Auffassung der Behörden wehren sich Netzgiganten wie Google, Facebook und Yahoo in einem gemeinsamen Brief (Guardian), berichtet der „Social Media Watchblog“ . Dabei geht es nicht so sehr darum, dass die Firmen ungern mit den Behörden zusammenarbeiten – sie haben lediglich Probleme mit der Praxis der „National Security Letters“, die häufig zur Anforderung solcher Daten genutzt werden. … mehr

 

Facebook-Mitarbeiter halten angeblich konservative Stimmen zurück

Es geht um eine kleine Box auf Facebook. Sie ist eines von vielen Experimenten, die das soziale Netzwerk kontinuierlich durchführt, um seine 1,65 Milliarden Nutzer noch ein paar Sekunden länger im Bann zu halten und ihnen noch ein paar Klicks mehr zu entlocken. Über die Box reden seit Montag viele Amerikaner. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, welches Potenzial der Manipulation und Parteinahme in Facebook liegt – und wie gern der Konzern verschweigen würde, welchen Einfluss er hat, ist auf der „Süddeutschen“ zu lesen. … mehr

 

Netzkritik: Google und Facebook dürfen nicht die Welt kontrollieren

Die Silicon-Valley-Firmen glauben zwar, zu wissen, wie sie ihr Geld zum Wohle der Menschheit ausgeben. Aber das System bröckelt bereits. Autor Evgeny Morozov schreibt dazu in der „Süddeutschen“: Entsteht da gerade eine neue Tech-Blase? Oder, wie man im Silicon Valley sagt: Sind die meisten Einhörner in Wahrheit verkleidete Zombies? Die eigene Antwort darauf hängt davon ab, wie man zum allgemeinen Gesundheitszustand der globalen Ökonomie steht. … mehr

 

„Gefällt mir“-Button von Facebook auf Unternehmensseiten verstößt gegen Datenschutz

facebook-logo-thumbs-upDie Verwendung des „Gefällt mir„-Buttons von Facebook auf der Internetseite von Unternehmen verstößt gegen den Datenschutz in Deutschland. Grund ist, dass Facebook über den bereitgestellten Button nicht nur dann Informationen über Nutzer erhält, wenn sie darauf klicken. Vielmehr wird auch ohne einen Klick auf „Gefällt mir“ festgestellt, dass der Verbraucher die Seite besucht hat.

Die Besucher werden allerdings weder darüber informiert, noch können sie der Datenweitergabe widersprechen. Dies ist datenschutzrechtlich nicht zulässig, hat das Landgericht Düsseldorf entschieden (Az.: 12 O 151/15). Damit setzte sich die Verbraucherzentrale NRW gegen Fashion ID (Peek & Cloppenburg) durch. Das Unternehmen muss die Buttons daher entfernen. Die Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf ist noch nicht rechtskräftig.

„Unternehmen haben Sorge dafür zu tragen, dass die Nutzer ihres Internetangebots nicht ungewollt als Datenlieferanten für Dritte herhalten müssen. Die Konstruktion des Facebook-Buttons lässt eine rechtlich zulässige Nutzung nicht zu. Die Unternehmen sollten Druck auf das soziale Netzwerk ausüben, die „Gefällt mir“-Funktion an geltendes Recht anzupassen“, erklärt der IT- und Wettbewerbsrechtsexperte Dr. Sebastian Meyer von BRANDI Rechtsanwälte in Bielefeld, der die Verbraucherzentrale in dem Verfahren vertritt.

Das Urteil hat grundsätzliche Bedeutung für die datenschutzrechtliche Bewertung der „Gefällt mir“-Funktion. Seitens der Verbraucherzentrale NRW sind bundesweit noch weitere Verfahren anhängig bzw. Abmahnungen erfolgt, u.a. gegen HRS, Nivea (Beiersdorf), Payback, CTS Eventim und KIK. Beiersdorf (Nivea) hat im Zuge der Abmahnung durch die Wettbewerbszentrale die Nutzung der Funktion beendet. KiK verwendet mittlerweile eine andere technische Lösung, bei der keine automatische Übermittlung von Daten erfolgt.

„Für Unternehmen, die nicht auf die Verknüpfung mit Facebook verzichten wollen, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder wird eine technische Barriere zwischengeschaltet, die eine Verbindung zu Facebook erst bei der Nutzung der Schaltfläche „Gefällt mir“ aufbaut. Oder jeder Nutzer wird mittels eines Banners vorab informiert und muss der Weitergabe der Daten an Facebook zustimmen – ähnlich wie bei der Nutzung von Cookies. Das werden die Unternehmen ihren Kunden und Interessenten aber kaum zumuten wollen“, betont Meyer.