Schlagwort-Archiv: Ethik

Ethik und Künstliche Intelligenz: Mehr Bauchgefühl bitte!

Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz – spätestens wenn die Dmexco ansteht, dreht unsere Branche regelmäßig durch. Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von Mediascale, hält ein Plädoyer für den ältesten Algorithmus des Menschen: unser Bauchgefühl. Ein Beitrag in „W&V“. … mehr

 

Reality Check: Revolutionieren Sprachassistenten unser Einkaufsverhalten?

(Bildquelle: Amazon)

(Bildquelle: Amazon)

„Wie wird das Wetter morgen?“ – „Spiele etwas von den Rolling Stones!“ – „Welche Termine habe ich morgen?“ So oder so ähnlich lauten die häufigsten Anfragen an digitale Sprachassistenten wie Amazon Echo (Alexa). Doch sollte man nicht vergessen, dass Amazon ist in erster Linie eines ist: ein Händler. Deswegen ist Alexa eben nicht nur Meteorologin, DJane und Sekretärin, sondern auch Verkäuferin. Haben die smarten Lautsprecher das Potential, die Welt des deutschen Einzelhandels umzukrempeln? Roger Niederer, Head Merchant Services von SIX Payment Services, macht den Reality Check.

Check 1: Hat das Shopping via Sprachassistenten eine Zukunft?

Einkaufen über Sprachbefehle ist schon heute möglich, auch wenn es bisher nur in relativ bescheidenem Umfang genutzt wird. Jedoch rechnen Experten mit einem beachtlichen Wachstum in den nächsten Jahren. Laut einer Umfrage der Beratungsfirma OC&C Strategy Consultants unter 1.500 Besitzern von Smartspeakern in den USA, wird sich der dortige Markt von zurzeit zwei Milliarden Dollar innerhalb von nur fünf Jahren auf 40 Milliarden ausdehnen.

Bereits heute nutzen 66 Prozent der erwachsenen Amerikaner Sprachassistenten oder Chatbots, 21 Prozent wickeln darüber sogar E-Commerce-Aufgaben wie das Bezahlen von Rechnungen und Online Banking ab; dies zeigt eine aktuelle Studie von Mastercard and Mercator. Für Voice-Shopping – auch Conversational Commerce genannt – spricht, dass es ein schnelleres, bequemeres und nahtloseres Einkaufserlebnis für Verbraucher schafft. Statt zu Tippen und sich durch mehrere Links zu klicken, stellt der Nutzer eine Frage und erhält eine Antwort.

Check 2: Wie wird sich dieser Trend auf deutsche Händler auswirken?

Weltweite Trends gehen an Deutschland nicht vorbei, sie schlagen hier nur etwas später ein. Online-Shopping hat sich bereits vor Jahren etabliert – und wächst mit Amazon an der Spitze immer noch weiter. Laut dem Branchenverband HDE ist Amazon bereits bei 40 Prozent aller Bestellungen im Internet auf irgendeine Art beteiligt. Vor allem der „Marketplace“ wird von Händlern genutzt.

Wenn der Trend zur erweiterten Nutzung digitaler Sprachassistenten anhält, wird Amazon seine führende Rolle im Onlinehandel dadurch eher noch ausbauen. Das sollten Händler hierzulande im Hinterkopf behalten, wenn sie über ihre Online-Strategien für die nächsten Jahre nachdenken.

Check 3: Wettbewerbsverzerrung vorprogrammiert?

Problematisch beim Einkauf über Sprachbefehle ist die Produktauswahl. Sucht ein Kunde in einem traditionellen Online-Shop beispielsweise nach Waschmittel werden ihm die verschiedensten Produkte angezeigt. Wie allerdings gehen Alexa, Siri & Co. mit dem Befehl „Bestelle Waschmittel!“ um? Hier zwei Hinweise, was Händler jetzt tun können, um wettbewerbsfähig zu bleiben:

  • Sprachanfragen neigen dazu, länger zu sein, als getippte Suchanfragen. So fragt ein Kunde vielleicht über Google „Schuhgeschäft Hamburg Altona“, per Sprachbefehl könnte die Anfrage aber so lauten: „Welcher Schuhladen ist jetzt in Hamburg Altona geöffnet?“. Aus diesem Grund ist es wichtig, Geschäft- sowie Produkt- und schließlich auch Bezahlinformationen auf die neue Art der Suche abzustimmen.
  • Amazon und Unternehmen haben bisher mehr als 15.000 sogenannte Skills entwickelt, also „Apps“, die mit Alexa abgerufen werden können. Was anfänglich als Mittel zur Kontaktaufnahme mit Kunden und zur Beantwortung von deren Fragen diente, ist längst über den reinen Kundenservice hinausgewachsen. Bank- und Finanzdienstleister arbeiten derzeit daran, personalisierte Dienste anzubieten, die einen Bezahlvorgang noch einfacher, schneller und bequemer machen, als eine Message zu verschicken. Unter den Banken haben American Express, Capital One und US Bank Skills für Alexa entwickelt, während Barclays, ICICI, ING und OCBC mit Siri von Apple arbeiten.

Fazit: Bequem ist Trend

Neue Technologien setzen sich immer dann durch, wenn sie den Nutzern das Leben erleichtern. Sprachassistenten haben durchaus das Potenzial, das Einkaufsverhalten von Verbrauchern entscheidend zu beeinflussen. Für Händler ist dies sowohl eine Chance, als auch eine Herausforderung. Sie können sich durch die entsprechenden Angebote von der Konkurrenz abheben, müssen allerdings die nötige technische Vorleistung aufbringen und mit dem richtigen Payment Service-Partner eine Vielzahl an bequemen Zahlungsmöglichkeiten bereitstellen. Wenn die Prozesse im Backoffice effizient und zuverlässig laufen, haben Händler Zeit sich auf das zu fokussieren, was wirklich wichtig ist: ein nahtloses Einkaufserlebnis für den Kunden auf allen Absatzkanälen zu schaffen.

Digitale Transformation: It-Verantwortliche in der ethischen Bredouille

Ein Bericht der Österreichischen Nachrichtenagentur APA: Der digitale Wandel kommt schnell, umfassend und mit enormen Umbrüchen. Alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche sind betroffen. Eine Unzahl sensibler Daten, der verantwortungsvolle Umgang mit Algorithmen und Co. sowie der Weitblick für gesellschaftliche Auswirkungen – damit sind immer mehr IT-Verantwortliche konfrontiert. … mehr

 

Die 7 Gebote: Google veröffentlicht ethische Grundsätze zu Künstlicher Intelligenz

AI (Artificial Intelligence, KI, Künstliche Intelligenz) hat in den letzten Jahren richtig Fahrt aufgenommen, mittlerweile kommen Teile davon auch schon beim Nutzer an, zum Beispiel als Unterstützung für diverse Aufgaben auf dem Smartphone. Das Problem ist, dass AI nicht nur für gute Zwecke eingesetzt werden kann, sondern letztendlich Daten jeglicher Art und mit jeglichem Ziel verarbeiten kann. AI ist keine Problemlösung für alle Probleme, kann aber eben einen sehr positiven Effekt in bestimmten Bereichen habe, ist im Blog der „Stadt Bremerhaven“ zu lesen. … mehr

 

Chinas Kindergärten setzen auf Robo-Erzieher

Über 600 chinesische Kindergärten setzen mittlerweile auf den Roboter „Keeko“  , ein knapp 60 Zentimeter großes mobiles Gerät, das Geschichten erzählen kann und Kindern Logik-Rätsel stellt. Durch eingebaute Kameras und ein ausgeklügeltes Navigationssystem soll das Modell Kinder ähnlich wie ein Pädagoge beschäftigen, berichtet „Pressetext“. … mehr …

 

VW: Neues Ethik-Programm für offene Unternehmenskultur

Ein Beitrag auf „T-Online.de“: Als ein wichtiges Element bei der Aufarbeitung des Dieselskandals bündelt der VW-Konzern bisherige Ethik-Initiativen für eine offene Unternehmenskultur. Bis Juni 2025 soll das neue Programm „Together4Integrity“ im gesamten Konzern ausgerollt werden. Es soll die Fortschritte beim Kulturwandel anhand eines Stichwort-Kataloges künftig messbar machen, sagte das für Integrität und Recht zuständige Vorstandsmitglied Hiltrud Werner am Montag in Wolfsburg. Sie will das neue Programm als eine Art Werkzeugkasten fürs Management verstehen, das alle bisherigen Initiativen vereint. … mehr

 

Andrew Keen: Intelligente Menschen statt intelligente Apparate

Der Internetkritiker und ehemalige Silicon-Valley-Unternehmer Andrew Keen stellt in seinem Buch Ansätze für mehr Menschlichkeit in der digitalen Welt vor. Er macht Vorschläge, wie der Markt im Digitalsektor gezähmt werden kann, berichtet „Deutschlandfunk Kultur“. .. mehr …

 

 

Kommentar: Zukunft der Erwerbsarbeit: Ohne Grundeinkommen wird es nicht gehen

 

Doris Albiez, Deutschland-Chefin von Dell EMC,

Doris Albiez, Deutschland-Chefin von Dell EMC,

sieht im Zuge der Digitalisierung große gesellschaftliche Umwälzungen bevorstehen. Nach Ansicht von Albiez muss daher über die Zukunft der Erwerbsarbeit disruptiv nachgedacht werden. Dabei sollte das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens, das in der Wirtschaft immer mehr Zustimmung erfährt, endlich ernster genommen werden.

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt ganz grundlegend. Wir stehen derzeit am Beginn einer enormen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzung. Dabei muss eines klar sein: Automatisierung, Vernetzung und Künstliche Intelligenz (KI) werden zahlreiche Arbeitsplätze und ganze Berufsbilder obsolet werden lassen. Anders als in früheren Umwälzungen sind diesmal auch höher qualifizierte Jobs massiv betroffen.

Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Digitalisierung für einen Ausgleich durch neue Arbeitsplätze sorgt. Und selbst für diesen Fall gilt: Die Friktionen werden gewaltig sein, weil diejenigen, die ihren Arbeitsplatz durch Digitalisierung verlieren, nicht automatisch die sein werden, die die neuen, digital ausgerichteten Arbeitsplätze einnehmen.

„Wir stehen mit der Digitalisierung nicht nur vor einer technischen, sondern auch vor einer sozialen Disruption“, meint Doris Albiez, Senior Vice President & General Manager Dell EMC Deutschland. „In der Wirtschaft schrillen längst die Alarmglocken, trotzdem wird das Thema in der Öffentlichkeit noch nicht so recht ernst genommen. Meist übt man sich in Beschwichtigung und hofft, dass es schon nicht so schlimm kommen wird. Tatsächlich aber steckt man bloß den Kopf in den Sand und verpasst dadurch die Chance, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“

Das Lebensmodell der Erwerbsarbeit wird sich nach Auffassung von Albiez in den nächsten Jahren verändern. Für jeden Einzelnen wird es Phasen von klassischer Beschäftigung, von Teilzeitarbeit, von selbständiger Tätigkeit und von Zeiten geben, in denen man sich um Familie, Bildung oder auch um gesellschaftliche Aufgaben kümmert. Zwischen solchen Phasen werden die Menschen flexibel hin und her wechseln. Darauf sind aber die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, allen voran die Sozialsysteme, nicht abgestimmt. Hier gilt beispielsweise Nicht-Beschäftigung immer noch als Ausnahme, die es unbedingt zu vermeiden gilt und die deshalb mitunter auch sanktionsbewehrt ist. Das ist aber ein Modell aus dem Zeitalter der Industrialisierung und passt überhaupt nicht mehr in die digitale Ära.

„Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, dass diejenigen, die mit der Digitalisierung nicht Schritt halten können oder die sich einfach andere Prioritäten als Erwerbsarbeit setzen, aus dem sozialen Raster fallen. Eine Prekarisierung größerer Teile der Gesellschaft würde die Gesellschaft insgesamt gefährden“, warnt Albiez.

Daher muss ernsthaft über disruptive Modelle für die Organisation von Erwerbsarbeit und Lebensgrundlagen nachgedacht werden. „Führende Köpfe der Wirtschaft setzen sich schon seit längerem mit guten Argumenten für das bedingungslose Grundeinkommen ein. Ich habe trotzdem den Eindruck, dass das allzu oft leichtfertig vom Tisch gewischt wird, weil es zu unbequem ist, weil es die eingefahrenen Gleise verlässt und sicher auch manchen Besitzstand in Frage stellt“, sagt Albiez. „Aber es hilft nichts: Wir werden auch in diesen Fragen disruptiv denken müssen. Ich sehe das im Grunde wie Siemens-Chef Joe Kaeser: Auf Dauer wird eine Art Grundeinkommen völlig unvermeidlich sein . Umso wichtiger ist es, die Diskussion darüber nicht noch länger aufzuschieben.“

Weitere Quellen zum BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) aus Sicht der Wirtschaft

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-12/digitale-revolution-telekom-timotheus-hoettges-interviewhttps://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/leben-in-wuerde-dax-chefs-fordern-bessere-soziale-absicherung/20457960.htmlhttp://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/weltwirtschaftsforum/sap-vorstand-leukert-sagt-ein-grundeinkommen-hilft-allen-14026906.html

Umfrage: Deutsche wünschen sich einen neuen digitalen Humanismus

Ein Beitrag in der „Funkschau“: Die Digitalisierung verändert einfach alles – wie wir arbeiten, uns fortbewegen und nicht zuletzt, wie wir unsere Freizeit verbringen. Die Aussichten für eine rosige digitale Zukunft könnten kaum besser sein: Doch 62 Prozent der Deutschen vermissen den „Fokus Mensch“ bei digitalen Technologien. .. mehr

 

Kundenservice & Co.: Wie Bots die Zukunft bestimmen

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

Künstliche Intelligenz verändert unser tägliches Leben. Galt der Touchscreen bei Smartphones vor zehn Jahren noch als Sensation, ist er heute völlig selbstverständlich geworden. Die nächste große Veränderung, die ähnlich einschneidend sein wird, erobert gerade weltweit die Märkte: Sprache als neues Interface. Stichworte: Amazons Alexa und Google Home. Millionen dieser Geräte stehen bereits in Haushalten in aller Welt. Auch beim Thema Kundenservice spielen Bots und Sprache eine immer wichtigere Rolle.

Chatbots und andere KI-gesteuerte virtuelle Agenten haben den Kundenservice bereits jetzt in seiner Struktur vollkommen verändert. Doch das ist nur der Anfang der „Bot-Revolution“, denn durch APIs werden Chatbots mit nachhaltigen Lernprozessen verknüpft und tauchen plötzlich an Orten auf, an denen man sie nie vermutet hätte.

Menschliche Züge: Chatbots verbessern den Service

Das Kontaktcenter der Zukunft erhält bereits beim Klingeln des Telefons Informationen über den Kunden und kann mit einer relativ großen Wahrscheinlichkeit voraussagen, worüber der Anrufer gleich sprechen möchte. Die dahinterstehende künstliche Intelligenz (KI) macht den Menschen jedoch nicht überflüssig, sondern ergänzt ihn. Sie erweitert bloß die Fähigkeiten der dort Angestellten, greift ihnen in vielen Situationen unter die Arme und macht sie so produktiver.

Auf diese Weise können Anfragen schneller und besser bearbeitet werden. Ein Beispiel: Man ruft seine Bank an und bleibt erst einmal in der Warteschleife stecken – oder muss sein Anliegen einem Mitarbeiter nach dem anderen immer wieder neu erklären.

Viele Finanzinstitute haben ihre Customer Journey deshalb mithilfe von Chatbots verkürzt, die häufig gestellte Fragen schneller und direkter beantworten können. Ist trotzdem ein Gespräch notwendig, wird der Kunde zu einem „echten“ Mitarbeiter weitergeleitet, der Zugriff auf die Vorgeschichte und die Chat-Kommunikation seines Gesprächspartners hat.

Das verbessert die Servicequalität und die Customer Experience insgesamt deutlich. Menschen haben gerne mit Menschen zu tun. Doch die künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass immer häufiger menschenähnliche virtuelle Assistenten und Chatbots zum Einsatz kommen. Sie nutzen die natürliche Sprache, um – aufbauend auf der traditionellen Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Klient – immer mehr Nuancen und Zusammenhänge zu verstehen. Viele Unternehmen integrieren Chatbots in ihre vorhandenen Applikationen, um den steigenden Kundenansprüchen gerecht zu werden und die Customer Experience zu optimieren.

Nahtlose Kommunikation

Schlechter Kundenservice kann einen Konzern teuer zu stehen kommen: Er beeinträchtigt die Kundenloyalität, führt zu Kundenabwanderungen und behindert die Akquise neuer Kundschaft. Doch Chatbots, CPaaS und andere Technologien mit kontextbezogener Kommunikation werden künftig dafür sorgen, dass weniger Applikationen benötigt werden, um Vorgänge abzuwickeln.

Und sie werden den Prozess beschleunigen, mit dem der Kunde über Verzögerungen beziehungsweise Änderungen benachrichtigt wird. Beides bringt den Unternehmen riesige Vorteile.

Die „Bot-Revolution“ hat Technologien hervorgebracht, die bei Kundenanfragen oder -problemen mehr Kontext liefern und im Handumdrehen eine Lösung parat haben. Doch damit nicht genug: Die Bots können überall mit dem Kunden kommunizieren – per Chat, per In-App-Mitteilung, per SMS oder per Sprachnachricht.

Diese nahtlose Kommunikation ist in vielen Bereichen immer noch eines der größten Probleme bei der Customer Experience: Unternehmen können die unterschiedlichen Kommunikationskanäle (SMS, Festnetz, Apps, Sprachnachricht, Social Media) oft nicht unter einen gemeinsamen Hut bringen.

Sprich: Sie sind nicht in der Lage, diese verschiedenen Kommunikationsstränge zu einem fortlaufenden Dialog zu verknüpfen. In jedem Kanal musste der Kunde immer wieder neu erklären, wer er ist und was er gerade möchte. Denn jedes Gespräch, das auf einem Kanal geführt wurde, fand isoliert von der Kommunikation auf den anderen Kanälen statt. Dies ändert sich gerade zum Positiven.

Chatbots in CRM-Plattformen oder Datenbanken einbetten

Einer der wichtigsten Treiber für die Weiterentwicklung der Chatbots ist die technische Integration. Bots können in CRM-Plattformen, Unified-Communications-Systeme oder interne Datenbanken integriert werden. Chatbots, die isoliert eingesetzt werden, sind lediglich vorprogrammierte Antwortpakete – sie verfügen weder über Daten, die einen weiterbringen, noch über ein Backup.

Ein integrierter Chatbot dagegen kann beispielsweise historische Daten nutzen, um sich wiederholende Fragen zu übergehen. Er kann auch durch Sentimentanalysen erkennen, wann ein Nutzer verärgert ist – und ihn dann umgehend an einen Call-Center-Mitarbeiter weiterleiten. Über APIs haben die Unternehmen die Möglichkeit, ihre Chatbots in ein breiter aufgestelltes Communications-Ökosystem einzubinden und sie nicht nur intelligenter, sondern auch nützlicher zu machen. Darüber hinaus wurden einige der wichtigsten KI-Innovationen der letzten Zeit im Bereich Voice-Bots entwickelt.

Voice als User Interface

Immer mehr Geräte lassen sich per Sprache steuern, etwa die eingangs erwähnten Smart-Home-Assistenten Amazon Alexa und Google Home. Sprachbefehle sind nicht nur schneller, sie machen – anders als bei der manuellen Eingabe – den Blick auf den Bildschirm überflüssig. Mit dieser unkomplizierten Methode können private und berufliche Aufgaben in kürzerer Zeit abgearbeitet werden, ohne den Tagesablauf zu unterbrechen.

Und das ist erst der Anfang: Sprach- und Gestensteuerung halten zum Beispiel auch in Autos Einzug. In Zukunft werden wir per Sprachinterface unser Leben – privat wie beruflich – organisieren. Das gilt auch für das Einkaufen: Bald werden wir uns unter dem Stichwort „Voice Commerce“ online mit Sprachbots über die Produkte unterhalten, für die wir uns interessieren. Dadurch wird das Argument „Beratung bekommt man nur im Laden“ hinfällig, was wiederum die Art, wie wir shoppen, massiv beeinflusst. Mehr noch: Das gesamte Internet erfährt eine Transformation – von der bald altmodischen Texteingabe samt Maus und Tastatur hin zu einem von Videos und Sprache dominierten System. Bildschirme und Tastaturen werden irgendwann zu Raritäten zählen.

Oberste Priorität: Entwicklung von plattformübergreifenden Bots

Die Entwicklung von Programmen für Geräte mit künstlicher Intelligenz und virtuellen Agenten beziehungsweise Assistenten gehört für zukunftsorientierte Entwickler mittlerweile zu den obersten Prioritäten. In dieses Forschungsfeld werden derzeit Milliarden investiert. Zwar ist es nach wie vor eine Herausforderung, Bots zu entwickeln, die plattformübergreifend interagieren.

Doch in den nächsten Monaten und Jahren wird es immer mehr SDKs und andere Frameworks geben, mit denen plattformübergreifende Voice-Bots geschaffen werden können. Wir steuern auf eine Welt zu, in der API-gestützte Bots, die nahtlos zwischen verschiedenen Kanälen wie Telefon und Chat wechseln, die Norm sein werden. Den meisten Bots liegt eine Technologie zugrunde, die natürliche Sprachverarbeitung mit Spracherkennung kombiniert und auf beinahe jeden Kommunikationskanal angewendet werden kann.

Für den Kunden ist das ein Segen, denn so kann er mit den Bots interagieren, wie es ihm gerade gefällt: über Facebook Messenger, WhatsApp, per Voice, Chat oder Messaging. Diese Art flexibler, dynamischer künstlicher Intelligenz wird dafür sorgen, dass der Kundenservice konsistenter und umfassender wird. Kunden, die Hilfe brauchen, werden jederzeit Unterstützung bekommen, und zwar über jeden beliebigen Kanal.

Autor: Thomas Klar ist Country Manager Deutschland für Nexmo, der API-Plattform von Vonage. Er verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Cloud Communication und Business Technology und konzentriert sich bei Nexmo auf den Ausbau der aktuellen Marktpräsenz und des vorhandenen EMEA-Kundenstamms sowie um die globale Expansion von Nexmo. Der Fokus liegt hierbei auf dem deutschen Markt. 

Studie: Jugend (ver)zweifelt an Smartphone-Kompetenz von Eltern und Großeltern

Egal ob Middle-, Best- oder Silver-Ager – aus Sicht der 16- bis 35-Jährigen haben Eltern und Großeltern in Sachen Smartphone den Anschluss verloren. So sagen 81 Prozent der für die aktuelle Studie „Familie und Smartphone“ Befragten, dass ihre Eltern langsamer mit dem Smartphone umgehen als sie.

Zudem kritisieren 66 Prozent der Kinder, dass ihre Eltern viele Funktionen des internetfähigen Handys nicht verstehen. In der Generation der Großeltern beschränken sich nach Aussage ihrer Enkel sogar 77 Prozent auf nur wenige Funktionen des Smartphones. Für die Studie hat der Mobiltelefon-Anbieter Emporia 1.000 junge Bundesbürger befragt.

„Wie unsere Studie weiter zeigt, geht es den Befragten dabei nicht um jugendliches Imponiergehabe, weil sie die gerade angesagte App praktisch mit geschlossenen Augen bedienen können“, sagt Eveline Pupeter, CEO und Eigentümerin von Emporia. „Im Gegenteil: Die so genannten Digital Natives haben ein gutes Gespür dafür, warum die ältere Generation oft größere Probleme mit dem Smartphone hat.“ So sagen 75 Prozent der Studien-Teilnehmer, dass es ihre Großeltern stresst, wenn sie sich an ein anderes System oder eine andere Art der Bedienung gewöhnen müssen. „Was für die Enkel ein cooles Update ist, wird für die Großeltern also schnell zur digitalen Hürde“, so Emporia-CEO Pupeter.

Neben dem Wunsch nach vertrauten Symbolen und Benutzeroberflächen werden die Smartphone-Ambitionen vieler älterer Menschen auch durch den Faktor Angst ausgebremst. Mehr als zwei Drittel der Enkelkinder beobachten bei ihren Großeltern, dass diese stets befürchten, etwas mit dem Smartphone falsch zu machen.

Kein Wunder: Denn während die mittlere Generation oft über den beruflichen Einsatz von PC und Internet eine eigene Technik-Kompetenz aufbauen konnte, haben die Älteren noch die „Fasse Dich kurz“-Aufkleber an der Telefonzelle oder Geschichten von horrenden Telefonrechnungen in der Fernsehsendung „Vorsicht Falle!“ vor Augen.

Abgesehen von diesen kulturellen Unterschieden zwischen den Generationen kommt als zusätzlicher Stress-Faktor noch das Thema Gesundheit hinzu. „Ältere Menschen wissen es beispielsweise sehr zu schätzen, wenn ihre Smartphone-Oberfläche vor allem das Ziel guter Lesbarkeit verfolgt und sie auch mit eingeschaltetem Hörgerät störungsfrei telefonieren können“, so Emporia-Chefin Pupeter. „Multi-Tap-Funktionalitäten, die nur mit ausgefeilter Finger-Akrobatik unfallfrei zu bedienen sind, überlassen die Senioren hingegen lieber ihren Enkelkindern.“