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Maschinen, Menschen, Demagogen – Warum Kommunikation bei digitaler Transformation eine Schlüsselrolle einnimmt

DemagogenWasser ist nass, in Amsterdam fallen gelegentlich Fahrräder um und die Welt wird immer digitaler. Auf den ersten Blick lohnt es die Mühe nicht, der Artikelflut zur digitalen Transformation einen weiteren Strauß an Binsenweisheiten hinzuzufügen. Was technisch machbar ist, ist immer schon gemacht worden – vorausgesetzt, es bringt Gewinn – und die Digitalisierung macht hier keine Ausnahme. Sieht man sich die Gemengelage allerdings nicht wie üblich mit der Lupe, sondern aus dem Hubschrauber an, so wird das Thema wieder erheblich spannender.

Aus dieser Perspektive geht es nicht mehr um die Frage, ob die übernächste Generation von Smartphones bereits implantiert ist, wer für die Parkschäden eines autonom fahrenden Tesla haftet oder wie lange sich Kommunikationsagenturen noch mit dem Layout von gedruckten Broschüren herumschlagen dürfen. Hier geht es vielmehr um die Frage, ob beispielsweise Donald Trump ein Kollateralschäden der Digitalisierung ist, wie eine Gesellschaft aussehen kann, in der Arbeit nur noch für eine Minderheit zur Verfügung steht, und welchen neuen Verantwortungen die Kommunikationsbranche dabei entgegensieht, die bisher noch nicht im Fokus der Diskussion standen.

All he can do for money is drive

Übernimmt man den angelsächsischen Brauch, die Welt in eine Domäne blauer und eine Domäne weißer Kragen zweizuteilen, so schrumpft der Bedarf in der Blaumann-Abteilung schon seit langer Zeit dramatisch.

Bereits 1784 mechanisiert beispielsweise Edmund Cartwright den Webstuhl und stellt damit Heerscharen von Facharbeitern frei. Wenig später konnten auch die beiden armen Kerle entlassen werden, die noch an der Kurbel des Geräts schwitzten, denn diese Aufgabe übernahm eine Dampfmaschine. Nach mehr als zwei Jahrhunderten energischer Innovation spielt manuelle Arbeit in den Industrieländern mittlerweile kaum noch eine Rolle.

Überall dort, wo sich Automatisierung rechnet, ist sie umgesetzt. Was weiterhin besser von Menschen erledigt werden kann, ist in Schwellenländer ausgelagert, in denen die Löhne niedrig und die Arbeitstage lang sind. In der Heimat bleibt geringqualifizierten Arbeitssuchenden wenig mehr als die Option, Lastwagen zu fahren. Genau hieraus, bei den desperaten Verlierern des industriellen Wandels, rekrutiert sich schon heute ein großer Teil der Trump-Fans, Brexit-Befürworter und AfD-Wähler – auch wenn dies natürlich eine polemische Verkürzung ist.

Es kommt allerdings noch schlimmer. Mit dem Übergang von der Roboterisierung des Fließbandes zur intelligenten Digitalisierung ganzer Wertschöpfungsketten nimmt die Transformation weiter Tempo auf. Dass unsere Lastwagen auf dem Weg von A nach B schon sehr bald auf die Chauffeurdienste übergewichtiger Country-Fans verzichten können, ist dabei nur ein Randphänomen.

Viel dramatischer ist, dass eine beinahe menschenleere „Dark Factory“ schon in naher Zukunft ebenso gut in Baden-Württemberg wie in Burkina Faso stehen kann. Die Industrieländer werden wieder als Produktionsstandorte attraktiv. Gut ausgebildete Maschinensteuerer finden sich hier sogar besser. Unvermeidliche Konsequenz bilden Ströme von Flüchtlingen aus Asien und Afrika, deren Ausmaß die Bilder von 2015/16 um ein Vielfaches übertreffen wird.

„Alexa, den Jahresabschluss für 2020 bitte“

Bisher wird das triste Los des Prekariats von den Bewohnern der Teppichetagen noch aus gelassener Distanz betrachtet. Damit wird allerdings bald Schluss sein. Weitgehend unbemerkt kommt die Digitalisierung aus den Startlöchern, um auch in der Domäne der weißen Kragen gründlich aufzuräumen.

Neuronale Netzwerke sind inzwischen so leistungsfähig, dass sie bei einer Vielzahl von Aufgabenstellungen menschlicher Intelligenz nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen sind. Längst geht es nicht mehr um dumpfe Rechenleistung, wie etwa bei den Schachcomputern der Vergangenheit, sondern um echtes Lernen, mit dem selbst hochkomplexe, intuitive Aufgaben gemeistert werden.

Die Künstlichen Intelligenzen (KI) entwickeln dabei eine verblüffende, wenn nicht sogar beängstigende Selbstständigkeit. Um herauszufinden, dass wir Zweibeiner Gefallen an Katzenvideos auf YouTube finden, benötigt ein neuronales Netzwerk keine Unterstützung und bastelt sich die Algorithmen zum Erkennen der Tierchen gleich nebenbei mit. Dass so etwas auch nach hinten losgehen kann, lernte Microsoft im Jahr 2016, als sein autonomer Twitter-Chatbot „Tay“ binnen weniger Stunden zum Nazi mutierte und abgeschaltet werden musste.

Die Übernahme der Weltherrschaft durch den Computer steht noch nicht auf der Tagesordnung, selbst wenn kluge Leute wie Stephen Hawking und Elon Musk sich ernsthafte Sorgen in dieser Richtung machen. Doch was unterhalb dieser Schwelle abläuft, ist schon bemerkenswert genug. Mittlerweile gehören KI in Gestalt gehorsamer Assistentinnen fast schon zum Alltag, sei es bei der Navigation im Auto, bei der Suche nach dem passenden Restaurant oder der Thermostateinstellung im smarten Eigenheim.

Dass genau diese dienstbaren Geister derweil unsere Kreditanträge ablehnen und sich um unsere Jobs bewerben, wird gerne übersehen. Dabei liegt es auf der Hand, dass die Bewertung von Kreditrisiken als algorithmusbasierter Vorgang aus der Hand des Sachbearbeiters genommen und einem Computer übertragen wird.

Je schneller Entscheidungen getroffen werden müssen, je größer die zu durchforstenden Datenberge sind, umso unausweichlicher wird der Einsatz von KI, sei es beim Arbitragehandel an den internationalen Börsen oder der Beglückung potentieller Kunden durch individualisierte Werbung. Genau hier beginnt dann auch der Abbau ehemals felsenfest in menschlicher Hand befindlicher Arbeitsplätze.

Vom Versicherungsvertreter über den Bankangestellten bis zum Buchhalter wanken die Bastionen administrativer Jobs, und selbst Rechtsanwälten und Journalisten wird bereits heute die Feder von der KI aus der Hand genommen. Vielleicht ist ja sogar dieses Dossier schon von einer KI geschrieben, merken würde es beim aktuellen Stand der Technik kaum noch jemand. Kein Wunder, dass in einer Studie zu den Digitalisierungsrisiken Service- und Vertriebsmitarbeiter sowie Büroangestellte die größten Segmente auf der Verliererseite ausmachen.

Nach den Arbeitern geraten nun also auch die Angestellten ins Räderwerk der Digitalisierung. Damit aber wird Arbeit endgültig zur Mangelware in der sozialen Realität. Die entscheidende Frage in Literatur und Film lautet daher schon lange nicht mehr, wozu wir Maschinen benötigen, sondern wozu die Maschinen uns noch brauchen (so sie denn je ein Bewusstsein entwickeln …).

Politik jenseits der Arbeitsgesellschaft

Das Problem der digitalen Transformation trifft eine Welt, die ohnehin schon aus den Fugen geraten zu sein scheint. Es bleibt schleierhaft, wie die ökologischen Herausforderungen eines Planeten mit bald acht Milliarden Bewohnern bewältigt werden können. Zudem gelingt es den Staaten in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft immer weniger, ihren Anteil der Wertschöpfung in Form von Steuern abzuschöpfen.

Ein Großteil der faktischen Macht hat sich von den demokratisch legitimierten Institutionen in die Hände einer kleinen Elite von Konzernen und Individuen verlagert, die von der Politik nur noch sehr partiell kontrolliert werden. Dieser Bündelung schwer greifbarer Macht entgegengesetzt entwickelt sich die wachsende Komplexität ökonomischer und sozialer Systeme in ausufernden Bürokratien, deren oberste Maxime die Selbsterhaltung ist. Auf beiden Ebenen regieren gleichermaßen die keynesianischen Götter „Geiz“, „Wucher“ und „Misstrauen“ – Eigennutz geht vor Gemeinwohl.

In einem solchen Kontext geht die Einkommensschere fast zwangsläufig immer weiter auf, Produktivitätsgewinne kommen nicht mehr beim Bürger an, sondern landen beim Shareholder oder versickern im Labyrinth bürokratischer Verteilungsnetzwerke. Wird dieses Phänomen durch die Verknappung von Arbeit noch verstärkt, sind die gesellschaftlichen Folgen unabsehbar. Schon jetzt wird die rapide Veränderung der politischen Landschaft entscheidend von dieser Dynamik getrieben.

Die Verlierer des gesellschaftlichen Umbaus befinden sich in Phase eins ihrer Trauerarbeit – „Verleugnung“ – und laufen Rattenfängern nach, welche ihnen die Paradiese der Vergangenheit zurückbringen wollen. Die bislang dominierenden Volksparteien, insbesondere die klassischen Arbeiterparteien, stehen mit ihren Kernpositionen dagegen auf verlorenem Posten. Punkten können sie nur noch, wenn sie sich über ihre extremen Flügel ebenfalls auf populistisches Gelände vorwagen.

Ob dabei nun das konservative Paradies der 1950er-Jahre versprochen wird, wie bei Trump, Farage und Gauland, oder das sozialdemokratische Paradies der 1970er, wie bei Sanders und Corbyn, ist dabei gleich trügerisch. Denn beides ist gleichermaßen romantisch rückwärtsgewandt und zeigt nur, dass Wünschen häufig stärker ist als Denken.

Wirkliche Lösungen setzten vielmehr ein radikales Umdenken in zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragen voraus, das vermutlich quer zu allen traditionellen Links-/Rechts-Unterscheidungen verlaufen wird. Jenseits der Arbeitsgesellschaft muss der Begriff der „Arbeit“ völlig neu definiert werden und – vielleicht noch entscheidender – der Begriff der „Arbeitslosigkeit“ entstigmatisiert werden.

Wenn Arbeitssuchende zur Mehrheit werden, ist es keine Option mehr, sie als „Sozialschmarotzer“ zu diffamieren. Logische Konsequenz ist das bedingungslose Grundeinkommen, auch wenn dabei die Zahnbürstenzähler des Sozialamts ebenfalls in die Arbeitslosigkeit rutschen. Achtung, das meint natürlich keine Hauruckverfahren, sondern eine schrittweise Anpassung an sich absehbar verändernde Realitäten.

Parallel muss das Konzept der Steuern, sprich die Beteiligung des Staates an der Wertschöpfung, ebenfalls auf ein neues, für eine globalisierte und digitalisierte Welt taugliches Niveau gehoben werden. Hier mag eine Maschinensteuer den notwendigen Steuerzuwachs für das Grundeinkommen bringen. Es wäre nicht überraschend, wenn genau diese Vorschläge von populistischen Regierungen als erste verwirklicht werden, damit sie nach dem Scheitern ihrer Rückwärtsutopien tatsächlich etwas für ihre Klientel tun können. Ärgerlich nur, dass hier internationale Zusammenarbeit besonders wichtig ist, um nicht weltweiten Fluchtbewegungen von Geld und Produktion Vorschub zu leisten.

Erfolgsfaktor Kommunikation

Die Kommunikationsbranche ist bei der digitalen Transformation natürlich mit im Boot – vielleicht sogar in einer zentraleren Rolle, als ihr bisher bewusst ist. Zunächst einmal ist es eine triviale Notwendigkeit, mit den rasch aufeinanderfolgenden Phasen der Digitalisierung Schritt zu halten. Verkauft und überzeugt wird längst überwiegend online – und dort immer stärker mit dem Fokus auf mobilen Plattformen und Social Media.

Von Prof. Dr. Alexander Güttler, CEO der Unternehmens- und Kommunikationsberatung komm.passion

Von Prof. Dr. Alexander Güttler, CEO der Unternehmens- und Kommunikationsberatung komm.passion

Was auf dem Handy nicht stattfindet, findet oft gar nicht mehr statt. Wer hier noch nicht vollständig angekommen ist, hat reichlich Gelegenheit, sich in geeigneten Seminaren fit zu machen und seine Kapazitäten entsprechend umzubauen. Wichtiger als die Anpassung althergebrachter Strategien an neue Medien ist es allerdings, die neuen Chancen einer grundlegend veränderten Kommunikationslandschaft zu nutzen.

Big Data ermöglicht einen präzisen Blick auf Einstellungen und Verhalten der Zielgruppen und bahnt damit den Weg zu ebenso präzisen Kommunikationsmaßnahmen. Wie erfolgreich diese Strategie ist, zeigt der Siegeszug von Labour bei den letzten Wahlen in Großbritannien, bei denen differenzierte Mailings punktgenau auf die Sorgen und Nöte im jeweiligen Wahlbezirk abgestimmt waren.

Bei der nächsten Einstellungsrunde sollten Agenturen also eher auf ihre IT als auf ihre Personalabteilung hören und eine KI ganz oben auf die Liste setzen. Mit PAS (Pragmatic Analytic Services) kann man heute seine Fans im Internet in jeder Ausprägung kennenlernen und mit entsprechend differenzierten Themen bespielen. Hierzu muss keiner mehr nach Cambridge fahren.

Der digitale Wandel ist aber nicht nur eine „technische“ Herausforderung für professionelle Kommunikatoren – er ist auch eine ihrer wichtigsten inhaltlichen Aufgaben.

Veränderung – und hier vor allem der digital getriebene Change – wird zu einem Dauerthema. Mitarbeitern, die sich gerade ermattet vom letzten Umbauprojekt („Fit for Future 23/d“) zurücklehnen und den Status quo genießen wollen, muss nahegebracht werden, dass der Wandel nie mehr aufhört.

Entsprechend hoch ist der Unterstützungsbedarf bei der schlagkräftigen Kommunikation neuer Unternehmenspositionierung nach außen und der Begleitung von Umbauprozessen in der internen Kommunikation. Gleiches gilt für Kampagnen auf gesellschaftlicher Ebene. Veränderung muss immer bergauf durchgesetzt werden, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Wenn die Inhalte dann auch noch komplex und potentiell bedrohlich sind, ist die Vermittlung eine Aufgabe für Profis. Viel zu oft sind bittere Pillen mit argumentativem Zuckerguss kaschiert oder noch banaler als „alternativlos“ durchgeprügelt worden. Die Quittung ist eine breite Rebellion gegen die Eliten und ihre Rhetorik. Unabhängig von ihrer inhaltlichen Qualität werden daher zukünftig nur noch Ansätze Erfolg haben, die von qualifizierten Kommunikatoren auf einen breitentauglichen Komplexitätsgrad reduziert werden. Und ja, das bedeutet sicher auch Verdichtung, Emotionalisierung und gute Dramaturgien. Vertrauen entsteht nicht rational.

Um ihre Zukunft muss sich die Kommunikationsbranche also keine Sorgen machen. Wer gute Lösungsvorschläge für unsere drängendsten Probleme hat, braucht eine noch bessere Agentur, um sie einer überforderten und widerstrebenden Gesellschaft schmackhaft zu machen. Erheblich mehr Anlass zum Grübeln bietet die Frage, wie weit die Branche der Versuchung nachgeben darf, sich als „Rent a Goebbels“ mit Kampagnen für dubioseste Auftraggeber eine goldene Nase zu verdienen.

Aktuelle Wahlkämpfe und Referenden zeigen, wie schnell eine politikmüde Bevölkerung auf verlockend schlichte Demagogie hereinfällt und wie erfolgreich Meinungssteuerung in der Grauzone von Social Media ist. Kommunikatoren sind zukünftig die Schlüsselfiguren des Wandels. Sie sollten also gründlich darüber nachdenken, ob sie sich vor jeden Karren spannen lassen oder ob sie sich aktiv für ein eigenes Zukunftsmodell demokratischer Gesellschaften einsetzen. Das fordert normative Diskussionen und eine immer wieder neue Ethikdiskussion – gerade in Zeiten, in denen verdeckt agierende Bots oder „Fake News“ nicht immer leicht zu dekuvrieren sind.

Ein wichtiger Treiber dieser Diskussion könnte sicher auch der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) sein. Gut und hilfreich, dass dieser sich in seiner Organisationsstruktur erst kürzlich stärker fokussiert und damit an Handlungsfähigkeit deutlich gewonnen hat. Diskurs kommt auf uns zu – in den Organisationen wie auf gesamtgesellschaftlicher und damit politischer Ebene. Und wie auch die aktuellen politischen Tangram-Spiele zeigen, eines ist Politik sicherlich nicht mehr: langweilig.

 

 

Die Splunk-Vorhersagen für 2018: Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung

KI: IT neu erfinden

Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen werden den IT-Betrieb immens vereinfachen. Möglich wird das, weil sich damit Prozesse und Aufgaben erweitern und automatisieren lassen. Das Problem bisher: Die IT ist im Laufe der Jahre zu komplex geworden. Betreiber suchen dringend nach Technologien, mit denen sich die Arbeit effizienter gestalten lässt. Viel geredet wird dabei über selbstfahrende Autos.

Auch Maschinen, die gegen Go-Weltmeister gewinnen, stehen im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Für Unternehmen sind die greifbaren Auswirkungen von KI bereits im täglichen IT-Betrieb erkennbar. Diese Entwicklung führt dazu, dass vorhersagende Analysesysteme manuelle Tätigkeiten ersetzen werden. Zum Einsatz kommt dabei intelligente Automatisierung. Mit Hilfe von Daten und KI werden IT-Abteilungen ihre Automationsprozesse weiter optimieren und dafür auf Self-Service- und Self-Recovery-Fähigkeiten setzen. Auch lassen sich zukünftige Kosten prognostizieren und die Kapitalrendite optimieren.

Gartner hat diesen Trend erkannt und den Begriff „Artificial Intelligence for IT Operations“ (AIOps) geprägt. Das Potenzial dieser Technologie besteht darin, dass Anwender Erkenntnisse zu Fragen erhalten, die sie im Vorhinein nicht zu stellen gewusst hätten.

AIOps lernt aus vergangenen Aktionen und Fehlerbehebungen, um Ausfälle vorherzusagen und Problemlösungen zu automatisieren. Dies erfordert Einblicke in den Konfigurationszustand von Maschinen sowie ein Verständnis für vergangene Aktionen und Wechselwirkungen. AIOps erweitert den Ansatz von IT Operations Analytics (ITOA). Artificial Intelligence for IT Ops wendet Erkenntnisse automatisch an und stellt damit sicher, dass hochleistungsfähige IT-Umgebungen proaktiv Entscheidungen treffen, die das Wohlergehen des Unternehmens fördern.

Autor: Rick Fitz, SVP und GM IT Markets, Splunk)

IoT: Das Risiko ist real

In Fragen der Sicherheit birgt das Internet of Things (IoT) ein erhebliches Risiko. Anwender benutzen immer mehr „vernetzte Dinge“ im täglichen Leben. Diese Entwicklung treibt zwar neue Innovationen voran, schafft aber gleichzeitig ein Minenfeld in puncto Sicherheit. 2018 kommt deshalb die Sicherheit für das Internet of Things auf den Prüfstand.

Das Cyber-Sicherheitsrisiko wird exponentiell zunehmen, da Menschen, Applikationen und deren Prozesse sowie Unternehmen weiterhin jeden Teil unseres täglichen Lebens und unserer Wirtschaft miteinander verbinden. Jedes vernetzte Objekt öffnet neue Türen in die Privatsphäre, in Unternehmensbereiche sowie in die öffentliche Sicherheit. Allerdings offenbaren sich dadurch auch neue Schwachstellen, die Hacker ausnutzen können.

In Zukunft lassen sich Angriffe nicht nur von öffentlichen Netzen, sondern auch von privaten Geräten wie einem Smartphone oder einem Smart Home orchestrieren. Zwar bleibt die IoT-Revolution spannend. Doch müssen Verbraucher und Unternehmen 2018 auch über die Kompromisse nachdenken. Besonders gilt das für Firmen, bei denen ein Verstoß zu einem schwerwiegenden Vertrauensverlust der Verbraucher führt. Gartner prognostiziert, dass bis 2020 mehr als 25 Prozent der identifizierten Angriffe in Unternehmen IoT-Umgebungen betreffen werden. Währenddessen entfallen jedoch weniger als zehn Prozent der IT-Sicherheitsbudgets auf diesen Bereich. Über diese Diskrepanz sollten Entscheider gründlich nachdenken.

(Autor: Erick Dean, Product Director, IoT, Splunk)

Maschinelles Lernen und IoT

Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz stellen für das IoT eine enorme Chance dar. Die zunehmende Kommerzialisierung und Skalierung von Sensorgeräten wird eine Reihe an neuen intelligenten Wirtschaftszweigen hervorbringen und sich erheblich auf bestehende Branchen auswirken. Die Fähigkeit, eine Maschinenreparatur vorauszusagen, eine selbstoptimierende Produktion sowie Nachfrage-orientierte Dienste sind nur einige Anwendungsbeispiele.

Da die bestehende Netzwerkinfrastruktur wahrscheinlich für „vernetzte Dinge“ zum Einsatz kommt, fallen die Investitionen in Analysetechnologie höher aus. Unternehmen werden neue Wege finden, um die riesigen Mengen an intelligenten, gerätegenerierten Daten sinnvoll zu nutzen. Industrielles Asset Management, Flottenmanagement im Transportwesen, Bestands-Management und die Sicherheit staatlicher Infrastruktur und Einrichtungen werden die stärksten Treiber für das IoT-Wachstum im Jahr 2018 sein.

(Autor: Erick Dean, Product Director, IoT, Splunk)

Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML)

Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. IT-Systeme lernen immer mehr. Konkret heißt das: KI und ML haben eine große Zukunft vor sich.

End-to-End-KI: Es ist unnötig, ein Modell zu entwickeln, das nur Stoppschilder erkennt, und ein anderes, das nur zwischen Fußgängern und Fahrzeugen unterscheiden kann. Stattdessen entstehen durchgängige KI-Lösungen (End-to-End). Sie basieren auf maschinellen Lernmodellen, die den kompletten Systemzustand erfassen und präzise Aktionen ausgeben. Zum Beispiel: Nach rechts abbiegen, Gas geben, bremsen!

Automatische Konfiguration: Künftig werden Anwender immer öfter Zugang zu Tools haben, die ihnen die harte Arbeit abnehmen. Von der Architektur über die Validierung bis hin zur Schulung lässt sich durchgängiges maschinelles Lernen ohne menschliches Zutun bereitstellen.

Vorab trainierte Modelle: Bibliotheken an vorgeschulten und Open-Source-Machine-Learning-Modellen werden als wiederverwendbare Komponenten für eine Vielzahl von Anwendungsfällen einsetzbar sein. Beispielsweise ließe sich eine vorab trainierte Variante von einem Telekommunikationsunternehmen verwenden, um Kundenabwanderungen zu erkennen und vorherzusagen. Viele Mobilfunkanbieter verwenden einen ähnlichen Satz an Datenpunkten: Dazu gehören beispielsweise die Art des Abrechnungsplans, die Anzahl der Kundendienstanrufe oder die Sprach- und Datennutzung, kombiniert mit Kundeninformationen. Sobald ein vorab trainiertes Modell für diese Art von Daten erstellt wurde, ließe es sich für andere Anbieter bereitstellen. Es würde dadurch einen branchenweiten Mehrwert bieten.

(Autor: Toufic Boubez, VP of Engineering, Splunk)

So werden sich 2018 Mensch und Maschine näherkommen

2018Angetrieben von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Virtual und Augmented Reality und dem Internet of Things wird die Vertiefung der Kooperation von Mensch und Maschine die Digitalisierung von Unternehmen entscheidend vorantreiben. Folgende Trends werden nach Ansicht von Dell Technologies das nächste Jahr prägen beziehungsweise 2018 ihren Anfang nehmen:

1. Unternehmen lassen KI für sich denken.

In den nächsten Jahren werden Unternehmen zunehmend die Möglichkeit nutzen, Künstliche Intelligenz (KI) für sich denken zu lassen. Sie hinterlegen in den KI-Systemen die Parameter für die Klassifizierung von gewünschten Geschäftsergebnissen, definieren die Regeln für ihr geschäftliches Handeln und legen das Rahmenwerk dafür fest, was eine angemessene Entlohnung für ihr Handeln darstellt. Sind diese Regelwerke einmal hinterlegt, können die KI-Systeme angetrieben von Daten nahezu in Echtzeit neue Geschäftschancen aufzeigen.

2. Der „IQ“ von Objekten steigt exorbitant.

Rechenleistung und die Vernetzung von Gegenständen über das Internet of Things werden immer kostengünstiger. Die Einbettung von Intelligenz in Objekte wird deshalb 2018 gigantische Fortschritte machen. Die Daten der vernetzten Geräte in Kombination mit den verfügbaren großen Rechenleistungen und Künstlicher Intelligenz wird es Unternehmen ermöglichen, die physischen und menschlichen Ressourcen automatisiert zu orchestrieren. Die Mitarbeiter werden zu „Dirigenten“ ihrer digitalen Umgebungen und smarte Objekte fungieren als ihre Verlängerung.

3. AR-Headsets werden zur gängigen Kopfbedeckung.

Ihren wirtschaftlichen Nutzen hat die Augmented Reality (AR) bereits unter Beweis gestellt. Schon heute nutzen viele Teams aus Konstrukteuren, Ingenieuren oder Architekten AR-Headsets. Sei es, um neue Bauten zu visualisieren, ihre Tätigkeiten auf Basis einer einheitlichen Sicht auf ihre Entwicklungen abzustimmen oder um neue Mitarbeiter auch dann „on the job“ anzuweisen, wenn der zuständige Ausbilder gerade nicht vor Ort sein kann. Künftig wird AR der Standardweg sein, um die Effizienz von Mitarbeitern zu maximieren und die „Schwarmintelligenz“ der Belegschaft zu nutzen.

4. Die Kundenbeziehungen werden tief wie nie.

Im nächsten Jahr werden Unternehmen ihre Kunden mit Hilfe von Predictive Analytics, Machine Learning (ML) und Künstlicher Intelligenz noch besser verstehen und damit ihre Customer-First-Strategien optimieren können. Der Kundenservice wird dabei die Verbindung von Mensch und Maschine perfektionieren. Es werden nicht Chatbots der ersten Generation und vorgefertigte Nachrichten sein, die Kundenanliegen im Service bearbeiten, sondern Teams aus Menschen und intelligenten virtuellen Agenten.

5. Der „Bias Check“ wird die neue Rechtschreibprüfung.

Im Laufe des nächsten Jahrzehnts werden Technologien wie KI und Virtual Reality (VR) es Verantwortlichen ermöglichen, Informationen ohne Vorurteile zu bewerten und Entscheidungen völlig unvoreingenommen zu treffen. Kurzfristig wird KI in Bewerbungs- und Beförderungsverfahren zum Einsatz kommen, um bewusste oder unbewusste Vorurteile zum Vorschein zu bringen. VR wird zunehmend als Tool für Vorstellungsgespräche genutzt werden, um die Identität von Bewerbern mit Hilfe von Avataren zu verschleiern. „Bias Checks“ – also „Vorurteilsprüfungen“ – könnten künftig zum Standardprozedere in Entscheidungsprozessen werden, so wie es die Rechtschreibprüfung heute bei der Texterstellung ist.

6. Die Mega-Cloud steht vor der Tür.

2018 wird eine überwältigende Mehrheit der Unternehmen einen Multi-Cloud-Ansatz verfolgen und die unterschiedlichen Cloud-Modelle miteinander kombinieren. Um die damit einhergehenden Cloud-Silos zu überwinden, wird der nächste Schritt die Mega-Cloud sein. Sie wird die unterschiedlichen Public und Private Clouds der Unternehmen so miteinander verweben, dass sie sich wie ein einziges ganzheitliches System verhalten. Mit Hilfe von KI und ML wird sich diese IT-Umgebung übergreifend automatisieren und konsistent auswerten lassen.

7. IT-Security wird wichtiger denn je.

In der zunehmend vernetzten Welt müssen sich Unternehmen bei der IT-Security mehr denn je auf Drittparteien verlassen können. Sie sind nicht länger einzelne Instanzen, sondern Teile eines größeren Ganzen. Schon kleinste Fehler in irgendeinem der angeschlossenen Teilsysteme können sich zu fatalen Ausfällen im kompletten Ökosystem potenzieren. Vor allem für multinationale Konzerne wird es deshalb 2018 ein Muss, der Implementierung von Sicherheitstechnologien oberste Priorität zu geben. Weiter befeuert wird diese Entwicklung durch neue Regularien wie der Datenschutzgrundverordnung der EU.

8. E-Sport wird zum Mainstream.

Nicht zuletzt angetrieben durch Virtual Reality wird das Phänomen E-Sport für Unternehmen der Medien- und Unterhaltungsbranche 2018 endgültig zur festen Größe. Abermillionen weiterer Spieler und Zuschauer werden auf den Zug aufspringen und den E-Sport im nächsten Jahr zum Mainstream machen. Dieses Phänomen steht stellvertretend für einen größeren Trend: Selbst ureigene physische Tätigkeiten wie Sport werden digitalisiert. In Zukunft wird jedes Geschäft ein technologisches Geschäft sein und die Freizeit der Menschen wird von vernetzten Erlebnissen geprägt.

„Menschen leben und arbeiten schon seit Jahrhunderten mit Maschinen“, sagt Dinko Eror, Senior Vice President and Managing Director, Dell EMC Deutschland. „2018 wird diese Beziehung aber eine ganz neue Ebene erreichen: Mensch und Maschine werden stärker miteinander verflochten sein als jemals zuvor. Das wird alles verändern – von der Art und Weise, wie wir Geschäfte machen bis hin zur Gestaltung von Freizeit und Entertainment.“

 

 

England: Viele Minderjährige unerlaubt auf Facebook

Ein Bericht auf „Pressetext“: Kinder und Jugendliche im Vereinigten Königreich sind zunehmend in sozialen Medien unterwegs, ohne das dafür vorgesehene Alter erreicht zu haben. Bereits um die Hälfte der elf- und zwölfjährigen Briten verfügt dort über ein Profil, obwohl die meisten Plattformen erst ein Eintrittsalter von 13 Jahren erlauben. Zu diesem Fazit kommt der diesjährige Bericht zur Mediennutzung von Eltern und Kindern der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom  . …mehr …

 

Verfassungsschutz-Chef setzt Facebook unter Druck

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen Konzerne aus dem Silicon Valley attackiert. Er bezeichnete die Plattformen als „fünfte Macht“ neben den Staatsgewalten und der freien Presse und warf ihnen vor, durch verantwortungsloses Handeln die Demokratie zu gefährden, berichtet die „Süddeutsche“. …mehr …

 

Warum wir keine Angst vor Cyborgs haben sollten

Die SZ präsentiert in Kooperation mit Bayerischem Rundfunk, Arte und ORF die Doku-Reihe „Homo Digitalis“. In dieser Woche geht es um die Zukunft des Menschen. Wer hat Angst vorm neuen Menschen? Vor gefühllosen Mensch-Maschinen, die terminatorgleich die Welt erobern? Vor Cyborgs mit implantierten Chips, Cyborgs, die glauben, Neurotechnologie wie Schnittstellen zwischen Hirn und Computer könne dem Menschen mehr mitgeben als die Evolution (oder Gott)? … mehr ….

 

Smart Car: Wer haftet für mein selbstfahrendes Auto?

Autonome Autos werden den Verkehr auf den deutschen Straßen revolutionieren: weniger Verkehrstote, Stau und Umweltverschmutzung. Wie die Haftung geregelt werden soll, wenn der Fahrer nicht selbst fährt und es zu einem Unfall kommt, ist allerdings noch offen.

Die Automobilbranche selbst sieht in erster Linie die Systementwickler der Künstlichen Intelligenz in der Verantwortung. 41 Prozent der Automobilunternehmen sagen, dass die Software-Anbieter bei Unfällen haften sollten. Nur 19 Prozent sehen hingegen den Autohersteller in der Pflicht. Jeder fünfte Entscheider in der Automobilbranche (21 Prozent) sieht den Fahrer in der Verantwortung – und dies obwohl ein autonomes Fahrzeug keinen Fahrer im heutigen Sinne mehr haben wird. Und nur 12 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Fahrzeughalter haften sollte.

Die Haftungsfrage

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern von Unternehmen der Automobilindustrie mit 20 oder mehr Mitarbeitern. „Wenn wir die nötige Akzeptanz für autonomes Fahren herstellen wollen, dann müssen wir dafür sorgen, dass niemand für etwas haftet, was er nicht kontrollieren kann“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Sicher ist: Mit autonomen Fahrzeugen wird es deutlich weniger Unfälle geben als mit menschlichen Fahrern. Die Haftungsfrage muss schnellstmöglich und verbindlich geklärt werden, damit autonome Fahrzeuge eingesetzt werden können.“

Bei der Frage, wer bei einem Schaden durch autonome Autos haftet, sind sich die Entscheider der Automobilbranche mit ihren Kunden weitgehend einig. So sieht jeder dritte Bundesbürger (38 Prozent) ebenfalls den Software-Anbieter der Künstlichen Intelligenz in der Verantwortung, für einen etwaigen Schaden durch ein autonomes Auto zu haften. Ähnlich viele sprechen sich für den Autohersteller aus (35 Prozent). Knapp jeder Fünfte (19 Prozent) sieht den Fahrer selbst in der Verantwortung. Den Fahrzeughalter für einen Schaden durch das autonome Auto haften zu lassen, zieht keiner der Befragten in Erwägung. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage unter 1.006 Bundesbürgern, die bereits zu Jahresbeginn im Auftrag des Bitkom durchgeführt wurde.

Um aktuelle Fragen rund um das autonome Fahren geht es am 27. November auf der Digital Mobility Conference des Bitkom. 200 Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen des Mobilitätssektors diskutieren dabei unter anderem über den rechtlichen Rahmen der neuen Mobilität sowie intermodale Verkehrsdaten.

Kommentar: Uber muss Sicherheitsprobleme zugeben – teure Vertuschung bleibt wirkungslos

Armin Simon ist Regional Director IDP Deutschland bei Gemalto

Armin Simon ist Regional Director IDP Deutschland bei Gemalto

Der Datenverlust bei Uber sorgt zu Recht für Schlagzeilen. Das Abhandenkommen von 57 Millionen Kundendatensätzen alleine ist bereits gravierend, allerdings übertrifft sich Uber mit seinem Verhalten vor und nach dem Vorfall. Die Attacke vor gut einem Jahr hat nicht das Ausmaß der Vorfälle bei Yahoo, jedoch sucht die Fahrlässigkeit von Uber seines gleichen.

Es brauchte über ein Jahr, bis die Öffentlichkeit und die Betroffenen überhaupt informiert wurden. Stattdessen erkaufte sich Uber das Schweigen der Hacker mit rund 85.000 Euro – ohne Erfolg. Die Datensätze selbst waren nur unzureichend geschützt und nicht verschlüsselt. Die gehackte Datenbank hatte zudem keine hinreichenden Sicherheitsmechanismen gegen Fremdzugriffe oder Authentifizierung der Nutzer.

Der Vorfall ist ein Beispiel für gleich zwei kritische Zustände:

  • Unternehmen sind immer noch der Meinung, dass sie Sicherheitsprobleme unter Verschluss halten können oder erst gar nicht ins Visier von Cyberkriminellen geraten würden. Dies belegt, dass man die veränderte und gefährlichere Bedrohungslage nicht wahrnimmt. Cyberattacken gehören mittlerweile zum Alltag und Unternehmen müssen sich organisatorisch und technologisch so aufstellen, dass sie auf Vorfälle angemessen reagieren können.
  • Das BSI warnt im neuen Lagebericht zur IT-Sicherheit vor einer Zunahme an Angriffen und spricht erneut vom „Assume the Breach“-Paradigma. Genau deshalb müssen IT-Verantwortliche immer davon ausgehen, dass ihre Netzwerke gehackt werden. Konkret bedeutet dies, dass Schutzmechanismen wie Verschlüsselung über den kompletten Lebenszyklus von Dateien, sowie Access Management und starke Authentifizierung implementiert werden sollten. Sie alle hätten im Fall von Uber dem Angriff entgegengewirkt.

Allein im ersten Halbjahr 2017 gingen 1,9 Milliarden Datensätze weltweit verloren – nur etwa ein Prozent davon war durch Verschlüsselung geschützt. In Bezug auf Uber wurde zudem eine gestohlene Identität genutzt, um sich Zugriff auf Daten zu erschleichen. Speziell diese Art von Attacken ist in den letzten Monaten stark gewachsen und nimmt mittlerweile 74 Prozent aller Angriffe ein. Deshalb sollten Unternehmen diesen Gefahrenherd genau im Auge behalten.

Gerade „Born-Digital“-Unternehmen wie Uber müssen es eigentlich besser wissen. Sie sind besonders stark auf das Vertrauen der Nutzer angewiesen. Das BSI schreibt passend: „Denn Cyber-Sicherheit ist keine Innovationsbremse, sondern ein Innovationsgarant“. Die Vorteile der Digitalisierung können nicht genutzt werden, wenn die Öffentlichkeit Angst um die persönlichen Daten haben muss. Daher sind Unternehmen jetzt am Zug und müssen einen entsprechenden Schutz von Informationen gewährleisten.

Autor: von Armin Simon, Regional Director IDP Deutschland bei Gemalto

 

Moderne Arbeitswelten: Digital Leadership braucht Haltung. Aber welche?

Zunächst basiert Digital Leadership auf der Haltung, das Unsichtbare – die Unternehmens- und Führungskultur – gestaltbar zu machen und hierdurch Höchstleistung mit Menschlichkeit in Einklang zu bringen. Das hatten wir bereits im letzten Post dieser Serie angeführt. Aber: Was ist Haltung? Ein Beitrag auf dem Blog von IBM. …mehr

 

Immigration: Algorithmus erkennt „gute US-Bürger“

Die US-Behörde „Immigrations and Customs Enforcement“ (ICE) will in Zusammenarbeit mit Technikfirmen ein automatisiertes Verfahren erstellen, das durch persönliche Daten und digitale Chroniken feststellt, wer positiv und negativ zur Gesellschaft beiträgt. Auf diese Weise soll die Immigration erleichtert werden. Experten beäugen diesen Plan jedoch sehr kritisch, berichtet „Pressetext“. …mehr

 

 

Digital Natives – Anspruchsvoll und unglücklich

Prof. Gerald Lembke ist einer der Digital-Pioniere in Deutschland – und als Entrepreneur der ersten Stunde mit der geschäftlichen Nutzung des ‚World Wide Web’ seit den Anfangstagen vertraut.

Prof. Gerald Lembke ist einer der Digital-Pioniere in Deutschland – und als Entrepreneur der ersten Stunde mit der geschäftlichen Nutzung des ‚World Wide Web’ seit den Anfangstagen vertraut.

Prof. Gerald Lemke nähert sich dem Thema in einem Essay: Die „Digital Natives“ scheinen die Könige auf dem Arbeitsmarkt zu sein. Sie werden nachgefragt und bestimmen Verhandlungen in Unternehmen. Sie können zwar mobile Computer für Chats und Mails sicher bedienen, doch für Beruf und Leben erfolgversprechende Fähigkeiten sind – vergleichbar mit anderen Generationen – immer weniger ausgeprägt: Soziales Verhalten, Handlungskompetenz, strukturiertes und logisches Denken nehmen ab. Status, Macht und Geld verlieren ihre handlungsmotivierende Bedeutung (siehe hier). Unternehmen stehen vor einem Mythos. Ein Aufhellungsversuch. …mehr

 

Digitale Ethik: Welche Moral braucht es in der Data Economy?

Verständnis-Ethik-260x300Xethix befasst sich seit 2010 mit dem Thema der digitalen Ethik. Nun ist dieses Thema auch in den Verbänden der Digitalindustrie angekommen: Stefan Mies, Manager Research and Innovation, artegic AG; Stv. Vorsitzender der Fokusgruppe E-Mail im BVDW, hat dazu einen Beitrag verfasst:

Ethik und Moral sind Begriffe, welche für die meisten Menschen synonym füreinander stehen.

In einer Diskussion über „Data Ethik“ muss dies hingegen stark differenziert werden. Ethik bedeutet das Nachdenken über die Moral. Moral hingegen vereinigt die Verhaltensregeln, Normen und Gesetze oder auch Vorschriften, auf die sich Gruppen in gewissen Kontexten eingelassen haben. Mit der zunehmenden Bedeutung der Informationstechnologien und insb. des Internet hat sich eine Moral im Umgang mit Daten entwickelt. Jeder Kulturkreis hat dabei für sich seine eigene Moral im Umgang mit Daten entwickelt.

Dies zeigt sich z.B. beim Thema Zustimmung zur Datennutzung. Wo in Europa ein explizites Opt-In bei vielen Formen der personenbezogenen Datenerfassung notwendig ist, reicht im amerikanischen raum oftmals ein Opt-Out.

Andere Länder, andere Moral

Schlagzeilen wie „Peking will gläserne Unternehmen“  klingen für Europäer abschreckend, sind aber in China wenig hinterfragter Alltag. Datenschutz hat innerhalb des politischen Systems in China andere moralische Grundzüge angenommen als in westlichen Ländern. Der Gedanke, dass Daten überhaupt ein schützenswertes Gut sein können, ist dort kaum bekannt.

Doch nicht nur in China wird mit Datenschutz anders verfahren: „Per Dekret hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch die Behörden in den USA aufgefordert, den Datenschutz für Ausländer aufzuheben“. Auch in den USA hat sich eine andere Moral im Umgang mit Daten entwickelt, welche ihre Ursache vielmehr in der Weltweiten Unsicherheiten hat. Nicht nur ist der Datenschutz dort generell „lockerer“ als in Europa, es wird auch stark zwischen In- und Ausland unterschieden. Datenschutz für US-Bürger ja, für alle anderen nein.

Moral manifestiert sich in Datenschutzgrundverordnung

Direkt vor unserer Haustür findet wohl im nächsten Jahr der größte Wandel in der Data Moral statt: Die Anforderungen der europäischen Datenschutzgrundverordnung müssen bis zum 25. Mai 2018 umgesetzt werden. Vorschriften und Verordnungen sind nichts anderes als manifestierte, rechtlich bindende Moral.

27 Mitgliedsstaaten auf ein gemeinsames Vorgehen, d.h. auch auf eine gemeinsame Moral, zu verpflichten, war eine Mammut Aufgabe. Diese Aufgabe wurde nach jahrelangem Ringen abgeschlossen. Doch eine gemeinsame Moral erleichtert nicht nur den Umgang mit Daten innerhalb von Europa, es stärkt den europäischen Wirtschaftsraum auch im globalen Wettbewerb.

Dass neben Moral auch Daten Ethik eine zentralere Rolle innerhalb Europas spielt, erkennt man anhand der Bemühungen der Europäischen Kommission. Am 10. Januar 2017 bekannte sich die Europäische Kommission zum Aufbau einer Data Economy mit drei wesentlichen Zielen:

  • ◦access to and transfer of non-personal machine-generated data,
  • ◦data liability, and
  • ◦portability of non-personal data, interoperability and standards.

Als wesentliche Erfolgsmerkmale sieht die EU dafür folgende Aspekte:

  • ◦support „lighthouse“ data initiatives capable of improving competitiveness, quality of public services and citizen’s life
  • ◦develop enabling technologies, underlying infrastructures and skills, particularly to the benefit of SMEs
  • ◦extensively share, use and develop its public data resources and research data infrastructures
  • ◦focus public R&I on technological, legal and other bottlenecks
  • ◦make sure that the relevant legal framework and the policies are data-friendly,
  • ◦accelerate the digitalisation of public administration and services to increase their efficiency,
  • ◦use public procurement to bring the results of data technologies to the market.

(Quelle: EU)

Diese Formulierungen zeigen, dass Daten Ethik nicht eine leere Worthülle ist, sondern vielmehr, dass sich auf allen Ebenen intensiv über die Moral im Umgang mit Daten und deren Folgen ausgetauscht wird.

Positionierung im globalen Wettbewerb

Offen bleibt allerdings die Frage, wie sich die Europäische Union global bei Datenschutzfragen positioniert. Wie geht man um mit Staaten und Wirtschaftsräumen, deren Moralvorstellungen zum Datenschutz sich kulturell anders entwickelt haben? Wie stimmt man sich ab und ermöglicht ein reibungsloses Funktionieren einer Data Economy, die längst nicht mehr an Grenzen halt macht?

Bei dieser Frage sollte es darum gehen, mit welchen Moralvorstellungen im Rücken sowohl wirtschaftliche Interessen europäischer Unternehmen vertreten werden als auch Fairness gegenüber Konsumenten in anderen Ländern und Kulturkreisen gewahrt werden kann. Eine richtige oder falsche Moral kann es nicht geben, da der Umgang mit Daten in jeder Gesellschaft aus anderen Rahmenbedingungen erwachsen ist.

Für die Europäische Union und die dort tätigen Akteure gibt es noch viel zu tun, insb. viele Fragen zu beantworten: Ist es ethisch vertretbar unsere Sicht im Umgang mit Daten anderen Kulturkreisen aufzulegen? Welche Fragen müssen noch gestellt werden, um Moral im Sinne der Gesellschaft mit allen beteiligten, also Konsumenten, Unternehmen und der Politik, zu formen? Oder ist der Aufruf zur Diskussion über Data Ethik nicht mehr als die Angst einzelner, sich dem komplexeren Wettbewerb und der Globalisierung nicht mehr gewachsen zu sehen?

Moral im Unternehmen

An dieser Stelle sollte noch einmal abschließend angemerkt werden, dass Moral im Umgang mit Daten nichts ist, was rein auf Ebene politischer Institutionen verhandelt wird. Unternehmen müssen sich an rechtliche Vorgaben halten. Doch das heißt nicht, dass sie darüber hinaus nicht auch eigene Moralvorstellungen formen können. Nachhaltigkeit, Transparenz und der faire Einbezug von Kunden können für Unternehmen auch unabhängig von einem rechtlichen Muss ein echter Benefit im Wettbewerb sein.

Wie ungesund ist das Arbeiten mit digitalen Technologien und wie kann man vorbeugen?

© Foto Fraunhofer FIT

© Foto Fraunhofer FIT

Das neu gestartete BMBF-Projekt »PräDiTec« untersucht die Belastungen von Wissensarbeiterinnen und -arbeitern durch die fortschreitende Digitalisierung des Arbeitsalltags. Ziel ist es, diese zunächst umfassend zu analysieren und anschließend spezifische Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Das Projekt wird von der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT koordiniert.

Die Wissensarbeiterinnen und -arbeiter des »PräDiTec« Projektkonsortiums.

Am Mittwoch und Donnerstag, 15. und 16.11.2017, wurde das Projekt »PräDiTec« (Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien) gestartet. Im Augsburger Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement traf sich die Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT als Konsortialführer mit den sechs weiteren Projektpartnern. Beteiligt sind die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das Betriebswirtschaftliche Forschungszentrum für Fragen der mittelständischen Wirtschaft und die Unternehmen ias, danova, Loewe Technologies und AVS.

Beanspruchungen und Belastungen erkennen und vorbeugen für einen sicheren, gesunden Umgang mit digitalen Technologien am Arbeitsplatz

Technologische Innovationen sind ein wichtiger Schlüsselfaktor zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Neue digitale Technologien ermöglichen es beispielsweise, an jedem Ort und zu jeder Zeit zu arbeiten sowie auf eine unüberschaubar große Menge an Informationen zuzugreifen. Gleichzeitig erfordern sie eine ständige Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit. Dabei ist entscheidend, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten von diesen Entwicklungen profitieren und Fehlbelastung durch die Arbeit mit neuen digitalen Technologien vermieden wird.

Das erste Ziel von PräDiTec ist, das veränderte Belastungs- und Beanspruchungsprofil durch das Voranschreiten der Digitalisierung zu analysieren. Es werden Werkzeuge erstellt, mit deren Hilfe Daten zu digital-bedingter Fehlbeanspruchung erhoben werden können. Neben breit angelegten Befragungen der Belegschaft der Projektpartner und weiterer Unternehmen fallen hierunter auch Interviews mit Personen aus den Bereichen Arbeitnehmervertretung und Arbeitsmedizin, um verschiedenste Perspektiven zu berücksichtigen.

Darauf aufbauend werden spezifische Präventionsmaßnahmen und Leitfäden erarbeitet sowie prototypisch umgesetzt, erprobt und weiterentwickelt. Digitale Systeme sollen dabei menschzentriert gestaltet werden. Damit soll Arbeit so organisiert werden, dass der Einsatz digitaler Systeme psychische Fehlbeanspruchung vermeidet. Es werden außerdem Maßnahmen entwickelt, etwa Checklisten und Lernkonzepte, durch die Beschäftigte unterstützt werden, mit der zunehmenden Digitalisierung bestmöglich umzugehen.

PräDiTec hat eine Laufzeit von 36 Monaten und wird mit mehr als 2 Mio. Euro im Rahmen der Förderinitiative »Gesund – ein Leben lang« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt. Fragen zum Vorhaben beantworten gerne Prof. Dr. Henner Gimpel (henner.gimpel@fit.fraunhofer.de) sowie Niclas Nüske (niclas.nueske@fit.fraunhofer.de).

Weitere Infos werden in Kürze unter www.gesund-digital-arbeiten.de zur Verfügung stehen.