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Selfapy: Online-Therapie gegen Depressionen

SelfapySechs Monate lang hat das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine unabhängige Studie zur Wirksamkeit des Interventionsansatzes des Berliner Start-Ups Selfapy durchgeführt, welches als Deutschlands erstes durch Psychologen begleitetes Online-Programm Hilfe bei Depressionen bietet.

Die Untersuchungsergebnisse des Hamburger Klinikums bestätigen, was zahlreiche internationale Erhebungen bei ähnlichen Angeboten aus den USA und Skandinavien bereits belegten: Das Online Therapie Programm Selfapy kann zur Behandlung von Depressionen die Krankheitssymptome schnell und signifikant reduzieren.

Betroffene, die seit geraumer Zeit vergeblich auf einen Therapieplatz hoffen und händeringend nach überzeugenden Alternativen suchen, kann dies zuversichtlich stimmen. Dank des wissenschaftlichen Belegs für seine Wirksamkeit hat Selfapy nun die Chance, als präventive Übergangslösung die Versorgungssituation für Millionen Betroffene in Deutschland maßgeblich zu revolutionieren.

Menschen mit Depressionen anonyme Hilfe  bieten

Mit der Vision, Menschen mit Depressionen schnelle und anonyme Hilfe zu bieten, gründeten die beiden Psychologinnen Nora Blum und Kati Bermbach Anfang 2016 ihr Start-Up Selfapy. Der Hintergrund damals wie heute: Deutschlandweit leiden rund 20 Millionen Menschen an einer psychischen Erkrankung und müssen im Schnitt drei bis sechs Monate auf einen Therapieplatz warten.

„Ein unerträglicher Zustand. Für viele Betroffene ist es eine große Überwindung, sich professioneller Hilfe zu stellen und wenn sie es einmal geschafft haben, werden sie vertröstet“, sagt Kati Bermbach. Gemeinsam mit ihrer Freundin Nora Blum gründete sie deshalb ein durch Psychologen begleitetes Online-Therapie-Programm, welches auf den Grundsätzen der kognitiven Verhaltenstherapie beruht. Der Erfolg des Unternehmens zeigte sich schnell in Zahlen:

„Mehr als 1.000 Betroffenen konnten wir seit der Gründung mit unserem Online-Therapie-Programm bereits helfen. Durchschnittlich zeigt sich eine Verbesserung der Symptome um 35%. Damit kann unser Online Programm im Netz mit der traditionellen Psychotherapie mithalten.“

Eine Annahme, die es zu testen galt und die das UKE in Hamburg nun wissenschaftlich belegt hat. Die Studie, die von Leiter Prof. Dr. Steffen Moritz und seiner Mitarbeiterin Johanna Schröder durchgeführt wurde, erstreckte sich über 6 Monate. Neun Wochen dauerte die Behandlung durch Selfapys Online Programm: „So lange dauern unsere Online Kurse in der Regel. In dieser Zeit durchlaufen die Betroffenen, basierend auf Erkenntnissen der kognitiven Verhaltenstherapie, verschiedene Übungen und Module. Dazu gehören beispielsweise Trainings zur Selbsterkenntnis, Tagesstruktur oder den sozialen Kontakten. Unsere Psychologen begleiten die Nutzer in diesem Zeitraum per Telefon, Chat oder via Skype mit wöchentlichen Gesprächen“, erklärt Bermbach, ehemalige Mitarbeiterin der Charité in Berlin.

An der klinischen Studie des UKE haben insgesamt 103 Probanden mit depressiven Störungen teilgenommen, die sich in drei Versuchsgruppen unterteilten: Eine Warteliste-Kontrollgruppe, eine Gruppe, die Selfapys Online Kurs ohne die psychologischen Gespräche nutzte und eine Gruppe die das Selfapy Programm erhielt – Online Kurse in Kombination mit wöchentlichen Psychologen-Gesprächen per Telefon oder Chat.

Verglichen wurde dabei Selfapys durch Psychologen begleitetes Online Programm mir der Warteliste-Kontrollgruppe. Hierzu wurde vor und nach der Interventionsperiode von 9 Wochen mit Hilfe standardisierter Fragebögen getestet, ob und inwieweit die Nutzung des Selfapy Programms Krankheitssymptome mindert. Das Ergebnis: Bei einer äußerst geringen Abbrecherquote von nur sieben Prozent zeigte sich eine signifikante Symptom-Reduktion bei gleichzeitiger Erhöhung des Selbstwertgefühls und einer Minderung von Pessimismus und Interessenverlust. „Dank dieser starken Werte kann man nun offiziell sagen, dass unser Angebot wirksam ist. Auch auf die geringe Abbrecherquote sind wir besonders stolz. Sie ist auf unseren persönlichen Kursansatz zurückzuführen, da Nutzer bei uns rund um die Uhr von einem persönlichen Psychologen betreut werden – das unterscheidet uns von vielen anderen Online-Programmen“, erklärt Bermbach.

Das positive Studienergebnis räumt auch letzte Skepsis und Zweifel derjenigen aus, die Online Therapie Programme als unwirksam abstempeln. „Wir kennen diese Bedenken und freuen uns, diese nun mit einer klinischen Studie widerlegen zu können. Online Therapie Programme können zudem sehr hilfreich sein, denn die Hemmschwelle, im Jetzt und Hier mit einer Online-Therapie zu beginnen, ist deutlich niedriger als bei einer traditionellen Psychotherapie. Hinzu kommt, dass wir diejenigen mit unserem Programm abholen, die Angst vor Stigmatisierung haben und aus Schamgefühl keinen Psychotherapeuten aufsuchen wollen“, kommentiert Kati Bermbach.

Dennoch ist die Online-Therapie nicht für jeden gleichermaßen geschaffen. Stark Depressive oder sogar suizidgefährdete Menschen sollten sich direkt an ein professionelles Versorgungsnetz wenden und einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen. „Nichtsdestotrotz kann unser Programm eine präventive Lösung sein und verhindern, dass es überhaupt erst zu Suizidgedanken kommt“, erklärt Psychologin Bermbach. „Besonders bei leichten bis mittelschweren Depressionen – sei es vor einer Psychotherapie, begleitend zu einer medikamentösen Behandlung oder im Nachsorgestadium – ist Selfapys Online-Therapie eine wirksame Übergangslösung“, so Bermbach.

Für die Zukunft verfolgt das junge Start-Up bereits weitere, ambitionierte Pläne. Geplant ist eine Studie mit der Charité in Berlin, bei der geprüft wird, inwieweit sportliche Aktivitäten, explizit das Laufen, den positiven Nutzen von Selfapys Online Therapie weiter steigern. Schon jetzt hat das junge Team eine Laufgruppe ins Leben gerufen, der sich Betroffene und Angehörige jeden Mittwoch anschließen können, um ihre Sorgen hinter sich zu lassen.

Über Selfapy

Selfapy ist ein durch Psychologen begleitetes Online-Selbsthilfeportal gegen Depression und Angst, und wurde 2016 von Kati Bermbach, Nora Blum und Farina Schurzfeld in Berlin gegründet. Die Geschäftsidee: Die Versorgungssituation für Millionen Deutsche, die einmal oder mehrfach im Leben von einer Depression betroffen sind, deutlich zu verbessern. In Deutschland leiden 20 Millionen Menschen an einer psychischen Erkrankung wie Burnout, Depression oder Angst. Oftmals müssen Betroffene bis zu sechs Monate auf eine Behandlung warten. Auch die Scham ist immer noch ein Thema, nur jeder Zweite wagt den Schritt nach Außen und sucht sich Hilfe. Bei Selfapy erhalten Betroffene sofort und anonym Hilfe durch Online Kurse und wöchentliche Telefonate mit Psychologen. „Psychische Gesundheit sollte weder vom Geldbeutel, der Versorgungssituation noch Scham und Stigma abhängen“, sagt Kati Bermbach.

Datenschutz ist kein Selbstzweck

Daten als das neue Öl, das neue Gold, als Währung, als Produktionsfaktor, als Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Viele – mal mehr, mal weniger gelungene – Bilder wurden in den vergangenen Jahren entworfen, um die Bedeutung von Daten für die digitale Entwicklung zu unterstreichen. Mittlerweile hat wohl jeder verstanden, dass Daten auch zu attraktiven Wirtschaftsgütern geworden sind. Leider vernebeln einige zweifelhafte Grundannahmen die öffentliche Debatte über Datenschutz und Privatsphäre, ist es im „Tagesspiegel“ zu lesen. … mehr

 

UN-Generalsekretär: UN-Reform, digitale Diskursmöglichkeiten und Ethik neuer Technologien

Er halte es mit Habermas, sagte der neue Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres bei der Münchner Sicherheitskonferenz und empfiehlt digitale Diskurse. Das klingt fast nach „liquid democracy“. Aber den Begriff hat Habermas nicht verwendet korrigiert „heise.de“ … mehr …

 

Studie: Jeder vierte Digital Native fühlt sich digital überfordert

Die junge Generation ist beruflich weniger auf die Digitalisierung vorbereitet als vermutet, schreibt „HR Performance“. Mehr als jeder Vierte der unter 30-Jährigen (27 Prozent) fühlt sich von der Geschwindigkeit des digitalen Wandels überfordert. Jeder Dritte arbeitet durch die Zunahme an digitalen Hilfsmitteln weniger konzentriert und effektiv. Zum Vergleich: Die Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen geht mit dem digitalen Wandel deutlich gelassener um. Halb so viele (14 Prozent) lassen sich durch die digitale Tool-Vielfalt häufig ablenken. 13 Prozent spüren eine gewisse Form digitaler Überforderung im Arbeitsalltag. Zu den Ergebnissen kommt die Studie „Digitale Überforderung im Arbeitsalltag“ von Sopra Steria Consulting. … mehr

 

Vernetzte Wertschöpfung: Warum wir Digitalisierung als soziales Phänomen betrachten müssen

Die Wirtschaftspsychologin Dr. Alexandra Hildebrandt im Interview mit André Reichel, Professor für Critical Management & Sustainable Development an der privaten, stiftungsgetragenen Karlshochschule International University in Karlsruhe:

Herr Prof. Reichel, warum kommt in aktuellen Diskussionen über die Weiterentwicklung von NACHHALTIGKEIT und CSR Digitalisierung als Phänomen oder als eigenständige Kategorie so selten vor?

Das ist eine gute Frage! Vermutlich weil zum einen die Digitalisierung als technisches Phänomen gesehen wird und sie damit im Nachhaltigkeits- und CSR-Diskurs in so eine Enabler-Funktion gerückt wird. Digitalisierung und Nachhaltigkeit erschöpft sich dann schnell in so Dingen wie Smart Metering und Energieeffizienz. …mehr dazu in der „HuffingtonPost“. ….

 

„Eine Post-Privacy-Gesellschaft kann kein Ziel sein“

Am Dienstag startete in Berlin die „Nationale Konferenz IT-Sicherheitsforschung 2017″. Drei Tage lang diskutieren Experten aus dem In- und Ausland im Cafe Moskau, was getan werden kann und muss, um die fortschreitende Digitalisierung in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen besser zu schützen. Die Konferenzthemen reichen von digitaler Selbstbestimmung über Identitätsdiebstahl im Internet bis hin zum Schutz kritischer Infrastrukturen und Verschlüsselungsverfahren bei der Datenübertragung, berichtet „Heise“. … mehr

 

Soziales Engagement der All Service Sicherheitsdienste

Bruno Seibert, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e.V. und Peter Haller, Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste (v.l.n.r.)

Bruno Seibert, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e.V. und Peter Haller, Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste (v.l.n.r.)

All Service Sicherheitsdienste ist für ihre sozialen Projekte bekannt. Im vergangenen Jahr unterstützte das Sicherheitsunternehmen wieder die Veranstaltung Open Doors in Neu-Isenburg. Mit professionellem Einsatz kamen rund 30 Sicherheitsmitarbeiter zum Einsatz. Vor Ort sorgte die All Service Sicherheitsdienste GmbH für einen reibungslosen Ablauf.

Den Umsatz spendete die All Service Sicherheitsdienste an die Kinderhilfestiftung e.V. in Frankfurt am Main. Geschäftsführender Gesellschafter Peter Haller übergab den symbolischen Spendenscheck in Höhe von 8.000,- Euro an Bruno Seibert, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e.V..

„Mit dieser Spende wollen wir das Langzeitprojekt „Kinderschutzambulanz“ weiterhin unterstützen. Uns ist es ein besonderes Anliegen solche Sozialprojekte zu fördern und bei der Veranstaltung Open Doors als Sponsor aufzutreten. Denn die Sicherheit bei Festivals wie diesen, steht an erster Stelle“, sagte Peter Haller, Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste.

Zum Valentinstag: Fünf Anzeichen für Fake Profile auf Dating-Seiten

Herz1. Das Profil enthält keine Fotos? Und auch sonst gibt der- oder diejenige nur sehr wenige Informationen über sich preis?

2. Das Profilbild sieht zu gut aus um wahr zu sein? Das trifft in vielen Fällen leider auch zu. Die Fotos werden aus dem Netz kopiert und entsprechen sicher nicht dem Aussehen der Originalperson.

3. Der Kontakt versucht, so schnell wie möglich eine Kommunikation über Telefon oder Messaging-Dienste herzustellen? So wird versucht, dem Austausch über das Dating-Portal zu entgehen.

4. Der Kontakt möchte viel wissen und stellt persönliche Fragen, verrät aber nichts oder nichts Konkretes über sich?

5. Der erste persönliche Kontakt ist hergestellt, die ersten Online-Gespräche fanden statt, erste Emotionen kommen auf – und er oder sie fragt nach finanzieller Hilfe? Versteht diese Hilfe sogar als Beweis für Gefühle? Finger weg!

So schützen sich Singles auf Online-Partnersuche

1. Geben Sie keine persönlichen Informationen preis – vor allem nicht vor dem ersten Treffen. Die ersten Gespräche online sollten nur wenig Persönliches enthalten. Erst ein reales Treffen schafft die nötige vertrauensvolle Basis für Offenheit.

2. Denken Sie daran: Betrüger fragen viel und erzählen wenig. Mit den erfragten intimen Details fällt es ihnen leicht, den Anschein einer gegenseitigen Vertrautheit und Nähe zu erwecken. Leider eine gute Basis, um jemanden auszunutzen…

3. Und wenn sie doch etwas erzählen, haben Betrüger mitleidserregende Geschichten von ihren kranken Kindern, Geschwistern in Schwierigkeiten oder einem verstorbenen Freund parat. Sie schrecken vor nichts zurück, um an Ihr Geld zu kommen.

4. Meiden Sie Fernbeziehungen. Betrüger suchen sich nicht selten Opfer, die weit entfernt oder sogar in einem anderen Land leben, um nicht erwischt zu werden.

5. Vorsicht vor Online-Bekanntschaften, die – natürlich auf dem Weg zu Ihnen – am Flughafen gestrandet sind, weil ihre Kreditkarte nicht akzeptiert wird. Wenn dem so wäre, wären die Flughäfen dieser Welt voll von sehnsüchtigen Verliebten.

6.Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge von Fremden. Schickt Ihnen eine unbekannte Person oder Ihre Internetbekanntschaft einen Anhang per Mail, ist es wahrscheinlicher, dass es sich dabei um einen Computervirus handelt, als um ein persönliches Foto von ihm oder ihr.

7.Schicken oder überweisen Sie niemals Geld an jemanden, den Sie nur online kennengelernt und nie in der Realität getroffen haben. Sie laufen damit in die virtuellen Arme des Betrügers.

Autor: BullGuard ist ein IT Security-Unternehmen in Europa. Das Produktportfolio umfasst Internet Security, Mobile Security, kontinuierlichen Identitätsschutz sowie Social Media Security für Privatanwender oder kleine Betriebe.

Digitalisierung – Arbeit Und Leben Verschmelzen

Marcus K. Reif, Chief People Officer bei Kienbaum Consultants International, schreibt in „Pulse“ (LinkedIn): Die Welt verändert sich. Die Globalisierung half, Absatzgrenzen zu egalisieren. Das hat die Möglichkeiten vieler Unternehmen massiv verändert. Mit der Digitalisierung verändert sich auch massiv unser Arbeitsalltag, was mancher als Chance, viele als zu abstrakt und einige als sorgenvolle Entwicklung werten. Gleichzeitig erlebt die westliche Welt einen dramatischen demografischen Wandel, der in Kombination mit dem Wertewandel der Generationen in den Unternehmen gerade in Deutschland sehr massiert auftritt. … mehr

 

Digital Detox – Wie machen es andere?

Drei Viertel der Deutschen ab 14 Jahren besitzen ein internetfähiges Handy. 61 Prozent erklären sogar: „Ich kann mir ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen.“ Was ist eigentlich mit den anderen – sind das aufsässige Gallier, Technikfeinde, weltfremde Freaks? Prof. Gerald Lembke hat nachgefragt: Vierzehn ganz verschiedene Menschen erklären, warum sie kein Smartphone benutzen. … mehr

 

Interview: „Wir wollen die Diabetes-Therapie in das digitale Jahrtausend führen.“

2012 in Wien gegründet ist mySugr mit aktuelle über 800.000 Usern die erfolgreichste Diabetes App der Welt. Seit August 2016 gibt es auch ein mySugr Büro in San Diego, Kalifornien. Gründer Frank Westermann über seinen Traum einer US-Gründung, die Unterschiede USA/Europa – und warum das Startup-Business zur sehr durch die rosarote Brille gesehen wird. mySugr Gründer Frank Westermann spricht mit „trendtopics“. … mehr

 

 

Umfrage: Internet-Mobbing wird als Problem unterschätzt

Cybermobbing wird als Problem unterschätzt, fast jeder Deutsche setzt sich mit dem Thema Sicherheit im Internet auseinander und Freunde sind die wichtigste Informationsquelle bei Fragen zu IT-Security. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von Toluna im Auftrag des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. unter 1.000 Internetnutzern in Deutschland anlässlich des Safer Internet Day.

Mobbing im Internet ist ein gesellschaftlich relevantes Thema: 91 Prozent der Deutschen sind der Überzeugung, dass sogenanntes Cybermobbing ein Problem ist – in der Altergruppe 18-24 Jahre liegt der Anteil bei 97 Prozent. Gleichzeitig glauben insgesamt 87 Prozent, dass dieses Problem unterschätzt wird.

BVDW-Präsident Matthias Wahl sagt: „Es ist alarmierend, wenn ein Problem derart präsent ist, die Menschen aber gleichzeitig reklamieren, dass es unterschätzt wird.“ Die Befragten nehmen hier die Eltern in die Pflicht: Für drei von vier Deutschen (74 Prozent) sind die Eltern für die Aufklärungsarbeit zum Umgang mit dem Internet verantwortlich. Deutlich seltener werden Schule (9 Prozent), Internetanbieter (7 Prozent) und Bundeseinrichtungen (6 Prozent) genannt. Nur vier Prozent geben an, dass die Jugendlichen und Kinder selbst in der Pflicht seien.

Hohes Sicherheitsbewusstsein im Internet

Neun von zehn Deutschen beschäftigen sich grundsätzlich mit dem Thema Sicherheit im Internet – nur zehn Prozent geben an, das nicht zu tun. In der jungen Zielgruppe (18-24 Jahre) sind es sogar 97 Prozent. Bezogen auf die mobile Nutzung ist das Bewusstsein deutlich niedriger: Fast jeder vierte Smartphone-Nutzer (24 Prozent) setzt sich nicht mit Sicherheit im Internet auseinander, wenn er mobil surft. „Die Gefahr einer Cyberattacke auf dem Smartphone ist vielen offensichtlich nicht bewusst, aber in Zeiten von mobilem Online-Banking oder Gesundheitsanwendungen ist das schlichtweg fahrlässig und mitunter gefährlich“, erklärt Matthias Wahl.

Nicht immer können kostenfreie Lösungen einen umfassenden Schutz garantieren. Es besteht aber durchaus eine Zahlungsbereitschaft für Sicherheitsdienstleistungen im Internet. Jeder zweite Deutsche (50 Prozent) gibt 21 Euro oder mehr für Virenscanner und Co aus. 29 Prozent hingegen verzichten gänzlich auf kostenpflichtige Sicherheitsdienstleistungen. Wer sich über das Thema Sicherheit im Internet informiert, tut das zumeist bei Freunden und Bekannten, per Internetrecherche (jeweils 47 Prozent) oder erkundigt sich beim Anbieter seiner Anti-Viren-Software (43 Prozent). Nur acht Prozent informieren sich überhaupt nicht über Sicherheit im Internet.