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Patienten fühlen sich dank Internet souveräner gegenüber dem Arzt

Der Arzt wird per Videochat von zu Hause aus konsultiert. Big-Data-Analysen warnen uns rechtzeitig vor einer drohenden Herzerkrankung. Und Roboter unterstützen Chirurgen bei heiklen Operationen: Digitale Technologien halten Einzug in die Medizin und das Gesundheitswesen – und die Deutschen sehen darin große Chancen für die Prävention, Diagnose und Heilung von Krankheiten.

Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1009 Verbrauchern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Großes Interesse haben die Befragten demnach an telemedizinischen Angeboten: So erklärt jeder Fünfte (20 Prozent), dass er im Krankheitsfall auf jeden Fall seinen eigenen Gesundheitszustand telemedizinisch überwachen lassen würde, weitere 39 Prozent können sich vorstellen, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen.

Offen für Tele-Monitoring

Insgesamt 6 von 10 Deutschen (59 Prozent) sind damit offen gegenüber dem sogenannten Tele-Monitoring. Dabei werden beispielsweise die Vitalwerte wie Blutdruck oder Blutzucker von Patienten mit Herzerkrankungen oder Diabetes digital an ein Krankenhaus übermittelt, wo medizinisches Fachpersonal diese prüft und den Patienten bei Unregelmäßigkeiten benachrichtigt.

Die Online-Sprechstunde mit dem Arzt würden 17 Prozent der Befragten auf jeden Fall nutzen, 16 Prozent können sich dies vorstellen (Gesamtinteresse: 33 Prozent). Um Ärzte im Ausland zu konsultieren, würden 8 Prozent auf jeden Fall Telemedizin in Anspruch nehmen, 42 Prozent sind daran zumindest interessiert (Gesamtinteresse: 50 Prozent).

Und 14 Prozent würden sich einer Operation unterziehen, bei der ein Spezialist aus der Ferne per Video zugeschaltet ist und dem behandelnden Arzt Hinweise gibt, 45 Prozent können sich dies vorstellen (Gesamtinteresse: 59 Prozent). „Telemedizin ist ein hervorragendes Beispiel für das beeindruckende Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Online-Sprechstunden oder Tele-Monitoring können die Versorgung kranker Menschen deutlich verbessern, Arzt und Patient entlasten und dabei auch noch die Kosten im Gesundheitswesen senken“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

In der Bitkom-Studie wurde unter anderem untersucht, worin die Patienten Vor- und Nachteile der Online-Sprechstunde sehen. Die drei wichtigsten Vorteile: Der Zugang zu räumlich weit entfernten Ärzten wird erleichtert – 57 Prozent nennen diesen Punkt.

Außerdem spricht für die Online-Sprechstunde aus Sicht der Befragten, dass die Wartezeit in der Praxis (43 Prozent) sowie die Zeit für die Anfahrt (29 Prozent) entfallen. Zugleich haben die Befragten die Sorge, dass das Risiko einer Fehlbehandlung steigt, wenn sie eine Online-Sprechstunde in Anspruch nehmen – 67 Prozent nennen dies als einen der drei wichtigsten Nachteile. Gut die Hälfte (52 Prozent) ist zudem der Meinung, dass das Verhältnis zwischen Arzt und Patient leidet.

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Ein weiterer Nachteil der Online-Sprechstunde ist aus Sicht der Befragten, dass Arzt und Patient dafür über technisches Know-how und technische Ausstattung verfügen müssen (43 Prozent). Rohleder: „Die Online-Sprechstunde wird die Präsenz-Sprechstunde nicht ersetzen, sondern ergänzen. Davon profitieren Arzt und Patient gleichermaßen.“ Das E-Health-Gesetz, das Ende 2015 verabschiedet wurde, sieht vor, dass die telemedizinische Befundung von Röntgenbildern sowie die Online-Sprechstunde mit Patienten, die dem Arzt bereits bekannt sind, starten können. „Die Einführung erster Telemedizin-Anwendungen ist ein großer Fortschritt. Weitere Anwendungen müssen schnell folgen“, so Rohleder.

Chancen für die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten

Über telemedizinische Szenarien hinaus bietet die Digitalisierung zahlreiche Chancen für die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten. Moderne Methoden der Datenanalyse mittels Big-Data-Technologien ermöglichen es beispielsweise, Erbgut auf Gesundheitsrisiken zu untersuchen.

Drei Viertel der Befragten (72 Prozent) sind für diese Möglichkeit offen. Dabei sagen 38 Prozent, dass sie diese Option auf jeden Fall in Anspruch nehmen würden. 34 Prozent würden sie nur für solche Krankheiten in Anspruch nehmen, die auch therapiert werden können. „Wer über seine individuellen Krankheitsrisiken Bescheid weiß, kann sich entsprechend gesundheitsbewusst verhalten“, so Rohleder. „Deshalb sollte jeder, der diese Informationen haben möchte, die Möglichkeit bekommen, ohne dass daraus eine allgemeine Pflicht erwachsen darf.“

Gesundheitsdaten sind in der Medizin und im Gesundheitswesen auch für zahlreiche weitere Zwecke wertvoll. Zwar haben viele Befragte (82 Prozent) die Sorge, dass durch die Digitalisierung der Medizin die Gefahr des Missbrauchs von Gesundheitsdaten steigt. Vorausgesetzt, dass die Daten optimal geschützt sind, sind sie aber durchaus offen dafür, beispielsweise Informationen zu Symptomen und Krankheitsverlauf zur Verfügung zu stellen: 75 Prozent würden das tun, wenn sie dadurch zur langfristigen Erforschung einer Krankheit beitragen können.

67 Prozent würden ihre Daten herausgeben, wenn sie damit kurzfristig anderen Patienten helfen könnten. Ferner würden 61 Prozent ihre Daten zur Verfügung stellen, wenn damit Medikamente oder Therapien entwickelt werden, die auf sie persönlich zugeschnitten sind. Und 44 Prozent würden ihre Daten gegen eine finanzielle Entschädigung bereitstellen. „Medizinische Daten können im Gesundheitssektor Leben retten. Deshalb müssen wir sie konsequent und klug nutzen. Ein Höchstmaß an Datenschutz ist dabei Voraussetzung“, so Rohleder.

Schon heute spielen digitale Technologien eine wichtige Rolle in Gesundheitsfragen – das wird deutlich am Beispiel der Online-Gesundheitsrecherche: Zwei Drittel der Internetnutzer (64 Prozent) informieren sich wenigstens hin und wieder im Internet über Gesundheitsthemen, jeder Fünfte (20 Prozent) sogar mindestens einmal pro Monat. Die drei Top-Themen sind dabei: gesunde Ernährung (66 Prozent), Krankheitssymptome (59 Prozent) sowie Fitness/Sport und alternative Behandlungsmethoden (beide 48 Prozent).

Dass die Befragten in vielerlei Hinsicht von diesen Recherchen profitieren, zeigt die Umfrage ebenfalls: 24 Prozent derjenigen, die im Netz nach Gesundheitsinformationen suchen, sagen, dass sich ihre gesundheitliche Versorgung dadurch verbessert habe, zum Beispiel weil sie schneller als früher einen passenden Arzt finden.

Gesundheitsrecherche hilft, souveräner gegenüber dem Arzt aufzutreten

Sogar drei Viertel aus dieser Gruppe (74 Prozent) erklären, dass ihnen die Gesundheitsrecherche hilft, souveräner gegenüber ihrem Arzt aufzutreten und rund die Hälfte (48 Prozent), dass sie ihren Arzt dadurch besser verstehen. „Patienten sind dank des Internets heute so gut informiert und so mündig wie nie zuvor – und das kann den Erfolg von Therapien enorm unterstützen“, sagt Rohleder. Wenn der Patient zum Beispiel verstehe, wie ihm ein bestimmtes Medikament hilft und warum es auf nüchternen Magen eingenommen werden soll, steigere das die Therapietreue enorm.

„Zugleich sollte man nicht aufgrund einer Information aus dem Internet zum Beispiel eigenmächtig Therapieänderungen vornehmen, also etwa vom Arzt verordnete Medikamente absetzen, oder sich gar in Panik versetzen lassen, weil man meint, eine bestimmte Krankheit zu haben“, so Rohleder. 20 Prozent der Nutzer von Online-Gesundheitsinformationen sagen, dass sie sich durch die Internetrecherche häufiger als früher Sorgen um ihren Gesundheitszustand machen. Jeder Zweite hat außerdem Probleme, bei der Fülle an Gesundheitsinformationen im Internet seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden.

Einen Hinweis auf die Seriosität und Unabhängigkeit des Angebots sowie die Kompetenz der Autoren kann das Impressum liefern. Teils wird daraus ersichtlich, dass einzelne Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen hinter dem Angebot stecken oder Gruppen, die Meinungen fernab der Schulmedizin und etablierter alternativer Behandlungsmethoden vertreten. Auch ein Vergleich unterschiedlicher Seiten kann im Zweifel einzuschätzen helfen, ob die jeweiligen Informationen glaubwürdig sind.

Insgesamt sind die Befragten gegenüber der Digitalisierung in der Medizin und im Gesundheitswesen positiv eingestellt. Eine deutliche Mehrheit (61 Prozent) unterschreibt den Satz: Die Digitalisierung der Medizin birgt unterm Strich mehr Chancen als Risiken. „Wie einst die Erfindung des Penicillins läutet die Digitalisierung jetzt eine neue Ära der Medizingeschichte ein: Sie wird vielen Menschen zu einem längeren Leben mit einer höheren Lebensqualität verhelfen“, so Rohleder. „Die Patienten haben dieses Potenzial erkannt, und die technischen Möglichkeiten sind da – nun wird es Zeit, sie konsequent zu nutzen.“

Digitalisierung der Medizin nimmt Fahrt auf

Ob Online-Sprechstunde, elektronischer Medikationsplan oder Notfalldatensatz: Digitale Anwendungen werden schon bald den Alltag von Patienten und medizinischem Personal erleichtern und die Versorgung deutlich verbessern. Das erklärt der Digitalverband Bitkom anlässlich der ersten Digital Health Conference (DHC), die  in Berlin stattfand.

Dabei trafen sich Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen und Digitalwirtschaft, um die Digitalisierung im Health-Bereich weiter voranzutreiben. „Wir freuen uns, dass nach der Verabschiedung des E-Health-Gesetzes vergangenes Jahr die Digitalisierung der Medizin nun richtig Fahrt aufnimmt“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Digitale Angebote wie der elektronische Medikationsplan oder auch die Online-Sprechstunde bringen einen Innovationssprung für unser Gesundheitswesen und werden die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten spürbar verbessern.“

Der Medikationsplan, der zum 1. Oktober in Papierform eingeführt wurde und ab 2018 auch elektronisch vorliegen wird, soll bei Patienten, die mindestens drei Medikamente nehmen, gefährliche Wechselwirkungen vermeiden. Bisher sterben in Deutschland jährlich rund 20.000 Menschen, weil Informationen zu Medikamenten nicht transparent sind. Darüber hinaus soll nächstes Jahr zum Beispiel die Online-Sprechstunde live gehen. Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Keynote-Speaker auf der DHC, betonte die Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen: „Mit dem E-Health-Gesetz haben wir wichtige Impulse gesetzt. Diesen Weg werden wir weiter gehen. Wir wollen, dass die Patientinnen und Patienten von den neuen technologischen Möglichkeiten profitieren, und das wird auch in Zukunft unser Maßstab sein – egal, ob es um den Medikationsplan geht, um die elektronische Patientenakte, um mobile Anwendungen oder um die Nutzung von Big Data Analysen für die Medizin.“

Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung ist es aus Bitkom-Sicht zugleich wichtig, dass Politik und Wirtschaft schon jetzt den Blick in die Zukunft richten. Rohleder: „Wir müssen heute die Weichen stellen für die Lösungen von morgen, etwa die datengetriebene personalisierte Medizin, bei der Therapien auf jeden Patienten individuell zugeschnitten werden, oder Operations-Roboter, die Chirurgen bei kniffligen Eingriffen unterstützen. Hierbei müssen wir die Entscheidungszyklen von Politik und Gesundheitsbehörden beschleunigen und dem Tempo digitaler Innovationen angleichen.“

Das Interesse der Verbraucher an innovativen digitalen Gesundheitsangeboten ist groß, wie eine Befragung im Auftrag des Bitkom zeigt. So erklären beispielsweise rund 6 von 10 Deutschen (61 Prozent), dass sie im Krankheitsfall einen Operations-Roboter in Anspruch nehmen würden bzw. sich das vorstellen können. Ein Viertel (24 Prozent) würde im Krankheitsfall digitale Tabletten einnehmen, die Informationen an ein Smartphone senden, 26 Prozent können sich das vorstellen (Gesamtinteresse 50 Prozent). Solche smarten Arzneimittel können zum Beispiel Ärzten oder Verwandten helfen zu kontrollieren, ob ältere bzw. vergessliche Menschen ihre Medizin eingenommen haben. Ein Drittel (33 Prozent) der Befragten ist außerdem offen für unter die Haut implantierte Mikrochips zur Überwachung der Körperfunktionen. 15 Prozent würden sie sogar auf jeden Fall nutzen, 18 Prozent können sich das vorstellen.

Insgesamt sind die Deutschen gegenüber der Digitalisierung in der Medizin und im Gesundheitswesen positiv eingestellt. Eine deutliche Mehrheit (61 Prozent) unterschreibt den Satz: Die Digitalisierung der Medizin birgt unterm Strich mehr Chancen als Risiken. 54 Prozent sind der Ansicht, digitale Gesundheitsangebote tragen dazu bei, dass ältere Menschen länger selbstständig sind. Und 44 Prozent erwarten, dass die Digitalisierung die Kosten im Gesundheitswesen verringern kann. Alle Ergebnisse der Befragung sind unter folgendem Link verfügbar: www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Telemedizin-trifft-auf-grosses-Interesse.html

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1009 Deutsche ab 14 Jahren befragt.

Medizintechnik: US-Hersteller warnt vor Hackerangriffen auf Insulinpumpen

US-Medizingerätehersteller Animas warnt Nutzer seiner Insulinpumpe „OneTouch Ping“ vor einer Sicherheitslücke: Wie das zu dem Pharma-Konzern Johnson & Johnson gehörende Unternehmen mitteilt (PDF), ist es über ein potenzielles Sicherheitsproblem informiert worden, durch das nicht-autorisierte Nutzer aus der Ferne die Insulinpumpe kontrollieren könnten, berichtet „Heise.de“. Das Problem liege in der unverschlüsselten Funkverbindung zwischen der Insulinpumpe und deren Fernbedienung. Das System sei zwar nicht ans Internet angebunden, könne aber mit der entsprechenden technischen Expertise aus der Nähe gekapert werden. … mehr

 

Jeder Siebte sucht im Netz Rat bei Leidensgenossen

„Was tun gegen Hustenreiz“?, „Sind meine Werte im Normalbereich“? oder „Helfen Kapseln mit dem Extrakt von grünen Kaffeebohnen“?: In Internetforen oder Blogs findet man so gut wie jede Frage zur Gesundheit, die man sich vorstellen kann ? samt zahlreicher Antworten aus der Community.

Und diese Form des Austauschs über Gesundheitsthemen ist bei Internetnutzern durchaus beliebt, wie eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt. Demnach haben sich 14 Prozent aller Internetnutzer schon mal in Foren oder Blogs mit anderen Nutzern über Krankheiten ausgetauscht, 6 Prozent sogar mehrfach oder häufig.

Der Anteil reiner Leser dürfte noch weitaus höher liegen. Inzwischen gibt es zu beinahe jeder Krankheit einschlägige Foren oder Blogs im Internet, auf denen Betroffene meist anonym ihre Erfahrungen miteinander teilen und sich Empfehlungen geben – offenbar mit einigem Nutzen.

So sagt jeder zweite Nutzer von Gesundheits-Foren bzw. Blogs (54 Prozent): „Durch den Austausch mit anderen Nutzern fühle ich mich weniger allein mit meinen gesundheitlichen Problemen.“ Fast jeder Dritte (31 Prozent) hat durch den Austausch mit anderen schon wertvolle Gesundheitstipps bekommen. „Für kranke Menschen kann der Kontakt zu anderen Betroffenen sehr wertvoll sein“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Gerade bei seltenen Erkrankungen oder ausbleibendem Behandlungserfolg ist das Internet eine ideale Möglichkeit, um Leidensgenossen zu finden. Den Arztbesuch können Ratschläge von Laien in aller Regel aber nicht ersetzen.“

Insbesondere ältere Menschen suchen Rat auf entsprechenden Websites: Von den Internetnutzern ab 65 Jahren haben sich schon 26 Prozent in Foren oder Blogs mit anderen ausgetauscht, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 14 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 13 Prozent und bei den 14- bis 29-Jährigen 14 Prozent. Zudem konsultieren Frauen mit 17 Prozent tendenziell häufiger entsprechende Websites als Männer mit 11 Prozent.

Wer Gesundheits-Foren und Blogs im Internet nutzt, sollte einige Grundsätze beherzigen. So sollten Patienten beispielsweise nicht aufgrund von Empfehlungen in einem Forum eigenmächtig Therapieänderungen vornehmen, also etwa vom Arzt verordnete Medikamente absetzen. Skepsis ist auch angebracht, wenn User offensiv ein bestimmtes Arzneimittel bewerben.

Teils stecken Unternehmen dahinter, die eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen. Vor allem sollten sich Nutzer nicht gegenseitig in Panik versetzen, etwa aufgrund einzelner Krankheits-Symptome. Laut der Bitkom-Befragung erklärt jeder fünfte Nutzer von Gesundheits-Foren und -Blogs (20 Prozent): „Der Austausch mit anderen Nutzern führt dazu, dass ich mir mehr Sorgen über meinen gesundheitlichen Zustand mache als zuvor.“

Weitere Tipps rund um die Online-Gesundheitsrecherche gibt es online.

#DigitaleGesellschaft: Das Internet als medizinischer Notanker

Die Schirmherrin des DMSG im Landesverband Bayern, Elizabeth Herzogin in Bayern.

Die Schirmherrin des DMSG im Landesverband Bayern, Elizabeth Herzogin in Bayern.

Egal ob Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe oder Depressionen – wer leidet der sucht nach den Ursachen. Häufig beim Cyberdoktor, über Google oder diverse Gesundheitsseiten. Die Gesundheits-Recherche kann aufschlussreich sein.

Doch es gibt auch fehlerhafte Informationen. Deshalb ist etwas Skepsis gefragt und wer Hilfe sucht, sollte sicherlich am besten über die „offiziellen“ Webseiten von eingetragenen Vereinen oder Verbänden gehen. Einer dieser Verbände ist die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) die auch via Internet schon vielen Betroffenen helfen konnte.

Die Schirmherrin des DMSG im Landesverband Bayern, Elizabeth Herzogin in Bayern, erzählt im Interview, wie sie persönlich und die DMSG auf das Internet setzen, welche Grenzen sie sieht und auch wie „Dr. Web“ die Menschen verändert.

 Xethix: Seit 2012 unterstützen Sie die Arbeit des Landesverbandes Bayern der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) als Schirmherrin. Inwiefern setzen Sie dabei auch auf die Möglichkeiten des Internets?

Elizabeth Herzogin in Bayern: In erster Linie ziehe ich Informationen aus dem Internet. Das können beispielsweise Informationen über die Krankheit MS, aber auch ganz praktische Dinge wie Adressen oder Telefonnummern von Beratungsstellen sein.

Viel wichtiger ist aber das Internet für viele Betroffene. Neben der schnellen und effizienten Kommunikation bzw. generieren von Informationen kann das Internet ein Fenster zur Erfüllung von vermissten Hobbys oder Interessen sein.

Ein Betroffener, der inzwischen im Rollstuhl sitzt, hat mir einmal erzählt, dass er inzwischen mit der Maus seine geliebten Berge besteigt und dies ihm, obwohl er im Rollstuhl sitzt, große Erfüllung schenkt.

 Xethix: Manchmal wird Google bereits scherzhaft als „Doktor Google“ bezeichnet, denn für viele ist die Suchmaschine mittlerweile erste Anlaufstelle bei Krankheitssymptomen oder Heilverfahren.

Elizabeth Herzogin in Bayern: Sehr viele Menschen nutzen das Netz, um Symptome zu deuten oder Heilverfahren miteinander zu vergleichen. Auch viele MS Betroffene informieren sich über das Internet, welche Möglichkeiten es zum Beispiel zur Behandlung der MS gibt. Insbesondere Therapien können gut miteinander verglichen werden. Jedoch ersetzt nichts das Gespräch mit dem Arzt. Die Mitarbeiter der DMSG können dem Einzelnen dabei helfen, die Flut von Informationen zu kanalisieren und auf die eigenen Bedürfnisse hin zu bündeln.

 Xethix: Sehen Sie einen Wertewandel bzw. einen Gesinnungswandel in der Gesellschaft, da so viele via Internet über ihre Krankheiten berichten? Früher hielt man sich doch oft eher zurück und spielte eigene Krankheiten „herunter“. Heute scheint es für manche ein Befreiungsschlag zu sein, offen und publik, aber dennoch mehr oder weniger anonym über auch ganz tragische Krankheitsbilder in Blogs oder Posts zu berichten.

Elizabeth Herzogin in Bayern: Ich persönlich sehe zwei Trends: Zum einen strebt der Einzelne und mit ihm die Gesellschaft immer mehr zur äußerlichen Makellosigkeit. Sport, Lebenshaltung und- immer stärker werdend- Ernährung dienen dazu, körperlich Perfektion zu erreichen. Dies wird dann in den sozialen Medien verbreitet.

Zum anderen wird das Internet von vielen Betroffenen als Plattform verwendet, sich, seine Krankheit und seine damit einhergehende Lebensweise nicht mehr zu verstecken, sondern diese offen darzustellen.

Ich persönlich finde es mutig und bewundernswert, wenn Menschen offen mit ihrer Krankheit Multiple Sklerose umgehen und somit anderen Menschen helfen, indem sie zeigen, dass diese Krankheit kein Grund ist, sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen.

Außerdem kostet es dem Betroffenen unendlich viel Kraft, eine Krankheit wie die MS mit ihren Symptomen zu verschleiern. Diese Kraft braucht er aber eigentlich im täglichen Leben mit seiner Krankheit. Der offene Umgang in den sozialen Medien mit der Krankheit MS ist tatsächlich ein Befreiungsschlag!

 Xethix: Derzeit wird teilweise diskutiert, inwiefern Künstliche Intelligenz medizinische Diagnosen unterstützen kann beziehungsweise diese sogar ersetzen könnte, da jeder Mensch nur auf einen begrenzten Wissensfundus zurückgreifen kann, eine Maschine aber (fast) unbegrenzt mit Informationen gefüttert werden kann, die im Bedarfsfall abgerufen werden können. Multiple Sklerose gilt als die „Krankheit mit den vielen Gesichtern“ und ist deswegen vielleicht auch besonders schwer zu diagnostizieren. Was halten Sie von dieser Art der Unterstützung?

Elizabeth Herzogin in Bayern: Meine persönliche Meinung, inwiefern künstliche Intelligenz dazu beiträgt, zur Diagnostik der Krankheit MS beizutragen, ist nebensächlich, nachdem ich kein Arzt bin und dies nicht beurteilen kann. Jedoch bin ich fest davon überzeugt, dass ein Mensch durch seine Fähigkeit, um die Ecke denken und unorthodoxe Ansätze verfolgen zu können, den Maschinen vielleicht doch noch etwas überlegen ist. Dennoch ist der Wissensfundus des Internets oder von Netzwerken eine große und unglaublich wichtige Hilfe bei der Unterstützung von MS Erkrankten.

Hintergrund

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ist eine der ältesten Hilfsorganisationen für Menschen mit Multipler Sklerose in Deutschland. Der Landesverband Bayern e.V. betreut seit über 55 Jahren MS-Betroffene in ganz Bayern. Ihm gehören aktuell etwa 7.400 Mitglieder an. Unterstützt wird die Arbeit des Landesverbandes von seiner Schirmherrin Elizabeth Herzogin in Bayern.

Alleine in Bayern wird die Zahl der Betroffenen auf über 15.000 geschätzt. Multiple Sklerose (MS) ist eine unheilbare, neurologische, nicht ansteckende Krankheit. Sie wird nicht vererbt und trifft alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten. Ausgelöst wird MS durch chronische Entzündungen in Gehirn und Rückenmark. Abwehrzellen des körpereigenen Immunsystems attackieren dabei die Umhüllung der Nervenfasern und zerstören diese nach und nach.

 

 

eHealth: Mit einem Klick zum Arzttermin

20 Minuten am Telefon in der Warteschleife hängen, um dann zu erfahren, dass der nächste Termin erst in sechs Wochen frei ist: Einen Arzttermin zu bekommen, ist gerade bei Fachärzten oft mühselig. Deutlich einfacher geht es, wenn man seinen Termin online vereinbart.

Dabei kann der Patient zu jeder Tages- und Nachtzeit im Internet den Kalender des Arztes einsehen und sich mit ein paar Klicks einen Zeitraum in der Sprechstunde reservieren. Obwohl die Online-Terminvereinbarung noch lange nicht bei jedem Arzt möglich ist, haben 13 Prozent der Deutschen diese Möglichkeit bereits genutzt.

Weitere 33 Prozent können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Das zeigt eine repräsentative Befragung rund um das Thema Gesundheit und Medizin, die der Digitalverband Bitkom beauftragt hat. Jeder zehnte Verbraucher (10 Prozent) hat sich zudem schon einmal per SMS oder E-Mail an Termine oder fällige Vorsorgeuntersuchungen erinnern lassen, 49 Prozent sind an diesem Service interessiert.

„Schon so simple digitale Angebote wie die Online-Terminvereinbarung oder die SMS-Erinnerung können den Service im Gesundheitswesen und damit die medizinische Versorgung enorm verbessern. Daher überrascht es nicht, dass diese Angebote gut angenommen werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Patienten sind damit wichtige Treiber der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Jetzt müssen auch aus der Politik sowie von Ärzten und Krankenkassen verstärkt entsprechende Impulse kommen. Digitale Angebote rund um die Gesundheit müssen schnell ausgebaut werden.“

Auch die Befragten sehen offenbar noch Nachholbedarf: Eine deutliche Mehrheit (63 Prozent) unterschreibt die Aussage: Ärzte sollten gegenüber digitalen Angeboten offener sein. Rohleder: „Telemedizinische Anwendungen wie die Online-Sprechstunde sind zum Beispiel in vielen Fällen eine ideale Alternative zum zeitraubenden Besuch in der Praxis – etwa wenn man nur eine kurze Nachfrage an seinen Arzt hat. Diese Chancen müssen jetzt genutzt werden.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 783 Internetnutzer gefragt: „Welche der folgenden Angebote rund um einen Arztbesuch haben Sie bereits genutzt bzw. können Sie sich vorstellen, künftig zu nutzen?“ und „Inwieweit stimmen Sie der folgenden Aussagen zu? Ärzte sollten offener gegenüber digitalen Angeboten sein.“ (Wert für „stimme voll und ganz zu“ und „stimme eher zu“).

 

Produktmeldung: „HelloMind“ heilt Psyche mittels Handy-Hypnose

Hypnotherapie gibt es jetzt auch für das Smartphone: Der dänische Hypnose-Spezialist Jacob Strachotta hat die App „HelloMind“  auf den Markt gebracht, mit der psychische Probleme und schlechte Gewohnheiten behandelt werden können. Ein Sprecher versetzt die User in einen Zustand der Entspannung, bevor das spezifische Problem angegangen wird. Die einzelnen Sitzungen dauern 30 Minuten, es werden zehn Sitzungen pro Thema empfohlen, berichtet „Pressetext“ … mehr

 

Ärzte beklagen Nebenwirkungen von Dr. Google

Ärzte schätzen angeblich aufgeklärte Patienten. Wenn Informationen aber aus Internetsuchmaschinen stammen, verursacht dies Kopfschmerzen, so die „Westphalenpost“. Vor dem Termin beim Arzt noch einmal schnell ins Internet, um darauf vorbereitet zu sein, woran man möglicherweise erkrankt ist. Nach der Diagnose in der realen Praxis dann die Online-Recherche, ob es nicht vielleicht doch etwas ganz anderes sein könnte und die empfohlene Therapie tatsächlich die beste ist. Dr. Google ist vermutlich der meist konsultierte Arzt …. mehr ….

 

E-Health braucht juristische Beratung

Mitte Juni wurde an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg mit FEHR die erste unabhängige Forschungseinrichtung in Deutschland eröffnet, die sich gezielt mit den komplexen Rechtsfragen rund um E-Health befasst, berichtet „egovernment-computing.de“. Eine Online-Verschreibung von Medikamenten soll in Deutschland künftig nur erlaubt sein, wenn der Patient den verschreibenden Arzt vorher wenigstens einmal persönlich aufgesucht hat. Einen entsprechenden Entwurf hat das Bundeskabinett vor nicht allzu langer Zeit verabschiedet. Ist ein solches Verbot notwendig beziehungsweise sinnvoll? Und wenn ja, ist es auch rechtlich haltbar? … mehr

 

Digitale Vernetzung von Arztpraxis und Pflegeheim bringt Vorteile für Bewohner, Pflegepersonal und Ärzte

Durch die zusätzliche digitale Vernetzung von Hausarztpraxis und Pflegeheim hat sich in einem Pilotprojekt des Bethanien Sophienhaus die Anzahl der Krankenhaustage je Bewohner im Jahr 2013 um 7,4 Tage verringert. Zudem ist der Anteil der Notfalleinweisungen um rund 15 Prozent zurückgegangen, wie ein aktuelles Forschungsvorhaben des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK Nordost zeigt.

Hausärztin Irmgard Landgraf.

Hausärztin Irmgard Landgraf.

„Eine elektronische Pflegedokumentation, auf die Hausarzt und Pflegeheim gemeinsam zugreifen können, fördert die Kooperation von Ärzten und Pflegepersonal, verbessert die Versorgungsqualität und entlastet die Mitarbeiter“, stellt die Hausärztin Irmgard Landgraf fest. Das GeWINO hat das Pilotprojekt „Vernetzte ärztliche Versorgung im Pflegeheim“, das von der Fachärztin für Innere Medizin, Irmgard Landgraf, gemeinsam mit dem Pflegeheim Bethanien Sophienhaus in Berlin-Steglitz initiiert wurde, im Rahmen eines Forschungsvorhabens begleitet.

Seit 1999 versorgt Irmgard Landgraf im Rahmen des „Berliner Projektes – Die Pflege mit dem Plus“ mehr als 100 Bewohner im Pflegeheim Bethanien Sophienhaus. Rund ein Drittel davon ist bei der AOK Nordost versichert. Im Rahmen ihrer hausärztlichen Tätigkeit suchte sie nach einer Möglichkeit, die Kommunikation zwischen Arzt und Pflegepersonal zu optimieren.

Die von der Hausärztin entwickelte Lösung ist eine „virtuelle Visite“ im Pflegeheim, bei der sie die digitale Pflegedokumentation gemeinsam mit dem Pflegeheim nutzt. Das Dokumentationssystem im Bethanien Sophienhaus ist dafür über einen gesicherten Zugang in der Hausarztpraxis verfügbar. Durch diese seit 2001 praktizierte digitale Vernetzung kann sich die Internistin jederzeit – auch abends und am Wochenende – über den Zustand ihrer Patienten im Pflegeheim informieren. Das System ist für beide Seiten von Vorteil: Arzt und Pflegepersonal können sich online über Zustand und Veränderung der Gesundheit der Pflegebedürftigen austauschen und mit einer Anpassung der Therapie (beispielsweise Arzneimittelverordnungen) direkt darauf reagieren.

 Vorteile digital vernetzter Pflegeheimversorgung

GeWINO-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn.

GeWINO-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn.

„Das Ergebnis des GeWINO-Forschungsvorhabens „Vernetze ärztliche Versorgung im Pflegeheim“ zeigt, dass sich bei den Patienten der Interventionsgruppe die Anzahl unterschiedlicher Wirkstoffgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe reduziert hat. Auch der Anteil der Heimbewohner mit Polymedikation konnte in der Interventionsgruppe fast in allen Jahren gesenkt werden und zudem reduzierten sich die Arzneimittelkosten.

Bei den Krankenhauseinweisungen waren in den Jahren 2012 und 2013 die Anzahl der Krankenhausfälle und die Krankenhaustage je Pflegeheimbewohner geringer als bei Patienten der Kontrollgruppe. In der von Irmgard Landgraf betreuten Interventionsgruppe gab es 2012 und 2013 rund 15 Prozent weniger Notfalleinweisungen in ein Krankenhaus als bei Pflegeheimbewohnern ohne digitales Vernetzungsmodell, die die Kontrollgruppe ausmachten“, erläutert GeWINO-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn.

Die damalige AOK Berlin, heute AOK Nordost, hatte zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen schon in den 1990er Jahren zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und weiteren Krankenkassen sowie Kooperationspartnern das „Berliner Projekt“ ins Leben gerufen.

Für eine hochwertige medizinische Versorgung der Pflegebedürftigen gibt es interdisziplinäre Teambesprechungen, wöchentliche Heimvisiten sowie eine Rufbereitschaft für Notfälle. An dem Vertrag sind neben der AOK Nordost die IKK Brandenburg/Berlin, die BAHN-BKK und Siemens-BKK sowie Pflegeeinrichtungen beteiligt. Die ärztliche Versorgung ist in einem Vertrag zwischen den teilnehmenden Kassen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin geregelt. In allen drei Bundesländern versorgen heute 191 Ärzte 5.646 AOK Nordost-Versicherte in 144 Pflegeheimen.

Damit leistet die AOK Nordost einen wesentlichen Beitrag in der Versorgung von Pflegeheimbewohnern. Die Vernetzung der verschiedenen Leistungserbringer in den AOK Nordost Pflegeheimprogrammen führt, wie das ausgewertete digitale Vernetzungsmodell zeigt, zu einer verbesserten Versorgung von Pflegeheimbewohnern. Die AOK Nordost plant daher neben dem Ausbau der Pflegeheimprogramme durch die Einbindung weiterer Versorgungspartner und die Gewinnung von Ärzten in ländlichen Regionen auch, die digitale Vernetzung in weiteren Heimen zu testen und zu evaluieren.

Frankreich hat nationale E-Health-Strategie 2020 vorgestellt

Die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine stellte vor kurzem die nationale Strategie E-Health 2020 vor. Dieser Plan zielt darauf ab, die Akteure des Gesundheitswesens im digitalen Wandel zu begleiten und die Führungsposition des Standortes Frankreich im Bereich Innovation aufrechtzuerhalten, berichtet „e-health.com.eu“. …mehr ….

 

Radikaler Wandel in der Gesundheitsbranche – Digitalisierung bringt Disruption für alle Sektoren und Marktteilnehmer

sbc_digitalhealthDer Gesundheitsbranche steht ein radikaler Wandel bevor: In den kommenden Jahren wird die Digitalisierung alle Sektoren und Spieler der Branche stark verändern. Von der Prävention über die Diagnose bis zur Therapie – die gesamte „Patientenreise“ wird durch digitale Werkzeuge und Interaktionen verändert, mit entsprechenden Folgen für  Geschäftsmodelle und Marktanteile.

So gehen die Roland Berger-Experten davon aus, dass das weltweite Marktvolumen digitaler Anbieter in der Pharmaindustrie bis 2020 bei mehr als 200 Milliarden Euro Umsatz liegen wird. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 20 Prozent.

Digital Health Europe Summit 2016

Dies war Anlass für Startupbootcamp Digital Health und Roland Berger, den „Digital Health Europe Summit 2016 – Innovation Cultures“ im Berliner Digital Hub „Spielfeld“ zu veranstalten. Rund 150 Teilnehmer, Vertreter  traditioneller Gesundheitsunternehmen und Startups, Experten und  Politiker, diskutierten in Workshops Erwartungen und  Herausforderungen, die sich durch die digitale Transformation für die Branche ergeben.

Die Bedeutung von „Digital Health“ nimmt weiter zu, darin waren sich die Diskutanten einig. „Das bietet einerseits neuen Marktteilnehmern die Chance, sich mit ihren Angeboten zu positionieren und bedroht andererseits die Position der bisherigen Spieler“, sagt Thilo Kaltenbach, Partner von Roland Berger und Experte für die Gesundheitsbranche. Vor allem die zunehmende Menge an gesundheitsbezogenen Daten bringt es mit sich, dass digitalisierte Geschäftsmodelle neuer Marktteilnehmer gefragt sind, die mit Big Dataarbeiten und den Patienten eine personalisierte Medizin anbieten.

Gesundheitstipps auf Basis der Daten von Wearables

 Juliane Zielonka, Managing Director von Startupbootcamp Digital Health Berlin.

Juliane Zielonka, Managing Director von Startupbootcamp Digital Health Berlin.

Angebote wie Gesundheitstipps auf Basis der Daten von Wearables, Tele-Gesundheitsberatung oder auch Online-Medikamentierung kommen dabei zunächst ohne die traditionelle Beziehung zum bisherigen Gesundheitssystem aus. „Die Mitbestimmung und Autonomie des Patienten in der Behandlungsentscheidung werden deutlich zunehmen“, sagt Juliane Zielonka, Managing Director von Startupbootcamp Digital Health Berlin. „Damit entstehen neue Behandlungspfade, und die bisherigen Beziehungen zwischen Patient und Arzt oder Krankenversicherung sowie zwischen Arzt oder Apotheke und Pharmaindustrie verändern sich aufgrund der digitalen Transformation.“

Neue Rollenverteilung der Marktspieler

Auch wenn die Digitalisierung noch einige Hürden nehmen muss, bevor sie in der Gesundheitsbranche durchgehend eingeführt ist, wird sie über kurz oder lang eine Neuordnung der Rollen der Marktspieler und ihrer Geschäftsmodelle bewirken. Insbesondere klassische, etablierte Pharma-Geschäftsmodelle sind von dieser Disruption betroffen. „Die meisten Unternehmen bereiten sich bereits auf die Transformation vor“, sagt Kaltenbach, „etwa indem sie sich mit Wagniskapital an Digital-Health-Startups beteiligen oder Partnerschaften eingehen. Doch wie die Transformation tatsächlich ablaufen wird, ist immer nochoffen.“

Nach Ansicht des Roland Berger-Experten werden strategische Kooperationen immer wichtiger für den Erfolg im digital veränderten Geschäftsfeld Gesundheit – nicht nur unter etablierten

Marktteilnehmern, sondern auch zwischen diesen und innovativen erfolgversprechenden Startups. „Das war der Grund, weshalb wir den Health Summit ins Leben gerufen haben“, sind sich Kaltenbach und Zielonka von Startupbootcamp Digital Health einig. „Unser Acceleratorenprogramm versteht sich als Brückenbauer zwischen klassischen Unternehmen der Gesundheitsindustrie und agilen Startups der digitalen Gesundheitswirtschaft“, fügt Zielonka hinzu.

Vor allem etablierte Marktteilnehmer stehen aber auch vor einer weiteren Herausforderung: Die Frage, wie sie ihre geschlossenen Strukturen für Innovationen öffnen können. „Das betrifft die Struktureines Unternehmens genauso wie seine Innovationskultur und seine Prozesse“, sagt Kaltenbach. „Die Spieler im Gesundheitsmarkt müssen die Frage beantworten, wie ihr eigenes „Betriebssystem“ für den digitalen Wandel aussehen soll.“

 

#eHealth: „Dr. Google“-Patienten gehen Ärzten auf den Geist

Über die Hälfte der niedergelassenen Ärzte findet informierte Patienten problematisch, schreibt „Pressetext“. Zudem erzeugt die Selbstinformation der Patienten vielfach unangemessene Erwartungen und Ansprüche, was für 45 Prozent der Ärzte eine Belastung ihrer Arbeit bedeutet. Zu diesem Schluss kommt eine Online-Umfrage der Bertelsmann Stiftung  und der Barmer GEK  . … mehr