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„Der Patient wird nicht digital, er bleibt analog“

Medizinethikerin Sabine Salloch sieht in der Digitalisierung des Gesundheitswesen viele Chancen – auch wenn noch technische und Datenschutzprobleme gelöst werden müssten. Telemedizin könne eine Option sein, insbesondere ältere Menschen müssten aber auch weiterhin zum Arzt gehen können, sagte sie im „Deutschlandradio“. … mehr …

 

#eHealth: Sprechstunde per Video – digitale Kommunikation im Gesundheitswesen

Die Zukunft der Sprechstunde. (Bildquelle: Vonage/Nexmo)

Die Zukunft der Sprechstunde. (Bildquelle: Vonage/Nexmo)

Der Prozess, den ein Patient durchläuft, beginnt und endet nicht mehr zwangsläufig im Wartezimmer. Er erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und ist mit verschiedenen Szenarien, Touchpoints und Kommunikationskanälen verbunden.

Denn jede Interaktion soll für jeden Beteiligten zu einer optimalen Erfahrung werden, bei der die richtige Information im richtigen Moment an die richtige Person übermittelt wird. Die Summe dieser Interaktionen ergibt das, was die moderne Experience im Gesundheitswesen ausmacht. Ermöglicht wird diese Experience durch programmierbare Kommunikationslösungen.

 

Wie also könnte zukünftig ein Tag im Leben eines Patienten und eines Arztes aussehen, der mit programmierbaren Kommunikationslösungen optimiert wird? Die folgenden Szenarien zeigen auf, wie neue Experiences im Gesundheitssektor entstehen:

 

Virtuelle Sprechstunde

 

Patientin Franka fühlt sich unwohl, kann sich aber leider nicht freinehmen, um zum Arzt gehen. Da fällt ihr ein, dass ihre Hausärztin Dr. Dengler eine App hat, mit der die Patienten sie von jedem beliebigen Gerät aus kontaktieren können, egal ob sie zu Hause oder in der Arbeit sind. Frau Dr. Dengler ist viel beschäftigt und hat sich deshalb eine neue Telemedizin-App zugelegt, mit der die Patienten eine Video-Sprechstunde buchen können. Damit kann sie mehr Patienten behandeln als je zuvor.

 

Noch bevor sie im Büro ankommt, lädt Franka die App herunter und erstellt ein Konto. Der letzte Schritt der Kontoerstellung besteht in einer Identitätsüberprüfung. Hierbei muss Franka einen sicheren Einmalcode eingeben, der ihr zuvor per SMS zugesendet wurde. Nun bittet ein Sprachbot Franka, ihre Symptome zu beschreiben.

Über die Spracherkennung ermittelt der Bot, ob ihr Fall am besten per Live-Video, per Telefon oder mit Textnachrichten besprochen werden sollte. Sie lässt sich für den Abend einen Videotermin bei Frau Dr. Dengler geben. Eine Bestätigungsmeldung mit den Termindaten wird in der App angezeigt. Dr. Dengler erhält nun eine Benachrichtigung, dass Franka einen Termin bei ihr gebucht hat. Sie liest sich in ihre Krankengeschichte ein, um sich auf das Patientengespräch vorzubereiten.

 

Per Video bequem von zu Hause aus mit dem Arzt kommunizieren. (Bildqqelle: Vonage/Nexmo)

Per Video bequem von zu Hause aus mit dem Arzt kommunizieren. (Bildqqelle: Vonage/Nexmo)

Um 18:00 Uhr bekommt Franka eine Erinnerung per SMS und bestätigt mit „Ja“, dass sie den Termin wahrnimmt. Dr. Dengler und die Sprechstundenhilfe erhalten die Bestätigung von Franka. Der Videoanruf wird in den USA aus gesetzlichen Gründen automatisch aufgezeichnet. Auf diese Weise kann sich Dr. Dengler voll und ganz auf Franka konzentrieren, ohne sich Notizen machen zu müssen.

Dr. Dengler stellt eine Diagnose, erklärt ihren Behandlungsplan und verschreibt die nötigen Medikamente. Sie löst eine Nachricht im Chat aus, mit der Franka zur Vereinbarung eines Folgetermins aufgefordert wird. Mit einer Antwort im Chat oder einem Anruf kann Franka nun den Folgetermin bestimmen. Sie ruft die Sprechstundenhilfe an und vereinbart einen Termin in zwei Wochen. Die Praxis schickt ihr außerdem regelmäßig Gesundheitstipps und Erinnerungen an ihre bevorzugte Chat-App. So fällt es ihr leichter, ihren Therapieplan einzuhalten und darauf zu achten, dass sie auch nach der Genesung gesund bleibt.

Ärztliche Zusammenarbeit

 

Ein weiteres futuristisches Beispiel, bei dem mehrere medizinische Fachkräfte involviert sind: Jonas hat eine komplizierte Knieverletzung. Statt den weiten Weg zum nächsten Spezialisten auf sich zu nehmen, entscheidet er sich für ein Videogespräch mit seiner Hausärztin Dr. Dengler und einem Kniechirurgen. Dr. Dengler hat einen Termin angesetzt, um die Röntgenbilder des Patienten und die Operation zu besprechen. Statt ihn an einen Spezialisten zu überweisen, möchte sie sich per Live-Videogespräch direkt mit dem Kniechirurgen beraten.

 

Dr. Dengler erinnert den Chirurgen an ihren gemeinsamen Termin. Sie sendet ihm hierzu eine Nachricht mit den Informationen zur Einwahl in das Videogespräch. Der Chirurg bestätigt, dass er sich von seiner Klinik aus einwählen wird. Er hat sich bereits die Röntgenbilder angesehen. Der Patient wird sich einer OP mit anschließendem Reha-Programm unterziehen müssen. Der Chirurg bittet auch eine Physiotherapeutin hinzu, die das Reha-Programm erläutern soll. Diese kann sich entweder per Telefon oder per Videoanruf einklinken.

 

Um 15:00 Uhr meldet sich der Patient für seinen Termin an. Er erspart sich damit den finanziellen und zeitlichen Aufwand, selbst in die Praxis fahren zu müssen. Nach einem kurzen Chat eröffnet die Ärztin das Videogespräch mit dem Chirurgen. Der Chirurg identifiziert sich mit einem sicheren SMS-Einmalcode. Er erscheint per Fernzugriff auf dem Bildschirm eines Tablets, der auf den Schreibtisch der Hausärztin montiert ist.

Die Videounterhaltung wird automatisch aufgezeichnet. Der Chirurg ruft die Röntgenbilder des Patienten auf dem geteilten Bildschirm auf, sodass auch der Patient sie sehen kann. Er versieht sie mit Kommentaren, kreist Problembereiche ein und erklärt, wie er bei der Operation vorgehen wird. Der Chirurg bezieht jetzt seine Physiotherapeutin in das Gespräch ein, die den postoperativen Reha-Prozess erläutert. Auch sie identifiziert sich mit einem sicheren SMS-Einmalcode. Da sie gerade unterwegs ist und Hausbesuche macht, wählt sie sich von ihrem Smartphone aus ein.

 

Nach einer langen Diskussion sieht der Patient schließlich ein, dass eine Operation die beste Option ist und erklärt sich einverstanden. Am Ende des Gesprächs wird ein verschlüsselter Link zur Aufzeichnung angezeigt. Der Spezialist sendet den Link an sein Chirurgen-Team, das sich die Ergebnisse ansieht und sich auf die Operation vorbereitet. Nach dem Termin erhält Jonas eine SMS vom Chirurgen. Die Nachricht enthält mehrere Terminvorschläge für die Operation, auf die er per SMS oder Telefonanruf antworten kann.

 

Gruppentherapie

 

Ein letztes Beispiel, wie die Zukunft aussieht: Simon geht zu einem Psychotherapeuten, um seine Depressionen zu behandeln. Doch manchmal macht ihm das Leben einen Strich durch die Rechnung, und er ist unterwegs. Glücklicherweise hat sein Psychotherapeut Dr. Burkhard eine App, mit der Simon regelmäßig von jedem beliebigen Gerät aus seine Therapietermine wahrnehmen kann, egal ob er zu Hause oder unterwegs ist.

Dr. Burkhard hat mehrere Patienten mit Depressionen. Er hält jede Woche eine gruppentherapeutische Sitzung über den telemedizinischen Dienst seiner Praxis ab. So können seine Patienten per Video oder Telefonanruf teilnehmen. Dr. Burkhard hilft ihnen damit, am Ball zu bleiben, und reduziert die Zahl der Therapieabbrüche.

 

Eine SMS erinnert Simon daran, dass seine wöchentliche Therapiesitzung an diesem Nachmittag stattfindet. Doch er bekommt täglich Dutzende von Nachrichten, sodass er sie nicht weiter beachtet. Da klingelt sein Smartphone. Das hört Simon, und er nimmt den Anruf entgegen. Eine automatische Stimme erinnert ihn an seinen Termin. Er bestätigt seine Teilnahme, indem er auf die Taste 1 drückt. Dr. Burkhard bekommt via MMS eine Liste der Patienten, die teilnehmen. So kann er sich auf die Sitzung vorbereiten und minimiert die Zahl der Ausfälle. Sämtliche Patienten der Gruppe haben sich angemeldet.

 

Um 13:00 Uhr beginnt die Sitzung. Simon identifiziert sich mit einem SMS-Einmalcode bei der App. Dr. Burkhard startet die Videositzung von seinem PC aus und eröffnet das Gespräch mit seinen fünf Patienten. Simon ist unterwegs; deshalb beschließt er, von einem Park aus an der Sitzung teilzunehmen. Er fühlt sich nicht gut genug für ein Videogespräch. Außerdem ist seine Verbindung schwach – deshalb wählt er sich nur per Telefon ein.

Nach der Sitzung stellt Dr. Burkhard Übungen für die kommende Woche zusammen und sendet sie mit einem einfachen Fingertippen an seine Patienten. Über die App erhält Simon die Nachricht mit den Übungen. Falls einer der Patienten persönlich etwas mit Dr. Burkhard bereden möchte, hat er via Chat die Möglichkeit dazu.

Per Video von überall aus an einer Gruppensitzung teilnehmen. (Bildquelle: Vonage/Nexmo)

Per Video von überall aus an einer Gruppensitzung teilnehmen. (Bildquelle: Vonage/Nexmo)

Simon hat tatsächlich ein paar Fragen und startet in der App einen Chat mit Dr. Burkhard. Er könnte ihn auch direkt anrufen, aber seine Fragen lassen sich per Chat klären. Dr. Burkhard bekommt nun eine Meldung, dass ein Patient mit ihm kommunizieren möchte. Er sieht, dass es Simon ist, und beantwortet seine Fragen im Online-Chat. Zusätzlich sendet die Praxis von Dr. Burkhard regelmäßig Lesematerial und Tipps zur psychischen Gesundheit an die bevorzugte Chat- oder Social-App ihrer Patienten bzw. an WhatsApp.

 

Zusammenfassung

 

In Zukunft sorgen programmierbare Kommunikationsfunktionen für eine bessere Patientenbetreuung, eine vertrauensvolle Beziehung zum Patienten, effizientere Prozesse und bessere gesundheitliche Ergebnisse. Gleichzeitig verursachen sie weniger Kosten – und verringern die Hürden, die sich den Patienten häufig in den Weg stellen.

 

 

Autor: Lori Belton ist Autorin und Content Marketer bei Nexmo, der API-Plattform von Vonage. Ihre Tätigkeiten fließen unter anderem in Blogbeiträge, Fallstudien und in den Bereich Branding ein. 

 

E-Health: Warum Patientendaten besser geschützt werden müssen

AskulapZahlreiche Patientendaten – darunter Krankenakten, Screening- und Röntgenaufnahmen mit personalisierten Informationen wie zum Beispiel Geburtsdatum, Vor- und Nachname – sind im Netz derzeit leicht abrufbar. Diese Daten liegen auf ungesicherten Servern, welche selbst von Amateurhackern in Echtzeit einfach kompromittiert werden können.

Da Unternehmen ihre Anwendungen und Daten zunehmend in die Cloud verlagern, werden solche Situationen in Zukunft häufiger auftreten. Dennoch können Unternehmen mit einer Datenklassifizierungs- und Zugriffskontrolllösung solche Vorfälle in Zukunft effektiv vermeiden. In erster Linie müssen Unternehmen ein System einrichten, bei dem jedweder Zugriff auf jeden in ihrem Netzwerk betriebenen Server nachprüfbar ist.

Durch die Einrichtung eines automatischen Datenklassifikationssystems wird nur denjenigen Personen der Zugang zum Server gewährt, die vorher ausdrücklich dazu autorisiert wurden. Dabei wird der Grad der Vertraulichkeit gespeicherter und zu speichernder Daten mit Hilfe von RegExes, Metadaten und anderen Schlüsselwörtern bestimmt. So lässt sich ein Dokument automatisch vom System als vertraulich klassifizieren, wenn es beispielsweise, die Wörter „Medizinischer Test“ oder „Ergebnisse“ enthält.

Die Implementierung einer Identitäts- und Zugriffskontrolllösung ermöglicht es, dass nur autorisierte Personen innerhalb der jeweiligen Abteilung im Unternehmen Zugang zu kritischen Daten haben und die entsprechenden Informationen nutzen können.  Diese strengen Datenschutzregelungen tragen dazu bei, dass Unternehmen den Datenschutz Innerhalb ihres Netzwerkes weiter stärken und damit die DSGVO einhalten können.

Wenn Unternehmen in Systeme zur Datenidentifikation und -Klassifizierung investieren, sind sie gegen Vorfälle wie den Aktuellen in Zukunft gefeit und können zudem gesetzliche und geschäftsinterne Vorgaben zum Datenschutz besser entsprechen.

Autor: Jürgen Venhorst ist Country Manager DACH bei Netwrix.

 

Ernährung im Trend: Digital zum gesunden Lebensstil?

In den App-Stores gibt es über 200.000 Apps zu den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung. Mit ihrem Projekt zu dem Thema des AELF Ernährungstages „Richtig gut essen – digital ist real“ gaben die Studierenden den Verbrauchern Hilfe bei der Qual der Wahl: Welche App ist wirklich sinnvoll? Nach mehreren Kurzvorträgen zeigte ein Parcours rund um die Ernährung eine jeweils passende App zu den verschiedenen Aspekten der Stationen. Nach der Begrüßung der Gäste durch Dr. Alois Kling, Behörden- und Schulleiter des AELF Kempten, sprach die stellvertretende Landrätin Gertrud Knoll in wenigen Worten an, was real ist: „Die Digitalisierung mischt sich unter alle Lebensbereiche, ob wir wollen oder nicht.“ Ein Beitrag im „Kreisbote“. … mehr …

 

KI in Gesundheitswesen: Patienten fürchten sich vor Hacker-Angriffen

AskulapKünstliche Intelligenz im Gesundheitswesen weckt bei vielen Menschen Ängste. So sind zum Beispiel drei von vier Deutschen der Ansicht, dass KI gewisse Risiken für Patienten erhöht – etwa durch Hacker-Angriffe. Diese Sorge zeigt sich in allen Altersklassen: Etwa 70 Prozent der unter 30- und über 60-Jährigen stimmen dieser Aussage zu. Besonders beunruhigt sind mit 79 Prozent die 40-Jährigen. Das sind Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Studie „Digitales Gesundheitssystem“, für die 1.000 Personen im Auftrag der pronova BKK befragt wurden.

Obwohl die negativen Einschätzungen zum KI-Einsatz im Gesundheitswesen überwiegen, können die Menschen der neuen Technik auch Positives abgewinnen. Rund jeder zweite Befragte verbindet mit künstlicher Intelligenz die Hoffnung auf schnellere Diagnosen (55 Prozent). Fast ebenso viele meinen, dass ihr Einsatz dort sinnvoll ist, wo Fachkräfte fehlen – zum Beispiel im ländlichen Raum (54 Prozent). Vier von zehn Bundesbürgerinnen und -bürgern begrüßen künstliche Intelligenz, wenn es um sensible Themen geht, die sie nicht unbedingt mit einem Arzt besprechen möchten (41 Prozent). Das trifft besonders auf junge Menschen zu: Rund jeder Zweite der unter 30-Jährigen möchte zum Beispiel über intime Angelegenheiten lieber mit einem Avatar als mit einem menschlichen Arzt sprechen. Bei den 50-Jährigen und der Generation 60 plus ist es lediglich jeder Dritte.

Schon jetzt setzen Ärzte vermehrt neue Technologien ein, zum Beispiel Operationsroboter oder intelligente Programme in der Psychotherapie oder der Diagnose. Doch mit welcher digitalen Technik können sich die Deutschen in den kommenden zehn Jahren am ehesten anfreunden? Rund die Hälfte würde die Prüfung von Laborwerten sowie die Einschätzung erster Diagnosen durch einen Roboter befürworten (52 Prozent). Ähnlich groß ist die Zustimmung zu einer KI, die CT- oder Röntgenbilder auswertet und einen ersten Befund erstellt (48 Prozent). Immerhin vier von zehn Befragten würden es akzeptieren, wenn ein Avatar in Zukunft leichte Krankheiten diagnostiziert (40 Prozent).

Jeder Dritte sieht es positiv, wenn künstliche Intelligenz zur Feststellung seltener Krankheiten eingesetzt wird (31 Prozent). Kann die moderne Technologie helfen, eine schwere Erkrankung zu erkennen, ist sogar jeder Vierte dafür offen (27 Prozent). Wie entscheidend das sein kann, zeigt beispielsweise der Fall eines Mannheimer Patienten. In seiner Lunge gab es zahlreiche Entzündungsherde. Deshalb fiel ein Tumor auf einer CT-Aufnahme nicht weiter auf. Der Patient starb daran. Mittels Algorithmen hätten die Ärzte den Krebs früh erkennen und unter Umständen sogar heilen können. Dr. Imke Schmitz-Losem, Beratungsärztin der pronova BKK, meint: „Noch ist die Akzeptanz für den Einsatz künstlicher Intelligenz relativ gering – selbst, wenn es um die Diagnose tödlicher Krankheiten geht. Doch KI kann Leben retten.“

Zur Studie

Die Studie „Digitales Gesundheitssystem“ wurde im März 2019 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Bundesweit wurden bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Personen ab 18 Jahren befragt.

 

 

 

 

 

#ehealth: Jeder Dritte würde Online-Sprechstunde nutzen

Die Online-Sprechstunde. Umfrage vom Bitkom 2019

Die Online-Sprechstunde. Umfrage vom Bitkom 2019

Endloses Warten auf einen Facharzttermin in der Stadt, lange Wege bis zur nächsten Hausarztpraxis auf dem Land: In Zeiten der alternden Gesellschaft und eines voranschreitenden Ärztemangels müssen neue Wege gefunden werden, wie Patient und Arzt miteinander in Kontakt treten können.

Online-Sprechstunden sind hier eine gute Alternative – und das sehen auch die Patienten so: Fast jeder dritte Deutsche (30 Prozent) kann sich vorstellen, das Angebot einer Online-Sprechstunde zu nutzen. Immerhin fünf Prozent haben dies sogar schon einmal getan. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.005 Personen ab 16 Jahren ergeben.

Befragt nach den Vorteilen der Online-Sprechstunde nennen demnach zwei von drei Internetnutzern (64 Prozent) die Tatsache, dass der Zugang zu weit entfernten Ärzten und insbesondere Fachärzten erleichtert wird. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) hebt hervor, dass die Wartezeit in der Praxis entfällt.

43 Prozent der Internetnutzer sehen einen der größten Vorteile einer Online-Sprechstunde darin, dass so keine Gefahr mehr besteht, sich im Wartezimmer bei anderen Patienten anzustecken. Jeder Dritte (34 Prozent) nennt die Tatsache, dass die Zeit für die Anfahrt zur Praxis entfällt. 33 Prozent heben hervor, so im Krankheitsfall nicht mehr zwingend das Haus verlassen zu müssen. 17 Prozent führen an, dass die Kosten für die Anfahrt zum Arzt entfallen. Nur 13 Prozent können für sich keinen Vorteil einer Online-Sprechstunde erkennen.

Krankenkassen übernehmen die Kosten

„Die Digitalisierung bietet große Chancen für die medizinische Versorgung“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Online-Sprechstunde kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Für Patienten, die auf dem Land leben oder mobil eingeschränkt sind, wird so ein leichter Zugang zu qualifizierter medizinischer Hilfe geschaffen. So können Versorgungslücken geschlossen werden. Auch Ärzten bietet die Online-Sprechstunde Vorteile: Praxen vor Ort werden entlastet. Zudem können Mediziner die Termine für die Online-Sprechstunde deutlich flexibler handhaben. Kurz gesagt: Online-Sprechstunden sparen Zeit und Geld. Sie können das bestehende Praxis-Angebot sinnvoll ergänzen.“

Die Krankenkassen übernehmen seit April 2017 die Kosten einer Online-Sprechstunde. Im Mai 2018 hat der Deutsche Ärztetag den Weg dafür geebnet, dass sich Patienten auch ohne vorherigen persönlichen Arztbesuch via Videochat behandeln lassen können – wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt gewahrt bleibt. Bei der Online-Sprechstunde kommunizieren Arzt und Patient über einen zertifizierten Video-dienstanbieter, der für einen sicheren technischen Ablauf sorgt. Nötig sind neben einer Internetverbindung eine Webcam, Lautsprecher und ein Mikrofon – also technisches Equipment, das in Tablets und Smartphones bereits standardmäßig enthalten ist.

„Die Etablierung weiterer digitaler Leistungen wie das e-Rezept oder die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist dann der nächste Schritt. Das entlastet nicht nur Ärzte und Patienten, sondern auch das gesamte Gesundheitssystem“, so Rohleder weiter. „Es sollten jetzt alle Akteure an einem Strang ziehen, um die Online-Sprechstunde mit all ihren Potenzialen als eine von vielen Behandlungsmöglichkeiten zum Standard zu machen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.005 Personen ab 16 Jahren befragt, darunter 826 Internetnutzer. Die Frage lautete: „Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine Online-Sprechstunde bei einem Arzt besuchen. Was wären für Sie persönlich die drei wichtigsten Vorteile der Online-Sprechstunde?“

„First Derm“: Neue App erkennt Hautkrebs

Mithilfe der App „First Derm“ lassen sich gefährliche Hautveränderungen untersuchen. Der User muss lediglich zwei Bilder der betreffenden Körperstelle aufnehmen und diese hochladen. Zusätzlich verfügt die Anwendung über eine Maske, in die eine Beschreibung zu den Fotos eingegeben werden kann. Dermatologen, die sich bei First Derm registriert haben, stehen nun zur Verfügung, um die Hautveränderung zu begutachten, berichtet „Pressetext“. … mehr …

 

Technikethik in der Pflege: Ein Roboter zum Reden

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