Schlagwort-Archiv: Digitalisierung

Kaum ein Deutscher glaubt noch an Datenschutz

Nur jeder fünfte Internetnutzer in Deutschland hält seine Daten im Netz für sicher. 78 Prozent geben dagegen an, ihre Daten seien online eher (40 Prozent) oder völlig (38 Prozent) unsicher, wie eine aktuelle Befragung von 1.017 Internetnutzern durch den Berliner Digitalverband BITKOM http://bitkom.org ergeben hat. Grund für den Vertrauensverlust: Berichte über Geheimdienste, die Daten im Internet absaugen und Hacker, die Daten von Nutzern großer Online-Plattformen ausspähen, berichtet „Pressetext“. …mehr

 

 

Fake News für viele Experten unlösbares Problem

Gut jeder zweite Experte sieht gegen Fake News kein Kraut gewachsen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre dürfte das Problem daher noch größer werden, so das düstere Fazit einer Umfrage des Pew Research Center http://pewresearch.org in Kooperation mit der Elon University http://elon.edu . Nur knapp die Hälfte hat demnach die Hoffnung, dass technische Lösungen oder gar ein Triumph des Guten im Menschen der wachsenden Menge an alternativen Fakten und sonstigen Falschinformationen Herr werden könnten, berichtet „Pressetext“. …mehr

 

Autonome Fahrzeuge: Technik vs. Datenschutz

Die Entwicklung von vernetzten und selbstfahrenden Autos nimmt immer weiter Fahrt auf. Die verbauten Systeme werden komplexer und die Zahl der automatisierten Funktionen wächst. Möglich wird dies aber nur mit einer besonders großen Menge an Daten, die gesammelt, verarbeitet und mit der Umwelt geteilt werden, so „IT Zoom“. …mehr

 

 

Homo Digitalis: Wie lange sind wir noch Mensch?

Werden wir irgendwann virtuelle Freundinnen und Freunde haben? Sex mit Robotern besser finden als den echten? Unseren eigenen Körper hacken? „Homo Digitalis“ ist eine Webserie und ein interaktiver Selbsttest über die Zukunftsfrage überhaupt: Was macht die digitale Revolution mit uns als Menschen? …mehr

 

 

Sicherheit im Netz: Bleiben wir wachsam

blitzeZahlreiche Cyberattacken zeigen uns, dass ein Zwischenfall katastrophale Folgen haben kann: Produktionsausfälle, Standortschließungen, Verlust von geschäftskritischen Daten und Auswirkungen auf das Image. Monat für Monat erleben wir immer ausgefeiltere Angriffe mit neuen Bedrohungen für Schwachstellen in Unternehmen und Behörden.

 

Ein neues Bewusstsein bei Unternehmen ist erforderlich

Natürlich ist es illusorisch zu glauben, dass man solche Cyberattacken stoppen kann. Unternehmen müssen daher reagieren und dürfen nicht mehr passiv bleiben. Für viele Unternehmen ist die Cybersicherheit ein Kostenfaktor sowohl technologisch als auch personell sowie organisatorisch. Daher behandeln Organisationen diese Thematik oft stiefmütterlich. Mehr als die Hälfte der Unternehmen geben immer noch weniger als  drei Prozent ihres IT-Budgets für Sicherheit aus (Quelle: Clusif 2016).

Natürlich hat das Equipment für Unternehmen einen Preis. Diese Investitionen sind aber so notwendig wie eine Versicherungspolice. Die Cybersicherheit sollte daher als strategischer Bereich in der Unternehmensführung angesiedelt sein, damit technologische sowie organisatorische Aspekte berücksichtigt werden.

Unternehmen sollten sich stärker ihrer Verantwortung stellen und damit einer immer strengeren Gesetzgebung zur Cybersicherheit zuvorzukommen. Dabei ist dies nicht nur ein Thema für die IT-Abteilung, sondern für die Geschäftsführung, die auch die Investitionsentscheidungen trifft.

Offene Angriffe erfordern Umdenken

Eine Veränderung der Angriffe zeichnet sich im Alltag ab: Hacker führen ihre Angriffe bewusst sichtbar aus. Diese Entwicklung ist weit entfernt von APT (Advance Persistent Threat), dessen Zweck darin besteht, so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben. Diese neuen, massiven Attacken sind sichtbar, um die Schwachstellen der Unternehmen anzuprangern und breit bekannt zu machen. Dabei handelt es sich vermutlich um den Anfang und die ersten Versuche der Angreifer. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Intensität und Gefährlichkeit dieser Attacken zunehmen werden.

Cybersicherheit betrifft uns alle …

Die starke Zunahme der Attacken in den letzten Monaten sollte Unternehmen alarmieren und gleichzeitig dafür sensibilisieren, dass solche kritischen Bedrohungen wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft haben könnten.

Über den Schutz der Daten hinaus nehmen Unternehmen eine besondere Rolle gegenüber Mitarbeitern, Partnern und Kunden ein. Da die Grenze zwischen der beruflichen und privaten Sphäre immer mehr verschwimmt, hat das Unternehmen Verantwortung für das digitale Umfeld seiner Mitarbeiter und Kunden.

Wenn alle Beteiligten diese Tatsache berücksichtigen und entsprechend reagieren, können wir Schlimmeres verhindern und einen sicheren digitalen Raum für die Allgemeinheit schaffen.

Pierre-Calais-CEO von StormshieldAutor: Pierre Calais ist CEO von Stormshield,. Das Unternehmen bietet Sicherheitslösungen für den Netzwerkschutz (Stormshield Network Security), den Endpunktschutz (Stormshield Endpoint Security) und den Datenschutz (Stormshield Data Security). Diese vertrauten Lösungen der nächsten Generation sind in Europa auf höchster Ebene zertifiziert (EU RESTRICTED, NATO RESTRICTED und ANSSI EAL4+) und garantieren den Schutz strategischer Daten.

„Bonjour, Madame!“– wenn Hacker die eigene Webcam übernehmen

(Bildquelle: COQON)

(Bildquelle: COQON)

„Bonjour Madame!“ – geschockt beschreibt die Gefühlslage von Rilana H. vielleicht am besten, als ihre WiFi-fähige Kamera sie aus dem Nichts heraus beim Hausputz begrüßt. Ein Hacker hatte die Kontrolle über das IoT-Gerät übernommen, das die Niederländerin vor ein paar Monaten bei einer lokalen Discounterkette günstig erstanden hatte. S

Sie packte die Kamera in die Box zurück, erzählte ihrer Freundin am Abend davon und wollte den Spieß umdrehen: sie stellte die Kamera wieder auf, mit Blick auf die Wand gerichtet, und filmte mit ihrem Handy, wie der Hacker erneut Kontakt aufnahm. Den Dialog veröffentlichte sie vor Kurzem auf Facebook.

 Einmal mehr stellt sich bei solchen Geschichten die Frage, ob sie real oder ein Hoax sind.

Aber unser Instinkt deutet an, dass es so gewesen sein könnte. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass eine nicht gesicherte Webcam sich selbständig umschaut. Es existiert eine große Fundgrube an einfach aufzuspürenden und sehr schwach gesicherten Kameras, die Hacker für ihre Zwecke nutzen können.

Auf bestimmten Webseiten haben Cyber-Plünderer eine Vielzahl an Feeds zur Auswahl, die von Geräten raubkopiert wurden. Bereits 2014 berichtete Sophos auf seinem Blog „Naked Security“ über eine Seite, die Feeds von Babyüberwachungsmonitoren in Kinderzimmern und von Sicherheitswebcams anbot. Hier konnte man live in Schlafzimmer, Büro, Geschäfte, Restaurants, Fitness-Studios und Schwimmbäder schauen.

Shodan – die Suchmaschine für IoT – nutzen die Cyberkriminellen dabei geschickt für sich: sie suchen gezielt nach mit dem Netz verbundenen Geräten aller Art inklusive deren angreifbarer Kameras. Shodan stellt dabei erst kürzlich verbundene Geräte an die Spitze der Suchergebnisse. Vielleicht war so auch die Kamera der Niederländerin nur das erste erreichbare Ziel der Hackersuche.

Sophos rät für die Verwendung von Webcams oder anderen internetfähigen Geräten und gadgets deshalb auf folgende drei Schritte zu achten

  •  Kameras oder andere IoT-Geräte sollten mit einem Passwort geschützt werden können.
  •  IoT-Geräte sind bekannt dafür, dass im Auslieferungszustand ein sehr einfaches Standardpasswort eingerichtet ist. Das Standardpasswort zu verwenden, ist wie kein Passwort zu verwenden. Lieber schnell durch ein gutes ändern. Letztendlich ist es wie beim herkömmlichen Einbruch: bekommt der Dieb die Tür nicht innerhalb kürzester Zeit auf, lässt er es und geht zur nächsten. Diese erste Hürde sollte man ihm deshalb so schwer wie möglich machen.
  •  Darüber hinaus sollte sich jeder Anwender genau überlegen, was er von seiner Privatsphäre im Internet Preis geben möchte und was die Konsequenzen sein könnten. Wer weiß, was sich der Hacker alles hätte anschauen können, hätte er zur Niederländerin nicht aktiv Kontakt aufgenommen.

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Bezahlen mit dem Smartphone wird im Nahverkehr immer beliebter. Aber ist es auch sicher? (Foto: Gabi Zachmann/KIT)

Bezahlen mit dem Smartphone wird im Nahverkehr immer beliebter. Aber ist es auch sicher? (Foto: Gabi Zachmann/KIT)

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Bonussysteme als Datenschleudern

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder erstaunt: „Den wenigsten Nutzern ist nach meiner Beobachtung klar, dass sie mit der Teilnahme an solchen Bonus- oder Zahlungssystemen detailgetreu offenlegen wie und was sie konsumieren oder welche Wege sie zurücklegen.“ Denn um eine Manipulation der Konten durch unehrliche Nutzer vorzubeugen, werden die Kundendaten und Kontostände bei Zahlungs- und Bonussystemen.

Der Kunde wird bei jedem Zahlungsvorgang identifiziert und die Details seiner Transaktion der zentralen Datenbank mitgeteilt. Dieser wiederholte Identifikationsvorgang führt zu einer Datenspur, die durch den Anbieter oder durch Dritte missbraucht werden könnte.

Mit dem scheinbaren Widerspruch von Privatsphäre und Sicherheit wollte sich der Kryptographie-Experte nicht abfinden und hat nun gemeinsam mit Gunnar Hartung und Matthias Nagel vom KIT sowie Max Hoffmann von der Ruhr-Universität Bochum die Grundlagen einer „elektronischen Geldbörse“ vorgestellt, die anonym funktioniert, gleichzeitig aber Missbrauch verhindert.

Protokoll „black-box accumulation plus“ (BBA+)

Das von ihnen entwickelte Protokoll „black-box accumulation plus“ (BBA+) verlagert dabei alle notwendigen Kontoinformationen auf die verwendete Karte oder das Smartphone und garantiert mithilfe kryptographischer Methoden deren Vertraulichkeit. Gleichzeitig bietet BBA+ aber auch Sicherheitsgarantien für den Betreiber des Bonus- oder Zahlungssystems: Das Protokoll garantiert den korrekten Kontostand und ist mathematisch zudem so konstruiert, dass die Identität eines Nutzers aufgedeckt wird, sobald versucht wird, mit einem manipulierten Konto zu bezahlen.

Das neue Protokoll „BBA+“macht  elektronisches  Bezahlen sicher und  vertraulich  (Foto: Gabi Zachmann/  KIT)

Das neue Protokoll
„BBA+“macht
elektronisches
Bezahlen sicher und
vertraulich
(Foto: Gabi Zachmann/
KIT)

Das neue Protokoll ist die Weiterentwicklung eines anonymen Bonuskartensystems, das ebenfalls von der KIT-Forschungsgruppe entwickelt wurde. Allerdings war es dabei notwendig beim Sammeln und Einlösen von Punkten eine Internetverbindung zu gewährleisten, um einen Missbrauch zu verhindern.

„Unser neues Protokoll garantiert nun die Privatsphäre und Sicherheit der Kunden auch im Offline-Betrieb“, sagt Andy Rupp. „Das ist wichtig für die Alltagstauglichkeit eines Zahlungssystems. Denken Sie etwa an ein U-Bahn Drehkreuz oder an Mautbrücken, dort besteht vielleicht gar keine oder nur eine zu langsame Internetverbindung.“ Alltagstauglich wird das neue Protokoll auch durch dessen eindrucksvolle Effizienz: Bei ersten Testläufen konnten die Forscher Zahlungen in etwa einer Sekunde abwickeln.

 

Managementkultur 4.0: Wandel durch Handel

wp_003177Als Dieter Zetsche im Frühjahr 2016 die Geschäftszahlen von Daimler präsentierte, standen nicht der profitable Umsatz und die zukünftigen Marktchancen des Milliardenkonzerns im Fokus des öffentlichen Interesses, sondern die Tatsache, dass der Vorstandsvorsitzende doch tatsächlich ohne Krawatte vor die Presse trat.

Dabei ist kaum bekannt, dass auch die Oberen bei anderen namhaften Konzernen wie Bosch oder Siemens den Schlips mittlerweile in den Kleiderschrank verbannt haben. Hält hier nur ein lockerer Dresscode in Deutschlands Chefetagen Einzug oder handelt es um einen strategischen Wandel? Und was sind die Ursachen?

 

„Es gibt nicht genügend Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt!“ Darin sind sich Manager und Arbeitgeber einig. Doch nicht nur Studien, sondern auch immer mehr Recruiter zeichnen ein differenziertes Bild für potentielle Nachwuchskräfte.

Eines gleich vorweg: Es gibt natürlich einen Fachkräftemangel, allerdings nicht so, wie er in der Öffentlichkeit gemeinhin präsentiert wird. Erst gegen Ende 2016 veröffentlichte die Agentur für Arbeit eine Fachkräfteengpassanalyse. Daraus ging eindeutig hervor, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel gibt, sondern lediglich Schwankungen zwischen Branchen und Regionen. Das ist aber nicht neu, denn schon immer – und nicht nur in Deutschland – herrscht eine Landflucht, besonders bei jungen Leuten, die es in die IT-Branche und den Maschinenbau zieht.

Dennoch fällt es deutschen Unternehmen trotz – oder gerade aufgrund – einer guten Konjunktur relativ schwer, junge Talente und High Performer an ihre Organisation zu binden. Die hochqualifizierten Fachkräfte gibt es also schon, sie bewerben sich bloß bei anderen Firmen.

So erhalten natürlich viele Personalchefs rasch den Eindruck, dass die übrigen Kandidaten einen Querschnitt der jungen Uniabgänger darstellen. Doch mittlerweile scheinen Studien wie der Bericht der Arbeitsagentur oder die Ausblicke der HR-Experten das Management wachgerüttelt zu haben. Es gilt, die Zeichen der Zeit zu erkennen: Digitalisierung, Industrie 4.0 und Learning sind nicht einfach nur Werkzeuge moderner Organisationen, sondern strategische Steuerungselemente für einen langfristigen Unternehmenserfolg.

 Weg mit der Krawatte! Niedergang eines Machtsymbols

Unternehmen fangen langsam an zu lernen, dass sie sich auf die Kandidaten von morgen einstellen müssen. Denn für diese neue Generation der Mitarbeiter stellen digitale Tools und Personalförderungsmaßnahmen keine Betriebsgratifikationen mehr dar, sondern sind längst eine Grundvoraussetzung.

Auch flache Hierarchien und eine offene Unternehmenskultur werden immer mehr gefordert. Zwar jonglieren bereits einige Firmen mit diesen schönen Begriffen, wissen aber nicht so wirklich mit ihnen umzugehen. Und nur wenige Unternehmen wollen das Versprechen von einer neuen Kultur am Arbeitsplatz tatsächlich auch mit einer eigenen Agenda praxisnah umsetzen.

Der Wegfall der Krawatte – einst ehrfurchtsvoll als Respektbalken gewürdigt – ist nur eines der vielen äußeren Merkmale, die diesen Wandel unterstreichen sollen. Doch es hört nicht bei ehemaligen Symbolen auf. So verzichtet neuerdings auch der Vorstand von VW auf das Vorrecht mit dem Fahrstuhl direkt per Sonderfahrt bis in die Chefetage hochfahren zu können.

Auch Sonderbehandlungen in der Kantine für hohe Bosse gehören bei einigen Unternehmen längst nicht mehr zum guten Ton. Denn in den Chefetagen ist man sich sehr wohl der Außenwirkung überkommener Managementvorrechte bewusst – und darauf zahlte der neue Auftritt von Dieter Zetsche ein. Doch bleibt es lediglich bei jenen kosmetischen Überpinselungen oder kann sich dieser Wandel in der Managementkultur auch in allen Büros der Hierarchiepyramide hinab verankern?

Das Ziel muss es letztendlich sein, Mitarbeiter wie Kunden zu behandeln. Schließlich sind auch sie Touchpoints des Unternehmens. Und selbst Bewerber werden zu Markenbotschaftern, wenn sie den Recruitingprozess durchlaufen. Immerhin werden sie im Freundes- und Familienkreis Kunde darüber ablegen, wie die Abläufe während des Bewerbungsprozesses von statten gingen. Da kann das Urteil von negativer Schelte bis hin zu großem Lob reichen.

Umso wichtiger wird es für Unternehmen, die bestehende Belegschaft richtig einzubinden und ihnen gleichzeitig Freiräume zu schaffen. Die Zeiten von Fließbandarbeit, bei der der Mensch auf seine reine Funktion reduziert wurde, sind endgültig vorbei. Rückwirkend sind auch Ego, Dominanz und Härte nicht mehr die wichtigsten Kriterien bei Führungspositionen.

Wer seine Mitarbeiter nicht auch wie seine Kunden behandelt, wird sich als Arbeitgeber in die lange Schlange der anderen Unternehmen einreihen dürfen, die darüber klagen, dass es keine hochqualifizierten Fachkräfte gibt – die Wahrheit sieht aber so aus, dass es sie in der Tat gibt, bloß wollen sie nicht bei einer Firma anheuern, die viele Skills verlangt, aber nichts zurück gibt: Speziell ausgerichtetes Learning, transparente Feedbackkultur, ausgewogene Work-Life-Balance….alles heutzutage immer noch keine Standards in vielen Firmen – häufig bei jenen Organisationen, die immer noch Hierarchiemodellen und Arbeitsabläufen aus den 80er Jahren hinterherjagen. Doch solch ein Paradigmenwechsel will erst richtig im Unternehmen etabliert und gelebt werden – der Wegfall der Krawatte als Statusobjekt ist nur das Sahnehäubchen.

 Von Coworking und Surfleadership

Doch immer noch werden Mitarbeiter gegängelt. Wie soll es auch anders laufen, wenn bei der Besetzung von Führungspositionen dominantes Auftreten und Bärbeißigkeit ausschlaggebende Kriterien sind. Dabei ist bekannt, dass ein zu starkes Ego aus der Angst vor Machtverlust getrieben ist.

Das fehlende Puzzlestück zum modernen Leadership ist jedoch nicht Konkurrenz, sondern Kooperation. Wer seit jeher natürlich mit den gleichen hierarchischen Methoden zu tun hat, nur verkrustete Strukturen und das alte Silo-Denken gewohnt ist, für den mag eine tiefgreifende Änderung dieser Führungsmethoden zunächst durchaus bedrohlich erscheinen. Entscheider sollten sich jedoch diesem Wandel aber dennoch sukzessive öffnen. Sonst verlieren sie zuerst den Anschluss an die Zukunft und darauf folgend ihre besten Leute.

Unter Slogans wie Surfleadership und Coworking fallen gängige Hierarchien weg, wie sie in den meisten Unternehmen vorherrschen. Stattdessen helfen die Kollegen sich untereinander, um ihre Ziele zu erreichen und arbeiten an selbstständigen Projekten – und das mit Erfolg. Eine Art Limbo der Arbeitsdisziplin konnte bisher in solchen Unternehmen nicht festgestellt werden. Denn eine offene Kommunikation ist der Schlüssel, um aus dem Team eine Einheit zu machen.

Für diese Vorgehensweise sprechen aber nicht nur schwammige Erklärungen aus der Soziologie, sondern auch höchst ökonomische Gründe, die kein Manager außer Acht lassen sollte. Denn einen Mitarbeiter in ein enges Korsett zu stecken und ohne viel Eigenverantwortung, lässt ihn am Ende zu einer fleischgewordenen Maschine mutieren.

Das ist aber nichts Anderes als Ressourcenverschwendung, denn damit arbeitet der Mitarbeiter weit unter seinen Möglichkeiten und kommt das Personalmanagement teuer zu stehen – sprichwörtlich: Möchte man als Entscheider ernsthaft einen teuren Multifunktionsdrucker kaufen, um ihn am Ende doch nur als fossiles Faxgerät zu benutzen?

Coworking wurde als Arbeitspraxis jedoch lange Zeit verpönt und nur hippiehaften Digital-Nomaden zugeschrieben. Doch langsam zeigt sich, dass diese Methodik den Inbegriff des flexiblen Arbeitens im digitalen Zeitalter darstellt. Arbeitnehmer können in ihren Coworking Spaces unabhängig voneinander agieren und in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sein, oder auch gemeinsam Projekte verwirklichen.

Coworking Spaces stellen die Neugliederung der Arbeitsplätze dar, da diese in der Regel zeitlich befristet zur Verfügung stehen (beispielsweise ein geleaster 3D-Drucker für einen Auftrag in der Werbetechnik). Auf diese Weise fallen nicht nur starre Hierarchien weg, sondern es können sich auch Gemeinschaften herausbilden, welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden können.

 Kommunikative Kanäle statt verknöcherte Denkstrukturen

Dieser Entwicklung steht im Grunde nur eins im Weg – die immer noch konservative Haltung vieler Manager und Geschäftsführer, die solch ein Unterfangen als zu wagemutig und unkontrollierbar empfinden. Coworking heißt jedoch nicht, dass ein Manager seine Mitarbeiter in der freien Wildbahn für vogelfrei erklärt, sondern er schafft lediglich Freiräume. Unter dem Gesichtspunkt der Surfleadership entsteht durch diesen Freiraum erst die oben heraufbeschworene Feedbackkultur: Hier spricht man von Liquid Feedback, einer Verflüssigung der starren Hierarchieebene. Da der Manager nur noch orchestriert und die Mitarbeiter alle selbst zu Leitern ihrer eigenen Projekte avancieren, entwickelt sich eine ungeheure Eigendynamik.

Kurz gesagt: Es funktioniert wie in der BWL-Vorlesung. Coworking und Surfleadership entsprechen dem kapitalistischen Ansatz von Adam Smith mit der „unsichtbaren Hand“, die alles selbst regelt sowie dem Nachtwächterstaat, der darüber wacht und nur eingreift, wenn es doch mal Probleme gibt.

Wer eine offene und ehrlich gelebte Unternehmenskultur hingegen als Vagabundenspiel betrachtet, der ist ideologisch doch eher bei Karl Marx beheimatet. Er will nämlich von oben herab jeden Schritt kontrollieren und jede Kennziffer vorgeben. Alles nach Plan, ein eng gestecktes Muster aus dem niemand ausbrechen kann und darf.

Das Motto vieler Manager und Entscheider lautet daher immer noch: „Gib her, wir regeln das für Dich und sagen Dir nur, was Du bis dahin zu tun hast!“ Stattdessen sollte es eher so klingen: „Hier nimm. Du kannst es und schaffst das. Wir helfen Dir dabei!“ Dann darf man auch beruhigt mal den Schlips weglassen.

Lestrange_de_Geoffroy 2016

Geoffroy de Lestrange

Autor: Geoffroy de Lestrange ist Product Marketing Manager bei Cornerstone OnDemand, einem Anbieter Cloud-basierter Software für Human Capital Management und Learning. Er besitzt 20 Jahre Erfahrung in Marketingpositionen von technisch-industriellen Sektoren verteilt über ganz Europa. Zu seinen Themengebieten gehören der technologische Einfluss auf die HR und die modernen Arbeitspraktiken.

Bereits jeder zweite Deutsche Opfer von Cybercrime

Jeder zweite deutsche Internetnutzer ist in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Cybercrime geworden, wie eine Befragung von 1.017 Usern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben hat. Mit Abstand häufigstes Delikt ist dabei die Infizierung des Computers mit Schadprogrammen wie Viren. 43 Prozent der Internetnutzer wurden Opfer eines solchen Angriffs, berichtet „Pressetext“. … mehr

 

 

Digitale Ethik – kaum jemand kennt diesen Begriff

3-affenDie digitale Transformation ist das zentrale Thema unserer Zeit. Dialego, der Marktforscher für die digitale Welt, befragte im Juli 2017 1.000 Menschen – bevölkerungsrepräsentativ für den Bundesdurchschnitt – zum Thema digitale Ethik. Dialego fand heraus, dass drei von vier Bundesbürgern den Begriff „Digitale Ethik“ in der Form noch nie gehört hatten.

 

Was ist Digitale Ethik?

Der Begriff Ethik löst eindeutige Assoziationen aus: Die Moral der Menschen im Miteinander sowie die Frage, welche menschlichen Verhaltensweisen ethisch sind oder welche „der Norm“ entsprechen. Dabei ist die Frage der „Digitalen Ethik“ komplizierter. Viele Menschen sagen, dass ihnen sowohl das Wissen über die digitale Welt als auch zur konkreten Frage der Ethik in den digitalen Medien fehle. Als gemeinsame Basis findet sich an dieser Stelle das Verhalten, der Umgang im Miteinander.

 Internet und Moral

Dialego hat hinterfragt: Wie ist die Haltung der Deutschen konkret zu einigen ethischen Faktoren? Dabei stimmte beispielsweise jeder Zweite zu, dass die Anonymität im Internet negative Auswirkungen auf die Moral der Menschen habe.

Die Mehrheit der Menschen wünscht sich entsprechend auch einen Kodex für ethischmoralisches Verhalten im Internet. Dabei fällt auf, dass die Generation der Digital Natives (hier: bis 29 Jahre) unterproportional zustimmt (43 %). Stattdessen ist der Wert von zwei Dritteln durch die ältere Generation (50+) geprägt. Bei den Silver Surfern stimmen ganze 80 % der Aussage zu, dass ein Kodex nötig sei.

Dass es einen solchen Kodex bereits gibt, wissen allerdings auch die Wenigsten. Das Institut für digitale Ethik hat Leitlinien entwickelt, die helfen, die Würde des Einzelnen, seine Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit wertzuschätzen.

Digital-Kompetenz

Eindeutig ist die Haltung der Menschen, wann man mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen beginnen solle: in der Schule. Hier stimmten 72 % aller Befragten zu, nur 3 % sind konsequent dagegen.

Ranking der Ethik-Anforderungen

Dialego hat die zehn Empfehlungen des Ethik-Institutes von allen 1.000 Befragten bewerten und in eine Rangordnung bringen lassen. Dabei gibt es einen klaren Rang eins: Respektiere die Würde des Menschen. Analog zum Artikel eins unseres Grundgesetzes steht und fällt alles mit der Menschenwürde.

Auf Rang zwei positionierten die Befragten eine gewisse Skepsis: man solle nicht alles glauben, was man online sieht, sondern verschiedene Quellen heranziehen.Die Glaubwürdigkeit der Online-Informationen ist im Zuge der Fakenews-Diskussionen ein elementarer Aspekt. Oftmals entstehen und transportieren sich Fakenews, weil nur Überschriften gelesen, geteilt und kommentiert werden.

In eine ähnliche Richtung geht der dritte Rang: Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast. Auch hier könnte es sich um „Fake-Persönlichkeiten“ handeln. Diese Priorisierung ethischer Anforderungen﹣sofern diese also konkret vorgegeben werden ﹣ lässt darauf schließen, dass die Menschen sich durchaus bereits Gedanken gemacht haben und bereit sind, Stellung zu beziehen. Nun muss die Zukunft zeigen, inwieweit Leitlinien als gesellschaftlicher Konsens akzeptiert und gegebenenfalls gar verschriftlicht werden. Auch wir bei Dialego erwarten hier analog zur digitalen Transformation eine Weiterentwicklung im gesellschaftlichen Bewusstsein.

Hintergrund: Die komplette Rangfolge der Digital-Ethik Empfehlungen

  1. Respektiere die Würde anderer Menschen.
  2. Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus verschiedenen Quellen.
  3. Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast.
  4. Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.
  5. Akzeptiere nicht, dass Du beobachtest wirst und Deine Daten gesammelt werden.
  6. Erzähle und zeige möglichst wenig von Dir.
  7. Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.
  8. Messe Deinen Wert nicht an Likes und Posts.
  9. Schütze Dich und andere vor drastischen Inhalten.
  10. Bewerte Dich und Deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken

Ist Automatisierung wirklich ein Jobkiller?

Wenn wir an die Automatisierung von Arbeitsplätzen denken, kommen uns zuerst Bilder von Roboterarmen in den Fertigungsanalgen der Automobilhersteller in den Kopf, die nun die Arbeit durchführen, die vorher einmal von Menschen erledigt wurde. Heutzutage jedoch, ist Automatisierung nicht allein auf die Fertigung von Produkten beschränkt und kann sogar ein Treiber für den Arbeitsplatzzuwachs werden, ist auf „hquadrat.io“ zu lesen. ..mehr

 

Dauerhafte Überwachung: Google Home Mini zeichnete jedes Geräusch auf

Der Journalist Artem Russakovskii war einer der ersten Besitzer eines Google Home Mini. Er integrierte den smarten Lautsprecher in seinem Bad bis er nach einigen Tagen feststellen musste, dass der Mini jedes Geräusch aufzeichnete, berichtet „basicthinking“. …mehr