Schlagwort-Archiv: Digitalisierung

Wie schlau ist die künstliche Intelligenz?

Ein Beitrag in der „Süddeutschen“: Es sollte das ultimative Experiment werden, nur deshalb hatte Nathan, der Chef eines Suchmaschinenkonzerns, seinen jungen Angestellten Caleb in seine Villa eingeladen. Nathan stellt Caleb die attraktive Ava vor, einen Roboter, die ihm im sogenannten Turing-Test spielend leicht menschliche Fähigkeiten nachweist. Aber das genügt Nathan nicht. Er möchte herausfinden, ob Caleb sich in Ava verlieben kann, wohl wissend, dass sie eine Maschine ist. Tatsächlich tut er das und hilft ihr sogar zu fliehen. Auf der Flucht aber tötet Ava Nathan und sperrt Coleb in einen Raum, aus dem es kein Entrinnen gibt. Beide hatten ihre kalte Intelligenz unterschätzt. … mehr

 

Aktion „Bezahlen Sie mit Ihren Daten!“ am Europäischen Datenschutztag 2018

Unter dem Motto „Bezahlen Sie mit Ihren Daten!“ will das Museum für Kommunikation Nürnberg am Sonntag (28.01.18) die Besucher über den Umgang mit persönlichen Daten im Internet informieren. Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. unterstützt den Aktionstag gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht und dem DB Museum.

„Täglich werden die Verbraucher beim Online-Einkauf oder in den Sozialen Netzwerken verführt, persönliche Daten wie Alter und Adressen im Tausch für Rabatte oder kostenlose Angebote preiszugeben,“ sagte BvD-Vorstand Rudi Kramer. „Für einen eigenverantwortlichen Umgang mit personenbezogenen Daten fehlt oft das Bewusstsein. Damit geben die Verbraucher aber eigene Rechte preis“, warnte Kramer.

Am Aktionstag können die Besucher von 10 bis 15 Uhr selbst ausprobieren, wie es um ihre Datensensibilität bestellt ist. Fachleute der Bayerischen Datenschutzaufsicht, des BvD und von der Deutschen Bahn AG stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Zudem bietet das Museum Sonderführungen zum Datenschutz in der Geschichte der Kommunikation an. Auch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO), die die Rechte der Betroffenen ab 25. Mai 2018 neu regelt, wird Thema sein.

Am Dienstag (23.01.2018) setzte das Kommunikationsmuseum in Kooperation mit dem BvD und dem BayLDA die Vortrags-Reihe „Daten-Dienstag“ fort. Der Nürnberger Kriminalhauptkommissar Stefan Malek spricht über die Anwerbetechniken Rechtsextremer im Internet. Am 6. Februar klärt der Unternehmer Ernst Schulten über Tracking im Internet auf.

 

Kommentar: „Die globales Zentrum für Cbersicherheit ist ein Schritt in die richtige Richtung“

Pete Godden ist VP EMEA bei Zerto.

Pete Godden ist VP EMEA bei Zerto.

Die Initiative des Weltwirtschaftsforums, ein globales Zentrum für Cybersicherheit zu gründen, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, um die ständig wachsende Bedrohung durch Cyber-Angriffe auf die Weltbühne zu bringen, wo sie hingehört”. “Unternehmen sind jedoch bereits jetzt tagtäglich mit dem Risiko von Ransomware konfrontiert und benötigen technische Lösungen, um ihnen in der Gegenwart zu widerstehen. Es ist wichtig, dass jede Organisation versteht, dass es nicht darum geht, OB sie erfolgreich gehackt wird, sondern WANN. Ich hoffe, dass diese neue Initiative dazu beitragen wird, das Bewusstsein auf politischer Ebene für die Schwere der Bedrohung zu schärfen und zu einer breiteren Akzeptanz effektiver technischer Lösungen zu führen.”

Autor: Pete Godden ist VP EMEA bei Zerto, einem Anbieter für Lösungen zur Aufrechterhaltung des Betriebs von virtualisierten Infrastrukturen.

 

Studie: Mitarbeiter fürchten sich nicht vor Maschinen-Kollegen

Pega-Future of WorkPegasystems, Anbieter von strategischen Software-Lösungen für Vertrieb, Marketing, Service und Operations, hat in einer neuen weltweiten Untersuchung 845 Führungskräfte nach ihren Ansichten über die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung für den Arbeitsplatz der Zukunft gefragt. An der Untersuchung nahmen leitende Angestellte aus unterschiedlichen Wirtschaftssektoren teil, so Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Fertigungsindustrie, Telekommunikation und Medien, Öffentlicher Sektor und Einzelhandel.

Arbeitsplätze durch intelligente Maschinen ersetzt ?

Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, der zufolge Menschen besorgt sind, dass ihre Arbeitsplätze durch intelligente Maschinen ersetzt werden, sind 88 Prozent der Befragten mit der Einführung von Maschinen als Kollegen am Arbeitsplatz zufrieden. Tatsächlich erwarten mehr als zwei Drittel (69%), dass der Begriff „Arbeitskraft“ (Workforce) in Zukunft auch intelligente Maschinen umfassen wird, die mit den menschlichen Mitarbeitern, die sie steuern, zusammenarbeiten. Obwohl 70 Prozent angeben, dass KI innerhalb von 20 Jahren hauptsächlich menschliche Arbeitskräfte in administrativen Rollen ersetzen wird, sagen 69 Prozent, dass die Automatisierung ehemals manueller Prozesse es ermöglichen würde, diese in andere Bereiche des Geschäfts zu verlagern.

Vorteile einer Zusammenarbeit von Menschen mit intelligenten Maschinen

Die Studie zeigt eine Reihe von Vorteilen einer Zusammenarbeit von Menschen mit intelligenten Maschinen. 69 Prozent meinen, dass die Automatisierung von früher manuell ausgeführten Prozessen es Mitarbeitern ermöglichen wird, abwechslungsreichere und anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen. Dies könnte besonders für Mitarbeiter im Kundenkontakt gelten, die nach Meinung der Befragten Routineaufgaben an intelligente Maschinen übergeben könnten. 64% der Befragten erklären, KI werde die Selbstständigkeit von Mitarbeitern erhöhen.

Die Studie unterstreicht, dass Menschen weiterhin eine wichtige Rolle in Jobs spielen werden, die emotionale Intelligenz, Urteilsvermögen und kulturelles Verständnis erfordern. So erwarten nur 41Prozent, dass Künstliche Intelligenz menschliche Mitarbeiter in Aufgaben mit Kundenkontakt ersetzen kann, während 77 Prozent meinen, dass es innerhalb der nächsten fünf Jahre zum Standard wird, dass KI eingesetzt wird, um den Kundenservice-Mitarbeitern Next-Best-Actions vorzuschlagen.

Trotzdem macht die Studie auch deutlich, dass die Menschen die Kontrolle über intelligente Systeme behalten wollen. 79 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich mit einer intelligenten Maschine, die sie kontrolliert, nicht wohlfühlen würden: Interessanterweise gaben 78 Prozent an, es wäre ihnen in diesem Fall angenehmer, wenn es vollständige Transparenz und Nachprüfbarkeit der entsprechenden Entscheidungen geben würde.

Digitalcourage fordert Projektstopp von „Schutzranzen“: VW, Scout, AvD und Schulen sollen Tracking von Grundschülern stoppen

Der Verein Digitalcourage fordert mit einem offenen Brief die sofortige Einstellung des Projekts „Schutzranzen“. Im Rahmen des Projekts tracken Unternehmen die Bewegung von Grundschulkindern. Beteiligt sind die Volkswagen AG (Wolfsburg), Scout (Nürnberg), Uvex (Fürth), der Automobilclub von Deutschland (Frankfurt/Main ), Coodriver (Wolfsburg/ Grünwald) sowie die Städte Ludwigsburg und Wolfsburg. Die App „Schutzranzen für Ihre Kinder“ wurde nach Angaben von Google Play bereits mehr als 5.000 mal installiert.

Der offene Brief kann online unterzeichnet werden.

Im Projekt „Schutzranzen“ werden an Grundschulkinder GPS-Tracker und Apps verteilt und die Daten ausgewertet: Die erhobenen Positionsdaten werden über eine schlecht geschützte ‚Cloud‘ an die Eltern sowie Navigationssysteme und Smartphone-Apps für Autofahrer gesendet.

Kerstin Demuth von Digitalcourage ist entrüstet: „Es ist schamlos, Grundschulkinder zu überwachen und es als Sicherheitsmaßnahme zu verkaufen. Kinder zu tracken und die ungefähren Positionsdaten in Apps und Navigationssysteme einzuspeisen wird eher dazu führen, dass Autofahrer weniger auf die Straße achten. Und Kinder gewöhnen sich daran, dass ihr Aufenthaltsort ständig Eltern und anderen bekannt ist, sie werden sich ständig beobachtet fühlen.“

Sebastian Lisken von Digitalcourage kritisiert die Intransparenz der Apps: „Die Kinder-App sendet Daten an Amazon-Server in den USA, aber davon findet sich kein Wort in den Datenschutzbestimmungen von ‚Schutzranzen‘. Wir haben die ‚Cloud‘ geprüft und schätzen die Konfiguration des Servers als unprofessionell gesichert ein. Ein Hack würde genügen, um die aktuellen Aufenthaltsorte der Kinder herauszufinden.“

„Eltern können sich nicht neutral über das Projekt informieren – alle Informationen stammen von den beteiligten Unternehmen“, kritisiert Friedemann Ebelt von Digitalcourage. „Sicherheit im Straßenverkehr ist absolut wichtig, aber Überwachung ist definitiv der falsche Weg. Vom ‚Schutzranzen‘ haben selbst unter optimalen Bedingungen nur die Kinder etwas, die ihr Überwachungsgepäck bei sich tragen und einem smarten Fahrzeug begegnen. Dagegen würden alle Kinder von Schülerlotsen, verkehrsberuhigten Bereichen, Geländern und beleuchteten Gehwegen profitieren.“

„Die großen gesellschaftlichen Probleme an Projekten wie „Schutzranzen“ sind die Geschäftsmodelle der Unternehmen und ihre Gier nach Daten“, kritisiert Friedemann Ebelt von Digitalcourage. „Akute Probleme, wie Gefahren im Straßenverkehr, werden nicht grundsätzlich gelöst, sondern nur ausgenutzt, um Daten zu sammeln, auszuwerten und zu Geld zu machen.“

Die Website von „Schutzranzen“ wirbt damit, es sei die sicherste App ihrer Art und gibt in den Datenschutzbestimmungen an, es würden ohne Zustimmung keine Daten an Dritte weitergegeben. Dennoch konnte Digitalcourage nachweisen: Daten aus der Kinder-App werden an 1&1, Akamai, Amazon, Google sowie Microsoft und aus der Autofahrer-App sogar an Facebook übertragen werden. Darüber finden sich keine Hinweise in den neuen Datenschutzbestimmungen, die auf schutzranzen.com im Januar 2018 veröffentlicht wurden, nachdem Digitalcourage das Unternehmen mit den Vorwürfen konfrontiert hat.

Digitalcourage will mit dem offenen Brief die Partner des Projekts „Schutzranzen“ überzeugen, andere Lösungen für Gefahren im Straßenverkehr zu finden und Eltern kritisch über das Projekt informieren.

Unter dem Namen „Schutzranzen“ vertreibt Coodriver GPS-Tracker mit Anruffunktion und Smartphone-Apps für Kinder sowie Apps für Eltern und Autofahrer. Die App soll Autofahrerinnen warnen, wenn sich Kinder in der Nähe befinden und ermöglicht es Eltern, ständig zu wissen, wo sich ihre Kinder gerade aufhalten. Im April 2016 gab Volkswagen eine strategische Partnerschaft mit der Coodriver GmbH bekannt. Ab Februar sollen in der Stadt Wolfsburg die Tracker kostenlos an Grundschulkinder verteilt werden, um die Technik zu testen.

 

Perspektiven auf die Blockchain: „Menschliche Beziehungen spielen keine Rolle mehr“

Im zweiten Teil der Interview-Serie auf „Netzpolitik.org“ zu Blockchains spricht der Verwaltungswissenschaftler Klaus Lenk über die Grenzen von Smart Contracts, zunehmende Mittel der Verhaltenskontrolle und neue Herrschaftsformen durch informationstechnische Systeme. In der Blockchain sieht er ein Instrument, das uns bei unbedachter Nutzung die Bewegungsfreiheit nehmen und die Menschenwürde verletzen kann. … mehr

 

 

Verlorenes Vertrauen – das Problem von Facebook, Twitter & Co.

Über Fake News haben wir letztes Jahr hier im Blog viel gesprochen. Plattformanbieter wie Facebook und Twitter sind das Problem nur halbherzig angegangen. Das rächt sich nun …ist auf dem Blog von Christian Buggisch zu lesen . Diese halbzerzigen Versuche in Deutschland bestanden unter anderen darin, dass Facebook (17.000 Mitarbeiter, 27 Milliarden Dollar Umsatz) das Recherchebüro Correktiv (eine handvoll Journalisten) damit beauftragte, Fake News auf Facebook aufzuspüren. Langsame, weil manuelle Recherche durch ein paar Menschen im Kampf gegen Fake News – das ist tatsächlich ein schlechter Witz. … mehr

 

 

 

 

Facebooks fragwürdige Definition von vertrauenswürdigen Quellen

Facebook arbeitet weiter kräftig an seiner Umgestaltung. Das soziale Netzwerk hat nun in Form von zwei Postings verkündet, wie in Zukunft vertrauenswürdige Quellen identifiziert werden. Das Interessante dabei: Facebook entzieht sich beinahe jeder Verantwortung, ist auf „Basicthinking“ zu lesen. … mehr

 

 

Fabasoft unterstützt Datenschutz-NGO von Max Schrems

Max Schrems und Helmut Fallmann, Vorstandsmitglied von Fabasoft (Fotograf: Milena Krobath)

Max Schrems und Helmut Fallmann, Vorstandsmitglied von Fabasoft (Fotograf: Milena Krobath)

Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems gründet aktuell eine NGO, die es sich zum Ziel gesetzt hat, europäische Datenschutzgesetze durchzusetzen, indem sie Verbraucherschutzfälle vor Gericht bringt. Mittels Crowdfunding sollen für NOYB („None of Your Business“) bis Ende Januar 250.000 Euro gesammelt werden. Max Schrems erklärtes Ziel für sein Europäisches Zentrum für Digitale Rechte: „Europa bekommt das beste Datenschutzgesetz der Welt. Die neuen Regeln sind ein großer Schritt vorwärts. Jetzt müssen sie auch in der Praxis umgesetzt werden.“

Datenschutz ist Kernkompetenz von Fabasoft

Fabasoft unterstützt Schrems in seinem Anliegen mit der gemäß den NOYB-Statuten höchstmöglichen Summe, denn das Thema „Datenschutz“ zählt zu den Kernkompetenzen des Unternehmens.  „Über die Kooperation mit Max Schrems beziehungsweise die Unterstützung von ‚None of Your Business‘ unterstreichen wir noch einmal diesen Fokus,“ sagt Helmut Fallmann, Vorstandsmitglied von Fabasoft. Über 500 Einzelpersonen greifen NOYB bereits unter die Arme, außerdem versprachen Mozilla, die Stadt Wien und der Betreiber der Suchmaschine StartPage.com Finanzierungen.

Max Schrems wurde bekannt für seine aufsehenerregenden Klagen gegen den Social Media-Giganten Facebook. Obwohl Europa strenge Datenschutzgesetze hat, wird die Praxis vom „Big Business“ seiner Meinung nach bisher anders gelebt, sprich: Das Recht der Menschen auf Privatsphäre ignoriert. NOYB will Datenschutzgesetze gemeinsam durchsetzen, indem die Bestimmungen der im Mai 2018 in Kraft tretenden EU-Datenschutz-Grundverordnung genutzt werden. Sein Finanzierungsziel will Schrems unbedingt erreichen, denn: „Ohne eine solide Basis macht der Kampf gegen globale Großunternehmen keinen Sinn. Entweder ganz oder gar nicht!“

Der Utopische Salon: Wir wollen etwas bewegen

Digitalisierung ist überall und verändert rasant, wie wir kommunizieren und interagieren, wie wir wahrnehmen und denken, wie wir arbeiten, wie wir leben. Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind enorm, das bestreitet niemand. Und dennoch setzen wir uns viel zu wenig damit auseinander, was Digitalisierung eigentlich bedeutet, und wohin sie uns führt. Viele Menschen haben das vage Gefühl, dass da einfach irgendetwas mit ihnen passiert, worauf sie keinen Einfluss haben.

 Schreckensszenarien gibt es bereits genug

Damit wollen wir uns nicht abfinden. Wir können und wollen nicht auf jemanden warten, der uns das Denken abnimmt. Nicht auf die Politik und auch nicht auf ein Wunder. Wir brauchen heute eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesen Themen, eine kritisch-rationale Auseinandersetzung, aber auch Kreativität und Spaß beim anders Denken. Schreckensszenarien gibt es bereits genug, was uns fehlt ist die Idee eines Zielbilds, eben eine Utopie. Was, wenn wir in 200 Jahren wiedergeboren würden – in welche Welt sollte das sein? Brave New World, Minority Report, Blade Runner? Das ist doch alles Fiction!? Zugegebenermaßen ja – aber die Welt von morgen wird nun einmal erschaffen durch die Phantasien von heute.

Der Utopische Salon

Darum haben wir den Utopischen Salon gegründet. Er hat eine „klassische“ Seite in der Tradition der philosophischen und literarischen Salons des 19. und 20. Jahrhunderts, in denen leidenschaftlich diskutiert wurde. Unser erstes Treffen fand am 04. Dezember in Frankfurt statt. Wir, das sind in diesem Fall Chris Boos, Ulla Coester, Tom Dapp, Katarina Klatt, Edeltraud Leibrock und Jürgen Stahl. Und der Utopische Salon hat eine „virtuelle“ Seite, den Blog-Salon. Egal ob klassisch oder virtuell – immer geht es um den Austausch, offen und ohne Denkhürden. Der Utopische Salon will Fragen stellen, Denkanstöße geben und Menschen motivieren, sich über diese Themen auszutauschen. So wollen wir gemeinsam etwas bewegen.

Initiiert wurde der Utopische Salon von Dr. Edeltraud Leibrock. Als Naturwissenschaftlerin (Physik, Biologie) und Tech-Pionier (mit 16 begann sie zu programmieren) ist sie überzeugt davon, dass Neues immer dann entsteht, wenn unterschiedliche Welten, Menschen und Kulturen aufeinandertreffen, sich austauschen und ergänzen: erst verschiedene Perspektiven ergeben das gesamte Bild. Seit vielen Jahren bringt sie in Beratung und Management Innovation und Transformation in IT- und technologiegetriebenen Organisationen und Prozessen voran.

Schätze aus Elektroschrott: Dell startet Recycling-Programm für Gold

Bildquelle: Dell

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Dell hat ein branchenweites Pilotprojekt für das Recycling von Gold aus alten Elektronikgeräten vorgestellt. Ab diesem Frühjahr wird dieses Gold unter anderem in Motherboards des Latitude 5285 2-in-1 enthalten sein und im nächsten Jahr zudem für die Herstellung von Millionen weiterer neuer Motherboards genutzt.

Dell erweitert damit sein Kreislauf-Programm für Kunststoffe und Edelmetalle.   Derzeit werden nur 12,5 Prozent des entstehenden Elektroschrotts bei der Herstellung neuer Produkte wiederverwendet.

Allein in den USA werden jedes Jahr Gold und Silber im Wert von 60 Millionen Dollar aus nicht mehr benötigten Telefonen weggeworfen. Dies zeigt, welches Potenzial das Recycling dieser Materialien hat. Die Wiederverwendung von Gold aus gebrauchten Geräten hat nicht nur wirtschaftliche, sondern vor allem auch ökologische Vorteile, indem Schäden für Gesundheit und Umwelt, die üblicherweise mit dem Abbau von Gold verbunden sind, vermieden werden.

In einem umweltschonenden Prozess zerlegt der Dell-Umweltpartner Wistron GreenTech gebrauchte Elektronik in seine einzelnen Komponenten. Das in Motherboards verbaute Gold wird im Rahmen einer Kreislauf-Lieferkette recycelt und in neuen Motherboards oder anderen Produkten wiederverwendet. Laut einer Studie von Trucost , einem britischen Analysten für Umweltrisiken, wird hierdurch die Umweltbelastung im Vergleich zur traditionellen Goldgewinnung um 99 Prozent verringert.

Bildquelle: dell

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Außerdem kündigen Dell und die Schauspielerin, Unternehmerin und Aktivistin Nikki Reed eine Zusammenarbeit zur Unterstützung von Design mit nachhaltigen Materialien an. Die Circular Collection von Bayou with Love und Dell ist eine neue, limitierte Schmuckkollektion aus Gold, das aus Dells Recycling-Programm gewonnen wurde. Die Kollektion, die auf der diesjährigen Consumer Electronics Show vorgestellt wurde, umfasst 14- und 18-karätige Ringe, Ohrringe und Manschettenknöpfe.

„Dell ist stolz darauf, in seiner gesamten Lieferkette nachhaltigere Prozesse zu entwickeln“, erklärt Jeff Clarke, Dell Vice Chairman. „Innovativer Materialeinsatz, beispielsweise bei Kunststoff, Kohlefaser und jetzt Gold, wird für uns immer wichtiger. In einer Tonne Motherboards ist bis zu 800 Mal mehr Gold vorhanden als in einer Tonne Erz. Das macht die enorme Bedeutung solcher Anstrengungen sehr deutlich. Um die drängenden Umweltprobleme zu lösen, müssen wir über den Tellerrand hinausschauen und innovative Lösungen realisieren.

Die Kollektion von Nikki Reed ist ein sehr anschauliches Beispiel für die Möglichkeiten nachhaltigen Produzierens.“  Schon seit über einem Jahrzehnt arbeitet Dell an der Verwendung von nachhaltigen Materialien in Produkten und Verpackungen. Seit 2012 hat Dell mehr als 22.000 Tonnen Material aus Altgeräten in neuen Produkten recycelt. Im Rahmen des „Legacy of Good“-Programms hat Dell zugesichert, bis 2020 45.000 Tonnen an recycelten Materialien in seinen Produkten wiederzuverwerten. Die Zusammenarbeit mit Nikki Reed zählt zu den innovativen Projekten, Möglichkeiten einer Wertschöpfung aus Abfall zu entwickeln.

#Digitalethik: „Wir dürfen Werte nicht an der digitalen Garderobe abgeben“

Ein Beitrag von Alexander Birken, Vorstand der Otto Group. Auf XING: Das Vertrauen der Deutschen in Unternehmen ist derzeit auf einem Tiefpunkt. Vielen Menschen bereitet die Zukunft einer digitalisierten Lebenswelt Sorgen. Vor allem mithilfe von Transparenz kann Vertrauen wiederhergestellt werden….mehr

 

 

 

Bitkom fordert ehrgeiziges Digitalprogramm von Union und SPD

Zum Abschluss der Sondierungen von CDU/CSU und SPD hat der Digitalverband Bitkom die fehlende Entschlossenheit bei digitalpolitischen Themen kritisiert. „Wir begrüßen, dass die Sondierungspartner in der Präambel ihres Abschlussdokuments erklären, ‚den digitalen Wandel von Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft für alle Menschen positiv gestalten‘ zu wollen. Umso mehr  sind wir verwundert, dass die Sondierer in ihren Verabredungen zur Digitalpolitik nur Stückwerk liefern“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

„Deutschland muss in den kommenden Jahren alles auf die digitale Karte setzen.“ Zwar sei unbestritten, dass die Politik maßgeblich durch tagesaktuelle Ereignisse und viele, jährlich wechselnde Herausforderungen geprägt sei und auch in der Sozialpolitik wichtige Aufgaben anstünden. Dabei dürfe aber die Entwicklung einer Strategie für das digitale Zeitalter nicht aus den Augen verloren werden, betont Berg.

„Die Digitalisierung ist Deutschlands Schicksalsfrage. An ihr entscheidet sich, ob wir unseren auch im weltweiten Maßstab einzigartigen Wohlstand erhalten, Vollbeschäftigung sichern und sozialen Zusammenhalt stärken können.“ Beim Thema Digitalisierung seien die bisherigen Vereinbarungen viel zu dünn, teils gingen sie in die falsche Richtung. So wird die Digitalisierung in eine Reihe gestellt mit Herausforderungen wie ‚Globalisierung, Klimawandel und abnehmendem gesellschaftlichen Zusammenhalt‘. Union und SPD müssten hier deutlich nachlegen und starke digitale Akzente setzen. „Lippenbekenntnisse genügen nicht. Wir erhoffen und erwarten von der nächsten Bundesregierung zweierlei: erstens eine überzeugende Vision des digitalen Deutschland. Und zweitens ein zeitlich und inhaltlich sehr ambitioniertes Programm, um die Chancen der Digitalisierung optimal und für alle zu nutzen.“

Für die 19. Legislaturperiode hat Bitkom das Programm „Digital für alle“ vorgelegt, das neben Wirtschaft und Verwaltung vor allem auf die Gesellschaft ausgerichtet ist. Es umfasst konkrete Vorschläge zur Digitalisierung von Bildung, Arbeit, Infrastrukturen, E-Government und der Wirtschaft:

  • Menschen aus dem digitalen Abseits holen: Von den Chancen der Digitalisierung können und sollen alle Menschen profitieren – unabhängig von Bildungsstand, finanziellen Möglichkeiten und sozialem Status. Maßnahmen sind die Gründung einer Bundeszentrale für digitale Bildung, digitale Streetworker und einen großen jährlichen Digitalkonvent, der alle relevanten Organisationen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammenbringt.
  • Kooperationsverbot in der Bildung abschaffen und Schulen digitalisieren: Schülern werden in Deutschland nur unzureichend Digitalkompetenzen vermittelt. Das deutsche Bildungswesen landet in internationalen Vergleichen regelmäßig auf den hinteren Plätzen. Es sollte ein Nationaler Bildungsrat eingerichtet werden, der Vorschläge für eine grundsätzliche Reform des deutschen Bildungswesens erarbeitet. Zudem muss der bereits vorgestellte Digitalpakt zügig umgesetzt werden. Deutschlands Schulen müssen flächendeckend zu Smart Schools weiterentwickelt werden.
  • Berufe mit Zukunft erforschen und fördern: Mit Bundesmitteln sollte ein Forschungsinstitut „Berufe mit Zukunft“ aufgebaut werden, das die Perspektiven von Berufsbildern und Kompetenzprofilen für die nächsten Dekaden qualitativ und quantitativ untersucht. Die Ergebnisse sollten unmittelbar in die Berufsberatung und die Bildungspolitik einfließen. Für Unternehmen müssen Anreize geschaffen werden, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren.
  • Rechts- und Sozialsysteme für Arbeit 4.0 weiterentwickeln: Die Sozialsysteme sollten grundsätzlich überprüft werden. Angesichts des tiefgreifenden Wandels der Arbeitswelt mit mehr Flexibilität und neuen Erwerbsformen sollten die Altersvorsorgesysteme neu ausgerichtet werden. Starre Regelungen wie die elfstündige Ruhepause müssen überarbeitet und die tägliche auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden.
  • Schnelle und intelligente Infrastrukturen auf- und ausbauen: Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands erfordert die flächendeckende Verfügbarkeit von Gigabit-Infrastrukturen bis 2025 auf Basis eines Technologiemixes. Zunächst sollten bis 2020 alle Gewerbegebiete und Digitalisierungstreiber wie Schulen an Glasfaser angeschlossen werden. Zudem sollten die Infrastrukturen für Energie und Verkehr digital ertüchtigt werden, um Energie- und Verkehrswende zum Erfolg zu führen. Dafür sollte ein Nationaler Infrastrukturrat eingeführt werden.
  • Verwaltung konsequent digitalisieren: Verwaltungsdienstleistungen von Bund, Ländern und Gemeinden sollten bis 2020 auch digital und ab 2025 nur noch digital angeboten werden. Im Zentrum sollten eine bundesweite Bürger-ID und eine Verwaltungs-Cloud stehen. Binnen zweier Jahre sollten alle Schriftformerfordernisse abgeschafft und die Pflicht zum persönlichen Erscheinen auf dem Amt durch längst vorhandene Möglichkeiten der digitalen Authentifizierung ersetzt werden.
  • Digitale Schlüsseltechnologien fördern: Deutschland hat bei einigen Technologien mit großem disruptiven Potenzial eine im Weltmaßstab sehr gute Ausgangsposition. Dies gilt insbesondere für Künstliche Intelligenz, Blockchain, 3D-Druck und das Internet of Things. Künftig sollte jeder zweite Euro an öffentlichen Forschungsmitteln für Digitales und Digitalisierung eingesetzt werden. Für Künstliche Intelligenz sollte pro Jahr eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt werden.
  • „Digital first“ zum politischen Grundsatz machen: Alle Gesetze sollten unter einem Digitalvorbehalt stehen. Jedes neue Gesetzesvorhaben und jedes bestehende Gesetz sollten auf die Auswirkungen auf die Digitalisierung geprüft und wenn notwendig angepasst werden. Zur Steuerung der Digitalpolitik und Koordination der Aktivitäten der einzelnen Ressorts sollte die Institution eines Digital-Staatsministers im Kanzleramt mit Kabinettsrang geschaffen werden. Er sollte unter anderem den Digitalvorbehalt und digitalen Gesetzescheck ausüben und braucht die hierzu notwendigen Rechte und Ressourcen. Deutschlands politische Institutionen brauchen ein neues Betriebssystem.

Alle Vorschläge des Programms „Digital für alle“ gibt es hier zum Download.