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Künstliche Intelligenz: Politik muss Grenzen setzen: KI-Diskussion erinnert an die der ersten Atombombe

Die Diskussion um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) erinnert Dell-EMC-Chef Dinko Eror an die Kritik der ersten Atombombe. Er hält eine gesetzliche Regulierung für unabdingbar: Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch erlaubt sein. Ein Bericht auf „CRN“. …mehr

 

 

„Beim Thema KI-Ethik reicht die Selbstverpflichtung der Industrie nicht aus“

Verständnis-Ethik-260x300Innovation ist wichtig, aber kein Selbstzweck, deshalb sollten sich Unternehmen und Wissenschaftler ethische Grenzen setzen. Notfalls müssen die Gesetzgeber nachhelfen, sagt Dinko Eror, Senior Vice President and Managing Director von Dell EMC in Deutschland.

Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch erlaubt sein. Gerade im Umfeld der Künstlichen Intelligenz (KI) ist eine Diskussion entstanden, die stark an die Kritik der ersten Atombombe erinnert: Viele fürchten eine Entwicklung, die unumkehrbar ist und weitreichende Gefahren birgt.

Der Unternehmer Elon Musk etwa sieht in der KI „die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit“, und der in diesem Jahr verstorbene Physiker Stephen Hawking war bereits 2014 der Meinung, Menschen könnten aufgrund ihrer biologischen Limitierung mit KI nicht mithalten und würden am Ende „verdrängt“ werden. Eine Verselbstständigung der Technologie hatten Science-Fiction-Autoren schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts thematisiert.

Eine solche Entwicklung hat eine besondere Tragweite, wenn Fehler entstehen. Amazons Gesichtserkennung etwa hat jüngst 28 Abgeordnete des US-Kongresses mit Häftlingen verwechselt. Überträgt man diese Fehlerquote von fünf Prozent auf die Ambitionen des US-Verteidigungsministeriums, werden ethische Zweifel schnell greifbar: Das Pentagon will unter anderem Drohnen und andere Waffen mit KI versehen, damit sie Ziele selbst identifizieren und „Entscheidungen selbst treffen“ können. Viele KI-Forscher betrachten solche Entwicklungen mit besonderer Skepsis – wenn nicht mit Abscheu; tausende von ihnen haben deshalb eine freiwillige Selbstverpflichtung unterschrieben, nicht an autonomen Waffensystemen zu forschen. Aber wie stehen die übrigen tausenden zu solchen Einsätzen?

Gefahr kommt auch aus einem ganz anderen Bereich: Mit KI, künstlichen neuronalen Netzen und erschreckend wenig Aufwand können mittlerweile mit sogar kostenlosen Apps täuschend echte Fake-Bilder und -Videos hergestellt werden. „Nicht auszudenken, was passiert, wenn durch ein Fake-Video eines Fake-Politikers ein Krieg entsteht“, gibt Dinko Eror zu bedenken.

Auch die Profilerstellung von beliebigen Internet- und Social-Media-Nutzern stellt für KI längst keine Hürde mehr dar. Die Technologie kann, in Verbindung mit der heutigen Rechenleistung, gigantische Datenmengen analysieren und etwa Muster erkennen. Unvergessen ist zum Beispiel die unerlaubte Auswertung der Daten zahlreicher Facebook- und Twitter-Profile durch Cambridge Analytica mit dem Ziel, die US-Wahlen 2016 zu beeinflussen – für viele der erste wirkliche Social-Media-Skandal.

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, die ethische Fragen aufwerfen – zudem dass die KI sich weiterentwickelt und jeden Tag schneller, leistungsfähiger und treffsicherer wird. Sogar IT-Unternehmen, die Vorreiter in Sachen KI, kommen deshalb mittlerweile ins Grübeln. Microsoft zum Beispiel betrachtet KI-basierte Gesichtserkennung als Bedrohung der fundamentalen Menschenrechte wie Privatsphäre und Meinungsfreiheit, so zumindest President Brad Smith in seinem Blog vor einigen Wochen.

Ist die Selbstverpflichtung von Industrie und Forschung also der richtige Weg, um ethische Innovationen – auch fernab von KI – sicherzustellen? „Nein. Die Wirtschaftsgeschichte hat gezeigt: Die Selbstverpflichtung von Industrie und Forschung führt nicht zu ethischen Innovationen“, erklärt Eror. „Sei es beim Dieselskandal, dem Rauchverbot, der Frauenquote oder der Nahrungsmitteltransparenz. Mögliche Absatzvorteile haben Unternehmen immer höher bewertet als ethisches Handeln. Ich bin mir sehr sicher, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.“

Eine gesetzliche Regulierung ist deshalb unabdingbar. „Die angekündigte Strategie der Bundesregierung zur Künstlichen Intelligenz kommt zwar sehr spät, berücksichtigt aber Datenschutz und Informationssicherheit und betont an vielen Stellen die Notwendigkeit von ethischen Standards“, erklärt Eror, „das ist sehr zu begrüßen“. Auch die EU hat kürzlich ein KI-Maßnahmenpapier angekündigt, in dem ethische Rahmenbedingungen im Vordergrund stehen.

Die Frage bleibt, ob auch andere Regierungen ein Interesse daran haben, sich in diesem Sinne selbst einzuschränken. Die USA haben zwar bereits 2016 einen strategischen Forschungs- und Entwicklungsplan für KI vorgestellt und betonen dort sehr nachdrücklich das Thema „ethische KI“. Es bleibt aber offen, wie sie etwa ihre angekündigten aggressiven Verteidigungspläne darauf abstimmen wollen. China, ein Land, das nicht besonders zimperlich mit der Privatsphäre umgeht, wie die jüngste Maßnahme zur allgegenwärtigen Gesichtserkennung beweist, wird ethische Aspekte eher weniger in den Vordergrund stellen.

Seit vielen Jahren wird der Ruf nach einer neuen Wirtschaftsordnung laut. Sie soll, so die große Mehrheit der Deutschen, Turbokapitalismus und Wachstum um jeden Preis zugunsten von mehr Gerechtigkeit und Umweltschutz ablösen. „Angesichts des rapiden Fortschritts der Technik und des potenziellen Missbrauchs der KI ist es an der Zeit, auch die Unternehmens¬ethik ganz oben auf die Agenda zu setzen“, findet Eror.

Auf den Spuren der Hacker: Wie werden gestohlene Passwörter genutzt?

Trotz ausgereifter Sicherheitstechnologien bleiben Anwender für Unternehmen eine empfindliche Schwachstelle, insbesondere deshalb, weil Cyberkriminelle ihre Social Engineering-Angriffe immer weiter verfeinern.

Vor allem Phishing zählt zu den Angriffsvektoren, die Unternehmen gegenwärtig Kopfschmerzen bereiten. So werden E-Mails im Namen von Payment-Services, Shopanbietern oder E-Mailservicehosts von den kriminellen Hintermännern täuschend echt nachgeahmt, mit dem Ziel, durch das Abfischen von Logindaten weitere sensible, persönliche Daten zu erbeuten.

Doch wie sehen die Konsequenzen aus, wenn Nutzerdaten von Mitarbeitern in die falschen Hände geraten und welche Auswirkungen hätte dies auf das Unternehmen? Das Forschungsteam von Bitglass hat versucht, mithilfe eines Experiments unter dem Namen „Cumulus“ den Verbreitungswegen illegal erbeuteter Daten auf die Spur zu kommen.

Das Experiment: Ein Bankangestellter als Lockvogel

Um diese Fragen zu beantworten, nutzte das Bitglass Forschungsteam einen Lockvogel: Es kreierte die digitale Identität eines Bankangestellten einer fiktiven Bank. Dazu wurde ein funktionierendes Banking-Portal eingerichtet sowie ein Google Drive-Account angelegt, in dem sowohl persönliche Daten wie Kreditkartennummern als auch Dokumente aus dem Arbeitsalltag deponiert wurden.

Die Google-Anmeldedaten des Lockvogel-Accounts wurden vom Forschungsteam schließlich im Darknet veröffentlicht. Alle Dateien in dem Google Drive-Ordner wurden zuvor jedoch mit einem digitalen Wasserzeichen versehen, sodass das Forschungsteam sämtliche Aktivitäten der „Datendiebe“, vom Login bis zum Dateidownload, verfolgen konnte.

In den ersten 24 Stunden nach dem Posting im Darknet hatten mehr als 1400 Besucher aus über 30 Ländern sich die scheinbar gestohlenen Nutzerdaten näher angesehen, die ersten Dateidownloads aus dem Google Drive-Ordner erfolgten binnen 48 Stunden.

Datendiebe gehen selektiv vor

Unter den Besuchern war eindeutig eine gezielte Vorgehensweise erkennbar: So wurden Dateien, die augenscheinlich sensible Finanzinformationen enthielten, am schnellsten geöffnet. Die Aktivitätsprotokolle, die das Bitglass-Team aus der API-Integration der Google-Anwendung erhielt, zeigten zudem, dass in vielen Fällen unmittelbar nach Zugriff auf das Drive-Laufwerk auch der Dateidownload vorgenommen wurde.

Dabei zeigten sich unterschiedliche Vorgehensweisen: Während manche scheinbar wahllos sämtliche Dateien herunterluden – darunter beispielsweise auch die Speisepläne der Kantine – konzentrierte sich ein Anteil von 12 Prozent ausschließlich auf die sensibelsten Inhalte, insbesondere Dokumente mit Kreditkartendaten und Unternehmensdokumente mit Bankkundeninformationen.

Eine Weitergabe oder Nutzung der Kreditkartendaten ist während des Experiments jedoch nicht aufgetreten. Es besteht dennoch keine Gewissheit, dass Hacker diese Daten in Zukunft nicht weiterverwenden werden.

Ein fataler Nutzerfehler: Bequemlichkeit bei der Passwortvergabe

Wie viele Internetuser benutzte auch der fiktive Bankangestellte dasselbe Passwort für unterschiedliche Webservices. Eine Tatsache, der sich Cyberkriminelle bewusst sind: Nachdem die Hacker mit den durchgesickerten Anmeldeinformationen erfolgreich auf das Google Drive-Laufwerk zugegriffen hatten, bemerkte das Forschungsteam, dass die meisten von ihnen anschließend versuchten, dieselben Anmeldeinformationen auch auf anderen Websites anzuwenden.

In dieser Hinsicht waren die Hacker äußerst unerbittlich: 36 Prozent der angelockten Cyberkriminellen stürzten sich auf das private Bankkonto des Opfers, auf das sie mit den Anmeldedaten einfach zugreifen konnten. Dabei beobachteten die Bitglass-Forscher auch mehrere wiederkehrende Logins derselben kriminellen User, einige innerhalb von Stunden, andere wiederum noch Wochen nach dem ersten Login. Ebenso wurde es häufig beobachtet, dass die Hacker die Passwörter änderten, um den Nutzer von seinen Accounts auszusperren.

Hacker wahren professionell ihre Anonymität

Bei einigen Zugriffen auf das Banking-Portal konnte ermittelt werden, dass die Cyberkriminellen aus den US-Bundesstaaten Wisconsin und Kalifornien, sowie aus den Ländern Österreich, den Niederlanden, den Philippinen sowie der Türkei kamen. Die deutliche Mehrheit jedoch – 68 Prozent – nutzten sowohl für den Zugriff auf das Banking-Portal als auch das Google Drive-Laufwerk den Tor-Browser, um ihre IP-Adressen zu verschleiern.

Ein Hacker der Dark Web-Community ermutigte die Mitglieder sogar, einen mit Kryptowährung bezahlten VPN-Dienst in Verbindung mit Tor zu benutzen, um das Risiko einer Strafverfolgung nach dem US-Computerbetrugs- und Missbrauchsgesetz zu minimieren. Ein deutliches Indiz für die zunehmende Professionalisierung und Organisation unter den Cyberkriminellen.

Sicherheit in der Cloud erfordert einen mehrstufigen Ansatz

Wie das Experiment zeigte, sind sowohl Unternehmens- als auch persönliche Daten eine durchaus beliebte Ware, für die sich stets interessierte Abnehmer finden. Um ihre Daten wirksam zu schützen und sich nicht ausschließlich auf das Sicherheitsbewusstsein ihrer Mitarbeiter verlassen zu müssen, sollten Unternehmen auf mehreren Ebenen Kontrollmechanismen etablieren, die dem Verlust sensibler Daten vorbeugen können.

Für öffentliche Cloud-Anwendungen wie Google Drive ist die Möglichkeit, den Zugriff kontextabhängig beschränken oder verhindern zu können, der Schlüssel zum Schutz sensibler Daten.

In dem Bankbeispiel hätte die IT-Abteilung eine Cloud Access Security Broker-Lösung (CASB) nutzen können, um verdächtige Anmeldeversuche zu identifizieren, das Herunterladen von Kundendaten aus der Cloud zu verhindern oder den Upload sensibler Daten in die Cloud zu blockieren. IT-Administratoren werden außerdem unmittelbar auf ungewöhnliche Aktivitäten – wie die im Google-Laufwerk des Bankmitarbeiters – aufmerksam gemacht, insbesondere wenn mehrere Anmeldungen von entfernten Standorten kommen, und können sofort Gegenmaßnahmen einleiten.

Die im Experiment verwendete Wasserzeichentechnologie kann auch einen Einblick in den verdächtigen Umgang mit Daten aus Cloud-Anwendungen geben. Kombiniert mit maschinellen Lerntechniken, um das Nutzerverhalten zu erfassen und Abweichungen zu erkennen, können verdächtige Zugriffe umgehend aufgespürt werden – selbst, wenn sie menschlichen IT-Administratoren wie eine „Nadel im Heuhaufen“ erscheinen mögen.

Schließlich hätten die im Experiment erfassten erfolgreichen Zugriffe verhindert werden können, wenn die Wiederverwendung von Passwörtern untersagt und fortschrittliche Authentifizierungsmethoden genutzt worden wären. Eine integrierte Identitätsmanagementlösung mit Unterstützung für Single Sign-On, Multi-Faktor-Authentifizierung, sowie Einmal-Passwörtern ist dafür unerlässlich.

Bei verdächtigen Anmeldungen und Aktivitäten beispielsweise wendet diese stets eine Multi-Faktor-Authentifizierung an. Durch die Anwendung dieses mehrstufigen Ansatzes können Unternehmen schließlich nicht nur ihre sensiblen Daten schützen, sondern darüber hinaus ihren Mitarbeitern den Komfort, den die Arbeit mit Cloudanwendungen bietet, weiterhin bieten.

Michael Scheffler ist Regional Director Central and Eastern Europe bei Bitglass.

Michael Scheffler ist Regional Director Central and Eastern Europe bei Bitglass.

Autor: Michael Scheffler ist Regional Director Central and Eastern Europe bei Bitglass.

 

„Kollege Roboter“ in den Arbeitswelten der Zukunft

Roboter können dem Menschen ähneln. Wie weit kann und soll die Unterstützung durch Roboter in der modernen Arbeitswelt reichen?  (Bildquelle: "obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/Uwe Voelkner / Fotoagentur FOX")

Roboter können dem Menschen ähneln. Wie weit kann und soll die Unterstützung durch Roboter in der modernen Arbeitswelt reichen? (Bildquelle: „obs/Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/Uwe Voelkner / Fotoagentur FOX“)

„Wissen scha(f)ft gesunde Arbeit – Arbeitswelten der Zukunft menschengerecht gestalten“ lautet der Titel des Projekts der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), mit dem sie zum Wissenschaftsjahr 2018 beiträgt. Mit „Kollege Roboter“ geht jetzt die erste von insgesamt vier Web-Dokumentationen online.

Die Dokumentation vermittelt multimedial in Text, Bild und Videosequenzen, wie Wissenschaft dazu beiträgt, die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter optimal und menschengerecht zu gestalten. Erzählerisch beleuchtet sie dabei Chancen und Risiken der Technologie und bringt den Beitrag der Wissenschaft knapp und präzise auf den Punkt. „Kollege Roboter“ gibt es unter www.wissenschaftsjahr.baua.de.

Mit der Digitalisierung der Arbeitswelt geht eine stetige und rapide Zunahme der Anzahl sowie der Einsatzmöglichkeiten von Industrierobotern einher. Roboter arbeiten schnell, präzise und ermüden nicht. Dafür hält sich ihr Improvisationstalent in den engen Grenzen ihrer Programmierung. So wird auch künftig eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter unerlässlich bleiben.

Doch wie muss diese Zusammenarbeit gestaltet werden, damit die Beschäftigten nicht nur sicher und frei von gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeiten, sondern auch ihre Qualifikationen und Fertigkeiten einbringen können?

Antworten auf diese und andere Fragen gibt „Kollege Roboter“. Die Web-Dokumentation im „Scrolly-Telling“-Format ist die erste von vier Dokumentationen, die im Rahmen des Projektes „Wissen scha(f)ft gesunde Arbeit – Arbeitswelten der Zukunft menschengerecht gestalten“ erstellt werden.

Das Projekt ist eingebunden in das Wissenschaftsjahr 2018 „Arbeitswelten der Zukunft“, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wird von diesem finanziell gefördert. Die einzelnen Dokumentationen zeigen auf, wie Wissenschaft und Forschung dazu beitragen, vorausschauend Arbeitsplätze menschengerecht zu gestalten und zu sichern.

Ein Besuch bei „Kollege Roboter“ dauert rund 15 Minuten. Dabei scrollt sich der Interessierte durch die Dokumentation. Verständliche Texte, spannende Bilder und kurze Videosequenzen vermitteln nicht nur Chancen und Risiken der Technologie. Vielmehr geben Wissenschaftler Einblicke in ihre arbeitswissenschaftliche Forschung. Zudem zeigen Beispiele aus der betrieblichen Praxis, wie dieses Wissen die Arbeitssituation der Beschäftigten verbessern kann. Damit liefert die Dokumentation auch Fakten und Impulse, damit sich Bürger am Dialog im Wissenschaftsjahr beteiligen können.

Das Wissenschaftsjahr 2018 , eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), widmet sich dem Thema Arbeitswelten der Zukunft. Durch die Digitalisierung, alternative Arbeitsmodelle und die Entwicklung künstlicher Intelligenz stehen Forschung und Zivilgesellschaft vor neuen Chancen und Herausforderungen: Wie werden die Menschen in Zukunft arbeiten? Wie machen sie sich fit dafür? Und welche Rolle spielen Wissenschaft und Forschung bei der Gestaltung eben dieser neuen Arbeitswelten? Das Wissenschaftsjahr 2018 zeigt, welchen Einfluss soziale und technische Innovationen auf die Arbeitswelten von morgen haben – und wie diese nicht nur den Arbeitsalltag verändern, sondern auch neue Maßstäbe im gesellschaftspolitischen Dialog setzen. „Erleben. Erlernen. Gestalten.“ – unter diesem Motto werden Bürgerinnen und Bürger im Wissenschaftsjahr 2018 dazu aufgerufen, mitzumachen, Fragen zu stellen und gemeinsam Lösungsansätze zu finden.

Raus aus dem Stau: Welche Chancen bietet autonomes Fahren

Das Ende der Sommerferien in vielen Bundesländern wird wieder für Stillstand auf den Autobahnen sorgen. Doch solche voraussehbaren Staus könnten bald der Vergangenheit angehören. „Vernetztes Fahren wird den Verkehr in wenigen Jahren auch zu Spitzenzeiten besser fließen lassen“, ist Klaus Landefeld, Vorstand des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V., überzeugt.

Immer mehr Autos sind über das Internet miteinander und mit ihrer Umgebung verbunden, sie können autonom fahren und ermöglichen effiziente und sichere Verkehrsflüsse. „Das Ziel ist ein von Künstlicher Intelligenz gestütztes Verkehrs-Ökosystem, in dem sich die Fahrzeuge permanent flüssig bewegen“, so Landefeld.

Klaus Landefeld, Vorstand des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V..

Klaus Landefeld, Vorstand des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V..

Bis dahin gibt es jedoch noch technische Hürden zu überwinden: „Damit Connected Cars ihr ganzes Potenzial entfalten, brauchen wir Netzwerke, die sich grundsätzlich von denen unterscheiden, die wir zurzeit nutzen“, sagt Landefeld. Das mobile Internet sei aktuell noch nicht flächendeckend geeignet, Fahrzeuge zuverlässig und schnell zu verbinden, damit sie miteinander sowie mit den Verkehrswegen kommunizieren können. Über das Internetprotokoll werden sich die Fahrzeuge potenziell auch mit Ampeln, Straßenschildern und der Straße selbst austauschen – etwa über die Straßenverhältnisse, die aktuelle Verkehrssituation oder vorhandene Baustellen.

Edge-Computing – Rechenpower am Straßenrand

Eine weitere Herausforderung betrifft die Reaktionszeiten: Autonom fahrende Autos zu koordinieren und den Verkehrsfluss zu steuern bedarf hoher Rechenpower, die schnell und zuverlässig zur Verfügung stehen muss. „Alle Daten erst in ein entferntes Cloud-Rechenzentrum zu übertragen, dort auszuwerten und die Ergebnisse zurück zu übertragen, dauert viel zu lang. Es zählt jede Hundertstelsekunde“, sagt Landefeld.

Die Lösung sind Rechenzentren in der Nähe oder entlang der Straße, welche die Berechnungen übernehmen. Als Edge-Computing bezeichnen Experten diese dezentrale Datenverarbeitung mit Speichermöglichkeiten und Rechenpower am Rand des Netzwerks.

„Das autonome Fahren braucht die Möglichkeit, Arbeitslast und Backend-Verarbeitung an den Ort des Geschehens zu verlagern – daher ist Edge Computing eine Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren“, sagt Landefeld und ergänzt: „Optimal wäre es, wenn die Verarbeitung nie mehr als 50 Kilometer vom aktuellen Standort stattfindet – allein entlang der deutschen Autobahnen brauchen wir also eine beträchtliche Anzahl kleiner Rechenzentren für die dezentrale Verarbeitung der Verkehrsdaten, die dann idealerweise auch noch anbieterübergreifend vernetzt sind.“

Sensoren im Asphalt

Neben den Autos müssten auch die Straßen im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) vernetzt sein. Hierzu sind bauliche Veränderungen notwendig, wie Sensoren im Asphalt, damit die Verkehrswege selbst mit den Autos kommunizieren können. „Es ist möglich, die Sensoren über ein schmalbandiges Weitverkehrsnetz ins Internet der Dinge (IoT) zu integrieren – dort arbeiten diese bis zu 10 oder 15 Jahre, ohne dass ein Batteriewechsel erforderlich ist.“

Mehr Sicherheit im Internet: Blockchain kann digitale Identitäten sichern

blockchainDigitale Identitäten ermöglichen es, die Akteure im Internet zweifelsfrei zu identifizieren – seien es Menschen, Geräte im Internet der Dinge oder Chat-Bots. Die Blockchain-Technologie könnte hier zukünftig Vorteile bieten gegenüber herkömmlichen Methoden: Anwender könnten mit Blockchain-Lösungen etwa ihre digitale Identität vollständig selbst verwalten.

„Eine Blockchain-Lösung kann einen öffentlichen Schlüssel an eine Identität binden, ähnlich wie es eine Public-Key-Infrastruktur (PKI) tut, allerdings ohne dass man dabei eine zentrale Instanz benötigt“, sagt Klaus Schmeh von cryptovision. Auf den Internet Security Days (ISDs) am 20. und 21. September 2018 in Brühl bei Köln hält Schmeh einen Vortrag zu diesem Thema. „Durch den Verzicht auf eine zentrale Instanz hat man naturgemäß weniger Einflussmöglichkeiten – mit allen Vor- und Nachteilen.“

Blockchain kann PKI ergänzen

Mit der jungen Blockchain-Technologie sind weitere Lösungen für digitale Identitäten denkbar – so ließe sich eine vertrauenswürdige Instanz auch in eine Blockchain-Lösung integrieren. Mittels Personalausweis beispielsweise können sich die Anwender dann für die Blockchain registrieren, die ihre Identität überall im Netz zweifelsfrei belegt.

„Die Blockchain-Technologie ist eine ideale Ergänzung zu einer Public-Key-Infrastruktur, in der Praxis wird sie diese jedoch nie vollständig ersetzen“, gibt Markus Schaffrin zu bedenken. Er ist Geschäftsbereichsleiter Mitglieder-Services und Security-Experte im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Ein Unternehmen beispielsweise, das die Schlüsselvergabe an Angestellte regeln will oder ein Staat, der rechtlich bindende digitale Signaturen vergeben möchte, kann auf eine zentrale Instanz kaum verzichten.

Identitäten-Lösungen fürs Internet der Dinge

Als transparente und dezentralisierte Plattform ist die Blockchain jedoch generell geeignet, die digitale Identitätskrise mit immer mehr Akteuren und Geräten im Internet zu entschärfen. User könnten beispielsweise mithilfe der eigenen, auf die Blockchain gestützten Identität viele verschiedene Online-Dienste sicher und bequem nutzen.

Damit ließen sich etwa die aktuell beliebte Authentifizierung mittels Social Media Account ersetzen. Statt einer sozialen Plattform weitere persönliche Daten anzuvertrauen, würde jeder Nutzer seine Online-Identität selbst mitbringen, ganz im Sinne einer Self-Sovereign Identity (SSI).

Bevor entsprechende Lösungen geschaffen werden können, gilt es jedoch noch Fragen zu beantworten – etwa wie sich das zeit- und energieintensive Proof-of-Work-Verfahren der Blockchain vereinfachen ließe. Das Internet der Dinge und die Zahl der Transaktionen wächst rasant, hier bräuchte es schnellere und effektivere Verifizierungsmethoden. „Neue Möglichkeiten bietet etwa das Distributed-Ledger-Projekt IOTA, das Transaktionen grundlegend anders verarbeitet als die klassische Blockchain“, sagt Schmeh. Die unterschiedlichen Distributed-Ledger-Technologien könnten also schon bald Lösungen für die digitale Identitätskrise schaffen.

Verfassungsbeschwerde gegen Staatstrojaner eingereicht

 Digitalcourage hat am Dienstag, 7. August 2018, Verfassungsbeschwerde gegen die Staatstrojaner in der Strafprozessordnung (StPO) eingereicht. Die Beschwerdeführer.innen fordern, § 100a Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 3 bis 6, § 100b sowie § 100d Abs. 1 bis 3 und Abs. 5 StPO in der Fassung nach dem „Gesetz zur effektiveren und praxistauglicheren Ausgestaltung des Strafverfahrens“ für verfassungswidrig und nichtig zu erklären.  Angegriffen wird u.a. die unverhältnismäßige Tiefe des Eingriffs in das IT-Grundrecht und das Fernmeldegeheimnis.

Die Beschwerdeführenden sind Juristen, Grundrechtsaktivistinnen und Künstler. Alle sind potentiell durch den Einsatz von Staatstrojanern bedroht.

Der Liedermacher, Kabarettist und Autor, Marc-Uwe Kling ist einer der Beschwerdeführer und erklärt seine Betroffenheit von dem Gesetz mit seinen Publikationen: Die Känguru-Trilogie handelt ausführlich von seinem Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft mit einem kommunistischen Känguru. Dieses hat nach eigener Aussage auf Seiten des Vietcong gekämpft, will das System umstürzen und betreibt einen Boxclub („Nazis boxen“). Auf Grund einiger absurder (realer) Erlebnisse anderer Beschwerdeführer mit der Polizei liegt die Befürchtung nahe, dass Strafverfolgungsbehörden das Känguru nicht als Romanfigur erkennen, sondern als Täter einer der in den §§ 100a Abs. 2, 100b Abs. 2 StPO genannten Anlasstaten einstufen und er Betroffener einer Online-Durchsuchung oder Quellen-Telekommunikationsüberwachung wird.

Trotz des bitteren Humors – Staatstrojaner sind eine ernste Bedrohung für die freiheitliche Demokratie. So sehen das auch die Beschwerdeführer.innen. Sie warnen vor dem Abbau des Rechtsstaats durch ausufernde Überwachung und vor Gefahren für die IT-Sicherheit. Um die Schadsoftware zu installieren, werden Sicherheitslücken in Hard- und Software von Geräten ausgenutzt. Diese stehen dann weiterhin offen – auch für Geheimdienste und Kriminelle.

 

Mehr Infos:

Erklärvideo: Warum sind Staatstrojaner gefährlich?

 Verfassungsrechtliche Argumente gegen den Staatstrojaner

Staatstrojaner: Chronologie des staatlichen Hackings

Home Smart Home: Jeder Vierte ist auf dem Weg zum intelligenten Zuhause

 

Jeder vierte Bundesbürger besitzt mindestens ein Smart-Home-Gerät (Bildquelle: Bitkom)

Jeder vierte Bundesbürger besitzt mindestens ein Smart-Home-Gerät (Bildquelle: Bitkom)

Licht und Heizung via Smartphone steuern, Haushaltsgeräte per Stimme bedienen oder die eigenen vier Wände mit intelligenten Überwachungssensoren sicherer machen: Jeder vierte Bundesbürger (26 Prozent) besitzt mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Verbreitet sind vor allem intelligente Beleuchtung (17 Prozent), Video-Überwachung (14 Prozent) und Sprachassistenten (13 Prozent).

Parallel nimmt die Bekanntheit von vernetzter Haustechnik in der Breite der Bevölkerung zu: 7 von 10 Bundesbürgern (70 Prozent) haben bereits vom Begriff Smart Home gehört (2016: 61 Prozent). Davon können 7 von 10 (71 Prozent) beschreiben, was gemeint ist, 2016 waren es erst 53 Prozent. „Wir erleben gerade den Durchbruch des Smart Home und den Siegeszug der Sprachassistenten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg zur Vorstellung der Studienergebnisse.

„Beim Smart Home geht es nicht um Technikspielereien, es geht um gesellschaftliche Veränderungen, die z.B. ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu Hause ebenso ermöglichen wie eine dezentrale, ressourcenschonende Energieversorgung. Aus wirtschafts- und standortpolitischer Perspektive wird es in den kommenden Jahren vor allem um die Frage gehen, wer die Smart-Home-Plattformen betreibt.“

Großes Potenzial für Smart-Home-Anwendungen

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger (37 Prozent) plant, sich in den nächsten zwölf Monaten eine smarte Anwendung für das Zuhause anzuschaffen. Besonders hoch im Kurs stehen Heizungsthermostate (29 Prozent) und intelligente Beleuchtung (27 Prozent). Smarte Staubsauger (15 Prozent) und Gartengeräte (12 Prozent) sind ebenfalls gefragt. Beliebt sind auch Produkte, die das Wohnen sicherer machen, wie Video-Überwachung (18 Prozent), Alarmanlagen (11 Prozent) und Schließanlagen (7 Prozent). Jeder zehnte Bundesbürger will sich außerdem einen Sprachassistenten zulegen. „Das Smart Home verbreitet sich nach dem Schneeballeffekt: Was bei dem einen gut funktioniert, hält wenig später Einzug bei Freunden und Bekannten“, sagt Berg.

Technische Bedenken halten vom Kauf ab, können aber leicht gelöst werden

Befragte, die noch keine Smart-Home-Anwendung gekauft haben, äußern häufig technische Bedenken: 37 Prozent empfinden die Installation der Technik als zu aufwendig, ein Drittel hält die Bedienung für zu kompliziert (33 Prozent). 36 Prozent geben an, dass die Geräte zu teuer seien, 27 Prozent halten ihren Nutzen für zu gering. 26 Prozent fürchten Hacker-Angriffe und 24 Prozent haben Angst um ihre Privatsphäre.

Viele Smart-Home-Besitzer haben sich bei der Installation ihrer Haustechnik professionelle Hilfe vom Techniker, Handwerker oder Installateur geholt (48 Prozent). Knapp jeder Vierte (23 Prozent) hat bei der Inbetriebnahme auf die Hilfe von Freunden, Bekannten und Kollegen gesetzt. 16 Prozent haben Unterstützung bei einem Familienangehörigen gesucht, der nicht im selben Haushalt lebt. Bei 14 Prozent hat jemand aus dem eigenen Haushalt die Smart-Home-Anwendung installiert.

Nur 9 Prozent geben an, die Lösungen selbst installiert zu haben. Ein Drittel der Bundesbürger (34 Prozent) würde sich gerne Rat vom Experten holen und hätte Interesse an einer Beratung zum smarten Zuhause. Davon wären 59 Prozent bereit, für eine solche Beratung zu bezahlen. „Die Angst vor technologischen Hürden sollte niemanden abhalten, sich eine Smart-Home-Anwendung zuzulegen“, sagt Berg. „Nur wenige Verbraucher installieren alles selbst, es ist vollkommen normal, sich Hilfe zu holen. Fünf Minuten Unwissenheit tauscht man hier gegen mehr Komfort, höhere Sicherheit oder ein längeres, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden.“

Männer legen Wert auf Sicherheit, Frauen auf Komfort

Ausschlaggebend für den Kauf von Smart-Home-Produkten waren für Besitzer ganz unterschiedliche Gründe. Jeder Zweite wollte die Sicherheit im eigenen Heim erhöhen (56 Prozent) oder zusätzlichen Komfort und Lebensqualität (54 Prozent). Mehr als ein Drittel wollte Geld sparen (38 Prozent) oder energieeffizienter leben (36 Prozent). Bei den Kaufgründen zeigen sich auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Männer vor allem Sicherheit (63 Prozent), Sparen (41 Prozent) und Spaß an der Technik (12 Prozent) angaben, führten bei Frauen eher die Gründe Komfort und Lebensqualität (59 Prozent) und Energieeffizienz (42 Prozent) zum Kauf.

Smartphone ist Steuerungszentrale, bekommt aber Konkurrenz

Die meisten Smart-Home-Besitzer steuern ihre Anwendung über das Smartphone (76 Prozent), das damit die Steuerungszentrale Nummer Eins im Smart Home ist. 44 Prozent greifen auf ihr Tablet zurück und 38 Prozent auf eine Fernbedienung. Deutlich aufgeholt hat in den letzten beiden Jahren der Sprachassistent, über den mittlerweile 37 Prozent ihre Geräte steuern. 2016 waren es erst 2 Prozent. „Sprachassistenten verbreiten sich rasant – und sie werden in immer mehr Geräte integriert“, sagt Berg. „In den nächsten Jahren werden wir Geräte zuhause wie selbstverständlich mit unserer Stimme steuern.“

Smart Home Technik

Die Daten wandern häufig in die Cloud

Die gespeicherten Daten der Geräte wandern in den meisten Fällen in die Cloud. So geben zwei Drittel (65 Prozent) an, dass die Daten außerhalb des Hauses in einer Cloud-Anwendung des Anbieters gesichert werden. Bei 26 Prozent werden diese innerhalb des Hauses, lokal auf den Geräten oder im Heimnetzwerk gespeichert. 7 Prozent geben an, nicht zu wissen, wo die Daten gespeichert werden. „Die Sicherheit der Geräte und der Schutz der erhobenen Daten sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg des Smart Home. Verbraucher sind gut beraten, bereits bei der Anschaffung der Geräte bewusst auf Sicherheits-Features zu achten“, sagt Berg.

Für eine Smart-Home-Ausstattung würden Bürger mehr Miete zahlen

Jeder zweite Bundesbürger (57 Prozent) geht davon aus, dass Smart-Home-Anwendungen in wenigen Jahren in jedem Haushalt zu finden sein werden. 39 Prozent sagen, dass sie am liebsten alle technischen Geräte in ihren eigenen vier Wänden miteinander vernetzen und zentral steuern würden.

Für fast jeden Dritten (31 Prozent) werden bei der Entscheidung für die nächste Wohnung oder das nächste Eigenheim Smart-Home-Anwendungen eine Rolle spielen. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) wäre bereit, für Wohnungen mit Smart-Home-Ausstattung mehr Miete zu bezahlen. „Smart-Home-Lösungen werden in deutschen Haushalten künftig so selbstverständlich sein wie Strom, Licht und fließendes Wasser“, sagt Berg. „Die Neugier und Offenheit für Smart Home Anwendungen in der Bevölkerung ist da. Wichtig ist, dass wir über die Potenziale informieren, ein Maximum an Sicherheit schaffen und den Verbrauchern bei einem selbstbestimmten Umgang mit den neuen Technologien helfen.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.611 Personen in Deutschland ab 14 Jahren telefonisch befragt, darunter 425 Besitzer von Smart-Home-Anwendungen.

 

Studenten sehen Künstliche Intelligenz kritisch

Wenn sie ihnen dabei hilft, den Stau auf der A 5 zu umgehen oder die nächste S-Bahn zu erwischen, dann stehen deutsche Studierende Künstlicher Intelligenz (KI) durchaus positiv gegenüber. Laut einer Erhebung der Frankfurter Stellenbörse Univativ, deren Angebot auf Studenten, Absolventen und Berufseinsteiger abzielt, glauben mit 53 Prozent mehr als die Hälfte von 800 Umfrageteilnehmern, dass das derzeit wohl spannendste Feld der Informatik ihnen das Leben erleichtert. Mit Blick auf den Einstieg ins Arbeitsleben können aber ebenfalls mehr als die Hälfte der befragten Studenten der neuen Technologie nicht so viel Gutes abgewinnen: 56 Prozent stehen ihrem dortigen Einsatz, etwa in Form von Robot Recruiting, kritisch gegenüber, so die „FAZ“. …mehr…

 

Unternehmenskultur: Warum Digitalisierung und Wertewandel zusammengehören

Autorin Dr. Alexandra Hildebrandt schreibt in der „HuffingtonPost“: Es geht heute nicht nur darum, dass die Digitalisierung Unternehmenskulturen beeinflusst, sondern auch, ob diese die digitale Transformation ermöglichen. Beides ist gleichermaßen relevant. Um mit dem digitalen Wandel richtig umzugehen, braucht es Klugheit und Überlegung. Vor allem Traditionsunternehmen und Mittelständler sollten sich fragen, welche Dienstleistungen oder Produkte sie anbieten können und sich über ihren Kern bewusst sein. Wer digitale Prozesse richtig managen will, braucht ein tiefergehendes Verständnis der eigenen Unternehmenskultur – ein kurzer Wandel ist nicht nachhaltig. … mehr …

 

Interview: Warum für Techniker Ethik zunehmend wichtiger wird

Michael Teigeler, Geschäftsführer der Normungsorganisation VDE|DKE. (Bildquelle: VDE / Bernd Euring)

Michael Teigeler, Geschäftsführer der Normungsorganisation VDE|DKE. (Bildquelle: VDE / Bernd Euring)

Auf Initiative von VDE|DKE und IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) haben kürzlich acht große internationalen Standardisierungsorganisationen die Open Community for Ethics in Autonomous and Intelligent Systems (OCEANIS) in Wien gegründet. Michael Teigeler, Geschäftsführer der Normungsorganisation VDE|DKE, erklärt im Interview, warum das Thema „Ethik“ auch immer öfters von technischen Entscheidern aufgegriffen wird.

Was ist das Ziel von OCEANIS? Wie kam es zur Entscheidung, diese Open Community zu gründen?

Michael Teigeler: Künstliche Intelligenz gilt als die wichtigste Technik unseres Jahrzehnts. Ihre Entwicklung schreitet mit großen Schritten voran. Dabei ist schon jetzt klar, dass sie zu ähnlichen Umwälzungen führen wird wie die Einführung der Elektrotechnik Ende des vorletzten Jahrhunderts. Deshalb ist es wichtig, dass wir ethische Aspekte in der Entwicklung von KI verankern und zwar jetzt.

Wir Ingenieure und IT-Experten sind auf die Technik und den Algorithmus fokussiert, genau deshalb haben wir auch nicht Philosophie studiert. Nun greift KI aber in Bereiche, bei denen sich die elektrotechnische Community Gedanken über das „richtige“ und „falsche“ Verhalten einer Technologie machen muss. Und das schaffen wir nur im Schulterschluss mit Ethik-Experten.

Uns fehlt hierfür schlichtweg das Know-how über das Philosophen und Theologen verfügen. Ich maße mir nicht an, zu entscheiden, was richtig und falsch ist. Ich sprach mit meinem Kollegen Dr. Konstantinos Karachalios vom IEEE über das Thema und wir waren uns schnell einig, dass wir es nur auf internationaler Ebene lösen können und so kam der Gedanke, OCEANIS zu gründen.

Die Elektroindustrie ist die am stärksten global vernetzte Branche. Das gilt auch für die Normung. In Deutschland basieren die VDE-Bestimmungen heute größtenteils auf Europäischen Normen, die zu etwa 80 Prozent das Ergebnis der internationalen Normungsarbeit der IEC sind.

 Wie wollen Sie ethische Aspekte verankern? Wie kann sich das der Normalbürger vorstellen?

Michael Teigler: Zusammen mit Experten aus der Philosophie, Theologie, Psychologie, und Soziologie wollen wir einen Katalog an Anforderungen erarbeiten, die einer ethischen künstlichen Intelligenz „beizubringen“ sind.

An diesem Wertekatalog wird sich die internationale Normung halten. Genau deswegen ist es wichtig, dass wir alle Länder an Bord holen. OCEANIS ist damit ein Forum, in dem elektrotechnische Standardisierungsorganisationen zusammen mit anderen Organisationen Hand in Hand zusammenarbeiten. Die abgestimmten Leitlinien werden dann über die jeweiligen Standardisierungsorgane direkt in die internationale Normung fließen und sind damit für alle Länder verbindlich. Wir alle tragen Verantwortung dafür, wie KI eingesetzt wird.

Wie wollen Sie Wirtschaft und Politik Orientierung bieten?

Michael Teigler: Es ist wichtig, Ruhe in das Thema zu bringen. Und der Politik zu zeigen, wir nehmen unsere Verantwortung des technologischen Fortschritts ernst. Das gleiche gilt für die Wirtschaft. Indem wir das Thema Ethik in die Normung aufnehmen, nehmen wir den Unternehmen die große Hürde, sich alleine darum kümmern zu müssen. Im Alleingang würde diese Anstrengung sowieso keine Früchte tragen. Mehr als 5.500 Experten aus der Industrie erarbeiten bei VDE|DKE die VDE-Normen für die Elektroindustrie, die dann in die internationale Normung einfließen.

 Wenn Sie ethischen Aspekten bei KI mehr Gewicht verleihen wollen, dann öffnet das auch das Tor für viele philosophische Fragen. Die Mitglieder haben aber alle einen technischen Hintergrund. Wer leistet den philosophischen Anstoß?

Michael Teigler: Wie ich oben bereits erwähnt habe, ist OCEANIS ein offenes Forum. Wir sind gerade dabei, auf internationaler Ebene Fachdisziplinen wie Philosophie, Theologie, Soziologie und Psychologie anzusprechen. Auch die Geistes- und Sozialwissenschaften habe die Dringlichkeit des Themas erkannt. Gemeinsam werden wir Verantwortung übernehmen und unsere Komfortzone verlassen.

Vor 8 Jahren, als xethix startete, war das Thema „Ethik und Digitalisierung“ noch eher ein Randaspekt. Mittlerweile gibt es immer mehr Initiativen. Ist die Zeit reif, sich umfänglicher mit Technologie auseinanderzusetzen?

Michael Teigler: Es ist höchste Zeit, sich Gedanken über die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz zu machen. Das sehen Sie allein an dem kritischen Warnruf führender Forscher Anfang des Jahres. Jetzt können wir noch in die Entwicklung eingreifen. Aber nur, wenn wir international an einem Strang ziehen. Mit künstlicher Intelligenz – die Forscher beschrieben sie zur Bösartigkeit fähig und begründeten dies technologisch und nicht auf Basis von Science Fiction – kann man ganze Gesellschaften aushebeln.

Deswegen ist es dem VDE ein großes Anliegen, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Wir wurden vor 125 Jahren gegründet, als die Einführung der Elektrotechnik zu großen Umbrüchen führte, ich erinnere an die sozialen Proteste im Zuge der Industrialisierung. Seitdem stehen wir für Aufklärung, Sicherheit und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger. Damals schuf die Industrialisierung weitaus mehr Arbeitsplätze als verloren gingen. Es bedurfte damals eines Umdenkens. Und das ist auch heute der Fall. Wir müssen die Gesellschaft mitnehmen, mit Weiterbildung und Schulungen.

Wo sehen Sie OCEANIS in 5 Jahren?

Michael Teigler: Ich hoffe, dass wir zügig den Anforderungskatalog starten können. Eines dürfte sicher sein: Wir werden in fünf Jahren alle Standardisierungsorganisationen an Bord haben. Dadurch, dass alle big player bereits Mitglied von OCEANIS sind, ist die Motivation auf andere Länder hoch. Wer die Norm macht, hat den Markt. Ich sehe uns deshalb hier auf einem guten Weg. Und ich bin auch sehr optimistisch, dass die Zusammenarbeit mit uns „Nerds“ für die Philosophen und Theologen eine gute wird. Dazu ist das Thema einfach zu wichtig. KI wird kommen und wir müssen dafür sorgen, dass sie gut gestaltet wird zum Wohle der Menschheit.

 

Teilen von Shopping-Fotos endet oft im Kaufrausch

Ein Bericht auf „Pressetext“: Das ständige Teilen von Bildern des gerade eingekauften Schnäppchens, großer Bestellungen und anderer erworbener Produkte in sozialen Netzwerken ist bei vielen Menschen mit einem geringerem Selbstwertgefühl, größerer Angstgefühle und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit übermäßiger Ausgaben verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Forschern der University of Technology Sydney. … mehr …