Schlagwort-Archiv: Digitalisierung

Um die Digitalisierung zu meistern, müssen wir kooperieren

Autorin Dr. Edeltraud Leibrock schreibt in der „Welt“: VUCA – mit diesem Akronym fassen wir die Herausforderungen zusammen, denen wir uns in einer zunehmend digitalisierten Welt stellen müssen. Es steht für „volatile, uncertain, complex, ambiguous“. Genau diese Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit ist es, die uns derzeit überall umtreibt. … mehr …

 

Ethik und Künstliche Intelligenz: Die Zeit drängt – wir müssen handeln

Künstliche Intelligenzen und Roboter werden in unserem Leben immer selbstverständlicher. Was erwarten wir von den intelligenten Maschinen, wie verändert ihre Präsenz in unserem Alltag und die Interaktion mit ihnen unser Selbstverständnis und unseren Umgang mit anderen Menschen? Müssen wir Roboter als eine Art menschliches Gegenüber anerkennen? Und welche Freiheiten wollen wir den Maschinen einräumen? Es ist dringend an der Zeit, die ethischen und rechtlichen Fragen zu klären, meint Prof. Dr. Arne Manzeschke in der „PC Welt“. … mehr …

 

Digitale Ethik – Plädoyer für ein Korrektiv

Ein Beitrag von Stephan Grabmeier Chief Innovation Officer  Kienbaum in der „Huffingten Post“: Die rasante technologische Entwicklung und die Digitalisierung durchdringen seit Jahrzehnten unseren Alltag. Wir informieren uns über das Internet und die sozialen Medien. Unser Kommunikationsverhalten hat sich massiv verändert, seit es WhatsApp, Facebook, Twitter und Co. gibt. Keine Frage: Die Digitalisierung ist viel mehr als eine technische Entwicklung. Sie hat weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen, verändert unser Zusammenleben und beeinflusst politische Prozesse. Die gesellschaftlichen Dimension wurde von allen Seiten viel zu lange vernachlässigt. Das muss sich ändern. Wir dürfen nicht mit der gleichen Naivität an Künstlicher Intelligenz arbeiten wie wir Social Media begegnet sind. Es wird Zeit für mehr Ethik und Moral in der Technologie. … mehr

 

Digitale Ethik: Den digitalen Raum verantwortungsvoll gestalten

Wer reguliert die Algorithmen? Wer kontrolliert Systeme maschinellen Lernens? Wer bereitet die Jugend auf die digitale Arbeitswelt vor, und wer bildet die Menschen mittleren Alters weiter? Politische Fragen bestimmten die Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik in Berlin, berichtet der „Deutschlandfunk“. … mehr ..

 

Sharewashing“ unterspült Kultur des Teilens

ShareconomyDie aufstrebende Sharing Economy des Internets hat ein Image-Problem: Wenn Werte wie Kooperation und Nachhaltigkeit auch von traditionell profitorientierten Plattformen reklamiert werden, bewirkt das Verunsicherung und Distanz gegenüber der gesamten Branche. Diesen Effekt des so genannten Sharewashing haben Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einer umfragebasierten, im Online-Journal Sustainability veröffentlichten Studie erstmals belegt.

Das elementare Prinzip des Teilens verbindet Gemeinschaften

Das elementare Prinzip des Teilens verbindet Gemeinschaften und trägt dazu bei, Ressourcen sinnvoll zu nutzen. Auf Internet-Plattformen ist Teilen zum Ausgangspunkt neuartiger Geschäftsmodelle geworden. Die aufstrebende, sich ausdifferenzierende „Sharing Economy“ läuft jedoch Gefahr, das Grundvertrauen ihrer Nutzerinnen und Nutzer im Marketing-Nebel einflussreicher Trittbrettfahrer zu verlieren.

„Auch eher kommerziell orientierte Plattformen wie Uber oder Airbnb haben sich in ihrem Marketing positiv besetzte Sharing-Werte wie Kooperation und Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben“, stellt Florian Hawlitschek vom Institut für Informationswirtschaft und Marketing (IISM) des KIT fest. Wie die Wahrnehmung dieses als Sharewashing bekannten Phänomens die Nutzer von Peer-to-Peer-Sharing-Plattformen beeinflusst, hat ein Team von IISM-Forschern nun erstmals empirisch untersucht.

In einer systematischen Befragung von 145 jungen, internetaffinen Verbraucherinnen und Verbrauchern konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Sharewashing dort, wo Nutzer darauf aufmerksam werden, häufig entweder Verwirrung bewirkt – im Hinblick auf positive und negative Effekte der Plattformnutzung – oder das Gefühl, unabsehbare soziale und ökologische Risiken einzugehen. „Der damit einhergehende Vertrauensschwund“, erläutert Co-Autor Professor Timm Teubner von der Technischen Universität Berlin, „gilt zunächst dem Betreiber der jeweiligen Plattform. Mittelbar beschädigt er jedoch die gesamte Sharing Economy und die sie auszeichnende Kultur des Teilens.“

Dieser Befund ist brisant, insofern Vertrauen als Schlüsselfaktor für das Teilen beziehungsweise die gemeinsame Nutzung von, zum Beispiel, Autos, Wohnungen und Lebensmitteln gilt. „Für Betreiber von Plattformen und Geschäftsmodellen, die in der öffentlichen Wahrnehmung mit dem Sharing-Begriff assoziiert werden, ist es deshalb wichtig, die von uns beschriebenen Zusammenhänge und Mechanismen zu beachten und in ihre Corporate Social Responsibility-Strategien einzubeziehen“, sagt Florian Hawlitschek, Hauptautor der Studie. Zugleich, betont Hawlitschek, müsse die Selbstdarstellung von Unternehmen, die auf Teilen tatsächlich gar nicht angelegt sind, „nicht raffinierter werden, sondern ehrlicher“.

Corporate Social Responsibility-Strategie

Die Studie baut auf der durch die Goldmedia-Gruppe ausgezeichneten Bachelor-Arbeit von Patrick Tu sowie auf einem Konferenzbeitrag der Autoren beim 4th International Workshop on the Sharing Economy, in Lund, Sweden, auf.

 Sharewashing

Der englische Begriff „Sharewashing“ – eine Verbindung von „to share“ (teilen) und „to whitewash“ (beschönigen) – existiert erst seit wenigen Jahren. Der Begriff gilt als Analogiebildung zu dem seit den frühen 1990-er Jahren gebräuchlichen „Greenwashing“, welches die Marketing-Aktivitäten von Unternehmen (etwa Ölfirmen) bezeichnet, sich, in Kontrast zu ihrem tatsächlichen Geschäftsgebaren, ein „grünes“, d. h. umweltbewusstes und nachhaltigkeitsorientiertes, Image aufzubauen.

Sharewashing bezeichnet eine ganz ähnliche Art der Verbrauchertäuschung, jedoch im Kontext der digitalen Plattform-Ökonomie: Unternehmen bzw. Plattformbetreiber betreiben Sharewashing, wenn sie sich als Teil der idealistisch grundierten, sozial und ökologisch ausgerichteten Sharing Economy präsentieren, während ihr tatsächliches Geschäftsmodell schlicht auf Profit abzielt.

„Erst wenn man lernt, andere Blickwinkel zu erkennen und zuzulassen, ergeben sich neue Möglichkeiten.“

Bettina Bohlmann ist Wirtschaftspsychologin & Supply-Chain-Expertin, Managing Partner bei 3p procurement Branding.

Bettina Bohlmann ist Wirtschaftspsychologin & Supply-Chain-Expertin, Managing Partner bei 3p procurement Branding.

Bettina Bohlmann ist Geschäftsführerin bei 3p procurement Branding. Im Interview mit  Sabine Ursel darüber, dass Digitale Transformation auch einen Wechsel im „Mindset“ vieler Unternehmen bedeuten muss.

Frau Bohlmann, wer über digitale Transformation spricht, muss auch den Komplex Kultur und Mindsets berücksichtigen. Das ist vielen mittlerweile klar. Folien und Absichtserklärungen alleine sind aber noch lange kein Konzept, oder?

Bettina Bohlmann: Sicher nicht! Kultur ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Einflussfaktoren. Ein Kulturwandel beginnt mit einem klaren Verständnis dazu, was Kultur überhaupt ist. Je tiefer das gemeinsam getragene Bild über Einflussfaktoren und Wirkungsmechanismen, desto wirksamer sind Maßnahmen zur Optimierung.

 Eine bestehende Kultur wird von Mitarbeitern zumeist anders empfunden und beschrieben als von der Geschäftsleitung oder Führungskräften. Wie kommen alle Seiten bei Change auf einen Nenner? Wer bestimmt eigentlich die neuen Parameter?

Bohlmann: Wenn Sie mit „gemeinsamer Nenner“ Klarheit in Bezug auf die eigene Verantwortung, um Offenheit im Austausch von Wissen und Erfahrungen meinen, dann ist das einer der Erfolgsschlüssel der digitalen Transformation. Wer sich auf das Thema Change ernsthaft einlassen will, braucht Mut zum Verlassen bekannter Muster und traditioneller Strukturen. Und er muss neugierig sein. Erst wenn man lernt, andere Blickwinkel zu erkennen und zuzulassen, ergeben sich neue Möglichkeiten. Führungskräfte müssen durch ihr persönliches Verhalten Vorbilder werden.

Wenn die Haltung zu den Mitarbeitern davon getragen ist, dass diese Verantwortung und Entscheidungsfreiheit in ihren Kompetenzfeldern erhalten – etwa in agilen Teams -, dann können Parameter auch gemeinsam bestimmt werden. Meine Aufgabe als Transformationsbegleiter ist es, den Spiegel in einem bewertungsfreien Rahmen vorzuhalten. Das fällt vielen Führungskräften leichter, weil ich nicht nur als Wirtschaftspsychologin, sondern vor allem mit Wissen zu Prozessen und Aufgabenstellungen auf Vorgehen und Ergebnisse schaue.

 Sie sagen: „Gesucht werden Teams, die in der Lage sind, die komplexen Anforderungen in der Supply Chain zu handeln und mit Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und Veränderungsgeschwindigkeit robust und erfolgreich umgehen können.“ Wie lässt sich das im hektischen Unternehmensalltag herbeiführen – und vor allem beibehalten?

Bohlmann: Zum Beispiel durch den Abbau ineffektiver Kommunikationsschleifen. Mitarbeiter, und auch Führungskräfte, sind vielfach damit beschäftigt, sich bzw. ihre Errungenschaften und Kompetenzfelder abzusichern, auch in Meetings. Das behindert abteilungsübergreifende Projekte. In Meetings sollte es vor allem um Lösungsfindung gehen. Wichtig ist, mehr Transparenz zu schaffen. Mitarbeiter müssen sehen, wer gerade woran arbeitet und welche Ziele und Ergebnisse angestrebt werden. Nur so kann aus Fragmenten ein Bild entstehen. Für den Aufbau divers aufzustellender Teams muss freilich erst einmal Zeit investiert werden. Dabei ist beispielsweise auch zu analysieren, welche der denkbaren Maßnahmen die höchste Effektivität versprechen.

 Welche Signale und Maßnahmen müssen von der Unternehmensleitung kommen, damit Change als glaubwürdig und authentisch empfunden wird? Und wie geht man mit Unwilligen um?

Bohlmann: Natürlich wird es immer Unwillige in neuen Prozessen geben, damit muss man rechnen. Unbequeme sind aber nicht in jedem Fall auch unwissend oder inkompetent. Es sind wertvolle Mitarbeiter! Hier lohnt es sich, Gründe und Gedankengänge zu verstehen. Ziel ist schließlich die Synchronisation der Mitarbeiter bzw. von Teams auf gemeinsame Ziele. Das spricht sich leicht aus, ist allerdings eine anspruchsvolle Herausforderung für Führungskräfte. Machtworte und Dirigieren von oben nach unten helfen nicht weiter. Leadership bedeutet, persönlich ansprechbar zu werden – für einige Führungskräfte ein bislang nicht im Fokus stehendes Vorgehen –, Konsequenzen gemeinsam vorzudenken und Verkündetes bzw. Versprochenes zu begründen und einzuhalten. Feedback gehört unbedingt dazu.

Was werden Sie auf der EXCHAiNGE in diesem Jahr konkret vermitteln? Ich fand Ihre Praxisübungen in den vergangenen Jahren sehr erhellend.

Bohlmann: Ich begleite die EXCHAiNGE jetzt im dritten Jahr auch konzeptionell. Diese Plattform lebt vom interaktivem Austausch auf Augenhöhe mit Impulsgebern aus verschiedenen Disziplinen, die echt etwas zu sagen haben. Im November werden wir wieder Erkenntnisse teilen, an denen man sich durchaus reiben soll und die hohes Verbesserungspotenzial für die eigene Praxis bieten. Ich freue mich auf das Wiedersehen und den spannenden Austausch mit den Teilnehmern bzw. Akteuren der Supply Chain Community.

Digitalisierung verstärkt ethische Dilemmata

Keine Frage: Nicht alles, was technisch möglich ist, ist gesellschaftlich wünschenswert. Deshalb tauchen in Zeiten des digitalen Wandels auch laufend neue ethische Problemfelder auf. Wo die heimischen Unternehmen hier stehen und welche Ansätze es gibt, diese Fragen zu lösen, haben Experten bei einer Veranstaltung der Plattform „Digital Business Trends“ (DBT) in Wien, diskutiert, so in der Wirtschaftszeitung“ zu lesen. … mehr

 

 

“Innovationsturbo Künstliche Intelligenz – welche Ethik-Leitplanken brauchen wir?”

Die Telekom lud am 19.09 zum Telegraphen-Lunch in ihrer Hauptstadtrepräsentanz. An der Diskussion zum Thema “Innovationsturbo Künstliche Intelligenz – welche Ethik-Leitplanken brauchen wir?” nahmen Prof. Dr. Birgit Beck, Leiterin des Fachgebiets „Ethik und Technikphilosophie“, TU Berlin, Manuela Mackert, Chief Compliance Officer Deutsche Telekom, und Aljoscha Burchardt, vom deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz, Sachverständiger in der neuen Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags, schreibt „Politik Digital“. … mehr

 

Künstliche Intelligenz in der Versorgung:  Algorithmen und Ärzte – Freunde oder Feinde?

Algorithmen sind auf dem Vormarsch. Welche Rolle spielen sie künftig in der Versorgung und werden sie den Arzt ersetzen? Das waren Fragen, die Experten beim MSD-Gesundheitsforum diskutierten und Anforderungen an die KI formulierten, berichtet die „Ärztezeitung“. … mehr …

 

Cyber Defense in Europa: gleiche Gefahr – unterschiedliche nationale Antworten

blitze Mit dem European Cyber Defense Report hat Deloitte relevante nationale Sicherheitsstrategien aus 29 europäischen Staaten, den USA, Russland sowie China analysiert und zudem Zukunftsszenarien entwickelt, die die Cybersicherheitslandschaft 2030 in Europa abbilden. Im ersten Teil der Studie stehen der systematische Vergleich und die Analyse öffentlich zugänglicher Strategiedokumente: Diese zeigen, dass Cyberbedrohungen – neben Terrorismus und organisierter Kriminalität – als Top-Risiken benannt werden.

Im Hinblick darauf, wie Cybersicherheit jeweils definiert und gehandhabt wird, gibt es länderübergreifend allerdings so viele Unterschiede, dass ein Vergleich kaum möglich ist. Besonders deutlich zeigt das die Diskussion um offensive Maßnahmen. Bestimmte Länder erklären deutlich, dass auch offensive Maßnahmen zur Cyberverteidigung gehören. Andere Länder erwähnen diese zwar, aber bleiben eine klare Aussage zur Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit schuldig.

Nationale Strategien nicht immer auf neuestem Stand

Die Ansprüche an die nationalen Sicherheitsstrategien der europäischen Länder verändern und erhöhen sich mit der Vielzahl und Volatilität möglicher Bedrohungsszenarien. Strategien, dem zu begegnen, müssen hiermit Schritt halten.

Verteidigung: Schutz rangiert vor Reaktion

Nahezu alle Strategien haben die Sicherung der kritischen Infrastrukturen (97%) sowie die Gewährleistung sicherer und robuster Informationssysteme (93%) als Ziel. Kaum erwähnt wird hingegen eine schnelle Reaktion auf Cyberangriffe.

„Neben der Sicherung unserer Infrastrukturen und Systeme muss zunehmend auch die Fähigkeit zur adäquaten Reaktion im Falle eines Angriffs aus bzw. auf den Cyberraum in den Fokus genommen werden. Dazu bedarf es einer politischen, rechtlichen und fähigkeitsbezogenen Rahmensetzung. Mit der Errichtung des Kommandos Cyber und Informationsraum hat Deutschland hier bereits eine erste Grundlage geschaffen“, resümiert Katrin Rohmann, Industry Leader Government & Public Services bei Deloitte.

Zahlreiche Akteure, unklare Zuständigkeiten

Die Cybersicherheitsstrategien der Staaten benennen unterschiedliche Akteure. Deren Zahl variiert von zwei bis zweistellig. Im schlechtesten Fall kann daraus ein Verantwortungs- und Zuständigkeitsvakuum entstehen. Unweigerlich steigen mit der Zahl der Akteure potenziell der Koordinationsbedarf zur Lageeinschätzung und die Reaktionszeit im Ernstfall.

Zum Ende des ersten Teils des Reports werden Handlungsfelder identifiziert: Stärkere internationale Kooperationen, einheitliche Definitionen und klare Verantwortungszuweisungen sind erforderlich. Strategien müssen dynamisch mit der Gefährdung weiterentwickelt werden, dazu müssen die Treiber künftiger Entwicklungen identifiziert und beobachtet werden. Der zweite Teil des Reports greift diese Handlungsfelder auf und nutzt die Szenariomethodik, um mögliche Zukunftsbilder aufzuzeigen.

Durch moderne Cybersicherheit zu einem digitalen Leben in Europa: vier mögliche Szenarien

Um in Europa die Weichen für eine sichere, digitale Zukunft zu setzen und Antworten auf die Frage nach der Ausgestaltung der Cybersicherheitslandschaft 2030 zu finden, entstehen nach einer auf Künstlicher Intelligenz basierenden Analyse vier mögliche Zukunftsbilder – abhängig davon, ob ein national und international akzeptierter Rechtsrahmen besteht oder nicht und ob Cyberangriffe antizipiert und Angreifer wirksam verfolgt werden können:

  1. Goldener Käfig: In diesem Szenario ist Europa sicher und stabil und sieht sich mit wenig Disruption konfrontiert. Es gibt eine klar definierte und funktionierende regelbasierte Ordnung sowie ausreichende Effektivität bei der Antizipation von Cyberbedrohungen und der Attribution von Cyberangriffen.
  2. Selbstschutz: In dieser Welt ist Europa bürokratisch, extrem unsicher und technologisch fragmentiert. Obwohl es kleine thematische Inseln der Sicherheit gibt, ist Cybersicherheit außerhalb dieser Bereiche lückenhaft.
  3. Cyber-Oligarchie: In diesem Szenario beherrscht eine kleine Elite von Cyberexperten die Cybersicherheitslandschaft in Europa. Cybersicherheit wird nicht mehr vom Staat gesteuert. Stattdessen wird sie privat nach den „Gesetzen des Stärkeren” durchgesetzt.
  4. Cyber-Darwinismus: In dieser alternativen Zukunft ist Europa zu einem Dschungel geworden, der auf der Basis einer Laissez-faire-Mentalität arbeitet. Während kleine Inseln mit einem hohen Maß an (Cyber-)Sicherheit innerhalb von „gated communities“ existieren, ist die Außenwelt unsicher. Daraus resultiert ein Zwei-Klassen-Sicherheitssystem, das niedrige Sicherheitsklassen stark diskriminiert und ausschließt.

„Auch wenn sich im digitalen Zeitalter niemand hundertprozentig gegen Cyberangriffe schützen kann, sind Vorbereitung und eine auf die aktuellsten Entwicklungen abgestimmte Cybersicherheitsstrategie essenziell. Es besteht Handlungsbedarf. Wir müssen bei der Gestaltung der digitalen Zukunft Europas und dieser Thematik ein gemeinsames Verständnis entwickeln, Komplexität reduzieren, die Dinge begreifbar machen und Unsicherheiten ausräumen“, so Katrin Rohmann.

Inhaltlich verantwortlich für die Studie sind Katrin Rohmann, Industry Leader Government & Public Services bei Deloitte, und Peter Wirnsperger, Deloitte Partner und Cyber Risk Leader.

Ethik und Künstliche Intelligenz: Mehr Bauchgefühl bitte!

Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz – spätestens wenn die Dmexco ansteht, dreht unsere Branche regelmäßig durch. Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von Mediascale, hält ein Plädoyer für den ältesten Algorithmus des Menschen: unser Bauchgefühl. Ein Beitrag in „W&V“. … mehr

 

Reality Check: Revolutionieren Sprachassistenten unser Einkaufsverhalten?

(Bildquelle: Amazon)

(Bildquelle: Amazon)

„Wie wird das Wetter morgen?“ – „Spiele etwas von den Rolling Stones!“ – „Welche Termine habe ich morgen?“ So oder so ähnlich lauten die häufigsten Anfragen an digitale Sprachassistenten wie Amazon Echo (Alexa). Doch sollte man nicht vergessen, dass Amazon ist in erster Linie eines ist: ein Händler. Deswegen ist Alexa eben nicht nur Meteorologin, DJane und Sekretärin, sondern auch Verkäuferin. Haben die smarten Lautsprecher das Potential, die Welt des deutschen Einzelhandels umzukrempeln? Roger Niederer, Head Merchant Services von SIX Payment Services, macht den Reality Check.

Check 1: Hat das Shopping via Sprachassistenten eine Zukunft?

Einkaufen über Sprachbefehle ist schon heute möglich, auch wenn es bisher nur in relativ bescheidenem Umfang genutzt wird. Jedoch rechnen Experten mit einem beachtlichen Wachstum in den nächsten Jahren. Laut einer Umfrage der Beratungsfirma OC&C Strategy Consultants unter 1.500 Besitzern von Smartspeakern in den USA, wird sich der dortige Markt von zurzeit zwei Milliarden Dollar innerhalb von nur fünf Jahren auf 40 Milliarden ausdehnen.

Bereits heute nutzen 66 Prozent der erwachsenen Amerikaner Sprachassistenten oder Chatbots, 21 Prozent wickeln darüber sogar E-Commerce-Aufgaben wie das Bezahlen von Rechnungen und Online Banking ab; dies zeigt eine aktuelle Studie von Mastercard and Mercator. Für Voice-Shopping – auch Conversational Commerce genannt – spricht, dass es ein schnelleres, bequemeres und nahtloseres Einkaufserlebnis für Verbraucher schafft. Statt zu Tippen und sich durch mehrere Links zu klicken, stellt der Nutzer eine Frage und erhält eine Antwort.

Check 2: Wie wird sich dieser Trend auf deutsche Händler auswirken?

Weltweite Trends gehen an Deutschland nicht vorbei, sie schlagen hier nur etwas später ein. Online-Shopping hat sich bereits vor Jahren etabliert – und wächst mit Amazon an der Spitze immer noch weiter. Laut dem Branchenverband HDE ist Amazon bereits bei 40 Prozent aller Bestellungen im Internet auf irgendeine Art beteiligt. Vor allem der „Marketplace“ wird von Händlern genutzt.

Wenn der Trend zur erweiterten Nutzung digitaler Sprachassistenten anhält, wird Amazon seine führende Rolle im Onlinehandel dadurch eher noch ausbauen. Das sollten Händler hierzulande im Hinterkopf behalten, wenn sie über ihre Online-Strategien für die nächsten Jahre nachdenken.

Check 3: Wettbewerbsverzerrung vorprogrammiert?

Problematisch beim Einkauf über Sprachbefehle ist die Produktauswahl. Sucht ein Kunde in einem traditionellen Online-Shop beispielsweise nach Waschmittel werden ihm die verschiedensten Produkte angezeigt. Wie allerdings gehen Alexa, Siri & Co. mit dem Befehl „Bestelle Waschmittel!“ um? Hier zwei Hinweise, was Händler jetzt tun können, um wettbewerbsfähig zu bleiben:

  • Sprachanfragen neigen dazu, länger zu sein, als getippte Suchanfragen. So fragt ein Kunde vielleicht über Google „Schuhgeschäft Hamburg Altona“, per Sprachbefehl könnte die Anfrage aber so lauten: „Welcher Schuhladen ist jetzt in Hamburg Altona geöffnet?“. Aus diesem Grund ist es wichtig, Geschäft- sowie Produkt- und schließlich auch Bezahlinformationen auf die neue Art der Suche abzustimmen.
  • Amazon und Unternehmen haben bisher mehr als 15.000 sogenannte Skills entwickelt, also „Apps“, die mit Alexa abgerufen werden können. Was anfänglich als Mittel zur Kontaktaufnahme mit Kunden und zur Beantwortung von deren Fragen diente, ist längst über den reinen Kundenservice hinausgewachsen. Bank- und Finanzdienstleister arbeiten derzeit daran, personalisierte Dienste anzubieten, die einen Bezahlvorgang noch einfacher, schneller und bequemer machen, als eine Message zu verschicken. Unter den Banken haben American Express, Capital One und US Bank Skills für Alexa entwickelt, während Barclays, ICICI, ING und OCBC mit Siri von Apple arbeiten.

Fazit: Bequem ist Trend

Neue Technologien setzen sich immer dann durch, wenn sie den Nutzern das Leben erleichtern. Sprachassistenten haben durchaus das Potenzial, das Einkaufsverhalten von Verbrauchern entscheidend zu beeinflussen. Für Händler ist dies sowohl eine Chance, als auch eine Herausforderung. Sie können sich durch die entsprechenden Angebote von der Konkurrenz abheben, müssen allerdings die nötige technische Vorleistung aufbringen und mit dem richtigen Payment Service-Partner eine Vielzahl an bequemen Zahlungsmöglichkeiten bereitstellen. Wenn die Prozesse im Backoffice effizient und zuverlässig laufen, haben Händler Zeit sich auf das zu fokussieren, was wirklich wichtig ist: ein nahtloses Einkaufserlebnis für den Kunden auf allen Absatzkanälen zu schaffen.

Digitale Transformation: It-Verantwortliche in der ethischen Bredouille

Ein Bericht der Österreichischen Nachrichtenagentur APA: Der digitale Wandel kommt schnell, umfassend und mit enormen Umbrüchen. Alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche sind betroffen. Eine Unzahl sensibler Daten, der verantwortungsvolle Umgang mit Algorithmen und Co. sowie der Weitblick für gesellschaftliche Auswirkungen – damit sind immer mehr IT-Verantwortliche konfrontiert. … mehr