Schlagwort-Archiv: Digitalisierung

Serie zur künstlichen Intelligenz: Der Mensch als Fehler

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein epochaler Technologiesprung, der die Menschheit vor ganz neue Fragen stellt, die keine Disziplin alleine beantworten kann. John Brockman, Agent für Wissenschaftsliteratur und Gründer des Debattenforums edge.org, hat das „Possible Minds“-Projekt ins Leben gerufen, das Natur- und Geisteswissenschaften zusammenführt, um KI und deren wahrscheinliche Ausformungen und Folgen zu ergründen. Das Feuilleton der SZ druckt Texte aus dem Projekt sowie europäische Reaktionen wie diese hier als Serie,… mehr …

 

App „MyCar“ ließ Hacker Autos knacken

Die vom kanadischen Unternehmen AutoMobility Distribution  entwickelte Smartphone-App „MyCar“, mit der sich Autos fernsteuern lassen, hat sich als extrem angreifbar erwiesen. Über die Server von AutoMobility ist es möglich, mit dem Smartphone den Motor zu starten, die Türen zu sperren oder zu entsperren oder Informationen über die Temperatur oder die Autobatterie zu erhalten. Forscher am Software Engineering Institute der Carnegie Mellon University haben jedoch festgestellt, dass die App leicht angreifbar ist. Das macht es möglich, Autos mit „MyCar“ aufzuspüren und zu stehlen, berichtet „Pressetext“… mehr ..

 

Ethik bei Tech-Unternehmen: Das Silicon Valley kauft sich ein Gewissen

Es war keine gute Woche für Google. Letzten Dienstag wurde seinem glücklosen sozialen Netzwerk der Stecker gezogen, und auch die Mail-App „Inbox“ wurde eingestampft. Für etwas gute Nachrichten sorgte allerdings die Gründung eines externen Beratergremiums zur Ethik in Sachen künstlicher Intelligenz. Eine Gruppe von acht Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Philosophie sollte dafür sorgen, dass die Konzerntätigkeiten im KI-Bereich mit den eigenen Werten vereinbar sind. Ethische Fragen seien schon früh in der Entwicklung neuer Systeme zu bedenken, schreibt die „Süddeutsche“. …

 

Bürgerbarometer: Deutsche wünschen sich „Digitalpakt Gesundheit“

20257_181122_soprasteria-infographie-def_deu_800px„Das komplexe Gesundheitssystem in Deutschland mit rund 2.000 Krankenhäusern, 118 gesetzlichen Krankenkassen, zirka 20.000 Apotheken, mehr als 200.000 Haus- und Fachärzten sowie Therapeuten und die 82 Millionen potenziellen Patienten digital optimal zu verbinden, ist keine leichte Aufgabe“, sagt Ronald de Jonge, Leiter Management Consulting Public Sector von Sopra Steria Consulting.

Dazu gehören immer auch wichtige gesetzliche Voraussetzungen wie das vom Bundestag verabschiedete Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sowie ein spezielles Digitalisierungsgesetz, in dem beispielsweise Zugriffsrechte der Patienten zu regeln sind. Eine weitere Aufgabe ist, die vielen IT-Infrastrukturen aufeinander abzustimmen und Abläufe zu vereinfachen. „Dazu kommt, dass Krankenhäuser als kritische Infrastrukturen besondere IT-Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen. Mit Abschluss dieser Arbeiten ist es absehbar, dass sich der Online-Leistungskatalog im Gesundheitssektor schnell füllen wird“, sagt Ronald de Jonge von Sopra Steria Consulting.

Die drängendste Digitalbaustelle der Verwaltung ist für die Bürgerinnen und Bürger das Bildungswesen. 41 Prozent wünschen sich eine bessere digitale Ausstattung in Schulen und Hochschulen sowie mehr Online-Angebote für einen einfachen Dialog mit Schul- und Wissenschaftseinrichtungen.

Der Durchbruch beim Digitalpakt zwischen Bund und Ländern und eine Grundgesetzänderung für eine vereinfachte finanzielle Förderung durch den Bund kommen den Erwartungen der Bevölkerung entgegen. Der Pakt ebnet den Weg für eine verbesserte digitale Ausstattung an Schulen, beispielsweise Multimediatafeln, Tablets und schnelles Internet.

Die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich damit für die konkreten Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen in der Breite mehr digitale Inhalte, Infrastruktur und Kompetenzen. Direkt nach konkreten Lebenslagen gefragt verschieben sich allerdings die Prioritäten. Hier wünschen sich 57 Prozent der Befragten vorrangig das digitalisierte Einwohnermeldeamt, mit beispielsweise einfachem Online-Service beim Erneuern von Ausweisdokumenten und bei Umzügen.

37 Prozent der Menschen in Deutschland sind für noch mehr Vereinfachungen im Austausch mit den Finanzämtern. 32 Prozent wollen zügig mehr Online-Hilfe bei der Jobsuche. Internet-Service im Umgang mit Schul- und Hochschulbehörden ist auch wichtig, hat aber keine Priorität. Sechs Prozent der Befragten sind dafür, dass digitale Unterstützung bei der Schulanmeldung Vorrang auf der digitalen Agenda des Bundes haben sollte.

Insgesamt wollen mehr als 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mehr behördliche Leistungen online nutzen. Bund, Länder und Kommunen schaffen mit dem Portalverbund derzeit die Voraussetzungen, um die digitalen Möglichkeiten auszuschöpfen. Zudem geht es darum, Angebote und Leistungen stärker nach Lebenslagen zu bündeln und die aktuelle organisatorische Trennung nach Zuständigkeiten aufzubrechen.

Über die Studie

Sopra Steria veröffentlicht zum vierten Mal in Folge in Zusammenarbeit mit IPSOS eine Umfrage zur digitalen Transformation des öffentlichen Sektors. Die Umfrage wurde von IPSOS im Auftrag von Sopra Steria im Zeitraum 25. September und bis 3. Oktober 2018 durchgeführt. 5.001 Personen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und erstmals Spanien wurden nach Geschlecht, Alter, Beruf, Stadt und Region ausgewählt und online befragt.

Links: Zur Studie

 

Bayern: Medienrat erlässt „Leitlinien Digitale Ethik“

Wegen der Digitalisierung der Medienlandschaft hat der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) „Leitlinien Digitale Ethik“ verabschiedet. In den sieben Punkten geht es unter anderem um künstliche Intelligenz und Forschung, wie die BLM nach einer Sitzung am Donnerstag in München mitteilte. „Ziel muss sein, das Potenzial der neuen Technologien zu nutzen und international mitzuhalten, sich aber gleichzeitig möglicher Problematiken bewusst zu sein und rechtzeitig gegenzusteuern.“ Mehr auf „n.tv“. .. mehr

 

Bedrohtes Selbstbild macht sparsamer

Menschen, deren positives Selbstbild bedroht ist, neigen mehr zum Sparen. Das zeigt eine aktuelle Studie, die Konsumenten in drei verschiedenen Ländern erfasst hat. „Menschen, die bezüglich ihres Lebens und der Welt allgemein verunsichert sind, sparen, um ihre Zukunft angesichts eines möglichen Notfalls zu sichern“, sagt Erstautorin Yael Steinhart, Spezialistin für Konsumentenverhalten an der Tel Aviv University . Mehr dazu auf „Pressetext“… mehr

 

Buchtipp: Darknet – nur in falschen Händen eine Gefahr

DarknetDas Darknet ist nur gefährlich, wenn es die falschen Leute verwenden. Es gibt auch gute Anwendungen dafür. Zu dem Schluss kommt Cornelius Granig bei der Präsentation seines neuen Buches „Darknet: Die Welt im Schatten der Computerkriminalität“. Es sei unmöglich, das Darknet zu überwachen. Außerdem habe es keinen Sinn, es zu verbieten oder abzuschalten, weil Kriminelle dann bloß in andere Bereiche ausweichen würden. Es gebe allerdings Anwendungen, die einen guten Zweck haben: Bei verschlüsselten, anonymen Kanälen können beispielsweise Straftaten in Unternehmen gemeldet werden, ist auf „Pressetext“ zu lesen….mehr

Info: ISBN 978-3-406-71383-5

Facebook will Weltbevölkerung kartieren

Facebook ist seinem Ziel, die Weltbevölkerung auf einer Karte zu erfassen, einen großen Schritt näher gekommen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und Datenmaterial der Open Street Map  hat es das Unternehmen geschafft, einen Großteil von Afrika und dessen Bevölkerungsdichte digital abzubilden. Dafür wurden 11,5 Milliarden Satellitenaufnahmen ausgewertet und zu einer hochauflösenden Karte zusammengefasst. Diese soll unter anderem Hilfsorganisationen bei Katastropheneinsätzen unterstützen, ist auf „Pressetext“ zu lesen. … mehr

 

Debatte um Künstliche Intelligenz: „Europa hat die geistige Führung übernommen“

Die Entwicklung Künstlicher Intelligenz birgt große Chancen – aber auch Risiken. Um Missbrauch zu verhindern, hat die EU-Kommission ein Expertengremium beauftragt, ethische Leitplanken für KI-Systeme zu entwerfen. Der Philosoph Thomas Metzinger wertet das Ergebnis kritisch, aber dennoch als wichtigen Schritt, ist im „Deutschlandfunk“ zu lesen … mehr ….

 

Periodensystem der KI erklärt Künstliche Intelligenz

 

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind deutsche Unternehmen noch sehr zurückhaltend. Das liegt häufig auch daran, dass es Unsicherheiten darüber gibt, was sich genau hinter dem Begriff KI verbirgt und welcher konkrete Nutzen sich daraus ziehen lässt.

Um hier für mehr Übersicht zu sorgen, hat der Digitalverband Bitkom eine neue Webseite gestartet. Dort findet man ein „Periodensystem der Künstlichen Intelligenz“, das die zahlreichen Einsatzszenarien von KI erklärt. „Datenanalyse und Künstliche Intelligenz sind zwei Schlüsseltechnologien, die künftig nicht nur über den Erfolg einzelner Unternehmen, sondern über die Zukunft ganzer Volkswirtschaften entscheiden werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „In vielen Unternehmen fehlt es noch an Know-how. Das KI-Periodensystem liefert einen guten Überblick über eine ganze Reihe von KI-Technologien und ihren praktischen Nutzen.“

Insgesamt werden in dem Periodensystem 28 Elemente vorgestellt, die Teil von Künstlicher Intelligenz sind. Die Spannbreite reicht dabei von Spracherkennung bis zum Relationship Learning. Für jedes Element gibt die Website unter anderem eine Antwort darauf, was es leistet, wie es in Unternehmen eingesetzt werden kann, woran man seine wirtschaftliche Bedeutung erkennen kann und auch wer entsprechende Technologien und Lösungen anbietet.

Zugleich werden auch mögliche Hürden beim Einsatz der Technologie im Alltag erläutert. Berg: „Beim Thema Künstliche Intelligenz dürfen wir nicht bei Appellen und Absichtserklärungen stehenbleiben. Wir müssen Künstliche Intelligenz jetzt machen – das heißt, die Technologie hierzulande weiterentwickeln und Anwendungen in die Praxis bringen.“

Das „Periodensystem der Künstlichen Intelligenz“ ist online aufrufbar unter: periodensystem-ki.de

Pressesprecher

EU-Ethikleitlinien für KI: Gesellschaftlichen Diskurs zur Verantwortung Künstlicher Intelligenz vorantreiben

Oliver Süme ist Vorstandsvorsitzender von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

Oliver Süme ist Vorstandsvorsitzender von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

Zu den am 8.4.2019 von der EU-Kommission vorgestellten neuen Leitlinien für den ethischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz, sagt eco-Vorstandvorsitzender Oliver Süme: „Wir begrüßen die Botschaft, die heute von der EU mit den neuen Ethik-Leitlinien für das Zukunftsthema KI gesendet wurde: Vertrauenswürdige KI-Anwendungen sollen so entwickelt und eingesetzt werden, dass sie menschliche Autonomie respektieren, dennoch sicher, fair und nachvollziehbar funktionieren.

Digitalunternehmen treiben mit ihren Entwicklungen, Produkten und Diensten den digitalen Wandel an und sind mitverantwortlich für die Beantwortung der damit entstehenden gesellschaftlichen Fragen. Wir nehmen diese Fragestellungen als Verband der Internetwirtschaft sehr ernst und sind der Überzeugung, dass ethische Normen, Handlungsleitlinien und damit Rahmenbedingungen für die Entwicklung und den Einsatz digitaler Technologien im engen Schulterschluss zwischen Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft entwickelt werden müssen. eco will den gesellschaftlichen Diskurs zur Verantwortung Künstlicher Intelligenz effektiv vorantreiben!“

Akzeptanz der Künstlichen Intelligenz muss mit Transparenz gefördert werden

Der bewusste Umgang mit Daten, die Beziehung von Mensch und Technologie, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung Künstlicher Intelligenz sowie die strategische Förderung der Zukunftstechnologie sind die größten Herausforderungen innerhalb der ethischen Debatte: „Der Schlüssel lautet Transparenz. Bei Systemen der Künstlichen Intelligenz stellt sich immer die Frage nach Transparenz der eingesetzten Technologien, Algorithmen und ihrer Entscheidungen. Nur ein transparenter Umgang mit Künstlicher Intelligenz kann das Vertrauen der Menschen in ein autonom arbeitendes und entscheidendes System stärken“, so Süme.

Um die verschiedenen Diskussionen zu begleiten und in den Kontext der aktuellen technologischen Entwicklungen zu setzen, hat eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. Leitlinien zum Umgang mit KI formuliert.

Mit dem „Kompendium Digitale Ethik“ leistet eco außerdem einen wichtigen Beitrag, um den gesamtgesellschaftlichen Diskurs zum Thema digitale Ethik voranzutreiben. In dem Kompendium finden sich aktuelle Expertenmeinungen und Fachbeiträge zu verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit digitaler Ethik, beispielsweise in den Fokusthemen Staat & Rahmenbedingungen, Arbeit, IT Sicherheit oder Bildung.

Internetunternehmen übernehmen Verantwortung: Selbstregulierung funktioniert

Der Verband der Internetwirtschaft betont zudem, dass zahlreiche Unternehmen bereits Verantwortung für ethische Herausforderungen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation übernehmen und beispielsweise im Rahmen von Selbstverpflichtungsinitiativen erfolgreich zur Einhaltung ethischer Normen beitragen. Ein prominentes Beispiel ist hier die eco Beschwerdestelle zur Bekämpfung unerwünschter und illegaler Internetinhalte.