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Bedrohen Roboter und Co. Arbeitsplätze in Deutschland?

(Bildquelle: DIVSI)

(Bildquelle: DIVSI)

Die Menschen in Deutschland haben mehrheitlich ein banges Gefühl bei der Vorstellung, dass in Zukunft viele Arbeitsplätze von Robotern, künstlicher Intelligenz oder Algorithmen übernommen werden könnten. 60 % von ihnen bereitet dieser Gedanke Sorge. Gleichzeitig sieht eine Mehrheit der Bevölkerung von 54 % aktuell mehr Risiken als Chancen durch die Automatisierung von Arbeitswelten. Das sind die Kernaussagen einer aktuellen Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), realisiert von dimap.

DIVSI-Direktor Matthias Kammer zu den Umfrageergebnissen: „Niemand kann heute mit Sicherheit voraussagen, wie sich der fortschreitende Einsatz automatisierter Technik letztlich auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Umso mehr sind wir alle bereits jetzt gefordert, jeden Einzelnen mit geeigneten Mitteln fit für die Zukunft in einer technologiebasierten Welt zu machen. Nur dann lassen sich offenbar vorhandene Ängste abbauen.“

Tatsächlich scheint aktuell der Schulabschluss den Blick auf die Übernahme von Tätigkeiten durch Technik zu prägen. Die Umfrage zeigt, dass Menschen mit höherem Bildungsgrad weniger besorgt auf Folgen der Automatisierung schauen. Ihnen bereitet mehrheitlich der Gedanke keine Sorgen, dass Roboter und Co. Arbeitsplätze übernehmen könnten (51 %). Und 60 % von ihnen erklären, in dieser Entwicklung mehr Chancen als Risiken zu sehen. Im Gegensatz dazu blickt eine Mehrheit der Bevölkerung mit niedrigem (62 %) und mittlerem Bildungsabschluss (66 %) sorgenvoll darauf, dass technische Innovationen menschliche Tätigkeiten übernehmen könnten.

Technische Details der Umfrage: Befragt wurden in der ersten Hälfte des April 2018 insgesamt 1005 in Deutschland lebende Menschen ab 14 Jahren. Die Interviews wurden telefonisch nach einer repräsentativen Zufallsauswahl geführt.

 

Kommentar: Zukunft der Erwerbsarbeit: Ohne Grundeinkommen wird es nicht gehen

 

Doris Albiez, Deutschland-Chefin von Dell EMC,

Doris Albiez, Deutschland-Chefin von Dell EMC,

sieht im Zuge der Digitalisierung große gesellschaftliche Umwälzungen bevorstehen. Nach Ansicht von Albiez muss daher über die Zukunft der Erwerbsarbeit disruptiv nachgedacht werden. Dabei sollte das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens, das in der Wirtschaft immer mehr Zustimmung erfährt, endlich ernster genommen werden.

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt ganz grundlegend. Wir stehen derzeit am Beginn einer enormen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzung. Dabei muss eines klar sein: Automatisierung, Vernetzung und Künstliche Intelligenz (KI) werden zahlreiche Arbeitsplätze und ganze Berufsbilder obsolet werden lassen. Anders als in früheren Umwälzungen sind diesmal auch höher qualifizierte Jobs massiv betroffen.

Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Digitalisierung für einen Ausgleich durch neue Arbeitsplätze sorgt. Und selbst für diesen Fall gilt: Die Friktionen werden gewaltig sein, weil diejenigen, die ihren Arbeitsplatz durch Digitalisierung verlieren, nicht automatisch die sein werden, die die neuen, digital ausgerichteten Arbeitsplätze einnehmen.

„Wir stehen mit der Digitalisierung nicht nur vor einer technischen, sondern auch vor einer sozialen Disruption“, meint Doris Albiez, Senior Vice President & General Manager Dell EMC Deutschland. „In der Wirtschaft schrillen längst die Alarmglocken, trotzdem wird das Thema in der Öffentlichkeit noch nicht so recht ernst genommen. Meist übt man sich in Beschwichtigung und hofft, dass es schon nicht so schlimm kommen wird. Tatsächlich aber steckt man bloß den Kopf in den Sand und verpasst dadurch die Chance, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“

Das Lebensmodell der Erwerbsarbeit wird sich nach Auffassung von Albiez in den nächsten Jahren verändern. Für jeden Einzelnen wird es Phasen von klassischer Beschäftigung, von Teilzeitarbeit, von selbständiger Tätigkeit und von Zeiten geben, in denen man sich um Familie, Bildung oder auch um gesellschaftliche Aufgaben kümmert. Zwischen solchen Phasen werden die Menschen flexibel hin und her wechseln. Darauf sind aber die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, allen voran die Sozialsysteme, nicht abgestimmt. Hier gilt beispielsweise Nicht-Beschäftigung immer noch als Ausnahme, die es unbedingt zu vermeiden gilt und die deshalb mitunter auch sanktionsbewehrt ist. Das ist aber ein Modell aus dem Zeitalter der Industrialisierung und passt überhaupt nicht mehr in die digitale Ära.

„Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, dass diejenigen, die mit der Digitalisierung nicht Schritt halten können oder die sich einfach andere Prioritäten als Erwerbsarbeit setzen, aus dem sozialen Raster fallen. Eine Prekarisierung größerer Teile der Gesellschaft würde die Gesellschaft insgesamt gefährden“, warnt Albiez.

Daher muss ernsthaft über disruptive Modelle für die Organisation von Erwerbsarbeit und Lebensgrundlagen nachgedacht werden. „Führende Köpfe der Wirtschaft setzen sich schon seit längerem mit guten Argumenten für das bedingungslose Grundeinkommen ein. Ich habe trotzdem den Eindruck, dass das allzu oft leichtfertig vom Tisch gewischt wird, weil es zu unbequem ist, weil es die eingefahrenen Gleise verlässt und sicher auch manchen Besitzstand in Frage stellt“, sagt Albiez. „Aber es hilft nichts: Wir werden auch in diesen Fragen disruptiv denken müssen. Ich sehe das im Grunde wie Siemens-Chef Joe Kaeser: Auf Dauer wird eine Art Grundeinkommen völlig unvermeidlich sein . Umso wichtiger ist es, die Diskussion darüber nicht noch länger aufzuschieben.“

Weitere Quellen zum BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) aus Sicht der Wirtschaft

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-12/digitale-revolution-telekom-timotheus-hoettges-interviewhttps://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/leben-in-wuerde-dax-chefs-fordern-bessere-soziale-absicherung/20457960.htmlhttp://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/weltwirtschaftsforum/sap-vorstand-leukert-sagt-ein-grundeinkommen-hilft-allen-14026906.html

Über Dell EMC

 

Dell EMC (www.dellemc.com) ist Teil von Dell Inc. und ermöglicht es Organisationen, ihre Rechenzentren durch den Einsatz branchenführender konvergenter Infrastrukturen, Server, Speichersysteme und Datensicherheits-Technologien zu modernisieren, zu automatisieren und zu transformieren. Unterneh¬men und Behörden schaffen damit eine verlässliche Grundlage, um ihre IT durch Hybrid-Cloud-Lösun¬gen und ihr Geschäft durch Cloud-native Anwendungen und Big-Data-Lösungen zukunftsfähig zu machen. Kunden – einschließlich 98% der Fortune-500-Unternehmen ¬– vertrauen auf die IT-Lö¬sun¬gen von Dell EMC und das branchenweit umfangreichste und innovativste Infrastruktur-Portfolio für Clients, Rechenzentren und die Cloud.

 

Pressekontakt

 

Mit Sicherheit auf dem Weg in die Plattformökonomie

Bildquelle: Fotolia_146248266_M

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Wenngleich in den Diskussionen rund um das Thema Plattformökonomie der Fokus zumeist auf die Geschäftsmodelle gelegt wird, gibt es mittlerweile vermehrt Jene, die eine Technologiebetrachtung als bedeutender erachten.

Auch bei der Beurteilung von Chancen und Risiken herrscht keine Einigkeit – während von einigen Experten die Plattformökonomie als das probate Mittel im globalen Wettbewerb ausgewiesen wird, sehen andere wie etwa Prof. Lutz Becker, Leiter der Business School und Studiendekan Sustainable Marketing & Leadership an der Hochschule Fresenius, Köln hier gleichwohl Probleme.

So vertritt er unter anderem die Auffassung, dass „Plattformen aufgrund ihrer Marktmacht die Wirtschaftsverfassung unterhöhlen“. Ebenso müsse hinterfragt werden, wie die zunehmende Komplexität noch kontrollierbar sei. Eine Frage, die – im Sinne der Resilienz – definitiv auch im Kontext der notwendigen Sicherheit zu stellen ist. „Denn festzuhalten ist, dass die Plattformökonomie Angebot und Nachfrage datenbasiert zusammenbringt“, so Bernd Fuhlert, Experte für Datenschutz und Online Reputation Management sowie Geschäftsführer der @-yet GmbH

Bezüglich des digitalen Durchdringungsgrads und einer daraus resultierenden Effizienzsteigerung gibt es momentan bei deutschen Unternehmen kaum ein einheitliches Bild. Die eher zögerliche Haltung liegt teilweise darin begründet, dass sich vielfach – basierend auf dem bestehenden Geschäftsmodell – noch kein strategischer Ansatz für ein neues, disruptives entwickeln ließ; sowie damit einhergehend auch, dass sich aus den bisherigen Aktivitäten in Richtung digitale Transformation, gemäß den Ergebnissen einer aktuellen Lünendonk-Studie, momentan nur wenig Wettbewerbsvorteile ergeben.

Gleichwohl werden jedoch bereits weitere programmatische Schritte unternommen: die Etablierung digitaler Plattformen im industriellen Umfeld. Diese Entwicklung ist erklärbar, denn zum einen ist eine gewisse Dringlichkeit nicht zuletzt aus dem Grund geboten, weil sich hier, anders als im Konsumentenbereich, noch keine Vormachtstellung internationaler Unternehmen herausgebildet hat.

Zum anderen sind Grundprinzip und Erfolgsrezept der bekannten Unternehmen wie Amazon oder Airbnb relativ gut reproduzierbar – mehrseitige Plattformen erleichtern im erheblichen Maße Interaktion und Transaktion zwischen unterschiedlichen Parteien.

Doch über den Erfolg wird bei den industriellen Plattformen auch, weitaus mehr als im Konsumentenbereich, die Gewährleistung der Sicherheit entscheiden. Nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass „Wirtschaftsspionage seit jeher einer der Schwerpunkte der Ausspähungsaktivitäten fremder Nachrichtendienste ist“ wie Michael George, Leiter Cyber-Allianz-Zentrum, Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz erklärt.

 Mögliche Angriffsziele

Die grundsätzliche Betrachtung von Plattformen erfasst zwei Dimensionen: die wirtschaftliche sowie die technologische. Gemäß letzterer basiert die Plattformökonomie unter anderem im ersten Schritt auf dem Zusammenwachsen von Informationstechnologie (IT) mit der Operational Technologie (OT) auf dem Shop Floor. Denn dies ermöglicht, im Rahmen von Industrie 4.0 die Vernetzung einzelner Unternehmensebenen sowie eine unternehmensübergreifende Vernetzung mit Kunden und Lieferanten.

Im Weiteren ergeben sich dann, aus der vertikalen und horizontalen Integration auf der einen Seite, in Verbindung mit Plattformtechnologien wie Infrastructure as a Service (IaaS) auf der anderen Seite die Voraussetzungen für neue Geschäftsmodelle, da dadurch die Einsetzbarkeit zur Interaktionen sowie Transaktionen mit vielen unterschiedlichen Marktteilnehmern besteht. Hierin liegen jedoch nicht nur Chancen sondern auch Risiken. Denn, so die Erfahrung von Michael George, „Angriffe sind umso erfolgreicher, je zielgerichteter sie ausgeübt werden können“. Aus diesem Grund optimieren Angreifer ihre Methoden beständig.

So beobachtet der Experte momentan, dass die so genannte Watering-Hole-Attacke vermehrt zum Einsatz kommt. Diese basiert – entlehnt aus dem Tierreich in der Wüste – auf der Annahme, dass es bestimmte Portale, Plattformen oder Systeme gibt, die viele Anwender mit hoher Wahrscheinlichkeit oft aufsuchen müssen.

Dem Gedanken aus der Tierwelt folgend, werden Anwender also nicht direkt angegriffen, sondern das von ihnen zwangsläufig genutzte ‚Wasserloch’ infiziert, da dies weitaus effizienter und wirkungsvoller ist. In der Praxis wurden entsprechende Angriffe zum Beispiel auf Unternehmen aus dem Energiesektor durchgeführt – unter anderem indem die Webseiten eines Anbieters unter Ausnutzung einer Sicherheitslücke dergestalt manipuliert wurden, dass Rechner von Besuchern hinterher mit Schadsoftware in Form eines Fernsteuerungs-Trojaners (RAT) infiziert waren.

Zudem werden permanent gravierende Schwachstellen publik gemacht: Beispielsweise aktuell die Sicherheitslücken Spectre und Meltdown – letzterer in erster Linie detektiert bei Prozessoren von Intel – aus denen sich verschiedene Zugriffsmöglichkeiten, wie etwa das Auslesen von Speichern, ergeben. Auch wenn sich nach Ansicht von Prof. Becker ein Angriff über Spectre keinesfalls leicht realisieren lässt, so geht er doch davon aus, dass diese Lücke ausgenutzt wird „weil sich ein erhöhter Aufwand immer lohnt, wenn mit einer einzigen Attacke viel erreicht werden kann“. Zusätzlich gefährdet seien Unternehmen auch, da oftmals noch – gerade im Produktionsumfeld – veraltete Hard- und Software vorzufinden ist, die per se nicht mehr den erforderlichen Sicherheitsstandards entsprechen kann. „Insgesamt gesehen stellt“, so Bernd Fuhlert, „also Digitalisierung ohne IT-Sicherheit im Fokus klar erkennbar ein unkalkulierbares Risiko für Verbraucher und Unternehmen dar.“

Der richtige Schutz

Im Zuge von Industrie 4.0 ist es nicht mehr möglich, ein Unternehmen nach außen komplett abzuschotten, da dies dem Prinzip der notwendigen durchgängigen Kommunikation und Interaktion widerspricht. Von daher nutzt es nach Ansicht von Michael George nur wenig, sich darauf zu fokussieren alle internen Schnittstellen wie USB-Ports und DVD-Laufwerke abzusichern, während zwangsläufig durchlässige Übergänge zum Internet bestehen. Aber da auch die herkömmliche Perimeter-Sicherheit, mittels derer die Übergänge zwischen Unternehmensnetzwerk und Internet geschützt werden sollen, nicht mehr ausreichen, müssen Unternehmen generell umdenken.

Seit 2016 ist Bernd Fuhlert Geschäftsführer der @yet GmbH.

Seit 2016 ist Bernd Fuhlert Geschäftsführer der @yet GmbH.

Folglich sollte, nach Meinung von Fuhlert und George, die Grundlage der Abwehrstrategie die Annahme bildet, dass „es ein Angreifer erfolgreich schafft, bis ins interne Unternehmensnetzwerk vorzudringen“. Dass dieser Gedanke substanziell ist, darin sind sich beide Experten einig. Denn daraus lässt sich ableiten, dass die Durchführung geeigneter Gegenmaßnahmen darauf basieren, den Angreifer möglichst zeitnah zu identifizieren. Wobei dies wiederum nicht so zu verstehen sei, dass Unternehmen dem Aufdecken und Absichern von Schwachstellen keine oder nur wenig Bedeutung mehr beimessen sollten.

Ein weiterer wesentlicher Ansatz – gerade im Kontext der Plattformökonomie – ist nach Meinung von George der Austausch von Angriffsmethoden und Erfahrungswerten zwischen den Unternehmen über eine neutrale Plattform. Dies sei von daher sinnvoll, da somit schnellstmöglich und effizient nach Lösungsmöglichkeiten zur Ab- und Gegenwehr gesucht werden könne.

Plattformen – mehr mögliche Risiken

Lutz Becker, selbst viele Jahre in der IT-Industrie tätig, sieht jedoch im Kontext der Plattformökonomie nicht nur Risiken im Bereich der IT-Sicherheit, sondern vorrangig angesichts ökonomischer Aspekte. Plattformen können seines Erachtens nicht nur eine wirtschaftliche Marktmacht entfalten, wie es heute bei Google, Apple, Facebook oder Amazon sichtbar wird, sondern auch Auswirkungen auf ganze Marktsegmenten, etwa dem Tourismus, haben. Denn sie substituieren wichtige Funktionen des Marktes und hebeln damit unter Umständen dessen Freiheit aus. „Ludwig Erhard hat das Wettbewerbsrecht völlig zurecht als Wirtschaftsverfassung bezeichnet“, so Becker, „wir beobachten aber im Moment, dass dieses Recht, nicht den tatsächlichen Gegebenheiten der Digitalen Welt gerecht wird, also so gesehen, ein zahnloser Tiger ist. Was wir also benötigen ist eine neue Wettbewerbsordnung für die digitale Welt.“

Für ihn steht vor allem dabei die Frage der Resilienz im Mittelpunkt. Plattformen legen die Spielregeln der Märkte fest haben und haben damit immer auch eine Gate-Keeper-Funktion. Das macht sie einerseits effizient, aber andererseits anfällig. Märkte hingegen, in denen sich die Spielregeln und Austauschbeziehungen im Zusammenspiel der vielen unabhängigen Marktteilnehmern entwickeln, sind deutlich resilienter, aber eben nicht so effizient. Folglich liegt für ihn die Wahrheit in der Mitte.

Fazit

Allein aufgrund der steigenden Komplexität sowie im Sinne der Resilienz gilt es Maßnahmen und Methoden zum Schutz gegen Angriffe neu zu überdenken.

Damit einhergehen muss unter anderem das Clustern in Sicherheitsbereiche, was – heruntergebrochen auf die Unternehmen – ein ganzheitliches Risikomanagement erfordert. Für den Entwurf der weiteren Strategie zur Absicherung bedarf es hier, so Fuhlert, dann „erst einmal, das wertvolle unternehmensinterne Know-how zu identifizieren und im nächsten Schritt zu definieren, wie sich dieses mit entsprechenden Lösungen schützen lässt“. Dafür sollten die bekannten Maßnahmen wie Patch-Management oder Segmentierung der Netzwerkbereiche – auch wenn sie natürlich kein Allheilmittel sind – zum Einsatz kommen, denn diese bieten die Grundlage für ein gutes Schutzniveau. Aber entscheidend aus Sicht von Bernd Fuhlert ist ferner, dass „die Politik für die Plattformökonomie einen Ordnungsrahmen setzen muss, damit Sicherheit endlich den richtigen Stellenwert bekommt und nicht blind digitalisiert wird“. Zudem sollte hierüber auch ermöglicht werden, global faire Spielregeln für alle – kleine nationale ebenso wie multinationale – Unternehmen zu gewährleisten, um eine Benachteiligung aufgrund individueller Gesetzgebungen auszuschließen.

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Ulla Coester, xethix.com/xethix-Diskurs®, Dozentin Hochschule Fresenius und wissenschaftliche Mitarbeiterin skip. Institut für angewandte digitale Visualisierung e.V an der Hochschule Fresenius

Dieser Artikel erschien in verkürzter Form in der IT&Production, Ausgabe März 2018, Teo Verlag GmbH (Seite 74/75)

Terminhinweis: Medienkompetenz durch Vernetzung optimieren (15.05.2018/München)

Monika Freifrau von Pölnitz von und zu Egloffstein (MPE) organisiert seit vielen Jahren Networking-Veranstaltungen.

Monika Freifrau von Pölnitz von und zu Egloffstein (MPE) organisiert seit vielen Jahren Networking-Veranstaltungen. (Foto: Johanna Link)

xethix – Wissen & Transfer: Auseinandersetzung zu Ethik und Wertewandel in der digitalen Gesellschaft verfolgt schon seit einigen Jahren die MPE-Events von Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein (MPE) und freut sich ganz besonders auf den kommenden MPE-Media-Connect Event. Denn die dort angesprochenen Medienthemen sind auch für xethix von großem Interesse.

Dieses Jahr wird der Medien-Networking-Event von MPE am 15. Mai 2018 im Steigenberger Hotel in München-Schwabing stattfinden.

Dort treffen sich Teilnehmer aus den Medien, dem Verlagswesen, der Presse, dem Hörfunk, der Musik, der Public Relations, dem Film-Business, der Fotografie so auch Medien-Interessierte.

Das Interesse zu den „Medien“ steht dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Schon seit 1996 gibt es die MPE-Events und im letzten Jahr startete der Medien-Networking-Event. Dieser war sofort ein voller Erfolg und erhielt große Resonanz im Medien- und Film-Business.

Im letzten Jahr besuchten etwa 1.000 Teilnehmer die verschiedenen MPE-Veranstaltungen und vernetzten sich zu vielseitigen Themen, ob Art, Media und mehr. Es wird immer eine andere Location und ein anderes Programm geboten.

Beim MPE-Media-Connect im Steigenberger Hotel werden Top Speaker vielversprechende Vorträge halten – dazu das persönliche Networking von MPE und das Kennenlernen des neuen Steigenberger Hotels in München.

Denn durch die persönlichen, handgeschriebenen Vernetzungskarten von MPE – für jeden der Teilnehmer – wird der Abend noch spannender und jeder Gast knüpft wertvolle Verbindungen. Auf diese Weise ergaben sich schon in der Vergangenheit viele Projekte und besondere Verbindungen.

Thomas Fischer, der General Manager des Steigenberger Hotels, und Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein werden am Event-Abend die Gäste des MPE-Media-Connect im Vortragssaal Ludwig willkommen heißen. Der Gastgeber wird das Hotel und MPE die Speaker kurz vorstellen.

Thomas Fischer ist General Manager Steigenberger Hotel.

Thomas Fischer ist General Manager Steigenberger Hotel.

Nach der Begrüßung präsentiert Marc Wagner, MOTION PICTURE ENTERTAINMENT GmbH, seinen Vortrag zum Thema „Der Film als DAS Marketingtool Nr.1“. Denn Motion Picture Entertainment, Produktion für Bewegtbild und Agentur für integrierte Kommunikation, verbindet Film-Produktion und fundiertes Marketing-Know-How zu einer perfekten Full-Service-Lösung für Unternehmen. Authentisch, nachhaltig und mit tiefem Verständnis für Marken, Märkte und Zielgruppen vereint Motion Picture Entertainment Produkte, Informationen und Emotionen im Film zu ganzheitlichen, individuellen Markenerlebnissen. Mit ihrer modularen Kostenstruktur und kurzen Kommunikationswegen minimieren sie den internen Projektaufwand in Unternehmen und bieten auch damit einen Mehrwert. Intelligente Kommunikation schafft Vertrauen- für Manufakturen, KMUs und internationale Konzerne.

 

Thomas Reichart, Reichart Effectiveness Consulting, spricht über „Lead your Life Now: Grundlagen für Agilität“.

Thomas Reichart, Reichart Effectiveness Consulting, spricht über „Lead your Life Now: Grundlagen für Agilität“.

Thomas Reichart, Reichart Effectiveness Consulting, spricht im Anschluss über „Lead your Life Now: Grundlagen für Agilität“. Er ist Geschäftsführer der Reichart Effectiveness Consulting, Experte für Effectiveness und High Performance Work Design, Executive Coach, Autor von Live with Intent (USA) und Live your Life Now (GER). Thomas Reichart bekommt international Aufträge für Beratung, Coaching und Speaking auf Top Executive Level. Einmal in der Luft schaltet Thomas Reichart richtig »an«, ist in »seinem Element« und ist im Fokus.

Die Professionalität von Piloten – oder auch von Ärzten – wünscht er sich auch in Unternehmen: Für ihn ist es absolut unverständlich, dass die Verantwortung in der Führung von Unternehmen nicht ebenso gewertet und gelebt wird. Die Prinzipien des Fliegens verbindet er gekonnt mit Management und Leadership – besonders in volatilen, unsicheren und dynamischen Zeiten wie im heutigen VUCA. Als Keynote Speaker zieht er gerne Parallelen zur Fliegerei: Ob jemand seinen Verantwortungsbereich im übertragenen Sinne »in eine unsichere Fluglage bringt«, hat damit zu tun, wie derjenige reagiert und steuert während der verschiedenen Phasen des Fluges.

Im Anschluss halten Stephan Ley und Sebastian Wowra, Pink Tree Communications GmbH ihren Vortrag zum Thema „Social Media und die Herausforderung personalisierter Medienformate im digitalen Zeitalter“. Pink Tree Communications (PTC) ist ein international tätiges Unternehmen mit den drei Schwerpunkten Consulting, Software Entwicklung und Services. Sitz des Unternehmens ist Baar (CH) und in Inning am Ammersee (D). Mit dem PTC Connector bietet Pink Tree Communications erstmals eine einheitliche Softwarearchitektur für das Online Marketing und Sales an. Mit dem Einsatz des PTC Connectors ist es möglich, Online Marketing, Sales und Aftersales einfacher, schneller und gezielter als zuvor zu steuern und zu optimieren. Mit Hilfe der Software wird der Arbeitsaufwand reduziert und die Performance verbessert.

Zwischen den einzelnen Vorträgen wird es kurze Pausen mit Häppchen und Drinks im Foyer Ludwig geben.

Mit persönlichen Networking und Verköstigung im LUMEN und in der Kaminlounge des Steigenberger Hotels geht es nach den Präsentationen weiter. Auf diese Weise erleben die Gäste des Abends die verschiedenen, exklusiven Räumlichkeiten des Hotels.

Auch bei diesem MPE-Event erhalten die Teilnehmer Goodybags mit schönen Überraschungen. Immer wieder neue Unternehmen, Verlage und Hotels kommen hinzu, die Giveaways in die Geschenketaschen geben.

Monika Freifrau von Pölnitz-Egloffstein freut sich sehr, dass einige Unterstützer der Veranstaltung wieder mit dabei sind, ob die pmOne AG, die MOTION PICTURE ENTERTAINMENT GmbH, die immomedia Immobilien GmbH, das Steigenberger Hotel, die Pink Tree Communicatons GmbH, Reichart Effectiveness Consulting und das Premium Hotel & Health Resort Klosterhof.

Der Medien-Networking-Event, so auch die anderen MPE-Events finden einmal pro Jahr statt. Es ist ein Erlebnis, einen MPE-Event mitzuerleben. Auch diese Veranstaltung verspricht ein hochkarätiger Abend zu werden, ob mit den Top Speakern, sicherlich mitreißenden Vorträgen, weiterbringenden Kontakten – in wunderbarer Atmosphäre!

Nach den MPE-Events geht es mit dem Vernetzen in den verschiedenen Netzwerken weiter – oder man trifft sich auf einen Kaffee, um das Networking und die neuen Geschäftskontakte zu vertiefen – somit ist es nicht nur ein Event-Abend, den man miterlebt – sondern sehr viel mehr als das…

Mehr zu den MPE-Events: www.mpe-poelnitz-egloffstein.com info@mpe-poelnitz-egloffstein.com

Die GAFA-Gefahr für Banking und Wealth Management

Gafa-1024x455Wird Amazon zur Bank? Das Wall Street Journal hat jedenfalls Anfang März 2018 schon über Gespräche zwischen dem Handelsriesen und etablierten US-Banken wie JPMorgan Chase und Capital One berichtet. Dem Vernehmen nach geht es um ein Girokonto-Angebot für (junge) Amazon-Kunden. Umfragen von Mitte 2017, etwa durch Sopra Steria Consulting, zeigten noch, dass der Großteil der Branche die Bedrohung durch mögliche „GAFA“-Banken sehr gelassen nahm.

Was aber, wenn die vier GAFAs – das sind Google (bzw. Alphabet), Apple, Facebook und Amazon – tatsächlich ins Bankgeschäft eintreten würden? Die finanziellen Mittel dafür brächte jeder der modernen Technologiegiganten spielend auf: Apple, Amazon und Google belegen aktuell die Spitzenplätze im weltweiten Marktkapitalisierungs-Ranking, sie sind die drei wertvollsten Unternehmen der Welt.

 Der gigantische Kundenstamm als Faktor

Es wäre blauäugig, das Potenzial zu verkennen, das der Markteintritt eines der GAFA-Riesen hätte. Was sie gefährlich macht, ist, dass sie sehr genau wissen, wie man mit Kundendaten umgeht und wie man sie nutzt, um die Kundenbeziehung zu festigen und auszubauen. GAFAs sind schon deswegen potenziell disruptiv, weil ihr Kundenstamm gigantisch ist, erst recht im Vergleich zu Fintechs.

Amazon etwa hatte 2016 allein in Deutschland 44 Millionen Kunden, 17 Millionen davon waren Prime-Nutzer. Auch in Asien gibt es Beispiele, die nachdenklich machen. Alipay etwa, das chinesische Online- und Mobile-Bezahlsystem der Alibaba Group, hat heute schon 600 Millionen Kunden – und erschließt mit einer Vielzahl von Apps so gut wie alle Lebensbereiche der Menschen.

Alipay führt praktisch auch alle chinesischen Touristen durch Europa; Händler, die Alipay abwickeln können, haben einen entsprechenden Vorteil. Alipay macht vor, wie Marktmacht ausgespielt wird. Zieht Amazon bald nach? Ungeachtet des aktuellen Cambridge Analytica-Skandals um Facebook bleibt es unbestreitbar: Kundendaten sind das Gold der Zukunft. Und die Geschäftsmodelle der Tech-Giganten basieren darauf.

Unangreifbare GAFAs

Der Zugang zum Kunden, seinen Vorlieben, seinen Bedürfnissen und seiner Entscheidungshistorie wird sich im Finanzmarkt der Zukunft als immenser Vorteil erweisen. Vor diesem Hintergrund wirken neue Fintechs und Startups, die zwar digitale Innovationen, aber keine nennenswerte Kundenbasis bieten können, weit weniger bedrohlich.

Zumal etablierte Marktteilnehmer auch durch Akquisitionen einen neuen, potenziellen Konkurrenten in ein Asset verwandeln können – wie es etwa die ING-Diba mit Lendico vorgemacht hat. Beim Markteintritt eines GAFA-Riesen existiert diese Option nicht. Im Gegenteil: Apple könnte bereits mit einem Bruchteil seiner Cash-Reserven die Deutsche Bank übernehmen.

Predictive Analytics sind die Zukunft

Ob im Retailbanking oder in der Vermögensberatung: Hier muss das Gold der Zukunft erst noch gehoben werden. Ein Unternehmen wie Google macht vor, was in Sachen Predictive Analytics schon alles möglich ist – inklusive Tracking von Websitebesuchern oder App-Nutzern, bis hin zum Ausspielen zielgerichteter, individualisierter Werbung.

Davon sind Banken derzeit noch sehr weit entfernt. Dabei böte eine konsequente Analyse des Kundenverhaltens ganz neue Möglichkeiten, im Massenmarkt genauso wie im Wealth Management oder Private Banking. So gewinnt im Wealth Management derzeit die IT-gestützte Beratung immer mehr an Bedeutung. Und eine Bank wie die UBS beginnt gerade damit, moderne Analyse-Technologie über Anlageportfolios laufen zu lassen – durchaus mit dem Ziel, dadurch auch hochpreisige Anlagen in Zukunft sehr gezielt und bedarfsgerecht anbieten zu können.

Die Bedürfnisse der Klienten verstehen

Den Klienten und seine Bedürfnisse ins Zentrum zu stellen, zu analysieren, was ihm wichtig sein wird, bevor es ihm vielleicht selbst klar ist, und alle Kommunikationskanäle zu unterstützen, die Digital Natives heute als selbstverständlich betrachten, vom Online-Banking über die mobile App bis zum Sprachassistenten – das dürfte in Zukunft über Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und Markterfolg entscheiden.

Vermutlich noch nicht morgen, aber vielleicht schon übermorgen. Mit einem durchaus kurzfristigen Zeithorizont von ein oder zwei Jahren könnten bereits neue mächtige Player antreten. Die GAFA-Bedrohung ist real. Ob es Wealth Manager, Retail- oder Privatbanken sind: Es ist höchste Zeit, dass sie sich Gedanken um eine konsequente Digitalisierung machen. Wenn sich der Markt nicht auf die Zukunft vorbereitet, wird er für die GAFAs am Ende nur ein noch viel verlockenderes Ziel.

Dennoch: Solch ein Markeintritt könnte auch eine Chance bedeuten. Im Idealfall eröffnet sich etablierten Markteilnehmern dadurch vielleicht sogar die Gelegenheit, sich einem neuen Ecosystem anzuschließen, mit neuen Produkten und neuen, weiteren Kanälen. Eine sprachgesteuerte, automatisierte Vermögensberatung per Amazon Echo direkt im Wohnzimmer des neuen Klienten: Warum eigentlich nicht?

Autor: Uwe Krakau verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche. Bei Avaloq ist er als General Manager Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung tätig. Zu seinen Kernthemen gehören Markt, Wachstum, M&A, Start-ups, Value Proposition und Fintechs. Bevor er 2004 zu Avaloq wechselte, war er 14 Jahre lang hauptsächlich für DAX-Unternehmen in Deutschland tätig. Unter anderem hatte er Managementpositionen beim debis Systemhaus, EADS und BASF inne. Er studierte an der Fachhochschule für Technik Esslingen Wirtschafts-Ingenieur, verfügt über einen Abschluss in Informations-Wissenschaft der Universität Konstanz und hat das Executive Program des Swiss Finance Institute abgeschlossen.

 

Das Gesicht als Barcode: Wie Face ID Sicherheit bietet

Bildquelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, istockphoto /@Jenny Horne

Bildquelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, istockphoto /@Jenny Horne

Smartphone-Hersteller wie Apple setzen bereits auf die Nutzeridentifizierung via Gesichtserkennung. Diese auf dem iPhone X verwendete Gesichtserkennungsmethode nennt sich Face ID und ersetzt auf dem Gerät Touch ID. Face ID entwickelt sich zunehmend zu einem Differenzierungsmerkmal für Unternehmen, die ihren Kunden ein komfortables, mobiles Benutzererlebnis bieten möchten. Vor wenigen Monaten berichteten die Medien darüber, dass sich Face ID angeblich mit einer Maske überlisten lässt. Eignet sich diese Authentifizierungsmethode dann überhaupt für sicherheitskritische Anwendungen wie Banken-Apps?

Balanceakt zwischen Kundenerlebnis und Sicherheit

Technologische Neuerungen sind immer ein Balanceakt zwischen Kundenerlebnis und Sicherheit. Die Lösung muss sicher sein, aber die Methoden dürfen den Nutzer nicht im Komfort einschränken. Der Vorteil biometrischer Authentifizierungstechnologien wie Face ID ist die höhere Akzeptanz beim Anwender im Vergleich zu herkömmlichen Mechanismen wie PIN oder Passwort – Sicherheitsfeatures, die auch einmal vergessen werden können.

Obwohl sich die Gesichtserkennungstechnologie in die richtige Richtung entwickelt, haben viele noch Bedenken, ob jemand „ihr Gesicht“ stehlen kann. Sicherlich sind diese Vorbehalte nicht ganz unbegründet, sie lassen sich aber schnell ausräumen, wenn man versteht, wie Gesichtserkennung funktioniert.

Der große Vorteil der Face-ID-Technologie

Facial Recognition bietet ein hohes Maß an Sicherheit, denn die Technologie ist in der Lage, zwischen dem Bild eines menschlichen Gesichts, zum Beispiel einem Foto, und der Realität zu unterscheiden. Diese Fähigkeit wird als Liveness Detection bezeichnet. Beim iPhone X kommt eine 3D-Kamera zum Einsatz, die die Dreidimensionalität eines Gesichts untersucht, sodass der Schutz nicht mit einem Foto umgangen werden kann. Zur Identifizierung reicht ein Blick in die Kamera – das ist wesentlich benutzerfreundlicher und komfortabler als die Eingabe eines Codes oder einer Wischgeste und bietet trotzdem ein hohes Maß an Sicherheit.

Face-ID-Lösung für das Bankgeschäft

Besonders im Bankgeschäft lohnt sich eine Investition in diese Technologie, denn biometrische Authentifizierung reduziert den Verwaltungsaufwand enorm, wenn beispielsweise vergessene Passwörter neu beantragt werden müssen. Nicht zu unterschätzen ist, dass sich auch die Erwartungshaltung der Kunden ändert. Für Bankkunden wird es zunehmend selbstverständlich, dass ihre Mobile Banking App biometrische Sicherheitsfunktionen besitzt.

Wenn Banken wichtige Wettbewerbsvorteile sichern möchten und ihren Kunden ein optimales Nutzererlebnis bieten möchten, sollten sie also in Techniken wie Face ID investieren. Maximale Sicherheit bietet man seinen Kunden jedoch nur, wenn man mindestens zwei Authentifizierungsmethoden anwendet. Face ID ist somit nur Teil eines komplexen im Hintergrund laufenden Sicherheitssystems.

Fest steht, dass biometrische Verfahren sicherer und benutzerfreundlicher sind als schwache, statische Passwörter oder eine vierstellige PIN, trotzdem bleibt ein mehrschichtiger Ansatz die stärkste Waffe gegen Angriffe. VASCO bietet eine breite Palette von Authentifizierungstechnologien, die miteinander kombiniert werden können, um sowohl ein Optimum an Sicherheit als auch eine hohe Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten.

Guillaume Teixeron_Product Manager_VASCO Data SecurityAutor: Guillaume Teixeron ist Product Manager bei VASCO Data Security. Erberklärt die Vorzüge der Gesichtserkennung als Authentifizierungsmerkmal. VASCO ist ein Anbieter für Sicherheits- und Produktivitätslösungen für Unternehmen auf dem digitalen Markt.P

„The Circle“ im eigenen Büro – Kommunikationsdaten machen soziale Beziehungen für Arbeitgeber analysierbar

© Foto Fraunhofer FIT

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Durch elektronische Kommunikation fallen in Unternehmen immer mehr Daten an, die Interaktionen unter Beschäftigten dokumentieren. Technisch ist es für Arbeitgeber bereits möglich, daraus soziale Beziehungsgeflechte oder „soziale Graphen“ der Belegschaft zu konstruieren und für Personalentscheidungen einzusetzen, zeigt eine aktuelle, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie*.

Bei wem laufen die Fäden zusammen? Wer ist ein gefragter Ansprechpartner und Ratgeber? Wer steht eher am Rande und bekommt selten Antworten auf seine Mails oder Beiträge im firmeninternen Social Network? In kleinen Betrieben weiß das jeder.

In Großunternehmen hat das Management aber keinen Einblick in die sozialen Detailstrukturen, die viel über Kooperation, Konflikte und Motivation unter den Beschäftigten aussagen. Doch das ist vielleicht nur noch eine Frage der Zeit.

Der soziale Graph in Unternehmen

Denn was für Laien nach Science-Fiction à la „The Circle“ klingt, ist technisch bereits möglich und praktisch in einzelnen Unternehmen schon Realität. Vielfach wird der „soziale Graph“ schon unentwegt gefüttert, ohne dass Auswertungen erfolgen: Mit jeder E-Mail, mit jedem Chat, mit jedem Tweet und jedem Like wird der Graph um eine Beziehung zwischen Kollegen ergänzt. Und erste Softwareprodukte kommen auf den Markt, um persönliche Stellungen und soziale Beziehungen in diesem Graphen zu analysieren.

Systeme wie „Workplace Analytics“ von Microsoft oder „Organisational Analytics“ von IBM haben dieses Potenzial.  Darauf weisen die Studienautoren, der Informatiker Prof. Dr. Heinz-Peter Höller und der Jurist Prof. Dr. Peter Wedde hin.

Mitarbeiter „aushorchen“ via Analyse

Die Professoren von der Hochschule Schmalkalden beziehungsweise der Frankfurt University of Applied Sciences warnen: Solche Methoden könnten vom Management künftig verstärkt genutzt werden, „um in die Belegschaft hineinzuhorchen“. In einem fiktiven, aber unter rein technischen Gesichtspunkten realistischen Szenario, stellen sie die Möglichkeit in den Raum, dass Arbeitgeber, die Entlassungen planen, sich an den Ergebnissen solcher Analysen orientieren: Wer nicht hinreichend vernetzt ist, riskiert berufliche Nachteile oder sogar eine Kündigung.

Damit es nicht so weit kommt, seien neben der Politik die Betriebsräte gefordert, Arbeitgebern genau auf die Finger zu sehen, wenn es um das Sammeln und Auswerten von Daten mit „sozialen Graphen“ geht. Rechtlich sind derartigen Formen der Vorratsdatenspeicherung zwar relativ enge Grenzen gezogen. Das geltende Recht müsse aber auch effektiv durchgesetzt werden, so Höller und Wedde.

Auswertungen der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass Betriebsvereinbarungen zu Datennutzung und -schutz längst einen Schwerpunkt der Betriebsratsarbeit bilden. Doch nur knapp die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland hat einen Betriebsrat an ihrer Seite – obwohl in jedem Betrieb mit mindestens fünf Beschäftigten eine Arbeitnehmervertretung gegründet werden kann. Zudem sei es notwendig, die Mitbestimmungsrechte auszubauen, betonen die beiden Wissenschaftler. Sie empfehlen die Schaffung eines neuen Mitbestimmungsrechts zum Datenschutz, da vorhandene Mitbestimmungsrechte dieses Thema bisher nicht direkt beinhalten.

*Heinz-Peter Höller, Peter Wedde: Die Vermessung der Belegschaft, Mitbestimmungsreport Nr. 10, Januar 2018. Download.

Bundesregierung will schnell neues Datenrecht schaffen

Angesichts des Datenskandals um Facebook hat Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) ein neues Datenrecht angekündigt. Dieses solle von einer „in Kürze“ einzusetzenden Daten-Ethikkommission erarbeitet werden, sagte Braun dem „Handelsblatt“. Die Grundlage für ein „modernes Datenrecht“ solle innerhalb eines Jahres geschaffen werden. Dazu gehörten alle Bereiche der Datenpolitik, auch der Umgang mit Algorithmen, künstlicher Intelligenz und digitalen Innovationen, sagte Braun laut „FAZ“ weiter. … mehr,…

 

 

 

Social-Media-Nutzer räumen Freundesliste auf: Fast jeder Zweite entfolgt und entfreundet regelmäßig

Entfernte Bekannte, Freunde, mit denen man sich auseinander gelebt hat, oder Influencer, deren Themen nicht mehr zu den eigenen Interessen passen: Fast jeder zweite Social-Media-Nutzer (46 Prozent) prüft regelmäßig seine Kontakte in sozialen Netzwerken und entfreundet oder entfolgt einigen davon wieder.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Für den Trend, die eigenen Geräte aufzuräumen und online in den sozialen Netzwerken auszumisten, gibt es bereits einen eigenen Namen: Digital Declutter. Das Alter spielt dabei keine Rolle. So geben 47 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, 46 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 45 Prozent der 50- bis 65 Jährigen an, regelmäßig online aufzuräumen.

„Wir vernetzen uns online miteinander, aber nicht zwingend für ein Leben lang. Das digitale Aufräumen kann den normalen Frühjahrsputz ergänzen“, sagt Linda van Rennings, Social-Media-Expertin beim Bitkom. „Es gibt Menschen, denen es vor allem darum geht, online viele Kontakte vorweisen zu können und andere, die sich – so wie im echten Leben auch – digital trennen, wenn man sich auseinander entwickelt hat.“

Über die Kontakte in sozialen Netzwerken hinaus gibt Bitkom fünf Tipps für den digitalen Frühjahrsputz

 Desktop

Wer einfach starten möchte und den Bildschirmhintergrund vor lauter Icons nicht mehr sieht, nimmt sich zuerst den eigenen Desktop vor. Keine Ahnung wohin mit den Dateien? Dann ist es vielleicht an der Zeit, sich ein Ablagesystem zu überlegen und Dateien und Verknüpfungen zu löschen, die ausgedient haben. Cloud-Lösungen können ebenfalls eine Möglichkeit sein, für Ordnung zu sorgen. Ausgeklügelte Suchfunktionen helfen nicht nur beim Suchen, sondern auch beim Sortieren.

E-Mails

Mit wenigen Schritten lässt sich Ordnung in den Posteingang bringen. Dazu gehört, den Gelöscht- und Spam-Ordner zu bereinigen, sich mit wenigen Klicks von allen Newslettern abzumelden, die einen nicht mehr interessieren, und Mails direkt nach dem Lesen und Bearbeiten zu löschen, wegzusortieren oder zu archivieren. Wer am Ende des Tages einen leeren Posteingang hat, kann befreit in den nächsten Tag starten.

Kontakte

Zum digitalen Frühjahrsputz gehört auch, einmal alle Kontakte aus der Vergangenheit durchzugehen. Mitunter hat man mit dem Schulfreund zuletzt in der Schule geredet und kein Interesse mehr an einem Kontakt, regt sich über die Beiträge der Bekannten eines Bekannten ohnehin nur auf oder verfolgt den YouTuber gar nicht mehr, von dem man vor Jahren noch jedes Video angeschaut hat. Auch Fake-Follower lassen sich mit Online-Tools identifizieren und ausmisten.

Apps

Smartphone- und Tablet-Nutzer können beim digitalen Frühjahrsputz auch die Apps durchgehen, die sie nicht mehr benutzen und diese deinstallieren. Nicht nur, dass man dann wieder etwas mehr Speicher auf dem Gerät hat, manche Apps verbrauchen je nach Betriebssystem im Hintergrund, auch wenn sie nicht aktiv benutzt werden, Energie oder verbinden sich mit dem Internet.

Fotos

4000 Bilder und mehr sind auf dem Smartphone heute keine Seltenheit mehr. Darunter tummeln sich häufig Messenger-Bilder, die automatisch in der Galerie landen, und Screenshots, die die wenigsten regelmäßig durchgehen, etwa eine alte Bahnverbindung. Wer nach all dem Digital Declutter noch Lust hat, kann die Fotos in der Galerie sichten und löschen. Für besonders schöne Schnappschüsse lohnt es sich eventuell, ein Fotoalbum anzulegen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Online-Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.212 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt, darunter 1.011 Social-Media-Nutzer (83 Prozent). Die Fragestellung lautete: „Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontakte in sozialen Netzwerken und entfreunden bzw. entfolgen Kontakten wieder?“

Was haben Blockchain mit Humanismus zu tun?

Kann Datenschutz und Anonymität ein Menschenrecht sein? Und wie gefährlich ist das Maas’sche Netzwerkdurchsuchungsgesetz? Diese und viele andere Fragen wurden am vergangenen Wochenende bei einem Workshop diskutiert, zu dem der hpd und die Giordano Bruno Stiftung (gbs) eingeladen hatten. … mehr

 

 

Gesichtserkennung bei der Bundespolizei: Jede achte Abfrage ein Treffer

Seit 2008 nutzen deutsche Polizeien ein System zur Gesichtserkennung, um damit Personen zu identifizieren. Die jährlichen Abfragen steigen stetig, jetzt soll die Software verbessert werden. Nach Forschungsprojekten wie am Berliner Bahnhof Südkreuz könnten die biometrischen Fotos automatisiert in Echtzeit durchsucht werden, berichtet „Netzpolitik.org“…. mehr

 

Die Ideologie der Digitalisierung ist der Informationskapitalismus

3-affenBeitrag auf dem Blog der Telekom: Auf die Frage, was denn »Digitalisierung« sei, können im Sommer 2015 mehr als die Hälfte der deutschen Beschäftigten (56 Prozent) keine Antwort geben. Ein Drittel hat noch nie von dem Begriff gehört. Auch das »Internet der Dinge«, das gaben 88 Prozent der Befragten an, sei ihnen kein Begriff. Bei »Big Data« waren es sogar 92 Prozent.

Die Digitalisierung baut unsere Welt in einen Mega-Computer um.

Dabei sind die Zusammenhänge schnell erklärt: Die Digitalisierung baut unsere Welt in einen Mega-Computer um. Alles wird vernetzt. Alles wird gemessen, gespeichert, analysiert und prognostiziert, um optimiert und – möglichst vollautomatisch – gesteuert zu werden. Davon ist der Mensch nicht ausgenommen. »Globale Konsumentensteuerung« nennen das die Technologiegiganten.

Inzwischen sind die Probleme der Digitalisierung nicht mehr zu übersehen und werden auf breiter Basis debattiert. Die computerisierte Massendatenanalyse und die algorithmische Steuerung der Gesellschaft führten in eine Blackbox-Gesellschaft. Die vollständige elektronische Überwachung der Konsumenten – eigentlich Eigenschaft totalitärer Staaten – durch private Unternehmen sei illegitim und verletze Grundrechte.

Immer mehr Berufsbilder würden verschwinden und durch (intelligente) Rechner ersetzt. Was, fragen sich viele, geht hier eigentlich vor? Ist die Digitalisierung nur süße Medizin mit schwerwiegenden Nebenwirkungen? Es ist der Blick in die Geschichte, der hilft, die Gegenwart besser zu verstehen.

 »Sich die Erde untertan machen«, ist uraltes theologisches Motiv und gleichzeitig europäische Leitkategorie.

»Sich die Erde untertan machen«, ist uraltes theologisches Motiv und gleichzeitig europäische Leitkategorie. Der Mensch hat den Auftrag, die schroffe, oft lebensfeindliche Natur zu beugen und sie zu überwinden, um für sich selbst ein menschenfreundliches, ein besseres Leben zu gestalten. Genau das ist es, was wir als »Kulturleistung« bezeichnen.

Der Auftrag zur Gestaltung rechtfertigt jeden technologischen Fortschritt, von der Entdeckung des Feuers über die Erfindung des Rades bis hin zur massenhaften Einführung der Universaltechnologien des 19. und 20. Jahrhunderts – darunter Elektrizität, Funk, Wasserdampf und Computer. Je weiter die Menschheitsgeschichte voranschreitet und je mehr Kultur wir schaffen, desto weiter entfernen wir uns von der Natur.

Dass die Kultur der Digitalisierung tatsächlich schon sehr »un-«natürlich ist, wird schon sprachlich deutlich: an Begriffen wie »Künstliche Intelligenz«, »virtuelle Realität« oder »synthetische Biologie«. Die Digitalisierung setzt nur den Weg fort, auf dem jeder Fortschritt die Menschen ein Stück mehr von der Natur abtrennt.

Die Frage, ob wir Digitalisierung wollen oder nicht, stellt sich daher nicht. Die digitale Transformation wird sich vollziehen, und sie ist philosophisch begründbar. Der Mensch vollzieht kulturelle Leistungen, weil er zur Vernunft begabt ist, im Falle der Digitalisierung zur wissenschaftlichen Vernunft. Deshalb ist die Digitalisierung, wie sie sich gerade entwickelt, nicht gottgegeben. Sie fällt nicht vom Himmel. Wir selbst gestalten sie. Wir wollen das so. Aber warum nur?

Die Antwort ist für manchen nicht ganz naheliegend: Wir brauchen Wirtschaftswachstum. Lässt das Wirtschaftswachstum nach, büßen wir Lebensstandard ein. Wirtschaftswachstum heißt: »Geld verdienen«. Ein anderer Begriff für diese zugegebenermaßen sehr verkürzte Erklärung ist Kapitalismus.

Schon im 20. Jahrhundert hat der österreichisch-ungarische Ökonom Karl Polanyi die drei fiktiven Güter des Kapitalismus definiert, von denen jedes Kind schon in der Schule hört: Arbeit, Boden (Natur) und Kapital. Doch schon in den Zehnerjahren unsrer Zeit galten sie als aufgezehrt. Ein neues fiktives Gut des Kapitalismus muss her – unverbraucht und so innovativ, dass es viele Investitionen auf sich ziehen kann: die Information.

Innovation, das stellte schon ein Zeitgenosse Karl Polanyis, der österreichische Wirtschaftswissenschaftler und kurzzeitige Finanzminister des Jahres 1919, Joseph Schumpeter, fest, ist der Treiber des Kapitalismus. Und die Digitalisierung hat zweifellos zu einem Innovationsschub geführt. Finanzinvestoren haben digitale Technologiegiganten zu den teuersten Firmen der Welt gemacht. Apple, Google und Microsoft belegen die Plätze eins bis drei. Sie bilden ein Oligopol vergleichbar den frühen Wirtschaftsmagnaten der Industriellen Revolution: J.P. Morgan (Strom), Carnegie (Stahl) und Rockefeller (Öl).

Die wirtschaftliche Ausdehnung auf das neue fiktive Gut der Information

Die wirtschaftliche Ausdehnung auf das neue fiktive Gut der Information, mit dem sich seit dem 21. Jahrhundert wieder Geld verdienen lässt, hat keine politische Quelle. Ganz ähnlich den Entwicklungen der Ersten Industrialisierung entstammt auch sie dem Reich der Spekulation, wo rational handelnde Wirtschaftsakteure und ihre Finanzinvestoren investieren, um zu wachsen und zu expandieren.

Das erklärt auch, warum sich die Digitalisierung ohne gesellschaftliche Debatte und ohne politische A-priori-Mitgestaltung vollzieht. Wirtschaftswachstum und Expansion sind keine politischen Aufgaben. Sie beruhen nur auf den Gesetzen der Ökonomie und des Marktes – weder sind sie politisch motiviert noch haben sie einen politischen Ursprung. Wirtschaftsakteure preschen vor, die Politik sieht dem »Neuland« staunend zu.

Deshalb ist richtig, was Ranga Yogeshwar in einem anderen Beitrag zu dieser Reihe ausspricht: »Die Politik ist zu träge, die Strukturen sind zu langsam… Was wir im Moment erleben, ist, dass oft Dinge gemacht werden…, bevor wir eigentlich den Dialog geführt haben.« Die Politik ist dem Markt noch lange nicht in denselben Raum – den digitalen, den virtuellen, den nicht-stofflichen Raum von Daten und Information – gefolgt, wohin sich die Wirtschaft längst ausgedehnt hat. Doch inzwischen zwingt uns die Informationsökonomie, auch in digitalen Zeiten politisch zu werden.

Die Digitalisierung hat einen neuen, ungeregelten Markt geschaffen. Libertäre Märkte, auch das ist gängige Währung unter großen deutschen Philosophen, tendieren dazu, inhuman zu sein und den Menschen nichts als den Weg ins Prekariat zu weisen. Glaubt man dem erwähnten McKinsey-Bericht, scheint sich dies heute so zu bewahrheiten wie in den ungeregelten Anfängen der Industriellen Revolution, in der Kinderarbeit, 60-Stunden-Woche und unhygienische Arbeitsverhältnisse allgemein üblich waren.

In den Nachkriegsjahren des 20. Jahrhunderts hatte der Kapitalismus nur deshalb große Akzeptanz erfahren, weil er sich sozial bändigen ließ, sich unter Ludwig Erhard als sozial-liberal erwies. An der libertären Version von Reaganomics und Thatcherism, den deregulierten (Finanz-)Märkten, die nicht nur Wachstum, sondern auch nie dagewesene Crashs produzierten, leiden wir Europäer noch heute ausnahmslos.

Erst in jüngster Zeit stehen der Informationsökonomie die Ambitionen der Politik auf gesellschaftliche Gestaltung und Marktregulierung gegenüber.

Erst in jüngster Zeit stehen der Informationsökonomie die Ambitionen der Politik auf gesellschaftliche Gestaltung und Marktregulierung gegenüber. Doch die Politik ist im Konflikt mit sich selbst: Soll sie die Informationsökonomie möglichst unangetastet lassen und womöglich große gesellschaftliche Kollateralschäden in Kauf nehmen? Oder soll sie regulieren und sich so zum Bremser des so hochnotwendigen Wirtschaftswachstums machen?

Die Antwort lautet: Regulierung schließt Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsvorteile nicht aus. Mit der Regulierung der Informationsökonomie stehen wir heute dort, wo wir in den Achtzigerjahren beim Umweltschutz standen – ganz am Anfang. Auch damals übertönten die Stimmen der Wirtschaft die ersten grünen Ökos: Umweltschutz schade der Wirtschaft. Heute steht das Gegenteil fest. Hohe europäische Umweltstandards haben sich zum Wettbewerbsvorteil entwickelt und gleichzeitig Mensch und Natur genützt. Vor dem Auftrag, die digitale Ära ähnlich erfolgreich zu humanisieren, stehen wir heute. Es gilt, eine sozial-liberale Informationsökonomie zu schaffen, die jungen Generationen ein gutes Leben mit glanzvollen Technologien ermöglicht.

 Wenn Sie die vollständige Fassung des Statements lesen möchten, klicken Sie bitte hier.

 

Bündnis zwischen Internetwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen gegen europäische Upload-Filter-Regelung

In einem Offenen Brief an die geschäftsführende Bundesregierung sowie an Europaabgeordnete aus Deutschland fordern Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Internetkultur ein klares Bekenntnis zum Einsatz gegen die von der EU-Kommission geforderten automatisierten Filtersysteme für Online-Plattformen, die mit nutzergenerierten Inhalten arbeiten.

 

Ein breites Bündnis vom Digitalverband Bitkom, Verbraucherzentrale Bundesverband, Wikimedia Deutschland, der Bundesverband Deutsche Startups, der Bundesverband Digitale Wirtschaft, der Bundesverband IT-Mittelstand, Bundesverband mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschland, der Chaos Computer Club, D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt, der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur, der Deutsche Gründerverband, die Digitale Gesellschaft, eco – Verband der Internetwirtschaft, Jugendpresse Deutschland und Open Knowledge Foundation Deutschland sieht in der von der Kommission vorgeschlagenen Regelung eine akute Bedrohung der Vielfalt und Freiheit des Internets.

Egal ob Text, Bild oder Videobeitrag, sämtliche Inhalte einzelner Internetnutzenden sollen dem EU-Reformvorschlag nach bereits vor dem Hochladen (Upload) auf vermeintliche Urheberrechtsverletzungen geprüft und solche, die als potenziell rechtsverletzend maschinell erkannt werden, blockiert werden.

Die Upload-Filter bilden das zentrale Element des EU-Reformvorstoßes zur Erneuerung des Urheberrechts im digitalen Binnenmarkt. Von der Maßnahme betroffen wären alle Plattformen, die Inhalte Dritter speichern. Dies bedeutet eine radikale Abkehr von den bestehenden Regelungen zum Umgang mit Urheberrechtsverletzungen im digitalen Raum. Konkret werden den aktuellen Maßnahmen zur differenzierten Rechtsprüfung maschinelle Systeme entgegengesetzt. Dazu der Offene Brief: „Komplizierte Abwägungen, was erlaubt ist und was nicht, sei es Kritik, Satire oder Kunst, können automatisierte Filter nicht vornehmen.“

 Upload-Filter bedroht Meinungsfreiheit und Vielfalt

Aus Sicht der Unterzeichner ist die Folge ein erhöhtes Risiko fälschlicher Upload-Verbote, die langfristig eine unverhältnismäßige Einschränkung von Verbraucherrechten und eine Bedrohung der Vielfalt und Innovation im Internet darstellen. So erinnert der Offene Brief sowohl an das Bekenntnis der EU-Kommission zur Startup-Förderung wie auch an die dementsprechenden Verlautbarungen der Bundesregierung.

„Netzweite automatisierte Vorfilterung von Uploads würde nicht nur die Entstehung und Verbreitung Freien Wissens massiv behindern, sondern könnte gerade für kleinere Projekte auch finanziell existenzgefährdend werden und würde allgemein die Meinungsfreiheit im Netz gefährden”, führt Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland aus.

„Bei einer Einführung von Mechanismen wie Upload-Filtern wäre die Vielfalt von Plattformen und Inhalten im Internet bedroht. Damit sinkt die Wahlfreiheit für Verbraucher. Das darf nicht passieren“, ergänzt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Was so harmlos als Upload-Filter daherkommt, ist faktisch eine maschinelle Zensur im Internet. Die Kommission hat bei ihrem Vorschlag jegliches Augenmaß verloren und versagt bei dem Versuch, das Recht auf freie Meinungsäußerung einerseits und das Recht der Urheber andererseits gegeneinander abzuwägen”, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Diese Bedenken teilen nicht allein die Unterzeichnenden des Offenen Briefes. Auch die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben sich im Entwurf zum Koalitionsvertrag klar gegen Upload-Filter ausgesprochen. So heißt es in dem Dokument: „Eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Upload-Filtern, um von Nutzern hochgeladene Inhalte nach urheberrechtsverletzenden Inhalten zu ‘filtern’, lehnen wir als unverhältnismäßig ab.” In diesem Sinne fordert das Bündnis verbindliche Zusagen für eine zukunftsgerichtete Digital- und Urheberrechtspolitik auf nationaler und europäischer Ebene und somit einen klaren Einsatz gegen Upload-Filter.