Schlagwort-Archiv: Deutsche Corporate Governance Kodex

Computer-Forensik: Analysen helfen als Waffe gegen Betrug, Bestechung und Korruption

Big-Data-Analysen werden immer wichtiger, um Schwachstellen in den Unternehmen systematisch aufzudecken und zu beseitigen: 74 Prozent der Firmen trauen den neuen Big-Data-Technologien eine Schlüsselrolle bei der Betrugsbekämpfung und -aufdeckung zu, ergab eine aktuelle EY-Studie. Trotz des Wissens um das Potenzial von Big Data verfügen bislang nur sieben Prozent der Unternehmen über geeignete Werkzeuge zur Auswertung von großen Datensätzen.

Und lediglich zwei Prozent nutzen bereits forensische Datenanalyseverfahren (FDA), um sicherheitsrelevante Informationen zu erfassen. Das hat die Studie „Big risks require big data thinking. Global Forensic Data Analytics Survey 2014” der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) ergeben. Dazu hat EY weltweit mehr als 450 Führungskräfte aus elf Ländern befragt.

„Das Thema Big Data gewinnt zunehmend an Bedeutung. Denn durch die Analyse großer Datenmengen können Organisationen Schwachstellen im System aufdecken und Sicherheitslücken schließen. Einige verwenden zwar schon FDA-Programme, doch die Mehrheit der Unternehmen nutzt deren Möglichkeiten der Compliance-Optimierung noch nicht. Bei der Entwicklung und Implementierung von FDA-Programmen müssen die Firmen vor allem darauf achten, dass sie von Anfang an ein multidisziplinäres Team aus Fachleuten mit den vielfältigen Kompetenzen bilden, die für die Durchführung forensischer Datenanalysen notwendig sind. Ganz wichtig ist, dass die FDA-Werkzeuge stets auf dem neusten Stand gehalten werden, um mit dem digitalen Wandel und den technischen Entwicklungen Schritt zu halten“, sagt Bodo Meseke, verantwortlicher Director für Forensische Datenanalyse.

Unternehmen erkennen die Vorteile von Big-Data-Analysen

Neue rechtliche Regelungen gegen Bestechung und Korruption fördern die Entwicklung effektiver Compliance-Programme: Für 87 Prozent der befragten Führungskräfte sind die aktuellen Compliance-Anforderungen ein gewichtiger Anlass, um FDA-Programme in ihrem Unternehmen zu etablieren und zu verwenden.

Drei Viertel der Unternehmen, die bereits solche modernen Analyse-Werkzeuge nutzen, tun dies, um Vermögensschädigungen aufzudecken oder Korruptions- und Bestechungsrisiken wirksam einzudämmen. Neue Möglichkeiten zur besseren Aufdeckung von Geldwäsche hat hingegen nur für ein Drittel der Firmen eine große Bedeutung, ergab die EY-Studie.

Forensische Datenanalysen machen Kontrollsysteme effektiver

Forensische Datenanalyseverfahren eröffnen neue Möglichkeiten, um sicherheitsrelevante Schwachstellen und Betrug in der Organisation aufzudecken: Neun von zehn Unternehmen geben an, dass eine verbesserte Risikobewertung der Hauptnutzen einer umfangreichen Datenanalyse ist. Genauso wichtig ist für sie der Vorteil, fehlerhafte Prozesse und Schwachstellen im Unternehmen aufzudecken, die ansonsten verborgen blieben.

„Eine systematische Auswertung großer Datenmengen ist für viele Stakeholder eines Unternehmens von Vorteil: Am meisten profitiert die interne Revision von diesen Analysen. Zu den weiteren Nutznießern gehören Mitglieder der Geschäftsleitung, des Vorstands und des Verwaltungsrats. Diese Organe teilen sich auch die Verantwortung für die Verwendung von FDA-Programmen“, sagt Bodo Meseke von EY.

Nur wenige Unternehmen setzen FDA-Programme wirksam ein

Bei der praktischen Anwendung neuer Instrumente zur Datenanalyse haben viele Organisationen noch großen Nachholbedarf: Während 69 Prozent der Firmen mit der Effizienz ihrer Anti-Betrugs-Software zufrieden sind, stimmen fast genauso viele zu, dass sie mehr tun müssen, um ihre derzeitigen Datenschutz-Programme weiter zu optimieren. Ebenfalls ausbaufähig ist aus Sicht der befragten Unternehmen das Bewusstsein der Führungsebene über die Vorteile der forensischen Datenanalyse.

„Die Anzahl der Datensätze, mit denen Unternehmen arbeiten, ist noch relativ gering. Dadurch versäumen sie wichtige Möglichkeiten, um schädlichen Fehlentwicklungen in der Organisation vorzubeugen und diese zu bekämpfen. Die Ursache für den großen Nachholbedarf in vielen Firmen: Sie nutzen ungeeignete oder veraltete FDA-Programme und können die vielfältigen Potenziale von Big Data deshalb nur unzureichend nutzen“, sagt Bodo Meseke von EY.

Cartoon on Internet Ethics

Article on „Patheos-com“ by James F. McGrath: Christian Brady shared the above Bizarro cartoon. There are a number of important topics it gets at. One is the simple fact that some think the Bible contains material that looks ahead to later science and technology, and yet the evidence does not support this. But another is that, for those of us who appreciate some of the principles in the Bible rather than thinking that it directly addresses our time and concerns, it is ironic how rarely those principles get applied to behavior on the internet. … read more … http://tinyurl.com/nw5tqva

Transparency International macht im Web den Korruptions-Index sichtbar

In keinem europäischen Land ist Korruption in Politik und Verwaltung nach Einschätzung von Transparency International so stark verbreitet wie in Griechenland, schreibt die „Zeit“ Online. (…) Der Index ermittelt, wie die Bestechlichkeit der öffentlichen Verwaltung in einem Land wahrgenommen wird. Er gründet laut Transparency International auf Studien und Einschätzungen von unabhängigen Instituten, aber nicht auf objektiven empirischen Daten zu aufgedeckten Korruptionsfällen. Diese belegen nach Einschätzung der Organisation lediglich, wie effektiv die Behörden oder die Medien eines bestimmten Landes bei der Aufdeckung von Korruption sind. … mehr …  http://tinyurl.com/pvhxa8p

Die Wirtschaft hat die Zeichen der „gläsernen Zeit“ erkannt – doch das Handeln sieht oft anders aus

Beitrag von Wolfgang Freitag in „Die Presse“ Online: Ist ja erfreulich, wenn sich Unternehmen verpflichten, „zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen“ oder „die lokale Gesellschaft sowie ihre Lebensqualität“ zu verbessern. Aber wer mag schon daran glauben, dass sie es ernst meinen? „Management by Ethics“: über Wege aus der Vertrauenskrise. … mehr … http://tinyurl.com/k9nl474

Neue Studie zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Der Deutsche Corporate Governance Kodex ist kein betriebswirtschaftliches Allheilmittel. Dies ist ein Ergebnis der jetzt veröffentlichten sogenannten „Boardroom-Studie 2012“, einer der bisher umfassendsten empirischen Studien zur Corporate Governance in 110 deutschen börsennotierten Unternehmen, die Prof. Dr. Till Talaulicar von der Universität Erfurt im Auftrag der Personalberatung „Heads!“ untersucht hat. Die Studie zeigt: Viele weit geteilte Mutmaßungen zur Corporate Governance in deutschen Unternehmen lassen sich empirisch nicht bestätigen. Zwar erfährt der Deutsche Corporate Governance Kodex in den Unternehmen insgesamt eine sehr positive Resonanz. Im Rahmen der Untersuchung konnte jedoch kein positiver Zusammenhang zwischen der Zahl der befolgten Kodex-Empfehlungen und dem Unternehmenserfolg festgestellt werden. Es sei folglich unangebracht, vom erklärten Grad der Übereinstimmung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex auf die Güte der Corporate Governance eines Unternehmens zu schließen.

Weitere Ergebnisse der Studie: Die Besetzung von Aufsichtsratsposten mit Frauen schreitet voran. 40 Prozent der im ersten Halbjahr 2011 neu bestellten Anteilseignervertreter seien Frauen. Dies belege die hohe Akzeptanz für die auch vom Kodex befürwortete Frauenförderung in Aufsichtsräten, erklärt Studienleiter Professor Talaulicar, der an der Universität Erfurt die Professur für Organisation und Management innehat. Im Übrigen sei, wie die Studie weiter zeige, auch die Besetzung des Aufsichtsratsvorsitzes durch ein ehemaliges Vorstandsmitglied nicht zwingend abträglich für die Performance des Unternehmens.

Talaulicar: „Die Diskussion um die Corporate Governance in deutschen Unternehmen war bisher von vielen Mutmaßungen geprägt. Nicht wenige der einschlägigen Standards zur Corporate Governance basieren auf empirisch kaum untersuchten Wirkungsbeziehungen, sondern folgen in erster Linie mehr oder weniger zwingenden Plausibilitätsüberlegungen. Mit der ‚Boardroom-Studie‘ gibt es nun eine solide Basis für die weitere Diskussion“.

Hintergrund

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) ist ein von einer Regierungskommission der Bundesrepublik Deutschland erarbeitetes Regelwerk, das vor allem Vorschläge enthält, was eine gute Unternehmensführung ausmacht. Das Thema angemessene Unternehmensführung hat seit den 1990er-Jahren an Bedeutung gewonnen. Auch die Bundesregierung hat sich deshalb damit befasst und verschiedene Corporate-Governance-Gesetze verabschiedet. Im Mai 2000 hat die Bundesregierung eine Regierungskommission „Corporate Governance – Unternehmensführung − Unternehmenskontrolle − Modernisierung des Aktienrechts“ eingesetzt, die unter anderem empfohlen hat, einen „Code of Best Practice“ für deutsche Unternehmen zu entwickeln. Dafür wurde vom Bundesministerium der Justiz 2001 die „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gebildet. Es handelt sich um eine Selbstregulierungsmaßnahme der Wirtschaft. Die Kommission wird von der Wirtschaft selbst finanziert und ist unabhängig in ihren Entscheidungen.

Mehr Informationen bei Prof. Dr. Till Talaulicar, till.talaulicar(at)uni-erfurt.de

Der Deutsche Corporate Governance Kodex ist kein betriebswirtschaftliches Allheilmittel. Dies ist ein Ergebnis der jetzt veröffentlichten sogenannten „Boardroom-Studie 2012“, einer der bisher umfassendsten empirischen Studien zur Corporate Governance in 110 deutschen börsennotierten Unternehmen, die Prof. Dr. Till Talaulicar von der Universität Erfurt im Auftrag der Personalberatung „Heads!“ untersucht hat. Continue reading

„Kodex für unabhängige Vergütungsberatung“

Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) ist bereits seit über einem Jahr in Kraft. Seither haben zahlreiche Aufsichtsräte die Prüfung der Angemessenheit der Vergütung ihrer Vorstände

Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) ist bereits seit über einem Jahr in Kraft. Seither haben zahlreiche Aufsichtsräte die Prüfung der Angemessenheit der Vergütung ihrer Vorstände Continue reading