Schlagwort-Archiv: Big Data

Big Data und Privatsphäre: Vier Vorschläge, um die Datenapokalypse zu verhindern

Facebook überwacht uns, die Geheimdienste ohnehin. Big Data nur zu kritisieren, hilft aber nicht weiter. Es ist Zeit, mit dem Widerstand zu beginnen. Eine Antwort auf Byung-Chul Han von Yannick Haan in der „Süddeutschen“: Als vor elf Jahren der frischgewählte Papst Benedikt vorgestellt wurde, blickte die Menschenmasse direkt auf den Balkon des Petersdoms. Acht Jahre später, bei der Vorstellung von Papst Franziskus, zeigte sich ein komplett anderes Bild. Die Gesichter der Menschen waren hinter blinkenden Displays verschwunden. Kaum ein anderes Bild stellt so gut dar, wie die digitale Kommunikation unsere Welt verändert hat. Unser Erlebtes müssen wir bei Instagram, Snapchat, Facebook oder Twitter mit der Welt teilen. „Ich poste, also bin ich“ heißt die neue Maxime vieler Menschen. … mehr

 

Big Data zum Nutzen von Gesellschaft und Menschheit

Die beiden Autoren  Andrej Zwitter  und  Roberto Zicari schrieben in „Spektrum.de“: In letzter Zeit mehren sich die Stimmen von Technologie-Visionären wie Elon Musk (Tesla Motors), Bill Gates (Microsoft) und Steve Wozniak (Apple), die vor den Gefahren künstlicher Intelligenz (KI) warnen. Eine Initiative gegen autonome Waffensysteme wurde von 20 000 Personen unterzeichnet, und ein kürzlich am MIT entworfener offener Brief spricht sich für einen neuen, inklusiven Ansatz für die kommende digitale Gesellschaft aus. … mehr

 

Big Data zur Verhaltenssteuerung? Zur Problemlösung ungeeignet

Wer über große Datenmengen verfügt, kann Menschen auf subtile Weise manipulieren. Doch auch Gutmeinende laufen Gefahr, mehr falsch als richtig zu machen, kommentiert Autor Dirk Helbing im „Spektrum“: Befürworter des Nudgings argumentieren, dass der Mensch nicht optimal entscheidet und dass man ihm daher helfen müsse (Paternalismus). Dabei wählt Nudging jedoch nicht den Weg des Informierens und Überzeugens. Vielmehr werden psychologische Unzulänglichkeiten ausgenutzt, um uns zu bestimmten Verhaltensweisen zu bringen. Wir werden also ausgetrickst. Der zu Grunde liegende Wissenschaftsansatz wird „Behaviorismus“ genannt und ist eigentlich längst veraltet. … mehr

Big Science: Ist Big Data der Preis, den wir für Spitzenforschung zahlen müssen?

Big Data – das klingt irgendwie beunruhigend. Einige Forscher meinen jedoch, es gehe nicht mehr ohne. Beunruhigt ist nun auch der Deutsche Ethikrat und hat das Thema auf die Agenda seiner Jahresversammlung gesetzt, berichtet „Die Deutsche Welle“.  Ein Gebiet, auf das der Ethikrat besonderes Augenmerk legt, ist das sogenannte Lifelogging. Die Gadgets mögen zwar cool sein, aber es besteht die Gefahr, dass wir unfreiwillig zu Versuchskaninchen werden. … mehr

 

Buchtipp:Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen

urlDie Snowden-Enthüllungen schreckten weltweit auf. Big Data heißt das neue Geschäftsmodell der Überwachung – haben wir die Kontrolle über unsere Daten längst verloren? Yvonne Hofstetter, Expertin für künstliche Intelligenz, klärt auf: Die unvorstellbaren Datenmassen, die sekündlich abgeschöpft werden und durchs weltweite Netz fluten, sind allein noch kein Risiko. Denn die Gefahr für die freiheitliche Gesellschaft geht von intelligenten Algorithmen aus. Sie analysieren, prognostizieren und berechnen uns neu, um uns zu kontrollieren – autonom, schnell, überall und immer. Sie verbreiten sich als selbstlernende Haustechnik, vernetzte Autos oder elektronische Armbänder. Hofstetter fordert dazu auf, das einzige Supergrundrecht unserer Gesellschaftsordnung, die Menschenwürde, gegen die digitale Revolution zu verteidigen. Sie plädiert für eine neue Gesetzgebung, eine Ethik der Algorithmen und eine gesellschaftliche Debatte darüber, was der Mensch in Zukunft sein will.

(Verlag: C. Bertelsmann Verlag, September 2014, ISBN-10: 3570102165)

Big Data verändert das Personalwesen

Big Data wird das Personalwesen in den kommenden Jahren gravierend verändern. In mehr als jedem dritten Unternehmen (36 Prozent) haben sich die Verantwortlichen bereits mit dem Einsatz entsprechender Lösungen im Personalmanagement beschäftigt. In jedem elften Unternehmen (9 Prozent) werden diese Technologien bereits eingesetzt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Business-Netzwerks LinkedIn und Bitkom Research.

Dabei werden Erkenntnisse aus der Auswertung großer, häufig unstrukturierter Datenmengen, bislang vor allem für die Verbesserung der internen Kommunikation sowie für das Employer Branding eingesetzt. Das Potenzial von Big Data für weitere Kernaufgaben des Personalwesens ist dagegen noch weitgehend ungenutzt. Dies liegt unter anderem daran, dass viele der verfügbaren Daten – vor allem aus unternehmensexternen Quellen – nur selten in die Big Data-Analysen einbezogen werden. Zudem mangelt es an qualifizierten Mitarbeitern für einen umfassenderen Big-Data-Einsatz.

Hohes Potenzial für die Personalplanung

Laut der Studie versprechen sich drei Viertel der Personaler von Big-Data-Analysen bessere Entscheidungsgrundlagen vor allem für Kernaufgaben wie die Personaleinsatzplanung oder das Personalcontrolling (je 75 Prozent hohes oder mittleres Potenzial). Die Mitarbeitergewinnung im Inland (70 Prozent) und Ausland (57 Prozent) werden ebenfalls als wichtige Einsatzbereiche gesehen. Unternehmen, die bereits mit Big Data arbeiten oder den Einsatz konkret planen, verfolgen damit aber andere Ziele: Die Verbesserung der internen Kommunikation (54 Prozent) oder des Employer Brandings (48 Prozent) stehen für sie im Vordergrund.

„Die Digitalisierung der Wirtschaft erfasst alle Branchen und alle Abteilungen der Unternehmen. Gerade im Personalbereich lassen sich Big-Data-Analysen auf vielfältige Weise nutzen“, kommentiert Dr. Axel Pols, Geschäftsführer Bitkom Research. „Viele Daten sind bereits vorhanden und die Verantwortlichen lernen nun, wie sie Erkenntnisse daraus gewinnen können, mit denen die Personalplanung und -führung effektiver wird.“ Alexandra Kolleth, Leitung LMS Deutschland, Österreich und Schweiz bei LinkedIn, ergänzt: „Social Recruiting, insbesondere die aktive Ansprache von Kandidaten über soziale Netzwerke, hat das Thema Big Data im Personalbereich vorangetrieben, was auch den derzeitigen Fokus auf Employer Branding erklärt. Unseren Ansprechpartnern wird aber zunehmend bewusst, dass über Netzwerke wie LinkedIn nicht nur Mitarbeiter gefunden, sondern auch wertvolle Erkenntnisse über Personalbewegungen sowie die Qualifikationen der eigenen Mitarbeiter gewonnen werden können.“

Große Unternehmen gehen voran

Big Data im Personalbereich ist ein junges Thema: Größere Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sind Vorreiter, dort setzen mehr als ein Viertel (30 Prozent in Unternehmen mit 500 bis 1.999 Mitarbeiter, 26 Prozent in Unternehmen ab 2.000 Mitarbeiter) Big Data-Anwendungen ein. Bei den kleineren Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern beträgt der Anteil 15 Prozent.

Deutsche HR-Verantwortliche, die sich laut eigenen Angaben ?sehr gut? oder ?mittelmäßig? mit Big Data auskennen (26 Prozent), haben sich zum Großteil (81 Prozent) selbst eingearbeitet. In Unternehmen ab 500 Mitarbeiter sind die Personalprofis deutlich fitter, was Big Data betrifft ? hier kennen sich mehr als 50 Prozent „sehr gut“ oder „mittelmäßig“ aus. In Großunternehmen ab 2.000 Mitarbeiter sind es sogar 6 von 10 (61 Prozent). Von ihnen musste sich nur etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) komplett selbst einarbeiten.

Eigene Daten, fremde Daten

Big Data beginnt bei internen Daten, beispielsweise zur Entlohnung oder zu Weiterbildungen. Diese werden bereits bei 78 Prozent der Befragten gesammelt und IT-basiert analysiert. Externe Daten wie Arbeitsmarktdaten oder öffentliche Informationen aus sozialen Netzwerken bleiben meistens noch außen vor ? nur 16 Prozent nutzen solche Angaben. „Bei der Analyse externer Daten sind noch große Potenziale ungenutzt“, so Axel Pols von Bitkom Research. „Die großen Unternehmen werden bei der Auswertung der Daten vorangehen, aber wir sind sicher, dass auch kleinere Unternehmen zunehmend Big-Data-Lösungen im Personalwesen einsetzen werden.“

Hürden auf dem Weg

Jedes zweite Unternehmen (52 Prozent) gibt an, dass bislang Big-Data-Lösungen wegen datenschutzrechtlicher Bestimmungen oder Sicherheitsbedenken nicht eingesetzt werden. Auch der noch zu geringe Wissensstand der Fachkräfte über Analysemöglichkeiten (46 Prozent) bremst Unternehmen. Die Kosten sind für rund ein Drittel (32 Prozent) ein Problem. Allerdings sehen 17 Prozent der Unternehmen ab 500 Mitarbeitern eigentlich keine Hürde für den Einsatz von Big Data.

„Big Data verschafft Unternehmen nicht nur im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte einen Vorteil“, erklärt Alexandra Kolleth. „Wir arbeiten daran, unsere Daten auch für den ganzen Arbeitsmarkt besser nutzbar zu machen. Unsere Vision eines globalen ‚Economic Graph‘, der Transparenz in Bezug auf die Nachfrage- und Angebotslage auf Arbeitsmärkten weltweit schafft, ist Teil der Analysen, auf die HR-Entscheider in Zukunft zurückgreifen könnten“

Die Studie zum Download finden Sie hier.

Befragt wurden 408 Personalverantwortliche im Rahmen von CATI-Interviews, davon etwa 2/3 HR-Manager, 1/3 Geschäftsführer in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern. Durchgeführt wurde die Befragung von der Aris Umfrageforschung GmbH im Auftrag von Bitkom Research und LinkedIn im Februar und März 2015.

Umfrage zum Thema Big Data: Deutsche haben weniger Angst vor Datensammelwut als angenommen

Prophet_comViele Deutsche verfügen offenbar über eine pragmatischere und bewusstere Einstellung zum Thema Datenschutz als bisher gemeinhin angenommen. Deutliche 69 Prozent der Bundesbürger haben nichts gegen die Analyse ihres Informations- und Kaufverhaltens, wenn sie vorher um Zustimmung gefragt werden und wissen was mit ihren Daten passiert. Und immerhin fast 60 Prozent der Verbraucher versprechen sich durch die Auswertung dieser Daten nur solche Werbung und Angebote zu erhalten, die tatsächlich ihren Bedürfnissen und ihrem Lebensstil entsprechen. Das ergab eine Umfrage der weltweit tätigen Markenberatung Prophet zum Thema Big Data.

Mehr als 70 Prozent der in der Online-Umfrage befragten 1.000 Bundesbürger sind sich zudem bewusst, dass sie mit dem Gebrauch ihres Smartphones und kostenlosen Anwendungen (Apps) einer weitgehenden Nutzung ihrer Daten zustimmen. Eine anonyme „Datensammelwut“ von Unternehmen und die heimliche Auswertung ihres Konsumverhaltens lehnen die Befragten zwar deutlich ab (60 Prozent). Wenn sie sich aber sicher sind, dass der Prozess transparent ist und die Daten anonym erhoben werden, stimmen sie einer solchen Analyse durchaus zu (70 Prozent). Sie erhoffen sich hieraus, dass Unternehmen ihr Konsumverhalten besser verstehen und das Angebot besser auf ihre Bedürfnisse ausrichten können (67 Prozent).

„Die Ergebnisse der Studie haben uns wirklich überrascht. Kunden gehen heute viel bewusster und differenzierter mit dem Thema Datenschutz um, als wir bisher angenommen haben“, analysiert der Unternehmensberater Felix Stöckle die Ergebnisse der Umfrage. Stöckle ist Partner im Berliner Büro der Strategieberatung Prophet. Den Kunden sei vor allem wichtig, dass sie für die Offenlegung und die Auswertung ihrer Daten einen entsprechenden Mehrwert erhielten – etwa durch gezieltere Kommunikation und Angebote. Oberstes Gebot sei allerdings, dass die Unternehmen offen und transparent mit dem Thema umgingen. „Die Daten dürfen eben nicht gefühlt einfach in einem großen schwarzen Loch verschwinden. Intransparenz erzeugt bei Kunden Angst, und Unternehmen sind gut beraten, dies zu akzeptieren und sich entsprechend zu verhalten“, meint Stöckle.

Befragt wurden die Bundesbürger in der Prophet-Umfrage auch zu den vermeintlichen Auswirkungen der Analyse großer Datenmengen auf die Unternehmen und den eigenen Arbeitsplatz. Danach erhofft sich eine Mehrheit von 55 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, dass Big Data die digitale Transformation ihrer Unternehmen fördert und damit auch ihren Arbeitsplatz sicherer macht. Allerdings sehen die Befragten auch die Gefahr, dass Arbeitsplätze dadurch monotoner und weniger kreativ werden könnten. Vom Unternehmen heimlich beobachten lassen wollen sich die Arbeitnehmer auf keinen Fall. Für sie kommen nur Arbeitgeber in Frage, die den Umgang mit Big Data gegenüber Kunden und Mitarbeitern transparent machen (61 Prozent).

Hier finden Sie die detaillierten Umfrageergebnisse.

 

 

Regulierung und Anarchie im Internet: Der Weg zu einer nachhaltigen digitalen Welt

Kürzlich fragte das Washingtoner Pew Research Center 2.500 Experten, ob in den nächsten 10 Jahren ein akzeptiertes Privatsphäre-Regime und die entsprechende Infrastruktur etabliert sein würden. 55 Prozent der Befragten antworteten mit Nein, 45 Prozent mit Ja. Die Stellungnahmen im dazugehörigen Report „The Future of Privacy“ sind voller Fatalismus und Resignation, meint „TheEuropean“. … mehr

 

So verändert Big Data unser Leben

Heute schon eingekauft? Anhand Ihrer Einkäufe können Datenanalysten sofort erkennen, ob sie in einer Beziehung leben, wie oft und wo sie einkaufen und was sie so verdienen. Wenn Ihr Auto auch noch orange ist, haben Sie einen besonders pannensicheren Wagen. Datenanalysten können all das errechnen. Und sie greifen auf Daten zurück, die wir meist ohne unser Wissen preisgeben, berichtet die „Frankfurter Neue Presse“. … mehr

Über die ethische Dimension von Algorithmen

Algorithmen, die autonom Entscheidungen treffen, verbreiten sich immer mehr und sind mittlerweile in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens anzutreffen. Sie entscheiden oftmals darüber, wer einen Job bekommt, wer vermutlich terroristische Taten plant oder welche Nachrichtenbeiträge uns erreichen, schreibt „Netzpolitik.org“. Grundlage ihrer Schlussfolgerungen sind Daten, die wir (oder Firmen die wir dazu autorisiert haben) tagtäglich über uns im Netz preisgeben. … mehr

Big Data und Politik: Brauchen wir noch Gesetze, wenn Rechner herrschen?

Algorithmen entscheiden, welche Paare sich finden, sie bestimmen Suchergebnisse und wickeln Aktiengeschäfte ab. Ersetzen sie bald auch Gesetze? Wie das Internet der Dinge die Politik verändert, beschreibt Autor Adrian Lobe in der „FAZ“ online. … mehr … http://tinyurl.com/nghk6v5

Digitales Lernen: Big Data in der Bildung

Der Vormarsch von Computern und Internet in Schule und Hochschule schreitet voran – doch das Wissen um Funktionieren und möglichen Missbrauch von Daten hinkt dramatisch hinterher. Schulen brauchen mehr und bessere Internetanschlüsse, wird gefordert. Doch das reicht nicht. Grundlegende Technikkenntnisse sind nötig. „Da wir ohne diese IT-Geräte künftig nicht mehr arbeiten und leben können, müssen die Schüler in der Schule auch zur Mündigkeit in Bezug auf diese Digitaltechnologen ausgebildet werden“, sagt der Informatiker Prof. Christoph Meinel laut einem Bericht von „NWZ Online“. … mehr