Studie: Die meisten sehen das „Internet der Dinge“ positiv

Die Mehrheit der Internetnutzer in Deutschland steht dem Thema „Internet der Dinge“ allgemein positiv gegenüber, denn 58 Prozent begrüßen die Vernetzung und Kommunikation von Gegenständen. Etwa jeder Sechste (18 Prozent) zählt hingegen zu den starken Ablehnern. Dies geht aus einer Umfrage des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov hervor, für die im Vorfeld der Studie „Internet der Dinge“ insgesamt 1.032 Internetnutzer in Deutschland vom 16.01. bis 19.01.2015 repräsentativ befragt wurden.

Das „Internet der Dinge“ zählt zu einem der wichtigsten Zukunftstrends und wächst in rasender Geschwindigkeit. Hierbei sind nicht mehr nur Computer und Smartphones an das weltweite Datennetz angeschlossen, sondern alle möglichen Geräte – von der Kaffeemaschine, über Kleidung, Thermostate und Autos bis zum Garagentor. Ziel ist es, dass Leben des Konsumenten zu erleichtern.

Datenschutz und Privatsphäre wichtige Themen für Verbraucher

In die Studie fließen zusätzlich Ergebnisse einer qualitativen Befragung mit ein. Diese gibt Aufschluss über Ängste und Befürchtungen der Verbraucher in einer immer stärker vernetzten Welt: Viele haben die Sorge, dass der Mensch noch transparenter wird und der Datenschutz hier nicht eingreifen kann. Man fühlt sich kontrolliert und beobachtet. Damit verbunden sind weitere Befürchtungen, wie z. B. dass die Selbstbestimmung zu einem gewissen Grad verloren geht und dass das Internet den Mensch steuert und nicht mehr der Mensch das Internet – dass ein ethisches Miteinander verloren geht.

„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass bei konkreter Produktbeschreibung bei der Bevölkerung ein gewisser Bedarf geweckt wird und viele vernetze Produkte auf dem Markt bereits angenommen werden“, weiß Holger Geißler, Vorstand bei YouGov. „Hersteller können durch eine gezielte Aufklärung Ängste und Hemmnisse bei den Verbrauchern beseitigen“, so Geißler weiter.

Bewerten Verbraucher konkrete Produkte hinsichtlich des persönlichen Nutzens, stehen sie bereits am Markt etablierten deutlich aufgeschlossener gegenüber. So halten beispielsweise 53 Prozent der Befragten die Paketverfolgung über das Internet für sinnvoll. Die Ergebnisse zeigen auch, dass besonders Smarthome-Produkte in der breiten Masse Anklang finden. 47 Prozent schätzen das Warnsystem, das mitteilt, wenn Türen oder Fenster der Wohnung nicht verschlossen sind, als nützlich ein. Internetnutzer sehen ebenfalls bei Heizungen (36 Prozent) oder Lichtquellen (36 Prozent) die per App von unterwegs gesteuert werden können Potenzial.

Daneben werden auch vernetzte Autos als lebenserleichternd eingestuft (34 Prozent). Geht es um bestimmte Marken im Kfz-Bereich, so trauen die Befragten in erster Linie den deutschen Autobauern Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen und Audi zu, spannende Innovationen zu entwickeln und durch Vernetzung von Gegenständen das Autofahren leichter und sicherer zu machen.

Auch bei den Herstellern von elektronischen Haushaltsgeräten trauen Verbraucher deutschen Unternehmen am ehesten zu, vernetzte Innovationen zu entwickeln, die die Hausarbeit erleichtern. Das Bosch und Siemens Haushaltsgeräte Joint-Venture steht hier bei der Hälfte der Verbraucher (51 Prozent) hoch im Kurs. Dichtauf folgt Miele mit 41 Prozent. Knapp ein Drittel der Befragten zählen auch Braun (29 Prozent) und Bauknecht (28 Prozent) zu den innovativen Unternehmen.

Als wenig dienlich erscheinen Konsumenten im Moment noch vernetzte Zahnbürsten (13 Prozent) oder Kaffeemaschinen, die über eine App die Nachbestellung der Kapseln regeln (6 Prozent). Andere Produkte sind derzeit eher für besonders technikaffine Internetnutzer (Early-Adopter) interessant, wie z. B. Chips in Outdoorkleidung, um im Notfall lokalisiert zu werden (24 Prozent), ein Kühlschrank, der darüber informiert, wenn etwas fehlt oder abgelaufen ist (22 Prozent) oder das Fitnessarmband, zur Analyse von Schlaf-, Bewegungs- und Essgewohnheiten (19 Prozent).

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