Spionage in der eigenen Familie: Studie zur Online-Privatsphäre von Teenagern zwischen elf und 16 Jahren

AVG_Privacy_Nov_2014Ein Viertel (24 Prozent) der deutschen Eltern kontrollieren die Smartphones und Tablets ihrer Kinder ohne Erlaubnis. Dies zeigt die aktuelle Studie von AVG, einem Online Security Anbieter. Im Rahmen der internationalen Studie befragte AVG 4.000 Teenager im Alter zwischen elf und 16 Jahren zu den Themen Online-Privatsphäre und -Verhalten. Laut dieser respektieren die Eltern in anderen Ländern die Privatsphäre ihrer Kinder noch weniger: Knapp zwei Fünftel (38 Prozent) der befragten Teenager bestätigten die Fremdeinsicht durch Familienmitglieder. International gaben insgesamt 18 Prozent (Deutschland 15 Prozent) der Jugendlich an, dass ihre Familie dabei sogar private Informationen entdeckte, die sie eigentlich niemanden sehen lassen wollten.

Offene Türen: 70 Prozent der Eltern kennen die Passwörter der mobilen Geräte

Hier scheinen auch Passwörter nicht zu helfen: Obwohl fast vier Fünftel (79 Prozent) der befragten deutschen Jugendlichen ihr Mobilgerät mit einem Passwort schützen, wissen knapp zwei Drittel (59 Prozent), dass ihre Eltern diese zum Teil oder ganz kennen. Weltweit gaben knapp drei Viertel der Teenager an, ein Passwort zu nutzen während 70 Prozent zugaben, dass sie auch ihren Eltern bekannt seien. Auch wenn es um das eigene Zimmer geht, vertraut die Mehrheit der insgesamt befragten Jugendlichen der Familie: Nur zwölf Prozent gaben an, dass sie ein Schloss an der Tür haben. In Deutschland sind es mit neun Prozent sogar noch weniger.

Hausaufgaben wichtiger als Internet-Kontrolle

Dennoch kommt bei Eltern die Kontrolle darüber, was ihre Kinder online tun, an zweiter Stelle. Während in Deutschland knapp zwei Drittel (61 Prozent) der Jugendlichen angeben, dass ihre Eltern die Hausaufgaben kontrollieren, sind es weltweit sogar drei Viertel. Im Gegensatz dazu kümmert sich nur knapp die Hälfte (Deutschland 51 Prozent, weltweit 48 Prozent) darum, wie viel Zeit ihre Kinder online verbringen. Tony Anscombe, Senior Security Evangelist bei AVG Technologies meint dazu: „Ich bin selbst Vater eines Teenagers und als Elternteil der digital native Generation müssen wir die Verantwortung für die sozialen Einflüsse neuer Technologien auf unsere Kinder übernehmen. Hier gilt es, einen Standard für Vertrauen und Abwägen für richtiges Handeln im Internet zu setzen – durch unser eigenes Verhalten und indem wir sie anleiten.“

Eltern verbieten Facebook & Co.

Laut den befragten Jugendlichen bleibt Facebook weiterhin das weitverbreitetste Soziale Netzwerk, gefolgt von Instagram und Twitter. Unbekannte, anonyme Seiten, die in der letzten Zeit durch Sicherheitsbedrohungen von sich reden machten, wurden dagegen weniger genutzt. Dennoch wussten mehr als die Hälfte (Deutschland 52 Prozent, weltweit 54 Prozent) der Teenager von Freunden, dass sie überhaupt nicht in Sozialen Netzwerken unterwegs sind. Hier war in erster Linie ein Verbot der Eltern der Grund. 50 Prozent der Verbote beziehen sich auf Facebook – weltweit sogar 61 Prozent. Aber auch der Schutz der Privatsphäre ist bei Jugendlichen selbst ein Thema: 15 Prozent der deutschen Teenager äußerten Bedenken darüber, dass ihre persönlichen Daten eingesehen werden könnten – und sind damit in der Umfrage Spitzenreiter (Durchschnitt neun Prozent).

Über die Studie

AVG befragte in seiner neuesten Ausgabe der bekannten Digital-Diaries-Studie 3.999 Jugendliche im Alter zwischen elf und 16 Jahren in Australien, Brasilien, Kanada, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Neuseeland, Großbritannien und den USA. Die Online-Befragung fand im September 2014 über den Markforschungsspezialist Research Now statt.

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