Shareconomy: Verschläft die Politik den internetgestützten Wertwandel?

3 AffenShare Economy ist eine Bezeichnung für Unternehmen, deren Geschäftskonzept gekennzeichnet ist durch die gemeinsame zeitlich begrenzte Nutzung von Ressourcen, die nicht dauerhaft benötigt werden. In der jüngeren Vergangenheit gewann das Konzept insbesondere in Hinblick auf das World Wide Web an Bedeutung, weil Inhalte und Wissen zunehmend nicht mehr nur konsumiert, sondern mit Hilfe von Web-2.0-Technologien weiterverbreitet werden“. So definiert die Online-Enzyklopädie Wikipedia die Möglichkeit des internetgestützten Teilens.

Gebrauchsgüter werden dabei nicht mehr nur gekauft und genutzt sondern gemeinsam gekauft oder gemeinsam benutzt oder verliehen (Sharing). Dies betrifft z. B. Formen der Mobilität (Carsharing) oder Musikportale, wo es um die zeitlich begrenzte Nutzung von Musikstücken geht, nicht um das Besitzen. Seit 2005 gibt es Trends beim Teilen von Land (Gardensharing als Form des Landsharing) und auch bei Software (wo es von umfassenden Paketen zu Teillösungen aus der Cloud geht). Offen ist die Diskussion um ein internationales Nutzungsrecht. Bisher gibt es nur nationale Insellösungen, die für die globalisierte Wirtschaft nicht förderlich sein können.

Doch so schön sich die Welt des Teilens, der Share Economy, auf den ersten Blick anhört, hat sie doch ganz erhebliche Folgen für die Politik, für Recht & Gesetz und die Gesellschaft zur Folge: Was passiert beispielsweise mit der Automobilindustrie, wenn keine Autos mehr gekauft werden? Und wie sieht das dann mit den entsprechenden Steuereinnahmen aus, die womöglich dann fehlen? Wie lassen sich etwaige Haftungsfragen beantworten?

Die Share Economy hat nicht nur positive Seiten, sondern kann bei kritischem Blick auch viele Probleme aufwerfen. Wie sollten also Ihrer Meinung nach Politik, Unternehmen und Gesellschaft auf diese Fragen reagieren? Xethix hat diese Frage den großen deutschen Parteien gestellt –eine Antwort kam allerdings nur von den Bündnis90/die Grünen. Haben die anderen Parteien nichts zu diesem Thema zu sagen?

Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner.

Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner.

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, hatte nämlich seine Partei aufgefordert, die Auswirkungen des digitalen Wandels nicht zu unterschätzen. „Wir wollen die Falle vermeiden, die Digitalisierung als weiteres Unterkapitel im umfangreichen grünen Wahlprogramm zu verstehen“, schreibt Kellner in einem Thesenpapier. Gemeinsam mit dem Netzpolitiker Malte Spitz warf er die Frage auf, wie sich die technologischen Veränderungen auf Kommunikation, Arbeit, Zusammenleben und das politische Gemeinwesen auswirken werden. Die beiden Grünen-Politiker sehen dabei ebenso Chancen wie Risiken. „Schwarzmalerei und die Rückkehr ins Analoge sind genauso fehl am Platz wie unkritische Technikgläubigkeit“, heißt es in dem Papier.

Michael Kellner erklärt weiter: „Parteien sind noch zu analog, auch wir Grünen. Ich möchte, dass wir bei diesem Thema vorangehen. Offline und Online verbinden, neue Werkzeuge und Beteiligungsformen anbieten. Wir nutzen bereits Abstimmungs- und Antragstools, Etherpads und Dateiclouds, um mehr Mitglieder an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Damit können wir auch auf die veränderte Art des Mitmachens vieler Menschen reagieren. Um mich politisch für ein Ziel einzusetzen kann ich zu meinem Kreisverband gehen, oder ich kann von meinem Auslandssemester oder von meiner Couch aus, wenn die Kinder im Bett sind, Diskussionen anstoßen oder meine Haltung einbringen.“

 Die Bündnis90/ die Grünen beschäftigen sich  also bereits mit dem Thema „Digitalisierung“  bzw. Shareconomy. Was meinen Sie also, liebe Leser? Wie sollte die Politik hier weiter fortschreiten?

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