Prahlen geht oft nach hinten los: „Humblebragging“ führt in sozialen Netzwerken nicht zum gewünschten Ziel

Ein in Psychological Science veröffentlichter Forschungsbericht untersucht, warum bei so vielen Menschen beim Jonglieren zwischen Eigenwerbung und Bescheidenheit etwas falsch läuft.

Die Studie findet heraus, dass Menschen, die Eigenwerbung betreiben, von anderen in einem günstigen Licht gesehen werden wollen. „Allerdings überschätzen Eigenwerber häufig das Ausmaß, in dem die Rezipienten ihrer Eigenwerbung Stolz und Freude für sie empfinden“, erklärt Irene Scopelliti, Studienleiterin und Marketing-Dozentin an der Cass Business School. „Sie projizieren ihre eigenen positiven Gefühle auf die Anderen. Diese führt dazu, dass sie das Ausmaß der Verärgerung der Empfänger unterschätzen.“

Zudem neigen Selbstpromoter nach Scopelliti dazu, „sich in ihrem Wunsch, einen guten Eindruck auf andere zu machen, oftmals übertrieben zu bewerben. Häufig gehen diese Bemühungen nach hinten los, weil die Zielgruppe die Eigenwerber dadurch als weniger sympathisch und  eher aufschneiderisch versteht.“

Im Zeitalter der sozialen Medien sind diese Ergebnisse von großer Bedeutung. Scopelliti kommentiert: „Die Gelegenheiten zur Eigenwerbung haben sich mit dem Social Networking vermehrt. Die negativen Auswirkungen können verstärkt werden durch die zusätzliche Distanz zwischen Sendern und Empfängern, die sowohl die Empathie der Selbstdarsteller reduziert als auch die geteilte Freude vonseiten des Empfängers verringert.“

 

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