PR-Ethik-Rat: Acht Prinzipien für Ethik in sozialen Medien

Brigitte Mühlbauer, Managing Partner der Agentur asoluto public + interactive relations sowie Mitglied im PR-Ethik-Rat

Mit dem Siegeszug der sozialen Medien ist eine Machtverschiebung in unserer Gesellschaft vor sich gegangen, die an etablierten Strukturen rüttelt und gelernte Kommunikationspraktiken in Frage stellt. Twitter, Facebook und YouTube, aber auch Blogs und Online-Communities haben Einzelpersonen ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Jeder Medienkonsument kann heute auch Medienmacher sein.  Diese Machtverschiebung von professionellen Kommunikatoren in Richtung privater User ist evident – und wird in Fachmedien, in Branchenverbänden und an Universitäten diskutiert. Insbesondere die zahlreichen ethischen Fragen, die daraus resultieren, bleiben aber unbeantwortet. Im deutschsprachigen Raum gibt es keinen Kodex, der sich grundlegend mit der Thematik „Ethik in Social Media“ befasst und Antworten auf die brennenden Fragen gibt. Der österreichische PR-Ethik-Rat hat daher ein Papier mit acht zentralen Prinzipien entwickelt. Ganz bewusst auf übergeordneter Ebene.

Die Prinzipien sind keine Guidelines – und wollen auch gar keine sein. Vielmehr hat der PR-Ethik-Rat im Austausch mit führenden Praktikern eine Richtschnur formuliert. Die Prinzipien stellen fundamentale Überlegungen klar. Die Schlüsse daraus muss jeder für sich selbst ziehen, die Entscheidungen jeder für sich selbst treffen. So können die Prinzipien die Grundlage für ganz spezifische Guidelines eines Unternehmens ein. Sie können Klärung in einem ganz konkreten Dilemma professioneller User bringen. Sie können aber auch Hilfestellung für einen verunsicherten privaten User bieten.

Der österreichische PR-Ethik-Rat will mit diesem Papier einen Diskurs in der Kommunikationswelt auslösen und eine lebendige Weiterentwicklung der Überlegungen initiieren. Denn – so wie die sozialen Medien einer permanenten Evolution unterliegen – darf auch die grundlegende Auseinandersetzung nicht verharren.

Autorin:  Mag. Brigitte Mühlbauer, Managing Partner bei asoluto public + interactive relations, ist auch Vertreterin der Agenturengruppe PR Quality Austria im PR-Ethik-Rat. Nach ihrem Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaften (Universität Wien) arbeitete sie zunächst als freie Journalistin und absolvierte parallel dazu den Universitätslehrgang für Öffentlichkeitsarbeit. 1991 wechselte sie dann auf die Seite der PR, baute ab 1992 die PR-Agentur Menedetter PR zu einer der Top-Ten-Agenturen in Österreich auf und übernahm ab 2000 Anteile und Führungsrolle. 2011 entschied sich Brigitte Mühlbauer zu einer Neupositionierung und gründete die Agentur asoluto public + interactive relations, deren zentrale Idee die konsequente Verflechtung von klassischer PR und Interactive-Bereich ist. Neben der Agenturarbeit und der Lehrtätigkeit an Hochschulen und Ausbildungsinstitutionen leitete sie von 2003 bis 2007 die Agenturengruppe PR Group Austria. Unter ihrem Vorsitz entschied sich die PR Group Austria, die Gruppe kompromisslos auf Qualität auszurichten und die weltweit anerkannte Qualitätszertifizierung „Consultancy Management Standard II (CMS)“ als Voraussetzung für die Mitgliedschaft einzuführen. In weiterer Folge erfolgte auch die Umbenennung in PR Quality Austria.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>