Nachhaltigkeit beeinflusst die Einkaufsstättenwahl

Das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich aktuell großer Beliebtheit in der Öffentlichkeit. Bei aller medialen Resonanz stellt sich jedoch die Frage, wie relevant das Thema tatsächlich im Kontext aller Kriterien zur Wahl einer Einkaufsstätte ist. Ist Nachhaltigkeit nettes Beiwerk oder hat es eine ernst zu nehmende Bedeutung?

Eine repräsentative Online-Befragung des IFH Köln von 1.000 Deutschen gibt darauf eine klare Antwort. Befragt nach den Kriterien, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Einkaufsstätte berücksichtigen, geben 24 Prozent aller Befragten nachhaltige Produktgestaltung und Unternehmensführung als Kriterium an. Zwar werden Preis-Leistungs-Verhältnis (87 Prozent) und Nähe zum Wohnort (76 Prozent) deutlich häufiger genannt, als Randkriterium lässt sich das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf dieses Ergebnis dennoch nicht bezeichnen.

„Nachhaltigkeit ist zwar nicht das Entscheidungskriterium Nummer eins für die Verbraucher. Dennoch wird ein gewisses Engagement im Sinne eines Hygienefaktors erwartet. Wer nur halbherzige Maßnahmen trifft oder sogar explizit gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstößt, muss mit schädigenden Effekten auf das Markenimage rechnen“, so Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln.

Für Frauen sowie Personen in höheren Einkommensklassen spielt die Corporate Social Responsibility eines Händlers eine stärkere Rolle als für den Durchschnitts-Verbraucher. Auch regional zeigen sich Auffälligkeiten: In den alten Bundesländern spielt das Thema übergreifend eine größere Rolle als im Osten des Landes. Besonders Nachhaltigkeits-affin zeigen sich die Baden-Württemberger. 30 Prozent der Süddeutschen schauen auf das Nachhaltigkeits-Engagement des Händlers ihrer Wahl.

Dass das Nachhaltigkeits-Engagement von Händlern sensibel wahrgenommen wird, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen CSR-Trackers des IFH Köln. Im Branchenvergleich zwischen Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, DIY und sonstigem Handel können sich die Lebensmitteleinzelhändler am stärksten voneinander differenzieren: Während Vollsortimenter einen Wert im CSR-Index von 56 Punkten erreichen, erzielen Discounter mit 49 Punkten ein signifikant schwächeres Ergebnis.

Die Wahrnehmung der Verbraucher spiegelt auch das tatsächliche CSR-Engagement der Lebensmittelhändler wieder. Während Vollsortimenter mit Nachhaltigkeits-Siegeln, regionalen Produkten und Arbeitgeberimage-Kampagnen am Markt auftreten, spüren die Discounter noch die Nachwirkungen negativer Presse in puncto Arbeitgeberverhalten. Zudem scheint es schwieriger, das Thema Nachhaltigkeit in Einklang mit dem beim Verbraucher verankerten Markenkern der Preisgünstigkeit zu bringen. Einzig Aldi schafft es, sich vom Feld der übrigen Discounter abzusetzen.

Nachhaltigkeit wird in Zukunft nicht mehr aus der Handelslandschaft wegzudenken sein. Herausforderung für die Zukunft ist, Maßnahmen zu treffen, die zum individuellen Markenkern passen und glaubwürdig mit Leben gefüllt werden. Eine derartige Unternehmensführung wird dann vom Verbraucher auch entsprechend wahrgenommen und goutiert.

Der CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) ist eine regelmäßige halbjährlich Messung der Wahrnehmung von Einzelhändlern aus Sicht von n=3.000 Verbrauchern. Dabei werden die Händler in sechs Dimensionen des CSR beurteilt: Aufrichtigkeit der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft & Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiter-Behandlung sowie soziale & ökologische Werte im Produktangebot. Neben dem Lebensmittelmitteleinzelhandel werden Drogerien, Baumärkte, Textil- und Versandhändler sowie sonstige Händler abgefragt. Die erste Erhebung des CSR-Trackers wurde im Mai 2011 durchgeführt, die nächste ist für Herbst 2011 geplant.

Mehr Infos unter   www.ifhkoeln.de

Das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich aktuell großer Beliebtheit in der Öffentlichkeit. Bei aller medialen Resonanz stellt sich jedoch die Frage, wie relevant das Thema tatsächlich im Kontext aller Kriterien zur Wahl einer Einkaufsstätte ist. Ist Nachhaltigkeit nettes Beiwerk oder hat es eine ernst zu nehmende Bedeutung?

Eine repräsentative Online-Befragung des IFH Köln von 1.000 Deutschen gibt darauf eine klare Antwort. Befragt nach den Kriterien, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Einkaufsstätte berücksichtigen, geben 24 Prozent aller Befragten nachhaltige Produktgestaltung und Unternehmensführung als Kriterium an. Zwar werden Preis-Leistungs-Verhältnis (87 Prozent) und Nähe zum Wohnort (76 Prozent) deutlich häufiger genannt, als Randkriterium lässt sich das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf dieses Ergebnis dennoch nicht bezeichnen.

„Nachhaltigkeit ist zwar nicht das Entscheidungskriterium Nummer eins für die Verbraucher. Dennoch wird ein gewisses Engagement im Sinne eines Hygienefaktors erwartet. Wer nur halbherzige Maßnahmen trifft oder sogar explizit gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstößt, muss mit schädigenden Effekten auf das Markenimage rechnen“, so Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln.

Für Frauen sowie Personen in höheren Einkommensklassen spielt die Corporate Social Responsibility eines Händlers eine stärkere Rolle als für den Durchschnitts-Verbraucher. Auch regional zeigen sich Auffälligkeiten: In den alten Bundesländern spielt das Thema übergreifend eine größere Rolle als im Osten des Landes. Besonders Nachhaltigkeits-affin zeigen sich die Baden-Württemberger. 30 Prozent der Süddeutschen schauen auf das Nachhaltigkeits-Engagement des Händlers ihrer Wahl.

Dass das Nachhaltigkeits-Engagement von Händlern sensibel wahrgenommen wird, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen CSR-Trackers des IFH Köln. Im Branchenvergleich zwischen Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, DIY und sonstigem Handel können sich die Lebensmitteleinzelhändler am stärksten voneinander differenzieren: Während Vollsortimenter einen Wert im CSR-Index von 56 Punkten erreichen, erzielen Discounter mit 49 Punkten ein signifikant schwächeres Ergebnis.

Die Wahrnehmung der Verbraucher spiegelt auch das tatsächliche CSR-Engagement der Lebensmittelhändler wieder. Während Vollsortimenter mit Nachhaltigkeits-Siegeln, regionalen Produkten und Arbeitgeberimage-Kampagnen am Markt auftreten, spüren die Discounter noch die Nachwirkungen negativer Presse in puncto Arbeitgeberverhalten. Zudem scheint es schwieriger, das Thema Nachhaltigkeit in Einklang mit dem beim Verbraucher verankerten Markenkern der Preisgünstigkeit zu bringen. Einzig Aldi schafft es, sich vom Feld der übrigen Discounter abzusetzen.

Nachhaltigkeit wird in Zukunft nicht mehr aus der Handelslandschaft wegzudenken sein. Herausforderung für die Zukunft ist, Maßnahmen zu treffen, die zum individuellen Markenkern passen und glaubwürdig mit Leben gefüllt werden. Eine derartige Unternehmensführung wird dann vom Verbraucher auch entsprechend wahrgenommen und goutiert.

Der CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) ist eine regelmäßige halbjährlich Messung der Wahrnehmung von Einzelhändlern aus Sicht von n=3.000 Verbrauchern. Dabei werden die Händler in sechs Dimensionen des CSR beurteilt: Aufrichtigkeit der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft & Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiter-Behandlung sowie soziale & ökologische Werte im Produktangebot. Neben dem Lebensmittelmitteleinzelhandel werden Drogerien, Baumärkte, Textil- und Versandhändler sowie sonstige Händler abgefragt. Die erste Erhebung des CSR-Trackers wurde im Mai 2011 durchgeführt, die nächste ist für Herbst 2011 geplant.

Info:     www.ifhkoeln.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>