Mehr als die Hälfte aller deutschen Verbraucher lehnen gehackte Unternehmen ab

Deutsche Verbraucher gehen mit gehackten Unternehmen hart ins Gericht: so gaben mehr als die Hälfte aller Befragten (51 Prozent) an, weder Daten mit einem solchen Unternehmen auszutauschen noch die Produkte einzukaufen. Das belegt eine  Studie von F5 Networks, die das Verbraucherverhalten rund um Cybersicherheit untersucht hat.

Allerdings hat die Umfrage auch einige widersprüchliche Ansichten hinsichtlich Cyberkrimineller offengelegt: Danach sehen 14 Prozent aller deutschen Verbraucher Hacker als „gute Jungs“ an, in Großbritannien teilen diese Meinung 10 Prozent aller Befragten, in Frankreich sogar 19 Prozent.

Hauptmotivation der Hacker ist es nach Meinung der Umfrageteilnehmer, finanzielle Gewinne zu erzielen (66 Prozent), politische oder religiöse Ziele vermuten 9 Prozent als Beweggrund, sechs Prozent gehen davon aus, dass das Hacken rein der Unterhaltung dient.

 Unternehmen schützen sich nicht ausreichend

46 Prozent aller befragten Deutschen sind der Meinung, dass Unternehmen nicht genügend tun, um sich und ihre Kunden zu schützen. In Frankreich teilen ebenfalls 46 aller Umfrageteilnehmer diese Ansicht, in Großbritannien sind es sogar 61 Prozent. Bei der Frage, wie sich Unternehmen besser schützen können, waren die Top-3-Antworten in allen drei Ländern gleich: Höhere Investitionen in die Sicherheit, Verbraucher über die Gefahren informieren und eine bessere Zusammenarbeit der Unternehmen, um „Pool-Wissen“ aufzubauen.

 Passwörter werden viel zu selten geändert

Darüber hinaus gaben 9 Prozent aller Deutschen an, dass sie ihr Passwort nicht gewechselt haben, welches bei einem gehackten Unternehmen verwendet wurde, so dass sie sich damit den Gefahren von Cyberkriminellen aussetzen.

Interessanterweise gehen mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller Befragten davon aus, dass sie kein Konto bei einem bereits gehackten Unternehmen besitzen. Da eine aktuelle weltweite Business Outlook-Studie jedoch belegt, dass bereits 92 Prozent aller großen Firmen in Europa gehackt wurden, ist davon auszugehen, dass viele Verbraucher sich der Sicherheitslücken einfach nicht bewusst sind.

„Immer mehr Verbraucher sind der Meinung, dass es in der Verantwortung der Unternehmen liegt, gegen Hacker vorzugehen und Kunden zu schützen“, glaubt Gad Elkin, Security Director EMEA bei F5 Networks. „Für Unternehmen sollte es besorgniserregend sein, dass Kunden in Europa nicht lange zögern und zu einem bislang noch nicht gehackten Wettbewerber wechseln, wenn es um die Frage der Internetsicherheit geht. Daher müssen Firmen sich besser schützen und Kunden über die Cyberrisiken aufklären. Handeln Unternehmen richtig, können sie sich der Loyalität ihrer Kunden sicher sein. Tun sie das Falsche, werden sie dies wahrscheinlich noch lange spüren.“

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