Landesanstalt für Medien NRW: Wie nahe ist das Ende der Privatsphäre?

Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM)

Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM)

Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), hat angesichts der rasanten digitalen Entwicklung vor dem Verlust der Privatsphäre gewarnt. Wegen des Datenhungers der sozialen Netzwerke (wie Facebook) oder der Anbieter (wie Google, Apple) müssten Nutzer auf nahezu alle Rechte verzichten, die den privaten Raum betreffen. Privatheit im Netz gebe es praktisch nicht mehr, schrieb Brautmeier in einem Text für die Website der Landesanstalt für Medien.

Heute ist es die Suchmaschine von Google, die alles weiß. Aber Google behält sein Wissen nicht für sich. Google – für viele Experten die `Datenkrake‚ schlechthin -, Youtube, Facebook und WhatsApp, Twitter und neuerdings auch YouNow, haben die Abschaffung der Privatheit als Ziel – weil sie erst damit ihr Geschäftsmodell möglich machen. Nutzer müssten lernen, sich kenntnisreich mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Dabei sei kritische und ethische Auseinandersetzung wichtig. In Verboten oder Verweigerung sieht Brautmeier keine Alternative. Soziale Netzwerke, Suchmaschinen etc. sind heute nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Deshalb müssen wir verstehen, was technisch im Digitalen passiert und was die Nutzer all dieser Plattformen im Netz bewegt.

Die Daten der Nutzer seien das Material, mit dem Geld verdient werde, sagte er weiter. Um möglichst zielgenau auf den einzelnen Nutzer zugeschnittene Werbung schalten bzw. verkaufen zu können, müssten die Geräte- und Programmanbieter ihre Nutzer kennen. Nur so sei personalisierte Werbung möglich.

An dem Beispiel der Ortungsdienste von Apple zeigte er auf, wie das Unternehmen jetzt schon Daten aus dem Leben der Nutzer abgreift.

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