Kommentar von SecCon: „Videoüberwachung allein verhindert keine Straftaten“

Weidenauer_MarkusMarkus Weidenauer, geschäftsführender Gesellschafter der SecCon Group in München, zur Ausweitung der Videoüberwachung in Deutschland:

Zur Stärkung der inneren Sicherheit hat das Bundeskabinett beschlossen, die Videoüberwachung in Deutschland auszuweiten. Das verabschiedete Gesetzespaket von Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht vor, besonders an öffentlichen Orten eine verstärkte Videoüberwachung zu erlauben. Doch welchen Nutzen hat ein derartiges Vorgehen und welche weiteren Weichen müssen gestellt werden, damit ein derartiges Vorgehen nicht ausschließlich einen repressiven Charakter vorweist?

„Bei der Erstellung von Sicherheitskonzepten und in der öffentlichen Wahrnehmung spielt Videoüberwachung eine immer größere Rolle. Wichtig ist es jedoch, die dahinterstehenden Prozesse klar zu definieren. Denn einfach nur eine Kamera aufzuhängen, die die Umgebung aufzeichnet, hat zunächst keinen, beziehungsweise nur einen repressiven Wert. Sie dient dann lediglich dazu, im Nachgang dazu beizutragen, eventuelle Straftaten aufzuklären.

Bei der Videoüberwachung, wie es sich die Bevölkerung anhand des Beispiels der polizeilichen Videoüberwachung vorstellt, muss hingegen auch laufend jemand vor der Kamera sitzen und die Bilder auswerten. Das muss aus personeller Sicht erst einmal gestemmt werden, ganz zu schweigen von der Qualifikation, die jemand mitbringen muss, um Situationen richtig beurteilen und bewerten zu können und um anschließend die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Für die Maßnahmenumsetzung muss wiederum eine angemessene Anzahl an gut ausgebildeten Interventionskräften zur Verfügung stehen. Darin liegt in meinen Augen die eigentliche Herausforderung.“

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>