Kommentar: Facebook plant ein „Facebook at Work“

‚Facebook at Work‘ wird wahrscheinlich einige Vorteile für Unternehmen bringen – aber nicht die, die sich die Unternehmen davon versprechen. Es ist unwahrscheinlich, dass Mitarbeiter durch das Angebot produktiver werden, doch wird es ihnen zu einer besseren Vernetzung und zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Soziale Netzwerke können von den eigentlichen Arbeitsaufgaben ablenken oder diese sogar ersetzen. Einige Angestellte verbringen wesentliche Teile ihres Tages auf Seiten wie Facebook – manchmal, weil sie nicht genug Arbeit haben, manchmal, weil es zu ihren Aufgaben gehört.

Social Media-Seiten wie Facebook helfen uns, so genannte ‚weak ties‘ zu Menschen aufzubauen, mit denen wir selten kommunizieren und die wir nicht näher kennen. Diese flüchtigen Verbindungen sind oft eine Quelle für wichtige Hintergrundinformationen. So erhalten wir durch das Surfen auf Facebook ein Gefühl für die Stimmung in der Umgebung, die uns das breitere organisatorische oder soziale Klima verstehen hilft. Dies ist wichtig für virtuelle Teams und Mitarbeiter, die außerhalb des Firmensitzes arbeiten.

Die Facebook-Nutzung bei der Arbeit kann auch zu einigen Problemen führen. Sie birgt die Gefahr in sich, dass Mitarbeiter versehentlich sensible Informationen ‚ausplaudern‘. Zudem kann die Nutzung auch die Hierarchie bedrohen oder mit impliziten oder expliziten Befehlsketten kollidieren. Und nicht zuletzt besteht die Gefahr, dass Angestellte mehr Zeit mit der Aufpolierung ihres Facebook-Profils verbringen, als sie tatsächlich arbeiten. Schließlich ist die Kommunikation, die leicht von Angesicht zu Angesicht vollzogen werden könnte, auf Online verschoben, womit eine weitere potenzielle Quelle von ‚Information Overload‘ entstehen könnte.“

Autor: Andre Spicer ist Professor of Organisational Behaviour in der Cass Business School. Die der City University London angeschlossene Cass Business School bietet innovativ, zukunftsorientierte Ausbildungs-, Schulungs-, Beratungs- und Forschungsangebote.

Ein Gedanke zu „Kommentar: Facebook plant ein „Facebook at Work“

  1. Bitdefender

    Das künftige Unternehmensangebot „Facebook at Work“ könnte zu größeren Problemen bei Sicherheit und Datenschutz führen als die herkömmliche Facebook-Version. So lautet die Einschätzung der Sicherheitsexperten von Bitdefender. Sie warnen vor den zu erwartenden Betrugsversuchen, die das neue Angebot überfluten könnten, falls nicht ausreichende Sicherheitsmaßnahmen existieren. „Facebook at Work“ wird sehr ähnlich aussehen wie das bestehende Facebook. Die neue soziale Plattform erlaubt aber Mitarbeitern das Chatten, die Vernetzung mit beruflichen Kontakten, die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten und den Dateiaustausch. Da viele Mitarbeiter „Facebook at Work“ nutzen werden, lockt es auch Betrüger und Cyberkriminelle an. Social Engineering, IRC Malware und virale Videos könnten Unternehmen gefährden und zu enormen finanziellen Verlusten sowie Rufschädigung führen.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>