Kaufrausch ja, aber ohne persönlichen Daten: Shopping-Apps im Test

Vom Sofa oder aus der Bahn heraus Kleidung bestellen, Lebensmittel-Abos verwalten oder das Zuhause neu einrichten: Shopping-Apps machen es möglich. Doch je größer die Freiheiten sind, die wir genießen, umso größer sind auch die Möglichkeiten der Anbieter, persönlichen Daten anderweitig zu verwenden.

Die PSW Group hat sich die bekanntesten und beliebtesten Shopping-Applikationen Zalando, eBay und Amazon genauer angesehen. Alle drei Apps sind kostenlos und sowohl für iOS als auch Android verfügbar. Die Übertragung des Einkaufs findet jeweils SSL-verschlüsselt statt, der Rückversand sowie die Aufklärung über sämtliche Konditionen und Zahlungsmethoden sind eindeutig geregelt. „Unser Fokus liegt jedoch auf der Sicherheit. Zalando ist deshalb unser klarer Testsieger, denn die Nutzer der App haben die Möglichkeit, sehr selbstbestimmend mit ihren Daten umzugehen“, informiert Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.

Wer Online einkauft, muss persönliche Daten inklusive sensibler Zahlungsdaten preisgeben. Nicht nur der Versandhändler, auch Partnerunternehmen wie Logistik- und Zahlungsdienstleiter müssen zur Geschäftsabwicklung die persönlichen Daten erhalten. Zalando ist jedoch seinen beiden Mitbewerbern im Test deutlich voraus: Die App erlaubt es ihren Nutzern, weitgehend selbst zu bestimmen, was mit ihren persönlichen Daten geschieht.

Denn bei Zalando ist es möglich, so zu shoppen, dass persönliche Daten nur jenen Dritten mitgeteilt werden, die dem Zweck der Bestellungsabwicklung dienen, beispielsweise Logistik- und Zahlungsdienstleistern. Der sonstigen Nutzung kann, anders als bei eBay und Amazon, widersprochen werden. „Darüber hinaus benötigt die Zalando-App die wenigsten Zugriffsberechtigungen. Sie greift also beispielsweise nicht auf die Geräte-ID oder Gerätekonten zu, wie es Mitbewerber Amazon macht“, zeigt sich Christian Heutger zufrieden. Die TÜV-geprüfte Sicherheit stärkt die Glaubwürdigkeit des Händlers zusätzlich. Kleines Manko: Die Zalando-App ist ausschließlich für Telefone optimiert. Tablet-User, ausgenommen iPad-Besitzer, können sie nicht verwenden.

eBay und Amazon bieten eine wesentlich größere Auswahl an Produkten, die Funktionalität und das Handling beider Apps sind sehr positiv aufgefallen: Alle Funktionen, die man auch von den Webseiten beider Händler kennt, sind auch in den Apps integriert. Jedoch sind eBay und Amazon als Datenkraken bekannt und gefürchtet. „Zu Recht, wenn man sich die Datenschutzvereinbarungen beider Unternehmen ansieht: Mit Muttergesellschaften, die ihren Sitz in den USA haben, werden sämtliche Verbraucher-Daten auch außerhalb der EU transferiert. Ein Widerspruch ist jeweils nicht möglich“, bemängelt Heutger.

Der IT-Sicherheitsexperte rät daher, die Datenschutzeinstellungen bestmöglich anzupassen. „Man muss vor allem bei Amazon damit rechnen, dass das Kaufverhalten umfassend dokumentiert und protokolliert wird. Äußerst befremdlich ist beispielsweise, dass eBay und Amazon berechtigt sind, Informationen über die Kreditwürdigkeit ihrer Nutzer einzuholen, einschließlich Anfragen in Bezug auf den Ehepartner“, kritisiert er. Immerhin versuchen eBay und Amazon Transparenz zu wahren, indem AGB und Datenschutzvereinbarungen aus der App heraus sehr gut auffindbar und auch deutlich zu verstehen sind.

Der vollständige Testbericht kann online eingesehen werden.

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