Interview: „Chancengleichheit gehört neben Vertrauen, Kundenerfolg und Innovation zu unseren Kernwerten“

Joachim Schreiner ist Deutschlandchef von Salesforce.

Joachim Schreiner ist Deutschlandchef von Salesforce.

Salesforce hat seit seiner Gründung vor über 20 Jahren den Grundsatz der Chancengleichheit fest in seinen Unternehmenswerten verankert. Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt bekennt sich Salesforce als Arbeitgeber zu einer vielfältigen Unternehmenskultur und Einstellungspolitik. In Deutschland haben bereits über 3.300 Unternehmen die Charta unterzeichnet, Schirmherrin der Charta ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

xethix sprach hierüber mit Joachim Schreiner, Deutschlandchef von Salesforce, einem Anbieter von Customer Relationship Software.

 Warum ist Salesforce ein gesellschaftliches Engagement als Softwareunternehmen wichtig?

Joachim Schreiner: Salesforce gilt als eines der innovativsten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Wir sehen Unternehmen jedoch nicht nur unter dem Aspekt des wirtschaftlichen Erfolgs und Profits. Erfolgreiche Unternehmen haben eine große Chance und auch eine Verantwortung, die Gesellschaft und vielleicht sogar die Welt zu verändern und voranzubringen. Wir verstehen uns als aktiver Teil der Gemeinschaft, in der wir leben, und möchten, dass sie von unserem Erfolg profitiert. Deswegen kommt dem sozialen Engagement bei Salesforce eine große Bedeutung zu.

Wie wird Salesforce die Forderungen der Charta der Vielfalt im Unternehmen umsetzen?

 

Von links: Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin Charta der Vielfalt e.V., Joachim Schreiner, Deutschlandchef von Salesforce und Annette Widmann-Mauz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration im Kanzleramt bei der Unterzeichnung in Berlin.

Von links: Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin Charta der Vielfalt e.V., Joachim Schreiner, Deutschlandchef von Salesforce und Annette Widmann-Mauz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration im Kanzleramt bei der Unterzeichnung in Berlin.

Joachim Schreiner: Chancengleichheit gehört neben Vertrauen, Kundenerfolg und Innovation zu unseren Kernwerten, die bei uns täglich gelebt werden. In Punkto Chancengleichheit setzen wir uns ein für Respekt, Wertschätzung, gleiche Bildungschancen und gleiche Rechte für alle. Und das nicht nur, weil wir das als richtig und wichtig empfinden. Auch im eigenen Interesse, denn unser Unternehmen profitiert maßgeblich von der Vielfalt unserer Mitarbeiter. Vielfalt stärkt unsere Innovationskraft und trägt so zum Erfolg unserer Kunden bei. Ein entscheidender Faktor dabei ist Transparenz. Unsere Statistiken zu Equality werden regelmäßig aktualisiert und sind öffentlich einsehbar.

Die Charta der Vielfalt betrifft ja vor allem deutsche Unternehmen. Kann Salesforce als US-Unternehmen diese Forderungen auch global umsetzen?

Joachim sChreiner: Unsere Kernwerte und unser damit verknüpftes Engagement werden global gelebt. Von hoher Bedeutung ist für uns in dem Zusammenhang beispielsweise das Thema gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, und zwar nicht nur bezogen auf Geschlecht, sondern auch auf die Herkunft und ethnische Zugehörigkeit. Bereits 2015 haben wir die weltweiten Gehälter evaluiert und seitdem mehr als 10 Millionen US-Dollar investiert, um Gehälter anzugleichen. Inzwischen haben wir einen Standardprozess für die Gehaltsfestsetzung etabliert, damit neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom ersten Tag an gleichberechtigt behandelt werden.

Equality ist einer unserer vier Kernwerte, die unsere Firmenkultur maßgeblich prägen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich weltweit in sogenannten Equality Groups. Diese von Mitarbeitern geführten und organisierten Gruppen konzentrieren sich darauf, gesellschaftliche Themen voranzubringen und auch unterrepräsentierte Gruppen innerhalb unseres Unternehmens zu stärken. Rund die Hälfte unserer Mitarbeiter nehmen aktiv an Equality Groups teil.

 Die Charta der Vielfalt ist ja nicht das einzige Bekenntnis von Salesforce zu gesellschaftlichem Engagement. Was bieten Sie hier noch?

Joachim Schreiner: Integraler Bestandteil unserer Firmenkultur ist das 1-1-1 Modell, das bereits mit der Unternehmensgründung ins Leben gerufen wurde und ein neuartiges Konzept für soziales Engagement darstellt. Dabei nutzen unsere Mitarbeiter jeweils ein Prozent ihrer Arbeitszeit für soziales Engagement, ein Prozent unserer Produkte werden kostenfrei gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung gestellt und ein Prozent unseres Eigenkapitals wird jedes Jahr an soziale Projekte gespendet.

 Glauben Sie, dass das Thema Ethik & IT künftig wichtiger wird und wenn ja, weswegen?

Joachim Schreiner:  Unbedingt, vor allem mit Blick auf Künstliche Intelligenz, die sich rasant entwickelt. Aus den Potenzialen dieser Technologie erwächst eine enorme Verantwortung für uns. Deshalb hat Salesforce die ethische und humane Nutzung von Technologie als strategisches Unternehmensziel definiert und seit Anfang 2019 mit Paula Goldman die erste Chief Ethical and Humane Use Officer an Bord. Grundpfeiler unserer Strategie ist unsere Selbstverpflichtung in drei Bereichen:

  • Gemeinwohlorientierung: KI muss sich an den globalen Werten und Rechten, wie den universellen Menschenrechten und dem Respekt vor Diversität, orientieren sowie Gleichberechtigung und Gerechtigkeit fördern.
  • Verantwortlichkeit: Die Entwicklung und der Einsatz von KI müssen rechts- und gesetzeskonform gestaltet werden sowie den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.
  • Nachvollziehbarkeit: KI-basierte Systeme müssen transparent und nachvollziehbar sein. Sie brauchen integrierte Mechanismen, um sie überwachen und anpassen sowie schädliche Ergebnisse von vornherein vermeiden zu können.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>