Internet: Sicherheitsbewusstsein soll mit Onlinekurs für jedermann gefördert werden

Angesichts wachsender Bedrohung der Sicherheit im Internet hat das Hasso-Plattner-Institut (HPI) einen kostenlosen offenen Onlinekurs zu diesem Thema angekündigt: Ab Herbst soll sich jedermann auf der interaktiven Bildungsplattform www.open.HPI.de in die Grundbegriffe der Internetsicherheit einführen lassen können. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Der Massive Open Online Course (MOOC) wird von Internetprofessor Christoph Meinel geleitet, der auch HPI-Direktor ist. Für den sechswöchigen Kurs, der am 27. Oktober starten wird, gibt es keine formalen Vorbedingungen oder Zulassungsbeschränkungen. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zeugnis.

„Die jüngsten Berichte über Datendiebstähle in bislang unbekannten Größenordnungen haben vielen Menschen besonders deutlich vor Augen geführt, dass Sicherheit im Internet ein wichtiges Thema ist“, erläutert Meinel. Internetnutzer seien sich jedoch eher der vielfältigen Möglichkeiten des Netzes bewusst, als seiner potenziellen Gefahren. Daher will der Potsdamer Informatikwissenschaftler den Kursteilnehmern deutlich machen, warum das Internet von seinem Grunddesign her unsicher ist und welche Sicherheitsziele anzustreben sind. Ferner will Meinel aufzeigen, was die häufigsten Schwachstellen sind, wie Angreifer diese ausnutzen und wie Internetnutzer sich wirksam schützen können.

Internetsicherheit ist seit vielen Jahren einer der Forschungsschwerpunkte am Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme des HPI. Meinel leitet dieses Fachgebiet in Personalunion. Durch die Veröffentlichung von Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung sowie durch die Bereitstellung von Diensten versucht das HPI, die Bevölkerung für den Umgang mit Daten im Internet zu sensibilisieren.

So durchsucht seit Mai 2014 der neue kostenlose HPI-Service „Identity Leak Checker“  das Netz nach frei zugänglichen Identitätsdaten wie Namen, Passwörter, Kontoangaben oder anderen persönlichen Informationen – wenn die Internetnutzer auf dieser Plattform ihre E-Mail-Adressen eingegeben haben. Auf die jüngst entdeckten 1,2 Milliarden Daten hat das Hasso-Plattner-Institut allerdings keinen Zugriff. Es registrierte am Freitag den einmillionsten Online-Check. Bislang musste das HPI schon die Nutzer von rund 120.000 E-Mail-Adressen darüber informieren, dass sie offensichtlich Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden sind.

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