Industrie 4.0: Wie wird Deutschland fit für die digitale Revolution?

Peter Altmaier, Lecke Steiner und Cherno Jobatey - UdL Digital im Base CampWenn im Internet nicht mehr nur Menschen, sondern auch Maschinen miteinander kommunizieren, wenn alle Geräte Schnittstellen haben und der Fahrstuhl selbstständig signalisiert, wann er wieder gewartet werden muss, sprechen wir von Industrie 4.0. Doch was braucht Deutschland, um bei dieser digitalen Revolution vorne mit dabei zu sein? Welche Rahmenbedingungen müssen Politik und Wirtschaft schaffen, damit der digitale Wandel gelingt? Diese Fragen diskutierten Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) und Lencke Steiner, Bundesvorsitzende des Wirtschaftsverbandes Die Jungen Unternehmer (BJU) beim UdL Digital Talk im BASE_camp. Die Themen Bildung, Fachkräftemangel und Datensicherheit standen dabei im Fokus des von Cherno Jobatey moderierten Gesprächs.

 Altmaier plädiert für eine gute Willkommenskultur

Während Lencke Steiner den Kindern das Programmieren gern schon ab der zweiten Klasse in den Lehrplan schreiben würde, warnte Peter Altmaier davor, den Nachwuchs zu überfrachten. Um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, halten beide sowohl die Weiterbildung der älteren Generationen als auch die Gewinnung von internationalen Experten für wichtig. Die Jungunternehmerin ist der Ansicht, dass ausländische Bildungsabschlüsse in Deutschland schneller anerkannt werden müssten. Der Kanzleramtschefs plädierte für eine gute Willkommenskultur hierzulande, da Deutschland in einem internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe stehe.

 Uneinigkeit beim Thema IT-Sicherheit

Uneinigkeit bestand beim Thema IT-Sicherheit. Der CDU-Politiker forderte, dass Unternehmen die Öffentlichkeit informieren müssten, wenn sie Opfer eine Hackerangriffs geworden seien. Die Bundesvorsitzende der Jungunternehmer hingegen warnte davor, Firmen an den Pranger zu stellen, da häufig ihre Existenz auf dem Spiel stünde. In punkto Datenschutz konstatierte Altmaier, dass europäisches Datenschutzrecht nicht ohne weiteres für IT-Firmen aus den USA gelte und plädierte für eine innovationsoffene Regulierung, wie sie die Datenschutz-Grundverordnung europaweit ermöglichen solle. Die Bremer Unternehmerin aber warnte vor der weltweiten Datensammelwut. Die Würde des Menschen dürfe nicht verlorengehen, sonst habe man Industrie 4.0 falsch verstanden, so Lencke Steiner.

Dass Industrie 4.0 für Deutschland weitestgehend Chancen birgt, die es zu nutzen gilt, davon waren beide Diskutanten im BASE_camp überzeugt. Die Diskussion mit dem Publikum ergab: Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur und die Abschaffung der Störerhaftung für Betreiber offener WLAN-Netze könnten mit dazu beitragen, dass Deutschland fit für die digitale Revolution wird.

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