Hier kommt Machiavell! Anregungen, sich im Business einmal so richtig machtvoll aufzuführen

IMachiavellmmer einen Konsens finden zu wollen, zu allen zuvorkommend, nett und reizend zu sein, Konflikte friedvoll beilegen zu wollen und vor allem ständig darauf zu achten, dass sich alle anderen im beruflichen Umfeld wohlfühlen? Kennen Sie das? Denken Sie so? oder noch schlimmer, agieren Sie so? Sind sie am Ende ein Machtverweigerer?

Mit einem derartigen Verhaltensmuster werden Sie von Kollegen vermutlich wertgeschätzt und liebgehabt. Das streichelt die Seele. Und das weiche Herz freut sich. Aber, kommen Sie mit einer solchen Grundhaltung in Ihrem Unternehmen, Ihrem Leben wirklich weiter? Erklimmen Sie damit die Karrieregipfel, die Sie sich vorgestellt haben? Eher nicht.

Einige machtlustigere Kollegen werden Sie mit breiten Ellenbogen beiseite schupsen, sie auf der Karriereleiter gnadenlos überholen oder sie sogar brutal von selbiger stoßen. Wollen Sie das wirklich? Nein? Wie wäre es dann mit einem abrupten Rollenwechsel? Streifen Sie die Haut des ängstlichen Machtverweigerers ab und schlüpfen Sie resolut in das schillernde Kostüm eines machtvollen Machiavelli. Vielleicht ist in dieser Rolle ja alles anders und das (berufliche) Leben präsentiert sich spannender, rascher, einfacher und erfolgreicher? Vielleicht.

Ergreifen Sie die Macht!

Stellen Sie sich als Beispiel das kleinste soziale System vor. Es besteht, wie wir wissen, aus zwei Personen. Jetzt gehen wir einmal davon aus, dass diese beiden Personen total gegensätzliche Interessen in ihrer Beziehung durchsetzen wollen.

Schafft es jetzt einer, seine Chance zu erhöhen, um seinen Standpunkt durchzusetzen, sinkt diese Chance automatisch beim anderen! Deswegen ist es so wichtig, dass Sie in sich diesen Wunsch nach der absoluten, köstlichen Macht verspüren. Diesen Drang, dass alle Entscheidungen zu IHREN Gunsten fallen. Wenn Sie das so empfinden, dann müssen Sie sich diese Macht einfach nehmen. Und sie dabei unter Umständen jemandem anderen auch einmal kaltblütig wegnehmen.

Weil, wenn Sie das nicht tun, dann tut es Ihr Gegenüber auf jeden Fall. Und dann ist es zu spät. Denn die Macht ist von Ihnen schon auf Ihren Verhandlungspartner übergegangen. Bei der Machtergreifung heißt es also, schlau und sehr schnell zu sein! Denken Sie an Machiavelli und haben Sie vor allem keine weiteren Skrupel! Machtgebaren gab es in der Geschichte dieses Planeten schon immer, in diversen Formen und Auswirkungen. In der Politik wie in der Wirtschaft. Ob Sie nun Politiker sind, oder Führungskraft oder Mitarbeiter. Zögern Sie nicht mehr. Denken Sie nicht mehr. Preschen Sie einfach machthungrig vorwärts. Nehmen Sie sich in Ihrem Umfeld endlich die Macht, die Ihnen schon lange zusteht!

Die folgenden Anregungen zur aktiven, beinhart gelebten Machtergreifung werden Ihr Leben auf jeden Fall auf den Kopf stellen. Probieren Sie es aus, und schauen Sie doch einmal, was dann passiert …

 Das Du-Wort – Insignie der Macht

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie intensiv machtvoll so ein „Du“ oder „Sie“ sein kann, je nachdem, wem Sie es wann in welcher Form anbieten oder eben nicht anbieten. Oder noch schlimmer, nicht annehmen. In vielen Firmen wird generell das „Du“ als übliche Umgangsform verwendet.

Wenn Sie so richtig machtlustig auftreten wollen, dann verweigern Sie Ihren Kollegen generell das soziale und kollegiale „Du“ und beharren Sie darauf, weiterhin starr gesiezt zu werden. Und zu siezen. Sie werden Ihre machtvolle Überlegenheit dann sehr bald von einer äußerst erhabenen Position, völlig allein und isoliert von ihren Kollegen, genießen können. So erhaben, dass es schon wieder recht einsam ist.

Aber, das macht ja nichts. Alles hat seinen Preis. Und um mächtig zu sein, ist Ihnen ja kein Preis zu hoch. Die Zeit, die Sie sparen, weil mit Ihnen am Kaffeeautomaten niemand mehr spricht, stecken Sie in Ihre ehrgeizigen Karrierepläne und arbeiten durch. Oder, wenn Sie bereits die oberste Führungskraft sind, können Sie auch das machtvolle Du-Spiel zelebrieren. Das geht so, man bietet nur einigen, ganz, ganz wenigen sehr vertrauten Mitarbeitern das Du-Wort an.

Sozusagen das Du-Wort als eine Insignie der Macht, die Sie nur jenen gewähren, die es wirklich, wirklich verdienen. Das sind geschätzt zwei weitere hohe Führungskräfte im Unternehmen. Alle anderen sind Ihres „Du-Wortes“ nicht würdig. Alle anderen erhalten in Abstufungen kalte bis eisige Sie-Ansprachen.

Es gibt einfach keinen besseren Weg, sich den Respekt und die Loyalität Ihrer Mitarbeiter zu sichern, indem Sie entweder gar nicht oder mit dem eisigst möglichen „Sie“ gegrüßt werden. Kombiniert natürlich mit einem arrogantem Blick von oben herab. Und auch das nur dann, wenn sich ein Gruß gar nicht vermeiden lässt, weil sie alle gemeinsam zufällig in einem Aufzug fahren … Nach dieser Aufzugfahrt sollen ja wirklich alle im Unternehmen verstanden haben, wer hier der wahrhaftig Mächtige ist!

Inszenieren Sie sich machtvoll, wo Sie nur können

Wer mächtig sein will, muss mächtig wirken. Machtvolle Menschen brauchen deswegen ihre machtvollen Inszenierungen wie die Luft zum Atmen. Hier ein paar Tipps: Wenn Sie in einem Unternehmen neu beginnen, reklamieren Sie lautstark, und so, dass es wirklich jeder hört, einen Parkplatz mit Ihrem Namen.

Und sorgen Sie dafür, dass es ebenfalls jeder mitbekommt, wenn Sie denjenigen, der es wagt, sich dort versehentlich einmal hinzustellen, zur Schnecke machen. So machtvoll werden Sie sich selten fühlen, wie in diesem bezaubernden Moment. Zur Inszenierung der Macht gehört es natürlich auch, mit einem kraftvollen Automobil, eventuell mit Stern, machtvoll vorzufahren und dabei auf andere fahrtechnisch keinerlei Rücksicht zu nehmen.

Erwähnen Sie für eine so richtig machtvolle Inszenierung ständig Ihre Automarke und welch großartige Sonderausstattung Sie sich doch gegönnt haben. Wedeln Sie aussagekräftig mit Ihrem Handgelenk, wie und wo es nur geht, ob es nun passt oder nicht, damit jeder Ihre edle Schweizer Uhr eines bekannten Fabrikats genau erkennen kann. Erzählen Sie lautstark und mit dröhnendem Lachen von Ihrer letzten Reise in die Karibik und beschreiben Sie jedem, der es hören oder nicht hören will, wie unglaublich toll das 6-Sterne-Ressort dort war. Ihre maßgeschneiderten Business-Anzüge oder Kostüme gehören sowieso zum etablierten Dress-Code der Macht und sollen daher nur nebenbei erwähnt werden. Und weg von den Äußerlichkeiten kommt es bei Mitarbeitern immer besonders gut, wenn man sie als spezielles Zeichen der eigenen Macht im Vorzimmer schmoren lässt, während man noch „extrem wichtige“ Telefonate zu Ende führt. Ohne Entschuldigung wegen der Verspätung, versteht sich. Wie Sie sehen, es mangelt nicht an Alternativen, um sich machtvoll zu inszenieren. Seien Sie kreativ, Sie finden in diesem Bereich sicher Ihre ganz eigene und individuell wirksame Form der Machtausübung!

Kämpfen Sie machtvoll und ohne Rücksicht auf Verluste

Vergessen Sie in Verhandlungssituationen alle diplomatischen Vorgangsweisen. Werfen Sie jegliche diplomatischen Ansätze über Board. Bieten Sie nie Kompromisse oder sogenannte Verhandlungszuckerl an. Nein, gehen Sie für den ultimativen Macht-Erfolg sofort und ausschließlich in die Kampfposition, in den rhetorischen Kampfmodus.

Und vergessen Sie dabei nicht, Ihr gesamtes Waffenarsenal der Macht auszupacken und zu nutzen. Provozieren Sie, demütigen Sie, schimpfen Sie. Nutzen Sie eisiges und herablassendes Schweigen als kaltes Machtinstrument, wo es nur geht. Und wenn das alles nichts hilft, können Sie immer noch die dritte Kategorie der verdeckten Macht-Waffen wie Intrige, Manipulation, Verunsicherung und Kontrolle in den Ring werfen.

Sie werden sehen, alle diese Eskalationsstufen fühlen sich echt gut an. Denn: Win:Win interessiert Sie nicht. Nur dann, wenn andere verloren haben am Ausgang einer Verhandlung, dann fühlen Sie sich als der echte Gewinner, als der super-ober-mega Verhandler, der mit triumphierend gestrecktem Daumen auf sein „Fußvolk“ zeigt. Nur wenn Sie andere gnadenlos über den Tisch gezogen haben, dann spüren Sie sich als mächtig und sind damit glücklich.

Machen Sie es wie die Löwen!

Adaptieren Sie das Macht-Getue der Löwen. Die können das wie kaum ein anderer. Denn, betreffend Machtspiele und ihre ganz klare, eigene Hierarchie geht es bei den Löwen äußerst brutal zu. Wenn ein feindlicher Löwe ein neues Rudel übernimmt, da er im Kampf mit dem bisherigen Rudelbesitzer als Sieger hervorgegangen ist, tötet der neue Hauptlöwe sofort alle Babylöwen.

Damit stellt er sicher, dass nur seine Gene weitergegeben werden. Brutal, aber effektiv. Somit weiß er, dass er sich nicht mit der Aufzucht von Bastarden beschäftigen muss. Die Natur hat ganz eindeutig ihr eigenes, tief in den Instinkten etabliertes Macht- und Nachfolgesystem. In Firmen geht es oft ähnlich zu.

Machen Sie sich dieses Szenario doch zu Nutzen! Dies soll nun keinesfalls ein Aufruf zum machtvollen Mord sein. Nein, aber so als „copy & paste“ Vorgehen kann das Macht-Getue der Löwen schon als exzellentes Vorbild herhalten. Um als wirklich machtvoll wahrgenommen zu werden, empfiehlt sich diese Strategie: Beißen Sie alles tot, was von Ihrem Vorgänger stammt, und beginnen Sie mit eigenen Projekten von vorn. Und wenn Sie schon dabei sind, dann setzen Sie auch alle Mitarbeiter, die mit den Projekten Ihres Vorgängers betraut sind, an die Luft oder werden Sie sie in Richtung andere Abteilungen los.

Denn, Sie brauchen Ihr eigenes Team, das Sie als den machtvollen Hauptlöwen anerkennt und nie in Frage stellt. Versäumen Sie keine Gelegenheit, Ihren Vorgänger an den Pranger zu stellen und beschreiben Sie die „Desaster“ die er hinterlassen hat in genussvollen Details. Wenn Sie dazu rhetorische Schützenhilfe brauchen, blicken Sie doch kurz über den großen Teich, dort beißt gerade ein sogenannter Leader alles nieder, was vor ihm aufgebaut wurde. So sehen Sie gleich, wie es geht, um sich weltweite oder zumindest unternehmensweite Zustimmung und Anerkennung zu sichern.

Machtvolle Konklusion zum Abschluss

Wenn Sie doch nicht ganz sicher sein sollten, ob dies der richtige Weg zur echten Macht und Glorie ist, dann können Sie ja noch überlegen, ob Sie statt des eben beschriebenen brutalen Machtmenschen à la Machiavelli lieber den Weg des souveränen Machtvirtuosen einschlagen wollen. Diesen beschreibt Richard Gappmayer in seinem aktuellen Buch.

 Autor: Richard Gappmayer war mehr als 20 Jahre im nationalen und internationalen Top-Management mit Schwerpunkt Verkauf, Vertrieb und Marketing tätig. Während dieser Zeit machte er zahlreiche persönliche Erfahrungen rund um die Thematik Macht und den richtigen Umgang mit der eigenen Machtkompetenz. 2006 machte er sich selbstständig und gründete das Zentrum für Persönlichkeits- & Organisationsentwicklung. Als Management-Coach, Organisationsberater, Wirtschaftstrainer und Supervisor unterstützt Gappmayer heute hochrangige Führungskräfte. Der Autor ist gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zu seinen Kernthemen.

 

Buchtipp:

Richard Gappmayer: AUCH DU BIST MÄCHTIG

Wie du deine Gestaltungsmacht entdeckst und eigene Interessen durchsetzt

BusinessVillage 2016

ISBN: 978-3-86980-355-5

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