Forscher veröffentlichen Studie über Dankbarkeit in Online-Communities

Forscher der City, University of London sind der Ansicht, dass ein besseres Verständnis des relativ wenig erforschten Konzepts der Dankbarkeit in Online-Communities dazu beitragen könnte, dass zukünftige Online-Community-Plattformen das Ausdrücken und Bestätigen von Danksagungen unterstützen und eine stärkere Online-Teilnahme fördern.

Die Studie von Dr. Stephann Makri und die Co-Autorin Sophie Turner, die unter dem Titel: „“I can’t express my thanks enough”: The ‘gratitude cycle’ in online communities“ im Journal of the Association for Information Science and Technology veröffentlicht wurde, untersucht die Art und Weise, wie Nutzer der Online-Community-Plattformen Dankbarkeit empfinden, ausdrücken und empfangen.

Prozessmodell der Dankbarkeit

Die Wissenschaftler argumentieren, dass ein „besseres Verständnis von Dankbarkeit in Online-Communities das Design von Online-Plattformen über die bestehenden oberflächlichen Funktionalitäten hinaus beeinflussen kann, wie z.B. „Gefällt mir“ oder „Danke“ Buttons und Belohnungspunkte, die potenziell die Teilnahme motivieren und damit die Gesundheit der Gemeinschaft fördern könnten“.

Die Forscher führten Interviews mit Nutzern verschiedener Online-Community-Plattformen (Facebook und Trip Advisor), Diskussions- und Supportgruppen, sozialen Q&A-Sites und Review-Sites (Quora und Mumsnet) und baten um einprägsame Beispiele dafür, wann Nutzer freundliche Handlungen vorgenommen hatten oder dankbar für die freundlichen Handlungen anderer waren.

Basierend auf ihren Ergebnissen stellten sie ein Prozessmodell der Dankbarkeit in Online-Communities, den „Dankbarkeitszyklus“, vor, das eine detaillierte Beschreibung der Ausdrucksform und Anerkennung der Online-Dankbarkeit liefert, die das Design von Online-Community-Plattformen – wie digitale Foren und private Social-Media-Gruppen – beeinflussen kann.

Das Modell des „Dankbarkeitszyklus“ identifiziert einen „Wohltäter“ (der eine gute Handlung ausführt, für die jemand dankbar sein wird), der sich motiviert fühlt, freundlich zu handeln, freundlich handelt und sich gut dabei fühlt.

Der „Begünstigte“ (an den die Handlung gerichtet ist) bemerkt die Handlung, erkennt das Gute darin und fühlt sich dankbar. Der Begünstigte kann seine Dankbarkeit gegenüber dem Wohltäter zum Ausdruck bringen oder auch nicht. Wenn dies der Fall ist, kann der Wohltäter den Ausdruck erhalten oder auch nicht. Wenn dies der Fall ist, werden sie sich wahrscheinlich wohl fühlen und den Ausdruck anerkennen oder auch nicht. Wenn der Wohltäter ihn anerkennt und der Begünstigte die Bestätigung erhält, ist es wahrscheinlich, dass sich der Begünstigte wohl fühlt.

 Sinnvoller Ausdruck der Dankbarkeit und Anerkennung

Der Zyklus kann potenziell in allen Phasen (von Benutzern, Technologie oder beiden) unterbrochen werden, insbesondere dann, wenn eine Person Dankbarkeit empfindet, diese aber nicht ausdrückt oder wenn Dankbarkeit ausgedrückt und empfangen, aber nicht anerkannt wird.

Die Empfindung, der Ausdruck und/oder die Anerkennung von Dankbarkeit kann das zukünftige Verhalten des Wohltäters, des Begünstigten oder anderer Gemeinschaftsmitglieder positiv verstärken. Dies bildet einen positiven Kaskadenzyklus von Handlungen und daraus resultierender Dankbarkeit.

Die Autoren argumentieren, dass ein tieferes Verständnis der Erfahrung der Dankbarkeit nützlich ist, um darüber nachzudenken, wie der Prozess durch Design am besten unterstützt und aufrechterhalten werden kann – indem einzelne Phasen und der gesamte Dankbarkeitsprozess unterstützt und Zusammenbrüche im Zyklus verhindert werden und umgekehrt eine Wiederbelebung gefördert wird.

Ziel ist es, die Nutzer zu prosozialem Handeln zu motivieren, das den Zyklus fortsetzt. Sie argumentieren auch, dass Online-Community-Plattformen „über die bestehenden leichten und übermäßig belohnungsorientierten Designansätze hinausgehen müssen, um einfache, aber aussagekräftige Dankbarkeitsausdrücke und -anerkennungen zu unterstützen“.

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