Ethik und künstliche Intelligenz: Was ist der Mensch uns wert?

Verständnis-Ethik-260x300Menschliche Intelligenz ist das mächtigste Phänomen im uns bekannten Universum. Ohne Intelligenz würden die Dinge einfach nur ohne Zweck ablaufen. Doch mit Intelligenz werden Dinge kreativ und bewusst geschaffen. Kein anderes Phänomen besitzt diese immense Kraft. Neue Ideen in die Welt bringen, Dinge planen, konstruieren und ihnen Bedeutung verleihen. Systeme und Zivilisationen erschaffen. Die Welt nach eigenen Vorstellungen gestalten. Ohne Intelligenz wäre das alles unmöglich.

 Künstliche Intelligenz übernimmt menschliche Kompetenzbereiche

Lange Zeit galt dieses mächtige Werkzeug als einzigartig, die Prozesse unseres Gehirns als nicht kopierbar. Doch dieses Bild gerät zunehmend ins Wanken. Waren frühere künstliche Intelligenzen lediglich in der Lage, exakte Befehle auszuführen, gehen neue Machine- und Deep Learning-Algorithmen an die Substanz unseres Menschseins: Sie sind kreativ, lernen von alleine, führen zu neuen Erkenntnissen und übernehmen zunehmend komplexere kognitive Tätigkeiten.

Jan Pechmann  studierte Medienwissenschaften, Kommunikationsforschung und Sozialpsychologie in Hannover. Dort gründete er, noch aus dem Studium heraus, die Strategieagentur diffferent.

Jan Pechmann studierte Medienwissenschaften, Kommunikationsforschung und Sozialpsychologie in Hannover. Dort gründete er, noch aus dem Studium heraus, die Strategieagentur diffferent.

Dieser extreme Kompetenz-Gewinn von künstlicher Intelligenz (KI) wird Unternehmen jeder Größe substantiell verändern, denn KI stößt mit enormer Geschwindigkeit in Bereiche vor, die bisher exklusiv dem Menschen vorbehalten waren. Und es sind nicht mehr nur noch die monotonen physischen Routine-Arbeiten, die schleichend von Maschinen übernommen werden.

 Automatisiert wird, was automatisiert werden kann

Die Jobs, die durch die KI-Evolution zunehmend in Gefahr geraten, sind die soliden, gut bezahlten „White Collar“-Jobs in den Büros dieser Welt: Accounting, Daten-Auswertung, Wissens-Management, Finanz-Kalkulationen. Obwohl diese neue Stufe der KI-Evolution noch frisch und jung ist, ist der Pool an Exklusiv-Fähigkeiten des Menschen bereits bemerkenswert geschrumpft.

Aus Wettbewerbs-Perspektive mag das verlockend sein: Personalkosten werden gespart, Prozesse gestreamlined, Firmen schlanker und agiler. Künstliche Intelligenz verspricht zu Recht eine Fülle ungeahnter Möglichkeiten. Dieser Transformationsprozess ist spannend und kann Marken in völlig neue Sphären katapultieren. Die Marschrichtung ist eindeutig: Alles, was automatisiert werden kann, wird automatisiert.

Unternehmen in der ethischen Verantwortung

Aus menschlicher und sozialer Perspektive wird die Notwendigkeit mit jedem KI-bedingt wegrationalisiertem Mitarbeiter aber größer, eine Position zu finden, die kluge und weitsichtige Antworten auf die Schattenseite künstlicher Intelligenz findet. Denn der Bereich, in dem sich Mitarbeiter in ihren Kompetenzen noch sicher wähnen können, wird immer kleiner. Das ist die kalte Logik künstlicher Intelligenz.

Die Herausforderung ist am Ende systemischer Natur. Doch jedes Unternehmen ist ein Teil des Systems und muss daher Teil der Antwort sein. KI-Strategien müssen frühzeitig und vollkommen organisch diese Dimension mitdenken und an Antworten arbeiten. Es geht darum, die Menschen für die Prozesse einzusetzen, die noch lange nicht von Maschinen übernommen werden können. Das sind genau die Bereiche, die ein hohes Maß an kreativer Intelligenz benötigen. Das eigene Personal jetzt schon auf diese Tätigkeiten zu schulen, ist eine schwierige, teure und zeitaufwendige Aufgabe.

Bei aller Tech-Euphorie dürfen Unternehmen aber nicht die Augen vor der Frage verschließen, die sich früher oder später jedem stellen wird, die KI zu einem natürlichen Teil ihres Geschäftsmodells macht:

Was ist der Mensch uns wert?

Autor: Jan Pechmann, Jahrgang 1974, studierte Medienwissenschaften, Kommunikationsforschung und Sozialpsychologie in Hannover. Dort gründete er, noch aus dem Studium heraus, die Strategieagentur diffferent. Er leitet die Agentur mit ca. 80 Mitarbeitern an den Standorten Berlin und München zusammen mit seinen Geschäftspartnern Alexander Kiock und Dirk Jehmlich. Mit seiner Strategieberatung ist Pechmann darauf spezialisiert, für seine Kunden überraschende  Lösungen im Spannungsfeld zwischen Marken-, Kommunikations- und Innovationsstrategie zu entwickeln.

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