Eco: Internet der Dinge – Überforderung für den Verbraucher?

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer.

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer.

Kaffeemaschine, Glühlampe und Heizung – immer mehr Geräte werden „smart“ und Teil des „Internet der Dinge“. In einer gemeinsamen Studie von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. und YouGov wurde jetzt die Verbrauchersicht auf die rasante technische Entwicklung untersucht. Demnach hat ein Drittel der Deutschen Sorgen vor einem möglichen Kontrollverlust, auch wenn Vorteile wie eine mögliche Kostenersparnis erkannt werden und grundsätzliches Interesse und Neugier besteht. Es mangelt oft noch am grundlegenden Verständnis für das Internet der Dinge. eco Geschäftsführer Harald A. Summa mahnt daher: „Die Branche muss mehr in die Aufklärung investieren, denn eines ist klar: Kein Ding wird künftig mehr sein, wie es war. Denn Internet ist bald überall.“

Das „Internet der Dinge“ mit der „Smartisierung“ von Alltagsgegenständen bietet enorme Potenziale. Schon heute sind viele Geräte erhältlich, die Informationen über das Internet austauschen können. Wie reagiert der Verbraucher darauf? Können die Kunden der rasanten Entwicklung folgen? Was sind mögliche Vorbehalte? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die gemeinsame repräsentative Studie von eco und dem Marktforschungsinstitut YouGov, für die insgesamt mehr als 2.000 Personen befragt wurden. Kostenersparnis, Sicherheit und Bequemlichkeit sind demnach die wichtigsten Anforderungen der Verbraucher an das Internet der Dinge.

Vorbehalte trotz erkannter Vorteile

Interesse und Neugier überwiegen: 52 Prozent haben grundsätzlich Interesse an Produkten, die untereinander vernetzt sind. Größte Bedenken bestehen bei 33 Prozent der Deutschen vor allem bei einem möglichen Kontrollverlust; beispielsweise bei der automatische Öffnung von Wohnungstüren nach Gesichtserkennung. Eine Kostenersparnis, etwa durch die automatische Wärme-Regelung mit einer Smart-Home-Heizung, wird von 71 Prozent der Befragten als positiv empfunden. Genauso wie ein autonom bremsendes Fahrzeug bei Gefahr etwa von 80 Prozent der Teilnehmer begrüßt wird oder 79 Prozent der Befragten es gut finden würden, wenn Fahrzeuge andere Verkehrsteilnehmer vor Gefahren warnen.

Aber nur 36 Prozent sind bereit das Lenkrad ihres Autos aus der Hand zu geben. „Nicht nur an dieser Stelle wird die Zerrissenheit der Verbraucher deutlich. Die Vorteile von vernetzten Produkten faszinieren, aber man hat im wortwörtlichen Sinne noch Angst das Steuer aus der Hand zu geben“, so Holger Geißler, Vorstand von YouGov. Die Entwicklung von vernetzten Kaffeemaschinen, Autos und Co. ist noch nicht mehrheitsfähig: Es fehlt den Menschen oft noch am grundlegenden Verständnis, trotz aller Faszination.

Aufklärung und Perspektivenwechsel tun Not

Harald A. Summa, eco Geschäftsführer, wirbt dafür, mehr in die Aufklärung der Verbraucher zu investieren. Darüber hinaus schlägt er einen Perspektivenwechsel vor. „Der Begriff ‚Internet der Dinge‘ ist nicht besonders glücklich gewählt. Es sind ja nicht die Dinge, denen das Internet künftig gehört, sondern nach wie vor wir Menschen. Und wenn Dinge online gehen, ist das kein Selbstzweck,“ erläutert Summa. Das suggeriere der Begriff aber. „Vielleicht sollten wir uns daher angewöhnen, vom ‚Internet unserer Dinge‘ zu sprechen.“ Dass sich die smarten Geräte durchsetzen und für tiefgreifende Änderungen sorgen werden, ist für Summa klar: „Kein Ding wird künftig mehr sein, wie es war. Denn Internet ist bald überall.“

 

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