eBlocker: So klappt’s mit dem anonymen Surfen

Der Mathematiker Christian Bennefeld will sich künftig mit dem Startup eBlocker der Privatsphäre im Internet widmen.

Der Mathematiker Christian Bennefeld will sich künftig mit dem Startup eBlocker der Privatsphäre im Internet widmen.

Der „gläserne Mensch“ ist durch das heutige Internet keine orwell’sche Vision mehr, denn das Szenario einer digitalen Massenüberwachung ist schon nah an der Wirklichkeit. Tausende von Unternehmen für Online-Tracking, Analyse und Werbung identifizieren die Nutzer mittlerweile über Geräte, Apps und Websites hinweg. Damit verdichten diese Third-Party-Dienste gesammelte Nutzerdaten zu personenbezogenen Profilen. Das hat verheerende Folgen: So ist es Online-Shops beispielsweise möglich, Nutzer mit höherer Kaufkraft zu erkennen und ihnen aufgrund dieses Wissens für das gleiche Produkt einen höheren Preis anzubieten.

Auch bei einer Kreditvergabe können Nutzerprofile herangezogen werden und Einfluss auf die Entscheidung sowie Konditionen nehmen. Ein weiteres Beispiel sind negative Auswirkungen auf Versicherungsbedingungen, die sich aufgrund von Profildaten mit Gesundheitsbezug ergeben.

Die Lösung: Blockierung und Anonymisierung

Es ist jedoch kaum realistisch, das Web so zu nutzen, dass keine persönlichen Informationen nach außen dringen. Wer seine Privatsphäre also behütet wissen will, ohne auf die Annehmlichkeiten der Online-Welt zu verzichten, benötigt einen umfangreichen Schutz für seine persönlichen Daten. Dieser Schutz beruht auf zwei Prinzipien: Blockierung und Anonymisierung. Der eBlocker vereint diese beiden Funktionalitäten und hebt sich darüber hinaus durch hohe Verbraucherfreundlichkeit von herkömmlichen Lösungen ab. Doch wie funktioniert das genau?

Blockieren der Datensammlung durch Dritte

Sobald der eBlocker am heimischen Netzwerk angeschlossen ist, konfiguriert er sich in wenigen Sekunden automatisch und sorgt dafür, dass jedes angeschlossene Endgerät zunächst mit ihm kommuniziert. Dadurch wird der gesamte Internetverkehr ausschließlich über den eBlocker geleitet und ermöglicht ihm die Datenkontrolle. Das geschieht, indem das Gerät die jeweils aufgerufene URL prüft und sie mit lokalen Filterlisten abgleicht. Diese täglich aktualisierten Filterlisten beinhalten sämtliche Dienste, die das Surfverhalten des Nutzers und damit Nutzerprofile erfassen.

Dazu zählen professionelle Tracker und Datenhändler genauso wie vermeintlich harmlose Online-Werbung, über die das Nutzerverhalten ebenfalls aufgezeichnet wird. Die Filterlisten setzen sich aus Community-gepflegten Open Source-Listen und von eBlocker gepflegten Listen zusammen. Mit Hilfe dieser Listen erkennt der eBlocker bei einem Webseiten-Aufruf, ob es sich um einen Tracking-Dienst handelt. Ist ein Tracking-Dienst als solcher erkannt, blockiert ihn das Gerät und verhindert, dass Daten an Third Parties abfließen. Dabei werden die Filterlisten durch lernfähige Algorithmen dynamisch erweitert und sind auf diese Weise immer auf dem neuesten Stand. Ebenso ist es ganz einfach möglich, Ausnahmen hinzuzufügen und bestimmten URLs das Tracking oder Einblenden von Werbung zu erlauben (Whitelisting).

IP-Anonymisierung über Tor

Auch wenn durch das Blockieren keine Tracking-Daten mehr an Dritte weitergeleitet werden, hinterlassen Internetnutzer Spuren durch ihre IP-Adresse bei der First Party, also der ursprünglich besuchten Website. Hintergrund ist, dass die IP Adresse oft über Monate konstant bleibt und sich dadurch ein zusammenhängender Besuchsverlauf von einzelnen Webseiten auch über längere Zeiträume exakt rekonstruieren lässt. Deshalb bietet der eBlocker die Option an, mit einem Klick das Tor-Netzwerk zu aktivieren und so die IP-Adresse des Nutzers zu anonymisieren.

Erst durch die besondere Kombination aus dieser IP-Anonymisierung mit der zuvor beschriebenen Blockierung der Datensammler-Dienste ist die Privatsphäre beim Surfen im Internet  geschützt.

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