Digital Freedom Manifest – Vier Aspekte der digitalen Freiheit

WP_001240Dass die digitale Privatsphäre ist bedroht und die Anonymität im Internet eine Illusion ist, sollte spätestens nach dem Snowden-Enthüllungen jedem bekannt sein. Doch anstatt tatenlos und sich dem Schicksal ergebend dazu stehen, wehren sie die finnischen Sicherheitsexperten von F-Secure

Bereits im vergangenen Jahr rief F-Secure auf der Internet-Konferenz re:publica zum Kampf um Grundrechte im Internet auf. CRO Mikko Hypponen lud die Netzgemeinde zusammen mit David Hasselhoff zur Beteiligung an der Erstellung des Digital Freedom Manifesto ein. Zur re:publica 15 veröffentlichte F-Secure nun das fertige Manifest unter privacy.f-secure.com.

Ziel der Bewegung ist es, das Bewusstsein für digitale Freiheit und für ihren derzeit fragilen Zustand in der heutigen Gesellschaft zu erhöhen. Die verschiedenen Aspekte der digitalen Freiheit werden weltweit immer mehr eingeschränkt – eine Tatsache, die durch die Enthüllungen von Snowden ins Rampenlicht rückte. Das Manifest widmet sich vier Aspekten der digitalen Freiheit:

  1. Freiheit gegenüber Massenüberwachung

Die beiden großen Innovationen unserer Zeit, das Mobiltelefon und das Internet, sind zu Überwachungsinstrumenten gemacht worden, die gegen die Bürger verwendet werden. Das Problem mit Programmen wie PRISM ist, dass sie nicht nur Menschen, die eines Verbrechens verdächtigt werden, überwachen, sondern auch zum Ausspionieren von nachweislich unschuldigen Menschen dienen.

  1. Freiheit gegenüber digitaler Verfolgung

Unbescholtene Bürger denken sich, ihre Daten seien uninteressant und deshalb sicher. Aber die Dinge können sich im Laufe der Zeit ändern. Was passiert aber, wenn einige Aspekte ihrer Online-Aktivitäten in der Zukunft gegen sie verwendet oder anderweitig missbraucht werden? Kein gesetzestreuer Bürger sollte mit dieser Angst leben müssen. Es ist deshalb wichtig und richtig, Daten intelligent zu sichern und zu schützen, statt sie im Krisenfall spontan zu löschen oder zu ändern.

  1. Freiheit gegenüber digitaler Kolonialisierung

Technologien verändern grundlegend die Welt – und das mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Aber nur weil etwas technisch möglich ist, bedeutet es nicht, dass die Bürger es schweigend akzeptieren müssen.

  1. Freiheit für digitalen Zugriff und Bewegung im Netz sowie Meinungsfreiheit

Was Bürger in privatem Rahmen sagen und schreiben, sollte nicht für eine staatliche Organisation zugänglich sein. Die Menschen sollten für die Freiheit des Zugangs zu Plattformen sowie die Bewegungs- und Meinungsfreiheit im Netz kämpfen.

Mikko Hyppönen, F-Secure Chief Research Officer erklärte, dass wir uns mit komplexen Fragen befassen müssen wie bislang keine andere Generation zuvor. „Wenn Sie das Internet oder dort verfügbare Dienstleistungen nutzen, werden Sie von Regierungsbehörden und Unternehmen verfolgt, die Ihre Daten sammeln. Wie steht es um die digitale Privatsphäre? Welche Rechte sollten wir haben? In welcher Welt wollen wir leben“ Das sind die Fragen, denen wir uns stellen wollen und die wir auch beantworten wollen, weshalb wir unser Manifest ins Leben gerufen haben.“

Der digitalen Freiheit eine Stimme verleihen

Das Digital Freedome Manifest, das unter Creative Commons lizenziert wurde, ist eine Chance für alle, die sich für digitale Freiheit und Privatsphäre interessieren und ihre Gedanken, Sorgen und Meinungen der Öffentlichkeit mitteilen wollen. Es soll als Statement verwendet werden, um die digitale Freiheit in der Welt voranzubringen. An dem Digital Freedom Manifest haben Netzaktivisten und Internetgrößen u.a. Cory Doctorow, Ewen MacAskill, Peter Warren und Mike Harris gearbeitet.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>