Die digitale Revolution ist in vollem Gange: Was bedeutet das für die Gesellschaft

WP_003068Die digitale Revolution ist in vollem Gange und bleibt auch 2015 ein wichtiges Thema. Produkte, Services, aber auch das tägliche Arbeitsleben und die Kommunikation werden zunehmend digitaler – die Digitalisierung wird zu einem gesellschaftlichen Trend. Müssen wir diese Entwicklung automatisch gut finden? Die Antwort lautet „nein“.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, inwieweit er den Trend verfolgt und lebt. Fest steht aber: Wir kommen nicht drum herum. „Adapt or die“ hat Karl-Heinz Land, digitaler Darwinist und Evangelist, den Trend kürzlich sehr treffend kommentiert. Und damit trifft er in’s Schwarze. Als Verbraucher hat man noch die Wahl, ob man beispielsweise Online-Banking macht oder in die Filiale um die Ecke geht oder ob man im Internet einen Flug oder Zug bucht oder das nächste Reisebüro besucht. Noch! Zwar wird es auch weiterhin möglich sein, Produkte und Services offline in Anspruch zu nehmen, aber die rasant steigende Nutzung von Smartphones und mobilen Apps zeigt ganz klar, dass der Konsument, der Endkunde die Digitale Transformation vorantreibt.

In der Kommunikation von Unternehmen ist die Digitale Transformation bereits angekommen: Emails, Collaboration-Tools, Social Media sind längst Bestandteil der täglichen Arbeit. Machine-2-Machine wird immer bedeutender. Kritische Stimmen sind der Meinung, dass gerade durch die Industrie 4.0, der Vernetzung von Produktionsabläufen, M2M-Kommunikation und deren Automatisierung, Arbeitsplätze verloren gehen. Ich sehe das anders: Die Arbeitskultur und die Wirtschaft wandeln sich. Bestimmte Jobs fallen vielleicht weg, dafür werden sie durch neue Aufgaben ersetzt, die erst durch die Digitalisierung möglich werden.

Die digitale Revolution bietet aus meiner Sicht reichlich Chancen und Potenziale, noch innovativer zu sein, noch bessere Produkte zu produzieren, Kunden einen noch besseren Service zu bieten und damit auch die Wirtschaft anzukurbeln – gerade der Mittelstand kann von dieser Transformation profitieren. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage, viele Geschäftsmodelle verlagern sich in den digtialen, mobilen Bereich. Unternehmen, die sich nicht digital transformieren, werden dann schlichtweg bei diesem Business nicht dabei sein.

Deshalb, unsere Botschaft an die Unternehmen: Scheut Euch nicht und macht mit bei der Digitalen Transformation! Dabei ist es wichtig, dass nicht nur Teile des Unternehmens transformiert werden, sondern ein ganzheitlicher strategischer und individueller Ansatz gefahren wird. Digitale Transformation ist keine Thema für eine Abteilung, die sich das als Mission vornimmt. Der CEO muss dahinter stehen und den kulturellen Wandel mitvorantreiben. Die Technologie zur Digitalen Transformation gibt es bequem aus der Cloud, so dass sich die Unternehmen auf die inhaltlichen Aspekte konzentrieren können.

Der Kunde steht im Zentrum

Die digitale Transformation schreitet aber nicht nur in der Industrie voran, sondern findet ihren Weg vermehrt in das Alltagsleben der Menschen. Von Smart Home, über Wearables bis hin zu Connected Cars – um nur einige Beispiele zu nennen – wird der Siegeszug des „Internet of Things“ auch in 2015 weiter anhalten.

Wir bei Salesforce gehen da noch einen Schritt weiter: Denn hinter jedem Gerät, jeder App, jeder Aktivität steht eine Person – wir nennen daher dieses Phänomen das „Internet of Customers“. Personalisierte und individuelle Services und Kundenansprache werden daher eine immer größere Rolle spielen, da die Erwartungen der Verbraucher noch weiter steigen werden. Schließlich sollen die „digitalen Helfer“ das Leben der Verbraucher einfacher machen.

Für Unternehmen geht es vor allem um die Frage: Wie gelingt es, eine tiefere Beziehung zu den Verbrauchern aufzubauen, die alle Bereiche vom Marketing bis hin zum Service umfasst? Das ist eine große Herausforderung, denn der Konsument will – wann und wie immer er mit einer Marke in Berührung komm t- etwas erhalten, das ihn inspiriert. Der Marke wiederum kommt diese Inspiration zugute: Der Verbraucher interagiert mit der Marke und teilt sein Feedback über bestimmt Produkte – dies ist wiederum für andere Konsumenten wertvoll.

Wie wäre es also mit etwas, das uns den Weihnachtsstress abnimmt? Zum Beispiel könnte man in Zukunft eine App für Weihnachtsgeschenke erstellen, die nicht nur anzeigt, was wir wem in den letzten Jahren geschenkt haben, sondern auch Vorschläge macht für ein passendes Geschenk in diesem Jahr. Bestellen könnte man direkt über die App, die auch mit dem Kalender vernetzt ist und automatisch anzeigt, wann man spätestens bestellen muss, damit das Geschenk noch rechtzeitig ankommt. Gleichzeitig wird aufbauend auf dem eigenen persönlichen Profil eine Wunschliste erstellt, die man mit anderen z.B. auch über soziale Netzwerke direkt aus der App heraus teilen kann.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, müssen sich Unternehmen neu ausrichten und ihre Kunden ins Zentrum ihrer Aktivitäten stellen. Dies bedeutet wiederum für die IT, wichtige Informationen jederzeit und von jedem Gerät aus zur Verfügung zu stellen. Hier bietet die Cloud entscheidende Vorteile und individuell skalierbare Modelle. Doch auch um den Zugriff auf die Daten und deren Management müssen sich Unternehmen vermehrt Gedanken machen. Dies bringt uns direkt zum nächsten Punkt: dem Thema Datenschutz.

Reform der EU-Datenschutzgesetze

Nach der NSA-Affäre sind viele EU-Bürger und Unternehmen für das Thema Datenschutz sensibilisiert: Was passiert mit meine Daten und wie kann ich mich vor Missbrauch schützen? Dies setzt auch die Politik vermehrt unter Druck und das Europäische Parlament bemüht sich seit einiger Zeit, den Datenschutz innerhalb der EU neu zu regeln und zu vereinheitlichen. Dazu haben die EU-Abgeordneten am 12. März 2014 einen Entwurf zur Reform der EU-Datenschutzgesetze verabschiedet.

Mit den neuen Vorschriften soll der Schutz persönlicher Daten für EU-Bürger verbessert und ihnen mehr Kontrolle über ihre Daten gegeben werden. Zugleich sollen die Strafen bei Zuwiderhandlung von Unternehmen verschärft werden. Ein zentraler Punkt der neuen Regelungen ist, dass jedes Unternehmen – Suchmaschine, soziales Netzwerk oder Cloud-Service-Provider – eine vorherige Genehmigung einer nationalen Datenschutzbehörde benötigt, um persönliche Daten eines EU-Bürgers einem Drittland zu übermitteln. Darüber hinaus sollen Unternehmen auch dazu verpflichtet werden, ihre internen Datenschutzrichtlinien zu erweitern und entsprechende Compliance-Nachweise zu erbringen.

Der Entwurf wird momentan durch den Rat der EU aufgehalten, der vor den Trilog-Verhandlungen mit Kommission und Parlament erst eine gemeinsame Position der 28 Mitgliedsstaaten finden muss. Als Ziel für den Abschluss der Verhandlungen ist zwar immer noch 2015 gesetzt – es bleibt allerdings abzuwarten, wann und in welcher Form die EU-Reform in Kraft tritt. Dennoch sollten sich Unternehmen in der EU schon jetzt mit dem Thema befassen und die Entwicklung der Reform verfolgen.

Wearables – mehr als nur Fitnessbänder

Wearables sind nicht nur für Verbraucher interessant zur Überwachung des Fitnesszustands – sie können auch für Mitarbeiter im Unternehmen eingesetzt werden. Mitarbeiter im Außeneinsatz müssen oftmals mehrere körperliche Aufgaben gleichzeitig erledigen. Das heißt in der Praxis, dass ein Gerät beispielsweise ihre Sicherheit kontrolliert oder in Echtzeit Hinweise liefert, die auf dem Input eines Wearable-Geräts basieren. Somit können Mitarbeiter effizienter eingesetzt werden und schneller Rückmeldung an das Unternehmen durchgeben.

Die Wearables sind oft leichter, schneller und intuitiver zu bedienen und können den Arbeitsalltag der Mitarbeiter maßgeblich erleichtern – mit der Cloud im Hintergrund ist auch die Datenerfassung und -auswertung leicht umsetzbar. Dabei sind den Einsatzmöglichkeiten von Wearables nahezu keine Grenzen gesetzt: Das Armband Nymi zum Beispiel erkennt seinen Besitzer an der Herzfrequenz und kann als Erkennungs-Interface für Türen, Autos oder mobile Geräte verwendet werden. Sogar als Bezahlfunktion ist das Armband in Zukunft einsetzbar. Interaktionen über Wearables werden weiterhin stark zunehmen und sind ein wichtiger Faktor für die zunehmende Digitalisierung innerhalb der Unternehmen.

Analytics – Durchblick durch den Datendschungel

Das „Internet of Things“ und vielmehr noch das „Internet of Customers“, das jede Interaktion über die verschiedensten Kanäle berücksichtigt – ob mobil, sozial oder klassisch per Telefon oder Mail –, trägt erheblich dazu bei, das Datenvolumen stetig zu vergrößern. Dabei müssen die Daten nicht nur gesammelt, sondern auch sinnvoll ausgewertet werden, damit sie die nötigen Rückschlüsse für die Entscheider im Unternehmen zulassen. Hier werden Analytics-Tools immer gefragter und der Anspruch an die Lösungen wächst.

Wichtig bei der Erstellung der Tools ist aber auch eine einfache Handhabung und vor allem Kosteneffizienz. Auch für kleine Unternehmen ist es essenziell, Daten schnell, einfach und kostengünstig analysieren und aufbereiten zu können – nur so lassen sich Wachstumspotenziale ideal erkennen. Mit unserer Analytics-Plattform „Wave“ haben wir dieser Entwicklung bereits Rechnung getragen und ein Tool geschaffen, mit dem Unternehmen schneller als jemals zuvor Daten analysieren, neue Einblicke gewinnen und direkt von jedem Gerät aus reagieren können. Entscheidungen können somit schneller und intelligenter getroffen werden – ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.

Joachim Schreiner SalesforceAutor: Joachim Schreiner ist Senior Vice President Central Europe bei Salesforce und verantwortlich für die Geschäftsentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Salesforce ist ein internationaler Anbieter von Cloud Computing Lösungen für Unternehmen (Geschäftsanwendungen für Unternehmen zur Miete über das Internet). Vor seinem Wechsel zu Salesforce war Schreiner seit 2002 für das Geschäftskunden-Segment der Veritas Software GmbH verantwortlich. Nach der Übernahme durch Symantec war er als Sales Director Enterprise für das Unternehmen tätig. Zuvor sammelte Schreiner Erfahrung unter anderem bei European Software Company, Boole & Babbage Deutschland sowie BMC Software GmbH. Schreiner begann seine Karriere bei der Versicherungsgesellschaft Colonia in Köln, wo er zehn Jahre verschiedene Positionen als System-Ingenieur innehatte.

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