Das Ende des Plagiats – die Zukunft des geistigen Eigentums

20170516_Die_Zukunft_des_geistigen_EigentumsDie Marktbewertung von Unternehmen beruht zu fast 87 Prozent auf immateriellen Werten wie geistigen Eigentumsrechten und gewerblichen Schutzrechten (Intellectual Property / IP). Die zuständigen Behörden weltweit wie Patent- und Markenämter können mit der ständig steigenden Menge an Schutzrechten kaum noch Schritt halten.

Auch Unternehmen müssen sich auf immer kürzere Innovationszyklen einstellen und deshalb immer schneller immer mehr anmelden. Künftig werden Unternehmen ihr geistiges Eigentum verstärkt eigenständig generieren, nutzen und letztlich auch schützen.

Technologien wie künstliche Intelligenz oder Blockchain

Technologien wie künstliche Intelligenz oder Blockchain ergänzen zunehmend die etablieren Schutzmechanismen von Behörden und Unternehmen. Innovation entsteht künftig immer stärker in der Interaktion mit dem Kunden. Kommunikation ist die Basis und Daten sind die Substanz für neues geistiges Eigentum.

Die Folge: der Tod des Plagiats.

Die Gemeinschaftsstudie „Die Zukunft des geistigen Eigentums“ des Trendforschungsinstituts 2b AHEAD und der Dennemeyer-Gruppe gibt 28 Strategieempfehlungen für Unternehmen, die das Potenzial ihres geistigen Eigentums voll ausschöpfen wollen.

„Die Digitalisierung wird auch das Management des geistigen Eigentums in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Für Unternehmen bieten Technologien wie Blockchain oder künstliche Intelligenz Chancen“, erläutert Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors, Leiterin der IP-Beratung Dennemeyer Consulting. „Sie können sich bei immer mehr Aufgaben von intelligenten Technologien unterstützen lassen, um so von der ständig wachsenden Zahl an Schutzrechten wie Patenten, Marken, Designs oder Gebrauchsmustern nicht überfordert zu werden.“

Das ist eines der Ergebnisse der neu veröffentlichten Trendstudie „Die Zukunft des geistigen Eigentums“ des Leipziger Trendforschungsinstituts 2b AHEAD ThinkTank und der Dennemeyer-Gruppe, einem Full-Service-Dienstleister für die IP-Branche. Die Studie zeigt, wie Unternehmen durch den Einsatz von Technologie in Zukunft geistiges Eigentum generieren, managen, schützen und nutzen.

Sie zeigt aber auch, wie das bestehende Schutzrechtssystem dadurch unter Druck gerät. Die Studie gibt 28 präzise Strategieempfehlungen, wie IP-Manager, Patentanwälte und Innovationsverantwortliche aller Branchen ihre Zukunft aktiv gestalten können. Die qualitative Delphi-Studie basiert auf den Aussagen ausgewählter Experten. Sie sind Wissenschaftler, Patentanwälte mit unterschiedlichen Branchenspezialisierungen, Innovationsleiter und Technologieanbieter.

Der Wandel des Schutzrechtssystems

Die Studie stellt fest: Die Innovationszyklen der Unternehmen werden kürzer, die Entwicklungsgeschwindigkeit steigt. Unternehmen bringen immer schneller neue Produkte auf den Markt. Konträr dazu dauert ein durchschnittliches Patentverfahren 24 bis 30 Monate. Es entsteht ein Geschwindigkeitsgap, welches Patent- und Markenämter zunehmend unter Druck setzt.

„Sofern Patent- und Markenämter das Bedürfnis der Unternehmen nach Geschwindigkeit nicht bedienen, werden diese eigene Lösungen entwickeln. Sie werden auf der Basis neuer Technologien – wie etwa der Blockchain – Parallelsysteme herausbilden. Der IP-Sektor re-reguliert sich dann de facto selbst“, sagt Michael Carl, Managing Director Research & Analysis des 2b AHEAD ThinkTanks und einer der Autoren der Studie.

Know-how wird zum Erfolgsträger von Unternehmen

Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass der entscheidende Teil des geistigen Eigentums eines Unternehmens in den Köpfen der Mitarbeiter steckt. Ihr Know-how wird zum Erfolgsträger von Unternehmen.

Dabei treiben Projektarbeiterschaft und eine hohe Fluktuation in Unternehmen digitale Lösungen voran, um das benötigte Know-how im Unternehmen schneller und besser auszuwählen und letztlich zuverlässig zu speichern. „Die Voraussetzung dafür ist ein Omni-IP-Management. Vom Know-how über Schutzrechte bis hin zu allen weiteren Daten- und Informationspunkten wird hier das Wissen eines Unternehmens gespeichert, vernetzt, nutzbar gemacht und letztlich weiterentwickelt“, sagt Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors.

Geistiges Eigentum entsteht in Zukunft in der Interaktion mit dem Kunden.

Daten sind die Substanz des geistigen Eigentums der Zukunft. Der Kunde rückt in den Fokus der Produktentwicklung. Mit dem Internet der Dinge entstehen neue Orte, an denen Daten über den Kunden erhoben werden. Diese ermöglichen es, die Wünsche des Kunden zu erkennen und letztlich Produkte und Dienstleistungen an diese anzupassen.

Indem etablierte Anbieter diese neuen Möglichkeiten der Individualisierung bereits nutzen, zwingen sie auch ihre Wettbewerber dazu, diesen Schritt zu gehen. Tun sie dies nicht, wird der Kunde sie über kurz oder lang nicht mehr als relevant wahrnehmen. Michael Carl, erläutert: „Kunden erwarten individuelle Produkte, die sich laufend ihren Bedürfnissen anpassen. Eine Voraussetzung dafür ist eine stete Interaktion mit dem Kunden. Mit den Daten der Kunden entsteht das Produkt der Zukunft. Ausgehend vom geistigen Eigentum entsteht eine Produktklasse, die nicht mehr kopierbar ist.“

Der Tod des Plagiats

Ein Produkt wird in Zukunft in dem Moment fälschungssicher, in dem die Daten des Kunden direkt in das Produkt einfließen, dort verarbeitet werden und das Produkt sich automatisch den situativen Bedürfnissen des Kunden anpasst. Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors: „Indem Kunden Produkte nutzen und sich Produkte durch und während der Interaktion mit dem Kunden entwickeln, wird die Nutzung selbst zum Schutzmechanismus.“ Michael Carl ergänzt: „Eine aus Kundensicht wertvolle interaktive Lösung ist immer ein Original. Konkret bedeutet das den Tod des Plagiats.“

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>