Category Archives: Unternehmen der Woche

Deutsche Digitale Beiräte unterstützen Unternehmer in der Digitalisierung

Geschäftsführer benötigen Unterstützung in der digitalen Transformation zur zukunftsorientierten Unternehmensausrichtung. Doch viele Firmen benötigen für den digitalen Wandel keinen Digital-Experten in Vollzeit wie einen „Chief Digital Officer“. Berater können zum Start oder als Interimslösung eingesetzt werden. Sie erfordern aber hohe Budgets und unterstützen zumeist weder die Umsetzung, noch das operative Management.

Eine wirksame und kostengünstige Lösung bieten die deutschen digitalen Beiräte: Sie beraten Geschäftsführer und Gesellschafter als Sparringspartner mit Digital-Expertise langfristig auf Augenhöhe. Die deutschen digitalen Beiräte verfolgen ethische Werte zum Unternehmertum ähnlich wie Aufsichtsräte. Ein digitaler Beirat analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Unternehmen und erarbeitet fachlich konsistente Begründungen für unternehmerische Entscheidungen in Hinblick auf Investitionen, Planung und Controlling.

Komplexe Anforderungen zur Digitalisierung im Unternehmen für Unternehmensführer

Unternehmensführer müssen sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen, wenn sie ihre Firma zukunftsorientiert in die nächste Generation überführen wollen. Dazu müssen sich Geschäftsführer mit komplexen Digital-Strategien beschäftigen. In der Praxis kommen oft Probleme wie Fachkräftemangel, Innovationsschwäche und Investitionsaufschub hinzu, die manchmal jahrelang ignoriert werden.

Wenn das Unternehmen gleichzeitig von Mitbewerbern mit einem hohen digitalen Reifegrad überholt wird und Startups den Markt mit innovativen Geschäftsmodellen erobern, dann steigt das Risiko, dass das rückständige Unternehmen durch beständige Umsatzverluste zum Sanierungsfall wird, was bis zur Insolvenz führen kann.

Persönliche Defizite der Unternehmensführer zur Digitalisierung

Viele Manager haben Probleme, den digitalen Wandel im Unternehmen zu meistern. Es mangelt an Strategien, Kompetenzen und Erfahrungen, um die digitalen Möglichkeiten zu nutzen. Auch in der Umsetzung und im operativen Management gibt es häufig Schwächen. Oftmals haben die Unternehmensführer persönliche Defizite: Aufgrund fehlender Digital-Kenntnissen meiden sie Risiken und versäumen es, die neuen digitalen Chancen zu nutzen.

So steigt der Druck auf allen Ebenen, denn die fachlichen Anforderungen und komplexen Erwartungen an Gesellschafter und Geschäftsführer steigen kontinuierlich. Dazu bieten die deutschen digitalen Beiräte Unterstützung. Die Unternehmensberater Dr. Claudia Hilker und Dr. Ralf Lauterbach haben sich zur Arbeitsgemeinschaft „Deutsche Digitale Beiräte“ (DDB) zusammengeschlossen. Die deutschen digitalen Beiräte unterstützen Unternehmer als Sparringspartner auf Augenhöhe, um den digitalen Transformationsprozess sicher, erfolgreich und nachhaltig zu gestalten.

 Ein digitaler Beirat unterstützt individuelle Aufgaben im Unternehmen

Jedes Unternehmen kann sich mit einem Beirat ausstatten. Ein Beirat nimmt Beratungs- und Überwachungsaufgaben wahr, um die Interessen von Gesellschaftern und Geschäftsführern zur sicheren Unternehmensführung zu erfüllen. Der Begriff des Beirats ist nicht geschützt oder definiert. In der Schweiz wird ein Beirat auch als „Verwaltungsrat“ bezeichnet. Im Gegensatz zu Beratern verfolgen Beiräte eine andere Mission: Sie verpflichten sich den Unternehmenserfolg zu fördern und haben eine spezielle Ethik.

Ein digitaler Beirat bringt zusätzliches Expertenwissen langfristig ins Unternehmen

Viele Unternehmen im Mittelstand verfügen zumeist nicht über Stabsstellen und können Consultants nicht über einen längeren Zeitraum engagieren. Ein Beirat kann wertvolles Fachwissen zu Themen wie digitale Innovation liefern, um mit dieser Hilfe sachkundige und fundierte Entscheidungen zu treffen. Zudem kann ein Beirat die Rolle als Coach für die Geschäftsführer übernehmen und z. B. seine Medienkompetenz trainieren.

Ein digitaler Beirat moderiert die Interessen der Gesellschafter und gibt Sicherheit

Häufig haben mittelständische Unternehmen viele Gesellschafter. Oft sind die ursprünglichen Gesellschafter nicht mehr an Bord. Dafür sitzen die Erben des Gründers oder andere externe Personen mit am Tisch. Oft sind auch Fremdgesellschafter aufgenommen worden, um die Eigenkapitalausstattung zu verbessern. Der Beirat übernimmt in diesem Fall eine vermittelnde Funktion. Die Rolle kann so weit ausgestaltet werden, dass Beiräte Entscheidungen befürworten müssen, bevor sie in die Umsetzung gelangen. Ein digitaler Beirat gibt Gesellschaftern und Geschäftsführern zusätzliche Sicherheit und Rückendeckung für Entscheidungen.

Ein digitaler Beirat schlichtet Konflikte und vermeidet Schaden für das Unternehmen

In einer zersplitterten Gesellschafterversammlung sind Streitigkeiten möglich. Unterschiedliche Interessen und Ziele der Gesellschafter können die tägliche Arbeit der Geschäftsführung komplett blockieren. Es bedarf dann großer Anstrengungen diese Konflikte beizulegen oder zu verhandeln. In diesem Fall ist es Aufgabe und Rolle des digitalen Beirats aufgrund seiner Autorität zu vermitteln und zu schlichten, um gerichtliche Auseinandersetzungen und Schaden für die weitere Unternehmensentwicklung zu vermeiden.

Der Nutzen der Deutschen Digitalen Beiräte für den Mittelstand zur Digitalisierung

– Individuelle Ausrichtung: Beratung, Analyse, Planung, Controlling und Coaching in einer Person

– Erfahrungswissen: Kostengünstige Variante für wertvolles Digital-Fachwissen mit Erfahrungen

– Themenvielfalt: Bezüglich Branchen, Prozesse und aller Aufgaben zur Unternehmensführung

– Coaching: Der Beirat agiert als persönlicher Coach für Geschäftsführer oder Gesellschafter

– Controlling: Beiräte planen, prüfen und bewerten unternehmerische Entscheidungen

– Sicherheit: Ein digitaler Beirat gibt Investoren, Gesellschaftern, Geschäftsführern mehr Sicherheit

– Moderation: Der Beirat löst Konflikte im Management-Board mit unternehmerischer Ethik.

Info: Hilker Consulting ist eine Beratung zur Digitialisierung. Die Inhaberin Dr. Claudia Hilker entwickelt Digital Strategien, um den Geschäftserfolg ihrer Kunden zu steigern. Auch die Umsetzung und Begleitung als Beirat, Coach und Speaker zählen zu den Leistungen.

Arvato Financial Solutions unterstützt Flüchtlingsprojekt der Malteser

Spendenübergabe an die Malteser - v.l. Katrin Heim (Malteser Werke), Manuela Roßbach (Geschäftsführerin Aktion Deutschland Hilft), Kai Kalchthaler (Executive Vice President Arvato Financial Solutions), Sebastian Schilgen (Geschäftsführer Malteser Werke), Frank Kebsch (CEO Arvato Financial Solutions)

Spendenübergabe an die Malteser – v.l. Katrin Heim (Malteser Werke), Manuela Roßbach (Geschäftsführerin Aktion Deutschland Hilft), Kai Kalchthaler (Executive Vice President Arvato Financial Solutions), Sebastian Schilgen (Geschäftsführer Malteser Werke), Frank Kebsch (CEO Arvato Financial Solutions)

Arvato Financial Solutions spendete im Rahmen seiner Weihnachtsaktion einen Betrag von 30.000 Euro an das Projekt WERTvoller Raum der Malteser Werke. Im Rahmen der Bündnisorganisation ‚Aktion Deutschland Hilft‘ richtet sich das Malteser-Projekt an Flüchtlinge, die in den Gemeinschaftsunterkünften des Landes betreut werden und ist damit eingebettet in ein Gesamtkonzept vorintegrativer Bildungsmaßnahmen.

In den Flüchtlingsunterkünften herrscht eine große Heterogenität an Menschen, die mit unterschiedlichen Wertvorstellungen nach Deutschland gekommen sind. Insbesondere das Herkunftsland, die Religion und der Bildungsgrad sind Kriterien für die Formierung persönlicher Wert- und Glaubenssätze. Ziel des Bildungsangebots WERTvoller RAUM der Malteser ist daher die Auseinandersetzung mit Werten und Normen in Deutschland.

Erwartungen, Vorstellungen und Bedürfnisse deutscher Kultur

Es handelt sich um ein niederschwelliges und regelmäßiges Angebot, das die Flüchtlinge bereits in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft erreicht. Im Rahmen von fünf Modulen werden ihnen die Erwartungen, Vorstellungen und Bedürfnisse deutscher Kultur erläutert. Die Themenfelder fokussieren dabei unter anderem auf Geschichte & Politik, Religion, Sprache & Kleidung, Rollenverständnis & Verhalten im öffentlichen Raum, Arbeitswelt & Umgang mit Behörden sowie Freizeit & Sport. Das Angebot soll bewirken, dass Flüchtlingen das notwendige Kulturwissen vermittelt wird, um sich in die deutsche Gesellschaft integrieren können.

Der CEO von Arvato Financial Solutions Frank Kebsch bekräftigt das Engagement des Unternehmens mit den Worten: „Als international tätiges Unternehmen, bei dem die Mehrheit der Mitarbeiter in 21 Ländern außerhalb Deutschlands tätig ist, liegt uns Toleranz sehr am Herzen. Daher haben wir ein Projekt gewählt, das die frühzeitige Integration der Geflüchteten im Fokus hat. Denn Integration und Bildung sind der Schlüssel für ein gelungenes Zusammenleben.“

Kai Kalchthaler, Executive Vice President Arvato Financial Solutions Deutschland, ergänzt: „Uns war es dabei wichtig, dass wir neben unseren vielfältigen lokalen Aktionen ein nachhaltiges deutschlandweites Projekt finden, das auf kontinuierliche Hilfe setzt. Ob es um die praktischen Fragen des Alltags geht, um Behördengänge oder die Arbeitssuche – mit ihrer Arbeit ebnen die Malteser die ersten Wege.“

Den Einzelnen und seine Bedürfnisse im Blick haben

Sebastian Schilgen, Geschäftsführer der Malteser Werke, erläutert den Ansatz der Hilfsorganisation: „Bei der Betreuung der Flüchtlinge legen wir großen Wert darauf, stets den Einzelnen und seine Bedürfnisse im Blick zu haben. Mit dem Projekt WERTvoller Raum lernen die Flüchtlinge, die Erwartungen und Vorstellungen deutscher Kultur kennen und integrieren dieses Wissen in ihren Alltag. Das ist der erste Schritt für eine gelungene Integration.“

Nach der Testphase in der zentralen Unterbringungseinrichtung in Wickede-Wimbern wird das Angebot 2017 in den bundesweit elf Betreuungseinrichtungen der Malteser verankert. Anhand von Teilnehmerlisten und qualitativen Einzelinterviews misst und dokumentiert die Hilfsorganisation die Wirkung des Projektes. Voraussichtlich werden ca. 1.500 Menschen von dem Angebot profitieren. Das Angebot ist komplett durch Spenden finanziert.

Aktion Deutschland Hilft ist ein Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen und Notsituationen im Ausland gemeinsam schnelle und effektive Hilfe leisten. Zunehmend müssen Hilfsorganisationen ihre Hilfe koordinieren: mit Partnern, Regierungen und internationalen Institutionen – aber auch untereinander. Die Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft bringen ihre fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen zusammen, um bedarfsgerecht und effizient Hilfsprojekte zu realisieren. In diesem Fall bieten die Malteser Werke mit dem Bildungsangebot WERTvoller Raum Flüchtlingen eine Auseinandersetzung mit den Werten und Normen in Deutschland.

Mehr Informationen unter www.aktion-deutschland-hilft.de und www.malteserwerke.de

 

 

Selfapy: Online-Therapie gegen Depressionen

SelfapySechs Monate lang hat das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine unabhängige Studie zur Wirksamkeit des Interventionsansatzes des Berliner Start-Ups Selfapy durchgeführt, welches als Deutschlands erstes durch Psychologen begleitetes Online-Programm Hilfe bei Depressionen bietet.

Die Untersuchungsergebnisse des Hamburger Klinikums bestätigen, was zahlreiche internationale Erhebungen bei ähnlichen Angeboten aus den USA und Skandinavien bereits belegten: Das Online Therapie Programm Selfapy kann zur Behandlung von Depressionen die Krankheitssymptome schnell und signifikant reduzieren.

Betroffene, die seit geraumer Zeit vergeblich auf einen Therapieplatz hoffen und händeringend nach überzeugenden Alternativen suchen, kann dies zuversichtlich stimmen. Dank des wissenschaftlichen Belegs für seine Wirksamkeit hat Selfapy nun die Chance, als präventive Übergangslösung die Versorgungssituation für Millionen Betroffene in Deutschland maßgeblich zu revolutionieren.

Menschen mit Depressionen anonyme Hilfe  bieten

Mit der Vision, Menschen mit Depressionen schnelle und anonyme Hilfe zu bieten, gründeten die beiden Psychologinnen Nora Blum und Kati Bermbach Anfang 2016 ihr Start-Up Selfapy. Der Hintergrund damals wie heute: Deutschlandweit leiden rund 20 Millionen Menschen an einer psychischen Erkrankung und müssen im Schnitt drei bis sechs Monate auf einen Therapieplatz warten.

„Ein unerträglicher Zustand. Für viele Betroffene ist es eine große Überwindung, sich professioneller Hilfe zu stellen und wenn sie es einmal geschafft haben, werden sie vertröstet“, sagt Kati Bermbach. Gemeinsam mit ihrer Freundin Nora Blum gründete sie deshalb ein durch Psychologen begleitetes Online-Therapie-Programm, welches auf den Grundsätzen der kognitiven Verhaltenstherapie beruht. Der Erfolg des Unternehmens zeigte sich schnell in Zahlen:

„Mehr als 1.000 Betroffenen konnten wir seit der Gründung mit unserem Online-Therapie-Programm bereits helfen. Durchschnittlich zeigt sich eine Verbesserung der Symptome um 35%. Damit kann unser Online Programm im Netz mit der traditionellen Psychotherapie mithalten.“

Eine Annahme, die es zu testen galt und die das UKE in Hamburg nun wissenschaftlich belegt hat. Die Studie, die von Leiter Prof. Dr. Steffen Moritz und seiner Mitarbeiterin Johanna Schröder durchgeführt wurde, erstreckte sich über 6 Monate. Neun Wochen dauerte die Behandlung durch Selfapys Online Programm: „So lange dauern unsere Online Kurse in der Regel. In dieser Zeit durchlaufen die Betroffenen, basierend auf Erkenntnissen der kognitiven Verhaltenstherapie, verschiedene Übungen und Module. Dazu gehören beispielsweise Trainings zur Selbsterkenntnis, Tagesstruktur oder den sozialen Kontakten. Unsere Psychologen begleiten die Nutzer in diesem Zeitraum per Telefon, Chat oder via Skype mit wöchentlichen Gesprächen“, erklärt Bermbach, ehemalige Mitarbeiterin der Charité in Berlin.

An der klinischen Studie des UKE haben insgesamt 103 Probanden mit depressiven Störungen teilgenommen, die sich in drei Versuchsgruppen unterteilten: Eine Warteliste-Kontrollgruppe, eine Gruppe, die Selfapys Online Kurs ohne die psychologischen Gespräche nutzte und eine Gruppe die das Selfapy Programm erhielt – Online Kurse in Kombination mit wöchentlichen Psychologen-Gesprächen per Telefon oder Chat.

Verglichen wurde dabei Selfapys durch Psychologen begleitetes Online Programm mir der Warteliste-Kontrollgruppe. Hierzu wurde vor und nach der Interventionsperiode von 9 Wochen mit Hilfe standardisierter Fragebögen getestet, ob und inwieweit die Nutzung des Selfapy Programms Krankheitssymptome mindert. Das Ergebnis: Bei einer äußerst geringen Abbrecherquote von nur sieben Prozent zeigte sich eine signifikante Symptom-Reduktion bei gleichzeitiger Erhöhung des Selbstwertgefühls und einer Minderung von Pessimismus und Interessenverlust. „Dank dieser starken Werte kann man nun offiziell sagen, dass unser Angebot wirksam ist. Auch auf die geringe Abbrecherquote sind wir besonders stolz. Sie ist auf unseren persönlichen Kursansatz zurückzuführen, da Nutzer bei uns rund um die Uhr von einem persönlichen Psychologen betreut werden – das unterscheidet uns von vielen anderen Online-Programmen“, erklärt Bermbach.

Das positive Studienergebnis räumt auch letzte Skepsis und Zweifel derjenigen aus, die Online Therapie Programme als unwirksam abstempeln. „Wir kennen diese Bedenken und freuen uns, diese nun mit einer klinischen Studie widerlegen zu können. Online Therapie Programme können zudem sehr hilfreich sein, denn die Hemmschwelle, im Jetzt und Hier mit einer Online-Therapie zu beginnen, ist deutlich niedriger als bei einer traditionellen Psychotherapie. Hinzu kommt, dass wir diejenigen mit unserem Programm abholen, die Angst vor Stigmatisierung haben und aus Schamgefühl keinen Psychotherapeuten aufsuchen wollen“, kommentiert Kati Bermbach.

Dennoch ist die Online-Therapie nicht für jeden gleichermaßen geschaffen. Stark Depressive oder sogar suizidgefährdete Menschen sollten sich direkt an ein professionelles Versorgungsnetz wenden und einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen. „Nichtsdestotrotz kann unser Programm eine präventive Lösung sein und verhindern, dass es überhaupt erst zu Suizidgedanken kommt“, erklärt Psychologin Bermbach. „Besonders bei leichten bis mittelschweren Depressionen – sei es vor einer Psychotherapie, begleitend zu einer medikamentösen Behandlung oder im Nachsorgestadium – ist Selfapys Online-Therapie eine wirksame Übergangslösung“, so Bermbach.

Für die Zukunft verfolgt das junge Start-Up bereits weitere, ambitionierte Pläne. Geplant ist eine Studie mit der Charité in Berlin, bei der geprüft wird, inwieweit sportliche Aktivitäten, explizit das Laufen, den positiven Nutzen von Selfapys Online Therapie weiter steigern. Schon jetzt hat das junge Team eine Laufgruppe ins Leben gerufen, der sich Betroffene und Angehörige jeden Mittwoch anschließen können, um ihre Sorgen hinter sich zu lassen.

Über Selfapy

Selfapy ist ein durch Psychologen begleitetes Online-Selbsthilfeportal gegen Depression und Angst, und wurde 2016 von Kati Bermbach, Nora Blum und Farina Schurzfeld in Berlin gegründet. Die Geschäftsidee: Die Versorgungssituation für Millionen Deutsche, die einmal oder mehrfach im Leben von einer Depression betroffen sind, deutlich zu verbessern. In Deutschland leiden 20 Millionen Menschen an einer psychischen Erkrankung wie Burnout, Depression oder Angst. Oftmals müssen Betroffene bis zu sechs Monate auf eine Behandlung warten. Auch die Scham ist immer noch ein Thema, nur jeder Zweite wagt den Schritt nach Außen und sucht sich Hilfe. Bei Selfapy erhalten Betroffene sofort und anonym Hilfe durch Online Kurse und wöchentliche Telefonate mit Psychologen. „Psychische Gesundheit sollte weder vom Geldbeutel, der Versorgungssituation noch Scham und Stigma abhängen“, sagt Kati Bermbach.

Soziales Engagement der All Service Sicherheitsdienste

Bruno Seibert, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e.V. und Peter Haller, Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste (v.l.n.r.)

Bruno Seibert, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e.V. und Peter Haller, Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste (v.l.n.r.)

All Service Sicherheitsdienste ist für ihre sozialen Projekte bekannt. Im vergangenen Jahr unterstützte das Sicherheitsunternehmen wieder die Veranstaltung Open Doors in Neu-Isenburg. Mit professionellem Einsatz kamen rund 30 Sicherheitsmitarbeiter zum Einsatz. Vor Ort sorgte die All Service Sicherheitsdienste GmbH für einen reibungslosen Ablauf.

Den Umsatz spendete die All Service Sicherheitsdienste an die Kinderhilfestiftung e.V. in Frankfurt am Main. Geschäftsführender Gesellschafter Peter Haller übergab den symbolischen Spendenscheck in Höhe von 8.000,- Euro an Bruno Seibert, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e.V..

„Mit dieser Spende wollen wir das Langzeitprojekt „Kinderschutzambulanz“ weiterhin unterstützen. Uns ist es ein besonderes Anliegen solche Sozialprojekte zu fördern und bei der Veranstaltung Open Doors als Sponsor aufzutreten. Denn die Sicherheit bei Festivals wie diesen, steht an erster Stelle“, sagte Peter Haller, Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste.

Gaming Community beweist Herz: paysafecard spendet 10.000 warme Mahlzeiten für Syrien

Der Scheck wurde von paysafecard CEO Udo Müller persönlich an Ärzte ohne Grenzen-Beziehungsmanagerin Paulina Bugajski-Hochriegl übergeben.

Der Scheck wurde von paysafecard CEO Udo Müller persönlich an Ärzte ohne Grenzen-Beziehungsmanagerin Paulina Bugajski-Hochriegl übergeben.

Aus dem Eifer und der Begeisterung der Online Gaming-Community macht paysafecard eine Unterstützung für viele, denen das Nötigste fehlt – und das nicht zum ersten Mal. Konkret hatte sich das Unternehmen das hochgesteckte Ziel gesetzt, mit dem „Magischen Memory“-Spiel die Marke von eine Million Spielen zu erreichen und dafür eine karitative Spende an „Ärzte ohne Grenzen“ zu übergeben.

Die Gamer ließen sich nicht lange bitten, bewiesen Herz und so konnte dank ihres unermüdlichen Einsatzes Anfang Januar die Millionen-Marke geknackt werden. paysafecard löste sein Versprechen ein und stiftete den Gegenwert von 10.000 warmen Mahlzeiten für Menschen auf der Flucht in Syrien, die von „Ärzte ohne Grenzen“ versorgt werden. Durch die lange Zusammenarbeit mit dieser renommierten Institution ist zugleich sichergestellt, dass die Spende tatsächlich jene erreicht, die sie am dringendsten brauchen. Als humanitäre medizinische Organisation setzt sich Ärzte ohne Grenzen bereits seit 1971 überall dort für eine qualitativ hochwertige und effiziente Gesundheitsversorgung ein, wo das Überleben von Erwachsenen und Kindern gefährdet ist.

Udo Müller, CEO von paysafecard, Teil der Paysafe Group: „Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien hat der Einzelne keine Möglichkeit, unmittelbar und konkret zu helfen. Gerade deshalb ist die medizinische und psychologische Nothilfe von Ärzte ohne Grenzen vor Ort so unerlässlich. Mit unserer Aktion haben wir Online Gamer in eine Initiative eingebunden, die Hilfe bringt und dort ansetzt, wo die Not besonders groß ist. Mein Dank gilt allen, die sich hier für das gute Ziel eingesetzt haben und ganz besonders der Organisation selbst.“

 

Kommentar von SecCon: „Videoüberwachung allein verhindert keine Straftaten“

Weidenauer_MarkusMarkus Weidenauer, geschäftsführender Gesellschafter der SecCon Group in München, zur Ausweitung der Videoüberwachung in Deutschland:

Zur Stärkung der inneren Sicherheit hat das Bundeskabinett beschlossen, die Videoüberwachung in Deutschland auszuweiten. Das verabschiedete Gesetzespaket von Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht vor, besonders an öffentlichen Orten eine verstärkte Videoüberwachung zu erlauben. Doch welchen Nutzen hat ein derartiges Vorgehen und welche weiteren Weichen müssen gestellt werden, damit ein derartiges Vorgehen nicht ausschließlich einen repressiven Charakter vorweist?

„Bei der Erstellung von Sicherheitskonzepten und in der öffentlichen Wahrnehmung spielt Videoüberwachung eine immer größere Rolle. Wichtig ist es jedoch, die dahinterstehenden Prozesse klar zu definieren. Denn einfach nur eine Kamera aufzuhängen, die die Umgebung aufzeichnet, hat zunächst keinen, beziehungsweise nur einen repressiven Wert. Sie dient dann lediglich dazu, im Nachgang dazu beizutragen, eventuelle Straftaten aufzuklären.

Bei der Videoüberwachung, wie es sich die Bevölkerung anhand des Beispiels der polizeilichen Videoüberwachung vorstellt, muss hingegen auch laufend jemand vor der Kamera sitzen und die Bilder auswerten. Das muss aus personeller Sicht erst einmal gestemmt werden, ganz zu schweigen von der Qualifikation, die jemand mitbringen muss, um Situationen richtig beurteilen und bewerten zu können und um anschließend die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Für die Maßnahmenumsetzung muss wiederum eine angemessene Anzahl an gut ausgebildeten Interventionskräften zur Verfügung stehen. Darin liegt in meinen Augen die eigentliche Herausforderung.“

 

 

Digitales Deutschland: Zwölf Thesen für den Einstieg in die Digitalwirtschaft

Bildquelle: Messe Frankfurt.

Bildquelle: Messe Frankfurt.

Die Digitalisierung spaltet das Land der Dichter und Denker: Hier die Internet-Pioniere, die begeistert alle Risiken ignorieren. Dort die Etablierten, deren Skepsis zum Bremsklotz wird. Deutschland zaudert: Haben wir die Digitalisierung im Griff? Oder sie uns? Mit der Querschnittstudie „Digitales Deutschland“ legt die Managementberatung Oliver Wyman eine ungewöhnliche Analyse vor: Über alle Branchen hinweg haben 18 Partner die zentralen Erfolgsfaktoren ermittelt, mit denen der deutschen Wirtschaft der digitale Umbau gelingen kann.

Am Standort Deutschland mehren sich die Warnrufe: Sind wir gewappnet für eine Ära, in der Informationstechnik zum dominanten Produktionsfaktor aufsteigt? Was wird aus stolzen Industriebetrieben, wenn smarte Start-ups ganze Branchen auf den Kopf stellen? Und was wird aus Mitarbeitern, deren Berufsbilder vom technischen Fortschritt zerlegt werden?

„Wir erleben in Deutschland eine große Verunsicherung“, sagt Dr. Kai Bender, Partner und Leiter der deutschen Digital Practice bei Oliver Wyman. „Viele etablierte Unternehmen nehmen die Digitalisierung als Bedrohung wahr – dabei bietet sie gerade ihnen riesige Chancen.“ Entschlossenes Handeln sei jetzt immens wichtig, sagt Bender. „Ein Festhalten an vermeintlich unveränderlichen Ingenieurstraditionen wäre gefährlich.“ Zugleich warnt er vor Aktionismus– nur wer besonnen eine individuelle Strategie entwickelt, fährt auf der Gewinnerstraße.

Expertise quer durch alle Branchen

Insgesamt 18 Digitalisierungsexperten von Oliver Wyman haben in komprimierter Form zusammengefasst, welche Erfolgsfaktoren zu einer Digitalisierungsstrategie zählen. Die Querschnittanalyse „Digitales Deutschland“ kann so als Handlungsleitfaden dienen. Sie gibt konkrete Tipps, um die wichtigsten Stellschrauben in puncto Wettbewerb, Organisation und Technologie zu identifizieren – und sie je nach Branche und Betrieb richtig zu justieren. „Die Studie ist mithin ein Appell an die Marktführer: Stellt Euch der Digitalisierung, nutzt den Datenschatz, nehmt Eure Mitarbeiter mit auf die Reise“, sagt Kai Bender.

Zahlreiche Attribute, die bisher Start-ups für sich beanspruchen, werden künftig für Traditionsunternehmen zu Must-haves: So sollten CEOs mehr als bisher auf Tempo gefasst sein, IT zur Chefsache machen, und Strukturen schaffen, die schnelles Wachstum ermöglichen. Die Digitalisierung sprengt die herkömmliche Matrixorganisation. Wer sich zwischen Divisionen und Funktionen verheddert, kann keine agilen Prozesse auf die Beine stellen. Auch der Glaube, eine nur „punktuelle Digitalisierung“ sei möglich, führt in die Irre. Es gilt: Ganz oder gar nicht. Nicht renovieren – neu bauen.

Talente in den eigenen Reihen

Den stärksten Wandel erlebt die Beziehung zum Kunden: „Der Kunde ist König – endlich“, sagt Bender. Geschäftsmodelle der Zukunft funktionieren nur, wenn sie konsequent vom Nutzen des Abnehmers her gedacht sind – nicht länger allein ausgehend vom Produkt. Wer die verfügbaren Daten seines Kunden klug nutzt, kann dessen Wünsche aktiv einbeziehen in den Transformationsprozess. Dabei ist die Markt- und Kundenerfahrung der bestehenden Mitarbeiterschaft auch in der digitalen Welt von hohem Wert.

Es gehe beim Personal um eine gute Mischung aus Digital Natives und motivierten Stammkräften, sagt Bender: „Viele Mitarbeiter werden sich bei richtiger Ansprache begeistern lassen.“ Für Bender steht fest: Kaum ein Standort hat eine bessere Ausgangsposition für das Gelingen der digitalen Revolution als Deutschland.

Die zwölf Kernthesen der Digitalisierungsexperten von Oliver Wyman

1. Neu entstehende Ökosysteme, nicht alte Industriestrukturen, bieten die größten Chancen.

2. Produktzentrierte Unternehmen müssen umdenken – und immer zentral vom Kundenbedürfnis ausgehen.

3. Auch in reifen Branchen gilt: „Leistung nach Vorschrift“ reicht nicht mehr aus. Kundenerlebnisse sind gefragt.

4. Wer die Gratwanderung zwischen Datenschutz und Datennutzung rechtssicher beherrscht, wird sich durchsetzen.

5. Agile Organisationsformen gedeihen nicht nur im sonnigen Silicon Valley. Deutsche Unternehmen können die Mehrheit ihrer heutigen Mitarbeiter erfolgreich mit auf die digitale Reise nehmen.

6. Der Aufbau neuer Geschäfte ist so einfach wie nie zuvor. Trial und Error gehört zum Geschäft.

7. Intelligente Bedarfsprognosen und automatisierte Steuerung machen Lieferketten deutlich effizienter.

8. Compliance ist eine Frage der Unternehmenskultur – auch agile Organisationen können sie einhalten.

9. Künstliche Intelligenz verändert unser Lernen und Arbeiten.

10. Blockchain ist keine Spielerei. Sie wird zur Grundlage für sichere Transaktionen in allen Branchen.

11. Robotik und Sensorik werden Effizienz und Qualität in der Produktion auf ein völlig neues Niveau heben.

12. Bestehende IT-Systeme müssen entrümpelt werden, so teuer sie auch waren. Offenen Schnittstellen (APIs) gehört die Zukunft.

 

Online-Plattform JOIN vermittelt Praktika für Flüchtlinge

bitkom_fluechtling_unternehmen_2Wie kann eine schnelle Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft gelingen? Wie werden begleitend zu einem Praktikum zusätzliche Sprachkenntnisse vermittelt? Und wie können Geflüchtete einfach und verständlich ihre Qualifikationen nachweisen?

JOIN soll eine Antwort auf genau diese Fragen liefern. Die Praktikumsplattform, die vom Academy Cube in Saarbrücken vorgestellt wurde und deren Entwicklung gemeinsam vom Bundesministerium des Innern, dem Digitalverband Bitkom und von zahlreichen Unternehmen wie Dataport, McKinsey, SAP und Software AG unterstützt wird, bringt Unternehmen und Flüchtlinge schnell und vor allem unkompliziert zusammen. JOIN bietet somit eine niedrigschwellige Hilfestellung für Geflüchtete bei der Integration.

Beitrag zur frühzeitigen Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive

„Mit der Praktikumsplattform JOIN leisten wir gemeinsam mit der Wirtschaft einen Beitrag zur frühzeitigen Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive. Wer über JOIN Praktika anbietet oder einen Praktikumsplatz annehmen möchte, wird Schritt für Schritt durch die notwendigen Prozesse geführt und kann sich sicher sein, alle notwendigen und vor allem korrekten Formulare zu erhalten“, sagte Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, heute in Saarbrücken.

JOIN wird seit Anfang November im Pilotbetrieb getestet. JOIN versteht sich dabei als Pilotprojekt, bei dem bestehende berufsbezogene Initiativen und E-Learning–Angebote eingebunden werden können. So kann für Geflüchtete langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt und für eine Weiterbildung aufgebaut werden.

Aktuell hat nach einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten bereits einem Flüchtling ein Praktikum angeboten oder kann sich das in Zukunft vorstellen.

Größter Hinderungsgrund für die Vergabe von Praktikumsplätzen sind fehlende Sprachkenntnisse der Flüchtlinge (81 Prozent). Daneben beklagen die Unternehmen den hohen bürokratischen Aufwand, um eine Arbeitsgenehmigung zu erhalten (46 Prozent). Jedem vierten Unternehmen (24 Prozent) fehlt es an einer Möglichkeit, geeignete Flüchtlinge anzusprechen. Entsprechend wünschen sich neun von zehn Unternehmen (89 Prozent), dass der bürokratische Aufwand bei der Beschäftigung von Flüchtlingen reduziert wird, etwa durch Service-Angebote der Verwaltung.

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist bereit, Flüchtlingen ein Praktikum anzubieten“

„Jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist bereit, Flüchtlingen ein Praktikum anzubieten. Das ist ein riesiges Potenzial und eine große Chance, um die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Karl-Heinz Streibich. „JOIN bietet genau das, was bisher gefehlt hat: eine Plattform, die eine unkomplizierte Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen kann.“

JOIN soll es Unternehmen ermöglichen, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Flüchtlinge registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, kann sich der Geflüchtete per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen alle relevanten Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse durch JOIN Partner angeboten.

Die Idee für das Konzept zu JOIN entstand im vergangenen Jahr im Rahmen der Plattform „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“ des Nationalen IT-Gipfels. Innerhalb von vier Monaten wurde die Pilotversion der Online-Plattform programmiert. In der Weiterentwicklung und im weiteren Betrieb wird JOIN insbesondere durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützt, um den frühestmöglichen Einstieg von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu fördern. Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten, und Geflüchtete, die einen Praktikumsplatz suchen, können sich unter www.join-now.org registrieren.

 

Cyber-Security – Staatliche Verantwortung oder Nutzerauftrag?

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Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten beim Berliner Gespräch des Münchner Kreis das Spannungsfeld zwischen staatlicher Regulierung und Selbstverantwortung im Bereich Cyber-Security (Foto: Münchner Kreis / EIT ICT)

100.000 – das ist die Anzahl der neuen Schadprogramme, die sich täglich über das Internet verbreiten. 61 Prozent der Deutschen sagen in der neuesten DIVISI-Studie, sie können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Diese beiden Zahlen machen deutlich, welche zentrale Rolle die Cyber-Security bereits heute spielt.

In Zukunft wird die Datensicherheit eine noch größere gesellschaftliche Bedeutung haben. Die drängendsten Fragen zu diesem Thema diskutierten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beim vom Münchner Kreis organisierten Berliner Gespräch unter der Überschrift „Cyber-Security – Neue Services im Spannungsfeld zwischen Regulierung und Selbstverantwortung“ in den EIT ICT Labs.

Prof. Dr. Claudia Eckert, Fraunhofer Institut AISEC und TU München, brachte es am Ende des Abends auf den Punkt: „Cyber-Security ist nicht ausschließlich ein technisches Thema, sondern betrifft und beeinflusst alle Bereiche der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Es gilt, die unterschiedlichen Bedürfnisse, Erwartungen und Forderungen in einem gemeinsamen Diskurs aufzuarbeiten und Lösungen zu finden, die mehrheitlich akzeptiert werden können. Das diesjährige Berliner Gespräch war ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung. Der Abend hat verdeutlicht, dass es im Interesse aller Beteiligten liegt, die Debatte intensiv fortzuführen.“

Staat muss die Rahmenbedingungen für die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen schaffen

Staatssekretär Klaus Vitt, Bundesbeauftragter für Informationstechnik, betonte, dass der Staat die Rahmenbedingungen für die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen schaffen müsse und gleichzeitig die Aufgabe habe, Freiheit und Sicherheit zu garantieren. Dabei ist es notwendig, dass sich Regulierung und Selbstverantwortung die Balance halten.

Mit der Fortschreibung der Cybersicherheitsstrategie 2016 will das Bundesministerium des Innern die Aktivitäten der Bundesministerien koordinieren und Leitlinien und Maßnahmen unter anderem zur Förderung der digitalen Souveränität, oder auch der Robustheit von kritischen Infrastrukturen festlegen. Der Schutz der IT-Systeme allein durch den Anwender genügt nicht mehr. Auch für effektiven Datenschutz ist die IT-Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung.

Den Mittelstand sensibilisieren

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI), wies auf den Anstieg um den Faktor 70 bei Ransomware-Angriffen hin. Hierbei verschlüsselt eine schädliche Software die Daten auf dem Computer und Kriminelle fordern Geld für die Entsperrung. Nach Ansicht Schönbohms sei der vertrauensvolle Informationsaustausch in Bezug auf Angriffe oder Angriffsversuche auf dem Weg zu einem sicheren Cyberraum unerlässlich.

Nur wenn Angriffe auf die IT-Systeme gemeldet werden, können ein umfängliches Lagebild erstellt und Unternehmen rechtzeitig gewarnt werden, sodass eine angemessene und rechtzeitige Reaktion möglich ist. So kann die Sicherheit ohne weitreichende Regulierungen erhöht werden. Für das BSI sind hinsichtlich der IT-Sicherheit drei Säulen von Belang: Standardisierung, Zertifizierung und Verschlüsselung.

Die Ära der Digitalisierung

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Mittelstand, insbesondere die Geschäftsführung, für das Thema IT-Sicherheit sensibilisiert werden müsse, damit das Rückgrat der deutschen Wirtschaft nicht ins Hintertreffen gerät. „Um kleine und mittelständische Unternehmen fit für die Ära der Digitalisierung zu machen, benötigen wir die Unterstützung von Multiplikatoren und sollten die Anwendung von Sicherheitssoftware aus Deutschland fördern“, so Arne Schönbohm.

Als Reaktion auf die immer komplexeren Problemstellungen im Bereich der IT-Sicherheit wurde 2004 die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) gegründet. Kernaufgaben der etwa 50 Mitarbeiter umfassenden in Griechenland ansässigen Agentur sind die Information und Beratung der europäischen Institutionen vor und während Gesetzgebungsprozessen im Bereich IT-Sicherheit.

Der geschäftsführende Direktor Prof. Dr. Udo Helmbrecht sieht in einer Welt, in der Unternehmen zunehmend Nutzerdaten „ernten“, den Schlüssel in technischen Lösungen sowie einer staatlichen Regulierung – die im IT-Bereich augenblicklich jedoch noch in den Kinderschuhen stecke. Die Probleme müssten endlich angegangen werden und Marktteilnehmer sollten sich nicht auf einigen wenigen Erfolgsbeispielen ausruhen.

Bequemlichkeit wichtiger als Sicherheit

„In der Gesellschaft gewinnt noch viel zu häufig die Convenience über die Sicherheit“, berichtete Matthias Kammer, Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVISI), das im Juni eine neue Internetmilieustudie veröffentlichte. „Es macht sich in Deutschland ein Internetoptimismus breit.“

72 Prozent der Befragten sehen bei der Nutzung des Internets mehr Chancen als Risiken; dabei tritt die Datensicherheit in den Hintergrund. Ein Indiz dafür ist, dass mehr als Dreiviertel der Deutschen wissen, dass sie bei kostenlosen Diensten mit ihren Daten bezahlen, aber diese dennoch nutzen. Die Internet-User sind sich bewusst (82 Prozent der Befragten), dass sie selbst die Verantwortung für ihre Daten in der Hand halten.

Diese Verantwortungsphilosophie zeigt sich auch in den folgenden Ergebnissen: 66 Prozent der Umfrageteilnehmer würden gerne den Staat in die Pflicht nehmen, trauen ihm eine Lösungsfindung aber nicht zu; 88 Prozent verlangen mehr Datenschutz von der Wirtschaft, glauben aber nicht daran, dass diese ihn garantieren kann. Matthias Kammer warnte: „Ein Umbruch, wie er uns bevorsteht, erfordert einen breiten gesellschaftlichen Diskurs darüber, wie das Leben in einer digitalen Gesellschaft aussehen sollte und welche Werte dabei im Vordergrund stehen. Die technologische Gestaltung muss immer zusammen mit der gesellschaftlichen Entwicklung erfolgen und darf diese nicht abhängen.“

Konkrete Forderungen an die Politik

Bei der abschließenden Paneldiskussion wurde nochmals deutlich, dass die Entgrenzung staatlicher Souveränität im Bereich der Cyber-Sicherheit eine zentrale Herausforderung im Rahmen der digitalen Transformation ist. Von der Politik ist angesichts der Uferlosigkeit des Internets neben technischer Weitsicht, Konfliktbereitschaft und Flexibilität gefordert, wobei eine staatliche Regulierung bis zu einem gewissem Grad nicht fehlen darf.

Dennoch hoben die Teilnehmer hervor, dass zu viele Regelungen Wettbewerb verhindern und mahnten die Politik, Zertifizierungs- und Zulassungsprozesse für Produkte zu beschleunigen, damit die IT-Sicherheitsbranche in Deutschland nicht ins Hintertreffen gegenüber beispielsweise amerikanischen Unternehmen gerät. Darüber hinaus können zu viele Sicherheitsmaßnahmen ebenso Innovationsprozesse hemmen.

Die Teilnehmer erörterten zudem die Frage nach der Notwendigkeit einer allumfassenden Vernetzung und die Forderung nach mehr Transparenz.

Ob eine solche Nachvollziehbarkeit der richtige Weg ist sowie weitere komplexe Fragen werden im kommenden Jahr auf einer Fachkonferenz des Münchner Kreis zum Thema Cyber-Security diskutiert. Aufgrund der gestiegenen Bedeutung des Themas Cybersicherheit hat der MÜNCHNER KREIS Anfang 2016 einen neuen Arbeitskreis Cyber-Security unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Eckert gegründet, um das Thema sowohl in der fachlichen Tiefe, als auch gesellschaftlichen Breite zu begleiten.

Ex-Banker startet Shop mit „eingebauter guter Tat“

Andreas Böh von Rostkron bietet ab sofort Online-Shopping mit „eingebauter guter Tat“: Der Gründer von Gladizon hat mehr als 40.000 Schreibwaren, Büro und Geschenkartikel im Sortiment – und spendet bei jedem Kundenkauf 3 bis 6 Prozent des Nettoumsatzes aus seinem Geldbeutel an eine von fünf Hilfsorganisationen.

Andreas Böh von Rostkron bietet ab sofort Online-Shopping mit „eingebauter guter Tat“: Der Gründer von Gladizon hat mehr als 40.000 Schreibwaren, Büro und Geschenkartikel im Sortiment – und spendet bei jedem Kundenkauf 3 bis 6 Prozent des Nettoumsatzes aus seinem Geldbeutel an eine von fünf Hilfsorganisationen.

Andreas Böh von Rostkron hat das getan, wovon viele Menschen träumen: Seinen Job bei einer großen deutschen Bank gekündigt, seine Startup-Idee mit sozialem Unternehmertum weiterentwickelt – und nach 14 Monaten Vorbereitung ist er jetzt am 7. November 2016 endlich mit dem großem Shop online gegangen. Seine Idee ist einfach: Gladizon garantiert Shopping inklusive guter Tat.

Denn für jeden Einkauf spendet Andreas Böh von Rostkron zwischen 3 und 6 Prozent des Nettoumsatzes an eine Hilfsorganisation. „Das garantiere ich, denn das ist mein Geschäftsmodell.“ Jeder, der bei Gladizon einkauft, kann zudem auswählen, wohin seine Spende geht. Im ersten Jahr will Böh von Rostkron bei 420.000 Euro Nettoumsatz rund 21.000 Euro spenden.

Mit 40.000 Produkten im Online-Shop mit garantierter guter Tat auf den Markt gehen? Mit dem Geschäftsmodell, einen Anteil des Umsatzes Hilfsorganisationen zu spenden, ohne dass der Kunde mehr bezahlen muss? Es ist ein mutiger Schritt für den Ehemann und dreifachen Familienvater Andreas Böh von Rostkron: „Ich habe meinen Job bei einer großen deutschen Bank in Frankfurt gekündigt, weil ich davon überzeugt bin, dass sozial engagiertem Unternehmertum die Zukunft gehört.“

Der 40-jährige Oberurseler und Wirtschaftsinformatiker will mit Gladizon Verantwortung übernehmen. „Dafür ist es wichtig, dass unsere Produkte und unser Service erstklassig und die Preise marktüblich sind, um viele Kunden zu gewinnen.“ Das Startangebot von Gladizon beinhaltet rund 40.000 Produkte aus dem Sortiment Schreibwaren, Büro- und Geschenkartikel. „Das ist erst der Anfang. Wir werden unser Angebot nach und nach auf zusätzliche Bereiche erweitern.“

Wie funktioniert Einkaufen und Spenden, ohne mehr zu bezahlen, praktisch?

  1. Auswählen

Der Kunde sucht sich im Online-Shop von www.gladizon.com seine gewünschten Produkte aus.

  1. Bestellen

Nachdem er seinen Warenkorb fertiggestellt hat, wählt der Kunde direkt mit seiner Bestellung bei Gladizon eine der fünf zum Start vorgeschlagenen Hilfs¬organisation wie zum Beispiel SOS-Kinderdorf, UNO Flücht¬lingshilfe etc. aus – mit einem Klick und ohne Mehrkosten.

  1. Spenden

Nach der Bezahlung überweist Gladizon einen Anteil von 3 bis 6 Prozent des Netto-Rechnungsbetrags an die vom Kunden ausgewählte Hilfsorganisa¬tion. Diesen Anteil übernimmt Gladizon komplett.

 Warum macht Andreas Böh von Rostkron das?

Soziales Unternehmertum liegt Andreas Böh von Rostkron am Herzen: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es für viele Hilfsorganisationen und Vereine ist, an Spendengelder zu kommen. Andererseits gibt es sehr viele Menschen und Unternehmen, die Gutes unterstützen möchten. Das war der Grund für mich, dieses Geschäftsmodell zu entwickeln, das beide Bedürfnisse zum Vorteil beider Seiten verbindet.“

Das Ziel ist dabei, dass viele kleine Spendenbeträge sich summieren. Im ersten Jahr rechnet der Gründer bei einem Nettoumsatz von 420.000 Euro mit rund 21.000 Euro, die er als Spenden überweisen kann. Damit ist viel Hilfe möglich. „Die von Gladizon unterstützten ‚German Doctors‘ ermöglichen etwa mit 5 Euro monatlich einem Kind in Bangladesch den Schulbesuch oder mit 50 Euro die gesamte Schwangerschaftsvorsorge einer Frau mit regelmäßigen Gesundheitschecks und den nötigen Medikamenten“, nennt Böh von Rostkron zwei Beispiele.

Dr. Detlev Geiger von UNICEF: „Ich rate Kunden mitzumachen“

Gladizon spricht private Haushalte mit Familien, Studenten, Schülern, kurz Endverbraucher, an – und Unternehmen. Sie können mit einem Einkauf bei Gladizon ebenfalls soziale Verantwortung übernehmen – und Gutes tun. Dr. Detlev Geiger, Leiter von UNICEF Aschaffenburg, ist überzeugt, „dass Corporate Social Responsibility in Deutschland immer wichtiger wird. Meiner Meinung nach geht Gladizon das Thema sehr kundenfreundlich an. Ich kann Kunden nur raten, hier mitzumachen. Es entsteht eine Win-Win-Win-Situation. Der Kunde kann mit einem Mausklick kaufen und ohne Mehraufwand spenden. Die Hilfsorganisationen bekommen ohne Aufwand Zuwendungen. Und Gladizon verkauft und hat seinen Anteil.“

Dafür ist der große Online-Shop kundenfreundlich gestaltet. „Wir haben das visionäre Shop-Modell von Andreas Böh von Rostkron technisch umgesetzt. Die ehrliche Bereitschaft von Gladizon, etwas vom eigenen Erfolg abzugeben, finden wir wunderbar revolutionär! Technisch haben wir einen Shop entwickelt mit einladender und gut bedienbarer Oberfläche und Nutzerführung. Die Besonderheit ist, die Spendenmöglichkeit und Projektauswahl direkt im Shoppingprozess zu verankern“, erläutert Anjana Muschenich, Geschäftsführerin von Cosmoblonde in Berlin.

 Transparenter Spendenprozess – unabhängiges Testat angestrebt

„Bei meinem Geschäftsmodell sind Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Transparenz natürlich die Voraussetzung. Ich arbeite deshalb daran, dass unser Spendenprozess nicht nur transparent für die Kunden und Hilfsorganisationen ist, sondern auch testiert wird. Wir möchten ein seriöses und unabhängiges Testat, damit wir auch hier Vorreiter für sozial engagiertes Unternehmertum sind“, betont Andreas Böh von Rostkron seine Absicht.

Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK): Mixed Generations – demographischer Wandel als Erfolgsfaktor

Das international tätige Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work hat den im Rahmen des Arbeitgeberwettbewerbs „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ gestifteten Sonderpreis „Demographiebewusstes Personalmanagement“ verliehen.

Die Kölner Experten für Arbeitsplatzkultur kürten gemeinsam mit dem Projektpartner ‚Das Demographie Netzwerk e. V.‘ (ddn) die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) als Preisträger, die durch einen umfassenden und systematischen Ansatz den Herausforderungen des demographischen Wandels erfolgreich entgegentritt.

„Die Auszeichnung würdigt das besondere Engagement des Unternehmens und steht für den Einsatz von gezielten Maßnahmen und Instrumenten im Bereich Aus- und Weiterbildung und Wissensmanagement sowie eine besondere Berücksichtigung der Gesundheitsförderung“, so Frank Hauser, Geschäftsführer von Great Place to Work Deutschland, zur Begründung der Preisvergabe.

Die Siemens-Betriebskrankenkasse als Vorbild für demographiebewusstes Personalmanagement

Die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) setzt als Versicherungsunternehmen darauf, gute Beziehungen zu Kunden zu erhalten. Aber auch nach innen, also hinsichtlich der Unternehmenskultur, zeigt sich eine besondere, auf Mitarbeitende orientierte Qualität. Wie der Titel des Sonderpreises bereits impliziert, verfügt die SBK über ein ausgereiftes, demographiebewusstes Personalmanagement, welches diesbezügliche Aspekte gezielt berücksichtigt und gegebenenfalls fördert. Dass die SBK dabei auf einem guten Weg ist, zeigt sich nicht zuletzt in den guten Platzierungen im Wettbewerb «Deutschlands Beste Arbeitgeber 2016» in dem die Betriebskrankenkasse in der Größenklasse ‚501 – 2000 Mitarbeitende‘ den siebten Platz belegte.

Erster Schritt hin zu einem demographiebewussten Personalmanagement war für die SBK eine entsprechende Analyse im gesamten Unternehmen und die Auswertung von soziodemographischen Personalkennzahlen, gefolgt von der Vorstellung und Diskussion mit Führungskräften aller Ebenen. Dabei stand das Bewusstseinsschaffen für die Herausforderungen des demographischen Wandels im Vordergrund.

 Vielfältige Maßnahmen als Antwort auf demographische Herausforderungen

Heute setzt die SBK auf zahlreiche Maßnahmen, die einen wertvollen Beitrag zur langfristigen Demographiefestigkeit des Unternehmens leisten.

So legt der Versicherer z. B. hinsichtlich der Weiterentwicklung der Personalstruktur Wert auf heterogene Teams, die hinsichtlich Alter, Geschlecht und Generationen Vielfalt aufweisen. Dank der Zusammenfassung von verschiedenen Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen in einer dezentralen, sich selbststeuernden Unternehmensstruktur, profitieren so alle Mitarbeitenden voneinander. Gegenseitige und gezielte Entwicklungsunterstützung, insbesondere von jungen Führungskräften, bieten Generationen-Patenschaften und das Generationen-Mentoring.

Darüber hinaus erfolgt eine stetige Einbindung verschiedener Generationsgruppen, z. B. bei Prozessveränderungen und Applikationsentwicklungen. „Ein Auszubildender kann sich bei digitalen Prozessen eventuell schneller einarbeiten. Andererseits wird er von unseren Erfahrungsträgern viel über gelebte Kundenberatung von Mensch zu Mensch lernen. Wir setzen deshalb gezielt auf diesen Austausch über Alters- und Wissensgrenzen hinweg, etwa durch unsere Azubi-Patenschaften, das Mentoring-Programm für junge Führungskräfte und Diskussionen in unserem internen Wiki“, so Dr. Gertrud Demmler, Vorstand der SBK, zum Erfolgstreiber ‘Mix der Generationen‘.

Das Beispiel der SBK macht deutlich, dass der demographische Wandel nicht, wie so häufig, als negative Entwicklung eingestuft werden muss, sondern Chancen bietet. Daraus resultierend erwächst ein maßgeblicher Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens und dessen langfristiger Zukunftsfähigkeit.

Über Great Place to Work

Great Place to Work ist ein international tätiges Forschungs- und Beratungsnetzwerk, das Unternehmen in rund 50 Ländern weltweit bei der Entwicklung einer attraktiven und leistungsstarken Unternehmenskultur unterstützt. Der Fokus liegt dabei auf der Schaffung eines hohen Maßes an Vertrauen, Stolz und Teamgeist in der Zusammenarbeit und der Gestaltung unterstützender und förderlicher Maßnahmen des Personalmanagements.

Neben unternehmensspezifischen Analyse- und Beratungsangeboten ermittelt das Institut im Rahmen überregionaler, regionaler und branchenspezifischer Benchmark-Untersuchungen in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Medien regelmäßig sehr gute Arbeitgeber und stellt diese der Öffentlichkeit vor. Das deutsche Great Place to Work Institut wurde 2002 gegründet und beschäftigt am Standort Köln derzeit 80 Mitarbeiter.

 Über Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn)

Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn) bündelt die Expertise von über 350 Unternehmen, Kommunen und Institutionen mit einer Personalverantwortung für über zwei Millionen Beschäftigte. Als Kompetenznetzwerk und Wertegemeinschaft setzt sich ddn für generationengerechte Arbeitsplätze und eine zukunftssichere Personalplanung in neuen Arbeitswelten ein.

 

 

Internet Economy Foundation (IE.F) und Roland Berger: Digitale Plattformen als Wachstums- und Innovationstreiber

internet-foundationDigitale Plattformen und ihre Geschäftsmodelle erobern Branche um Branche, Region um Region, Markt um Markt. Ohne Plattformen läuft heute im Internet nichts mehr und auch die „Old Economy“ ist zunehmend auf ihre Fähigkeiten angewiesen. Kommerzielle Nutzer benötigen sie als Intermediär zu ihren Kunden. Privatnutzer brauchen sie, um Informationen abzurufen, Inhalte zu beziehen oder miteinander zu kommunizieren.

Digitale Plattformen bündeln und vermitteln fast alle Interaktionen der Internetökonomie und der vernetzten Gesellschaft; sie sind wichtige Innovations-, Produktivitäts- und Wachstumstreiber, von deren Wertschöpfung viele Marktteilnehmer und ganze Volkswirtschaften profitieren. Aktuell stellen digitale Plattformen sechs der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt und vier der fünf stärksten Marken. Bei Kennzahlen wie Umsatzwachstum oder Börsenwertzuwachs haben sie die großen Industrieunternehmen längst überflügelt.

Doch an diesem Erfolgsmodell hat Europa zurzeit kaum Anteil; der Kontinent vergibt so wichtige Geschäftschancen, die das europäische Wirtschaftswachstum ankurbeln könnten. Um dies zu ändern und europäischen Digitalanbietern und Start-ups mehr Gewicht zu verschaffen, haben die Experten von Internet Economy Foundation (IE.F) und Roland Berger in ihrer Studie „Fair Play in der digitalen Welt – Wie Europa für Plattformen den richtigen Rahmen setzt“ das Thema einer intensiven Analyse unterzogen und einen Zehn-Punkte-Plan mit Handlungsempfehlungen für die Politik entwickelt.

Europas Anteil an der Plattformökonomie ist marginal

„Weniger als fünf Prozent des weltweiten Börsenwerts digitaler Plattformen entfallen heute auf europäische Unternehmen“, sagt Prof. Dr. Friedbert Pflüger, Vorsitzender der IE.F. Dagegen vereinen alleine Plattformbetreiber aus der Bay Area (Silicon Valley und Umgebung) über 50 Prozent der Marktkapitalisierung auf sich; und auch asiatische Anbieter wachsen rasant. „Europa spielt in der Plattformökonomie derzeit fast nur als Absatzmarkt und Entwicklungsstandort für die US-dominierten App Stores und Softwareschmieden eine Rolle“, sagt Pflüger. „Von der Wertschöpfung und dem Effekt auf die gesamte Volkswirtschaft kommt dagegen viel zu wenig hier an.“

Das liegt auch an ungleichen Voraussetzungen wie einem starken Regulierungsgefälle, unter denen digitale Start-ups global operieren. So nehmen aktuell gerade an den zentralen Schaltstellen amerikanische Plattformen dominierende Wettbewerbspositionen ein.

Die Internetwirtschaft braucht faire Spielregeln

„Damit auch Europa von den positiven gesamtwirtschaftlichen Effekten digitaler Plattformen profitieren kann, brauchen wir mehr Wettbewerb und faire Chancen für alle Marktteilnehmer, egal ob Weltkonzern oder Start-up“, sagt Philipp Leutiger, Partner von Roland Berger. „Gerade junge Wachstumsunternehmen benötigen einerseits einen fruchtbaren Boden, auf dem sie entstehen und gedeihen können. Andererseits sind klare, faire und durchsetzbare Spielregeln erforderlich, damit sich die innovativsten Anbieter am Markt etablieren können.“

Die Experten von IE.F und Roland Berger fordern daher eine für neue Wettbewerber offene Internetwirtschaft, die sich durch Innovationsstärke, hohe Wertschöpfung, fairen Wettbewerb, vertrauensvollen Umgang mit Daten und verantwortlich handelnde Unternehmen auszeichnet. Eine eigenständige Plattformökonomie kann ihren Analysen zufolge die Wirtschaftsdynamik in Europa nachhaltig unterstützen. Dabei müsse die Maxime gelten: So viel Markt wie möglich, so viele Regeln wie nötig.

„Zuallererst müssen die bestehenden Wettbewerbsregeln konsequent durchgesetzt werden. Damit lässt sich schon viel erreichen“, sagt der IE.F-Vorsitzende Pflüger. „In einigen besonders sensiblen Bereichen sollten die Bestimmungen aber auch erweitert und an die Anforderungen und Gesetzmäßigkeiten der Plattformökonomie angepasst werden.“ Zu diesen sensiblen Bereichen gehören etwa Plattformen, die eine digitale Infrastruktur bereitstellen und somit systemrelevant sind – zu nennen sind hier in erster Linie App Stores und Universalanbieter, die zentrale Internetdienste in einem geschlossenen System bündeln.

„Integrierte Plattformen und Ökosysteme sind eine Art Zollstation für sämtliche digitale Geschäftsmodelle“, sagt Leutiger. „Daher ist eine Monopolstellung hier besonders gefährlich, denn sie verschafft einzelnen Anbietern die Möglichkeit, neuen Wettbewerbern den Zugang zu erschweren oder gänzlich zu verwehren.“

Zehn-Punkte-Programm für mehr Wachstum und Wettbewerb

Das „Zehn-Punkte-Programm für eine vitale europäische Plattformökonomie“, in dem die Experten von IE.F und Roland Berger ihre Handlungsempfehlungen für die nationale und europäische Politik detailliert beschreiben, umfasst daher folgende Forderungen:

  1. Schaffung eines echten digitalen Binnenmarkts
  2. Aufhebung der Regulierungsasymmetrie
  3. Anpassung der kartellrechtlichen Missbrauchsaufsicht
  4. Entwicklung neuer Kriterien für die Fusionskontrolle
  5. Verbesserung der Datenportabilität
  6. Konsequente Entbündelung vertikaler Dienste
  7. Sicherstellung einer Plattformneutralität
  8. Gründung einer Europäischen Digitalagentur
  9. Bildung transnationaler Allianzen
  10. Finanzierung und Förderung innovativer Start-ups

„Eine wettbewerbsstarke, innovative Internetwirtschaft in einem digitalen Binnenmarkt kann Europas schwächelnden Volkswirtschaften den nötigen Schub geben“, sagt Roland Berger-Experte Philipp Leutiger. „Deshalb müssen wir jetzt schnell die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit wir im internationalen Rennen nicht abgehängt werden.“

Die Studie können Sie herunterladen.

Studie: Soziales Engagement zahlt sich für Unternehmen aus

CSR-Report_2016Kaufen auch Sie lieber Produkte von Unternehmen, die soziales Engagement für Umwelt und Gesellschaft nicht nur versprechen, sondern vorleben? Einer aktuellen repräsentativen Umfrage zufolge ändern die Deutschen bewusst ihr Konsumverhalten, um verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen zu würdigen.

Das Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. hat im April 2016 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.017 Verbraucher zwischen 18 und 69 Jahren zu verantwortungsvollem Unternehmertum und Corporate Social Responsibility (CSR) online befragt. Dabei wurden unterschiedliche Aspekte wie Erwartungen von Verbrauchern an CSR-Aktivitäten von Unternehmen sowie die Auswirkungen solcher Maßnahmen auf das Kaufverhalten untersucht.

Die Studie identifiziert unterschiedliche Konsumententypen, denen Unternehmen mit einem passenden CSR-Portfolio begegnen müssen, um Glaubwürdigkeit und Unternehmenserfolg beeinflussen zu können.

Nahezu 88 Prozent der Befragten finden bei der Beurteilung eines Unternehmens soziales Engagement wichtig. Konsumenten belohnen verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen mit einer erhöhten Zahlungsbereitschaft: So geben 76 Prozent der Studienteilnehmer an, für ein identisches Produkt einen höheren Preis zu zahlen, wenn es von einem sozial engagierten Unternehmen hergestellt wurde.

Bei fast allen Befragten wirkt sich verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln darauf aus, wie gut oder schlecht sie ein Unternehmen finden. Je nachdem, ob und inwiefern soziales Engagement den Befragten wichtig ist, können sie als CSR-Enthusiasten, -Befürworter, -Interessenten oder -Ablehner identifiziert werden. Die Studie deckt auf, dass Unternehmen bei der Planung und Kommunikation ihrer Maßnahmen diese sehr verschiedenen Gruppen berücksichtigen sollten, um einen hohen wirtschaftlichen Nutzen hinsichtlich Absatz und Image zu erzielen.

Daneben deckt die Studie auf, wie Unternehmensspenden den größtmöglichen Nutzen für ein Unternehmen erzielen können. Dabei wird deutlich, dass je nachdem, ob eine positive Außenwahrnehmung der Spende oder eine verstärkte Kundenbindung Ziel der Aktion ist, unterschiedliche Spendenpartner vorzuziehen sind. Konkret kann bestimmt werden, welche Spendenorganisation für ein Unternehmen und das jeweilige Spendenziel am geeignetsten ist.

Die vollständige Studie „Corporate Social Responsibility Monitor 2016“ gibt es online.

AVG: Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und Updates prägen das Online-Leben

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

In nicht allzu ferner Zukunft übernehmen autonome Systeme eine Vielzahl von Aufgaben. Während Menschen von zahlreichen alltäglichen Aufgaben entlastet werden, besteht zugleich die Befürchtung, dass wir mit dieser Entwicklung auch an Autonomie verlieren könnten. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard)betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen beleuchtet, wie autonome Systeme unser Leben und auch unser Selbstverständnis verändern werden. (Copyright: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard).

Der IT-Security Anbieter AVG über Trends und Prognosen für 2016, die Online-Unternehmen zum Handeln zwingen und direkte Auswirkungen auf Verbraucher haben:

Trend 1: Mehr Online-Sicherheit dank künstlicher Intelligenz

Nicht nur auf den Straßen zeigt künstliche Intelligenz in Form von selbstfahrenden Autos, wie Software-Systeme für Sicherheit sorgen können. Auch beim Thema Online-Sicherheit wird künstliche Intelligenz 2016 großgeschrieben. So lernen etwa Antiviren-Programme mithilfe von ausgefeilten, neuronalen Lern- und Cloud-Techniken Malware früher und häufiger zu erkennen. Auch weitere Programme mit künstlicher Intelligenz werden 2016 für alle zugänglich – so wie es bereits kürzlich mit Googles Open Source Projekt Tensorflow geschehen ist. Die Hoffnung: Mithilfe dieser intelligenten Lösungen Cyber-Kriminelle schneller fassen und Gefahren effektiver eindämmen.

Passwort-Studie_2015_Grafik

Umfrage von Bilendi im Auftrag von Web.de (2015)

 Trend 2: Passwörter bleiben unersetzlich

Passwörter sind ein Konzept, dass uns noch viele Jahre privat und beruflich erhalten bleiben wird. Ihr großer Vorteil: sie sind kostenlos, während jede Alternative kostenpflichtig ist. Es gibt jedoch einige Alternativen, bei denen sich ein Blick lohnt. Zum Beispiel kündigte Yahoo 2015 eine Lösung an, die mobile Geräte statt Passwörter zur Zugangsberechtigung verwendet. Auch Google hat bereits ein sogenanntes Smart Lock System vorgestellt, dass die Gegenwart anderer Geräte nutzt um ein Smartphone zu entsperren. Passwörter werden allerdings auch 2016 ihre Schwächen behalten – wie wiederverwendete Kennwörter oder nicht sichere Verwahrung.

Die Hoffnung: Immer mehr Benutzer und Unternehmen werden sich der Schwachstellen bewusst und setzen beispielsweise auf Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Identifizierung über Fingerabdruck.

 Trend 3: Die dunkle Seite des Internet der Dinge

Den neusten mit dem Internet verbundenen Wasserkocher per Smartphone anzuschalten ohne vom Sofa aufzustehen mag amüsant sein, aber ist es auch nötig? Denn dieser Wasserkocher kann gleichzeitig auch eine potentielle Sicherheitsschwachstelle sein und zum Beispiel das geheime WLAN-Passwort preisgeben. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.

Jedes ungeschützte Gerät, –Smart TV und Smart Stereo, Lichtsysteme und Sicherheitssysteme, neue smarte Kühlschränke und selbst fahrende Autos – alles, was mit einem Netzwerk verbunden ist kann gehackt werden. Cyber-Kriminelle versuchen Passwörter und persönliche Daten abzugreifen, wo immer sie können.

Die Gefahren der Internet of Things (IoT)-Welt werden immer größer, je stärker diese Branche wächst. Die meisten Menschen, die Computer oder mobile Geräte benutzen, verwenden automatische Updates. Aber kaum einer denkt daran, smarte Haushaltgeräte sicherheitstechnisch auf den neusten Stand zu bringen und in einigen Fällen ist ein Update auch gar nicht möglich. Trotzdem müssen wir diese Geräte als „versteckte Computer“ betrachten, die genauso gesichert werden müssen, wie PCs oder Smartphones. Gerade viele Hersteller von smarten Geräten sind sich dieser Gefahr noch nicht bewusst.

Doch nicht nur für private Haushalte können IoT-Geräte zur Gefahr werden: Auch im Unternehmen kann es so zu Sicherheitslücken kommen. Denn kaum ein Arbeitnehmer denkt daran, den Kauf eines smarten Wasserkochers mit der IT-Abteilung abzusprechen. Die Forderung: Wir brauchen 2016 eine neue Denkweise im Umgang mit smarten Geräten.

 Trend 4: Update, Upgrade oder stirb

Das Update und der Upgrade von Software auf Endgeräten, Gadgets und elektronischer Ausrüstung waren noch nie so wichtig wie 2016 – es kann in Einzelfällen sogar lebensnotwendig werden. Zwar haben Hersteller von selbstfahrenden Fahrzeugen wie Google bereits den Ereignissen vorgegriffen und gesagt, dass sie für Verkehrsverstöße und mögliche Unfälle ihrer Fahrzeuge haften werden. Aber das ist nur ein schwacher Trost für Insassen, die zu Schaden kommen, weil sie oder der beteiligte Unfallpartner vergessen haben, das neuste Software-Update zu installieren.

In dem Maß wie intelligente Software unser Leben in vorher unvorstellbarer Weise beeinflusst, kann diese auch eine Entscheidung treffen, die unser Leben auch physisch beeinflusst. Gerade deswegen ist es wichtig, dass intelligente Software genauso wie andere Geräte regelmäßig aktualisiert wird. Das kann über Leben und Tod entscheiden – vielleicht noch nicht 2016 aber auf jeden Fall in den kommenden Jahren.  Das Fazit: Updates waren noch nie so wichtig wie 2016.

Kommentar Hornetsecurity: Verschlüsselungsverbote sind unsinnig

Kommunikation_verschlüsseltDa sind wir wieder soweit: Trotz aller Beteuerungen aus dem Innenministerium, man wolle Verschlüsselung stärken, wird einmal mehr der Versuch unternommen, genau das Gegenteil zu tun. Der Grund laut Bundesinnenminister De Maizière: „Terroristen sind manchmal technologisch weiter als die Sicherheitsbehörden“.

Ein Scherz? Nein, das ist durchaus ernst gemeint. Terroristen bedienen sich zur Kommunikation offenbar moderner Messenger-Dienste und diese sind zunehmend so verschlüsselt, dass den Sicherheitsbehörden Zugriffe auf die Inhalte unmöglich sind. Die Betreiber der Dienste sehen sich angesichts der genutzten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung außerstande, Behörden den Zugriff auf die übertragenen Daten zu ermöglichen. Ein Glück, möchte man sagen, denn der Sinn starker Ende-zu-Ende-Verschlüsselung liegt ja genau darin, dass Kommunikation und Daten von Benutzern so geschützt wird, dass selbst Betreiber der Dienste auf die Daten nicht zugreifen können.

Die Innenminister von Deutschland und Frankreich allerdings wollen das ändern: Kurznachrichtendienste sollen die Sicherheitsbehörden zukünftig bei ihren Ermittlungen unterstützen. Sie sollen  zukünftig gezwungen werden können, Nachrichten ggf. auch zu entschlüsseln. Ohne die Verschlüsselung zu schwächen, wird das nicht gehen.

Würde die Verschlüsselung aber z.B. durch den Einbau von Hintertüren oder die Hinterlegung von Nachschlüsseln so geschwächt, dass Behörden der Zugriff auf Daten möglich würde, hätte das ungewollte Konsequenzen:

  1. Technisch ja erklärtermaßen bewanderte Terroristen nutzen andere Wege, um gesichert zu kommunizieren. Die Schwächung der Verschlüsselung würde also ihr eigentliches Ziel verfehlen, nämlich die Verfolgung von Terroristen und die Abwehr von Terrorakten durch Ausspähen von Kommunikation.
  2. Der Rest der Bevölkerung kann leichter abgehört werden – nicht nur von Sicherheitsbehörden, sondern insbesondere auch von den Betreibern der Dienste und allen, die – berechtigt oder unberechtigt – Zugriff auf deren Systeme haben. Bei allen Verfahren, die Verschlüsselung schwächen, stellt sich nämlich die Frage, wie denn verhindert werden soll, dass Unberechtigte die Schwächung für ihre Zwecke nutzen. Ein Nachschlüssel müsste z.B. bei Behörden nicht nur eines Landes hinterlegt sein, sondern bei Behörden aller potentiell beteiligten Länder. Schon in Bezug auf Terrorabwehr wäre das problematisch – was ist z.B. mit den Ländern, die in Verdacht stehen, Terroristen zu unterstützen? Die Liste dieser Länder ist ziemlich lang – und von Land zu Land durchaus nicht einheitlich.

Diese und weitere Fragen sind unlösbar und das weiß man auch schon seit mindestens zwanzig Jahren. In den Neunziger Jahren wurde der Versuch, starke Verschlüsselung zu verbieten und nur schwache Verschlüsselung zuzulassen, aus diesem Grund letztlich aufgegeben.

Warum dieser Unsinn auch nach Jahrzehnten immer wieder auch nur diskutiert wird, ist deshalb vollkommen unverständlich. Vielleicht liegt es ja an mangelndem Verständnis der technischen Hintergründe. Es ist deshalb eine gute Nachricht, dass unsere Sicherheitsbehörden verstärkt Mitarbeiter mit Kompetenzen im Bereich Cybersecurity anwerben. Der Bedarf ist offensichtlich.

Autor: Cloud-Security-Provider Hornetsecurity schützt die IT-Infrastruktur, Kommunikation und Daten von Unternehmen und Organisationen jeglicher Größenordnung. Seine Dienste erbringt der Sicherheits-Spezialist aus Hannover nach deutschem Datenschutzrecht über redundante, gesicherte Rechenzentren, für deutsche Kunden in Deutschland.