Category Archives: Studien

Studie: Corporate Governance – Herausforderung für Banken

79 Prozent der Kreditinstitute bewerten die Einhaltung gesetzlicher und selbstverpflichtender Vorschriften (Corporate Governance) als bedeutende Managementdisziplin für das eigene Institut. Als wichtigste Gründe werden neben dem Schutz eigener Mitarbeiter (87 Prozent), die Risikominimierung (83 Prozent) und der Reputationsschutz (83 Prozent) genannt. In der praktischen Umsetzung zeigt sich jedoch noch Verbesserungspotenzial. So wird die Compliance-Lagebewertung künftig noch fundierter sein müssen als heute üblich. Das ist das Ergebnis des Managementkompass Corporate Governance von Steria Mummert Consulting.

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Eingeschränkt nachhaltig: CFOs gehören stärker in die Pflicht genommen

Die Deloitte-Studie „Sustainable Finance – The Risks and Opportunities that (some) CFOs are overlooking“, für die 208 CFOs aus internationalen Unternehmen in zehn Ländern befragt wurden, zeigt: Der Nachhaltigkeitsfaktor spielt für die finanzielle Performance von Unternehmen eine zunehmende Rolle. Die meisten CFOs teilen länder- und branchenübergreifend diese Ansicht. Dennoch ist Nachhaltigkeit für knapp ein Drittel in der Praxis gar kein oder kaum ein Thema. Auf der anderen Seite erwarten über 70 Prozent, dass finanzielle Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle bei Compliance und Risikomanagement spielen wird. Auch glauben drei Viertel, dass eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Finanzpolitik zentraler Gegenstand der Unternehmenskommunikation sein sollte. Insgesamt rechnen aber nur 20 Prozent damit, dass das Thema innerhalb der nächsten zwei Jahre einen signifikant höheren Stellenwert für ihre Tätigkeit und ihre strategischen Ansätze haben wird – 38 Prozent glauben an einen evolutionären Prozess und ein glattes Drittel sieht gar keine Dynamik.

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Die Zukunft der Mobilität 2030

In der neuen Studie „Die Zukunft der Mobilität 2030“ zeigt das Zukunftsinstitut eine neue Ära der Mobilität auf. Im Fokus der Studie steht die Frage: Wie bewegen wir uns in Zukunft? Was verstehen wir unter Mobilität im 21. Jahrhundert und wie durchdringt sie unser alltägliches Leben? Dabei wird Mobilität nicht allein als Fortbewegung betrachtet, sondern als Ausdrucksform einer meta-mobilen Lebensweise, die unsere Konsumgewohnheiten ebenso wie unsere sozialen Beziehungen umfasst.

Nutzen wird wichtiger als Besitzen

Heute stehen wir vor dem Ende des Kulturmodells Massenmotorisierung. Der Pkw – einst Inbegriff von Freiheit und Individual-Beweglichkeit – stößt angesichts zunehmender Verkehrsprobleme, gerade in den aufstrebenden Megastädten der Schwellenländer, längst an seine Grenzen. Gefragt sind neue, nachhaltige und zugleich vernetzte Mobilitätskonzepte, die dem Einzelnen mehr Flexibilität und Individualität im Massenverkehr ermöglichen. So wächst der Wunsch nach Mobilitätslösungen, die nicht den Besitz, sondern die Nutzung von Verkehrsmitteln in den Vordergrund stellen. „Es ist ein langfristiger Trend, dass der Eigentumswunsch beim Auto langsam aber sicher zurückgeht. Carsharing ist ein konstant wachsendes Phänomen in urbanen Gebieten, die eine hohe Mobilitätsdichte durch öffentlichen Nahverkehr haben. Dort braucht man das eigene Auto weniger und die Sinnhaftigkeit des persönlichen Pkw-Besitzes geht gegen Null. Je weiter sich die Formen ‚geteilter Mobilität’ professionalisieren, desto weniger wird es notwendig sein, dass man immer dasselbe Auto vor der Tür hat“, ist der Zukunftsforscher Matthias Horx überzeugt.

Auf dem Weg in die Stand-by-Mobilität

Unter dem Projektnamen „BeMobility“ testet die Deutsche Bahn derzeit in Berlin ein neues, integriertes Mobilitätskonzept (www.bemobility.de). Mit ihrer „Karte für alles“ liefert die Bahn dabei ein zukunftsweisendes Beispiel für den neuen Ansatz vernetzter, nutzungsorientierter Stand-by-Mobilität. Ihre Nutzer können sich über „Call a Bike“ ein Fahrrad ausleihen, ein Elektro- oder Hybridauto über „Flinkster mein Carsharing“ buchen und auch den ÖPVN preiswerter und flexibler nutzen. Die Zukunft der Mobilität basiert auf Systeminnovationen, die aus der zentralen Verkehrsplanung von einst ein sich selbst steuerndes System machen. Erst dann entstehen die systemverändernden Synergien zwischen den Verkehrsmitteln, die den öffentlichen und Individualverkehr verlustfrei miteinander verknüpfen und so eine verkehrsmittelneutrale Echtzeitmobilität herstellen.

Vernetzte Mobilität – Personenverkehr 2.0

„Die Nachfrage nach professionellem Mobilitätsmanagement und intelligenten Mobilitätsdienstleistungen wird in den nächsten Jahren massiv steigen“, so der Leiter der Studie Christian Rauch. Das Mobilitätsbewusstsein der Menschen verändert sich. Eine bessere Vernetzung bestehender Verkehrsmittel fordern 70 Prozent der Autofahrer. Der Umstieg von Bus und Bahn auf Fahrräder oder Carsharing-Fahrzeuge muss demnach reibungsloser funktionieren, das Infrastrukturnetz entsprechend ausgebaut werden. „Premium-ÖPNV wird ein wichtiges Thema der kommenden Jahre werden: Angebote, die dem heutigen Autofahrer keine Argumente mehr lassen, um weiter ein eigenes Auto zu besitzen.“

 Social Logistic Networks

Soziale Netzwerke werden für die Mobilitätskonzepte der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Wie sie sich für einen Logistikdienstleister nutzen lassen, testet DHL mit seinem Projekt Bring Buddy – einer Art Mitfahrzentrale für Pakete. Wer sich über Facebook anmeldet, kann an zuvor festgelegten Orten Päckchen abholen und auf dem Weg in oder aus der Stadt seinen Bekannten mitbringen. Post-Managerin Petra Kiwitt erklärte im Interview mit der WELT: „Wir wollen testen, wie wir Social Networks im Internet für die Zustellung von Paketen durch Privatpersonen nutzen können.“

 Face-Time-Incentives in der Business-Mobilität

Neben dem Wandel im privaten Mobilitätskonsum beleuchten die Autoren auch die Zukunft beruflicher Mobilität. Das Leben einer wachsenden Zahl von Menschen ist durch ein Höchstmaß an Flexibilität, Vernetzung, Internationalität und Individualität gekennzeichnet. Diese multi-mobile Business-Class agiert in einem weltumspannenden Handlungsraum, der Globus wird zum Arbeitsplatz, die Welt zum Zuhause, die Mobility-Lounge zum Wohnzimmer. Unternehmen müssen daher für ihre Mitarbeiter und Kunden mobile Services bereithalten, um mit der fortschreitenden Vernetzung und Mobilität Schritt zu halten. Denn Business Mobility der Zukunft bedeutet: Die Arbeit wird mobiler, die Kilometer werden weniger.

Die Studie ist in fünf Kapitel gegliedert. Jedes Kapitel wird durch ein Zukunftsszenario eingeleitet, welches dem Leser einen Einblick in das Leben im Jahr 2030 bietet. Zahlreiche fundierte Praxisbeispiele sowie anschauliche Infografiken untermauern die Ausführungen des Autorenteams. Am Schluss jeden Kapitels erhält der Leser eine prägnante Zusammenfassung über die wichtigsten Key Learnings.

Mehr Infos unter www.zukunftsinstitut.de

In der neuen Studie „Die Zukunft der Mobilität 2030“ zeigt das Zukunftsinstitut eine neue Ära der Mobilität auf. Im Fokus der Studie steht die Frage: Wie bewegen wir uns in Zukunft? Continue reading

Nachhaltigkeit beeinflusst die Einkaufsstättenwahl

Das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich aktuell großer Beliebtheit in der Öffentlichkeit. Bei aller medialen Resonanz stellt sich jedoch die Frage, wie relevant das Thema tatsächlich im Kontext aller Kriterien zur Wahl einer Einkaufsstätte ist. Ist Nachhaltigkeit nettes Beiwerk oder hat es eine ernst zu nehmende Bedeutung?

Eine repräsentative Online-Befragung des IFH Köln von 1.000 Deutschen gibt darauf eine klare Antwort. Befragt nach den Kriterien, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Einkaufsstätte berücksichtigen, geben 24 Prozent aller Befragten nachhaltige Produktgestaltung und Unternehmensführung als Kriterium an. Zwar werden Preis-Leistungs-Verhältnis (87 Prozent) und Nähe zum Wohnort (76 Prozent) deutlich häufiger genannt, als Randkriterium lässt sich das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf dieses Ergebnis dennoch nicht bezeichnen.

„Nachhaltigkeit ist zwar nicht das Entscheidungskriterium Nummer eins für die Verbraucher. Dennoch wird ein gewisses Engagement im Sinne eines Hygienefaktors erwartet. Wer nur halbherzige Maßnahmen trifft oder sogar explizit gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstößt, muss mit schädigenden Effekten auf das Markenimage rechnen“, so Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln.

Für Frauen sowie Personen in höheren Einkommensklassen spielt die Corporate Social Responsibility eines Händlers eine stärkere Rolle als für den Durchschnitts-Verbraucher. Auch regional zeigen sich Auffälligkeiten: In den alten Bundesländern spielt das Thema übergreifend eine größere Rolle als im Osten des Landes. Besonders Nachhaltigkeits-affin zeigen sich die Baden-Württemberger. 30 Prozent der Süddeutschen schauen auf das Nachhaltigkeits-Engagement des Händlers ihrer Wahl.

Dass das Nachhaltigkeits-Engagement von Händlern sensibel wahrgenommen wird, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen CSR-Trackers des IFH Köln. Im Branchenvergleich zwischen Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, DIY und sonstigem Handel können sich die Lebensmitteleinzelhändler am stärksten voneinander differenzieren: Während Vollsortimenter einen Wert im CSR-Index von 56 Punkten erreichen, erzielen Discounter mit 49 Punkten ein signifikant schwächeres Ergebnis.

Die Wahrnehmung der Verbraucher spiegelt auch das tatsächliche CSR-Engagement der Lebensmittelhändler wieder. Während Vollsortimenter mit Nachhaltigkeits-Siegeln, regionalen Produkten und Arbeitgeberimage-Kampagnen am Markt auftreten, spüren die Discounter noch die Nachwirkungen negativer Presse in puncto Arbeitgeberverhalten. Zudem scheint es schwieriger, das Thema Nachhaltigkeit in Einklang mit dem beim Verbraucher verankerten Markenkern der Preisgünstigkeit zu bringen. Einzig Aldi schafft es, sich vom Feld der übrigen Discounter abzusetzen.

Nachhaltigkeit wird in Zukunft nicht mehr aus der Handelslandschaft wegzudenken sein. Herausforderung für die Zukunft ist, Maßnahmen zu treffen, die zum individuellen Markenkern passen und glaubwürdig mit Leben gefüllt werden. Eine derartige Unternehmensführung wird dann vom Verbraucher auch entsprechend wahrgenommen und goutiert.

Der CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) ist eine regelmäßige halbjährlich Messung der Wahrnehmung von Einzelhändlern aus Sicht von n=3.000 Verbrauchern. Dabei werden die Händler in sechs Dimensionen des CSR beurteilt: Aufrichtigkeit der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft & Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiter-Behandlung sowie soziale & ökologische Werte im Produktangebot. Neben dem Lebensmittelmitteleinzelhandel werden Drogerien, Baumärkte, Textil- und Versandhändler sowie sonstige Händler abgefragt. Die erste Erhebung des CSR-Trackers wurde im Mai 2011 durchgeführt, die nächste ist für Herbst 2011 geplant.

Mehr Infos unter   www.ifhkoeln.de

Das Thema Nachhaltigkeit erfreut sich aktuell großer Beliebtheit in der Öffentlichkeit. Bei aller medialen Resonanz stellt sich jedoch die Frage, wie relevant das Thema tatsächlich im Kontext aller Kriterien zur Wahl einer Einkaufsstätte ist. Ist Nachhaltigkeit nettes Beiwerk oder hat es eine ernst zu nehmende Bedeutung?

Eine repräsentative Online-Befragung des IFH Köln von 1.000 Deutschen gibt darauf eine klare Antwort. Befragt nach den Kriterien, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Einkaufsstätte berücksichtigen, geben 24 Prozent aller Befragten nachhaltige Produktgestaltung und Unternehmensführung als Kriterium an. Zwar werden Preis-Leistungs-Verhältnis (87 Prozent) und Nähe zum Wohnort (76 Prozent) deutlich häufiger genannt, als Randkriterium lässt sich das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf dieses Ergebnis dennoch nicht bezeichnen.

„Nachhaltigkeit ist zwar nicht das Entscheidungskriterium Nummer eins für die Verbraucher. Dennoch wird ein gewisses Engagement im Sinne eines Hygienefaktors erwartet. Wer nur halbherzige Maßnahmen trifft oder sogar explizit gegen Nachhaltigkeitsgrundsätze verstößt, muss mit schädigenden Effekten auf das Markenimage rechnen“, so Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln.

Für Frauen sowie Personen in höheren Einkommensklassen spielt die Corporate Social Responsibility eines Händlers eine stärkere Rolle als für den Durchschnitts-Verbraucher. Auch regional zeigen sich Auffälligkeiten: In den alten Bundesländern spielt das Thema übergreifend eine größere Rolle als im Osten des Landes. Besonders Nachhaltigkeits-affin zeigen sich die Baden-Württemberger. 30 Prozent der Süddeutschen schauen auf das Nachhaltigkeits-Engagement des Händlers ihrer Wahl.

Dass das Nachhaltigkeits-Engagement von Händlern sensibel wahrgenommen wird, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen CSR-Trackers des IFH Köln. Im Branchenvergleich zwischen Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, DIY und sonstigem Handel können sich die Lebensmitteleinzelhändler am stärksten voneinander differenzieren: Während Vollsortimenter einen Wert im CSR-Index von 56 Punkten erreichen, erzielen Discounter mit 49 Punkten ein signifikant schwächeres Ergebnis.

Die Wahrnehmung der Verbraucher spiegelt auch das tatsächliche CSR-Engagement der Lebensmittelhändler wieder. Während Vollsortimenter mit Nachhaltigkeits-Siegeln, regionalen Produkten und Arbeitgeberimage-Kampagnen am Markt auftreten, spüren die Discounter noch die Nachwirkungen negativer Presse in puncto Arbeitgeberverhalten. Zudem scheint es schwieriger, das Thema Nachhaltigkeit in Einklang mit dem beim Verbraucher verankerten Markenkern der Preisgünstigkeit zu bringen. Einzig Aldi schafft es, sich vom Feld der übrigen Discounter abzusetzen.

Nachhaltigkeit wird in Zukunft nicht mehr aus der Handelslandschaft wegzudenken sein. Herausforderung für die Zukunft ist, Maßnahmen zu treffen, die zum individuellen Markenkern passen und glaubwürdig mit Leben gefüllt werden. Eine derartige Unternehmensführung wird dann vom Verbraucher auch entsprechend wahrgenommen und goutiert.

Der CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) ist eine regelmäßige halbjährlich Messung der Wahrnehmung von Einzelhändlern aus Sicht von n=3.000 Verbrauchern. Dabei werden die Händler in sechs Dimensionen des CSR beurteilt: Aufrichtigkeit der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft & Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiter-Behandlung sowie soziale & ökologische Werte im Produktangebot. Neben dem Lebensmittelmitteleinzelhandel werden Drogerien, Baumärkte, Textil- und Versandhändler sowie sonstige Händler abgefragt. Die erste Erhebung des CSR-Trackers wurde im Mai 2011 durchgeführt, die nächste ist für Herbst 2011 geplant.

Info:     www.ifhkoeln.de

„Oma und Opa-Test“ für die Technologie der Zukunft

Ob Kommunikationsdienste, Endgeräte oder Serviceprovider: Die Auswahl ist unüberschaubar, die Bedienung unübersichtlich und kompliziert. Facebook, Google, iPhone und Co. haben ein Problem: Sie fallen – trotz allen Jubels – täglich durch den „Oma und Opa-Test“. Dabei könnten die Anwendungen so viel einfacher sein.

Ein Blick in die Technologien der Zukunft, wagte Bernd Stahl auf dem Innovationsforum von Harvey Nash und Nash Technologies in Stuttgart. „Jeder Mensch ist auf der Suche nach einfachen, eleganten und effektiven Lösungen“, sagt der Systemarchitekt von Nash Technologies. Genau das würden Kunden aber immer nicht ausreichend geboten bekommen: Versende ich meine Nachricht per SMS, Facebook-Message, Chat oder Mail? Warum brauche ich immer fünf Schritte, bis die Nachricht versendet ist? Warum wird mein Netzzugang gedrosselt? Die meisten Technologien sind für IT-Spezialist Stahl immer noch zu umständlich. „Erst wenn ein Fünfjähriger und ein 95-Jähriger Mensch die gleiche Technik wie selbstverständlich nutzt, sind wir am Ziel. Es gibt noch also jede Menge Raum für Innovationen“, erläutert Stahl.

Die technologische Basis dafür ist schon vorhanden. Rechnerleistungen sind bald allgegenwärtig – Stichwort „Ubiquitous Computing”. Immer mehr Technik wird mit dem Internet ausgestattet. Eine Uhr mit den Funktionen eines Smartphones sei bald ebenso selbstverständlich wie ein Anorak mit GPS-Notfallsender, sagt Stahl. Per UMTS oder LTE umgibt uns das Internet wie eine Wolke. „Zuerst ist es für viele ein Schock. Aber wenn man es willkommen heißt, gibt es ganz neue Möglichkeiten“, sagt der Systemarchitekt.

Der High-Tech-Umgang der Zukunft: „Flow“ statt Ärger

Stahl denkt an ein Ende der unzähligen, sich in ihren Funktionen überschneidenden Endgeräte, er denkt an ein Ende des Wirrwarrs. Alle Applikationen verschwinden unter der Haube eines Systems – gesteuert durch die Sprache und den Handlungen des Menschen. „Ich spreche meine Frage aus wie in einem Gespräch. Die jeweilige Technik, zum Beispiel in meiner Armbanduhr, versteht, was ich möchte und liefert mir die passende Antwort.“ Die Antwort besteht nicht mehr aus 500 Millionen Ergebnissen wie eine derzeitige Google-Suche, sondern aus einer präzisen, brauchbaren Aussage – ermittelt aus dem über die Zeit gewachsenen eigenen sozialen Profil.

„So wie wir einem Kind das Sprechen beibringen, werden wir unserer Technik beibringen, wie wir denken und handeln.“ Neue High-Tech-Entwicklungen würden so auch für Menschen nutzbar, die kein Interesse daran haben, unbrauchbare Antworten auszusortieren und Bedienungsanleitungen durchzulesen, so wie es fast jeder in Gesprächen mit seinen Großeltern erlebe. „Wir wollen aber alle den Flow erleben – den angenehmen, lockeren, inspirierenden Umgang mit Technik.“ Für Unternehmen erweitert Stahl seine Formel „einfach, elegant, effektiv“ um ein „G“. Und das steht nicht für Google, sondern für „Geschäftsmodell“. „Jede Innovation, die diese drei Elemente berücksichtigt und gleichzeitig daraus ein Geschäftsmodell entwickelt, hat sehr gute Chancen auf dem Markt.“

Ob Kommunikationsdienste, Endgeräte oder Serviceprovider: Die Auswahl ist unüberschaubar, die Bedienung unübersichtlich und kompliziert. Facebook, Google, iPhone und Co. haben ein Problem: Sie fallen – trotz allen Jubels – täglich durch den „Oma und Opa-Test“. Dabei könnten die Anwendungen so viel einfacher sein.

Ein Blick in die Technologien der Zukunft, wagte Bernd Stahl auf dem Innovationsforum von Harvey Nash und Nash Technologies in Stuttgart. „Jeder Mensch ist auf der Suche nach einfachen, eleganten und effektiven Lösungen“, sagt der Systemarchitekt von Nash Technologies. Genau das würden Kunden aber immer nicht ausreichend geboten bekommen: Versende ich meine Nachricht per SMS, Facebook-Message, Chat oder Mail? Warum brauche ich immer fünf Schritte, bis die Nachricht versendet ist? Warum wird mein Netzzugang gedrosselt? Die meisten Technologien sind für IT-Spezialist Stahl immer noch zu umständlich. „Erst wenn ein Fünfjähriger und ein 95-Jähriger Mensch die gleiche Technik wie selbstverständlich nutzt, sind wir am Ziel. Es gibt noch also jede Menge Raum für Innovationen“, erläutert Stahl.

Die technologische Basis dafür ist schon vorhanden. Rechnerleistungen sind bald allgegenwärtig – Stichwort „Ubiquitous Computing”. Immer mehr Technik wird mit dem Internet ausgestattet. Eine Uhr mit den Funktionen eines Smartphones sei bald ebenso selbstverständlich wie ein Anorak mit GPS-Notfallsender, sagt Stahl. Per UMTS oder LTE umgibt uns das Internet wie eine Wolke. „Zuerst ist es für viele ein Schock. Aber wenn man es willkommen heißt, gibt es ganz neue Möglichkeiten“, sagt der Systemarchitekt. 

Der High-Tech-Umgang der Zukunft: „Flow“ statt Ärger

Stahl denkt an ein Ende der unzähligen, sich in ihren Funktionen überschneidenden Endgeräte, er denkt an ein Ende des Wirrwarrs. Alle Applikationen verschwinden unter der Haube eines Systems – gesteuert durch die Sprache und den Handlungen des Menschen. „Ich spreche meine Frage aus wie in einem Gespräch. Die jeweilige Technik, zum Beispiel in meiner Armbanduhr, versteht, was ich möchte und liefert mir die passende Antwort.“ Die Antwort besteht nicht mehr aus 500 Millionen Ergebnissen wie eine derzeitige Google-Suche, sondern aus einer präzisen, brauchbaren Aussage – ermittelt aus dem über die Zeit gewachsenen eigenen sozialen Profil.

„So wie wir einem Kind das Sprechen beibringen, werden wir unserer Technik beibringen, wie wir denken und handeln.“ Neue High-Tech-Entwicklungen würden so auch für Menschen nutzbar, die kein Interesse daran haben, unbrauchbare Antworten auszusortieren und Bedienungsanleitungen durchzulesen, so wie es fast jeder in Gesprächen mit seinen Großeltern erlebe. „Wir wollen aber alle den Flow erleben – den angenehmen, lockeren, inspirierenden Umgang mit Technik.“ Für Unternehmen erweitert Stahl seine Formel „einfach, elegant, effektiv“ um ein „G“. Und das steht nicht für Google, sondern für „Geschäftsmodell“. „Jede Innovation, die diese drei Elemente berücksichtigt und gleichzeitig daraus ein Geschäftsmodell entwickelt, hat sehr gute Chancen auf dem Markt.“

Viele unerwünschte Web-Inhalte im Internet: Meist selber schuld!Viele unerwünschte Web-Inhalte im Internet: Selber schuld!

Knapp ein Viertel der Einträge im Internet, die die Deutschen von Anbieter für Reputation Management namens Ruflotse löschen lassen, haben sie selbst irgendwann ins Netz gestellt. Die Geister, die sie riefen, wollen sie insbesondere dann wieder gerne loswerden, wenn es sich um Fotos oder Videos und persönliche Kontaktdaten in Foren, Verzeichnissen sowie Communities handelt: 44 Prozent der Bilder und Filme sowie 26 Prozent der Kontaktdaten, die Privatpersonen löschen ließen, hatten sie zuvor eigenhändig im Web veröffentlicht. 80 Prozent der Geschäftskunden machen schädliche Kommentare und Bewertungen im Internet Sorgen. Diese Daten hat Ruflotse, Online-Dienstleister für den Schutz der Privatsphäre und Reputation, im ersten Quartal 2011 für seinen Löschreport erhoben und dafür mehr als 500 Löschaufträge ausgewertet.

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Öffentlich auf Twitter, privat auf Facebook

Im Rahmen einer Studie hat die Social Media Unit der Agentur construktiv den Anteil an privaten und öffentlichen Beiträgen in den Social Networks Facebook und Twitter ermittelt. Eine Stichprobe von 555.034 aktiven Facebook-Profilen aus Deutschland ergab, dass 78,4 Prozent der Facebook-Nutzer ihre Statusupdates schützen und nicht öffentlich freigeben. Dabei ist auffällig, dass umso mehr Profile geschützt sind, je länger die Nutzer bei Facebook angemeldet sind.

Der hohe Anteil geschützter Beiträge ist besonders überraschend, da die Standardeinstellung bei einer Anmeldung bei Facebook alle Beiträge als öffentlich festlegt. Knapp 80 Prozent der Nutzer stellen also die Freigabe ihrer Beiträge dementsprechend manuell auf „privat“. Daraus wird deutlich, welchen Stellenwert Datenschutz und Privatsphäre für Nutzer auf Facebook inzwischen erlangt haben. Beim Microblogging-Dienst Twitter hingegen schützen aus einer Stichprobe von 303.188 Nutzern lediglich 10,6 Prozent die eigenen Tweets, knapp 90 Prozent teilen sie demzufolge öffentlich.

Dieser starke Unterschied im Nutzerverhalten hinsichtlich der Freigabe von Daten lässt sich neben Unterschieden im Milieu der Nutzer auch durch den Aufbau der Plattform und die Art ihrer Nutzung erklären: Während der Inhalt von Tweets für gewöhnlich an die Öffentlichkeit gerichtet ist, spielt sich auf Facebook eher die private Kommunikation unter Freunden und Bekannten ab. Darüber hinaus bittet Facebook den Nutzer bei der Registrierung um zahlreiche persönliche Daten, wohingegen sich Twitter lediglich für Name und Ort des Nutzers interessiert.

Mehr Infos unter http://blog.brandrecorder.de

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Studie: Wie akzeptiert ist der Deutschen Corporate Governance Kodex?

Analyse der Entsprechenserklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex. Analysiert werden:

-das Verhalten von DAX- und MDAX-Unternehmen bezüglich. einzelner Empfehlungen,

– relevante Unterschiede in den Entsprechensquoten hinsichtlich verschiedener Unternehmenseigenschaften, wie Unternehmensgröße und Eigentümerstruktur,

– die von den Gesellschaften gegebenen Erläuterungen für Kodexabweichungen,

– die Reaktionszeiten der Gesellschaften auf die neueste Version des Kodex von 2010.

Bei den Entsprechensquoten erfüllen laut Studie die DAX-Gesellschaften 97 Prozent der „Soll-Empfehlungen“ des DCGK (MDAX: 96 Prozent). Eine Reihe von Unternehmen zeigt Entsprechensquoten von 100 Prozent; es gibt jedoch auch Gesellschaften mit deutlich weni¬ger als 90 Prozent. Abweichungen zeigen sich insbesondere in den Kapiteln 4 („Vorstand“) und 5 („Aufsichtsrat“). Die Kodexziffer 5.4.1 (Zusammensetzung des Aufsichtsrats) weist die höchste Abweichungsquote für DAX-Unternehmen auf. Ziffer 5.4.6 (Struktur und individuelle Veröffentlichung der Aufsichtsratsvergütung) zeigt die höchste Abweichungsquote für MDAX-Unternehmen.

Zwischen den beiden großen Indizes lassen sich zunehmend geringere Unterschiede erkennen. Unternehmen in Streubesitz weisen höhere Entsprechensgrade auf.

Nur wenige Unternehmen lehnen wesentliche Teile der „Soll-Empfehlungen“ ab. Abgelehnt werden insbesondere Empfehlungen zum Selbstbehalt bei der D + O-Versicherung des Aufsichtsrats, zur Vorstandsvergütung und zur Aufsichtsratszusammensetzung. Ein Großteil der Gesellschaften plant allerdings, die in 2010 nicht erfüllten Kodexempfehlungen zukünftig umzusetzen. Damit ist –  vorbehaltlich sanfter Anpassungen des Kodex in 2011 – mit steigenden Entsprechensgraden zu rechnen.

Die Reaktionszeit auf die Neuerungen im DCGK in 2010 ist eher lang: Eine aktualisierte Entsprechenserklärung erfolgt vom Großteil der Unternehmen erst nach mehr als sechs Monaten; eine Reihe von Unternehmen hat auch nach neun Monaten noch keine Anpassung vorgenommen.

Herausgeber:  Univ.-Prof. Dr. Marc Steffen Rapp und Univ.-Prof. Dr. Michael Wolff

Mehr Infos unter www.hhl.de/ccg

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Finanzkrise belastet die Stimmung immer weniger

Die Investmentindustrie scheint die Finanzkrise, zumindest stimmungsmäßig, weitgehend hinter sich gelassen zu haben. Dies belegt das Ergebnis einer von Kommalpha durchgeführten Blitzumfrage unter 110 Entscheidern aus der Branche. Als Indikator diente hierbei der FONDS professionell Kongress in Mannheim. Die Finanzkrise war nur noch bei einem Drittel der Befragten Inhalt von Gesprächen (2010: 58,8 Prozent, 2009: 58,5 Prozent), und für zwei Drittel spielte die Krise überhaupt keine Rolle mehr (2010: 24,7 Prozent, 2009: 4,2 Prozent). Auch dies ist sicher ein Grund dafür, dass 68,9 Prozent der Teilnehmer die Stimmung auf dem Kongress im Vergleich zum Vorjahr als besser empfanden (2010: 60,2 Prozent, 2009: 5,5 Prozent).

Deutlich wahrnehmbar ist auch eine wachsende Zustimmung zum Kongress selbst. Im dritten Jahr der Umfrage waren 89,4 Prozent aller Teilnehmer zufrieden mit dem Messeverlauf (2010: 83,5 Prozent, 2009: 64,0 Prozent). Dabei standen laut Aussage fast aller Befragten (97,1 Prozent) besonders das Networking innerhalb der Branche, sowie die Pflege von Geschäftskontakten im Vordergrund. Die Generierung von Neugeschäften bezeichneten mehr als die Hälfte der Besucher als ausschlaggebend (53,3 Prozent). So gaben schließlich fast alle Befragten (97,2 Prozent) dann auch an, im nächsten Jahr wieder teilzunehmen, wobei die Anzahl der neuen Teilnehmer im Jahr 2011 mit 2,9 Prozent geringer ausfiel als in den Vorjahren (2010: 7,1 Prozent, 2009: 11,0 Prozent). In Summe können die Veranstalter auf eine, aus Sicht der Teilnehmer gelungene Veranstaltung zurückblicken. Für 99 Prozent aller Befragten hatte die Veranstaltung einen spürbaren Mehrwert.

Die Investmentindustrie scheint die Finanzkrise, zumindest stimmungsmäßig, weitgehend hinter sich gelassen zu haben. Dies belegt das Ergebnis einer von Kommalpha durchgeführten Blitzumfrage unter 110 Entscheidern aus der Branche.

Als Indikator diente hierbei der FONDS professionell Kongress in Mannheim. Die Finanzkrise war nur noch bei einem Drittel der Befragten Inhalt von Gesprächen (2010: 58,8 Prozent, 2009: 58,5 Prozent), und für zwei Drittel spielte die Krise überhaupt keine Rolle mehr (2010: 24,7 Prozent, 2009: 4,2 Prozent). Auch dies ist sicher ein Grund dafür, dass 68,9 Prozent der Teilnehmer die Stimmung auf dem Kongress im Vergleich zum Vorjahr als besser empfanden (2010: 60,2 Prozent, 2009: 5,5 Prozent).

Deutlich wahrnehmbar ist auch eine wachsende Zustimmung zum Kongress selbst. Im dritten Jahr der Umfrage waren 89,4 Prozent aller Teilnehmer zufrieden mit dem Messeverlauf (2010: 83,5 Prozent, 2009: 64,0 Prozent). Dabei standen laut Aussage fast aller Befragten (97,1 Prozent) besonders das Networking innerhalb der Branche, sowie die Pflege von Geschäftskontakten im Vordergrund. Die Generierung von Neugeschäften bezeichneten mehr als die Hälfte der Besucher als ausschlaggebend (53,3 Prozent).

So gaben schließlich fast alle Befragten (97,2 Prozent) dann auch an, im nächsten Jahr wieder teilzunehmen, wobei die Anzahl der neuen Teilnehmer im Jahr 2011 mit 2,9 Prozent geringer ausfiel als in den Vorjahren (2010: 7,1 Prozent, 2009: 11,0 Prozent). In Summe können die Veranstalter auf eine, aus Sicht der Teilnehmer gelungene Veranstaltung zurückblicken. Für 99 Prozent aller Befragten hatte die Veranstaltung einen spürbaren Mehrwert.

Digitale Ökonomie und struktureller Wandel

IT birgt enormes „grünes“ Potenzial. Dies betrifft zum einen die Schonung der Ressourcen in der IT selbst („Green in IT―). Zum anderen betrifft es aber auch die Ressourcen, die über den Einsatz intelligenter IT-Systeme in der gesamten Volkswirtschaft gespart werden können („Green durch IT―). 54 Prozent der von uns im Rahmen dieser Studie befragten Unternehmen kennen den Unterschied zwischen beiden Konzepten. Die Unterscheidung ist also angekommen, hat aber gleichwohl noch Verbreitungspotenzial. So eine aktuelle Studie der Deutschen Bank Research und des Green IT-Beratungsbüros des Bitkom.

Best-Practice-Beispiele sollten eine wichtigere Rolle einnehmen.

Wie unsere Umfrage verdeutlicht, sehen sich nur 26 Prozent der Unternehmen betrieblich dazu gedrängt, Green IT-Projekte umzusetzen. Stattdessen kommt es in vielen Unternehmen insbesondere auf die Überzeugung des Chefs hinsichtlich der Green IT-Idee an. So stößt bei 45 Prozent der Unternehmen das obere Management solche Projekte an. Best-Practice-Beispiele können in der Praxis dabei helfen, die Komplexität der angedachten Projekte transparent zu machen. Mit einer am positiven Beispiel orientierten Projektplanung fällt es Unternehmen dann leichter, die notwendigen Maßnahmen für ihre IT abzuschätzen.

Um Potenziale heben zu können, müssen sich Strukturen ändern. Damit die Umwelt- und Ressourcenziele allerdings erreicht werden, müssen die Unternehmen ihre Strukturen verändern und hierbei konsequent das Umwelt- und Energiemanagement mit der IT-Konzeption zusammenführen. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg. So haben 38 Prozent der Unternehmen unserer Stichprobe einen Umweltbeauftragen berufen. Daneben müssen Green IT-Projekte vorankommen, obwohl nur 32 Prozent der Unternehmen eine übergreifende Budgetverantwortung für Energie und IT installiert haben.

„Green durch IT“ eröffnet ein beachtliches ökonomisch-ökologisches Handlungsfeld. Die Unternehmen der unterschiedlichen Branchen hoffen zum einen darauf, mittels intelligenter IT- Systeme und innovativer ressourcenschonender Prozesse dem Kostendruck zu begegnen. Zum anderen wollen sie den Kunden neue Güter anbieten und im Wettlauf um die besten Arbeitskräfte der Belegschaft auch flexiblere Arbeitsplatzmodelle bieten.

Unternehmen setzen ökologisch relevante Innovationen eher um, wenn sie sich kurzfristig ökonomisch rechnen. Unsere Umfrage benennt das Investitionsrisiko als wesentliche Hürde bei der Umsetzung von Green IT (43 Prozent sehr hohe oder hohe Zustimmung). Dabei sehen 60 Prozent der Unternehmen die Amortisationszeit von Green IT-Projekten im Rahmen der Abschreibungszeit von bis zu vier Jahren.

Intention und Vorgehen dieser Studie

Leicht kann „Green IT― fehlinterpretiert werden und damit vorschnell geweckte Erwartungen bald wieder enttäuschen. Denn auf den ersten Blick ist die IT nicht „grün―– und dies nicht nur wegen des durch eine intensivere Nutzung steigenden Energieverbrauchs. Gleichwohl verfügt die IT über „grünes― Potenzial. Dieses betrifft zum einen die Schonung der Ressourcen in der IT-Infrastruktur selbst („Green in IT―), darüber hinaus aber auch die Schonung der Ressourcen, die mittels IT-Einsatz letztlich in der gesamten Volkswirtschaft erzielt werden („Green durch IT―). Die Beobachtung, dass Green IT und die damit verbundenen Potenziale in der Praxis im weiten Spektrum zwischen „Green in IT― und „Green durch IT― sehr unterschiedlich verstanden und bewertet werden, war Ausgangspunkt dieser Studie von Deutsche Bank Research und dem Green IT Beratungsbüro beim BITKOM e.V.

Bei dieser Unternehmensbefragung konnten wir bei einer Rücklaufquote von 10 Prozent insgesamt 237 ausgefüllte Fragebögen in unsere Analyse einbeziehen. Bei der Mehrheit der antwortenden Unternehmen reagierte das Top-Management (69 Prozent). Dabei stuften sich 32 Prozent der Unternehmen als reine Green IT-Anwender und folglich 68 Prozent als Green IT-Anbieter ein. Unter den Green IT-Anbietern bezeichneten sich 25 Prozent als Hersteller, 44 Prozent als Dienstleister und 30 Prozent als Hersteller und Dienstleister.

Das Gros der Teilnehmer rechnet sich der IT-Branche zu (53 Prozent aller Antworten); darauf folgen mit deutlichem Abstand das Verarbeitende Gewerbe und die Freien Berufe (jeweils 12 Prozent). Unsere Umfrage stieß bei den nach Umsatz und Beschäftigtenzahl ganz kleinen Unternehmen (35 Prozent zählen weniger als 50 Mitarbeiter) und ganz großen Unternehmen (26 Prozent mit mehr als 2.500 Mitarbeitern) auf besonders hohe Beteiligung. Bei 53 Prozent der antwortenden Unternehmen haben die Entscheider einen ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Hintergrund. Die Gruppe der Anbieter von Green IT-Technologien wurde explizit auch zu ihren Erfahrungen beim eigenen Einsatz, ihren Erwartungen und Einschätzungen zu Green IT befragt.

Die Mehrheit der Unternehmen, die sich an unserer Befragung zu Green IT beteiligten, sitzt und wirtschaftet in Deutschland (96 Prozent) – regionale Schwerpunkte dabei sind die Großräume Berlin, München, Rhein-Main und Stuttgart. Gleichwohl haben dank Unterstützung des ICTswitzerland auch fünf Nachfrager und drei Anbieter aus der Schweiz teilgenommen. Zwei weitere Nachfrager nahmen aus dem sonstigen Ausland an der Befragung teil.

Nach dem für neue Technologien typischen Hype der Anfangszeit ist Green IT mittlerweile in der Phase der konstruktiven Auseinandersetzung und der konkreten Umsetzung in den Unternehmen angekommen. So sehen 40 Prozent der von uns im Rahmen dieser Studie befragten Unternehmen die Amortisationszeit von Green IT-Projekten im Rahmen der Abschreibungszeit von bis zu vier Jahren. Gleichwohl gibt es trotz dieses deutlichen Fortschritts bei der Durchsetzung auch immer noch Hürden.

So lokalisieren etliche Unternehmen in unserer Umfrage diese wesentlichen Hürden für die Umsetzung von Green IT-Projekten bei dem Investitionsrisiko (43 Prozent sehr hohe oder hohe Zustimmung), der Zustimmung von Stakeholdern und der bislang noch unzureichenden unternehmensinternen Erfahrung mit Green IT-Projekten (jeweils 33 Prozent).

Viele Unternehmen erklären in unserer Stichprobe die stockende Umsetzung von Green IT-Projekten mit dem zu geringen Stellenwert auf der gesellschaftlichen Agenda (14 Prozent trifft voll zu, 34 Prozent trifft zu), der Unübersichtlichkeit der Angebotspalette (7 Prozent trifft voll zu, 30 Prozent trifft zu) und dem fehlenden Budget (11 Prozent trifft voll zu, 21 Prozent trifft zu).

Demgegenüber werden der mögliche Druck von Seiten der Wettbewerber oder ein unternehmensinterner Einigungsmangel nur selten als Begründung für die stockende Umsetzung genannt. Offensichtlich entscheiden insbesondere auch Politik und Verbraucher darüber, ob Green IT schneller vorankommt.

38 Prozent der antwortenden Unternehmen haben explizit einen Umweltbeauftragten berufen, der sich um die Realisierung der Klima- und Ressourcenziele im Unternehmen kümmert. So stößt in 66 Prozent der Unternehmen das obere Management oder der Leiter der internen IT-Abteilung die Green IT-Projekte an. Daneben weisen die Teilnehmer unserer Umfrage bei den sonstigen Impulsgebern oft auch auf das Engagement der Mitarbeiter hin. Schulungen sind hier wichtig und werden bei einem Drittel der Unternehmen bereits durchgeführt.

Green IT braucht also den überzeugten Chef, aber auch den aufmerksamen, geschulten Mitarbeiter. So muss Green IT bislang in vielen Unternehmen vorankommen, obgleich die Budgetverantwortung für Energie und IT unterhalb der obersten Chefebene nicht zusammengeführt ist. Übergreifende Budgetverantwortlichkeit unterhalb dieser Ebene ist in den von uns analysierten Unternehmen in 32 Prozent der Fälle anzutreffen.

Viele Unternehmen haben Klima- und Ressourcenziele in ihrer Strategie explizit formuliert und gehen das strategische Nachhaltigkeitsziel mit einer speziell darauf abgestimmten IT-Unterstützung an. Drei Fünftel der befragten Unternehmen setzten Steuer- und Regeltechnik oder Managementsysteme ein, um diese strategischen Unternehmensziele zu erreichen.

Ergebnisse der Umfrage speziell bei den Anbietern von Green IT

 Gut die Hälfte der antwortenden Anbie-ter sieht die typische Investition von Green IT-Projekten bei einem recht geringen Volumen von unter EUR 200.000. Dagegen siedelt nur knapp jeder zehnte Anbieter das typische Volumen bei mehr als EUR 500.000 an. Die hier gegebenen Antworten könnten also dafür sprechen, dass die Anwen-der im Bereich Green IT aufgrund ihrer Gesamtprofitabilität zunächst auf vor-sichtiges Agieren mit überschaubarem finanziellem Risiko setzen.

Wie bei neuen Technologien zu erwar-ten, rechnen 66 Prozent der antwortenden Anbieter hinsichtlich der Umsatzent-wicklung der kommenden fünf Jahre mit hohem Wachstum; das Gros nennt hier eine Rate von +1 Prozent bis +15 Prozent. Gleichwohl gehen beinahe ebenso vie-le Anbieter entweder von einem noch deutlicheren Aufschwung oder sogar einer Stagnation im Bereich Green IT aus. Hier zeigt sich im Markt also noch ein recht uneinheitliches Bild bezüglich der Chancen von Green IT.

Gut 40 Prozent der antwortenden Anbieter schätzen die von den Anwendern mit-tels Green IT zu erzielende Energieein-sparung auf mehr als 15 Prozent. Wie zu er-warten, kann nur eine verschwindend kleine Minderheit erkennen, dass die Kunden mit Green IT keine spürbare Einsparung erreichen. Offensichtlich gehen Green IT und Energiesparen in der weitaus überwiegenden Zahl der Projekte beim Anwender Hand in Hand.

Gut jeder vierte der antwortenden Green IT-Anbieter erwartet, dass sich die Investitionen ihrer Kunden in Green IT innerhalb von zwei Jahren amortisieren. Knapp zwei Drittel der Anbieter sehen die Amortisationszeit von Green IT-Projekten innerhalb von drei bis vier Jahren. Bei Entscheidern, die sich ausschließlich auf eine sehr kurzfristige Rentabilität fokussieren, haben es Investitionen in Green IT somit schwerer.

Erfahrungen aus der Beratungspraxis zu

Auf den Einzelfall kommt es an Es gibt sie, die positiven Beispiele, wie Green IT-Projekte in Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Größe erfolgreich umgesetzt werden. Doch die Beratungspraxis und die Gespräche mit Anwendern zeigen auch, dass trotz existierender Technologien und Lösungen viele Potenziale für eine Energie- und Materialeffizienz in den IKT-Infrastrukturen und -Systemen noch nicht gehoben wurden. Die Frage des „Warum― gab für das Green IT Beratungsbüro den Anstoß zu dieser gemeinsamen Untersuchung mit Deutsche Bank Research. Die Ergebnisse können vielen Verantwortlichen eine Hilfe sein, die noch bestehenden Hindernisse für die Umsetzung von Green IT-Projekten zu beseitigen.

Jeder Optimierung sollte ein ausführliches Monitoring der Energieverbräuche vorausgehen. Wenn diese Analysen über einen längeren Zeitraum vorgenommen werden, lassen sich auch versteckte Energieverbräuche und Lastspitzen an Wochenenden und nachts aufdecken. In der täglichen Arbeit des Beratungsbüros lässt sich feststellen, dass Optimierungsprojekte vielfach ohne vorherige Messreihen gestartet werden. Daher werden nicht immer die stärksten Energieverbraucher als erstes ausgetauscht und Optimierungspotenziale nicht vollständig gehoben.

Sehr positive Erfahrungen bei der Planung und Umsetzung von Green IT-Projekten wurden mit Anwendern gemacht, die ihren Blick über das reine Kostensparen hinaus gerichtet haben. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, dass diese Projekte von internen Umweltmanagern oder -beauftragten begleitet werden, um erfolgreich abgeschlossen werden zu können. Gut geschulte und weitergebildete Mitarbeiter bzw. IT-Verantwortliche, aber vor allem das  verantwortungsbewusste Bestreben, einen positiven Beitrag für die Umwelt zu leisten, beeinflussen den Projekterfolg maßgeblich mit.

Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kann bei der Suche nach versteckten Energieverbrauchern auch eine geförderte Energieberatung über den „Sonderfonds für Energieeffizienz in KMU― des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und der KfW Bankengruppe helfen.

Bei der Spitzenförderung im Umweltinnovationsprogramm des deutschen Bundesumweltministeriums werden die Investitionen im Regelfall über einen vom Ministerium subventionierten KfW-Kredit unterstützt.

Fast ausschließlich wird jedoch eine Zuschussvariante (bis zu 30 Prozent der Investitionskosten) beim Green IT Beratungsbüro nachgefragt, die als Ausnahmefall einer besonderen Begründung bedarf. In der Breitenförderung, dem ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm des BMWi und der KfW Bankengruppe, wird die Unterstützung ohne Ausnahme durch zinsvergünstigte Darlehen gewährt. Trotzdem gibt es immer wieder den Wunsch einer Zuschussfinanzierung.

Green IT-Förderung

Anwender sind in der für sie günstigen Situation, dass ihnen alternativ zur Breitenförderung attraktive Finanzierungspläne von IKTHerstellern und Systemhäusern angeboten werden. Die Praxis der Breitenförderung sieht vor, dass energie- und materialeffiziente Technologien mit unterschiedlich langen Nutzungsdauern (beispielsweise Server vs. Photovoltaikanlage) ein einheitliches Finanzierungsangebot über Kredite durch die Fördergeber erhalten. Dies führt dazu, dass die Kreditlaufzeiten bei Green IT-Projekten mit Nutzungsdauern von unter fünf Jahren länger sind als die Nutzungsdauer. So lässt sich erklären, warum häufig Investitionskostenzuschüsse nachgefragt werden.

Als Weiterentwicklung der Breitenförderung könnten Best-Practice-Beispiele, bei denen ein besonders hohes Energie- oder Materialeffizienzpotenzial gehoben wird, bevorzugt gefördert werden. Zum einen könnten anteilige Investitionskostenzuschüsse geprüft, zum anderen positive Referenzprojekte durch Anerkennung und Auszeichnung seitens der Fördergeber ausgezeichnet werden. Es gibt bereits eine Vielzahl von erfolgreichen Energie- und Materialeffizienzprojekten, bei denen umfangreich erprobte Technologien zum Einsatz kommen. Der Erfolg dieser Projekte liegt unter anderem darin begründet, dass die Verantwortlichen die Notwendigkeit und Komplexität ihrer Systeme und Infrastrukturen vollständig hinterfragt haben. Dadurch konnten die Anschaffungspläne dem tatsächlichen Bedarf angepasst und die besten zur Verfügung stehenden Technologien eingesetzt werden.

Solche Projekte haben auch in der Breitenförderung noch eine Leuchtturmwirkung und können zur Nachahmung anregen. Auch wenn durch die starke Heterogenität der einzelnen IT-Ausstattungen Vergleiche immer nur eingeschränkt möglich sind, lassen sich aus solchen positiven Projektbeispielen viele Anregungen für andere Anwender ableiten

Analyse Green IT: Hype ist der rationalen Auseinandersetzung gewichen

Wegen steigender Energiepreise, dem sich abzeichnenden Klimawandel und der damit einhergehenden verschärften umweltpolitischen Regulierung überdenken viele Unternehmen derzeit ihre ökologische Strategie. Bei diesen strategischen Überlegungen fällt der IKT zumeist eine zentrale strukturgebende Rolle zu. Hierbei können die Unternehmen unterschiedlichster Branchen zum einem darauf hoffen, mittels intelligenter IT-Systeme dem Kostendruck zu begegnen.

Zum anderen können sie im Idealfall ihren Kunden neue Güter und Dienstleistungen und darüber hinaus im Wettlauf um die besten Arbeitskräfte flexiblere  Arbeitsorganisationsmodelle anbieten.

Nachdem die Unternehmen lange Jahre auf die Befriedigung des rapide steigenden Bedarfs an Rechen- und Speicherleistungen abstellten, rückt mit diesen Ergänzungen der Strategie nun also die Energieeffizienz und die Flexibilisierung der Arbeit in den Vordergrund.

Dementsprechend hatten die großen IT-Messen wie die Symposium/ITxpo in Cannes oder die CeBIT in Hannover in den letzten Jahren Green IT zu einem Schwerpunktthema erkoren.

Nachdem der Hype der ersten technischen Faszination nun einer rationalen Auseinandersetzung mit dem Thema Green IT gewichen ist, nimmt auch die Politik dieses Thema konstruktiv auf, sie will Green IT vorantreiben, um damit die Kopplung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum aufzuweichen und zum weltweiten Klimaschutz beizutragen.

Angesichts dieser breiten Koalition der Unterstützer, wer wollte da noch bestreiten, dass Green IT ein wichtiges Thema unserer Zeit sein muss? Allein folgende Beispiele sprechen eine eindeutige Sprache:

-In Deutschland lag der durch Informations- und Kommunikations- Geräte bedingte Stromverbrauch 2007 bei 55 TWh (1 TWh = 109 kWh) und damit bei gut 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Die Gesamtbranche der Informations- und Kommunikationstechnologien zeichnet damit für 2 Prozent der CO2e-Emissionen verantwortlich

-der größte Teil davon durch das Segment PCs, Desktops, Laptops, Monitore und sonstige Hardware verursacht.

-Der Energiebedarf allein deutscher Rechenzentren dürfte auf Grundlage der Zahlen von Fichter u.a. (2009)1 in 2010 bei 11 TWh (gut 2 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland) liegen, was der Jahresstromproduktion von fünf Kohlekraftwerken entspricht. Die von deutschen Rechenzentren verursachten CO2e-Emissionen liegen damit bei knapp 6 Mio. t.2

-In Deutschland dürften die CO2e-Emissionen der IKT-Branche zwischen 2007 und 2020 um durchschnittlich 0,9 Prozent p.a. steigen und dann 26 Mio. t erreichen; dies entspricht einem Anstieg des Anteils an den gesamten CO2e-Emissionen von 2 Prozent auf 3 Prozent.

-Falls die deutschen Rechenzentren konsequent auf effiziente Green IT umrüsteten, könnte der Stromverbrauch von gut 10 TWh in 2008 auf ca. 6 TWh in 2015 gesenkt werden. Dies summiert sich bei einem Strompreis von 0,12 EUR/kWh4 insgesamt auf rd. EUR 500 Mio. (vgl. auch Grafiken 20 und 21).

Auf Grundlage der zunehmenden Bedeutung des Themenfelds Ökologie schätzt die Global e-Sustainability Initiative (GeSI), eine von dem UN Environment Programme (UNEP) und der International Telecommunications Union (ITU) unterstützten gemeinnützige Organisation der IKT-Industrie, dass zwischen 2002 und 2020 der Beitrag der IT-Wirtschaft zum globalen BIP von 5,8 Prozent auf 8,7 Prozent wächst (Grafik 22) – nicht zuletzt auch dank des Wachstumsfelds Green IT. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) rechnet damit, dass sich der Weltmarkt für Desktop-Virtualisierung zwischen 2008 und 2013 knapp verzwanzigfacht. Speziell in Deutschland eröffnet sich im gleichen Zeitraum bei der Umrüstung auf energieeffiziente Rechenzentren ein Marktvolumen von EUR 400 Mio. Darüber hinaus dürfte der Markt für „Green durch IT― bis 2020 EUR 84 Mrd. erreichen.

Die Recherche zu Green IT fördert also allenthalben beeindruckende Fakten und Einschätzungen zu Tage. Doch warum werden immer wieder Stimmen laut, die Green IT als eine schnell vergängliche Modeerscheinung bezeichnen? Eine Ursache für diese Einschätzung liegt wohl schon bei der Terminologie. So kann „Green IT― leicht fehlinterpretiert werden und damit vorschnell geweckte Erwartungen bald wieder enttäuschen. Denn auf den ersten Blick ist die IT nicht „grün―– und dies liegt nicht nur am Energieverbrauch, der notwendigerweise mit der schnell steigenden Nachfrage von Unternehmen und Endnutzern nach immer mehr Rechenleistung verbunden ist. Kritiker von Green IT merken an, auf der Soll-Seite seien neben dem Energieverbrauch zusätzliche Posten zu berücksichtigen, beispielsweise die Umweltverträglichkeit der bei der Produktion eingesetzten Materialien oder des bei der Entsorgung anfallenden Elektroschrotts.

So betonen die Kritiker von Green IT hinsichtlich der Entsorgung, dass durch die nicht mehr einsetzbare Hardware ein großer Teil des Elektroschrotts entsteht. Der Elektroschrott der IKT in Deutschland summiert sich auf 5 Mio. t. pro Jahr. Gleichwohl haben gesetzliche Regelungen und Richtlinien auf EU-Ebene die Hersteller zur Einführung von recyclinggerechten Designs bewegt, um die Recyclingquote zu erhöhen und die Umweltbelastungen zu reduzieren. Dies war insbesondere notwendig, weil sich in den nicht mehr verwendeten Geräten bis zu 60 chemische Elemente finden – darunter auch seltene Metalle, wie Indium.

IT mit grünem Potenzial

Gleichwohl verfügt die IT abseits des fokussierten Blicks auf Energieverbrauch, Herstellung und Entsorgung sehr wohl über ein „grünes Potenzial“. Dieses betrifft zum einen die Schonung der Ressourcen in der IT selbst („Green in IT―), zum anderen aber auch die Schonung der Ressourcen, die mittels IT-Einsatz in der gesamten Volkswirtschaft erzielt werden kann („Green durch IT―).

Diese gesamtwirtschaftliche Wirkung entfaltet die IT über zwei Hebel. So helfen intelligente IT-Systeme zum einen dabei, bestehende Prozesse besser zu überwachen und effizient zu steuern. Zum anderen führen die intelligenten Systeme im größeren Zusammenhang aber auch zu völlig neuen Geschäftsmodellen und Prozessen mittels derer Ressourcen eingespart werden. Unternehmen arbeiten an grünen Zielen Wie unsere Umfrage analog zu anderen Untersuchungen verdeutlicht, haben sich etliche Unternehmen bereits mit dem Thema Green IT beschäftigt und sich vorgenommen, CO2e-Emissionen und Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Dabei zielen die eingeleiteten Maßnahmen vorwiegend auf das Rechenzentrum. Die Virtualisierung ist dabei ein Ansatz, Ressourcen eines Computers (insbesondere im Server-Bereich) über virtuelle Instanzen zusammenzufassen, statt große monolithische Server für einzelne Anwendungen zu betreiben.

Neben standortverteilten Softwareanwendungen (z.B. SaaS) werden hier insbesondere die Ansätze des Cloud Computing diskutiert. Cloud Computing beschreibt den variablen Einsatz von Rechenkapazitäten und stellt dem bisher vorherrschenden, primär lokalen Client-Server-Ansatz einen variablen Einsatz von Rechenkapazitäten,  Infrastrukturen und Anwendungen in dezentralen Netzen gegenüber. Allerdings macht unsere Umfrage deutlich: Von der Diskussion der Vorteile bis zur praktischen Umsetzung im Unternehmen ist noch ein längerer Weg zu absolvieren. So liegt die Virtualisierungsquote von Rechenzentren bei 15 Prozent, und Grid- oder Cloud-Computing wurden selbst in großen internationalen Unternehmen bisher kaum realisiert.

Unterwegs auf dem langen Weg zu integriertem Umweltmanagement

Die mit der Realisierung von Green IT-Projekten verbundenen Potenziale sind beeindruckend. GeSI u.a. (2009) kalkulieren, dass bei konsequenter und schneller Umsetzung des Möglichen die CO2e-Emissionen der IKT-Branche bis 2015 um ein Viertel und bis 2020 gar um die Hälfte gesenkt werden können. Im Vergleich der vier IKT-Segmente (Rechenzentren; PCs und sonstige Hardware, Telekommunikationsendgeräte, Telekommunikationsnetze) in Deutschland liegt das größte relative Einsparpotenzial bei den Rechenzentren.

Die Emissionen können dort bis 2015 um 2.300 t CO2e (35 Prozent), bis 2020 gar um ca. 60 Prozent (4.200 t CO2e) reduziert werden. Dagegen liegt das größte absolute Einsparpotenzial im Bereich PCs, Desktops, Laptops, Monitore und sonstige Hardware (bis 2020: -7.000 t CO2e) – allerdings bleibt dieses Segment auch nach dieser Reduzierung absolut größter Emittent.

Bei den Maßnahmen zeigt sich, dass bereits der Tausch Alt gegen Neu einen deutlichen Energieeffizienzvorteil bei der Hardware mit sich bringt. So steigt die Energieeffizienz bei Computern – gemessen in Rechenoperationen pro Watt – seit je her rasant; in den vergangenen 10 Jahren beispielsweise um den Faktor 100. Allerdings wird dieser Effizienzgewinn zumeist durch die intensivere ITNutzung kompensiert.

Gleichwohl sind allein über den Austausch Alt gegen Neu die angestrebten, oft ehrgeizigen Umwelt- und Ressourcenziele bei weitem nicht erreichbar. Wichtig ist vielmehr, dass die Unternehmen über ihr Engagement bei Hard- und Software hinausgehen, ganze Unternehmensstrukturen umstellen und hierbei konsequent das Umwelt- und Energiemanagement mit der IT-Konzeption zusammenführen. Nur ein Unternehmen, das das Thema Green IT bereichsübergreifend angeht, hierbei auch die Position der Belegschaft berücksichtigt und die Maßnahmen betriebsintern hinreichend gut kommuniziert, kann die enormen operativen und strategischen Potenziale von Green IT auch heben.

Bis ein solcher Idealzustand auch nur annähernd erreicht ist, gibt es in anderen Bereichen allerdings noch einiges zu tun. So verdeutlicht unsere Umfrage im Einklang mit anderen Untersuchungen, dass beim Gros der Unternehmen die Schnittstelle zwischen IT und Umweltmanagement noch nicht selbstverständlich eingerichtet wird. Dies hat neben den strategischen Nachteilen innerhalb der Organisation dann üblicherweise auch eine unzureichende Kommunikation mit der Belegschaft über die Umweltziele zur Folge.

Wie andere empirische Untersuchungen so verweist auch unsere Umfrage darauf, dass die mittels der Technik eröffneten Potenziale wegen der mangelnden Einsicht auf Seiten der Mitarbeiter derzeit oft nicht genutzt werden.

S ist es in vielen Organisationen üblich, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitsplatzrechner zumeist auch über Nacht und über das Wochenende nicht herunterfahren. Beispielsweise messen Kolbe u.a. (2009) in deutschen Unternehmen in diesem Zusammenhang eine Quote von 50 Prozent. Ohne aktivierten Energiesparmodus verbrauchen Arbeitsplatzrechner aber selbst im Leerlauf bis zu 100 Wh.

„Green durch IT“ bahnt sich den Weg

 Weit über den Aspekt „Green in IT― hinaus eröffnet insbesondere  der Aspekt „Green durch IT― ein beachtliches ökonomisch-ökologisches Handlungsfeld. So ermöglicht „Green durch IT― in vielen Bereichen der Volkswirtschaft die Umsetzung neuer Angebote und innovativer ressourcenschonender Prozesse. GeSI u.a. (2009) schätzen diese mittels Informations- und Kommunikationstechnologie außerhalb des eigentlichen IKT-Sektors erreichbaren Einsparungen auf knapp 200.000 t CO2e p.a., also dem Achtfachen der Emissionen, die in der IKT-Branche insgesamt anfallen. Dieses enorme Einsparpotenzial eröffnet sich insbesondere bei den größten CO2e-Emittenen aus den Branchen Industrie, Verkehr und Logistik, Energie und Gebäudewirtschaft.

Neben den Potenzialen mit direktem Branchenbezug verändert „Green durch IT― als Querschnittstechnologie heute bereits spürbar die Volkswirtschaft. Besonders aussichtsreich -diskutierte Beispiele sind:

-Smart Agriculture (IT-gestützte Landwirtschaft);

-Smart Buildings, Connected Living (z.B. Klimamanagementsysteme, Planungstools, Gerätesteuerung);

-Smart Consumption (z.B. Einkaufsnavigator, Gerätesteuerung, Online-Coaching);

-Smart Logistics (z.B. Städtemaut, Verkehrsflusssteuerung, Car Electronics/ Navigation);

-Smart Motors (z.B. Frequenzumrichter, Systemautomatisierung, optimierter Kraftwerksbetrieb);

-Smart Services (Innovative Dienstleistungen, z.B. Effizienzkonzepte für Internethandel);

-Smart Closed Loops Economy (Recycling, Kreislaufwirtschaft);

-Dematerialisierung (z.B. E-Invoicing, E-Media, E-Paper, Telearbeit, Virtual Conferencing);

-Smart Water Supply (IT-gestützte Wasserversorgung und -nutzung).

Diese Beispiele wirken mit deutlich unterschiedlichen Potenzialen über verschiedene Hebel ressourcensparend – vom Einsparen von Papier mittels Digitalisierung von Dokumenten bis hin zum Schonen der Mineralölvorkommen durch das verminderte Pendleraufkommen.

Inbesondere das Themengebiet Smard Grid und Smart Metering ist im Zusammenhang mit der politisch intensiv diskutierten Zukunft der Energiepolitik derzeit in aller Munde. Der Stromverbrauch wuchs seit 1991 um mehr als 15 Prozent und die Brutto-Stromerzeugung stieg mittlerweile auf über 625 TWh. Der dabei anfallende knapp 400.000 Giga t CO2e-Ausstoß entspricht 40 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. Mit dem aufkommenden dezentral eingespeisten erneuerbaren Energieträgern (Wind, Sonne) wandelt sich nun auch die Energieversorgung grundsätzlich. Damit steigen die Komplexität im Netzbetrieb und auch die Anforderungen an die steuernde Informationstechnologie deutlich. Bei ständig steigendem Stromverbrauch (in Deutschland seit 1991: +15 Prozent) kann Green IT im Bereich Smart Grid und Smart Metering wesentlich dazu beitragen, den CO2e-Ausstoß zu senken.

Staat kann auf dem Weg helfen

Green IT hat als „Green in IT― und noch vielmehr als „Green durch IT― deutlich positive externe Effekte für die gesamte Volkswirtschaft. Bei der mit dem Thema verbundenen ökologischen Begeisterung sollte allerdings nicht vergessen werden, dass im marktwirtschaftlichen Umfeld ökologisch relevante Innovationen erst dann auf breiter Basis umgesetzt werden, wenn sie sich für das relevante Unternehmen letztlich auch ökonomisch rechnen. Hier kann der Staat ansetzen und das Vorankommen von Green IT-Projekten unterstützen. Instrumente sind z.B.:

-Direkte monetäre Subventionen (z.B. Förderprogramme, Konjunkturpaket II);

-Anpassung eines konsistenten gesetzlichen Rahmens (z.B. Energiewirtschaftsgesetz (EnWG);

– Formulierung von politischen Zielen (z.B. hat die deutsche Bundesregierung im November 2008 erklärt, bezogen auf den höchsten Verbrauch vor 2009 den Energieverbauch im IT-Betrieb der Bundesverwaltung bis 2013 um 40 Prozent senken zu wollen);

– Technische und marktrelevante Informationen zum Thema bündeln, strukturieren und veröffentlichen;

-Empfehlungen für die Umsetzung solcher Projekte in den Unternehmen herausgeben;

-Foren schaffen für den Informationsaustausch zwischen Anwendern und Anbietern (z.B. EU Code of Conduct for Data Centres);

-Förderschwerpunkte für akademische Forschung einrichten;

-Vorreiterfunktion einnehmen als Anwender ressourcenschonender Technologien (z.B. bei Virtualisierung, Thin Clients);

– Förderung des Ausbaus der kabel- und funkbasierten Netzinfrastruktur als technologische Voraussetzung für den mit den neuen Anwendungen schnell steigenden Datenverkehr.

Allzu oft wird auch im Green IT-Bereich die staatliche Unterstützung auf direkte monetäre Förderung verkürzt. Gleichwohl zeigen die Beispiele, dass staatliche Förderung wesentlich umfassender und kreativer gestaltet sein kann. Dazu steht ein Strauß von Instrumenten zur Verfügung, der auch die Infrastrukturförderung in angegliederten Bereichen (z.B. den Aus- und Aufbau der breitbandigen Telekommunikation) einschließt. Schließlich gilt für die Förderung von Green IT wie auch die Förderung anderer Querschnittstechnologien, dass die Auswirkungen nicht isoliert, sondern mit ihrer technischen und funktionalen Einbettung im langfristigen volkswirtschaftlichen Zusammenhang betrachtet werden sollten.

Fazit: Green IT ist mehr als eine schnell vergängliche Modeerscheinung!

 Die IT birgt ein enormes „grünes― Potenzial. Dieses betrifft zum einen die Schonung der Ressourcen in der IT-Infrastruktur selbst („Green in IT―), zum anderen aber auch die Einsparung der Ressourcen, die letztendlich mittels IT-Einsatzes in der gesamten Volkswirtschaft erzielt werden kann („Green durch IT―). Die Unterscheidung ist also angekommen, hat aber auch noch Verbreitungspotenzial: 54 Prozent der Unternehmen unserer Stichprobe kennen den Unterschied zwischen den beiden Konzepten „Green in IT― und „Green durch IT―. Die gesamtwirtschaftliche Wirkung von Green durch IT entfaltet sich über zwei Hebel: Die intelligenten IT-Systeme helfen zum einen, bestehende Prozesse effizienter zu gestalten. Zum anderen führen die Systeme aber auch zu völlig neuen Geschäftsmodellen und Prozessen, mittels derer Ressourcen eingespart werden.

Damit die oft ehrgeizigen Umwelt- und Ressourcenziele allerdings überhaupt erreicht werden, müssen die Unternehmen über das punktuelle Engagement bei Hard- und Software hinausgehen und das Thema Green IT bereichsübergreifend unter Einschluss der Belegschaft angehen. Bis ein solcher Idealzustand erreicht ist, gibt es noch einiges zu tun.

(Autoren: Stefan Heng, Bernd Klusmann)

Das Green IT Beratungsbüro beim Bitkom e.V. ist ein Sonderprojekt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), des Umweltbundesamts (BMU) sowie der KfW Bankengruppe und wurde auf Initiative des Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. – im Förderschwerpunkt „IT goes green― des BMU-Umweltinnovationsprogramms (UIP) eingerichtet. Das Beratungsbüro unterstützt professionelle Anwender bei der Umsetzung von Green ITProjekten. Dabei steht die Beratung zu Energie- und Materialeinsparpotenzialen durch Green IT-Technologien sowie zu Programmen der Spitzen- und Breitenförderung im Mittelpunkt.

Zusätzlich zu den klassischen Energie- und Materialeffizienz-Projekten unterstützt die Spitzenförderung des BMU auch die Emissionsreduzierung durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) („Green durch IT―), die häufig ein noch größeres Einsparpotenzial besitzt. Neben dem gezielten Ausbau innovativer und umweltschonender IKT und Lösungskonzepte liegt ein weiterer Fokus der Arbeit des Beratungsbüros auf der Kommunikation und Darstellung von Best-Practice-Beispielen, um die Technologien auch in der Breite bekannt zu machen und vielfach zur Nachahmung anzuregen.

Info: www.green-it-beratungsbuero.de

Deutsche Bank Research ist verantwortlich für die volkswirtschaftliche Analyse in der Deutsche Bank Gruppe und berät die Bank, ihre Kunden und Stakeholder. Deutsche Bank Research verfolgt die für die Deutsche Bank relevanten Trends auf den Finanzmärkten, in Wirtschaft und Gesellschaft einschließlich ihrer Chancen und Risiken. Seit über 10 Jahren forscht Deutsche Bank Research zu den Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf Wirtschaft und Gesellschaft sowie dem damit verbundenen Wandel.

Info: www.dbresearch.de/digitaleoekonomie

IT birgt enormes „grünes“ Potenzial. Dies betrifft zum einen die Schonung der Ressourcen in der IT selbst („Green in IT―). Zum anderen betrifft es aber auch die Ressourcen, die über den Einsatz intelligenter IT-Systeme in der gesamten Volkswirtschaft gespart werden können („Green durch IT―). Continue reading

Green IT : Dominierendes Thema im Mittelstand

GreenIT hält Einzug im deutschen Mittelstand und wird bis 2015 in der Prioritätenliste kontinuierlich weiter nach oben klettern. Allerdings ist auch eine starke Abhängigkeit von der allgemeinen Entwicklung der Konjunktur festzustellen.  Dies sind zentrale Ergebnisse der Studie „Prognose 2011 – Konsolidierung und GreenIT im deutschen Mittelstand „, die das Deutsche Forum für Hochverfügbarkeit jetzt vorgelegt hat. Auf die Frage, welche Bedeutung das Thema heute im deutschen Mittelstand hat, gaben fast siebzig Prozent der Befragten eine positive Antwort. Knapp ein Viertel meint, dass die „grüne“ Ausgestaltung der Informationstechnologie bereits jetzt ganz oben auf der Agenda steht. Für weitere 45 Prozent ist das Bewusstsein für GreenIT hoch, indes hätten sich durch die immer noch spürbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise die Prioritäten verschoben.

„In der Tat ist es so, dass gerade mittelständische Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Investitionen  scheuen und notwendige Maßnahmen zur Umgestaltung der IT-Systeme hinten anstellen. Dabei sollten sie allerdings bedenken, dass GreenIT und die damit im Zusammenhang stehenden Themen wie Server- und Storagekonsolidierung, Virtualisierung, Hochverfügbarkeit  – neben der Performancesteigerung – gerade auch massive Einsparungen nach sich ziehen“, bemerkt Uwe Kramer, Vorsitzender des Forums in der Software-Initiative Deutschlands, im „normalen“ Leben Geschäftsführer des Systemintegrators Kramer & Crew in Köln.

GreenIT hält Einzug im deutschen Mittelstand und wird bis 2015 in der Prioritätenliste kontinuierlich weiter nach oben klettern. Allerdings ist auch eine starke Abhängigkeit von der allgemeinen Entwicklung der Konjunktur festzustellen. Continue reading

Nachhaltigkeit – mehr Schein als Sein?

Obwohl dem Thema Nachhaltigkeit eine immer höhere Bedeutung zugeschrieben wird, ist das tatsächliche Kaufverhalten davon noch weitestgehend unberührt. Neben dem Preis und der Qualität von Produkten spielt zunehmend auch das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Eine aktuelle Konsumentenbefragung des ECC Handel in Zusammenarbeit mit der Internet-Plattform stayfair.de zeigt, dass Nachhaltigkeitsaspekte teilweise sogar wichtiger eingestuft werden als der Preis. Nur die Qualität der Produkte war noch wichtiger. Dennoch spielen Nachhaltigkeitsaspekte für das gegenwärtige Einkaufsverhalten der Konsumenten nur eine untergeordnete Rolle. Zukünftig wollen die befragten 615 Konsumenten aber stärker auf die Nachhaltigkeit der gekauften Produkte achten.

Gegenwärtig ignoriert noch jeder fünfte Konsument Nachhaltigkeitsaspekte bei der Produktauswahl und nur 30 Prozent der Befragten wählen ihre Einkaufsstätte unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit aus. Besonders relevant sind Nachhaltigkeitsaspekte gegenwärtig bereits beim Einkauf von Lebensmitteln. In anderen Produktkategorien spielen sie dagegen noch kaum eine Rolle. Zukünftig wollen die Befragten jedoch stärker auf die Nachhaltigkeit der Produkte achten. Nur etwa drei Prozent der Befragten wollen auch zukünftig nicht unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten einkaufen. „Die Absicht der Konsumenten, zukünftig stärker auf Nachhaltigkeitsgesichtspunkte beim Einkauf zu achten, deutet auf bisher ungenutzte Potenziale für Händler hin. Die Plattform stayfair.de kann Händlern dabei helfen, diese zu nutzen und nachhaltige Waren und Dienstleistungen einer breiten Masse von Interessenten anzubieten“, so Joel Smolibowski, Gesellschafter der Stayfair GmbH.

Mehr Infos unter www.ecc-handel.de

Obwohl dem Thema Nachhaltigkeit eine immer höhere Bedeutung zugeschrieben wird, ist das tatsächliche Kaufverhalten davon noch weitestgehend unberührt. Continue reading

Studie: Nachhaltigkeit in Unternehmen

Deutsche Unternehmen haben die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit erkannt. Allerdings steckt die Umsetzung noch in den Kinderschuhen: Zwar haben knapp drei Viertel der Unternehmen bereits eine Organisationseinheit Nachhaltigkeits-Management, jedoch ist diese bei knapp der Hälfte dieser Firmen erst im Aufbau beziehungsweise in der Etablierung begriffen. Das ergab eine Studie der Managementberatung Kienbaum zu den Chancen und Herausforderungen nachhaltiger Unternehmensführung, an der rund die Hälfte der deutschen Top-50-Unternehmen teilgenommen hat. „Das Nachhaltigkeits-Management ist bei einem Großteil der Unternehmen noch in der Findungsphase. In mehr als der Hälfte der Firmen klafft eine beträchtliche Lücke zwischen selbstdefiniertem Anspruch und den aktuellen organisatorischen Strukturen. Mittelfristig ist das  insbesondere nach außen eine erhebliche Gefahr für die Glaubwürdigkeit des Unternehmens und damit auch ein wirtschaftliches Risiko“, sagt Alexander v. Preen, Geschäftsführer bei Kienbaum.

Nachhaltigkeits-Management ist Chefsache

Nachhaltigkeits-Management ist in der Regel Chefsache: Nahezu alle (94 Prozent) Organisationseinheiten, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeits-Management beschäftigen, berichten an einen Vorstand. 82 Prozent der Gremien, die mit der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Koordination des Nachhaltigkeits-Managements im Gesamtunternehmen beauftragt sind, werden zudem von einem Vorstand geleitet und in mehr als 60 Prozent der Unternehmen vertritt der Vorstandsvorsitzende das Nachhaltigkeits-Management nach außen. Jedoch ist die Organisationseinheit Nachhaltigkeit nur in 41 Prozent der befragten Firmen dem Vorstand direkt disziplinarisch zugeordnet.

„Die disziplinarische Einbettung in bestehende Organisationeinheiten kann den Vorstand zwar entlasten, wird der Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit aber nicht gerecht. Die Verankerung der Thematik in der Konzernkommunikation – das ist in gut einem Drittel der Unternehmen der Fall – birgt zudem die Gefahr des so genannten Greenwashing, dabei dient Nachhaltigkeit überwiegend als  Kommunikationsstrategie nach außen und schlägt sich nicht im Handeln nieder. Die Organisationseinheit Nachhaltigkeits-Management dem Umweltressort zuzuordnen, was derzeit knapp ein Viertel der Unternehmen tut, verhindert Chancen bezüglich der Öffnung der Nachhaltigkeitsorganisation hin zu den Themenfeldern Soziales und Ökonomie“, sagt v. Preen.

Nachhaltigkeitsziele sind nur mangelhaft in Unternehmen verankert

Die Nachhaltigkeitsziele sind in der Organisation häufig nur mangelhaft verankert: Zwar sind sie in mehr als der Hälfte der Unternehmen expliziter Bestandteil der Konzernstrategie, jedoch nur in elf Prozent Bestandteil des Steuerungs- und Anreizsystems, obwohl z.B. in das neue Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) das Thema Nachhaltigkeit als wesentliches Vergütungselement aufgenommen wurde. Bei acht Prozent der befragten Unternehmen wird Nachhaltigkeit lediglich im Leitbild, in 27 Prozent  gar nicht explizit in den Unternehmenszielen genannt.

Fast alle Unternehmen bemühen sich, Transparenz bezüglich der Nachhaltigkeitsziele zu schaffen, jedoch kommunizieren nur 46 Prozent auch operative Ziele für das Nachhaltigkeits-Management nach außen. Rund 15 Prozent informieren die Öffentlichkeit überhaupt nicht über ihre Ziele. „Dabei würde es die Glaubwürdigkeit erheblich steigern, wenn die Unternehmen ihre operativen Ziele beim Thema Nachhaltigkeit im gebotenen Umfang nach außen kommunizieren würden. So können sie der Öffentlichkeit glaubhaft machen, dass ihre Nachhaltigkeitsstrategie mehr ist als ein Mode-Thema“, sagt Kienbaum-Geschäftsführer v. Preen.

Stärkere operative Ausrichtung der Nachhaltigkeits-Gremien ist erforderlich

In 54 Prozent der befragten Unternehmen sind ein zentrales Gremium und eine spezialisierte Organisationseinheit Träger des Nachhaltigkeits-Managements. Bei jeweils knapp einem Fünftel der Befragten existiert entweder ein Nachhaltigkeits-Gremium oder eine Nachhaltigkeits-Organisationseinheit. In acht Prozent der Unternehmen gibt es gar keine organisatorische Einheit, die für das Nachhaltigkeits-Management verantwortlich ist.

Das Nachhaltigkeits-Gremium rekrutiert sich, neben Vertretern der operativen Geschäftsfelder, in der Regel aus zentralen Organisationseinheiten bzw. Corporate Center Funktionen, wobei neben der Einheit Nachhaltigkeit/Umwelt (75 Prozent) Mitglieder des HR-Bereichs (69 Prozent) und der Unternehmenskommunikation (63 Prozent) dominieren. Alle Nachhaltigkeits-Gremien bearbeiten strategische Nachhaltigkeits-Fragen. Jedoch legen nur 47 Prozent der Gremien neben dieser strategischen Ausrichtung auch einen Schwerpunkt auf deren operative Umsetzung. „Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, bedarf es in Zukunft deshalb vermehrter Anstrengungen, um den Transfer in operative Prozesse und Projekte sicherzustellen“, sagt v. Preen.

Kommunikation ist Schwerpunkt beim Nachhaltigkeits-Management

Mit 41 Prozent liegt der Schwerpunkt des Nachhaltigkeits-Managements, wie schon seit vielen Jahren üblich, auf der Kommunikation dieser Thematik nach Innen und Außen. Erst bei gut einem Drittel der Unternehmen geht es darüber hinaus um Koordinierung und Steuerung, wozu es allerdings wesentlich mehr Personal bedarf. Jedoch bedeutet eine stärkere Gewichtung der Steuerungsrolle zugleich eine Entlastung für andere Abteilungen. Derzeit setzen Unternehmen, deren zentrale Organisationseinheit Nachhaltigkeit sich auf das Thema Kommunikation konzentriert, dort im Durchschnitt drei Mitarbeiter ein. Hingegen sind zentrale Organisationseinheiten Nachhaltigkeit mit zusätzlich steuernder Funktion mit durchschnittlich zwölf Mitarbeitern ausgestattet.

Nachhaltigkeit ist als wichtiges Zukunftsthema erkannt. Die Studienergebnisse zeigen jedoch die Notwendigkeit, das Thema auch nachhaltig in Unternehmen zu verankern. Die prioritären Handlungsfelder in diesem Sinne sind Anpassungen in der Organisation, ebenso wie die Konkretisierung von Zielen im Führungs- und Steuerungsprozess.

Die Kienbaum-Studie „Chancen und Herausforderungen der nachhaltigen Unternehmensführung“ erhalten Sie kostenfrei von Tobias Weisel (tobias.weisel@kienbaum.de)