Category Archives: Studien

Studie: Soziales Engagement lässt bei Unternehmen die Kassen klingeln

Je billiger desto besser – egal, woher das Produkt kommt: Diese Devise zählt längst nicht mehr bei den deutschen Verbrauchern. Im Gegenteil: 40 Prozent der Käufer hierzulande sind bereit, tiefer in die Tasche zu greifen und höhere Preise für Produkte zu bezahlen, wenn Händler oder Produzenten sich nachweislich für soziale Belange oder Umweltschutz engagieren – Tendenz steigend. Und mehr noch: Dies bleibt nicht nur ein frommer Wunsch, sondern jeder Dritte (34 Prozent der Befragten) gibt an, in den vergangenen sechs Monaten mindestens ein Produkt aus diesem Grund gekauft zu haben. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Nielsen, einem führenden Anbieter von Informationen und Erkenntnissen zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern. In der weltweiten Studie hat Nielsen untersucht, wie sich soziales Engagement (englisch: Corporate Social Responsibility, CSR) von Unternehmen auf die Verbraucher auswirkt. Fazit: immer positiver.

Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland, sieht für diesen Trend verschiedene Faktoren. „Medien decken immer wieder in ihren Berichten die teilweise unmenschlichen Produktionsbedingungen in manchen Ländern auf. Dazu kommen Skandalmeldungen bei der Produktion von Nahrungsmitteln. Das wirkt sich auf das Kaufverhalten aus und die Verbraucher schauen genau, bei wem sie kaufen und inwiefern die Unternehmen ihrem sozialen Anspruch gerecht werden.“

Dazu zählt, dass das Unternehmen beispielsweise faire Bedingungen für die eigenen Mitarbeiter schafft, darüber hinaus aber etwa karitative Projekte fördert, sich für Kultur und Bildung engagiert oder sich für Umweltschutz einsetzt. Mehr noch: Es geht oft auch um die Grundhaltung des Unternehmens, um vernünftiges Wirtschaften und schonenden Umgang mit Ressourcen. So gab jeder vierte befragte Deutsche (27 Prozent) an, bei der Auswahl eines Produktes auf eine umweltfreundliche Verpackung zu achten.

Ein weiterer Grund für die steigende Sensibilität der Verbraucher für das soziale Engagement der Unternehmen sei der relative Wohlstand der Deutschen in Verbindung mit dem Wunsch, dem Leben einen Sinn zu geben. Ingo Schier: „Viele Deutsche können es sich leisten, mit kritischem Blick einkaufen zu gehen und dabei auch mehr für ein bestimmtes Produkt auszugeben. Das gibt dem Verbraucher ein gutes Gefühl, weil er sozusagen das Angenehme, nämlich das Einkaufen, mit etwas Nützlichem verbunden hat, indem er dem Unternehmen mit seinem Geld ermöglicht, Gutes zu tun.“

Engagement muss glaubwürdig sein

Die nachweisliche Bereitschaft der Verbraucher, mehr Geld für Produkte sozial engagierter Firmen auszugeben, sei ein klares Signal an Unternehmen, dass CSR-Engagement für die Kundenbindung eine Rolle spielen kann, so Ingo Schier: „Wichtig ist, dass das Engagement glaubwürdig ist und zum jeweiligen Unternehmen passt.“ Die Deutschen jedenfalls sind laut Studie an Hilfsprojekten für weltweiten Zugang zu einer Grundbildung, zur globalen Versorgung mit Trinkwasser sowie zum Kampf gegen Hunger und extreme Armut besonders interessiert.

Deutsche geben lieber Geld, als selber aktiv zu werden

Die Bereitschaft, für Produkte engagierter Firmen extra zu zahlen, steigt seit einigen Jahren kontinuierlich, wie vorangegangene Studien zum gleichen Thema von Nielsen belegen. 2011 stimmten 32 Prozent der befragten Deutschen zu, eine höhere Summe für Produkte von Unternehmen zahlen zu wollen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben, 2013 waren es schon 37 Prozent, 2014 nun 40 Prozent. Eigene soziale Projekte verfolgen allerdings nur 31 Prozent der Befragten, ergab die Studie von Nielsen. Darunter fasst die Studie sowohl alle Befragten, die ehrenamtlich tätig sind als auch solche, die regelmäßig Geld für soziale Zwecke spenden.

Über die Nielsen Global Survey

Die Nielsen Global Survey zum Thema Corporate Social Responsibility wurde vom 17. Februar bis 7. März 2014 durchgeführt. Dabei hat Nielsen mehr als 30.000 regelmäßige Internetnutzer in 60 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0,6 Prozent. Diese Nielsen Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung oder zehn Millionen Menschen Internetzugang haben.

Studie „Die Zukunft der Umwelt“: An „Green Economy“ führt kein Weg vorbei

Studie „Die Zukunft der Umwelt“ des Zukunftsinstituts

An der Green Economy geht kein Weg vorbei. Der Megatrend Neo-Ökologie wird die Märkte radikal verändern und damit auch Unternehmen sowie ihre Prozesse und Produkte. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie des Zukunftsinstituts mit dem Titel „Die Zukunft der Umwelt – Auf dem Weg zur Green Economy“. Infolge von Globalisierung, Klimawandel, Rohstoffknappheit sowie eines stärkeren Umwelt- und Verantwortungsbewusstseins der Konsumenten wird Wachstum künftig auf einer neuen Mischung aus Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlichen Engagement beruhen. Derzeitig freiwillige Maßnahmen werden zunehmend zum Wettbewerbsfaktor, zum Differenzierungsmerkmal im nationalen und globalen Maßstab. Gefragt sind klare Standards, Modelle und Konzepte. Das Konsumieren mit gutem Gewissen wird zum Wachstumsmotor.
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Studie: User wollen neue mobile Devices, nutzen diese aber nicht

Die Deutschen sind gegenüber neuen Technologien und smarten Geräten in der Unterhaltungselektronik durchaus aufgeschlossen – in der Praxis hängen sie jedoch eher traditionellen Medienangeboten und Konsumformen an. So können Smartphone und Tablet dem bewährten Laptop genauso wenig den Rang als beliebtestes mobiles Endgerät streitig machen wie der E-Reader dem Buch oder das Connected TV dem linearen Fernsehen.
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Europa Konsumbarometer 2013: Regionale Produkte sind im Kommen

Neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis gewinnen nachhaltige Aspekte bei der Kaufentscheidung an Bedeutung.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Marke spielen soziales Engagement des Unternehmens sowie ethisches Verhalten und Umweltaspekte eine immer bedeutendere Rolle. Mehr als die Hälfte der Europäer (55 Prozent) beabsichtigt, ihr Konsumverhalten künftig an Nachhaltigkeitskriterien auszurichten. 89 Prozent der Europäer möchten in Zukunft auf die regionale Herkunft der Waren achten. Dies zeigt das Europa Konsumbarometer 2013, eine Studie von Commerz Finanz. „Europas Verbraucher konsumieren immer verantwortungsbewusster“, erklärt Dr. Anja Wenk, Bereichsleiterin Vertriebsmanagement Commerz Finanz. „Sie suchen den direkten Kontakt zu den Erzeugern und wenden sich verstärkt den Marken zu, die sich nachhaltig und glaubhaft engagieren. Für solche Produkte akzeptieren sie auch einen höheren Preis.“
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Unternehmen forcieren Nachhaltigkeit trotz Eurokrise

Die deutschen Unternehmen investieren künftig verstärkt in ihr Nachhaltigkeitsmanagement – und das, obwohl die wirtschaftlichen Vorzeichen wegen der Euro-Schuldenkrise auf Abschwung stehen: Die Hälfte der Unternehmen hat bereits in den vergangenen drei Jahren ihr Nachhaltigkeitsbudget erhöht und 60 Prozent werden es in den kommenden Jahren weiter aufstocken, so das Ergebnis einer Studie der Managementberatung Kienbaum zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement,
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Studie zur Bedeutung von Datenschutz im Mittelstand: Viel Luft nach oben

Für Verbraucher ist Datenschutz ein zentrales Thema. Doch ist Unternehmen auch ein wirksamer Schutz der personenbezogenen Daten wichtig? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat TÜV Süd in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München die Studie „Datenschutz 2012“ durchgeführt. Wie bei der vorangegangenen Studie im Jahr 2011 wurden überwiegend mittelständische Unternehmen zu ihrer Einstellung zum Schutz personen-bezogener Daten, zu ihrem Informationsstand

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Studie: Der Konsument wird grün

Nachhaltigkeit in der Produktion und ökologisch korrekte Produkte entwickeln sich mehr und mehr zu Verkaufsargumenten und Wettbewerbsfaktoren – sowohl bei Investitionsgütern als auch bei Produkten des täglichen Gebrauchs: 94 Prozent der deutschen Verbraucher ist Umweltschutz wichtig oder eher wichtig und 84 Prozent sind der Überzeugung, dass sie im Allgemeinen einen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten können.
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Immer mehr Firmen veröffentlichen Nachhaltigkeitsberichte

Immer mehr Unternehmen in Deutschland informieren Anleger und Stakeholder über Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Geschäftstätigkeit. Ihr Anteil unter den 100 umsatzstärksten Unternehmen („N 100″) liege inzwischen bei knapp 90 Prozent. Das zeigt eine neue KPMG-Analyse. Insgesamt zeichne sich ein Trend zur kontinuierlichen Zusammenführung von Finanz-und Nachhaltigkeitsberichterstattung ab, so das Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- beziehungsweise Managementberatung.

Immer mehr Unternehmen in Deutschland informieren Anleger und Stakeholder über Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Geschäftstätigkeit. Ihr Anteil unter den 100 umsatzstärksten Unternehmen („N 100″) liege inzwischen bei knapp 90 Prozent. Das zeigt eine neue KPMG-Analyse. Insgesamt zeichne sich ein Trend zur kontinuierlichen Zusammenführung von Finanz-und Nachhaltigkeitsberichterstattung ab, so das Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- beziehungsweise Managementberatung. Continue reading

Good Marketing – Marketing der Zukunft basiert auf Vertrauen & Ethik

Wann ist Marketing gut? Diese Frage hat sich das Zukunftsinstitut in seiner aktuellen Studie „Good Marketing“ gestellt. Die Gleichung: Mehr Marketing gleich mehr Absatz ist obsolet. Das Marketing der Zukunft muss näher, menschlicher und ehrlicher werden

Wann ist Marketing gut? Diese Frage hat sich das Zukunftsinstitut in seiner aktuellen Studie „Good Marketing“ gestellt. Die Gleichung: Mehr Marketing gleich mehr Absatz ist obsolet. Das Marketing der Zukunft muss näher, menschlicher und ehrlicher werden Continue reading

Green-IT-Studie 2012: Deutsche Firmen sind umweltfreundlich

Das IT-Beratungsunternehmen Devoteam hat zum dritten Mal eine europaweite Umfrage zum Thema Green IT durchgeführt. An der „Devoteam 2012 Green IT Survey“ nahmen 270 Unternehmen aus 22 Ländern teil. Im europäischen Vergleich zeichneten sich deutsche Unternehmen durch ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein

Das IT-Beratungsunternehmen Devoteam hat zum dritten Mal eine europaweite Umfrage zum Thema Green IT durchgeführt. An der „Devoteam 2012 Green IT Survey“ nahmen 270 Unternehmen aus 22 Ländern teil. Im europäischen Vergleich zeichneten sich deutsche Unternehmen durch ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein Continue reading

Nachhaltigkeitsengagement lohnt sich

Dass sich Nachhaltigkeitsengagement lohnt, ist längst kein Geheimnis mehr. Das Thema ist bei Unternehmen sowie bei den Konsumenten präsent. Die aktuelle CSR-Tracker-Erhebung des IFH Köln zeigt nun, dass vor allem dauerhaft angelegtes Engagement Früchte trägt. Die Nachhaltigkeitsgewinner der ersten Erhebung konnten ihr gutes Ergebnis überwiegend halten.

Dass sich Nachhaltigkeitsengagement lohnt, ist längst kein Geheimnis mehr. Das Thema ist bei Unternehmen sowie bei den Konsumenten präsent. Die aktuelle CSR-Tracker-Erhebung des IFH Köln Continue reading

Zukunftsforschung: Warum Europa es schaffen wird

Die Dezember-Ausgabe des neuen Zukunftsmagazins Trend-Update beschäftigt sich mit dem Thema unserer Tage aus Sicht der Zukunftsforschung. Matthias Horx hat eine Analyse der Tiefenkräfte geschrieben, die die wirtschaftliche und politische Zukunft Europas bestimmen. Modelle der System- und Spieltheorie dienen dem tieferen Verständnis der Krisendynamik. Und das Zukunftsinstitut setzt zum wiederholten Male „Ko-Kreative Zukunftsforschung“ ein: Im Zentrum des Heftes steht die Auswertung eines Online-Szenarios. Vier mögliche Varianten der Euro-Zukunft wurden im Internet dargestellt, mit der Bitte an Meinungsführer und Wirtschaftstreibende, die wahrscheinlichste Entwicklung auszuwählen.

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Investment: Lohnt sich Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit und ethisches Handeln in der Wirtschaftswelt ist spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise ein zentrales Thema in der Öffentlichkeit. Während auf der einen Seite an Unternehmen die Forderung gestellt wird, moralisches Handeln verstärkt in das Geschäftsverhalten zu integrieren, liegt es auf der anderen Seite auch in der Hand der privaten Investoren, ihr Geld in verantwortungsvoll agierenden Unternehmen anzulegen, um somit zum gesellschaftlichen Engagement beizutragen.

Der Begriff Nachhaltigkeit, hinter dem sich das Ziel verbirgt, langfristige Handlungsweisen zu entwickeln, die ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen gleichrangig berücksichtigen, hat sich sowohl bei den Unternehmen als auch den Investoren in den letzten Jahren zunehmend etablieren können. Während im Jahr 2003 nur knapp 40 Prozent aller Unternehmen beziehungsweise 54 Prozent der DAX-Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit für unternehmensrelevant halten, geben im Jahr 2011 mehr als zwei Drittel der Unternehmen und über 90 Prozent der DAX-Unternehmen an, dass Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des eigenen Unternehmens hat.

Dieser Zuwachs in der Bedeutungsbeimessung von Nachhaltigkeit bei den Unternehmen kann auch auf die verstärkte Nachfrage von privaten Investoren nach ethikbezogenem Investment zurückgeführt werden. Anleger und Konsumenten haben einen großen Einfluss darauf, inwieweit ethische und ökologische Standards in die Unternehmenskultur integriert werden. Durch entsprechendes Kauf- und Investitionsverhalten kann nachhaltiges Handeln von den Unternehmen eingefordert werden und unerwünschtes Verhalten sanktioniert werden. Im Juni 2011 waren nach Informationen des Sustainable Business Institute insgesamt 363 nachhaltige Publikumsfonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Nachdem die Zahl der Publikumsfonds bereits im Jahr 2009 von 274 auf 313 Fonds angestiegen ist, konnten somit auch in den darauffolgenden Jahren im Bereich Social Investment weitere Zuwächse verbucht werden.

Dass ethikbezogenes Investment wichtiger wird, ist zu begrüßen. Zugleich ist es legitim, dass neben dem moralischen Aspekt des Investments ebenfalls der ökonomische Aspekt eine wichtige Rolle spielt. Nachhaltige Investitionen sollen demnach immer auch eine angemessene finanzielle Rendite erzielen. Diese beiden unterschiedlichen Motivlagen müssen sich nicht widersprechen – im Gegenteil – sowohl das wirtschaftliche als auch das Nachhaltigkeitsziel können prinzipiell gleichzeitig verwirklicht werden.

Ein Vergleich zwischen dem DJSI World (Dow Jones Sustainability Index), einem Aktienindex, der jeweils diejenigen 10 Prozent der Unternehmen aller Branchen umfasst, die die vorgegebenen Nachhaltigkeitskriterien am besten erfüllen und dem führenden Aktienindex MSCI (Morgan Stanley Capital International), der auf 1.900 Aktienkursen aus 24 Ländern basiert, zeigt, dass wirtschaftliches und ethisches Handeln zumeist miteinander zu vereinbaren sind, denn die beiden Indizes weisen im zeitlichen Verlauf eine sehr ähnliche Entwicklung auf. Im Jahr 2010 liegt der MSCI mit 127,56 jedoch deutlich über dem Nachhaltigkeitsindex mit 119,41. Aktuell und hinsichtlich des DJSI kann man daher folgern, dass sich Nachhaltigkeit nicht immer lohnt. Die Entwicklung des Naturindexes NAI, der die 30 umweltfreundlichsten Unternehmen berücksichtigt und daher ausschließlich ökologische Standards als Bewertungskriterium heranzieht, legt jedoch wiederum den Schluss nahe, dass sich eine Spezialisierung auf einen Aspekt von Nachhaltigkeit sehr wohl lohnen kann.

Informationen zu nachhaltigem Investment sind zu finden unter: http://www.nachhaltiges-investment.org/

Nachhaltigkeit und ethisches Handeln in der Wirtschaftswelt ist spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise ein zentrales Thema in der Öffentlichkeit.

Während auf der einen Seite an Unternehmen die Forderung gestellt wird, moralisches Handeln verstärkt in das Geschäftsverhalten zu integrieren, liegt es auf der anderen Seite auch in der Hand der privaten Investoren, ihr Geld in verantwortungsvoll agierenden Unternehmen anzulegen, um somit zum gesellschaftlichen Engagement beizutragen.

Der Begriff Nachhaltigkeit, hinter dem sich das Ziel verbirgt, langfristige Handlungsweisen zu entwickeln, die ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen gleichrangig berücksichtigen, hat sich sowohl bei den Unternehmen als auch den Investoren in den letzten Jahren zunehmend etablieren können. Während im Jahr 2003 nur knapp 40 Prozent aller Unternehmen beziehungsweise 54 Prozent der DAX-Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit für unternehmensrelevant halten, geben im Jahr 2011 mehr als zwei Drittel der Unternehmen und über 90 Prozent der DAX-Unternehmen an, dass Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des eigenen Unternehmens hat.

Dieser Zuwachs in der Bedeutungsbeimessung von Nachhaltigkeit bei den Unternehmen kann auch auf die verstärkte Nachfrage von privaten Investoren nach ethikbezogenem Investment zurückgeführt werden. Anleger und Konsumenten haben einen großen Einfluss darauf, inwieweit ethische und ökologische Standards in die Unternehmenskultur integriert werden. Durch entsprechendes Kauf- und Investitionsverhalten kann nachhaltiges Handeln von den Unternehmen eingefordert werden und unerwünschtes Verhalten sanktioniert werden. Im Juni 2011 waren nach Informationen des Sustainable Business Institute insgesamt 363 nachhaltige Publikumsfonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Nachdem die Zahl der Publikumsfonds bereits im Jahr 2009 von 274 auf 313 Fonds angestiegen ist, konnten somit auch in den darauffolgenden Jahren im Bereich Social Investment weitere Zuwächse verbucht werden.

Dass ethikbezogenes Investment wichtiger wird, ist zu begrüßen. Zugleich ist es legitim, dass neben dem moralischen Aspekt des Investments ebenfalls der ökonomische Aspekt eine wichtige Rolle spielt. Nachhaltige Investitionen sollen demnach immer auch eine angemessene finanzielle Rendite erzielen. Diese beiden unterschiedlichen Motivlagen müssen sich nicht widersprechen – im Gegenteil – sowohl das wirtschaftliche als auch das Nachhaltigkeitsziel können prinzipiell gleichzeitig verwirklicht werden.

Ein Vergleich zwischen dem DJSI World (Dow Jones Sustainability Index), einem Aktienindex, der jeweils diejenigen 10 Prozent der Unternehmen aller Branchen umfasst, die die vorgegebenen Nachhaltigkeitskriterien am besten erfüllen und dem führenden Aktienindex MSCI (Morgan Stanley Capital International), der auf 1.900 Aktienkursen aus 24 Ländern basiert, zeigt, dass wirtschaftliches und ethisches Handeln zumeist miteinander zu vereinbaren sind, denn die beiden Indizes weisen im zeitlichen Verlauf eine sehr ähnliche Entwicklung auf. Im Jahr 2010 liegt der MSCI mit 127,56 jedoch deutlich über dem Nachhaltigkeitsindex mit 119,41. Aktuell und hinsichtlich des DJSI kann man daher folgern, dass sich Nachhaltigkeit nicht immer lohnt. Die Entwicklung des Naturindexes NAI, der die 30 umweltfreundlichsten Unternehmen berücksichtigt und daher ausschließlich ökologische Standards als Bewertungskriterium heranzieht, legt jedoch wiederum den Schluss nahe, dass sich eine Spezialisierung auf einen Aspekt von Nachhaltigkeit sehr wohl lohnen kann.

Informationen zu nachhaltigem Investment sind zu finden unter: http://www.nachhaltiges-investment.org/

Nachhaltigkeitsberichte: Weltweit bekennen im mehr Firmen Flagge

Immer mehr Unternehmen legen Rechenschaft über ihr  nachhaltiges Wirtschaften ab. So veröffentlichen bereits 95 Prozent der 250 größten Unternehmen der Welt regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht; das sind 14 Prozentpunkte mehr als noch vor drei Jahren. Das zeigt der  internationale „Corporate Responsibility Survey 2011″ von KPMG, für den die 3.400 umsatzstärksten Unternehmen in 34 Ländern unter die Lupe genommen wurden. Die größten Fortschritte haben Unternehmen der Pharma-, Konsumgüter- und Baubranche gemacht; hier hat sich die Quote der Berichtersteller seit der letzten Analyse 2008 jeweils verdoppelt.

Immer mehr Unternehmen legen Rechenschaft über ihr  nachhaltiges Wirtschaften ab. So veröffentlichen bereits 95 Prozent der 250 größten Unternehmen der Welt regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht; Continue reading

Nutzerfreundlich zu Nachhaltigkeit surfen

Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung hat einen neuen Webauftritt und ein neues Corporate Design. Auf www.isoe.de findet man jetzt einfacher Forschungsergebnisse, Publikationen und News zur Nachhaltigkeit. Den Institutsbericht 2011 gibt es schon als Download. Der Slogan „Übergänge in eine nachhaltige Entwicklung“ bringt die ISOE-Forschung auf den Punkt: Wir entwickeln sozial-ökologische Konzepte und forschen an Wegen in eine nachhaltige Entwicklung.

Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung hat einen neuen Webauftritt und ein neues Corporate Design. Auf www.isoe.de findet man jetzt einfacher Forschungsergebnisse, Publikationen und News Continue reading