Category Archives: Nachhaltigkeit

Neue Erkenntnisse über die Evolution dank Internet

Big Data erklärt die Evolution der Vögel (Quelle: KIT)

Big Data erklärt die Evolution der Vögel (Quelle: KIT)

Rund 95 Prozent der über 10 000 bekannten Vogelarten entwickelten sich erst nach dem Aussterben der Dinosaurier vor rund 66 Millionen Jahren. Computeranalysen der genetischen Daten zeigen auch, dass sich die heutige Vielfalt explosionsartig aus wenigen Spezies bereits nach 15 Millionen Jahren entwickelt hatte. KIT-Forscher entwarfen die Algorithmen für die umfassende Analyse der Vogel-Evolution. Für die jetzt im Fachjournal Science vorgestellten Ergebnisse wurde eine Rechenleistung von 300 Prozessorjahren benötigt. (DOI 10.1126/science.1253451)

„Die Berechnung dieser Stammbäume für die Evolutionsforschung ist ohne entsprechende Algorithmen und Supercomputer nicht möglich“, erklärt Alexandros Stamatakis, Professor für High Performance Computing in den Lebenswissenschaften am Karlsruher Institut für Technologie und Leiter der Forschungsgruppe „Scientific Computing“ am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). „Moderne Sequenzanalysen liefern heutzutage umfangreiche Gendaten über zahlreiche Spezies. Aber mit der Aufgabe, auch evolutionäres Wissen aus diesen riesigen und komplexen Datenmengen zu erzeugen, waren Computerprogramme bislang selbst auf Supercomputern überfordert.“

Obwohl Supercomputer mittlerweile Tausende Prozessoren besitzen, war die Software für Stammbaumanalysen auf etwa 500 Prozessoren beschränkt. „Wir mussten daher das Kommunikationsschema zwischen den Programmteilen auf verschiedenen Prozessoren überdenken und neu entwickeln,“ so Stamatakis. Der neue Ansatz beschleunigte die Software um den Faktor 3 und ermöglicht es gleichzeitig die Rechnungen auf 4000 Prozessoren effizient zu verteilen. Informatiker sprechen hier von der Parallelisierung von Algorithmen. „Statt 24 Monate warten wir nun also nur 1 Monat auf die Ergebnisse.“

Die Berechnung von Stammbäumen gehört zu einer extrem rechenintensiven Klasse von mathematischen Problemen (NP-Hard genannt). „Schon bei 50 Spezies gibt es mehr als 10 hoch 76 mögliche Stammbäume, aus denen der Richtige gefunden werden muss“, erklärt Andre J. Aberer, Doktorand am KIT und Mitarbeiter des HITS, der die Computeranalysen durchgeführt hat. „Zum Vergleich: Im Universum gibt es etwa 10 hoch 78 Atome.“ Die Algorithmen filtern zunächst grob die unwahrscheinlichen Evolutionsszenarien heraus. Unter den verbliebenen wird dann anhand der Daten von jeweils 14 000 Genen von 48 repräsentativen Vogelspezies der evolutionäre Stammbaum berechnet, der die Daten plausibel erklärt. Die neue parallele Software wurde am Höchstleistungsrechner „SuperMUC“ des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und zwei US-Rechenzentren ausgeführt. Die aufgewandte Rechenleistung entspricht einer Rechenzeit von 300 Jahren auf einem einzelnen Prozessor.

„Die von uns entwickelten Methoden zur Stammbaumberechnung sind auf alle Arten von Lebewesen anwendbar“, so Stamatakis. Sie ermöglichten bereits eine umfassende Studie zum Stammbaum der Insekten mit 144 Arten, die vor Kurzem im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde. Aber auch der Ursprung und die Verbreitung von Viren und Bakterien lassen sich damit nachvollziehen, um etwa Krankheitserreger besser bekämpfen zu können. Die Analyse der genetischen Verwandtschaft von australischen Giftschlangen half entscheidend, die noch fehlende Gegengifte für einige Schlangenarten zu identifizieren.

Zu den neuen Erkenntnissen über Vögel, die nun zeitgleich in insgesamt 23 wissenschaftlichen Veröffentlichungen bei Science und weiteren Fachjournalen publiziert werden gehören, neben dem Stammbaum und der Evolution der Vögel:

  • Genetische Grundlagen der Biodiversität.
  • Die genetischen Grundlagen der Hirnregionen, die die Entstehung des Vogelgesangs steuern.
  • Der Verlust von Zähnen bei Vögeln vor rund 100 Millionen Jahren.
  • Die Verwandtschaft von Dinosauriern und Vögeln.
  • Wie farbige Federn entstanden sind.

Die aktuelle Studie über die Entwicklung der Vögel wurde vom „Avian Phylogenomics Consortium“ durchgeführt, welches 200 Wissenschaftler an 80 Instituten in 20 Ländern umfasst. Koordinatoren waren Guojie Zhang vom BGI in China, Erich D. Jarvis von der Duke University in den USA und M. Thomas P. Gilbert vom Natural History Museum in Dänemark. Tandy Warnow von der University of Illinois und Alexandros Stamatakis waren die Koordinatoren der Computeranalysen. Alexandros Stamatakis und Andre J. Aberer sind die einzigen deutschen Ko-Autoren. Die Studie stellt die größte Genomanalyse einer Wirbeltierklasse dar und umfasst unter anderem Enten, Falken, Spechte und weitere Repräsentanten aller Zweige der modernen Vögel. Alle Daten und Methoden werden nun Forschern weltweit für weitere Studien kostenlos zugänglich gemacht.

Zur Web-Site der Forschungsgruppe von Alexandros Stamatakis.

Studie: Schon im Jahr 2018 wohnt Deutschland „smart“

rwe-forum

RWE SmartHome denkt mit.

Bis die Mehrheit der Deutschen in intelligenten Häusern leben wird, dauert es nur noch wenige Jahre. Das ist eine von vier aktuellen Prognosen zur Energiewirtschaft, die aus einer gemeinsamen Studie von RWE Effizienz und dem Züricher Zukunftsinstitut future matters hervorgeht. „Unsere Kinder wachsen als künftige Generation E in eine Zukunft, die zunehmend erneuerbar, effizient und elektrisch ist“, sagt Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender von RWE Deutschland.

Untersucht wurde u. a, auf welchen Ebenen der Energieversorgung und Technologieentwicklung sich in den kommenden Jahren gravierende Umbrüche vollziehen. Diese so genannten „Tipping Points“ oder Wendepunkte wurden der Fachöffentlichkeit im Rahmen des vierten RWE-Forums Energieeffizienz in Dortmund vorgestellt.

SmartHome: Integration von Endgeräten geht voran

Auf Basis von 500 Experteninterviews sowie rund 8.500 ausgewerteten Publikationen prognostiziert die Studie für die kommenden vier Jahre einen enormen Zuwachs an vernetzbaren Haushaltsgeräten. Demnach lassen sich bereits 2018 mehr als die Hälfte aller neuen Endgeräte aus den Bereichen Weiße Ware (Elektrogroßgeräte) und Unterhaltungselektronik über das Internet steuern oder untereinander vernetzen. Consumer Electronics werden so zu einem integralen Bestandteil smarter Haussteuerungs-Systeme im Smart Grid der Zukunft. Grund dafür sind unter anderem die gesunkenen Kosten für leistungsfähige Funkchips sowie zahlreiche neue Apps. Letztere beschleunigen die Integration von Geräten und Sensoren in Häusern und Wohnungen.

Die Anzahl von Konsumenten mit Tablets, Smart-Phones und Smart-TVs steigt kontinuierlich. Und damit auch die Nachfrage nach der Steuerbarkeit von Geräten. Die zunehmende Verbreitung von schnellen Funkstandards wie WLAN, Bluetooth, LTE (4G) und Powerline begünstigt diese Entwicklung zusätzlich. Parallel dazu fallen die Preise.

Roboter und künstliche Intelligenz halten Einzug ins smarte Haus

Ein weiterer Umbruch steht auf dem Gebiet der Sensorik und Umgebungsintelligenz bevor. Gerade für Roboter und Maschinen geht die Entwicklung zügig voran. Sinkende Preise für Rechenleistung, Mechatronik, Miniaturisierung und künstliche Intelligenz spielen dabei eine zentrale Rolle.

Dr. Dietrich Gemmel, Geschäftsführer RWE Effizienz, sagt: „Der Punkt ist erreicht, an dem es Sinn macht, nach den industriellen Prozessen auch Alltagsprozesse zu Hause zu automatisieren.“

Sollten die Entwicklungen in den Bereichen Sensorik, Haptik, künstliche Muskeln, maschinelles Lernen und Signalverarbeitung ähnlich voran gehen wie in den letzten vier Jahren, könnten bereits 2018 die ersten Haushaltsroboter auf den Markt kommen. Die Forscher von future matters erwarten bereits für 2020, dass jeder zwanzigste Haushalt in Deutschland einen flexibel einsetzbaren Roboter besitzt, der alltägliche Arbeiten verrichten kann. In Autos werden autonome Systeme laut der Studie sogar noch schneller zu erleben sein. Schon heute können Pkw mit einem Parkassistenten besser rückwärts einparken als 90 Prozent aller Autofahrer. Im Jahr 2019 wird bereits jedes zwanzigste verkaufte Neufahrzeug von alleine fahren können, so die Prognose des Zukunftsinstituts future matters.

Energieversorgung: künftig dezentral und lokal

Die aktuelle RWE-Studie untersucht auch die Frage, wie sich die dezentrale Energieversorgung und Energieproduktion weiterentwickelt. Dabei steht fest, dass angesichts fallender Preise für regenerative Erzeugungsanlagen sowie sinkender Kosten für lokale Speicher bis 2018 viele Weichen für eine autarkere Energieversorgung gestellt werden.

„Die Studie geht davon aus, dass bereits innerhalb der nächsten 200 Wochen die Kosten für Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen unter den Preis für Strom aus dem Netz fallen“, so Dr. Norbert Verweyen, Geschäftsführer RWE Effizienz. Im Jahr 2018 sei der Tipping Point erreicht, an dem dezentrale Produktions- und Speicher-Lösungen auch ohne Zuschüsse günstiger liegen können als die zentrale Erzeugung und Verteilung über klassische Energienetze. Dabei sei wichtig, den lokal erzeugten Strom bevorzugt vor Ort zu verwenden. Nur die Kombination von dezentraler Erzeugung mit dezentraler Speicherung sei besonders effizient.

Verknüpfung der Netze kommt voran

Eine der wichtigsten Herausforderungen für die Energiewirtschaft bleibt dennoch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen und Kooperationen. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Verknüpfung der globalen Energie-, Kommunikations- und Mobilitäts-Netze. Deren Schnittmengen stiegen zuletzt rasant:

Dezentrale Erzeugungsanlagen werden bereits heute zu „virtuellen Kraftwerken“ zusammengefasst, Autofahrer bekommen in Echtzeit Verkehrsdaten eingeblendet, Elektro-Autos werden ans Stromnetz gekoppelt.

Auf diese Weise kommen immer mehr Akteure unterschiedlicher Branchen zusammen und erhöhen sowohl den Kunden-Nutzen als auch die eigene Vermarktungsbreite. „Schon im Jahr 2017 könnten die Energie-, Mobilitäts- und Kommunikationsnetze so stark miteinander verwoben sein, dass neue Geschäftsmodelle und Kooperationen entstehen“, so Dr. Gemmel. Allerdings werden für die Verbraucher auch weiterhin qualitative Aspekte wie Versorgungs- und Datensicherheit eine sehr wichtige Rolle spielen.

Terminhinweis: Wie lässt sich digitales Kulturerbe erhalten? (14.11.2014/ Karlsruhe)

Wie lässt sich digitales Kulturerbe erhalten? Wie Daten aus Forschung und Wissenschaft? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich das Center of Digital Tradition (CODIGT) am ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale des Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Digitale Archivierung als Kulturtechnik zu erklären und zu fördern, ist Ziel einer öffentlichen Tagung, die am Freitag, 14. November 2014, von 9 bis 18 Uhr, in der Rüppurrerstraße 1a stattfindet (Saal Karlsruhe, Haus B, 7. OG).

Der Zugang zu unserem kulturellen und wissenschaftlichen Erbe ist schon heute digital geprägt. Objekte und Informationen sind nicht mehr ausschließlich für Archive gemacht, die begeh- und mit den Sinnen erfahrbar sind, sondern müssen zunehmend auch digital gespeichert und zugänglich gemacht werden. Dabei stoßen öffentliche, kulturelle aber auch wissenschaftliche Einrichtungen vermehrt an ihre konzeptuellen sowie technischen Möglichkeiten und hantieren mit rechtlichen Fragestellungen. Die Diffusion digitaler Technologien in die Archivierungspraxis und der schnell anwachsende Umfang digitaler Archivalien drängen die Verantwortlichen und die Öffentlichkeit zum Handeln.

CODIGT widmet sich der Aufgabe, einen Beitrag zur Erhaltung des digitalen Kulturerbes sowie der Daten aus Wissenschaft und Forschung zu leisten. Im Rahmen von projektorientierter Grundlagenforschung und transdisziplinärem Wissenstransfer bearbeitet CODIGT in Zusammenarbeit mit dem KIT-Archiv und dem Steinbuch Centre for Computing (SCC) Fragestellungen zur Digitalisierung und Kontextualisierung von Objekten, zur digitalen Langzeitarchivierung und zum Zugang dieser archivierten Daten. In engem Kontakt zu Gedächtniseinrichtungen wie dem Landesarchiv Baden-Württemberg und Netzwerken wie nestor, dem deutschen Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung, entwickeln die Forscherinnen und Forscher am CODIGT Konzepte zur Langzeitarchivierung für Einrichtungen aus Forschung, Lehre und Kultur. „Wir sehen es hierbei als unsere Aufgabe, die Gesamtheit relevanter Themenbereiche zu berücksichtigen“, sagt der Geschäftsführer von CODIGT, Dr. Ralf Schneider. „Dazu gehören neben den informationstechnischen, rechtlichen und auch kulturwissenschaftlichen Methoden und Praktiken vor allem die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Datenproduzenten.“

Am Freitag, 14. November 2014 veranstaltet CODIGT von 9 bis 18 Uhr im Saal Karlsruhe, Rüppurrer Str. 1a (Haus B, 7.OG), eine öffentliche Tagung, deren Anliegen es ist, digitale Archivierung als Kulturtechnik zu erklären und zu fördern. Dabei steht die gesellschaftliche Aufklärung über den Nutzen von Archiven im digitalen Raum im Vordergrund. Der Politik, Öffentlichkeit und Gesellschaft soll verdeutlicht werden, dass Archivierung eine dringliche Gesamtaufgabe ist, zu der jeder etwas beitragen kann. „Vor dem Hintergrund der vor allem ökonomisch geführten Debatten, wird bisher weder von der Öffentlichkeit noch von den verantwortlichen Institutionen zur Kenntnis genommen, dass schon jetzt ausschließlich in digitaler Form vorliegendes Kulturerbe unwiederbringlich verloren geht“, sagt Professorin Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des ZAK und Mitglied im Fachausschuss Kultur der deutschen UNESCO-Kommission. „Wir möchten mit der Tagung dazu beitragen, ein allgemeines Bewusstsein dafür zu schaffen, dass dieses Kulturerbe ausschließlich interdisziplinär und interinstitutionell bewahrt werden kann.“

Wolfram Jäger, Erster Bürgermeister der Stadt Karlsruhe wird das Grußwort sprechen, Eröffnungsredner ist der Experte für Langzeitarchivierung Professor Jon Ippolito von der University of Maine.

Die Tagung ist öffentlich und der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen zu CODIGT und zur Tagung unter: www.zak.kit.edu/codigt_tagung

Terminhinweis: Fit in Internetsicherheit: Hasso-Plattner-Institut startet kostenlosen Onlinekurs für Jedermann (27.10.2014)

Für den am 27. Oktober beginnenden kostenlosen Onlinekurs zum Thema „Sicherheit im Internet“ haben sich bislang rund 5.500 Teilnehmer angemeldet. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) startet ihn auf seiner interaktiven Bildungsplattform https://open.hpi.de. Derzeit läuft im Institut die Produktion der deutschsprachigen Lehrvideos und Lehrmaterialien auf Hochtouren. Für den Kurs, den Internetprofessor und HPI-Direktor Christoph Meinel leitet, kann man sich hier noch registrieren: https://open.hpi.de/courses/intsec2014. Interessenten können dank kurzer Einführungsvideos bereits in das Angebot der sechs Kurswochen „hineinschnuppern“. Es gibt keinerlei formale Vorbedingungen oder Zulassungsbeschränkungen für den Onlinekurs. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zeugnis.

„Die jüngsten Vorfälle haben vielen Menschen besonders deutlich vor Augen geführt, dass Sicherheit im Internet ein sehr wichtiges Thema ist“, erläutert Meinel. Internetnutzer hätten jedoch eher die vielfältigen Möglichkeiten des Netzes im Blick, als seine potenziellen Gefahren. Daher will der Potsdamer Informatikwissenschaftler den Kursteilnehmern die am häufigsten von Angreifern genutzten Schwachstellen des Internets vor Augen führen und zeigen, wie man sich wirksam schützen kann.

Meinels erklärt zu Beginn seines Onlinekurses zunächst Grundbegriffe und erläutert, was Angreifer im Internet aus welchen Motiven heraus tun. In der zweiten Kurswoche geht es darum, wie (leicht) Passwörter geknackt werden können und wie man ein sicheres Passwort wählt. Es schließen sich in Kurswoche 3 Lehrinhalte über Schadsoftware wie Viren, Würmer und Trojaner sowie deren Zusammenhang mit sogenannten Botnets an. Kurswoche 4 widmet sich dem Thema, wie Angreifer Nachrichten abhören oder sich sogar in Verbindungen einklinken und die Kommunikation manipulieren können. Außerdem geht es um Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Verschlüsselung für die unsicheren Kommunikationskanäle. Das Thema Verschlüsselung wird dann in den Wochen 5 und 6 anhand konzeptioneller Ansätze und praktischer Beispiele vertieft.

Internetsicherheit ist seit vielen Jahren einer der Forschungsschwerpunkte am Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme des HPI. Meinel leitet dieses Fachgebiet in Personalunion. Durch die Veröffentlichung von Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung sowie durch die Bereitstellung von Diensten versucht das HPI, die Bevölkerung für den Umgang mit Daten im Internet zu sensibilisieren.

Schon 1,5 Millionen kostenlose Online-Checks bei https://sec.hpi.de

So durchsucht seit Mai 2014 der neue kostenlose HPI-Service „Identity Leak Checker“ (https://sec.hpi.de) das Netz nach frei zugänglichen Identitätsdaten wie Namen, Passwörter, Kontoangaben oder anderen persönlichen Informationen – wenn die Internetnutzer auf dieser Plattform ihre E-Mail-Adressen eingegeben haben. Das Hasso-Plattner-Institut registrierte bislang 1,5 Millionen Online-Checks. Die Nutzer von fast 150.000 E-Mail-Adressen mussten darüber informiert werden, dass sie offensichtlich Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden sind.

Das HPI hat auch eine Datenbank für IT-Angriffsanalysen (https://hpi-vdb.de) aufgebaut. Sie integriert und kombiniert viele im Internet frei verfügbare Angaben über Software-Sicherheitslücken und -Probleme. Derzeit sind dort mehr als 64.000 Informationen zu Schwachstellen gespeichert, die in mehr als 165.000 betroffenen Softwareprogrammen von knapp 14.000 Herstellern vorhanden sind. Mithilfe der HPI-Datenbank können neuerdings Internetnutzer ihren Rechner kostenlos auf erkennbare Schwachstellen überprüfen lassen, die Cyberkriminelle oft geschickt für Angriffe missbrauchen. Das System erkennt die verwendete Browserversion – einschließlich gängiger Plugins – und zeigt eine Liste der bekannten Sicherheitslücken an. Eine Erweiterung der Selbstdiagnose auf sonstige installierte Software ist geplant.

Internetsicherheit ist ein Forschungsschwerpunkt am HPI

In einem Real-time Event Analytics and Monitoring System (REAMS) sammeln die HPI-Internetwissenschaftler sämtliche Informationen, die über Ereignisse in einem Netzwerk auftreten – egal, ob sie von Servern, Routern oder Arbeitscomputern kommen – und werten diese in ein einheitliches Format überführten Daten in Echtzeit aus. Das schafft die Voraussetzung dafür, dass auch komplexe Cyberangriffe genau in dem Moment blitzschnell erkannt und flexibel analysiert werden können, in dem sie ausgeführt werden. Aber auch die Zusammenhänge einzelner Vorgänge und typischen Angriffsmuster längst zurückliegender Angriffe lassen sich dadurch nachträglich rekonstruieren und ausführlich auswerten. Somit versetzen die am HPI entwickelten Techniken IT-Sicherheitsexperten in die Lage, auch neuartige Angriffe zu erkennen, die in herkömmlichen Lösungen unentdeckt bleiben.

Hintergrund zu www.open.HPI.de

OpenHPI bietet seine kostenlosen, für jeden frei zugänglichen Onlinekurse zu Themen der Informationstechnologie seit September 2012 an. Rund 130.000 Einschreibungen von 70.000 Nutzern aus etwa 150 Ländern sind derzeit auf openHPI registriert. Fast 17.000 Zertifikate und rund 20.000 Teilnahmebescheinigungen konnten bereits ausgestellt werden. Alle zwölf Onlinekurse, die bislang auf Deutsch, Englisch und Chinesisch angeboten wurden, kann man auch jetzt noch im Selbststudium nutzen, allerdings ohne dafür eine Prüfung und Zertifikat zu erhalten.

Die Internet-Bildungsplattform openHPI ist dadurch weltweit einzigartig, dass sich die Inhalte auf Informationstechnologie und Informatik konzentrieren und die Kurse sowohl in deutscher, englischer und chinesischer Sprache angeboten werden. Im Unterschied zu „traditionellen“ Vorlesungsportalen folgen die Kurse bei openhpi.de einem festen sechswöchigen Zeitplan – mit definierten Angebotsimpulsen wie Lehr-Videos, Texte, Selbsttests, regelmäßigen Hausaufgaben und Prüfungsaufgaben. Durch solche Features erhalten Teilnehmer zeitnah Feedback zu ihrem Lernerfolg.

Das Kursmaterial wird jeweils zu Wochenbeginn freigeschaltet. So werden Lerner über das Kursgeschehen „synchronisiert“, so dass über die mit openHPI verkoppelten sozialen Medien eine virtuelle Lerngemeinschaft entsteht, auf der sich die Teilnehmer mit den Kursbetreuern und anderen Teilnehmern austauschen, Fragen klären und weiterführende Themen diskutieren können.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen neun Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze.

Terminhinweis: Anti-Prism-Party, die dritte Staffel (11.10.2014/Karlsruhe)

Schon zweimal sorgte die größte „Cryptoparty“ Europas mit 650 und über 900 Teilnehmern im Karlsruher ZKM für Raumnot. Doch das Interesse an technischen Möglichkeiten, mit denen man ausländischen Nachrichtendiensten wenigstens den Zugriff auf die eigenen Daten verwehren kann, ist ungebrochen – daher lädt die „Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative“  anlässlich der Uraufführung des Edward-Snowden-Stücks „Ich bereue nichts“ des Badischen Staatstheaters Karlsruhe zusammen mit dem Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie  und dem CyberForum e.V.  am Samstag, 11.10.2014 um 14 Uhr zur „Anti-Prism-Party 3. Staffel“ ins Foyer des Staatstheaters Karlsruhe (Eintritt frei).

Dort erfahren Sie alles, was Sie schon immer über Verschlüsselung wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Neben aktuellen Tipps und Empfehlungen rund um das Thema Selbstschutz vor unerwünschten Lauschern wird das Kryptologikum des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) historische und zeitgenössische Verschlüsselungstechnik zum „Be-Greifen“ vorstellen.

Auf Bühnen und an Stationen im Foyer des Staatstheaters Karlsruhe zeigen IT-Sicherheits-und Datenschutzexperten in Live-Vorführungen, wie Sie Tracking verhindern, Ihre Passwörter wählen und geschützt aufbewahren, E-Mails vor fremdem Zugriff schützen, Chats verschlüsseln und File-Sharing in der Cloud sichern.

Derweil können sich Ihre Kinder in der Spion-Schule, die von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe betreut wird, zum Verschlüsselungsexperten ausbilden lassen. Wer keine Karte mehr für die Voraufführung des Edward-Snowden-Stücks „Ich bereue nichts“ ergattern konnte, ist zum Abschluss beim Anti-Prism-Plenum um 19:30 Uhr im Kleinen Haus des Staatstheaters Karlsruhe willkommen.

Besondere IT-Kenntnisse sind nicht erforderlich, um den anschaulichen Vorführungen der Experten folgen zu können.

Nähere Informationen zur 3. Staffel der Karlsruher Anti-Prism-Party gibt es auf der Webseite www.anti-prism-party.de, in einem Newsletter zur Initiative und auf Twitter.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der landesweiten Initiative smart businessIT: Die IT stärken. Das Land vernetzen statt. Die Initiative zielt darauf ab, den IT-Standort Baden-Württemberg zu stärken und bei Anbietern wie Anwendern dieser Branche für eine hohe Innovationsdynamik zu sorgen. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Projekt Be Wiser.

„Flaschen“pfand für Althandys: Zukunftslotse ist für Rücknahmeregelung mit Nutzervorteil

Fast in jedem Haushalt dasselbe: Elektronikschrott in der Schublade (Foto: InnoMedia)

Fast in jedem Haushalt dasselbe: Elektronikschrott in der Schublade (Foto: InnoMedia)

Ausgediente Handys, Notebooks & Co. als unerschlossene Rohstoffquellen sollten durch ein Sammelsystem mit Rückgabebonus in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Dafür regt der Münchner Zukunftslotse und Nachhaltigkeitsexperte Thomas Strobel eine attraktive „Pfandregelung“ an. In Deutschland, mit aktuell über 63 Mio. Handyverträgen, liegen nach konservativen Schätzungen seit Jahren bis zu 100 Mio. ausgediente Geräte in Schränken und Schubladen. In den USA, wo es bereits spezielle Rücknahmeautomaten mit Wertgutscheinen gibt, sollen es sogar eine Milliarde Uralt-Mobiles sein.

„Rohstofflager Schublade“ erschließen

Laut Strobel sind „tote“ Handys und andere Elektrogeräte mit Edelmetallen (Gold, Silber, Platin, Palladium), strategischen Metallen (Kobald, Indium, Tantal) und seltenen Erden eine sofort verfügbare Rohstoffquelle. „Deutsche Haushalte haben im ‚Rohstofflager Schublade‘ enorme Schätze, die es angesichts zunehmender Rohstoffverknappung systematisch zu heben gilt“, fordert Strobel. Laut Bayerischem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz enthalten 40 Handys oder Smartphones so viel Gold wie eine Tonne Golderz aus der Mine. Schon heute gibt es Überlegungen, mit „Urban Mining“ alte Mülldeponien zur Gewinnung von Rohstoffen zu nutzen. Laut Strobel wäre die Abkürzung dieses Wegs über die Schublade ein klarer Effizienzgewinn auf dem Weg zu besseren Recyclingkreisläufen.

Neue Geschäftsmodelle mit Produktleasing

In seinem Nachhaltigkeitsansatz geht der als besonders industrienah geltende Zukunftslotse, der mit Insiderteams für die Industriebereiche Textil und Papier die Umsatz- und Verwertungshorizonte für die jeweiligen Materialien und Werkstoffe samt dem notwendigen Forschungsbedarf analysiert, noch weiter. Hersteller und Anbieter sollten Kurs auf neue Geschäftsmodelle nehmen, bei denen Produktleasing vor Verkauf steht. „Der Nutzer müsste dann eine Nutzungsgebühr an das Leasingunternehmen zahlen und zugleich einen Pfandbetrag hinterlegen, der nach Rückgabe des Gerätes gutgeschrieben oder ausbezahlt wird.“ Vorteil: Der Hersteller bleibt Eigentümer und hat ein Interesse am geschlossenen Produktkreislauf. Außerdem kann dadurch die Lebensdauer von Geräten verlängert werden, weil aufgearbeitete, mit neuen Akkus und aktueller Software bestückte Geräte ein zweites oder drittes Mal in den Leasingkreislauf aufgenommen werden können.

Zudem sollte bereits im Herstellungsprozess von Consumer Electronics das Produktdesign so verändert werden, dass die Produktlebensdauer durch Software-Updates verlängert werden kann, betont der Maschinenbauingenieur. Beispiel Handy: Früher waren Display, Tastatur, Geräte-Software und Gehäuseform Designelemente des Herstellers. Heute sind die Mobiltelefone nur noch „Display“, die Tastatur wird eingeblendet, die Apps werden nach persönlichem Bedarf heruntergeladen.

Nichtnachhaltigkeitssteuer angeregt

Aus Gründen der Nachhaltigkeit sollte ferner das Gestaltungsprinzip Design-to-Recycle etabliert werden. Folge: Wer ein Produkt entwickelt, muss auch den Nachweis antreten, wie gut es repariert und am Ende der Lebensdauer demontiert werden kann. Dazu gehörten Angaben darüber, welche Komponenten direkt weiter verwendet bzw. welche Rohstoffe wieder nutzbar gemacht werden können. „Je besser dieses Konzept umgesetzt wird, desto geringer ist der ‚Recyclingindex‘ für ein Produkt und desto niedriger ist die zukünftige ‚Nichtnachhaltigkeitssteuer‘ für den Hersteller“, formuliert Strobel als Denkansatz für weitere Nachhaltigkeitsideen.

München auf dem besten Weg

Eine Vorreiterrolle auf kommunaler Ebene hat München übernommen. Die Stadt lässt zunächst 200 spezielle Container für Elektrokleingeräte an bereits bestehenden Wertstoffinseln aufstellen, um den Bewohnern der bayerischen Hauptstadt die umweltkonforme Entsorgung ihres Elektroschrotts zu erleichtern. Durch die anschließende fachgerechte Demontage der Altgeräte können enthaltene Edelmetalle und seltene Erden direkt in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Mehr Infos unter www.fenwis.de

Studie: Soziales Engagement lässt bei Unternehmen die Kassen klingeln

Je billiger desto besser – egal, woher das Produkt kommt: Diese Devise zählt längst nicht mehr bei den deutschen Verbrauchern. Im Gegenteil: 40 Prozent der Käufer hierzulande sind bereit, tiefer in die Tasche zu greifen und höhere Preise für Produkte zu bezahlen, wenn Händler oder Produzenten sich nachweislich für soziale Belange oder Umweltschutz engagieren – Tendenz steigend. Und mehr noch: Dies bleibt nicht nur ein frommer Wunsch, sondern jeder Dritte (34 Prozent der Befragten) gibt an, in den vergangenen sechs Monaten mindestens ein Produkt aus diesem Grund gekauft zu haben. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Nielsen, einem führenden Anbieter von Informationen und Erkenntnissen zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern. In der weltweiten Studie hat Nielsen untersucht, wie sich soziales Engagement (englisch: Corporate Social Responsibility, CSR) von Unternehmen auf die Verbraucher auswirkt. Fazit: immer positiver.

Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland, sieht für diesen Trend verschiedene Faktoren. „Medien decken immer wieder in ihren Berichten die teilweise unmenschlichen Produktionsbedingungen in manchen Ländern auf. Dazu kommen Skandalmeldungen bei der Produktion von Nahrungsmitteln. Das wirkt sich auf das Kaufverhalten aus und die Verbraucher schauen genau, bei wem sie kaufen und inwiefern die Unternehmen ihrem sozialen Anspruch gerecht werden.“

Dazu zählt, dass das Unternehmen beispielsweise faire Bedingungen für die eigenen Mitarbeiter schafft, darüber hinaus aber etwa karitative Projekte fördert, sich für Kultur und Bildung engagiert oder sich für Umweltschutz einsetzt. Mehr noch: Es geht oft auch um die Grundhaltung des Unternehmens, um vernünftiges Wirtschaften und schonenden Umgang mit Ressourcen. So gab jeder vierte befragte Deutsche (27 Prozent) an, bei der Auswahl eines Produktes auf eine umweltfreundliche Verpackung zu achten.

Ein weiterer Grund für die steigende Sensibilität der Verbraucher für das soziale Engagement der Unternehmen sei der relative Wohlstand der Deutschen in Verbindung mit dem Wunsch, dem Leben einen Sinn zu geben. Ingo Schier: „Viele Deutsche können es sich leisten, mit kritischem Blick einkaufen zu gehen und dabei auch mehr für ein bestimmtes Produkt auszugeben. Das gibt dem Verbraucher ein gutes Gefühl, weil er sozusagen das Angenehme, nämlich das Einkaufen, mit etwas Nützlichem verbunden hat, indem er dem Unternehmen mit seinem Geld ermöglicht, Gutes zu tun.“

Engagement muss glaubwürdig sein

Die nachweisliche Bereitschaft der Verbraucher, mehr Geld für Produkte sozial engagierter Firmen auszugeben, sei ein klares Signal an Unternehmen, dass CSR-Engagement für die Kundenbindung eine Rolle spielen kann, so Ingo Schier: „Wichtig ist, dass das Engagement glaubwürdig ist und zum jeweiligen Unternehmen passt.“ Die Deutschen jedenfalls sind laut Studie an Hilfsprojekten für weltweiten Zugang zu einer Grundbildung, zur globalen Versorgung mit Trinkwasser sowie zum Kampf gegen Hunger und extreme Armut besonders interessiert.

Deutsche geben lieber Geld, als selber aktiv zu werden

Die Bereitschaft, für Produkte engagierter Firmen extra zu zahlen, steigt seit einigen Jahren kontinuierlich, wie vorangegangene Studien zum gleichen Thema von Nielsen belegen. 2011 stimmten 32 Prozent der befragten Deutschen zu, eine höhere Summe für Produkte von Unternehmen zahlen zu wollen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben, 2013 waren es schon 37 Prozent, 2014 nun 40 Prozent. Eigene soziale Projekte verfolgen allerdings nur 31 Prozent der Befragten, ergab die Studie von Nielsen. Darunter fasst die Studie sowohl alle Befragten, die ehrenamtlich tätig sind als auch solche, die regelmäßig Geld für soziale Zwecke spenden.

Über die Nielsen Global Survey

Die Nielsen Global Survey zum Thema Corporate Social Responsibility wurde vom 17. Februar bis 7. März 2014 durchgeführt. Dabei hat Nielsen mehr als 30.000 regelmäßige Internetnutzer in 60 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht für jedes Land basierend auf den jeweiligen Internetnutzern quotiert und gewichtet. Sie repräsentiert damit die Internetnutzer des Landes und hat eine maximale Abweichung von ±0,6 Prozent. Diese Nielsen Onlineumfrage basiert ausschließlich auf dem Verhalten von Befragten mit Internetzugang. Die Internetverbreitung variiert je nach Land. Damit ein Land in die Umfrage aufgenommen wird, setzt Nielsen voraus, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung oder zehn Millionen Menschen Internetzugang haben.

Online-Wettbewerb: Unternehmen suchen Ideenskizzen für smarte Umweltprojekte

Kann eine Verpackung mit ökologischer Intelligenz aufgeladen werden, um automatisch nach Gebrauch den Weg zum Recycling zu finden? Kann man Produkte besser gestalten, um ihnen neues Leben einzuhauchen, statt sie auf die Müllkippe zu schmeißen? Gibt es Alternativen bei Recyclingprodukten, die über Schallschutzwände, Rasengittersteine und klobige Parkbänke hinausgehen? Gibt es eine smarte Logistik, um mehr Sekundärrohstoffe aus dem Abfall zu ziehen?

Deutschland muss nicht nur die Energiewende stemmen. Es gibt noch ein anderes Ziel der Bundesregierung, das vielleicht nicht so prominent in den Hinterköpfen steckt: Spätestens bis 2020 will man vollständig aus der Beseitigungswirtschaft aussteigen und alle Deponien schließen. Damit verabschieden wir uns endgültig vom menschlichen Archetypus, Dinge nach dem Verlust individueller Wertschätzung einfach zu vergraben oder zu verbrennen, nach dem Motto: Aus dem Auge, aus dem Sinn.

Das ökologische Anforderungsprofil in den nächsten sechs Jahren hat der BUND trefflich formuliert: „Funktional, langlebig und damit kostengünstig, ressourcenleicht und emissionsarm, reperaturfreundlich, wiedervertbar, risikoarm, fehlerfreundlich und rückholbar.“ An der Aufzählung erkennt man, wie schwierig der Abschied von der klassischen Müllentsorgung zu bewerkstelligen ist. Für die Denker und Lenker im Land der Tüftler, Ingenieure, Designer, Logistiker, Umweltexperten und Studenten ein lukratives Betätigungsfeld. Gefragt sind also Ideen. Und die wollen Green Alley und die Crowdfunding-Plattform Seedmatch in einem Wettbewerb für Gründer ankurbeln.

Dabei geht es nicht so sehr um fertige Konzepte, Produkte oder Prototypen, es geht vielmehr um Ideenskizzen, die zu einem wirtschaftlichen Erfolg geführt werden können, so Miriam Kehl vom Gründernetzwerk Green Alley im Gespräch mit dem Blog „ichsagmal„. „Es geht um neue grüne Ideen, die unsere Sichtweise auf Abfall und die Kreislaufwirtschaft weiterentwickeln.“

Dazu zählen Ressourcenschonung, Plattformen zur Vermarktung von Recyclingprodukten, Logistikkonzepte, umweltfreundliches Verpackungsdesign, Rückgewinnung von Elektronikgeräten, Möglichkeiten für die Wiederverwendung von gebrauchten Produkten, Möbel aus Recyclingmaterial, Kunstobjekte und dergleichen mehr. Zu gewinnen gibt es Preisgelder, mietfreies Arbeiten in Berlin, Zugang zu Kontakten der Green Economy und die erste Pressekonferenz.

Die sechs bis acht besten Ideen werden Ende September zu einem Pitch nach Berlin eingeladen. Die drei Gewinner mit den besten Ideen erhalten jeweils ein Preisgeld von 5.000 Euro, sechs Monate mietfreies Arbeiten im Green Alley Coworking Space in Berlin-Wedding sowie die Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Start-ups und Experten der Green Economy.

„In der ganz frühen Phase gibt es Unterstützung bei der strategischen Ausrichtung des Geschäftsmodells und beim Markteintritt, später könnte zum Beispiel mit dem weitflächigen Landbell-Netzwerk weitergeholfen werden, indem für bestimmte Fragen die richtigen Ansprechpartner vermittelt werden“, sagt Kehl. Sie hält den Rat Professor Faltin übrigens für sinnvoll, zuerst an der kreativen Geschäftsidee zu arbeiten und sich die Expertise von anderen Unternehmen zu holen – also die Komponenten-Ökonomie für Startups.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. Juli. Man hat also noch gut vier Wochen Zeit, ein Ideen-Gewimmel zu entfachen, wie es der Schriftsteller Jean Paul ausdrückte. Bewerbungen unter: www.green-alley.seedmatch.de/de/bewerben.html

Autor: Redaktion www.ne-na.deGunnar Sohn

 

 

Themenmonat „Recycling“ bei Handysektor

Smartphone_LebenszyklusAngesichts der Flut von neuen Handy-Modellen wechseln viele Nutzer heutzutage in kurzen Zeitabständen ihr Mobiltelefon. Große Mobilfunkanbieter befördern diesen Trend mit Werbeslogans wie „Jedes Jahr das neueste Smartphone“. 2013 wurden weltweit rund 1,8 Milliarden Handys bzw. Smartphones verkauft. Alte, oft noch voll funktionstüchtige Geräte, werden durch neue ersetzt. Allein in Deutschland verstauben so rund 30 Millionen Handys pro Jahr in den heimischen Schubladen oder landen im Müll.

Passend zum Tag der Umwelt am 5. Juni startet das Internetportal www.handysektor.de einen Themenmonat und berichtet den gesamten Juni über umweltgerechte Entsorgungsmöglichkeiten von Altgeräten, Wiederverwertung und ressourcensparenden Umgang.

Schrott ist bares Geld wert

Althandys im Restmüll zu entsorgen ist verboten, denn das gefährdet die Umwelt. Altgeräte können außer bei öffentlichen Wertstoffhöfen auch direkt bei den Herstellern oder bei speziellen Organisationen abgegeben werden. Der Gegenwert kann entweder gespendet oder ausbezahlt werden. Die Sammelstellen recyceln anschließend das Handy. Häufig sind die Geräte aber auch noch voll funktionsfähig und können bei einem Ankaufsdienstleister verkauft werden.

Handyrecycling schont die Umwelt

Mit Hilfe des Recyclings werden alte oder defekte Geräte in ihre Bestandteile zerlegt. Die enthaltenen Schadstoffe werden gezielt behandelt, so dass sie die Umwelt und unsere Gesundheit nicht belasten. Der Akku wird entfernt und entsorgt. Anschließend werden die Handys mechanisch zerkleinert, so dass die verschiedenen Metalle danach voneinander getrennt werden können. Dies geschieht zum Beispiel durch das Einschmelzen der Teile. Sehr wertvolle Metalle, wie z. B. Gold, können so abgetrennt und wiedergewonnen werden.

Ressourcensparender Umgang

Der Themenmonat bietet viele nützliche Tipps zum ressourcensparenden Umgang mit dem Mobiltelefon. Auf was sollte zum Beispiel vor dem Handykauf geachtet werden? Welche Geräte sind umweltfreundlich? Diese und weitere Fragen werden im Laufe des Junis beantwortet. Zusätzlich verrät Handysektor noch die zehn besten Tricks zum Akku-Sparen.

Konzeption, Test, Produktion, Verkauf, Nutzung, Recycling – Das Leben eines Smartphones ist lang. Die neue Handysektor-Infografik zeigt auf einen Blick alle Aspekte eines Smartphone-Lebens von der Konzeption über die Herstellung bis hin zur Wiederverwertung.

Handysektor ist ein werbefreies Informationsangebot für Jugendliche, das diese bei einem kompetenten Umgang mit mobilen Medien unterstützen will. Die Webseite ist ein gemeinschaftliches Projekt der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs). Die Projektleitung hat Markus Merkle (mecodia GmbH) inne.

United Nations looks to scientists using big data to help tackle climate change

An innovative competition aimed at stimulating the use of big data to highlight the impacts of climate change has received an overwhelming response from the global scientific community, prompting organizers of the “Big Data Climate Challenge” to announce extension of the submission deadline to June 30.

The Big Data Climate Challenge brings together the fields of Big Data and climate change for the first time in a global competition. It is being hosted by United Nations Global Pulse in support of the Secretary-General’s Climate Summit on 23 September 2014 at UN Headquarters in New York, just before the UN General Assembly.

Winners of the Challenge will get the opportunity to showcase their projects at the Climate Summit, which will attended by heads of state, CEOs of major corporations and civil society organizations from around the world.

The Big Data Climate Challenge seeks published or implemented projects that use Big Data to show the real world impacts of climate change, revealing both the economic implications of climate impact and opportunities to manage climate risks.

Multidisciplinary initiatives from all relevant fields may apply, including but not limited to energy, smart cities, transportation, agriculture and food systems, recycling, material sciences, risk management, architecture and design, finance and carbon markets.

A global Advisory Board of high-profile experts in climate science, data and sustainable development will help evaluate submissions. The Board includes advisors from Skoll Global, African Development Bank, Indian Institute of Science, MIT Senseable Cities Lab and World Meteorological Organization. Additional advisors from UN agencies including World Food Programme, UN Environment Programme and UN Population Fund will provide further technical support.

“We’re confident that data-driven climate solutions exist around the globe—we just have to find them. And the Big Data Climate Challenge seeks to unearth and highlight the best examples out there,” said UN Global Pulse Chief Scientist Dr. Miguel Luengo-Oroz. “The impressive submissions that the Challenge has already received demonstrate both the relevance and importance of bringing the Big Data and climate communities together.”

Terminhinweis: (26.05.2014/Bonn): Chancen für die Kundenansprache durch Unternehmensverantwortung (CSR)

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg lädt zu einer kostenfreien Informationsveranstaltung für Berater und Unternehmen mit dem Titel „Chancen für die Kundenansprache durch Unternehmensverantwortung (CSR), Nachhaltigkeit und geförderte Potentialberatung“ ein. Sie findet am Montag, 26. Mai, 19 Uhr, im Sitzungssaal der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Talweg 17, 53113 Bonn, statt.

CSR als Zukunftsthema 

Zielgruppe sind insbesondere Unternehmensberater, PR-Agenturen, Kommunikationsberater und Coaches. Nicht erst seit den letzten Finanz- und Wirtschaftskrisen ist klar: Kunden, Mitarbeiter und Gesellschaft erwarten zunehmend sozial, kulturell und ökologisch verantwortliches Wirtschaften von Unternehmen. Damit entwickelt sich das professionelle Management und die Kommunikation von Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility, kurz CSR) und Nachhaltigkeit für KMU und Großunternehmen zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor – einschließlich eines erhöhten Beratungsbedarfes. Für Berater bieten diese Themen deshalb eine Vielzahl von neuen und kreativen Ansätzen, um bestehende Kundenverbindungen auszubauen und neue Kontakte aufzubauen.

Möglichkeiten für Berater

Der Infoabend soll deshalb für alle Neueinsteiger in das Thema eine Einführung in das Themenfeld CSR bieten und aufzeigen, welche Themen die höchste Relevanz und Zukunftschancen für Unternehmen bieten und wie Unternehmensberater, aber auch PR- und Kommunikationsberater diese Ansätze nutzen können, um neue Beratungsangebote zu entwickeln oder bewährte Ansätze auszubauen. Mit den Förderinstrumenten ?Potentialberatung? und ?Bildungsscheck? bietet das Arbeitsministerium NRW klein- und mittelständischen Unternehmen Beraterkostenzuschüsse für bestimmte Handlungsbereiche an bzw. anteilige Finanzierungen von Weiterbildungsmaßnahmen. Aus den CSR Themen kann das Handlungsfeld Arbeitsplatz (Gestaltung vor Arbeitsorganisation, Personalentwicklung, Vereinbarkeit Familie und Beruf usw.) damit unterstützend analysiert und beraten werden. Wir zeigen Ihnen wie das möglich ist?.

Nähere Informationen und Anmeldung unter www.ihk-bonn.de

Terminhinweis (19.05.2014): Potsdamer Cybersicherheitskonferenz

Auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cyber-Sicherheit am 19. Mai wird das veranstaltende Hasso-Plattner-Institut (HPI) einen neuen Service präsentieren, der Internetnutzer gegebenenfalls auf den Diebstahl und die öffentliche Preisgabe ihrer Identitätsdaten hinweist. Das kündigte HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel an. Sein Institut will ferner auch einen Sicherheits-Check im Internet vorstellen, der automatisch Auskunft gibt über erkennbare Schwachstellen eines anfragenden Rechners.

Ergänzt wird der Dienst um die Möglichkeit, dass Nutzer eine Liste der von ihnen verwendeten Softwareprogramme zusammenstellen, welche dann permanent in einer HPI-Datenbank auf kritische Sicherheitslücken überprüft werden.

Der Direktor des mitveranstaltenden Brandenburgischen Instituts für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS), Dr. Tim Stuchtey, kündigte an, auf der Konferenz am HPI Untersuchungsergebnisse zu den Umsatzerwartungen der deutschen IT-Sicherheitswirtschaft vorzulegen. Präsentiert werde die Sonderauswertung einer von der Bundesregierung geförderten Befragung von Unternehmen der Sicherheitswirtschaft aus den Jahren 2012 und 2013.

Auf der Konferenz werden Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in Vorträgen und Podiumsdiskussionen Themen wie die Sicherung kritischer Infrastrukturen und den Schutz der hochvernetzten so genannten „Industrie 4.0″ behandeln. Des Weiteren stehen neben Fragen rund um die nationale Sicherheit auch internationale und transatlantische Aspekte zur Diskussion.

Anmeldungen sind möglich unter www.potsdamer-sicherheitskonferenz.de

Terminhinweis: 10. Deutsches CSR-Forum stellt Nachhaltigkeit ins Zentrum

Am Mittwoch, dem 7. Mai öffnet das „10. Deutsche CSR Forum – Internationales Forum für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit“ in Ludwigsburg bei Stuttgart seine Tore. An zwei Tagen erörtern Top-Manager aus Handel und Industrie die aktuellsten Fragen der Nachhaltigkeit und suchen gemeinsam nach Wegen für die Zukunft. Erstmals findet zeitgleich das „Deutsche Compliance Forum“ statt. Continue reading

Studie zum Girls‘ und Boys’Day am 27. März: Jugendliche brauchen „erwachsene“ Begleitung beim Umgang mit sozialen Netzwerken

Bei der Vorbereitung auf die Arbeitswelt in Schule, Studium und Ausbildung gibt es offenbar Defizite der heranwachsenden Generation. So sieht die Mehrheit der deutschen Internetnutzer vor allem Nachholbedarf bei den Jugendlichen hinsichtlich Respekt (68 Prozent) und Umgangsformen (63 Prozent). Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Studie, die das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg im Auftrag der Internet World Messe unter 885 Internetnutzern durchgeführt hat.
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