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Maschinen, Menschen, Demagogen – Warum Kommunikation bei digitaler Transformation eine Schlüsselrolle einnimmt

DemagogenWasser ist nass, in Amsterdam fallen gelegentlich Fahrräder um und die Welt wird immer digitaler. Auf den ersten Blick lohnt es die Mühe nicht, der Artikelflut zur digitalen Transformation einen weiteren Strauß an Binsenweisheiten hinzuzufügen. Was technisch machbar ist, ist immer schon gemacht worden – vorausgesetzt, es bringt Gewinn – und die Digitalisierung macht hier keine Ausnahme. Sieht man sich die Gemengelage allerdings nicht wie üblich mit der Lupe, sondern aus dem Hubschrauber an, so wird das Thema wieder erheblich spannender.

Aus dieser Perspektive geht es nicht mehr um die Frage, ob die übernächste Generation von Smartphones bereits implantiert ist, wer für die Parkschäden eines autonom fahrenden Tesla haftet oder wie lange sich Kommunikationsagenturen noch mit dem Layout von gedruckten Broschüren herumschlagen dürfen. Hier geht es vielmehr um die Frage, ob beispielsweise Donald Trump ein Kollateralschäden der Digitalisierung ist, wie eine Gesellschaft aussehen kann, in der Arbeit nur noch für eine Minderheit zur Verfügung steht, und welchen neuen Verantwortungen die Kommunikationsbranche dabei entgegensieht, die bisher noch nicht im Fokus der Diskussion standen.

All he can do for money is drive

Übernimmt man den angelsächsischen Brauch, die Welt in eine Domäne blauer und eine Domäne weißer Kragen zweizuteilen, so schrumpft der Bedarf in der Blaumann-Abteilung schon seit langer Zeit dramatisch.

Bereits 1784 mechanisiert beispielsweise Edmund Cartwright den Webstuhl und stellt damit Heerscharen von Facharbeitern frei. Wenig später konnten auch die beiden armen Kerle entlassen werden, die noch an der Kurbel des Geräts schwitzten, denn diese Aufgabe übernahm eine Dampfmaschine. Nach mehr als zwei Jahrhunderten energischer Innovation spielt manuelle Arbeit in den Industrieländern mittlerweile kaum noch eine Rolle.

Überall dort, wo sich Automatisierung rechnet, ist sie umgesetzt. Was weiterhin besser von Menschen erledigt werden kann, ist in Schwellenländer ausgelagert, in denen die Löhne niedrig und die Arbeitstage lang sind. In der Heimat bleibt geringqualifizierten Arbeitssuchenden wenig mehr als die Option, Lastwagen zu fahren. Genau hieraus, bei den desperaten Verlierern des industriellen Wandels, rekrutiert sich schon heute ein großer Teil der Trump-Fans, Brexit-Befürworter und AfD-Wähler – auch wenn dies natürlich eine polemische Verkürzung ist.

Es kommt allerdings noch schlimmer. Mit dem Übergang von der Roboterisierung des Fließbandes zur intelligenten Digitalisierung ganzer Wertschöpfungsketten nimmt die Transformation weiter Tempo auf. Dass unsere Lastwagen auf dem Weg von A nach B schon sehr bald auf die Chauffeurdienste übergewichtiger Country-Fans verzichten können, ist dabei nur ein Randphänomen.

Viel dramatischer ist, dass eine beinahe menschenleere „Dark Factory“ schon in naher Zukunft ebenso gut in Baden-Württemberg wie in Burkina Faso stehen kann. Die Industrieländer werden wieder als Produktionsstandorte attraktiv. Gut ausgebildete Maschinensteuerer finden sich hier sogar besser. Unvermeidliche Konsequenz bilden Ströme von Flüchtlingen aus Asien und Afrika, deren Ausmaß die Bilder von 2015/16 um ein Vielfaches übertreffen wird.

„Alexa, den Jahresabschluss für 2020 bitte“

Bisher wird das triste Los des Prekariats von den Bewohnern der Teppichetagen noch aus gelassener Distanz betrachtet. Damit wird allerdings bald Schluss sein. Weitgehend unbemerkt kommt die Digitalisierung aus den Startlöchern, um auch in der Domäne der weißen Kragen gründlich aufzuräumen.

Neuronale Netzwerke sind inzwischen so leistungsfähig, dass sie bei einer Vielzahl von Aufgabenstellungen menschlicher Intelligenz nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen sind. Längst geht es nicht mehr um dumpfe Rechenleistung, wie etwa bei den Schachcomputern der Vergangenheit, sondern um echtes Lernen, mit dem selbst hochkomplexe, intuitive Aufgaben gemeistert werden.

Die Künstlichen Intelligenzen (KI) entwickeln dabei eine verblüffende, wenn nicht sogar beängstigende Selbstständigkeit. Um herauszufinden, dass wir Zweibeiner Gefallen an Katzenvideos auf YouTube finden, benötigt ein neuronales Netzwerk keine Unterstützung und bastelt sich die Algorithmen zum Erkennen der Tierchen gleich nebenbei mit. Dass so etwas auch nach hinten losgehen kann, lernte Microsoft im Jahr 2016, als sein autonomer Twitter-Chatbot „Tay“ binnen weniger Stunden zum Nazi mutierte und abgeschaltet werden musste.

Die Übernahme der Weltherrschaft durch den Computer steht noch nicht auf der Tagesordnung, selbst wenn kluge Leute wie Stephen Hawking und Elon Musk sich ernsthafte Sorgen in dieser Richtung machen. Doch was unterhalb dieser Schwelle abläuft, ist schon bemerkenswert genug. Mittlerweile gehören KI in Gestalt gehorsamer Assistentinnen fast schon zum Alltag, sei es bei der Navigation im Auto, bei der Suche nach dem passenden Restaurant oder der Thermostateinstellung im smarten Eigenheim.

Dass genau diese dienstbaren Geister derweil unsere Kreditanträge ablehnen und sich um unsere Jobs bewerben, wird gerne übersehen. Dabei liegt es auf der Hand, dass die Bewertung von Kreditrisiken als algorithmusbasierter Vorgang aus der Hand des Sachbearbeiters genommen und einem Computer übertragen wird.

Je schneller Entscheidungen getroffen werden müssen, je größer die zu durchforstenden Datenberge sind, umso unausweichlicher wird der Einsatz von KI, sei es beim Arbitragehandel an den internationalen Börsen oder der Beglückung potentieller Kunden durch individualisierte Werbung. Genau hier beginnt dann auch der Abbau ehemals felsenfest in menschlicher Hand befindlicher Arbeitsplätze.

Vom Versicherungsvertreter über den Bankangestellten bis zum Buchhalter wanken die Bastionen administrativer Jobs, und selbst Rechtsanwälten und Journalisten wird bereits heute die Feder von der KI aus der Hand genommen. Vielleicht ist ja sogar dieses Dossier schon von einer KI geschrieben, merken würde es beim aktuellen Stand der Technik kaum noch jemand. Kein Wunder, dass in einer Studie zu den Digitalisierungsrisiken Service- und Vertriebsmitarbeiter sowie Büroangestellte die größten Segmente auf der Verliererseite ausmachen.

Nach den Arbeitern geraten nun also auch die Angestellten ins Räderwerk der Digitalisierung. Damit aber wird Arbeit endgültig zur Mangelware in der sozialen Realität. Die entscheidende Frage in Literatur und Film lautet daher schon lange nicht mehr, wozu wir Maschinen benötigen, sondern wozu die Maschinen uns noch brauchen (so sie denn je ein Bewusstsein entwickeln …).

Politik jenseits der Arbeitsgesellschaft

Das Problem der digitalen Transformation trifft eine Welt, die ohnehin schon aus den Fugen geraten zu sein scheint. Es bleibt schleierhaft, wie die ökologischen Herausforderungen eines Planeten mit bald acht Milliarden Bewohnern bewältigt werden können. Zudem gelingt es den Staaten in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft immer weniger, ihren Anteil der Wertschöpfung in Form von Steuern abzuschöpfen.

Ein Großteil der faktischen Macht hat sich von den demokratisch legitimierten Institutionen in die Hände einer kleinen Elite von Konzernen und Individuen verlagert, die von der Politik nur noch sehr partiell kontrolliert werden. Dieser Bündelung schwer greifbarer Macht entgegengesetzt entwickelt sich die wachsende Komplexität ökonomischer und sozialer Systeme in ausufernden Bürokratien, deren oberste Maxime die Selbsterhaltung ist. Auf beiden Ebenen regieren gleichermaßen die keynesianischen Götter „Geiz“, „Wucher“ und „Misstrauen“ – Eigennutz geht vor Gemeinwohl.

In einem solchen Kontext geht die Einkommensschere fast zwangsläufig immer weiter auf, Produktivitätsgewinne kommen nicht mehr beim Bürger an, sondern landen beim Shareholder oder versickern im Labyrinth bürokratischer Verteilungsnetzwerke. Wird dieses Phänomen durch die Verknappung von Arbeit noch verstärkt, sind die gesellschaftlichen Folgen unabsehbar. Schon jetzt wird die rapide Veränderung der politischen Landschaft entscheidend von dieser Dynamik getrieben.

Die Verlierer des gesellschaftlichen Umbaus befinden sich in Phase eins ihrer Trauerarbeit – „Verleugnung“ – und laufen Rattenfängern nach, welche ihnen die Paradiese der Vergangenheit zurückbringen wollen. Die bislang dominierenden Volksparteien, insbesondere die klassischen Arbeiterparteien, stehen mit ihren Kernpositionen dagegen auf verlorenem Posten. Punkten können sie nur noch, wenn sie sich über ihre extremen Flügel ebenfalls auf populistisches Gelände vorwagen.

Ob dabei nun das konservative Paradies der 1950er-Jahre versprochen wird, wie bei Trump, Farage und Gauland, oder das sozialdemokratische Paradies der 1970er, wie bei Sanders und Corbyn, ist dabei gleich trügerisch. Denn beides ist gleichermaßen romantisch rückwärtsgewandt und zeigt nur, dass Wünschen häufig stärker ist als Denken.

Wirkliche Lösungen setzten vielmehr ein radikales Umdenken in zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragen voraus, das vermutlich quer zu allen traditionellen Links-/Rechts-Unterscheidungen verlaufen wird. Jenseits der Arbeitsgesellschaft muss der Begriff der „Arbeit“ völlig neu definiert werden und – vielleicht noch entscheidender – der Begriff der „Arbeitslosigkeit“ entstigmatisiert werden.

Wenn Arbeitssuchende zur Mehrheit werden, ist es keine Option mehr, sie als „Sozialschmarotzer“ zu diffamieren. Logische Konsequenz ist das bedingungslose Grundeinkommen, auch wenn dabei die Zahnbürstenzähler des Sozialamts ebenfalls in die Arbeitslosigkeit rutschen. Achtung, das meint natürlich keine Hauruckverfahren, sondern eine schrittweise Anpassung an sich absehbar verändernde Realitäten.

Parallel muss das Konzept der Steuern, sprich die Beteiligung des Staates an der Wertschöpfung, ebenfalls auf ein neues, für eine globalisierte und digitalisierte Welt taugliches Niveau gehoben werden. Hier mag eine Maschinensteuer den notwendigen Steuerzuwachs für das Grundeinkommen bringen. Es wäre nicht überraschend, wenn genau diese Vorschläge von populistischen Regierungen als erste verwirklicht werden, damit sie nach dem Scheitern ihrer Rückwärtsutopien tatsächlich etwas für ihre Klientel tun können. Ärgerlich nur, dass hier internationale Zusammenarbeit besonders wichtig ist, um nicht weltweiten Fluchtbewegungen von Geld und Produktion Vorschub zu leisten.

Erfolgsfaktor Kommunikation

Die Kommunikationsbranche ist bei der digitalen Transformation natürlich mit im Boot – vielleicht sogar in einer zentraleren Rolle, als ihr bisher bewusst ist. Zunächst einmal ist es eine triviale Notwendigkeit, mit den rasch aufeinanderfolgenden Phasen der Digitalisierung Schritt zu halten. Verkauft und überzeugt wird längst überwiegend online – und dort immer stärker mit dem Fokus auf mobilen Plattformen und Social Media.

Von Prof. Dr. Alexander Güttler, CEO der Unternehmens- und Kommunikationsberatung komm.passion

Von Prof. Dr. Alexander Güttler, CEO der Unternehmens- und Kommunikationsberatung komm.passion

Was auf dem Handy nicht stattfindet, findet oft gar nicht mehr statt. Wer hier noch nicht vollständig angekommen ist, hat reichlich Gelegenheit, sich in geeigneten Seminaren fit zu machen und seine Kapazitäten entsprechend umzubauen. Wichtiger als die Anpassung althergebrachter Strategien an neue Medien ist es allerdings, die neuen Chancen einer grundlegend veränderten Kommunikationslandschaft zu nutzen.

Big Data ermöglicht einen präzisen Blick auf Einstellungen und Verhalten der Zielgruppen und bahnt damit den Weg zu ebenso präzisen Kommunikationsmaßnahmen. Wie erfolgreich diese Strategie ist, zeigt der Siegeszug von Labour bei den letzten Wahlen in Großbritannien, bei denen differenzierte Mailings punktgenau auf die Sorgen und Nöte im jeweiligen Wahlbezirk abgestimmt waren.

Bei der nächsten Einstellungsrunde sollten Agenturen also eher auf ihre IT als auf ihre Personalabteilung hören und eine KI ganz oben auf die Liste setzen. Mit PAS (Pragmatic Analytic Services) kann man heute seine Fans im Internet in jeder Ausprägung kennenlernen und mit entsprechend differenzierten Themen bespielen. Hierzu muss keiner mehr nach Cambridge fahren.

Der digitale Wandel ist aber nicht nur eine „technische“ Herausforderung für professionelle Kommunikatoren – er ist auch eine ihrer wichtigsten inhaltlichen Aufgaben.

Veränderung – und hier vor allem der digital getriebene Change – wird zu einem Dauerthema. Mitarbeitern, die sich gerade ermattet vom letzten Umbauprojekt („Fit for Future 23/d“) zurücklehnen und den Status quo genießen wollen, muss nahegebracht werden, dass der Wandel nie mehr aufhört.

Entsprechend hoch ist der Unterstützungsbedarf bei der schlagkräftigen Kommunikation neuer Unternehmenspositionierung nach außen und der Begleitung von Umbauprozessen in der internen Kommunikation. Gleiches gilt für Kampagnen auf gesellschaftlicher Ebene. Veränderung muss immer bergauf durchgesetzt werden, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Wenn die Inhalte dann auch noch komplex und potentiell bedrohlich sind, ist die Vermittlung eine Aufgabe für Profis. Viel zu oft sind bittere Pillen mit argumentativem Zuckerguss kaschiert oder noch banaler als „alternativlos“ durchgeprügelt worden. Die Quittung ist eine breite Rebellion gegen die Eliten und ihre Rhetorik. Unabhängig von ihrer inhaltlichen Qualität werden daher zukünftig nur noch Ansätze Erfolg haben, die von qualifizierten Kommunikatoren auf einen breitentauglichen Komplexitätsgrad reduziert werden. Und ja, das bedeutet sicher auch Verdichtung, Emotionalisierung und gute Dramaturgien. Vertrauen entsteht nicht rational.

Um ihre Zukunft muss sich die Kommunikationsbranche also keine Sorgen machen. Wer gute Lösungsvorschläge für unsere drängendsten Probleme hat, braucht eine noch bessere Agentur, um sie einer überforderten und widerstrebenden Gesellschaft schmackhaft zu machen. Erheblich mehr Anlass zum Grübeln bietet die Frage, wie weit die Branche der Versuchung nachgeben darf, sich als „Rent a Goebbels“ mit Kampagnen für dubioseste Auftraggeber eine goldene Nase zu verdienen.

Aktuelle Wahlkämpfe und Referenden zeigen, wie schnell eine politikmüde Bevölkerung auf verlockend schlichte Demagogie hereinfällt und wie erfolgreich Meinungssteuerung in der Grauzone von Social Media ist. Kommunikatoren sind zukünftig die Schlüsselfiguren des Wandels. Sie sollten also gründlich darüber nachdenken, ob sie sich vor jeden Karren spannen lassen oder ob sie sich aktiv für ein eigenes Zukunftsmodell demokratischer Gesellschaften einsetzen. Das fordert normative Diskussionen und eine immer wieder neue Ethikdiskussion – gerade in Zeiten, in denen verdeckt agierende Bots oder „Fake News“ nicht immer leicht zu dekuvrieren sind.

Ein wichtiger Treiber dieser Diskussion könnte sicher auch der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) sein. Gut und hilfreich, dass dieser sich in seiner Organisationsstruktur erst kürzlich stärker fokussiert und damit an Handlungsfähigkeit deutlich gewonnen hat. Diskurs kommt auf uns zu – in den Organisationen wie auf gesamtgesellschaftlicher und damit politischer Ebene. Und wie auch die aktuellen politischen Tangram-Spiele zeigen, eines ist Politik sicherlich nicht mehr: langweilig.

 

 

So werden sich 2018 Mensch und Maschine näherkommen

2018Angetrieben von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Virtual und Augmented Reality und dem Internet of Things wird die Vertiefung der Kooperation von Mensch und Maschine die Digitalisierung von Unternehmen entscheidend vorantreiben. Folgende Trends werden nach Ansicht von Dell Technologies das nächste Jahr prägen beziehungsweise 2018 ihren Anfang nehmen:

1. Unternehmen lassen KI für sich denken.

In den nächsten Jahren werden Unternehmen zunehmend die Möglichkeit nutzen, Künstliche Intelligenz (KI) für sich denken zu lassen. Sie hinterlegen in den KI-Systemen die Parameter für die Klassifizierung von gewünschten Geschäftsergebnissen, definieren die Regeln für ihr geschäftliches Handeln und legen das Rahmenwerk dafür fest, was eine angemessene Entlohnung für ihr Handeln darstellt. Sind diese Regelwerke einmal hinterlegt, können die KI-Systeme angetrieben von Daten nahezu in Echtzeit neue Geschäftschancen aufzeigen.

2. Der „IQ“ von Objekten steigt exorbitant.

Rechenleistung und die Vernetzung von Gegenständen über das Internet of Things werden immer kostengünstiger. Die Einbettung von Intelligenz in Objekte wird deshalb 2018 gigantische Fortschritte machen. Die Daten der vernetzten Geräte in Kombination mit den verfügbaren großen Rechenleistungen und Künstlicher Intelligenz wird es Unternehmen ermöglichen, die physischen und menschlichen Ressourcen automatisiert zu orchestrieren. Die Mitarbeiter werden zu „Dirigenten“ ihrer digitalen Umgebungen und smarte Objekte fungieren als ihre Verlängerung.

3. AR-Headsets werden zur gängigen Kopfbedeckung.

Ihren wirtschaftlichen Nutzen hat die Augmented Reality (AR) bereits unter Beweis gestellt. Schon heute nutzen viele Teams aus Konstrukteuren, Ingenieuren oder Architekten AR-Headsets. Sei es, um neue Bauten zu visualisieren, ihre Tätigkeiten auf Basis einer einheitlichen Sicht auf ihre Entwicklungen abzustimmen oder um neue Mitarbeiter auch dann „on the job“ anzuweisen, wenn der zuständige Ausbilder gerade nicht vor Ort sein kann. Künftig wird AR der Standardweg sein, um die Effizienz von Mitarbeitern zu maximieren und die „Schwarmintelligenz“ der Belegschaft zu nutzen.

4. Die Kundenbeziehungen werden tief wie nie.

Im nächsten Jahr werden Unternehmen ihre Kunden mit Hilfe von Predictive Analytics, Machine Learning (ML) und Künstlicher Intelligenz noch besser verstehen und damit ihre Customer-First-Strategien optimieren können. Der Kundenservice wird dabei die Verbindung von Mensch und Maschine perfektionieren. Es werden nicht Chatbots der ersten Generation und vorgefertigte Nachrichten sein, die Kundenanliegen im Service bearbeiten, sondern Teams aus Menschen und intelligenten virtuellen Agenten.

5. Der „Bias Check“ wird die neue Rechtschreibprüfung.

Im Laufe des nächsten Jahrzehnts werden Technologien wie KI und Virtual Reality (VR) es Verantwortlichen ermöglichen, Informationen ohne Vorurteile zu bewerten und Entscheidungen völlig unvoreingenommen zu treffen. Kurzfristig wird KI in Bewerbungs- und Beförderungsverfahren zum Einsatz kommen, um bewusste oder unbewusste Vorurteile zum Vorschein zu bringen. VR wird zunehmend als Tool für Vorstellungsgespräche genutzt werden, um die Identität von Bewerbern mit Hilfe von Avataren zu verschleiern. „Bias Checks“ – also „Vorurteilsprüfungen“ – könnten künftig zum Standardprozedere in Entscheidungsprozessen werden, so wie es die Rechtschreibprüfung heute bei der Texterstellung ist.

6. Die Mega-Cloud steht vor der Tür.

2018 wird eine überwältigende Mehrheit der Unternehmen einen Multi-Cloud-Ansatz verfolgen und die unterschiedlichen Cloud-Modelle miteinander kombinieren. Um die damit einhergehenden Cloud-Silos zu überwinden, wird der nächste Schritt die Mega-Cloud sein. Sie wird die unterschiedlichen Public und Private Clouds der Unternehmen so miteinander verweben, dass sie sich wie ein einziges ganzheitliches System verhalten. Mit Hilfe von KI und ML wird sich diese IT-Umgebung übergreifend automatisieren und konsistent auswerten lassen.

7. IT-Security wird wichtiger denn je.

In der zunehmend vernetzten Welt müssen sich Unternehmen bei der IT-Security mehr denn je auf Drittparteien verlassen können. Sie sind nicht länger einzelne Instanzen, sondern Teile eines größeren Ganzen. Schon kleinste Fehler in irgendeinem der angeschlossenen Teilsysteme können sich zu fatalen Ausfällen im kompletten Ökosystem potenzieren. Vor allem für multinationale Konzerne wird es deshalb 2018 ein Muss, der Implementierung von Sicherheitstechnologien oberste Priorität zu geben. Weiter befeuert wird diese Entwicklung durch neue Regularien wie der Datenschutzgrundverordnung der EU.

8. E-Sport wird zum Mainstream.

Nicht zuletzt angetrieben durch Virtual Reality wird das Phänomen E-Sport für Unternehmen der Medien- und Unterhaltungsbranche 2018 endgültig zur festen Größe. Abermillionen weiterer Spieler und Zuschauer werden auf den Zug aufspringen und den E-Sport im nächsten Jahr zum Mainstream machen. Dieses Phänomen steht stellvertretend für einen größeren Trend: Selbst ureigene physische Tätigkeiten wie Sport werden digitalisiert. In Zukunft wird jedes Geschäft ein technologisches Geschäft sein und die Freizeit der Menschen wird von vernetzten Erlebnissen geprägt.

„Menschen leben und arbeiten schon seit Jahrhunderten mit Maschinen“, sagt Dinko Eror, Senior Vice President and Managing Director, Dell EMC Deutschland. „2018 wird diese Beziehung aber eine ganz neue Ebene erreichen: Mensch und Maschine werden stärker miteinander verflochten sein als jemals zuvor. Das wird alles verändern – von der Art und Weise, wie wir Geschäfte machen bis hin zur Gestaltung von Freizeit und Entertainment.“

 

 

Vernetztes Kinderspielzeug: Risiken steigen, Gefahrenbewusstsein nicht


weihnachtsgeschenk

Bereits zum dritten Mal  veröffentlicht McAfee pünktlich zur Vorweihnachtszeit die Ergebnisse des „Most Hackable Holiday Gifts”-Reports. Wie im Vorjahr zeigt die Studie auf, welche als Geschenk beliebte Technikprodukte sich am leichtesten hacken lassen und gibt Einblick in Verbraucherumfragewerte rund um das Thema vernetzte Technikgeschenke und Cyber-Sicherheit.

Am gefährdetsten sind nach wie vor Laptop & Co., wobei es auch Drohnen und vernetztes Kinderspielzeug auf die Liste geschafft hat. Beunruhigend dabei ist, dass vernetzte Spielzeuge auf 90 Prozent der Weihnachtswunschlisten von Kindern stehen, die nötigen Sicherheitsmaßnahmen jedoch nicht so hoch auf der Prioritätenliste wären.

Sicherheitsrisiken bewusst machen

„Mehr denn je sind sich Verbraucher bewusst, dass vernetzte Geräte wie Laptops, Smartphones und Tablets einem hohen Sicherheitsrisiko ausgesetzt sind und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen werden müssen, um die eigenen Daten erfolgreich zu schützen“, kommentiert Alexander Salvador, Director Retail EMEA bei McAfee. „Gleichzeitig besteht jedoch weiterhin eine Diskrepanz zwischen dem Bewusstsein der Verbraucher und der Bereitschaft, tatsächlich die erforderlichen Schritte vorzunehmen, um potenzielle Sicherheitsrisiken zu minimieren. Dieser Trend kann gravierende Folgen haben, besonders wenn es sich dabei um vernetztes Kinderspielzeug handelt.“

Hohe Gefahr bei digital vernetztem Kinderspielzeug

Vernetztes Kinderspielzeug hat es dieses Jahr auf Platz vier der Most Hackable Gifts geschafft – und gleichzeitig ganz weit oben auf die Wunschliste der Kinder. Ganze 89 Prozent aller in Deutschland befragten Eltern gaben an, dass ihr Kind sich schon mal ein „Connected Device” als Spielzeug gewünscht hat. In der Altersgruppe 31 – 40 gaben dementsprechend 20 Prozent aller Befragten an, dieses Jahr ein solches Gerät als Weihnachtsgeschenk kaufen zu wollen. Trotzdem wissen rund 35 Prozent der befragten Eltern nicht, was ein „Connected Device“ überhaupt ist.

Die meisten Kinder bekommen bereits schon im Alter von 7 – 9 ihr erstes digital vernetztes Technikgerät – ein Alter, in dem viele von ihnen noch zu jung sind, um verantwortlich mit den eigenen generierten Daten umzugehen. Knapp 70 Prozent aller Eltern informieren sich auch umfangreich über die Gefahren der gekauften Geräte und 75 Prozent klären Kinder im Gespräch darüber auf. Jedoch installieren lediglich 29 Prozent der Befragten entsprechende Security-Apps um sicherzustellen, dass das Spielzeug ausreichend geschützt ist.

Niedrige Bereitschaft trotz hohem Bewusstsein

Dieses Phänomen gibt es nicht nur bei Eltern: Insgesamt sind 72 Prozent aller deutschen Befragten der Überzeugung, dass Smartphones, Tablets und Laptops nur dann gefahrlos benutzt werden können, nachdem die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt wurden. Auch bei Smart-TV Geräten (47 Prozent aller Befragten) und vernetzten Heimgeräten wie z.B. Bluetooth-Lautsprechern (55 Prozent aller Befragten) erkennen Verbraucher größtenteils das Risiko, gehackt zu werden.

Trotz alledem ergibt sich aus der Studie, dass nur 51 Prozent aller Befragten die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen wirklich durchführen, bevor sie mit einem neuen Gerät online gehen. Hierbei gibt es zwischen den einzelnen Altersstufen überraschende Unterschiede. Während 61 Prozent aller Befragten der Altersgruppe 51 – 55 angeben die nötigen Sicherheitsapplikationen zu installieren, sind es nur 41 Prozent der Altersgruppe 21 – 30. Die ältere Generation, die nicht mit dem Internet groß geworden ist, ist also viel vorsichtiger als diejenigen, die ein Leben ohne das WorldWideWeb kaum noch kennen.

Die Top-5 „Most-Hackable-Gifts” 2017

  1. Laptops/Smartphones/Tablets

Wie letztes Jahr stehen auch 2017 wieder die klassischen Geräte an der Spitze der Liste. Besonders anfällig sind Laptop & Co. für Malware und Ransomware.

  1. Drohnen

Auf Platz zwei haben es dieses Jahr Drohnen geschafft. Diese können nicht nur während dem Fliegen gehackt werden, sondern können auch benutzt werden um persönliche Daten zu stehlen.

  1. Digitale Assistenten

Digitale Assistenten sind die Must-Have Geräte in 2017. Sie sind besonders anfällig für Cyber-Angriffe, da sie noch relativ neu auf dem Markt sind noch über keine ausgereifte Sicherheitsstruktur verfügen. Hacker wissen dies auszunutzen.

  1. Vernetzte Kinderspielzeuge

Wie wichtig Cyber-Sicherheit ist, ist oft noch nicht ganz bei den Herstellern vernetzter Kinderspielzeuge angekommen. Von daher ist es besonders ratsam hier selbstständig die erforderlichen Sicherheits-Maßnahmen durchzuführen.

  1. Vernetzte Haushaltsgeräte

Vernetzte Haushaltsgeräte sind zwar nicht das interessanteste Ziel von Hackern, aber sie speichern persönliche Details über das eigene Heim und stellen dadurch durchaus ein potenzielles Angriffsziel dar.

Über die Umfrage

Im Auftrag von McAfee befragte MSI-ACI im September und Oktober 2017 1.206 Erwachsene im Alter von 18 bis 55, knapp 400 davon in Deutschland. Zusätzlich wurde eine Umfrage spezifisch zum Thema Kinder und vernetzte Technikgeräte durchgeführt.

Digitale Ethik: Welche Moral braucht es in der Data Economy?

Verständnis-Ethik-260x300Xethix befasst sich seit 2010 mit dem Thema der digitalen Ethik. Nun ist dieses Thema auch in den Verbänden der Digitalindustrie angekommen: Stefan Mies, Manager Research and Innovation, artegic AG; Stv. Vorsitzender der Fokusgruppe E-Mail im BVDW, hat dazu einen Beitrag verfasst:

Ethik und Moral sind Begriffe, welche für die meisten Menschen synonym füreinander stehen.

In einer Diskussion über „Data Ethik“ muss dies hingegen stark differenziert werden. Ethik bedeutet das Nachdenken über die Moral. Moral hingegen vereinigt die Verhaltensregeln, Normen und Gesetze oder auch Vorschriften, auf die sich Gruppen in gewissen Kontexten eingelassen haben. Mit der zunehmenden Bedeutung der Informationstechnologien und insb. des Internet hat sich eine Moral im Umgang mit Daten entwickelt. Jeder Kulturkreis hat dabei für sich seine eigene Moral im Umgang mit Daten entwickelt.

Dies zeigt sich z.B. beim Thema Zustimmung zur Datennutzung. Wo in Europa ein explizites Opt-In bei vielen Formen der personenbezogenen Datenerfassung notwendig ist, reicht im amerikanischen raum oftmals ein Opt-Out.

Andere Länder, andere Moral

Schlagzeilen wie „Peking will gläserne Unternehmen“  klingen für Europäer abschreckend, sind aber in China wenig hinterfragter Alltag. Datenschutz hat innerhalb des politischen Systems in China andere moralische Grundzüge angenommen als in westlichen Ländern. Der Gedanke, dass Daten überhaupt ein schützenswertes Gut sein können, ist dort kaum bekannt.

Doch nicht nur in China wird mit Datenschutz anders verfahren: „Per Dekret hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch die Behörden in den USA aufgefordert, den Datenschutz für Ausländer aufzuheben“. Auch in den USA hat sich eine andere Moral im Umgang mit Daten entwickelt, welche ihre Ursache vielmehr in der Weltweiten Unsicherheiten hat. Nicht nur ist der Datenschutz dort generell „lockerer“ als in Europa, es wird auch stark zwischen In- und Ausland unterschieden. Datenschutz für US-Bürger ja, für alle anderen nein.

Moral manifestiert sich in Datenschutzgrundverordnung

Direkt vor unserer Haustür findet wohl im nächsten Jahr der größte Wandel in der Data Moral statt: Die Anforderungen der europäischen Datenschutzgrundverordnung müssen bis zum 25. Mai 2018 umgesetzt werden. Vorschriften und Verordnungen sind nichts anderes als manifestierte, rechtlich bindende Moral.

27 Mitgliedsstaaten auf ein gemeinsames Vorgehen, d.h. auch auf eine gemeinsame Moral, zu verpflichten, war eine Mammut Aufgabe. Diese Aufgabe wurde nach jahrelangem Ringen abgeschlossen. Doch eine gemeinsame Moral erleichtert nicht nur den Umgang mit Daten innerhalb von Europa, es stärkt den europäischen Wirtschaftsraum auch im globalen Wettbewerb.

Dass neben Moral auch Daten Ethik eine zentralere Rolle innerhalb Europas spielt, erkennt man anhand der Bemühungen der Europäischen Kommission. Am 10. Januar 2017 bekannte sich die Europäische Kommission zum Aufbau einer Data Economy mit drei wesentlichen Zielen:

  • ◦access to and transfer of non-personal machine-generated data,
  • ◦data liability, and
  • ◦portability of non-personal data, interoperability and standards.

Als wesentliche Erfolgsmerkmale sieht die EU dafür folgende Aspekte:

  • ◦support „lighthouse“ data initiatives capable of improving competitiveness, quality of public services and citizen’s life
  • ◦develop enabling technologies, underlying infrastructures and skills, particularly to the benefit of SMEs
  • ◦extensively share, use and develop its public data resources and research data infrastructures
  • ◦focus public R&I on technological, legal and other bottlenecks
  • ◦make sure that the relevant legal framework and the policies are data-friendly,
  • ◦accelerate the digitalisation of public administration and services to increase their efficiency,
  • ◦use public procurement to bring the results of data technologies to the market.

(Quelle: EU)

Diese Formulierungen zeigen, dass Daten Ethik nicht eine leere Worthülle ist, sondern vielmehr, dass sich auf allen Ebenen intensiv über die Moral im Umgang mit Daten und deren Folgen ausgetauscht wird.

Positionierung im globalen Wettbewerb

Offen bleibt allerdings die Frage, wie sich die Europäische Union global bei Datenschutzfragen positioniert. Wie geht man um mit Staaten und Wirtschaftsräumen, deren Moralvorstellungen zum Datenschutz sich kulturell anders entwickelt haben? Wie stimmt man sich ab und ermöglicht ein reibungsloses Funktionieren einer Data Economy, die längst nicht mehr an Grenzen halt macht?

Bei dieser Frage sollte es darum gehen, mit welchen Moralvorstellungen im Rücken sowohl wirtschaftliche Interessen europäischer Unternehmen vertreten werden als auch Fairness gegenüber Konsumenten in anderen Ländern und Kulturkreisen gewahrt werden kann. Eine richtige oder falsche Moral kann es nicht geben, da der Umgang mit Daten in jeder Gesellschaft aus anderen Rahmenbedingungen erwachsen ist.

Für die Europäische Union und die dort tätigen Akteure gibt es noch viel zu tun, insb. viele Fragen zu beantworten: Ist es ethisch vertretbar unsere Sicht im Umgang mit Daten anderen Kulturkreisen aufzulegen? Welche Fragen müssen noch gestellt werden, um Moral im Sinne der Gesellschaft mit allen beteiligten, also Konsumenten, Unternehmen und der Politik, zu formen? Oder ist der Aufruf zur Diskussion über Data Ethik nicht mehr als die Angst einzelner, sich dem komplexeren Wettbewerb und der Globalisierung nicht mehr gewachsen zu sehen?

Moral im Unternehmen

An dieser Stelle sollte noch einmal abschließend angemerkt werden, dass Moral im Umgang mit Daten nichts ist, was rein auf Ebene politischer Institutionen verhandelt wird. Unternehmen müssen sich an rechtliche Vorgaben halten. Doch das heißt nicht, dass sie darüber hinaus nicht auch eigene Moralvorstellungen formen können. Nachhaltigkeit, Transparenz und der faire Einbezug von Kunden können für Unternehmen auch unabhängig von einem rechtlichen Muss ein echter Benefit im Wettbewerb sein.

Umfrage: Bundesbürger stehen positiv zur Künstliche Intelligenz

robots-v4rSelbstfahrende Autos, genauere medizinische Diagnosen oder Unterstützung bei der Aufklärung von Verbrechen – Künstliche Intelligenz wird schon heute in vielen Lebensbereichen eingesetzt und gilt als Schlüsseltechnologie der kommenden Jahre. Zwei Drittel (69 Prozent) der Bundesbürger sind der Meinung, dass Künstliche Intelligenz (KI) entscheidend ist, damit deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind.

KI-Forschung sollte mehr gefördert werden

Jeder Zweite (49 Prozent) wünscht sich, dass die Politik die KI-Forschung hierzulande massiv fördert und rund jeder Dritte (30 Prozent) ist sogar der Meinung, die Politik müsse Künstliche Intelligenz zu einem Top-Thema machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 1.006 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Bereits in wenigen Jahren werden viele Produkte und Dienstleistungen mit Maschinenintelligenz ausgestattet oder sogar von ihr geprägt sein“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir müssen alles tun, um das Potenzial von KI für die digitale Gesellschaft bestmöglich zu nutzen.“

Bundesbürger sehen in allen Lebensbereichen große Chancen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Achim Berg, Vizepräsident Bitkom und Mitglied des Vorstandes bei Bertelsmann

Achim Berg, Vizepräsident Bitkom und Mitglied des Vorstandes bei Bertelsmann.

8 von 10 (83 Prozent) sind sicher, dass KI die Verkehrssteuerung verbessern und so Staus reduzieren kann. Fast ebenso viele (81 Prozent) glauben, dass dank KI in der Industrie körperlich belastende Tätigkeiten auf Maschinen übertragen werden können. Jeweils zwei Drittel sagen, dass Verwaltungstätigkeiten durch KI beschleunigt werden (68 Prozent), in der Forschung die Innovationskraft steigt (67 Prozent) und der Kundenservice Anfragen zuverlässiger bearbeiten kann (64 Prozent).

Ebenfalls eine Mehrheit geht davon aus, dass die Polizei durch den Einsatz von KI Verbrechen schneller aufklären kann (54 Prozent) und im Gesundheitswesen mit KI-Hilfe bessere Diagnosen gestellt werden (57 Prozent). „Es geht nicht darum, dass ein KI-System den Polizisten oder den Arzt ersetzt. Es geht darum, dass intelligente Systeme ihm zuarbeiten“, sagt Berg. „So kann die Software zum Beispiel eine Vielzahl von Daten über einen erkrankten Patienten verarbeiten und diese in kurzer Zeit mit einer Vielzahl zurückliegender Diagnosen und den jüngsten Forschungsergebnissen abgleichen. Auf dieser Basis kann sie dem behandelnden Arzt eine individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie vorschlagen.“

KI wird keine völlig neuen Dinge erschaffen

Nur an einer Stelle sind die Befragten mehrheitlich skeptisch. Gerade einmal jeder Fünfte (21 Prozent) glaubt, dass KI in Kunst und Kultur völlig neue Dinge schaffen kann. Berg: „Analytisch sieht man bei KI offenkundig keine Grenzen, echte Kreativität wird den Systemen aber nicht zugetraut.“

Darüber hinaus zeigt die Umfrage auch, dass viele Bundesbürger oft ohne es zu wissen Geräte oder Dienste nutzen, die auf KI basieren. 19 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sie entsprechende Anwendungen bereits verwendet haben, 31 Prozent glauben es zumindest. Tatsächlich aber gehören bereits 73 Prozent zu den Nutzern etwa von Online-Übersetzung, Sprachassistenten oder individuellen, nicht werblichen Empfehlungen von Online-Plattformen.

Bei aller Offenheit gegenüber Künstlicher Intelligenz gibt es auch zahlreiche Bedenken. So befürchten gut drei Viertel (78 Prozent), dass der Einsatz von KI Machtmissbrauch und Manipulation Tür und Tor öffnet. Jeweils rund zwei Drittel sorgen sich, dass KI die Vorurteile der Programmierer abbildet (67 Prozent) und faktenbasierte Entscheidungen nur vorgaukelt (64 Prozent).

Rund jeder Zweite hat Angst, dass KI den Menschen entmündigt (50 Prozent) oder sich die intelligenten Maschinen sogar irgendwann gegen den Menschen richten (54 Prozent). „Wir erleben immer bessere KI-Systeme, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe trainiert sind und diese zum Teil auch besser als wir Menschen erledigen. Eine Maschine, die besonders gut Krankheits-Diagnosen stellt, kann aber eben nur das und wird weder meine Reisen buchen noch meine Wohnung putzen“, sagt Berg. „Wir müssen besser und breiter darüber aufklären, was künstliche Intelligenz kann, und was sie aber auch nicht kann.“

Nur eine kleine Minderheit von gerade einmal 4 Prozent wünscht sich, dass die Politik den Einsatz von KI verbietet. Allerdings sind auch nur 3 Prozent dafür, dass sich die Politik gänzlich raushält. Die große Mehrheit von 88 Prozent wünscht sich, dass die Politik Regeln vorgibt. Knapp 6 von 10 Bundesbürgern (57 Prozent) sind zudem der Meinung, dass die Politik den Ängsten der Bevölkerung beim Thema KI entgegenwirken soll. „Was wir dringend brauchen ist eine bundesweite Strategie zu Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Wenn wir die nächsten Jahre darauf verwenden, alleine das Für und Wider der Technologie zu debattieren, werden wir international abgehängt“, so Berg.

Nach Ansicht des Bitkom muss die Bundesregierung die Ausgaben für KI-Forschung deutlich erhöhen und in der laufenden Legislaturperiode mindestens 4 Milliarden Euro bereitstellen. Zusätzlich sollten im Minimum zehn Masterstudiengänge und 40 Professuren für KI eingerichtet werden, um dem drohenden Fachkräftemangel bei dieser Zukunftstechnologie entgegenzutreten.

„Für KI sollte ein strategischer Prozess der Potenzial- und Risikobeurteilung aufgesetzt werden, um wirtschafts-und standortpolitische Chancen und notwendige politische Weichenstellungen zu untersuchen und Handlungsoptionen zu bewerten“, sagt Berg.

Bitkom empfiehlt zudem, dass Deutschland sich auf europäischer Ebene engagiert, um den Datenschutz mit Blick auf KI weiterzuentwickeln. Dabei bietet sich eine „regulierte Ko-Regulierung“ an, um Datenschutzvorgaben bei KI-Anwendungen umzusetzen. Unternehmen entwickeln anhand von Best Practices Verhaltensregeln, die die EU-Kommission oder Aufsichtsbehörden prüfen und als rechtskonform anerkennen. Berg: „KI hat eine sehr grundsätzliche Bedeutung für die Entwicklung der digitalen Gesellschaft. Wir brauchen Eckpunkte einer digitalen Ethik, die wir in einer Partnerschaft von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik entwickeln sollten.“

Bitkom hat zusammen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) einen umfangreichen Reader zur wirtschaftlichen Bedeutung und gesellschaftlichen Herausforderungen von KI veröffentlicht. Auf mehr als 200 Seiten wird gezeigt, in welchen Unternehmensbereichen heute schon KI-Anwendungen eingesetzt werden und welche Rolle der Mensch auch beim automatisierten Entscheiden noch spielt. Dabei widmet sich ein eigenes Kapitel ethischen Fragen, aber auch rechtliche und regulatorische Fragen sowie die Diskussion über Algorithmen als Wirtschaftsgut werden behandelt.

Der Reader steht zum kostenlosen Download bereit unter: www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Entscheidungsunterstuetzung-mit-Kuenstlicher-Intelligenz.html.

 

Ist trotz/dank Digitalisierung ein gutes Leben möglich?

2014_01_LusenDiese Rezension von Antje Hinz erschien zuerst am 7.11.2017 auf dem Medienportal MassivKreativ.de: Die Digitalbranche hat es geschafft: Sie steht seit Ende 2016 auf Platz 1 der Arbeitgeber – noch vor dem Maschinenbau und der Automobilindustrie. Wer das Suchwort „Digitalisierung“ bei google eingibt, erhält nahezu 10 Millionen Link-Vorschläge. Beim Schlagwort „CSR = Corporate Social Responsibility“ sind es sogar 165 Millionen Einträge. „CSR und Digitalisierung“ – zwei vielschichtige Themen, denen sich nun mit Dr. Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer ein sehr gut vernetztes Herausgeber-Team in einem fast 1200-Seiten starken Buch umfassend gewidmet hat. Ich habe mir vor allem die Verbindungslinien zur Kultur- und Kreativwirtschaft angesehen.

360-Grad-Blick

Unsere Welt wird immer komplexer, Spezialgebiete fächern sich mehr und mehr auf. Publikationen widmen sich zunehmend Detailthemen. Was heute fehlt, ist der Blick aufs Ganze. Vor diesem Hintergrund kann das neue, reichhaltige Buch „CSR und Digitalisierung“ nicht genug gelobt werden. Hildebrandt und Landhäußer ist das Meisterstück gelungen, über fast drei Jahre mehr als 128 Autoren (inkl. Vor- und Grußworten) mobilisieren zu können, die ihre Gedanken und ihr Wissen über Digitalisierung und CSR in bislang noch nie dagewesener Vielschichtigkeit dargelegt haben.

Fragen stellen

Was positiv auffällt, ist die vierseitige Fragenliste zum Auftakt des Buches. Vor Transformationen und Innovationen stehen immer Fragen, die richtig gestellt und beantwortet werden wollen. Fragen sind Motor, Triebkraft und Impulsquelle für neue Entwicklungen. Fragen motivieren uns, den Dingen auf den Grund zu gehen. Muss es so bleiben wie bisher? Warum haben wir es so gemacht? Geht es nicht auch anders? Wie sieht ein Problem oder eine Herausforderung aus, wenn ich eine andere Perspektive oder Sichtachse einnehme? Es geht nicht nur um Technologie, sondern auch um Verantwortung und Wertefragen: „Wie kann der Sehnsucht nach verlässlichen Strukturen in instabilen Zeiten begegnet werden? Weshalb ist WISSENSKULTUR wichtiger als Wissensbeschaffung?“

Künstler als Vordenker

Für Kreativschaffende gehören Fragen zum Alltagsgeschäft. Ihr Handwerk sieht vor, Dinge aus anderem Blickwinkel zu betrachten und mutig zu sein, Herausforderungen gegen Routinen einmal anders zu meistern. Nur so sind neue Einsichten möglich. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die einführenden Gedanken zum Buch von einem Illustrator kommen – Raimund Frey. Er reflektiert seinen Arbeitsalltag, nimmt die Vogelperspektive ein und stellt dabei beobachtend fest, dass seine Arbeitswelt einer Kommandozentrale gleiche, von der aus er sein Universum dirigiere: „Zeichen- und Textprogramm, Projektordner, Zeiterfassung, Rechnungstellung, Projektmanagement-Software, Musikprogramm, E-Mails… Das soll nicht wertend sein, obwohl man sich über die positiven und negativen Aspekte auslassen könnte“, schreibt Frey (S. XXI-XXIII)

Vorworte

Konsequenterweise hat der kreative Pionier und Vordenker seinen Platz vor einer Reihe honoriger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gefunden, von denen hier nur einige erwähnt seien: Wolfgang Schäuble, Julia Klöckner, Fredmund Malik, Jörg Asmussen, Timotheus Höttges (der sich übrigens im Zuge der Digitalisierung für ein bedingungsloses Grundeinkommen ausspricht) und Schauspielerin Valerie Niehaus, die in ihrem Beitrag über die „Kunst des Denkens“ reflektiert (siehe Initiative Auf ein Wort).

 Vielschichtige Themen

Das Mammutwerk taucht tief in Digitalisierung und CSR ein und beleuchtet nahezu sämtliche Bereiche der Gesellschaft, neben viel Technologie auch unsere persönliche und „unternehmerische Verantwortung für Gesellschaft und Soziales“ = CSR, die uns alle fordert. Und so gibt es neben Begeisterung auch einige zögernde, reflektierende und mahnende Stimmen zur Digitalisierung. Der Kommunikationswissenschaftler Christian Hoffmeister warnt vor der „Die MacGoogleisierung als neue Religion, … nachdem die alten Religionen v. a. in unseren westlichen Gesellschaften an Überzeugungskraft und Akzeptanz verloren haben“ (S. 67).

Der Untertitel des Buches ist bewusst gewählt: „Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft“. So bunt die Autorenschaft in jeweiliger thematischer Abhängigkeit zusammengesetzt ist, so bestrebt ist deren Bemühen, die geschilderten Aspekte verständlich darzustellen. Um diese Teilaspekte geht es:

◾Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

◾Innovation und Technologie

◾Mobilität

◾Handel und Konsumgüter – Fülle des Lebens

◾Arbeit, Management und Leadership

◾Die Zukunft von Marketing und Vertrieb

◾Medien und Kommunikation

◾Gesundheit und Sport

◾Bildung, Kultur und (Lebens-)wissenschaften

… , aus denen ich nun einige Teilbereiche mit Verbindungen zur Kultur- und Kreativwirtschaft herausgreifen möchte.

Künstliche Intelligenz

Christoph Keese, Executive Vice President der Axel Springer SE (Societas Europaea) beginnt sein Vorwort mit harscher Kritik: Deutschland habe das digitale Zeitalter „mit einem Fehlstart begonnen … Keine zukunftsweisende Technologie erlebte hier ihren Durchbruch.“ (S. LIII) Doch vielleicht spricht gerade für Deutschland und Europa, Risiken technologischer Innovationen lieber einmal mehr abzuschätzen und zu hinterfragen, als Reaktion auf die ungebremste Euphorie im Silicon Valley.

Längst warnen auch US-amerikanische Vordenker vor den Folgen der rasanten Entwicklung selbstlernender Systeme und Künstlicher Intelligenz, u. a. Stephen Hawking, Bill Gates und Elon Musk. Herausgeber Werner Landhäußer schreibt daher in seinem Vorwort: „Wirklich gefährlich wird der Innovationsdrang im Digitalisierungsbereich, wenn er sich mit Allmachtsphantasien verbindet.“ (S. XII) Neue Technologien müssen schon aus ethischen Gründen gesamtgesellschaftlich diskutiert werden, hier gehören  IT-Experten, Philosophen, Juristen, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft dringend an einen Tisch.

Augmented und Virtual Reality

Prof. Dr. Anett Mehler-Bicher und Lothar Steiger von der Hochschule Mainz erläutern die Unterschiede zwischen Augmented und Virtual Reality. Dabei geht es den Entwicklungsstand aus technischer Sicht, um Chancen und Verantwortung im Hinblick auf psychische Aspekte von Computerspielen, um Geschäftsmodelle und einen Ausblick (S. 127f).

Versandhandel

Der Junggründer Johannes Crepon möchte „mit Innovation das Historische erhalten“. Er betreibt dafür als Geschäftsführer der Velocity Automotive GmbH in München einen europaweiten digitalen Versandhandel und importiert Reproduktions-, Ersatz- und Tuningteile für amerikanische Fahrzeuge aus den USA. Er schreibt im Buch darüber, „wie Technologie und das Vernetzen das Restaurieren von Oldtimern erleichtert“ (S. 157f).

Reisebegleiter

Wenn Sie Kreuzfahrten lieben, wurden Sie vielleicht schon mal von einem Androiden an Bord begrüßt. Auch wenn Ihnen dabei nicht ganz wohl war: Reiseexperte Christian Smart ist überzeugt, dass der Einsatz humanoider Roboter und digitaler Technologien im Tourismus unaufhaltsam ist und warum sie das Reisen entspannter und kundenorientierter machen (S. 171f).

WillkommensApp

Viola Klein gründete das Softwareunternehmen Saxonia Systeme und setzt ihre Kompetenzen auch für gemeinnützige Zwecke ein, u. a. entwickelte ihr Unternehmen eine Welcome-to-Dresden-App für Geflüchtete, 20 weitere Städte und Landkreise haben das Konzept bereits übernommen (S. 347f) (vgl. hierzu: Medien für Geflüchtete).

Blockchain

Mit der Blockchain-Technologie beschäftigen sich Tina Düring und Hagen Fisbeck, beides Experten für Geschäftsmodellentwicklung und Digitalisierungsstrategien. Beide sagen einen Wandel in der Marken- und Vertrauensbildung voraus und hoffen zukünftig durch mehr Transparenz auf ethisch korrekteres Wirtschaften als bisher. Blockchain soll dafür neue Wege und neue Wertschöpfungsketten ohne unnötige Intermediäre (Zwischenhändler) eröffnen (S. 449f).

Maßschuhe

Das Verhältnis von traditionellem Handwerk und Digitalisierung beschreibt Kirstin Hennemann. Sie wechselte nach ihrem Studium für Politik und Germanistik das Fach und entschied sich bewusst für das Handwerk: „Werde, der du bist!“ („Pythische Oden“ von Pindar, um 500 v. Chr.). Gemeinsam mit Gabriele Braun betreibt sie in Berlin-Prenzlauer Berg die nachhaltige Maßschuhmacherei Braun & Hennemann und setzt dabei auf Design und Schönheit handgemachter Schuhe.

Das Schuhhandwerk ist eines der ältesten Gewerbe der Welt, insgesamt 300 Arbeitsschritte umfasst die Herstellung eines Maßschuhes, wie Hennemann erklärt. Daher steht sie der Eigenvermessung des Kunden mithilfe digitaler Tools kritisch gegenüber: „Bei individuellen Maßschuhen funktionieren keine vorgefertigte Teile oder Stanzeisen. Man könnte mehr Technik einsetzen, die aber nicht zu einer Verbesserung des Produktes führen würde. Einem Maßschuhkunden, der ein wirklich individuelles Paar Schuhe mit eigenem Gehgefühl sucht, würden ein Paar Maßschuhe per Scanner nicht helfen.“ (S. 525f)

Greifbare und erlebbare Werte

Auf den rückkehrenden Wunsch nach greifbaren Dingen und Werten gehen Herausgeberin Dr. Alexandra Hildebrandt und Autorin Claudia Silber ein. Abstrakte Vorgänge wie die Digitalisierung und damit entstehende gesellschaftliche Veränderungen sind zuweilen schwer verständlich und schwer fassbar. In einer Welt, die zunehmend fremdbestimmt und entmaterialisiert wird, sehnen sich viele nach Orientierung und Halt, nach Identität und Stabilität, nach Gestaltungsfreiheit und eigenem Einfluss. Was kann jeder z. B. in seiner Alltagspraxis dazu beitragen, bewusst und nachhaltig zu leben?

Hildebrandt und Silber nennen Kreative und „Ökopioniere als mutige Vordenker und Vorreiter von grundlegender Bedeutung für gesellschaftliche Veränderungsprozesse.“ (S. 556f) und berichten über wichtige haptische Gegenstände im Alltag von Künstlern und Kreativschaffenden, nennen den amerikanischen Bestsellerautor John Irving, den französischen Philosophen und Essayisten Paul Valéry, den Filmregisseur Helmut Dietl und den Sängers der norwegischen Popband a-ha, Morten Harket.

Jeder von uns möchte Selbstwirksamkeit spüren, Dinge berühren, gestalten und verändern. Hände haben eine grundlegende Bedeutung, weil sie – wie Morten Harket schreibt, „nicht nur Werkzeug, sondern auch Sinnesorgan sind, die der ganzheitlichen Weltwahrnehmung dienen. Durch sie wird die Welt sinnlich und motorisch buchstäblich be-griffen, was wiederum dazu führt, besser und aufmerksamer über sie nachdenken zu können.“ (S. 558) Welche gegenständlichen Dinge sind es, die unserem Leben Sinn geben? Hildebrandt und Silber führen u. a. auf:

◾Briefe, weil sie Menschen nachhaltig verbinden

◾Fahrräder als Symbol persönlicher Freiheit

◾Lampen als Symbole des Erkennens und einer leuchtenden Zukunft

◾Notizbücher als Gedankenstützen und Erinnerungshilfen

◾Stifte als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Gestaltungsfreiheit

◾Uhr als Symbol unserer wertvollsten Ressource zeit

◾Vogelhaus als Symbol für “Nestbau“, „unsere heile Welt“, Verantwortung und Nachhaltigkeit

Analoge Multitalente

Ein Loblied auf das Schreiben mit „Stift und Papier“ singt der Informatiker und selbsterklärte Notizbuchfanatiker Christian Mähler (S. 1051 f). Mit der Handschrift gehe nicht nur eine Kulturtechnik verloren, sondern auch eine Lernmethode, Textverständnis, Kreativität, Qualität, Gedächtnistraining, strukturiertes Nachdenken, ferner Entschleunigung, Ästhetik und Haptik.

Dem haptischen Papier huldigt auch Autorin Miriam Dovermann mit ihrer Retrozeitschrift Vintage Flaneur, das sie ein „Magazin für Retro Lifestyle und Mode und ein Leben mit Nostalgie“ nennt. Trotz der Sympathie für das gedruckte Magazin bekennt sie: „Ohne das Internet … würde der Vintage Flaneur nicht existieren. Keine Bank gibt Gründern eines Verlags für eine Zeitschrift in diesen Zeiten einen Kredit. Ohne die sozialen Medien wäre das Projekt so von vorneherein zum Scheitern verurteilt gewesen …

YouTube-Videos und Blogs zur Unterstützung von Inhalten durch Filme und Musik, der privatisierte Kontakt zu Kunden über die sozialen Medien, weltweiter Handel durch Onlineshops, digitale Zeitungen, die nicht knicken und keine Ressourcen fressen, Link Building . . . Da handeln ganze Bücher von. Die andere Seite ist möglicherweise die spannendere: Was kann eigentlich eine Zeitschrift, was das Internet nicht kann?“ Dovermann findet diese Antwort: „Aus dem Weltall von Informationen, die das Internet und auch die Bücher dieser Welt versammeln, treffen sie [die Zeitschriften] eine Auswahl.“ (S. 1067)

Die Kunst des (Unternehmens)Wandels

Angeregt von den Konzeptkünstlern Patrik und Frank Riklin hat der Bielefelder Biozid-Hersteller Hans-Dietrich Reckhaus seinen persönlichen Erkenntnisprozess auf sein Unternehmen übertragen. Durch die künstlerische Intervention Fliegen retten in Deppendorf wurde ihm die Bedeutung und Verantwortung für Insekten bewusst, so dass er sein Handeln überdachte und änderte. Reckhaus schafft heute Ausgleichsflächen für Insekten auf seinem Firmendach, führte ein Produkt-Gütesiegel für Insektenbekämpfung mit ökologischem Ausgleich ein und regt mit seiner Initiative Insect Respect sowie landesweiten Vorträgen die Diskussion darüber an, wie Unternehmen und Gesellschaft zur Förderung der Biodiversität beitragen können, , unterstützt von der Nachhaltigkeitsexpertin und Autorin Tina Teucher.

Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer (Hg): CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft (Management-Reihe Corporate Social Responsibility). Springer Gabler 2017.

Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer (Hg): CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft (Management-Reihe Corporate Social Responsibility). Springer Gabler 2017.

Über seine Zusammenarbeit mit den beiden Künstlern sagt Reckhaus rückblickend: „Ich war immer offen für innovative Dinge, wollte etwas bewegen, aber mir fehlte das Werkzeug dazu.“ Die künstlerischen Methoden der Riklin-Brüder eröffneten ihm für die Transformation neue Horizonte und Wege, z. B. Perspektiven zu wechseln und mutig zu sein, gewohnte Dinge infrage zu stellen. So wurde Reckhaus vom Insektenvernichter zum Insektenretter. Für seinen Unternehmenswandel wurde er mehrfach ausgezeichnet. (S. 575f)

Zusammenarbeit und Arbeit 4.0

Die Zukunft ist unwägbar geworden, was im Begriff VUCA/VUKA seinen Niederschlag findet. Statt langfristiger Planungen werden heute in agilen Teams kleine und überschaubare Lösungen in kurzen Projektphasen erarbeitet. Wie Führungskräfte darauf reagieren sollten, formulieren Herbert Schober-Ehmer, Dr. Susanne Ehmer und Dr. Doris Regele (S. 667f).

Wie sich Manager mit Bürgern über neue Herausforderungen und Methoden der Bewältigung austauschen können, stellen die beiden Change Agents und Dialogexperten Clemens Brandstetter und Florian Junge am Beispiel der Plattform managerfragen.org vor. Transparenz, Dialogkultur und Wissensteilhabe werden so gefördert.

Künstlerin, Kulturkomplizin und cradle-to-cradle-Anhängerin Daniela Röcker schreibt in diesem Zusammenhang über neue Führungsstrategien, Mitbestimmung, Augenhöhe, Demokratie und erfolgserprobte Formen der Zusammenarbeit: „Nicht Konkurrenz treibt Menschen zu besseren Leistungen an, sondern Kooperation in Kombination mit Wettbewerb.

Das Potenzial der Kooperation ist in allen sozialen Wesen bereits in den Genen angelegt und sichert unser Überleben.“ (S. 636) Sie zitiert Richard Sennett, der darin „gesellschaftsbildendes Handwerk“ zur Entwicklung von Empathie sieht, die „intelligentere Form des Umgangs miteinander, wie Röcker schreibt: „Im empathischen Dialog nimmt man den Unterschied zwischen sich und dem/der anderen wahr und wertschätzt diesen, indem man achtsam und aufmerksam zuhört.“ Röcker erläutert außerdem künstlerische Interventionen in systemischer Beratung und Coaching (S. 642f). Sie stellt klar, dass diese besondere Methode nicht zur Lösung eines konkreten Problems geeignet sei, sondern vielmehr ergebnisoffen angelegt sei. Ziel ist es, Aktionsräume zu eröffnen, erstarrte Verhaltensmuster, Routinen und Rituale zu erkennen, die richtigen Fragen zu stellen, zu reflektieren und damit die wahren Probleme zu identifizieren.

 Vitra: Kultur als Kapital

Unternehmensberater Tim Leberecht stellt das Schweizer Unternehmen Vitra vor – als Beispiel konsequent gelebter Unternehmenskultur. Vitra baut erstklassige Möbel und Läden für Institutionen weltweit, neben Firmen u. a. auch für den Deutschen Bundestag, die Tate Modern Gallery und den Flughafen in Dubai. Der Erfolg des Unternehmens fußt maßgeblich auf den Leistungen seiner Designer und Architekten, die nicht nur als Produktgestalter gelten, sondern als originäre Urheber und Autoren gesehen werden.

Dieses Selbstverständnis hat der ehemalige Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzende Rolf Fehlbaum so formuliert (S. 648): „Wenn man ein Design-Unternehmen leitet, ist man ein Romantiker, weil man ja glaubt, dass man durch Gestaltung die Welt formt und gute Dinge für sie bereithält … wir glauben fest daran.“

Vitra setzte auf Qualität, Handwerk, Vielfalt und schätzt den Wert von Kunst und Kultur. Es ist ein ganzheitliches „kulturelles Produkt“, davon kündet auch das Vitra Design Museum auf dem Gelände des Unternehmens in Weil am Rhein. Jedes Jahr kommen mehr als 300.000 Besucher auf den Vitra Campus. Das Museum zeigt nicht nur Produkte, sondern greift in seinen Ausstellungen auch aktuelle Themen auf, wie z. B. Hello Robot: Design zwischen Mensch und Maschine. Vitra wird damit zur Sinnfabrik. Während die USA vor allem disruptiven Geschäftsmodelle hervorgebracht hat, stehen Mittelständler aus Europa als „Hidden Champion“ für Emotionen, Qualität, „Seele, Aura und Substanz“, so Leberecht. Er fordert: „Mit einem Wort: Kultur.“

Soziale Innovation vs. technologische Innovation

Berater Andreas Zeuch hat sich in seinem Buch Alle Macht für niemand eingängig mit dem Thema Unternehmensdemokratie befasst und dazu viele Geschäftsführer befragt. Was passiert, wenn Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung erhalten, wenn siemitbestimmen und mitgestalten können? Zeuch erläutert, warum Digitalisierung und eine erfolgreiche Digitalwirtschaft nur dann gelingen können, wenn vor der Technologie die sozialen Fragen des Miteinanders überdacht und erneuert wurden.

Er zeigt dies am Beispiel eines Callcenters und der entscheidenden Frage: Service oder Kontrolle? „Solange es trotz digitaler Transformation weiter zentrale Top-down-Entscheidungen gibt, können die vielen Vorteile eines digitalisierten Unternehmens gar nicht zum Tragen kommen. Wenn beispielsweise Echtzeitfeedback von Kunden für Mitarbeiter eines Callcenters erst zur Führungsetage läuft, dort ausgewertet und dann an die eigentlichen Adressaten gesendet wird, ist wertvolle Zeit verloren gegangen. In der alten Welt stellt sich die Frage, worum es eigentlich geht: maximal schnelle Verbesserung des Service oder Kontrolle?“ (S.727)

Sozialunternehmen

Die Gründerkultur ist in den letzten Jahren durch zahlreiche neue Sozialunternehmen bereichert worden. Sie haben zahlreiche soziale Innovationen auf den Weg gebracht bzw. gute Ideen für ein besseres Leben. Joana Breidenbach und Theresa Filipović von betterplace.org stellen dies am Beispiel verschiedener Projektdatenbanken und Spenderplattformen dar.

Plattformökonomie

Dieter Gorny beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld menschliche und künstliche Kreativität. Er fragt, was passiert, wenn ein selbstlernendes System „mit sämtlichen Daten historischen künstlerischen Schaffens und allen bekannten Techniken „gefüttert“ wird mit dem Auftrag, etwas Neues daraus zu schaffen? Wo liegt dann die Grenze (zu) authentisch

menschlich geschaffener „neuer“ Kunst?“ (S. 1137). Gorny leitet den Bundesverband der Deutschen Musikindustrie sowie ecce – das European Centre for Creative Economy und wurde 2015 zum „Beauftragten für Kreative und Digitale Ökonomie“ im Bundeswirtschaftsministerium ernannt. Er sorgt sich um persönliche Daten, Urheberrechte, Marktmonopolisierung, Wertvorstellungen, Rahmenbedingungen der Plattformökonomien. Gorny mahnt, dass „der Endnutzer sich gemäß den jeweiligen Datenschutzerklärungen oder Nutzungsbedingungen bereit erklärt, dass die mit ihm verbundenen oder von ihm ausgelösten Daten durch diese Dienste äußerst umfangreich weiterverwendet werden können (vgl. z. B. Google Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen, YouTube Nutzungsbedingungen et al.).“ (S. 1137).

Gorny hinterfragt: „Wem kommen die jeweiligen Entwicklungen langfristig wirtschaftlich zugute? Welche Verwirklichungschancen ermöglichen sie dem Einzelnen? … Was sind die notwendigen Schlüsse für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft?“ Aufhorchen lässt schließlich Gornys Erkenntnis: „Vielleicht macht die digitale Strategie 2025 des Bundeswirtschaftsministeriums mit ihren entsprechenden Programmpunkten richtige Schritte in Richtung einer dem Menschen dienenden Ökonomie (BMWi 2016). Jedenfalls gilt es, die einstigen Paradigmen des reinen Wirtschaftswachstums wenigstens zu hinterfragen.“ (S. 1140).

 Digitalisierung und das „gute Leben“

Das Buch schließt mit Gedanken von Dr. Ina Schmidt zur „Frage nach dem „guten Leben“ – von Platon zur Moderne“. Die Kulturwissenschaftlerin umreißt Antike und Beginn des modernen Individualismus, beschreibt analoge Parallelwelten, das ständige Abwägen zwischen Sinnvollem und Machbarem. Fortschritt gelte nur im Sinne von „Erleichterung, Komfort, Gesundheit, also eine Entwicklung im Dienste eines „guten Lebens“, in dem uns technische Geräte helfen, menschliche Bedürfnisse einfacher und bequemer, oft auch schneller zu erfüllen.“ (S. 1162) Schmidt ruft dazu auf, bewusst und „sehr lebendig zwischen „Off- und Online“-Modus hin und her zu wechseln. Zentral dabei bleibt, dass wir wissen, wo wir sind und wohin wir wann wechseln können bzw. wollen.“ Schmidt fügt aber auch hinzu, das klinge einfacher, als es ist.

Autorin Antje Hinz ist ein echtes Multitalent: Medienproduzentin ARD-Wissenschaftsjournalistin Moderatorin, Speakerin Verlegerin & Hörbuch-Autorin: Silberfuchs-Verlag Kultur- und Kreativpilotin Deutschland der Bundesregierung MassivKreativ, Bloggerin

Autorin Antje Hinz ist ein echtes Multitalent: Medienproduzentin
ARD-Wissenschaftsjournalistin
Moderatorin, Speakerin
Verlegerin & Hörbuch-Autorin: Silberfuchs-Verlag
Kultur- und Kreativpilotin Deutschland der Bundesregierung
MassivKreativ, Bloggerin

Jeder von uns, so Schmidt, habe die Qual und die „Freiheit der Selbstbegrenzung“. Genau das mache uns Menschen aus: „Die Fähigkeit mit Unsicherheit, mit Widersprüchen, Zufällen und Erschütterungen umzugehen.

Um uns dieser wertvollen Qualität bewusst zu bleiben bzw. wieder zu werden, brauchen wir ein Umdenken, in dem der Mensch der Quantität technischer Möglichkeiten ein „Mehr“ an Qualität entgegensetzt.“ (S. 1166) Martin Heidegger hat in den 50er Jahren die Balance zwischen „besinnlichem Nachdenken“ und „rechnendem Denken“ als Strategie gegen „zunehmende Gedankenlosigkeit“ und „Flucht vor dem Denken“ genannt („Aufsatz zur Gelassenheit“).

 Geschäftsmodelle?

Keine/r der AutorInnen erhielt ein Honorar, was ich an dieser Stelle deshalb erwähne, um zu zeigen, dass das Thema Digitalisierung seine Licht- und Schattenseiten und ebenso Gewinner und Verlierer hat. Wenn nicht einmal ein Digitalisierungsexperte wie der Springer Gabler Verlag ein Geschäftsmodell gefunden hat, um anspruchsvolle fachliche und journalistische Arbeit zu honorieren bzw. zu refinanzieren, dann zeigt dies auch einen Teil der Problematik.

 FAZIT

Das allumspannende Netzwerk der Digitalisierung ist nicht mehr aufzulösen. Aber: Digitalisierung muss nicht überall Anwendung finden. Neben virtuellen Realitäten brauchen wir immer auch reale, greifbare Welten. Umso mehr, weil digitale Systeme in Fragen der Sicherheit noch hinterherhinken. Ehemals in sich geschlossene Kreisläufe sind auf das Internet der Dinge mit seiner Vernetzung nicht eingestellt. Wenn wir die Schlagadern unseres Lebens, wie Wasser, Energie, Verkehr, Krankenhäuser, dem digitalen Netz anschließen, müssen wir in Kauf nehmen, dass sie mit krimineller Energie lahmgelegt werden. Oder wir entscheiden uns bewusst dafür, dass manche Bereiche, wie die Vergabe von Medikamenten, in den Händen von uns Menschen bleiben.

Quintessenz des Buches ist für mich ein Zitat von a-ha-Sänger Morten Harket, das Hildebrandt und Silber in ihrem Artikel (S. 559) anführen. Harket: „Wir entscheiden, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen – sonst wird es hinter unserem Rücken für uns entschieden“ (Harket 2016, S. 200). Oder – wie Joseph Beuys sagte: „Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen.“

Sicherheit im Netz: Bleiben wir wachsam

blitzeZahlreiche Cyberattacken zeigen uns, dass ein Zwischenfall katastrophale Folgen haben kann: Produktionsausfälle, Standortschließungen, Verlust von geschäftskritischen Daten und Auswirkungen auf das Image. Monat für Monat erleben wir immer ausgefeiltere Angriffe mit neuen Bedrohungen für Schwachstellen in Unternehmen und Behörden.

 

Ein neues Bewusstsein bei Unternehmen ist erforderlich

Natürlich ist es illusorisch zu glauben, dass man solche Cyberattacken stoppen kann. Unternehmen müssen daher reagieren und dürfen nicht mehr passiv bleiben. Für viele Unternehmen ist die Cybersicherheit ein Kostenfaktor sowohl technologisch als auch personell sowie organisatorisch. Daher behandeln Organisationen diese Thematik oft stiefmütterlich. Mehr als die Hälfte der Unternehmen geben immer noch weniger als  drei Prozent ihres IT-Budgets für Sicherheit aus (Quelle: Clusif 2016).

Natürlich hat das Equipment für Unternehmen einen Preis. Diese Investitionen sind aber so notwendig wie eine Versicherungspolice. Die Cybersicherheit sollte daher als strategischer Bereich in der Unternehmensführung angesiedelt sein, damit technologische sowie organisatorische Aspekte berücksichtigt werden.

Unternehmen sollten sich stärker ihrer Verantwortung stellen und damit einer immer strengeren Gesetzgebung zur Cybersicherheit zuvorzukommen. Dabei ist dies nicht nur ein Thema für die IT-Abteilung, sondern für die Geschäftsführung, die auch die Investitionsentscheidungen trifft.

Offene Angriffe erfordern Umdenken

Eine Veränderung der Angriffe zeichnet sich im Alltag ab: Hacker führen ihre Angriffe bewusst sichtbar aus. Diese Entwicklung ist weit entfernt von APT (Advance Persistent Threat), dessen Zweck darin besteht, so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben. Diese neuen, massiven Attacken sind sichtbar, um die Schwachstellen der Unternehmen anzuprangern und breit bekannt zu machen. Dabei handelt es sich vermutlich um den Anfang und die ersten Versuche der Angreifer. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Intensität und Gefährlichkeit dieser Attacken zunehmen werden.

Cybersicherheit betrifft uns alle …

Die starke Zunahme der Attacken in den letzten Monaten sollte Unternehmen alarmieren und gleichzeitig dafür sensibilisieren, dass solche kritischen Bedrohungen wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft haben könnten.

Über den Schutz der Daten hinaus nehmen Unternehmen eine besondere Rolle gegenüber Mitarbeitern, Partnern und Kunden ein. Da die Grenze zwischen der beruflichen und privaten Sphäre immer mehr verschwimmt, hat das Unternehmen Verantwortung für das digitale Umfeld seiner Mitarbeiter und Kunden.

Wenn alle Beteiligten diese Tatsache berücksichtigen und entsprechend reagieren, können wir Schlimmeres verhindern und einen sicheren digitalen Raum für die Allgemeinheit schaffen.

Pierre-Calais-CEO von StormshieldAutor: Pierre Calais ist CEO von Stormshield,. Das Unternehmen bietet Sicherheitslösungen für den Netzwerkschutz (Stormshield Network Security), den Endpunktschutz (Stormshield Endpoint Security) und den Datenschutz (Stormshield Data Security). Diese vertrauten Lösungen der nächsten Generation sind in Europa auf höchster Ebene zertifiziert (EU RESTRICTED, NATO RESTRICTED und ANSSI EAL4+) und garantieren den Schutz strategischer Daten.

„Bonjour, Madame!“– wenn Hacker die eigene Webcam übernehmen

(Bildquelle: COQON)

(Bildquelle: COQON)

„Bonjour Madame!“ – geschockt beschreibt die Gefühlslage von Rilana H. vielleicht am besten, als ihre WiFi-fähige Kamera sie aus dem Nichts heraus beim Hausputz begrüßt. Ein Hacker hatte die Kontrolle über das IoT-Gerät übernommen, das die Niederländerin vor ein paar Monaten bei einer lokalen Discounterkette günstig erstanden hatte. S

Sie packte die Kamera in die Box zurück, erzählte ihrer Freundin am Abend davon und wollte den Spieß umdrehen: sie stellte die Kamera wieder auf, mit Blick auf die Wand gerichtet, und filmte mit ihrem Handy, wie der Hacker erneut Kontakt aufnahm. Den Dialog veröffentlichte sie vor Kurzem auf Facebook.

 Einmal mehr stellt sich bei solchen Geschichten die Frage, ob sie real oder ein Hoax sind.

Aber unser Instinkt deutet an, dass es so gewesen sein könnte. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass eine nicht gesicherte Webcam sich selbständig umschaut. Es existiert eine große Fundgrube an einfach aufzuspürenden und sehr schwach gesicherten Kameras, die Hacker für ihre Zwecke nutzen können.

Auf bestimmten Webseiten haben Cyber-Plünderer eine Vielzahl an Feeds zur Auswahl, die von Geräten raubkopiert wurden. Bereits 2014 berichtete Sophos auf seinem Blog „Naked Security“ über eine Seite, die Feeds von Babyüberwachungsmonitoren in Kinderzimmern und von Sicherheitswebcams anbot. Hier konnte man live in Schlafzimmer, Büro, Geschäfte, Restaurants, Fitness-Studios und Schwimmbäder schauen.

Shodan – die Suchmaschine für IoT – nutzen die Cyberkriminellen dabei geschickt für sich: sie suchen gezielt nach mit dem Netz verbundenen Geräten aller Art inklusive deren angreifbarer Kameras. Shodan stellt dabei erst kürzlich verbundene Geräte an die Spitze der Suchergebnisse. Vielleicht war so auch die Kamera der Niederländerin nur das erste erreichbare Ziel der Hackersuche.

Sophos rät für die Verwendung von Webcams oder anderen internetfähigen Geräten und gadgets deshalb auf folgende drei Schritte zu achten

  •  Kameras oder andere IoT-Geräte sollten mit einem Passwort geschützt werden können.
  •  IoT-Geräte sind bekannt dafür, dass im Auslieferungszustand ein sehr einfaches Standardpasswort eingerichtet ist. Das Standardpasswort zu verwenden, ist wie kein Passwort zu verwenden. Lieber schnell durch ein gutes ändern. Letztendlich ist es wie beim herkömmlichen Einbruch: bekommt der Dieb die Tür nicht innerhalb kürzester Zeit auf, lässt er es und geht zur nächsten. Diese erste Hürde sollte man ihm deshalb so schwer wie möglich machen.
  •  Darüber hinaus sollte sich jeder Anwender genau überlegen, was er von seiner Privatsphäre im Internet Preis geben möchte und was die Konsequenzen sein könnten. Wer weiß, was sich der Hacker alles hätte anschauen können, hätte er zur Niederländerin nicht aktiv Kontakt aufgenommen.

Managementkultur 4.0: Wandel durch Handel

wp_003177Als Dieter Zetsche im Frühjahr 2016 die Geschäftszahlen von Daimler präsentierte, standen nicht der profitable Umsatz und die zukünftigen Marktchancen des Milliardenkonzerns im Fokus des öffentlichen Interesses, sondern die Tatsache, dass der Vorstandsvorsitzende doch tatsächlich ohne Krawatte vor die Presse trat.

Dabei ist kaum bekannt, dass auch die Oberen bei anderen namhaften Konzernen wie Bosch oder Siemens den Schlips mittlerweile in den Kleiderschrank verbannt haben. Hält hier nur ein lockerer Dresscode in Deutschlands Chefetagen Einzug oder handelt es um einen strategischen Wandel? Und was sind die Ursachen?

 

„Es gibt nicht genügend Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt!“ Darin sind sich Manager und Arbeitgeber einig. Doch nicht nur Studien, sondern auch immer mehr Recruiter zeichnen ein differenziertes Bild für potentielle Nachwuchskräfte.

Eines gleich vorweg: Es gibt natürlich einen Fachkräftemangel, allerdings nicht so, wie er in der Öffentlichkeit gemeinhin präsentiert wird. Erst gegen Ende 2016 veröffentlichte die Agentur für Arbeit eine Fachkräfteengpassanalyse. Daraus ging eindeutig hervor, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel gibt, sondern lediglich Schwankungen zwischen Branchen und Regionen. Das ist aber nicht neu, denn schon immer – und nicht nur in Deutschland – herrscht eine Landflucht, besonders bei jungen Leuten, die es in die IT-Branche und den Maschinenbau zieht.

Dennoch fällt es deutschen Unternehmen trotz – oder gerade aufgrund – einer guten Konjunktur relativ schwer, junge Talente und High Performer an ihre Organisation zu binden. Die hochqualifizierten Fachkräfte gibt es also schon, sie bewerben sich bloß bei anderen Firmen.

So erhalten natürlich viele Personalchefs rasch den Eindruck, dass die übrigen Kandidaten einen Querschnitt der jungen Uniabgänger darstellen. Doch mittlerweile scheinen Studien wie der Bericht der Arbeitsagentur oder die Ausblicke der HR-Experten das Management wachgerüttelt zu haben. Es gilt, die Zeichen der Zeit zu erkennen: Digitalisierung, Industrie 4.0 und Learning sind nicht einfach nur Werkzeuge moderner Organisationen, sondern strategische Steuerungselemente für einen langfristigen Unternehmenserfolg.

 Weg mit der Krawatte! Niedergang eines Machtsymbols

Unternehmen fangen langsam an zu lernen, dass sie sich auf die Kandidaten von morgen einstellen müssen. Denn für diese neue Generation der Mitarbeiter stellen digitale Tools und Personalförderungsmaßnahmen keine Betriebsgratifikationen mehr dar, sondern sind längst eine Grundvoraussetzung.

Auch flache Hierarchien und eine offene Unternehmenskultur werden immer mehr gefordert. Zwar jonglieren bereits einige Firmen mit diesen schönen Begriffen, wissen aber nicht so wirklich mit ihnen umzugehen. Und nur wenige Unternehmen wollen das Versprechen von einer neuen Kultur am Arbeitsplatz tatsächlich auch mit einer eigenen Agenda praxisnah umsetzen.

Der Wegfall der Krawatte – einst ehrfurchtsvoll als Respektbalken gewürdigt – ist nur eines der vielen äußeren Merkmale, die diesen Wandel unterstreichen sollen. Doch es hört nicht bei ehemaligen Symbolen auf. So verzichtet neuerdings auch der Vorstand von VW auf das Vorrecht mit dem Fahrstuhl direkt per Sonderfahrt bis in die Chefetage hochfahren zu können.

Auch Sonderbehandlungen in der Kantine für hohe Bosse gehören bei einigen Unternehmen längst nicht mehr zum guten Ton. Denn in den Chefetagen ist man sich sehr wohl der Außenwirkung überkommener Managementvorrechte bewusst – und darauf zahlte der neue Auftritt von Dieter Zetsche ein. Doch bleibt es lediglich bei jenen kosmetischen Überpinselungen oder kann sich dieser Wandel in der Managementkultur auch in allen Büros der Hierarchiepyramide hinab verankern?

Das Ziel muss es letztendlich sein, Mitarbeiter wie Kunden zu behandeln. Schließlich sind auch sie Touchpoints des Unternehmens. Und selbst Bewerber werden zu Markenbotschaftern, wenn sie den Recruitingprozess durchlaufen. Immerhin werden sie im Freundes- und Familienkreis Kunde darüber ablegen, wie die Abläufe während des Bewerbungsprozesses von statten gingen. Da kann das Urteil von negativer Schelte bis hin zu großem Lob reichen.

Umso wichtiger wird es für Unternehmen, die bestehende Belegschaft richtig einzubinden und ihnen gleichzeitig Freiräume zu schaffen. Die Zeiten von Fließbandarbeit, bei der der Mensch auf seine reine Funktion reduziert wurde, sind endgültig vorbei. Rückwirkend sind auch Ego, Dominanz und Härte nicht mehr die wichtigsten Kriterien bei Führungspositionen.

Wer seine Mitarbeiter nicht auch wie seine Kunden behandelt, wird sich als Arbeitgeber in die lange Schlange der anderen Unternehmen einreihen dürfen, die darüber klagen, dass es keine hochqualifizierten Fachkräfte gibt – die Wahrheit sieht aber so aus, dass es sie in der Tat gibt, bloß wollen sie nicht bei einer Firma anheuern, die viele Skills verlangt, aber nichts zurück gibt: Speziell ausgerichtetes Learning, transparente Feedbackkultur, ausgewogene Work-Life-Balance….alles heutzutage immer noch keine Standards in vielen Firmen – häufig bei jenen Organisationen, die immer noch Hierarchiemodellen und Arbeitsabläufen aus den 80er Jahren hinterherjagen. Doch solch ein Paradigmenwechsel will erst richtig im Unternehmen etabliert und gelebt werden – der Wegfall der Krawatte als Statusobjekt ist nur das Sahnehäubchen.

 Von Coworking und Surfleadership

Doch immer noch werden Mitarbeiter gegängelt. Wie soll es auch anders laufen, wenn bei der Besetzung von Führungspositionen dominantes Auftreten und Bärbeißigkeit ausschlaggebende Kriterien sind. Dabei ist bekannt, dass ein zu starkes Ego aus der Angst vor Machtverlust getrieben ist.

Das fehlende Puzzlestück zum modernen Leadership ist jedoch nicht Konkurrenz, sondern Kooperation. Wer seit jeher natürlich mit den gleichen hierarchischen Methoden zu tun hat, nur verkrustete Strukturen und das alte Silo-Denken gewohnt ist, für den mag eine tiefgreifende Änderung dieser Führungsmethoden zunächst durchaus bedrohlich erscheinen. Entscheider sollten sich jedoch diesem Wandel aber dennoch sukzessive öffnen. Sonst verlieren sie zuerst den Anschluss an die Zukunft und darauf folgend ihre besten Leute.

Unter Slogans wie Surfleadership und Coworking fallen gängige Hierarchien weg, wie sie in den meisten Unternehmen vorherrschen. Stattdessen helfen die Kollegen sich untereinander, um ihre Ziele zu erreichen und arbeiten an selbstständigen Projekten – und das mit Erfolg. Eine Art Limbo der Arbeitsdisziplin konnte bisher in solchen Unternehmen nicht festgestellt werden. Denn eine offene Kommunikation ist der Schlüssel, um aus dem Team eine Einheit zu machen.

Für diese Vorgehensweise sprechen aber nicht nur schwammige Erklärungen aus der Soziologie, sondern auch höchst ökonomische Gründe, die kein Manager außer Acht lassen sollte. Denn einen Mitarbeiter in ein enges Korsett zu stecken und ohne viel Eigenverantwortung, lässt ihn am Ende zu einer fleischgewordenen Maschine mutieren.

Das ist aber nichts Anderes als Ressourcenverschwendung, denn damit arbeitet der Mitarbeiter weit unter seinen Möglichkeiten und kommt das Personalmanagement teuer zu stehen – sprichwörtlich: Möchte man als Entscheider ernsthaft einen teuren Multifunktionsdrucker kaufen, um ihn am Ende doch nur als fossiles Faxgerät zu benutzen?

Coworking wurde als Arbeitspraxis jedoch lange Zeit verpönt und nur hippiehaften Digital-Nomaden zugeschrieben. Doch langsam zeigt sich, dass diese Methodik den Inbegriff des flexiblen Arbeitens im digitalen Zeitalter darstellt. Arbeitnehmer können in ihren Coworking Spaces unabhängig voneinander agieren und in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sein, oder auch gemeinsam Projekte verwirklichen.

Coworking Spaces stellen die Neugliederung der Arbeitsplätze dar, da diese in der Regel zeitlich befristet zur Verfügung stehen (beispielsweise ein geleaster 3D-Drucker für einen Auftrag in der Werbetechnik). Auf diese Weise fallen nicht nur starre Hierarchien weg, sondern es können sich auch Gemeinschaften herausbilden, welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden können.

 Kommunikative Kanäle statt verknöcherte Denkstrukturen

Dieser Entwicklung steht im Grunde nur eins im Weg – die immer noch konservative Haltung vieler Manager und Geschäftsführer, die solch ein Unterfangen als zu wagemutig und unkontrollierbar empfinden. Coworking heißt jedoch nicht, dass ein Manager seine Mitarbeiter in der freien Wildbahn für vogelfrei erklärt, sondern er schafft lediglich Freiräume. Unter dem Gesichtspunkt der Surfleadership entsteht durch diesen Freiraum erst die oben heraufbeschworene Feedbackkultur: Hier spricht man von Liquid Feedback, einer Verflüssigung der starren Hierarchieebene. Da der Manager nur noch orchestriert und die Mitarbeiter alle selbst zu Leitern ihrer eigenen Projekte avancieren, entwickelt sich eine ungeheure Eigendynamik.

Kurz gesagt: Es funktioniert wie in der BWL-Vorlesung. Coworking und Surfleadership entsprechen dem kapitalistischen Ansatz von Adam Smith mit der „unsichtbaren Hand“, die alles selbst regelt sowie dem Nachtwächterstaat, der darüber wacht und nur eingreift, wenn es doch mal Probleme gibt.

Wer eine offene und ehrlich gelebte Unternehmenskultur hingegen als Vagabundenspiel betrachtet, der ist ideologisch doch eher bei Karl Marx beheimatet. Er will nämlich von oben herab jeden Schritt kontrollieren und jede Kennziffer vorgeben. Alles nach Plan, ein eng gestecktes Muster aus dem niemand ausbrechen kann und darf.

Das Motto vieler Manager und Entscheider lautet daher immer noch: „Gib her, wir regeln das für Dich und sagen Dir nur, was Du bis dahin zu tun hast!“ Stattdessen sollte es eher so klingen: „Hier nimm. Du kannst es und schaffst das. Wir helfen Dir dabei!“ Dann darf man auch beruhigt mal den Schlips weglassen.

Lestrange_de_Geoffroy 2016

Geoffroy de Lestrange

Autor: Geoffroy de Lestrange ist Product Marketing Manager bei Cornerstone OnDemand, einem Anbieter Cloud-basierter Software für Human Capital Management und Learning. Er besitzt 20 Jahre Erfahrung in Marketingpositionen von technisch-industriellen Sektoren verteilt über ganz Europa. Zu seinen Themengebieten gehören der technologische Einfluss auf die HR und die modernen Arbeitspraktiken.

Digitale Ethik – kaum jemand kennt diesen Begriff

3-affenDie digitale Transformation ist das zentrale Thema unserer Zeit. Dialego, der Marktforscher für die digitale Welt, befragte im Juli 2017 1.000 Menschen – bevölkerungsrepräsentativ für den Bundesdurchschnitt – zum Thema digitale Ethik. Dialego fand heraus, dass drei von vier Bundesbürgern den Begriff „Digitale Ethik“ in der Form noch nie gehört hatten.

 

Was ist Digitale Ethik?

Der Begriff Ethik löst eindeutige Assoziationen aus: Die Moral der Menschen im Miteinander sowie die Frage, welche menschlichen Verhaltensweisen ethisch sind oder welche „der Norm“ entsprechen. Dabei ist die Frage der „Digitalen Ethik“ komplizierter. Viele Menschen sagen, dass ihnen sowohl das Wissen über die digitale Welt als auch zur konkreten Frage der Ethik in den digitalen Medien fehle. Als gemeinsame Basis findet sich an dieser Stelle das Verhalten, der Umgang im Miteinander.

 Internet und Moral

Dialego hat hinterfragt: Wie ist die Haltung der Deutschen konkret zu einigen ethischen Faktoren? Dabei stimmte beispielsweise jeder Zweite zu, dass die Anonymität im Internet negative Auswirkungen auf die Moral der Menschen habe.

Die Mehrheit der Menschen wünscht sich entsprechend auch einen Kodex für ethischmoralisches Verhalten im Internet. Dabei fällt auf, dass die Generation der Digital Natives (hier: bis 29 Jahre) unterproportional zustimmt (43 %). Stattdessen ist der Wert von zwei Dritteln durch die ältere Generation (50+) geprägt. Bei den Silver Surfern stimmen ganze 80 % der Aussage zu, dass ein Kodex nötig sei.

Dass es einen solchen Kodex bereits gibt, wissen allerdings auch die Wenigsten. Das Institut für digitale Ethik hat Leitlinien entwickelt, die helfen, die Würde des Einzelnen, seine Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit wertzuschätzen.

Digital-Kompetenz

Eindeutig ist die Haltung der Menschen, wann man mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen beginnen solle: in der Schule. Hier stimmten 72 % aller Befragten zu, nur 3 % sind konsequent dagegen.

Ranking der Ethik-Anforderungen

Dialego hat die zehn Empfehlungen des Ethik-Institutes von allen 1.000 Befragten bewerten und in eine Rangordnung bringen lassen. Dabei gibt es einen klaren Rang eins: Respektiere die Würde des Menschen. Analog zum Artikel eins unseres Grundgesetzes steht und fällt alles mit der Menschenwürde.

Auf Rang zwei positionierten die Befragten eine gewisse Skepsis: man solle nicht alles glauben, was man online sieht, sondern verschiedene Quellen heranziehen.Die Glaubwürdigkeit der Online-Informationen ist im Zuge der Fakenews-Diskussionen ein elementarer Aspekt. Oftmals entstehen und transportieren sich Fakenews, weil nur Überschriften gelesen, geteilt und kommentiert werden.

In eine ähnliche Richtung geht der dritte Rang: Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast. Auch hier könnte es sich um „Fake-Persönlichkeiten“ handeln. Diese Priorisierung ethischer Anforderungen﹣sofern diese also konkret vorgegeben werden ﹣ lässt darauf schließen, dass die Menschen sich durchaus bereits Gedanken gemacht haben und bereit sind, Stellung zu beziehen. Nun muss die Zukunft zeigen, inwieweit Leitlinien als gesellschaftlicher Konsens akzeptiert und gegebenenfalls gar verschriftlicht werden. Auch wir bei Dialego erwarten hier analog zur digitalen Transformation eine Weiterentwicklung im gesellschaftlichen Bewusstsein.

Hintergrund: Die komplette Rangfolge der Digital-Ethik Empfehlungen

  1. Respektiere die Würde anderer Menschen.
  2. Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus verschiedenen Quellen.
  3. Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast.
  4. Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.
  5. Akzeptiere nicht, dass Du beobachtest wirst und Deine Daten gesammelt werden.
  6. Erzähle und zeige möglichst wenig von Dir.
  7. Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.
  8. Messe Deinen Wert nicht an Likes und Posts.
  9. Schütze Dich und andere vor drastischen Inhalten.
  10. Bewerte Dich und Deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken

Der Hacker fährt mit – die Zukunft autonomen Fahrens?

Autonom fahrenViele Fahrzeuge sind heutzutage längst zu rollenden Computern geworden, denn bereits jetzt stecken in der Software eines modernen Oberklasse-PKW etwa 100 Millionen Codezeilen.

Zum Vergleich: Die Flugsoftware einer Boeing 787 Dreamliner kommt mit etwa 14 Millionen Zeilen aus. Die Erwartungen an das zukünftige autonom fahrende Auto sind vielzählig: Mehr Sicherheit auf den Straßen, mehr Komfort, beispielsweise durch selbstständiges Einparken, die Nutzung eines Autopiloten im Stau oder komplett fahrerlose Roboterautos, welche im Car-Sharing-Verfahren neue Infrastrukturmöglichkeiten bieten könnten. Dem gegenüber stehen die Ängste: Bei Technikfehlern nur noch ein hilfloser Passagier an Board zu sein oder Opfer eines Hacker-Angriffs zu werden.

Das Steuer an den Computer abgeben: Vertrauen deutscher Autofahrer noch gespalten

Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des ADAC zeigt, dass in Deutschland viele Autofahrer der Vorstellung autonomer Fahrzeuge noch gespalten gegenüberstehen. 33 Prozent der Befragten ADAC-Mitglieder können sich bereits heute vorstellen, in Zukunft die Hände vom Steuer zu nehmen und sich autonom chauffieren zu lassen.

Für 35 Prozent ist diese Form der automobilen Fortbewegung keine Option, ein knappes Drittel (29 Prozent) hat hierzu bislang noch keine klare Meinung. Jedoch sehen 58 Prozent der Befragten in autonomen Fahrzeugen die Möglichkeit, auch solchen Menschen Mobilität zu ermöglichen, die sich ansonsten nicht selbst aktiv hinter das Steuer setzen wollen oder können.

Das autonome Fahren wirft zudem haftungsrechtliche und ethische Fragen auf, die noch beantwortet werden müssen. Mehr als 80 Prozent der Befragten erwarten Eindeutigkeit, wer bei einem Unfall die Schuld trägt und für entstandene Schäden haftet. Dabei spricht sich die Hälfte (50 Prozent) für eine Herstellerhaftung aus, den Fahrzeugnutzer sehen 18 Prozent in der Verantwortung, den Fahrzeughalter nur neun Prozent.

Nicht zuletzt fürchten manche durch die fortschreitende Automatisierung, dass der Fahrspaß auf der Strecke bleibt und das Autofahren eine ziemlich langweilige Angelegenheit werden könnte. Jedoch sollte man sich bewusstmachen, dass uns jede technische Entwicklung ein Stück weiter weg vom direkten Fahrerlebnis gebracht hat, egal, ob Bremskraftverstärker, Servolenkung oder ESP, Dinge, die sich aufgrund von Komfort und Sicherheit jedoch sehr rasch durchgesetzt haben.

 Grad der Entwicklung autonomer Fahrzeuge: Wo steht die Technik?

Laut einer aktuellen BearingPoint-Umfrage unter mehr als 1.000 Teilnehmern sehen die deutschen Verkehrsteilnehmer einen großer Nutzen aber auch einige Herausforderungen im automatisierten Fahren. Verwendung für redaktionelle Zwecke honorarfrei.

Laut einer aktuellen BearingPoint-Umfrage unter mehr als 1.000 Teilnehmern sehen die deutschen Verkehrsteilnehmer einen großer Nutzen aber auch einige Herausforderungen im automatisierten Fahren.
Verwendung für redaktionelle Zwecke honorarfrei.

Was den Grad der automobilen Autonomie betrifft, gibt es in Europa und den USA eine Klassifizierung in fünf Levels. Stufe 0 bedeutet keinerlei Autonomie, Stufe 1 die Unterstützung durch Assistenzsysteme wie etwa Abstandsregeltempomaten. Stufe 2 bezeichnet den bereits bekannten Bereich der Teilautonomie mit automatischem Aus- und Einparken, Spurhalte-Funktion, selbsttätigem Beschleunigen und Bremsen. Erst Level 3 betritt das Gebiet der Hochautomatisierung wie selbständiges Spurhalten, Spurwechsel und zugehörigem Blinken, wobei sich der Fahrer anderen Dingen zuwenden kann, jedoch innerhalb einer Vorwarnzeit bei Bedarf vom System aufgefordert wird, wieder die Führung zu übernehmen. Diese Form der Autonomie ist auf Autobahnen technisch machbar, und der Gesetzgeber arbeitet darauf hin, Level 3-Fahrzeuge in einem Zeitrahmen bis 2020 zuzulassen.

Stufe 4 bezeichnet schließlich die Vollautomatisierung, bei der die Führung des Fahrzeugs dauerhaft vom System übernommen wird, aber der Fahrer im Fall, dass das System die Fahraufgaben nicht mehr bewältigen kann, selbst die Führung übernehmen muss. Auf Level 5 ist kein Fahrer und außer dem Festlegen des Ziels und Starten des Systems kein menschliches Eingreifen erforderlich.

 Das selbstfahrende Auto: Ein gewaltiger Zukunftsmarkt auch für Cyberkriminelle

Autonome Fahrzeuge werden die Wirtschaft in den nächsten zwanzig Jahren radikal verändern, ähnlich wie die Erfindung des Mobiltelefons. Laut einer Analyse der Boston Consulting Group werde bereits ab 2035 der jährliche Absatzmarkt für selbstfahrende Autos zwölf Millionen Fahrzeuge ausmachen.

Schon heute kommunizieren moderne Fahrzeuge immer stärker mit der Außenwelt z.B. über WLAN, Bluetooth, UMTS oder LTE. Mit der massiven Verschränkung von Automobil-, Computer- und Netzwerkindustrie werden in den nächsten Jahren auch bedeutende Angriffsvektoren für die organisierte Kriminalität entstehen.

Die Schnittstelle zwischen IT und Automobilindustrie bietet ein Einfallstor für Angriffe. Private Nutzer werden in Masse relativ uninteressant für Kriminelle bleiben, denn der Aufwand bleibt dennoch hoch. Realistischer als Angriffe auf einzelne Autos sind die Attacken organisierter Kriminalität: Wird hier im Vorfeld nicht für adäquate Sicherheitsmaßnahmen gesorgt, machen sich Autobauer, Logistikunternehmen und auch Regierungen erpressbar, indem Kriminelle beispielsweise Gelder fordern, um Fehlfunktionen durch Schadsoftware zu verhindern oder sensible Daten stehlen.

 Remote-Hacks: Der Hacker fährt mit

Ein Szenario, das bereits zur Realität geworden ist, sind Remote-Hacks über die Schwachstellen moderner Fahrzeuge durch drahtlose Netzwerke. Die meisten modernen Automodelle mit eingebauten Navigationssystemen nutzen drahtlose Telekommunikationsnetzwerke für Features wie Navigations-Guides, wodurch eine große Anzahl anfällig für Remote-Cyberattacken sind.

Bei der Cyberattacke auf einen Jeep Cherokee 2015 zeigte sich, dass der Eingriff in die Fahrzeugsteuerung nicht nur der Stoff für Hollywood ist. Durch eine Schwachstelle im Infotainmentsystem konnten Sicherheitsforscher via Internet die Kontrolle über Bremsen, Beschleunigung, Türverriegelung, Klimaanlage, Scheibenwischer, Soundsystem und Lenkrad übernehmen, bis das kompromittierte Fahrzeug schließlich in einem Graben landete. Was als eindrucksvolles Versuchsszenario gemeint war, wird aber wohl nicht die Regel werden. Die Gefahr wird weniger vom Einzeltäter ausgehen, der einzelne Autos plötzlich von der Straße abkommen lässt. Zu fürchten ist eher die organisierte Kriminalität, die sich an Hersteller oder Staaten wendet, um diese zu erpressen – mit welch üblen Ergebnissen auch immer.

 Erpressungssoftware nicht nur für PCs

 Ein bereits seit mehreren Jahren lukratives Geschäft für Cyberkriminelle ist die Verbreitung von Erpressungssoftware, die Daten verschlüsselt und nur gegen Lösegeld wieder freigibt. Durch die fortschreitende Vernetzung im Automobilbereich, insbesondere durch die Nutzung von Fahrzeugen als WiFi-Hotspots, werden auch Szenarien wahrscheinlicher, in denen Hacker nicht nur Computer, sondern auch Fahrzeuge durch Ransomware lahmlegen, um Gelder zu erpressen.

 Datendiebstahl

Darüber hinaus sammeln moderne Fahrzeuge mehr persönliche Daten als je zuvor, dadurch werden für Kriminelle nicht nur die Fahrzeuge an sich, sondern auch die Daten der Besitzer interessant, z.B. für die Erschleichung von Kreditkarteninformationen oder Login-Daten von Online-Accounts.

Auch Standortdaten und Bewegungsprofile sind ein Angriffsziel, wobei Hacker entweder die GPS-Daten abfangen oder ausspähen, in welche Mobilfunkzelle sich das Fahrzeug einwählt. So kann eine Person ausspioniert oder der Standort eines Premium-Fahrzeugs festgestellt werden. Zudem sind gewonnene Bewegungsprofile über die An- und Abwesenheit von Bewohnern sicher auch für manche Einbrecherbanden von Interesse.

 Die Erarbeitung allgemeiner Sicherheitsstandards

Die nächsten fünf bis zehn Jahre werden eine gefährliche Übergangszeit sein, deshalb müssen frühzeitig durch die Verquickung der Kompetenzen von Automobilherstellern und IT-Branche allgemeine Sicherheitsstandards und Abwehrmechanismen erarbeitet werden.

Drei potenzielle Einfallstore sind hierbei relevant: Die verbaute SIM-Karte im Auto, über die das Fahrzeug vernetzt ist, das Smartphone des Nutzers sowie die Schnittstelle für die On-Board-Diagnose, welche für die Wartung in der Werkstatt in den Fahrzeugen integriert ist. Alle diese Schnittstellen müssen entsprechend abgesichert werden, um das Eindringen von Schadsoftware zu verhindern. Gleiches gilt für unbefugte Zugriffe auf sicherheitsrelevante Systeme wie beispielsweise die Bremsen.

Die Zukunft des autonomen Fahrens bietet enorme Chancen im Bereich der Wirtschaft und Verkehrssicherheit, jedoch darf die Entwicklung nicht übereilt ohne intensive Auseinandersetzung in Hinblick auf die IT-Security vorangetrieben werden.

Autor: Wieland Alge, Vice President und General Manager EMEA, Barracuda Networks

 

 

Hier kommt Machiavell! Anregungen, sich im Business einmal so richtig machtvoll aufzuführen

IMachiavellmmer einen Konsens finden zu wollen, zu allen zuvorkommend, nett und reizend zu sein, Konflikte friedvoll beilegen zu wollen und vor allem ständig darauf zu achten, dass sich alle anderen im beruflichen Umfeld wohlfühlen? Kennen Sie das? Denken Sie so? oder noch schlimmer, agieren Sie so? Sind sie am Ende ein Machtverweigerer?

Mit einem derartigen Verhaltensmuster werden Sie von Kollegen vermutlich wertgeschätzt und liebgehabt. Das streichelt die Seele. Und das weiche Herz freut sich. Aber, kommen Sie mit einer solchen Grundhaltung in Ihrem Unternehmen, Ihrem Leben wirklich weiter? Erklimmen Sie damit die Karrieregipfel, die Sie sich vorgestellt haben? Eher nicht.

Einige machtlustigere Kollegen werden Sie mit breiten Ellenbogen beiseite schupsen, sie auf der Karriereleiter gnadenlos überholen oder sie sogar brutal von selbiger stoßen. Wollen Sie das wirklich? Nein? Wie wäre es dann mit einem abrupten Rollenwechsel? Streifen Sie die Haut des ängstlichen Machtverweigerers ab und schlüpfen Sie resolut in das schillernde Kostüm eines machtvollen Machiavelli. Vielleicht ist in dieser Rolle ja alles anders und das (berufliche) Leben präsentiert sich spannender, rascher, einfacher und erfolgreicher? Vielleicht.

Ergreifen Sie die Macht!

Stellen Sie sich als Beispiel das kleinste soziale System vor. Es besteht, wie wir wissen, aus zwei Personen. Jetzt gehen wir einmal davon aus, dass diese beiden Personen total gegensätzliche Interessen in ihrer Beziehung durchsetzen wollen.

Schafft es jetzt einer, seine Chance zu erhöhen, um seinen Standpunkt durchzusetzen, sinkt diese Chance automatisch beim anderen! Deswegen ist es so wichtig, dass Sie in sich diesen Wunsch nach der absoluten, köstlichen Macht verspüren. Diesen Drang, dass alle Entscheidungen zu IHREN Gunsten fallen. Wenn Sie das so empfinden, dann müssen Sie sich diese Macht einfach nehmen. Und sie dabei unter Umständen jemandem anderen auch einmal kaltblütig wegnehmen.

Weil, wenn Sie das nicht tun, dann tut es Ihr Gegenüber auf jeden Fall. Und dann ist es zu spät. Denn die Macht ist von Ihnen schon auf Ihren Verhandlungspartner übergegangen. Bei der Machtergreifung heißt es also, schlau und sehr schnell zu sein! Denken Sie an Machiavelli und haben Sie vor allem keine weiteren Skrupel! Machtgebaren gab es in der Geschichte dieses Planeten schon immer, in diversen Formen und Auswirkungen. In der Politik wie in der Wirtschaft. Ob Sie nun Politiker sind, oder Führungskraft oder Mitarbeiter. Zögern Sie nicht mehr. Denken Sie nicht mehr. Preschen Sie einfach machthungrig vorwärts. Nehmen Sie sich in Ihrem Umfeld endlich die Macht, die Ihnen schon lange zusteht!

Die folgenden Anregungen zur aktiven, beinhart gelebten Machtergreifung werden Ihr Leben auf jeden Fall auf den Kopf stellen. Probieren Sie es aus, und schauen Sie doch einmal, was dann passiert …

 Das Du-Wort – Insignie der Macht

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie intensiv machtvoll so ein „Du“ oder „Sie“ sein kann, je nachdem, wem Sie es wann in welcher Form anbieten oder eben nicht anbieten. Oder noch schlimmer, nicht annehmen. In vielen Firmen wird generell das „Du“ als übliche Umgangsform verwendet.

Wenn Sie so richtig machtlustig auftreten wollen, dann verweigern Sie Ihren Kollegen generell das soziale und kollegiale „Du“ und beharren Sie darauf, weiterhin starr gesiezt zu werden. Und zu siezen. Sie werden Ihre machtvolle Überlegenheit dann sehr bald von einer äußerst erhabenen Position, völlig allein und isoliert von ihren Kollegen, genießen können. So erhaben, dass es schon wieder recht einsam ist.

Aber, das macht ja nichts. Alles hat seinen Preis. Und um mächtig zu sein, ist Ihnen ja kein Preis zu hoch. Die Zeit, die Sie sparen, weil mit Ihnen am Kaffeeautomaten niemand mehr spricht, stecken Sie in Ihre ehrgeizigen Karrierepläne und arbeiten durch. Oder, wenn Sie bereits die oberste Führungskraft sind, können Sie auch das machtvolle Du-Spiel zelebrieren. Das geht so, man bietet nur einigen, ganz, ganz wenigen sehr vertrauten Mitarbeitern das Du-Wort an.

Sozusagen das Du-Wort als eine Insignie der Macht, die Sie nur jenen gewähren, die es wirklich, wirklich verdienen. Das sind geschätzt zwei weitere hohe Führungskräfte im Unternehmen. Alle anderen sind Ihres „Du-Wortes“ nicht würdig. Alle anderen erhalten in Abstufungen kalte bis eisige Sie-Ansprachen.

Es gibt einfach keinen besseren Weg, sich den Respekt und die Loyalität Ihrer Mitarbeiter zu sichern, indem Sie entweder gar nicht oder mit dem eisigst möglichen „Sie“ gegrüßt werden. Kombiniert natürlich mit einem arrogantem Blick von oben herab. Und auch das nur dann, wenn sich ein Gruß gar nicht vermeiden lässt, weil sie alle gemeinsam zufällig in einem Aufzug fahren … Nach dieser Aufzugfahrt sollen ja wirklich alle im Unternehmen verstanden haben, wer hier der wahrhaftig Mächtige ist!

Inszenieren Sie sich machtvoll, wo Sie nur können

Wer mächtig sein will, muss mächtig wirken. Machtvolle Menschen brauchen deswegen ihre machtvollen Inszenierungen wie die Luft zum Atmen. Hier ein paar Tipps: Wenn Sie in einem Unternehmen neu beginnen, reklamieren Sie lautstark, und so, dass es wirklich jeder hört, einen Parkplatz mit Ihrem Namen.

Und sorgen Sie dafür, dass es ebenfalls jeder mitbekommt, wenn Sie denjenigen, der es wagt, sich dort versehentlich einmal hinzustellen, zur Schnecke machen. So machtvoll werden Sie sich selten fühlen, wie in diesem bezaubernden Moment. Zur Inszenierung der Macht gehört es natürlich auch, mit einem kraftvollen Automobil, eventuell mit Stern, machtvoll vorzufahren und dabei auf andere fahrtechnisch keinerlei Rücksicht zu nehmen.

Erwähnen Sie für eine so richtig machtvolle Inszenierung ständig Ihre Automarke und welch großartige Sonderausstattung Sie sich doch gegönnt haben. Wedeln Sie aussagekräftig mit Ihrem Handgelenk, wie und wo es nur geht, ob es nun passt oder nicht, damit jeder Ihre edle Schweizer Uhr eines bekannten Fabrikats genau erkennen kann. Erzählen Sie lautstark und mit dröhnendem Lachen von Ihrer letzten Reise in die Karibik und beschreiben Sie jedem, der es hören oder nicht hören will, wie unglaublich toll das 6-Sterne-Ressort dort war. Ihre maßgeschneiderten Business-Anzüge oder Kostüme gehören sowieso zum etablierten Dress-Code der Macht und sollen daher nur nebenbei erwähnt werden. Und weg von den Äußerlichkeiten kommt es bei Mitarbeitern immer besonders gut, wenn man sie als spezielles Zeichen der eigenen Macht im Vorzimmer schmoren lässt, während man noch „extrem wichtige“ Telefonate zu Ende führt. Ohne Entschuldigung wegen der Verspätung, versteht sich. Wie Sie sehen, es mangelt nicht an Alternativen, um sich machtvoll zu inszenieren. Seien Sie kreativ, Sie finden in diesem Bereich sicher Ihre ganz eigene und individuell wirksame Form der Machtausübung!

Kämpfen Sie machtvoll und ohne Rücksicht auf Verluste

Vergessen Sie in Verhandlungssituationen alle diplomatischen Vorgangsweisen. Werfen Sie jegliche diplomatischen Ansätze über Board. Bieten Sie nie Kompromisse oder sogenannte Verhandlungszuckerl an. Nein, gehen Sie für den ultimativen Macht-Erfolg sofort und ausschließlich in die Kampfposition, in den rhetorischen Kampfmodus.

Und vergessen Sie dabei nicht, Ihr gesamtes Waffenarsenal der Macht auszupacken und zu nutzen. Provozieren Sie, demütigen Sie, schimpfen Sie. Nutzen Sie eisiges und herablassendes Schweigen als kaltes Machtinstrument, wo es nur geht. Und wenn das alles nichts hilft, können Sie immer noch die dritte Kategorie der verdeckten Macht-Waffen wie Intrige, Manipulation, Verunsicherung und Kontrolle in den Ring werfen.

Sie werden sehen, alle diese Eskalationsstufen fühlen sich echt gut an. Denn: Win:Win interessiert Sie nicht. Nur dann, wenn andere verloren haben am Ausgang einer Verhandlung, dann fühlen Sie sich als der echte Gewinner, als der super-ober-mega Verhandler, der mit triumphierend gestrecktem Daumen auf sein „Fußvolk“ zeigt. Nur wenn Sie andere gnadenlos über den Tisch gezogen haben, dann spüren Sie sich als mächtig und sind damit glücklich.

Machen Sie es wie die Löwen!

Adaptieren Sie das Macht-Getue der Löwen. Die können das wie kaum ein anderer. Denn, betreffend Machtspiele und ihre ganz klare, eigene Hierarchie geht es bei den Löwen äußerst brutal zu. Wenn ein feindlicher Löwe ein neues Rudel übernimmt, da er im Kampf mit dem bisherigen Rudelbesitzer als Sieger hervorgegangen ist, tötet der neue Hauptlöwe sofort alle Babylöwen.

Damit stellt er sicher, dass nur seine Gene weitergegeben werden. Brutal, aber effektiv. Somit weiß er, dass er sich nicht mit der Aufzucht von Bastarden beschäftigen muss. Die Natur hat ganz eindeutig ihr eigenes, tief in den Instinkten etabliertes Macht- und Nachfolgesystem. In Firmen geht es oft ähnlich zu.

Machen Sie sich dieses Szenario doch zu Nutzen! Dies soll nun keinesfalls ein Aufruf zum machtvollen Mord sein. Nein, aber so als „copy & paste“ Vorgehen kann das Macht-Getue der Löwen schon als exzellentes Vorbild herhalten. Um als wirklich machtvoll wahrgenommen zu werden, empfiehlt sich diese Strategie: Beißen Sie alles tot, was von Ihrem Vorgänger stammt, und beginnen Sie mit eigenen Projekten von vorn. Und wenn Sie schon dabei sind, dann setzen Sie auch alle Mitarbeiter, die mit den Projekten Ihres Vorgängers betraut sind, an die Luft oder werden Sie sie in Richtung andere Abteilungen los.

Denn, Sie brauchen Ihr eigenes Team, das Sie als den machtvollen Hauptlöwen anerkennt und nie in Frage stellt. Versäumen Sie keine Gelegenheit, Ihren Vorgänger an den Pranger zu stellen und beschreiben Sie die „Desaster“ die er hinterlassen hat in genussvollen Details. Wenn Sie dazu rhetorische Schützenhilfe brauchen, blicken Sie doch kurz über den großen Teich, dort beißt gerade ein sogenannter Leader alles nieder, was vor ihm aufgebaut wurde. So sehen Sie gleich, wie es geht, um sich weltweite oder zumindest unternehmensweite Zustimmung und Anerkennung zu sichern.

Machtvolle Konklusion zum Abschluss

Wenn Sie doch nicht ganz sicher sein sollten, ob dies der richtige Weg zur echten Macht und Glorie ist, dann können Sie ja noch überlegen, ob Sie statt des eben beschriebenen brutalen Machtmenschen à la Machiavelli lieber den Weg des souveränen Machtvirtuosen einschlagen wollen. Diesen beschreibt Richard Gappmayer in seinem aktuellen Buch.

 Autor: Richard Gappmayer war mehr als 20 Jahre im nationalen und internationalen Top-Management mit Schwerpunkt Verkauf, Vertrieb und Marketing tätig. Während dieser Zeit machte er zahlreiche persönliche Erfahrungen rund um die Thematik Macht und den richtigen Umgang mit der eigenen Machtkompetenz. 2006 machte er sich selbstständig und gründete das Zentrum für Persönlichkeits- & Organisationsentwicklung. Als Management-Coach, Organisationsberater, Wirtschaftstrainer und Supervisor unterstützt Gappmayer heute hochrangige Führungskräfte. Der Autor ist gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zu seinen Kernthemen.

 

Buchtipp:

Richard Gappmayer: AUCH DU BIST MÄCHTIG

Wie du deine Gestaltungsmacht entdeckst und eigene Interessen durchsetzt

BusinessVillage 2016

ISBN: 978-3-86980-355-5

Neue Phase der Beziehung zwischen Menschen und Maschinen im Jahr 2030

2030_TechnologiesBis zum Jahr 2030 wird sich die Beziehung von Menschen zu Maschinen in Richtung einer umfassenderen Interaktion verändern: Menschen werden in Arbeit und Alltag als digitale Dirigenten fungieren und die Art und Weise, wie gelebt und gearbeitet wird, wird sich radikal verändern. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer internationalen Untersuchung von Dell Technologies, wie neue Technologien in den kommenden Jahren die Gesellschaft und das Arbeiten verändern werden.

Im Jahr 2030 werden alle Unternehmen Technologie-Unternehmen sein – sie müssen daher schon heute darüber nachdenken, wie sie ihre Infrastruktur und ihre Mitarbeiter zukunftssicher machen können; das stellt eine Untersuchung von Dell Technologies fest, die vom Institute for the Future mit 20 internationalen Experten aus Technologie, Wissenschaft und Business durchgeführt wurde. Untersucht wurde dabei, wie neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik, virtuelle Realität, Augmented Reality oder Cloud Computing das Leben und Arbeiten im nächsten Jahrzehnt verändern werden.

 The Next Era of Human-Machine Partnerships

Der Report mit dem Titel „The Next Era of Human-Machine Partnerships“  zeigt, dass sich Konsumenten und Unternehmen vor allem auf die folgenden Entwicklungen vorbereiten müssen:

• Bis zum Jahr 2030 wird die Abhängigkeit von Technologie zu einer neuen Art der Interaktion zwischen Menschen und Maschinen führen, die Kreativität und unternehmerische Denkweise fördert.

• 2030 werden personalisierte Assistenten, die auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten, ganz neue Möglichkeiten für die Unterstützung von Menschen schaffen.

• Technologie wird nicht notwendigerweise Arbeitskräfte ersetzen, aber der Prozess, Arbeit zu finden und zu gewinnen, wird sich ändern. Der Arbeitsplatz wird in vielen Fällen kein konkreter Ort mehr sein.

• Ein Großteil der Berufe des Jahres 2030, geschätzt rund 85 Prozent, ist heute noch nicht erfunden. Die Fähigkeit, neues Wissen zu gewinnen, wird von zentraler Bedeutung sein; Technologien wie Augmented Reality und Virtual Reality werden dabei auf breiter Basis genutzt werden.

Der Bericht geht davon aus voraus, dass die neuen Technologien – angetrieben durch massive Fortschritte in Software, Big Data und Rechenleistung – das Leben umgestalten werden. Die ganze Gesellschaft wird damit auch in eine neue Phase der Beziehung zwischen Menschen und Maschinen eintreten, die durch folgende Aspekte charakterisiert wird:

• Automation wird wesentlich effizienter sein und die Menschen in vielen neuen Anwendungsfeldern unterstützen.

• Menschen werden als digitale Dirigenten die Arbeit und alle täglichen Aktivitäten besser steuern.

• Durch neue, datengetriebene Vermittlungs-Technologien können Unternehmen auf Talente aus aller Welt zurückgreifen.

„Die Digitale Transformation verändert Wirtschaft und Gesellschaft, aber was dabei genau auf uns, auf einzelne Branchen, aber auch auf jeden von uns persönlich zukommt, lässt sich noch nicht absehen. Nur so viel erscheint heute sicher: Die Umwälzungen werden nicht irgendwann passieren, sondern sind bereits in vollem Gange: 2030 ist morgen“, erklärt Doris Albiez, Senior Vice President & General Manager Dell EMC Deutschland. „Es ist daher höchste Zeit, sich Gedanken über diese unmittelbare Zukunft zu machen, denn nur so können wir uns gut vorbereiten. Und genau darum geht es Dell Technologies mit der vorliegenden Untersuchung und den sich daran anschließenden Aktivitäten zu diesem Thema. Wir wollen besser darüber Bescheid wissen, wie unsere Zukunft aussieht.“

Neue Phase der Beziehung zwischen Menschen und Maschinen im Jahr 2030

2030Bis zum Jahr 2030 wird sich die Beziehung von Menschen zu Maschinen in Richtung einer umfassenderen Interaktion verändern: Menschen werden in Arbeit und Alltag als digitale Dirigenten fungieren und die Art und Weise, wie gelebt und gearbeitet wird, wird sich radikal verändern. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer internationalen Untersuchung von Dell Technologies, wie neue Technologien in den kommenden Jahren die Gesellschaft und das Arbeiten verändern werden.

Im Jahr 2030 werden alle Unternehmen Technologie-Unternehmen sein – sie müssen daher schon heute darüber nachdenken, wie sie ihre Infrastruktur und ihre Mitarbeiter zukunftssicher machen können; das stellt eine Untersuchung von Dell Technologies fest, die vom Institute for the Future mit 20 internationalen Experten aus Technologie, Wissenschaft und Business durchgeführt wurde. Untersucht wurde dabei, wie neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik, virtuelle Realität, Augmented Reality oder Cloud Computing das Leben und Arbeiten im nächsten Jahrzehnt verändern werden.

The Next Era of Human-Machine Partnerships

Der Report mit dem Titel „The Next Era of Human-Machine Partnerships“ zeigt, dass sich Konsumenten und Unternehmen vor allem auf die folgenden Entwicklungen vorbereiten müssen:

• Bis zum Jahr 2030 wird die Abhängigkeit von Technologie zu einer neuen Art der Interaktion zwischen Menschen und Maschinen führen, die Kreativität und unternehmerische Denkweise fördert.

• 2030 werden personalisierte Assistenten, die auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten, ganz neue Möglichkeiten für die Unterstützung von Menschen schaffen.

• Technologie wird nicht notwendigerweise Arbeitskräfte ersetzen, aber der Prozess, Arbeit zu finden und zu gewinnen, wird sich ändern. Der Arbeitsplatz wird in vielen Fällen kein konkreter Ort mehr sein.

• Ein Großteil der Berufe des Jahres 2030, geschätzt rund 85 Prozent, ist heute noch nicht erfunden. Die Fähigkeit, neues Wissen zu gewinnen, wird von zentraler Bedeutung sein; Technologien wie Augmented Reality und Virtual Reality werden dabei auf breiter Basis genutzt werden.

Der Bericht geht davon aus voraus, dass die neuen Technologien – angetrieben durch massive Fortschritte in Software, Big Data und Rechenleistung – das Leben umgestalten werden. Die ganze Gesellschaft wird damit auch in eine neue Phase der Beziehung zwischen Menschen und Maschinen eintreten, die durch folgende Aspekte charakterisiert wird:

• Automation wird wesentlich effizienter sein und die Menschen in vielen neuen Anwendungsfeldern unterstützen.

• Menschen werden als digitale Dirigenten die Arbeit und alle täglichen Aktivitäten besser steuern.

• Durch neue, datengetriebene Vermittlungs-Technologien können Unternehmen auf Talente aus aller Welt zurückgreifen.

„Die Digitale Transformation verändert Wirtschaft und Gesellschaft, aber was dabei genau auf uns, auf einzelne Branchen, aber auch auf jeden von uns persönlich zukommt, lässt sich noch nicht absehen. Nur so viel erscheint heute sicher: Die Umwälzungen werden nicht irgendwann passieren, sondern sind bereits in vollem Gange: 2030 ist morgen“, erklärt Doris Albiez, Senior Vice President & General Manager Dell EMC Deutschland. „Es ist daher höchste Zeit, sich Gedanken über diese unmittelbare Zukunft zu machen, denn nur so können wir uns gut vorbereiten. Und genau darum geht es Dell Technologies mit der vorliegenden Untersuchung und den sich daran anschließenden Aktivitäten zu diesem Thema. Wir wollen besser darüber Bescheid wissen, wie unsere Zukunft aussieht.“

 

Große Mehrheit will Investitionen in digitale Bildung

SchuleZeitgemäße Lehrpläne, bessere Ausstattung und mehr Digitalkompetenz für Lehrer: Kurz vor der Bundestagswahl sehen die Deutschen erheblichen Nachholbedarf in der Bildungspolitik. Acht von zehn Bundesbürgern ab 14 Jahren (81 Prozent) fordern, dass Bund und Länder mehr in Digitaltechnik an Schulen und die Ausstattung mit digitalen Lernmitteln investieren.

Etwa ebenso viele (83 Prozent) halten den Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen für genauso wichtig wie Investitonen in das Schulgebäude. Und gut neun von zehn Deutschen (93 Prozent) sind der Meinung, dass Lehrende mehr Digitalkompetenz brauchen und darin besser ausgebildet werden müssten.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Wir können es uns nicht leisten, noch mehr Zeit zu verspielen. Deutschland braucht jetzt zwingend eine digitale Bildungsoffensive“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Politik in Bund und Ländern steht in der Pflicht: Digitale Kompetenzen und eine digitale Infrastruktur gehören in Deutschlands Schulen. Die Bevölkerung hat das längst erkannt.“

Bildungssystem vor große Herausforderunge

Die große Mehrheit der Befragten sieht das deutsche Bildungssystem vor große Herausforderungen gestellt. Drei Viertel (76 Prozent) sind der Ansicht, dass das Bildungssystem nicht ausreichend auf ein Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereitet. Und fast ebenso viele (73 Prozent) meinen, dass Deutschlands Schulen bei der digitalen Bildung im internationalen Vergleich deutlich hinterher hinken.

Neben digitalen Technologien müssen für die Mehrheit auch digitale Inhalte und der kompetente Umgang damit auf den Stundenplan. 85 Prozent der Befragten sagen, dass angesichts von Fake News, Hass-Rede und Mobbing im Internet der Umgang mit digitalen Medien verstärkt gelehrt werden sollte.

„Digitalpakt“ fürdie Digitalisierung der Schulen

Das Bundesbildungsministerium hatte im vergangenen Jahr mit dem „Digitalpakt“ Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen in Aussicht gestellt. Bislang sind die Mittel laut Bundesfinanzministerium jedoch noch nicht im Bundeshaushalt eingeplant. Berg: „Der Digitalpakt muss jetzt umgesetzt werden. Bis Ende dieses Jahres sollte eine unterschriftsreife Bund-Länder-Vereinbarung vorliegen.“

Der Bitkom tritt für eine umfassende Digitalisierung des Bildungssystems ein. Dabei sollen Deutschlands Schulen in den kommenden Jahren zu Smart Schools weiterentwickelt werden. Das Konzept basiert auf drei Säulen: Investitionen in die digitale Infrastruktur, die Entwicklung digital-pädagogischer Konzepte und Inhalte sowie die entspechende Qualifizierung der Lehrkräfte.

Bundesweit wurden bislang fünf Smart Schools ausgezeichnet: die Bellevue-Gemeinschaftsschule in Saarbrücken und das Gymnasium Wendalinum in St. Wendel (Saarland), die Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe (Baden-Württemberg), die Elisabethenschule in Frankfurt am Main (Hessen) und das Leininger-Gymnasium in Grünstadt (Rheinland-Pfalz). Um die Digitalisierung der Schulen zu fördern, hat der Bitkom einen Smart-School-Wettbewerb ausgerufen. Bis zum Jahresende sollen bundesweit bis zu 20 weitere Smart Schools für ihre Anstrengungen gewürdigt werden.

Hinweis zur Methodik: Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Im Juli 2017 wurden dabei 1.010 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die Fragestellung lautetete: „Bitte sagen Sie mir, inwieweit Sie den folgenden Aussagen zustimmen“: „Lehrende müssen im Bereich Digitalkompetenz besser ausgebildet werden“, „Im Zusammenhang mit Fake News, Hass-Rede und Mobbing im Internet sollte der Umgang mit digitalen Medien verstärkt gelehrt werden“, „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen ist genauso wichtig wie Investitionen in Schulgebäude“, „Bund und Länder sollten mehr in Digitaltechnik und Ausstattung mit digitalen Lernmitteln an Schulen investieren“, „Das Bildungssystem bereitet nicht ausreichend auf ein Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vor“, „Deutschlands Schulen hinken in Sachen digitale Bildung im internationalen Vergleich deutlich hinterher“ (Angaben jeweils für „Stimme voll und ganz/eher zu“).